Was möchte uns Andreas Püttmann damit sagen?

Andreas Püttmann ist Politikwissenschaftler, Journalist und Publizist. Am 18. Oktober 2020, kurz nach einem bestialischen Mord an einem französischen Lehrer, dem der Kopf auf offener Straße angeschnitten wurde, weil er es gewagt hatte, im Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit eine Karikatur des umstrittenen Propheten Mohamed zu zeigen, kommentierte er auf Twitter:

„Muss zu jedem extremistisch motivierten Mord in Europa gefälligst jeder eine Stellungnahme der Abscheu abgeben? Zumal dann, wenn erhebliche und/oder selbst extreme Teile der Öffentlichkeit solche Taten selektiv gezielt gegen eine ganze Religionsgemeinschaft instrumentalisieren?“

Diese Aussage von Herr Püttmann ist höchst fragwürdig. Niemand instrumentalisiert in diesem ganzen Horror eine ganze Religionsgemeinschaft mit Ausnahme des Täters selbst. Er hat bei seiner Tat „Allahu Akbar“ gerufen. Er glaubte, mit seiner Tat den Islam zu repräsentieren. Das muss ernst genommen werden.

Es gibt zwar Muslime, die erklären, Islam bedeute Friede, aber es gibt auch Millionen Muslime, die sich zu der Überzeugung entschieden haben, einen Frieden könne es ausschließlich im Islam geben und alle, die nicht zum Islam gehören, dürften um des lieben Friedens Willen verfolgt, unterdrückt und ermordet werden. Zur Zeit vereint keine andere Religion so viele Menschen hinter staatlich gefördertem Hass und Intoleranz wie der Islam. In allen Ländern, in denen Homosexualität mit dem Tod bestraft wird, wird dies von islamischen Regierungen vorgeschrieben.

Im Jahr 2013 wurde eine Befragung unter Muslimen durchgeführt. In Pakistan und Jordanien glaubten über 80% aller Muslime, die Scharia sei Gottes direkter Wille, in Afghanistan, Ägypten und Gaza über 70%. In Afghanistan und im Irak bevorzugten über 90% die Scharia über ein bürgerliches Gesetz, in Malaysia, Bangladesh, Marokko, Gaza, Niger und Dschibuti über 80%. Die Todesstrafe für Diebstahl fanden in Afghanistan und Pakistan über 80% angemessen, in Gaza und Ägypten 70% aufwärts.

Diese Muslime instrumentalisieren eine ganze Religionsgemeinschaft. Niemand sonst!

Es ist nicht die Aufgabe von Nicht-Muslimen zu erklären, was der Islam bedeutet. Muslime müssen das tun und es sind ihre Handlungen, die das Bild vom Islam bestimmen.

Wenn im Namen des Islams Verbrechen begangen werden, braucht es keine Christen wie Andreas Püttmann, die erklären, was der angeblich „wahre Islam“ bedeutet, ganz so, als sei ein terroristischer Anschlag eine Einladung zum Islamunterricht. Nach religiös motivierten Anschlägen braucht es kritische Analysen, die auch vor religiösen Gefühlen nicht halt machen.

Wenn uns Christen einreden wollen, Islam bedeute Frieden, dann stellen sie sich gegen all die Muslime, die das offensichtlich anders sehen. Diese Arroganz ist nichts anderes als eine moderne Version des Kreuzzugs, besonders dann, wenn die christliche Definition des Islams so klingt, als sei der Islam im Grunde nichts anderes als das Christentum. Dem ist nicht so.

Mohamed hat im Gegensatz zu Jesus eine Menge Menschen getötet. Mohamed war von Beruf Soldat und bis ans Ende seines Lebens ein überzeugter Feldheer! Jesus war ein Pazifist, der mit Huren, Sündern und Trinkern abhing und gerne mal Wein trank. Mohamed trank keinen Alkohol. Unterschiedlicher können zwei Menschen nicht sein.

Menschen können glauben, was sie wollen, solange sie mir nicht gefährlich werden, allerdings rufen jene, die Menschen Köpfe abschneiden, Frauen steinigen, Homosexuelle hängen und Juden schlachten, dabei oft den Namen Allahs und erklären, alles im Namen des Islams zu tun. Nicht wenige Muslime weltweit feiern diese Taten und verteilen Süßigkeiten aus Begeisterung über diese Schändungen.

Der radikale Islam ist ein Problem innerhalb des Islams. Die menschenfeindlichen Interpretationen des Korans und die daraus resultierenden mörderischen Praktiken können daher nur von Muslimen selbst beendet werden. Es ist einzig und allein ihre Verantwortung. Es bringt rein gar nichts, zu sagen, das alles habe nichts mit dem Islam zu tun.

Wer Islamismus und Islam trennen möchte, kann auch gleich versuchen, Alkoholismus von Alkohol zu trennen. So wie ein Alkoholiker bereit sein muss, sein Problem zu erkennen, bevor ihm geholfen werden kann, so muss auch ein Islamist zunächst sein Problem erkennen.

Der Islam muss so in Frage gestellt wird wie einst das Christentum. Das geht nur mit Aufklärung, Kritik, Spott und Hohn und all das muss von innen kommen. Was die Welt jetzt braucht sind Mohammed-Karikaturen von Muslimen, die die muslimische Welt in Frage stellen, so wie einst Voltaires Karikaturen die christliche Welt in Aufruhr versetzt haben. Wir brauchen geistige Hämmer, die den Islam zerschlagen, so wie einst Nietzsche auf das Christentum einschlug. Ist das islamophob? War die Aufklärung christophob?

Aufklärung tut weh. Wer jedoch glaubt, er müsse Muslime vor diesen Schmerzen schützen, erklärt damit, Muslime seien schwächer, dümmer oder unfähiger mit Kritik umzugehen als Christen. Wer Muslime schützen möchte vor Kritik, erklärt sie zu geistigen Mündeln, die intellektuell unfähig sind, mit Kritik umzugehen. Das ist jedoch purer Rassismus.

So wie Christen für ihre Religion verantwortlich sind, sind Muslime für den Islam verantwortlich. Der Satz „Islamisten sind keine Muslime“ ist so dämlich wie diese Sätze:

„Nazis waren keine Deutsche.“
„Kreuzritter waren keine Christen.“
„Alkoholiker sind keine Trinker.“

Als Andreas Püttmann höflich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Kritik am Islam nach der abscheulichen Tat in Frankreich durchaus angebracht sei, konterte er mit dieser Aussage:

„Stellen Sie sich das mal für einen Moment in den 30er Jahren vor, bei einem Verbrechen mit jüdischem Täter. Die Abscheulichkeit der Tat steht doch völlig außer Frage. Ich äußere mich nicht zu jedem Mord oder Anschlag, schon gar nicht, um irgendjemand etwas politisch zu beweisen.“

Diese Aussage lässt fassungslos zurück. Was möchte uns Andreas Püttmann damit sagen?

Möchte Andreas Püttmann etwa behaupten, die Judenverfolgung im Dritten Reich wäre gerechtfertigt gewesen, wenn ein Jude in der 30er Jahren einem Christen den Kopf abgeschnitten hätte? Oder möchte er behaupten, Muslime seien in Deutschland heute so diskriminiert wie Juden einst in den dreißiger Jahren? Glaubt er gar, Juden hätten jemals solch brutale Taten begangen wie Muslime in den letzten Jahrzehnten, die dabei den Namen ihres Gottes gebrüllt haben?

Es sind Muslime, die im tiefen Bekenntnis ihres Glaubens den Namen ihres Gottes rufen, während sie morden, in Hochhäuser fliegen, in Weihnachtsmärkte fahren, Juden abschlachten und kritischen Lehrern die Köpfe abschneiden. Niemals haben Juden solche Gräueltaten begangen, weder heute noch vor hundert Jahren.

Am 21. Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi von einer Gruppe muslimischer Einwanderer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen gefoltert, weil er Jude war. Er erlag seinen Verletzungen. Am 19. März 2012 wurden vier Menschen vor einer jüdischen Schule in Toulouse von einem Mann getötet, der sich als Kämpfer des Islams verstand. Drei der Opfer waren Kinder. Am 24. Mai 2014 wurde ein israelisches Paar und eine französische Besucherin im Jüdischen Museum in Brüsselerschossen. Der Mörder glaubte, es im Namen Allahs zu tun. Am selben Tag wurden in Frankreich zwei Juden, die aus einer Synagoge kamen, brutal zusammengeschlagen. Die Täter glaubten, damit dem Propheten zu gefallen.

Diese Muslime instrumentalisieren eine ganze Religionsgemeinschaft.

Nachdem einer der Terroristen rund um den Anschlag auf Charlie Hebdo in einem jüdischen Supermarkt in Paris Geiseln genommen und vier Menschen getötet hatte, rief er den französischen Sender BFMTV an, um seine Forderungen zu verbreiten. Der Sender fragte: “Haben Sie das Geschäft aus einem bestimmten Grund ausgesucht?” Die Antwort kam prompt: “Ja. Die Juden!”

Dieser Muslim instrumentalisierte eine ganze Religionsgemeinschaft.

In der Stadt Odense in Dänemark wurden Ende 2008 zwei Israelis angeschossen. Ein paar Wochen später am 8. Januar 2009 rief auf den Straßen in Oslo ein überwiegend muslimischer Mob “Tötet die Juden!” und “Schlachtet die Juden ab!” In Hannover wurden im Jahr 2010 Juden von muslimischen Kindern und Jugendlichen mit Steinen beworfen. Welche Vorbilder haben diese Kinder? in Offenbach ein Rabbiner in einer Einkaufspassage angegangen. Auf Facebook werden seit Jahren täglich Rufe nach der Vergasung und der Vernichtung aller Juden laut. Im Sommer 2014 fanden Demonstrationen in Deutschland statt, die überwiegend von Muslimen besucht wurden und auf denen „Juden ins Gas“ gerufen wurde. In Berlin brüllte der Mob sogar „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“

All diese Muslime instrumentalisieren eine ganze Religionsgemeinschaft.

Bei all diesen Taten gegen Juden, die in den letzten Jahren von Muslimen begangen wurden, im festen Glauben daran, damit ihrer Religion zu genügen, ist die Aussage von Andreas Püttmann höchst problematisch und vor allem unverständlich.

Wie auch immer Andreas Püttmann seine Aussage gemeint hat, jede mögliche Interpretation bewegt sich zwischen geschmacklos und judenfeindlich.

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Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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4 Antworten zu Was möchte uns Andreas Püttmann damit sagen?

  1. Die Dichterin Assma „die Tochter Merwans …war von den Banu Omejja, und war die Gattin eines Mannes der Banu Chatmeh. Sie zeigte sich als Heuchlerin, nach der Ermordung Abu Afaks.“ Der Meuchelmord an Abu Afak hatte den Widerspruch und Protest dieser Frau bewirkt „und [sie] schmähte den Islam und seine Bekenner mit folgenden Versen:

    Ihr gehorchet den niedrigen Banu Aus und Hazrag und erwartet von Fremden Geschenke … nach der Ermordung der Häupter, wie man den Saft reifender Früchte erwartet. Gleicht ihr nicht dem der eine kranke Nase hat und ein schönes Gesicht wünscht, und Hoffnung hegt, die nie erfüllt wird?

    Als Mohammed dies hörte, sagte er: ‚Befreit mich Niemand von der Tochter Merwans? Als Omeir Ibn Alchtami, der bei ihm war dies hörte, ging er noch in derselben Nacht zu ihr und tötete sie. Am folgenden Morgen begab er sich zu Mohammed und sagte ihm, er habe sie getötet. Mohammed sagte: ‚Du bist Gott und seinem Gesandten beigestanden.

  2. anti3anti schreibt:

    „Muss zu jedem Fall extremistisch motivierten Mord in EUropa jeder eine Stellungnahme der ABSCHEU geben?“
    Nein. Man darf den Mord begrüßen.

  3. Hoppie schreibt:

    Wow, „“ Tot an einem Lehrer“. Hört sich an als wäre das ursprünglich „Mord an einem Lehrer“ gewesen und dann ist bei der Änderung was schief gegangen, „Tot an“ statt „Tod eines“. Oder täusche ich mich da? Mein Deutsch ist nicht das Beste, ich bin Schwabe 😉

  4. dudu schreibt:

    …und wenn man sich doch dazu äussern muss, kann man ja in der Headline drum rum schwurbeln…

    „…Trauer und Empörung über den Tot an einem Lehrer….“

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