Kritik an AfD an Kölner Universität zerstört

Ein Bericht von Tobias Pastoors.

Gestern wurde ich angebrüllt, bedroht und angegriffen, weil ich mich für Meinungsfreiheit an der Universität zu Köln eingesetzt habe.

Aber langsam. Was war passiert? Max Otte, ein Ökonom, der offen die AfD unterstützt, wollte einen Vortrag an der Uni Köln halten. Zahlreiche linke Gruppen hatten Protest angekündigt und es war absehbar, dass sie versuchen würden, die Veranstaltung zu blockieren. Das wollte ich nicht schweigend hinnehmen. Ich packte also mein Schild mit der Aufschrift „Auch Rechte haben Rechte, Ja zum Protest, nein zu Blockaden“ ein und fuhr zum Hörsaalgebäude. Dort war es wie erwartet: Etwa 150 junge Leute riefen „Alerta Antifascista“ und blockierten die Eingänge zum Hörsaal, in dem Otte sprechen wollte.

Ich habe dort mein Plakat hochgehalten. Ein Plakat, mit dem ich bereits gegen die AfD auf die Straße gegangen bin. Ich bin alles andere als ein AfD-Sympathisant und ich schaue auch nicht schweigend zu, wenn Rechte und Rechtsextreme die Grundpfeiler unserer Gesellschaft angreifen. Ich schaue auch nicht schweigend zu, wenn gegen Flüchtlinge oder Migrant*innen gehetzt wird. Ich schaue aber eben auch nicht schweigend zu, wenn Linke im Namen des Antifaschismus die Meinungsfreiheit für rechte Denker*innen abschaffen.

Es hat nur wenige Minuten gedauert, dann stürmte ein Aktivist aus der Menge auf mich zu. Er brüllte mir direkt ins Gesicht und schlug gegen mein Plakat. Wenn ich einen Meter zurückging, ging er einen Meter vor. Neben seinem Geschrei flog mir sein Speichel ins Gesicht. Ich rechnete jeden Moment damit, dass er zuschlagen würde. Augenscheinlich störte sich von den blockierenden Demonstrant*innen niemand daran, dass ich von einem Aktivist aus ihren Reihen, bedroht wurde.

Wenig später riss mir ein anderer Aktivist mein Plakat aus der Hand. Er zerlegte es in zwei Teile und warf es auf den Betonsockel über dem Eingang des Hörsaalgebäudes. Sein Angriff auf mich wurde von den Demonstrant*innen mit Applaus honoriert.

Klar, ich hatte mit kontroversen Reaktionen auf meinem Protest gerechnet. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass ich Sorge um meine körperliche Unversehrtheit haben würde. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass meine Meinungsäußerung durch Gewalt beendet werden würde.

Ich habe weder versucht, die Blockade zu brechen, noch habe ich in irgendeiner Weise inhaltlich Partei für Herrn Otte ergriffen. Ich habe die Blockade der Demonstrant*innen kritisiert, indem ich ein Schild hochgehalten habe. Zu meiner Kritik stehe ich. Denn Meinungen verschwinden nicht, nur weil man sie blockiert. Was aber verschwindet ist die Freiheit. Denn Meinungsfreiheit nur für die „richtigen“ Meinungen ist keine Meinungsfreiheit. Und freie Meinungsäußerung ist ein zentraler Eckpfeiler unserer liberalen Demokratie. Man kann unsere freie Gesellschaft nicht gegen die Angriffe von Rechtsaußen verteidigen, indem man die Grundwerte freiwillig als Kollateralschaden opfert.

Meine Kritik konnten die Demonstrant*innen nicht ertragen. Aber sie werden sie wieder ertragen müssen: Plakate kann man kleben.

Das ist die Rückseite meines Plakates, mit dem ich, wie erwähnt, bereits gegen die AfD demonstriert habe. Ein Teil der Kritik an der AfD wurde gestern leider an der Universität zu Köln zerstört.

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11 Antworten zu Kritik an AfD an Kölner Universität zerstört

  1. Muller schreibt:

    „Populist“ ist inzwischen (und vermutlich schon immer) einfach nur ein Kampfbegriff gegenüber Andersdenkenden, die das eigene ideologische / und praktisch auch immer materielle Geschäftsmodell stören. Das gilt ebenso für weltliche wie auch für spirituelle Geschäftsmodelle.
    Eine Pristerstelle wird nur benötigt, solange die Menschen an eine übergeordnete Macht glauben. Lehrstühle für Gender-„wissenschaften“ werden nur geschaffen und vom gemeinen Steuerzahler (also dem Pöbel) bezahlt, solange jemend an die Wissenschaftlichkeit dieser Ideologie glaubt.
    Alles, was mit Immigration zu tun hat, wird nur solage vom normalen Steuerzahler (also dem Pöbel) geduldet und finanziert, solage jemand es als „alternativlos“ postuliert.
    Und wer diese Geschäftsmodelle stört ist eben ein „Populist“. In anderem politischen Umfeld waren solche Störenfriede „Konterrevolutionäre“, „Volksschädlinge“ etc….
    Oder gehörten/gehören einer verhassten Religion an.

  2. A. Müller schreibt:

    Toll, Tobias Pastoors. Solchen Mut braucht es für die Meinungsfreiheit! Welches Geistes Kind sind diese unerträglichen Randalierer und Verachter von Recht und Respekt

  3. Thomas ex Gotha schreibt:

    Wenn so gar nichts stimmt: Weder haben „Linke im neuen Deutschland das Sagen“ noch gibt es für die Gleichsetzung „Antifa-SA“ irgendeine Berechtigung, es sei denn, dem Kommentator läge viel an einer Banalisierung des Faschismus.
    Und nicht einmal das Silone-Zitat ist hinreichend belegt.
    Also: der ganze normal Fakenewstrashtalk.

  4. Kanalratte schreibt:

    Gibt es Antisemiten in der AfD? Ja.
    Ist die AfD antisemitisch? Nein.

  5. ceterum censeo schreibt:

    Mutiger Mann!
    Er ist noch jung und erst am Anfang seines Umdenkens, bei dem seine Kommilitonen ihm gerade sehr helfen.
    Auf der Rückseite des Transparents steht zwar gequirlte Kacke, aber auf einer AfD- oder Pegidademonstration hätte man es niemals zerrissen, sondern mit ihm diskutiert. Das ist der Unterschied zwischen den Guten und den Bösen.

    • Kanalratte schreibt:

      Es gibt nicht Die Guten und Die Bösen. Das sollten grundsätzlich alle beachten, aber insbesondere auch jene Linke die alle Rechten (und darunter auch AfD-Wähler) als böse Menschen darstellen.

      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Nun, nicht direkt als „böse“, sondern doch eher als Menschen mit einem – sagen wir es so: – kreativen Verhältnis zur Realität, was man allein am Vorredner erkennen kann, der von einem Plakat gegen die AfD behauptet, „auf einer AfD- oder Pegidademonstration hätte man es (=das Plakat, T.S.) niemals zerrissen, sondern mit ihm (= dem Träger des Plakats, T.S.) diskutiert“, was ich gerne belegt haben möchte.
        Verlassen sollte man sich, wenn man Wert auf seine körperliche Unversehrtheit legt, auf diese Auskunft besser nicht.

  6. Hoimrdengr schreibt:

    EIKE, hmmm…

  7. Hoimrdengr schreibt:

    Ausgerechnet EIKE, die allerdummdreistesten „Skeptiker“, die mit der „Klimaluege“ hausieren gehen. Ich nehme nicht an, dass die gelaeutert sind: https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/eine-fragwuerdige-blogwahl/

    • ceterum censeo schreibt:

      Geläutert! Welch herrliches Wort. Jaja, diese schrecklichen Klimaleugner heutzutage. Oder sollte man nicht besser von Klimaketzern sprechen, welche leider nicht auf die Klimageistlichkeit hören wollen? Ins Feuer mit ihnen!

  8. bergstein schreibt:

    Mal unterstellt, dass alle was Herr Pastoors auf die Rückseite seines Plakates geschrieben hat, der Wahrheit entsprechen würde, hätte es eine Auswirkung auf Ihre Meinung über den Herrn Pastoors?

    Es ist super, dass sich Herr Pastoors für die Meinungsfreiheit einsetzt, das heißt, dass er zu-mindest der Auffassung ist, dass jeder selbst entscheiden kann, welcher Person bzw. welcher Meinung derjenige seine Aufmerksamkeit schenken will. Gleichwohl verachtet auch Herr Pastoors seine Mitmenschen. Er hält die Besucher einer AfD Veranstaltung wohl für derma-ßen dämlich, dass sie nicht in der Lage sind, selbst zu den Erkenntnissen zu gelangen, die er auf seinem Plakat aufgeschrieben hat.

    Würde es irgendeinen Menschen auf der Welt interessieren, wenn ich schreiben würde, dass bzw. AfD sexistisch ist? Abgesehen davon, dass eine Partei wohl nicht sexistisch sein kann, sicherlich nicht. Wenn ich schreiben würde, dass ich die eine oder andere Aussage des Grundsatzprogramms für benachteiligend für einen der Geschlechter halte (was ich hiermit nicht unterstelle) und dies begründe, so kann ich damit ggfls. entweder jemanden überzeugen oder zumindest zeige ich dem Leser, dass ihr ihn respektiere und darauf vertraue, dass er ausgehend von meinen Ausführungen, sich die eine oder andere Meinung bildet.

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