Frauen müssen draußen bleiben!

Es gibt muslimische Männer, die glauben, dass sie keine nackten oder halbnackte Frau sehen dürfen. Jetzt hat ein Verein eine Lösung gefunden, wie dieser Glauben mit dem Wunsch, ein Schwimmbad zu besuchen, in Einklang gebracht werden kann. Der Arab Nil-Rhein Verein hat kurzerhand ein ganzes Hallenbad angemietet. Einmal pro Woche bietet dieser Verein nun in einem Mainzer Hallenbad ausschließlich Männerschwimmen an, aber auch Nicht-Muslime sind willkommen, nur männlich müssen sie sein!

Um eins von Anfang an klar zu machen: Wäre das Hallenbad in privater Trägerschaft, hätte ich mit der ganzen Angelegenheit kein Problem. Private Unternehmen haben meiner Meinung nach das Recht, ihr Produkt so zu vermarkten und zu verkaufen, wie sie es für richtig halten. Sie können meinetwegen reine Frauen- oder Männertage anbieten, dürfen Schwulensaunas organisieren, wo nur Homesexuelle Willkommen sind und meinetwegen auch Schwimmtage nur für Scientologen anbieten. Ist mir alles egal. Es gibt sogar ein Bad, in dem nur Männer Zutritt haben, deren Schwänze im erigierten Zustand länger sind als achtzehn Zentimeter. Gibt es alles! Ich habe damit kein Problem. Ich gehe halt einfach nicht hin!

Bei dem Mainzer Hallenbad jedoch handelt es sich um ein städtischen Hallenbad! Es wird somit von dem Steuergeld der Allgemeinheit finanziert. Die Allgemeinheit hat sich aber im Umgang mit ihren Gelder eine Verfassung gegeben, die eindeutig sagt:

„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. (…) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“

Das Finanzieren oder Unterstützen von Männerschwimmen durch Steuergelder ist somit verfassungswidrig!

Gleiches gilt übrigens auch für Frauenschwimmen. Ein von der Allgemeinheit finanziertes Hallenbad darf einfach nicht die Türe vor Menschen schließen mit der Begründung, sie seien Männer und dies dann auch noch mit dem möglichen Fehlverhalten anderer Männer begründen. Ein Mann darf ebensowenig als potentieller Vergewaltiger behandelt werden, nur weil die meisten Vergewaltiger Männer sind, wie ein Moslem nicht als potentieller Terrorist behandelt werden darf. Genauso gilt: Ein Mensch ist keine Gefahr für einen Mann nur weil er eine Frau ist und zudem spärlich bekleidet. Das Mainzer Hallenbad behandelt aber Frauen jetzt als eine Gefahr und ruft jeden Freitag Abend aus: „Frauen müssen draußen bleiben!“

Warum nur ist es der Stadt Mainz so leicht gefallen, diesen offenkundig Verfassungsbruch nicht nur zu begehen, sondern ihn nicht mal als solchen zu erkennen? Die Antwort ist recht einfach. Der deutsche Staat ist bei einer Religion eben besonders nachsichtig: dem Christentum!

Irgendwie haben es die großen offiziellen christlichen Kirchen geschafft, dass der deutsche Staat ihre Ideologie nicht nur toleriert, sondern sogar unterstützt und finanziert, selbst dort, wo massive Verfassungsbrüche begangen werden. Kindergärten und Krankenhäuser zum Beispiel, die zu hundert Prozent von Steuergeldern finanziert werden, dürfen Angestellte entlassen, wenn sie homosexuell sind, in „wilder Ehe“ leben oder der christlichen Kirche den Rücken kehren! Die Allgemeinheit zählt somit die ganze Zeche, aber die Kirche legt die Ideologie fest, selbst wenn sie verfassungswidrig ist. Der Staat treibt zudem Kirchensteuer ein und macht sich so zum Handlanger für religiöse Betriebe wie der Katholischen Kirche, die einige Berufe nur für Männer ausschreibt (zum Beispiel Priester).

Nicht das man mich falsch versteht. Die Katholische Kirche darf glauben, woran sie will. Sie kann meinetwegen behaupten, Homosexualität sei eine Sünde und manch ein gestriger Katholik soll ruhig auch in seinen Messen für Muslime und Juden beten, weil sie angeblich den falschen Glauben haben. Kirchen haben das Recht, ihren Glauben so zu leben, wie sie es für richtig halten, aber wenn sie sich dabei nicht an die Verfassung halten, dürfen sie für ihre Religionsausübung keinen Cent Steuergeld bekommen!

Solange die staatliche Trennung zwischen christlichen Kirchen und Staat nicht konsequent durchgeführt wird, darf es uns nicht wundern, wenn irgendwann auch der deutsche Staat die Einhaltung der Sharia subventioniert.

Die christlichen Kirchen rechtfertigen ihren Sonderstatus in Deutschland übrigens mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803, bei dem viele christliche Kirchen enteignet wurden. Sie argumentieren, der deutsche Staat habe eine Pflicht zur Wiedergutmachung für die Taten von 1803.

„Ich aber sage Euch“, wenn ich in diesem Fall mal Jesus zitieren darf, wenn die Wiedergutmachung für den Reichdeputationshauptschluss vor über zweihundert Jahre nur in Form einer bereits über sechzig Jahren währenden Tolerierung und Unterstützung von permanenten Verfassungsbrüchen geschehen kann, dann ist Deutschland mit dem Holocaust wahrlich günstig weggekommen. Das Jammern mancher Christen wegen des Reichspeputationshauptschluss‘ ist mindestens genauso albern wie das Jammern mancher Muslime wegen der Kreuzzüge. Vorbei ist vorbei! Deutschland hat jetzt eine demokratische Verfassung. Danke, liebe Alliierte.

Es wäre schön, wenn alle aufhören könnten, unsere Verfassung auszuhöhlen, nur weil irgendeine Gemeinschaft glaubt, sie wäre irgendwann vor Jahrhunderten mal zu kurz gekommen!

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Justin Bieber und Anne Frank

Justin Bieber hat am Freitag in Amsterdam das Anne Frank Haus besucht. Er blieb eine Stunde lang im Museum während seine Fans vor dem Gebäude warteten, um einen Blick auf ihn werfen zu können. Im Museum schrieb er folgendes ins Gästebuch:

„Echt inspirierend, hierher kommen zu können. Anne war ein tolles Mädchen. Hoffentlich wäre sie ein Bieber-Fan gewesen.“

„Truly inspiring to be able to come here. Anne was a great girl. Hopefully she would have been a belieber.“

Ja, das hat er ernsthaft geschrieben. „Hoffentlich wäre sie ein Bieber-Fan gewesen“, denn wenn nicht, dann hätte sie aber einen wirklich guten Grund gehabt, sich zu verstecken!

Der Gästebucheintrag wurde am Samstag von der Facebook-Seite des Anne Frank Haus online gestellt. Viele Facebook-Nutzer kritisierten daraufhin Biebers Worte als respektlos. Die Rheinische Post titelt daher: „Justin Bieber hat Ärger wegen Anne Frank“. Da wird sich Anne Frank aber jetzt ganz warm anziehen müssen. Wenn die Fans von Justin Bieber herausfinden, dass ihr Star Probleme hat wegen dieser Anne Frank, dann werden sie bestimmt einen Shitstorm über das Mädchen einbrechen lassen.

In keinem Interview mit Tapfer im Nirgendwo gestand Justin Bieber:

„Was mich am meisten wundert, ist die Tatsache, wie dumm die Nazis gewesen sein müssen. Sie haben so lange gebraucht, Anne Frank zu finden, dabei ist sie hier in Amsterdam überall ausgeschildert. Ihr Name steht sogar ganz groß auf dem Haus drauf. Also die Nazis müssen echt total blöde gewesen sein.“

Vermutlich wird Justin Bieber in den nächsten Wochen auch das Vernichtungslager in Auschwitz besuchen und dabei von der Existenz des „Mädchenorchesters von Auschwitz“ erfahren. Das Mädchenorchester von Auschwitz war ein Häftlingsorchester in Auschwitz-Birkenau und wurde auf Befehl der SS von der polnischen Musiklehrerin Zofia Czajkowska im Juni 1943 zusammengestellt. Die Mitglieder waren weibliche Häftlinge, die durch die Aufnahme ins Orchester vor der Vernichtung bewahrt wurden. Justin Bieber weiß vermutlich schon, was er dort ins Gästebuch schreiben wird:

„Hoffentlich hätten sie meine Lieder gespielt.“

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Köln liebt Baustellen

Die Kölner lieben Baustellen. Sie hegen und pflegen sie.

Der Kölner Dom zum Beispiel war sechshundert Jahre eine Baustelle. Bevor er vollendet wurde, war ein Baukran, der auf einem der beiden unvollendeten Türme des Doms stand, das Wahrzeichen Kölns. Als der Kölner Dom im 19. Jahrhundert vollendet wurde, gab es Kölner, die sich für den Erhalt des Baukrans und gegen eine Vollendung aussprachen.

Die Mutter von Kaiser Nero war Kölnerin. Es ist nicht überraschend, dass Nero in Rom für eine der größten Baustellen der Antike gesorgt hat.

Die Kölner Liebe zu Baustellen ist so bekannt, dass man mittlerweile dazu übergegangen ist, Baustellen in den Stadtfarben Kölns zu markieren: Rot/weiß. Wenn irgendwo eine Baustelle entsteht, wird sofort rot-weißes Flatterband drumherum gezogen. Auch der 1. FC Köln führt rot und weiß als Vereinsfarben, denn wie Köln ist auch dieser Verein eine ständige Baustelle.

Kölner Baustellen sind nachhaltig. Sie sorgen für weitere Baustellen. Die Kölner Verkehrs-Betriebe zum Beispiel sorgen mit der neuen Linie 5 seit Jahren für neue Baustellen. In der Nacht des 29. September 2004 neigte sich der Turm der Kirche St. Johann Baptist, nachdem am Vortag ein Versorgungsschacht unter der Kirche vorgetrieben worden war. Im November 2004 wurden in der Kirche St. Maria im Kapitol Schäden an einem romanischen Rundbogen und der Gewölbedecke festgestellt. Der Rathausturm des Historischen Rathauses senkte sich im August 2007 um sieben Millimeter. Der Turmkeller, in dem Risse auftraten, wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Im Sommer 2007 beschädigte ein Baggerfahrer am Kurt-Hackenberg-Platz eine 30 cm große Gasleitung. Im Umkreis von 1 km musste bis zur Behebung des Lecks der Strom abgeschaltet werden. Am 3. März 2009 brach für drei bis fünf Minuten Erdreich in die Baugrube des Gleiswechsels am Waidmarkt ein. In den entstehenden Krater stürzte um 13:58 Uhr das Historische Stadtarchiv. Im Januar 2013 wurde schließlich bekannt, dass es durch den U-Bahnbetrieb im neueröffneten Teilstück zu Vibrationen und Erschütterungen im Kölner Dom kommt. Es seien in der Kathedrale „Vibrationen und minimale Schallübertragung“ feststellbar.

Mit etwas Glück und Nachhilfe der Kölner Verkehrs-Betriebe bekommen die Kölner ihre sechshundertjährige Baustelle wieder zurück und der Kölner Dom stürzt ein.

Seit einigen Jahren gibt es auch vor dem Kölner Rathaus eine Baustelle. Dort, wo sich mehrere Jahrhunderte das Judenviertel befand, bevor es nachhaltig von Kölner Hand zerstört wurde, wird nun ein Museum gebaut. Endlich.

Das Museum wird die zweitausend Jahre alte Geschichte der Stadt präsentieren. Wichtigster Teil des Museums wird die Ausgrabungen des Jüdischen Viertels sein, das bis zur Vertreibung der Juden im Jahr 1424 im Herzen Kölns stand.

Es hatte lange gedauert, bis der Bau des Museums endlich beginnen konnte. Ein sogenanntes „Bürgerbegehren zur Erhaltung des Rathausplatzes der Stadt Köln“von vollkommen geschichtsvergessenen Kölnerinnen und Kölner hatte zuvor Jahre lang gegen das Museum agitiert. Ihre Hauptforderung las sich wie folgt:

„Der Rat der Stadt Köln hat beschlossen, über den Ausgrabungen auf dem Rathausplatz einen musealen Großbau zu errichten. Dieser wird mindestens 2/3 der bestehenden Fläche verschließen. Durch die geplante Bauhöhe von 15 Metern entsteht ein massives Gebäude. Der ursprüngliche Charakter des Rathausplatzes geht dadurch unwiederbringlich verloren. Der geplante Gebäudekomplex rückt unmittelbar an die Renaissancelaube heran, sodass “Ecke Unter Goldschmied / Portalsgasse” stehend, die Sicht auf das gesamte historische Rathaus verdeckt wird.“

Das Bürgerbegehren war eine einzige Fehlaussage, ruhend auf der falschen Annahme, der Ort der Ausgrabung sei der Rathausplatz! Das war der Platz jedoch nicht. Der Rathausplatz in Köln befindet sich seit der Existenz des Rathauses, das übrigens ins damalige jüdische Viertel gebaut wurde, direkt vor der Rathauslaube und dem Bürgerturm.

Mittelalterliche Urkunden belegen, dass das „domus in quam cives conveniunt“, also das Haus, in dem die Bürger zusammen kommen, im „domus inter judeos sita“ gelegen ist, also im Judenviertel. Der vermeintliche Rathausplatz war somit nie ein Platz, sondern einer der ersten Orte Kölns, die bebaut wurden. Erst der Zweite Weltkrieg machte daraus einen Platz und legte das Jüdische Viertel frei, aus dem die Juden im Jahr 1424 vertrieben worden waren.

Nicht wenige Kölnerinnen und Kölner, die in der Zeit des Nationalsozialismus vom Rassenwahn befallen waren, werden gestaunt haben, als sie durch die Aufdeckung der Bomben erkennen mussten, dass das Herz Kölns einst jüdisch war. Das Judentum ist nicht nur ein Teil der Geschichte Kölns, sondern ein elementarer Pfeiler der Stadt. Jüdisches Leben fand in Köln Jahrhunderte lang mitten im Quartier statt. Das Judentum ist die älteste noch immer praktizierte Kultur in Köln.

Im Juli 2008 sprach sich der damalige Chefredakteur des Kölner Stadt-Anzeigers Franz Sommerfeld gegen ein mögliches jüdisches Museum in Köln aus und stellte auf prominenter Seite seiner Zeitung fest:

„Jeder Versuch, städteplanerische Entscheidungen durch Hinweis auf die deutsche Schuld gegen Kritik zu immunisieren, spielt denen in die Hände, die die Vernichtung der Juden relativieren und auf antisemitische Reflexe spekulieren.“

Einige Jahr später feuerte der damalige Oberbürgermeister der Stadt Köln, Jürgen Roters (SPD), den Leiter des Projekts Archäologische Zone/Jüdisches Museum, Dr. Sven Schütte. Schütte war vielen Politkern in Köln schon lange ein Dorn im Auge. Bereits mehrfach hatte die Stadt versucht, Schütte loszuwerden, doch er klagte immer wieder erfolgreich vor dem Arbeitsgericht. Die Stadt musste ihn immer wieder als Archäologen beschäftigen. In einem Interview mit der israelischen Zeitung Haaretz sagte Schütte, es gäbe in Köln „latenten Antisemitismus“, wie er „in Deutschland immer noch üblich“ sei. Daraufhin erklärten führende Ratspolitiker: „Jetzt ist endgültig Schluss“, und: „Schütte muss weg, schon um nicht noch mehr Schaden anrichten zu können.“

Am Ende leitete Oberbürgermeister Roters sogar ein Disziplinarverfahren gegen Schütte ein. Wenn etwas in Köln groß geschrieben wird, dann Disziplin und die beste Disziplin der Kölner ist das Hegen und Pflegen von Baustellen.

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Was geschwiegen werden muss

Ein Gedicht von Ganter Grüss.

Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
nordkoreanische Volk zum Verhängnis werden könnte,
weil in dessen Machtbereich
eine Atombombe steht.

Doch warum untersage ich mir,
zu jenem Land ein Gedicht zu schreiben,
in dem seit Jahrenzehnten – vollkommen isoliert –
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt „Uninteressant“ ist geläufig.

Warum also schweige ich bislang?

Ja, scheiße noch eins,
was fragst Du denn so blöd?
Weil keine Juden im Spiel sind!
Mir geht doch der Frieden
am Arsch vorbei!
Ich will Juden kritisieren
und zwar mit letzter Tinte.
Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden!
So sieht das nämlich aus.

Nordkorea, leck mich Arsch.
Syrien, geh mir weg.
Das Leid der Palästinenser ist mir schnuppe!
Ich spuck Israel in die Suppe!

Jawohl, ein Reim!
Ist ja ein Gedicht.

Und weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte,
sage ich es frei heraus.

Zugegeben: Wer will, dass ich ihn kritisiere, muss erst Jude werden!

Ich schweige weiter,
weil ich Deutscher und
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele dem Schweigen anschließen.

Nur so ist allen, den Nord- und Südkoreanern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.

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Peer Steinbrück für Geschlechtertrennung

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich bei einer Veranstaltung in Berlin für getrennten Sportunterricht von Mädchen und Jungen ausgesprochen. „Wenn die Schulen es einrichten können“, so Peer Steinbrück, „sollten sie da Rücksicht auf die religiösen Gefühle nehmen und getrennten Sportunterricht anbieten.“ Steinbrück antworte mit diesen Worten auf die Frage eines Schülers, der von einem muslimischen Vater erzählte, der sich gegen gemeinsamen Sportunterricht seiner Tochter mit Jungen gewehrt hatte. Steinbrück räumte allerdings auch ein, dass dies „ein schwieriges Thema“ sei, zu dem alle „eine andere Meinung“ hätten.

Was ist bloß bei unseren Freundinnen und Freunden links von der Mitte los, dass da immer wieder mit Geschlechtertrennung geliebäugelt wird? Die letzte Person aus der Spitzenpolitik, die sich für Geschlechtertrennung erwärmen konnte, war NRW-Ministerin Sylvia Löhrmann von den Grünen. Sie ermunterte dazu, Mädchen und Jungen teilweise getrennt zu unterrichten, da dies in Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik sinnvoll sein könne. “Lehrkräfte müssen darauf vorbereitet werden, dass Mädchen einen anderen Zugang brauchen, um anzubeißen”, sagt Sylvia Löhrmann. “Mädchen brauchen eher einen Anwendungsbezug, während viele Jungen Technik an sich fasziniert.” In Chemie etwa wollten Mädchen vor allem wissen: Wofür brauche ich das? “Wenn sie dann wissen, dass das zum Beispiel für Kosmetik interessant ist, haben sie einen eigenen Zugang.” Bei allem Respekt für Sylvia Löhrmann, aber mit dieser Aussage ist sie nur noch einen Autobahnstreifen entfernt von all den sexistischen Unsäglichkeiten, die Eva Herman von sich gegeben hat. Wäre Angela Merkel damals in eine Schule gegangen, wie sie Sylvia Lörhmann vorschwebt, so wäre sie heute vermutlich keine Bundeskanzlerin sondern würde Kosmetik-Artikel für die Brigitte schreiben.

Hedwig Dohm hat einmal gesagt “Menschenrechte haben kein Geschlecht!” Sylvia Löhrmann möchte ich entgegenrufen: Wissen Sie, was noch alles kein Geschlecht hat? Das Periodensystem der Elemente, das Ohmsche Gesetz, die binomischen Formeln, Kosmetik, Fußball und Jamben! Wenn es ein wissenschaftliches Interesse an Kosmetik gibt, so haben Jungen und Mädchen ein Anspruch darauf, dies in gemeinsamer Anstrengung in der Schule zu erlernen.

Von getrennter Arbeit in gleichgeschlechtlichen Lerngruppen sollen aber angeblich auch Jungen profitieren, zum Beispiel in der Leseförderung. Sylvia Löhrmann argumentiert: “Da muss man eher zum Sachbuch oder zu den “Wilden Kerlen” greifen statt zu “Hanni und Nanni”, damit Jungen Spaß am Lesen bekommen.” Sachbücher sind also eher Männersache. Interessant, meine Dame, interessant! So ein Satz muss doch wohl hoffentlich nicht erst von Eva Herman kommen, bevor berechtigte Kritik erklingt. Auch eine grüne Ministerin kann im Sexismus stecken und was Löhrmann hier raushaut, ist sexitischer als alles, was die bundesdeutsche Ministerin Kristina Schröder jemals von sich gegeben hat. Während Sylvia Löhrmann eine starke Verfechterin des Gesamtschulsystems ist, weil sie davon überzeugt ist, dass dieses System Vorurteile abbaut und Gemeinschaft fördert, möchte sie die Geschlechter trennen. Statt Gymnasium und Realschule also Mädchen und Jungenklassen. Wenn ich Löhrmann höre, kann ich sehr gut verstehen, was Kristina Schröder meint, wenn sie schreibt: “Danke, emanzipiert sind wir selber!”

Jetzt spricht sich also auch Peer Steinbrück für eine Geschlechtertrennung im Unterricht aus. Vielleicht träumt Herr Steinbrück ja sogar insgeheim von einer Geschlechtertrennung bei der nächsten Wahl, denn nur so scheint er noch eine Chance zu haben. Er selbst hat erst von ein paar Monaten behauptet, Angela Merkel werde wegen ihres Geschlechts bevorzugt. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte Steinbrück: „Angela Merkel ist beliebt, weil sie einen Frauenbonus hat.“ Ja, „Frauenbonus“ war das Wort der Wahl von Wir-haben-Null-Prozent-Frauen-in-der-Troika-Peer. Es war übrigens das selbe Interview, in dem er sagte, die Kanzlerin verdiene nicht genug.

In Diskussionen rund um die Frage der Geschlechtertrennung im Unterricht kommt immer wieder der Einwand, dass es tatsächlich so sei, dass Männer und Frauen bei bestimmten kognitiven Tests unterschiedlich abgeschnitten und jeweils spezifische Stärken hätten. Das kann sehr wohl sein, aber ich möchte daran erinnern, dass es auch in den dunklen Zeiten des Rassismus Tests gab, die nachgewiesen haben wollen, dass es Unterschiede und spezifische Stärken gibt. Mit diesen Ergebnissen wurden dann die Apartheid und die Jim Crow Laws gerechtfertigt. Zudem wurde behauptet, wenn “Rassen” in der Schule getrennt werden, “Schwarze” besser werden, weil sie nicht von Rassisten gestört werden und “Weiße” besser werden, weil sie unter sich bleiben und nicht durch den eigenen Rassismus abgelenkt werden. Dennoch fordert niemand mit Vernunft und Anstand die Apartheid! Aber da geht es ja auch um Rassismus. Beim Sexismus drücken wir gerne ein Auge zu.

Sexismus durch Geschlechtertrennung an der Schule bekämpfen zu wollen, ist so sinnvoll wie Rassismus durch Rassentrennung an der Schule bekämpfen zu wollen. Außerdem braucht dieses Land keine politischen Mamas und Papas vom Schlage Löhrmann und Steinbrück, die sich sorgen und kümmern und selbst zur Geschlechtertrennung greifen, um ihr Verständnis von Toleranz und Gleichberechtigung zu realisieren. Manchmal reicht es schon, eine Frau wie Angela Merkel zu sein, die allein durch ihr Sein zeigt, dass Frauen alles können, auch Bundeskanzler!

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Höpker und Buurmann … machen sich strafbar!

Heute, Karfreitag, hatten Gudrun Höpker und ich den ersten Durchlauf im Theater für unser neues Stück “Höpker und Buurmann … haben Krach”. Es ging natürlich nicht ohne Quatsch. Wir kommen alle in den Knast!

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“Höpker und Buurmann … haben Krach”
Eine turbulente Reise ins Innerste der Ehe mit Gudrun Höpker (WDR 2) und Gerd Buurmann (Kunst gegen Bares).

Premiere: Samstag, 13. April 2013 um 20 Uhr.
Weitere Termine: 16. / 17. und 25. April 2013 um 20 Uhr

Ort: Theater in der Wohngemeinschaft, Richard-Wagner-Str. 39, Köln.

Eintritt: Zehn Euro.

Lady Macbeth hat Krach mit ihrem Mann, weil er sich seiner eigenen Karriere nicht stellen will; Trude und Walter streiten sich über die richtige Art und Weise, einen Witz zu erzählen; Medea tötet das gemeinsame Kind und Inge Meysel hat zu alledem auch noch was zu sagen. Gudrun Höpker und Gerd Buurmann spielen die bekanntesten, dramatischsten und lustigsten Ehekrachs der Literaturgeschichte von Shakespeare bis Tucholsky. Eine Reise ins Innerste der Ehe.

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Zurück ins Mittelalter

Nicht selten, wenn von Salafisten die Rede ist, wird das Bild vom Mittelalter bemüht. Das ist eine Diffamierung des Mittelalters. Die Salafisten sind nicht Mittelalter!

Im Mittelalter gab es Frauen wie Hildegard von Bingen, die über die Kunst des Bierbrauens schrieb, herrliche Musikwerke komponierte und vor allem eines der ersten schriftlichen Zeugnisse über die Freuden des weiblichen Orgasmus verfasste. Im Mittelalter verfasste Mechthild von Magdeburg Minnelieder über die Liebe zu Gott und Roswitha von Gandersheim schrieb die ersten Theaterstücke auf deutschem Boden. Ihre Stücke spielen unter anderem in Bordellen. Wo gibt es solche Frauen bei den Salafisten?

Das Einzige, was diese Frauen mit den Frauen der Salafisten gemein haben, ist, dass auch sie verschleiert durch die Welt liefen. Aber das war es dann auch mit der Gemeinsamkeit.

Im späten Mittelalter gab es auch nichtverschleierte erfolgreiche Frauen wie die Schriftstellerin Christine de Pizan, die als eine der ersten Autorinnen von ihren Werken leben konnte. Ihr heute bekanntestes Werk ist „Le Livre de la Cité des Dames“ (1405). In dem Buch berichtet eine Erzählerin wie ihr in ihrer Wut und Verzweiflung über den allerorts vorhandenen Hass auf Frauen drei vornehme Damen erscheinen, die ihr Mut machen und den Bau einer Stadt der Frauen verkünden, die eine Zuflucht bieten solle vor den Verleumdern und Hassern des weiblichen Geschlechts. Wo gibt es eine solche Frau bei den Salafisten?

Im Mittelalter wurde das Christentum durch den Islam beflügelt. Es gab kaum einen Bereich in der Wissenschaft, Medizin, Kunst und Philosophie, in dem der Islam nicht etwas zu lehren hatte. Der Islam hat im Mittelalter mit seinem Wissen die Entwicklung in Europa vorangetrieben. Das macht der Islam heute nicht mehr!

Also, liebe Salafisten, Ihr seid nicht Mittelalter! Im Gegenteil: Kommt zurück ins Mittelalter! Es wäre für Euch ein klarer Fortschritt!

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D wie Deutschland

Ich komme aus Deutschland!

D wie Dora
E wie Emil
U wie Ulrich
T wie Theodor
S wie Siegfried
C wie Cäsar
H wie Heinrich
L wie Ludwig
A wie Anton
N wie Nordpol
D wie Dora

In Deutschland haben einst die Nazis gewütet. Das erkennt man daran, wie ich heute buchstabiere. Vor den Nazis wurde in Deutschland nämlich so buchstabiert:

D wie David
E wie Emil
U wie Ulrich
T wie Theodor
S wie Samuel
C wie Cäsar
H wie Heinrich
L wie Ludwig
A wie Albert
N wie Nathan
D wie David

Die Nazis haben vor allem die hebräischen Namen aus der Buchstabiertabelle getilgt. Neben D wie David, S wie Samuel und N wie Nathan verschwand auch Z wie Zacharias.

Heute gilt in Deutschland die Buchstabiertabelle nach DIN 5009. Sie sieht wie folgt aus:

A wie Anton
Ä wie Ärger
B wie Berta
C wie Cäsar
D wie Dora
E wie Emil
F wie Friedrich
G wie Gustav
H wie Heinrich
I wie Ida
J wie Julius
K wie Kaufmann
L wie Ludwig
M wie Martha
N wie Nordpol
O wie Otto
Ö wie Ökonom
P wie Paula
Q wie Quelle
R wie Richard
S wie Samuel
T wie Theodor
U wie Ulrich
Ü wie Übermut
V wie Viktor
W wie Wilhelm
X wie Xanthippe
Y wie Ypsilon
Z wie Zacharias

Einige Änderungen der Nazis sind somit verschwunden, aber manche wurden übernommen.

Sollten D wie David, N wie Nathan und K wie Katharina nicht wieder eingeführt werden? Alle drei Namen fielen den Nazis zum Opfer.

Wenn es aber unbedingt ein paar Änderungen geben muss, die uns die Nazis eingebrockt haben, damit wir die Nazizeit nicht komplett verdrängen, so schlage ich vor, dass wir Ä wie Ärger lassen, denn vor den Nazis hieß es Ä wie Änderung und Ü wie Übermut wieder in Ü wie Übel ändern. Ü wie Übel kommt nämlich von den Nazis.

Übel und Ärger, das haben uns die Nazis gebracht. David, Jacob und Katharina aber sollten in die Buchstabiertabelle zurückgeholt werden. Samuel und Zacharias sind schließlich auch schon wieder da, wenn sich auch noch nicht alle daran gewöhnt haben. Und Albert und Marie vermisse ich auch. Sorry, Anton und Martha.

S wie Samuel
O wie Otto
R wie Richard
R wie Richard
Y wie Ypsilon

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Der legale Weg, Auschwitz zu leugnen

Es gibt einen ganz einfachen und vor allem legalen Weg, Auschwitz zu leugnen. Auf der Facebook-Seite des CDU-Politikers und damaligen Mitglieds des deutschen Bundestags: Ruprecht Polenz fand sich 2013 folgender Eintrag:

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Es gibt einige Geschmacklosigkeiten, die Israel von Seiten derer, die das Land hassen wie sonst kein anderes Land auf der Welt, vorgeworfen werden, aber dass es in Israel Gaskammern geben soll, in denen Palästinenser vergast werden, wurde bisher noch von keinem „Israelkritiker“ erhoben. Diese Lüge würde nun wirklich niemand mehr glauben, nicht einmal der größte Judenhasser.

Wer behauptet, Israel täte Palästinensern das gleiche Leid an wie die Nazis einst den Juden, sagt somit: Es gab keine Gaskammern in Deutschland! LEGAL!

Er sagt damit auch: Juden seien in Deutschland vollwertige Bürger des Landes gewesen, so wie die 20 Prozent arabische Bevölkerung in Israel vollwertige Bürger sind. Er behauptet weiterhin, Juden seien im Parlament der Nazis vertreten gewesen, wie heute Palästinenser in der Knesset vertreten sind. Er behauptet auch, Juden seien in den Gerichten der Nazis vertreten gewesen, wie heute Palästinenser in israelischen Gerichten Recht sprechen. Er sagt somit: Es gab keine Rassengesetze unter den Nazis! LEGAL!

Es ist somit recht einfach, den Holocaust in Deutschland legal zu leugnen. Deshalb tun es vermutlich auch so viele. Der legale Weg, Auschwitz zu leugnen ist dieser Satz:

„Was Israel mit den Palästinensern macht, ist nichts anderes als was die Nazis mit den Juden gemacht haben.“

***

Nachtrag: Ruprecht Polenz hat meinen Artikel kommentiert:

„Ich habe den zu Recht inkriminierten Kommentar sofort gelöscht, nachdem ich mit einer PN darauf aufmerksam gemacht worden bin. Hätte der Blogger dasselbe getan, statt genüsslich seinen Artikel zu schreiben, hätte ich den Kommentar schon eher löschen können. Auf meiner Pinnwand sind täglich zwischen 300 und 700 Kommentare Dritter zu lesen. (Der in Rede stehende Kommentar gehörte zu einem thread mit über 120 Kommentaren.) Ich selbst komme oft nur mit erheblicher Verzögerung dazu, sie zu lesen. Zur Zeit bin ich zB auf einer Konferenz in Krakau und habe nur in den Pausen Gelegenheit dazu.“

Schon traurig, dass Ruprecht Polenz unter seinen Tausenden von Followern keinen einzigen Fan hat, dem dieser ungeheure Kommentar vor mir unangenehm aufgefallen ist. Kann es sein, dass sich eine erschreckende Mehrheit einfach mit dieser Form der Holocaustleugnung abgefunden hat?

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Die Angst vor Frauen

„I want to live darkly and richly in my femaleness.“

Mit dieser Aussage von Anaïs Nin beginnt eine Frau namens Aurelie die Beschreibung ihres Blogs Freidimensional und fügt hinzu:

„Ich mag Stärke und Härte. Und Menschen, die den Unterschied kennen.“

Bei der Blogautorin handelt es sich um eine Frau, die nicht nur ganz genau weiß, wo sie sexuell steht und was sie will, sondern um eine emanzipierte, sexuell selbstständige und offensive Frau. Dies wurde ihr nun zum Verhängnis.

Immer wenn Frauen es wagen, in Männerdomänen vorzudringen, gibt es nicht wenige Männer, die mit diesem Vorstoß der Emanzipation ein Problem haben. Nicht selten kommt es in typischen Männerberufen wie beim Militär zu Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen, sobald Frauen wagen, in diese Bereiche vorzudringen. Die Erniedrigung der Frau ist schließlich immer noch die effektivste Waffe in der Männerwelt.

Aurelie wagte es, in die Welt der Blogger vorzudringen und dann auch noch mit sexuellen und expliziten Inhalten, die eines unmissverständlich klar machen: Ich weiß, was ich will und ich lasse mich nicht zum Objekt machen. Ich entscheide was ich bin!

Dieses Selbstbewusstsein rief die Maskulisten und Frauenfeinde auf den Plan, die es im Internet zuhauf gibt. Auf einmal erlebte Aurelie die Erniedrigung ihrer Person. In diversen Foren wurde gegen sie gehetzt und selbst auf ihrem eigenen Blog wurde sie in der Kommentarfunktion massiv angegriffen. Das Ausmaß reichte von übelsten Beleidigungen bis hin zu konkreten Beschreibungen einer Vergewaltigung und Ermordung ihrer Person. Bilder von real aufgeschlitzten Frauen, deren Eingeweide mit Glasscherben entfernt wurden, waren auch dabei. Aurelie tat, was in so einem Moment geboten erscheint: Sie ging zur Polizei ohne zu wissen, dass bald auch die Polizei gegen sie ermitteln würde.

Alles begann damit, dass der Polizist, der ihre Anzeige aufnahm, sie anfangs nicht richtig ernst nahm, ganz so als sei Sexismus bis hin zur Drohung der Vergewaltigung ein Herrenwitz. Es folgte ein vollkommen inkompetenter Sachbearbeiter, der weder wusste was ein Blog ist und Aurelie sogar darum bat, ihm Twitter zu erklären. Solche Herren arbeiten also bei der Polizei als Sacharbeiter für sexuelle Nötigung und Drohung im Internet. Für Aurelie war klar, dass von dieser Polizei keine Hilfe zu erwarten war.

„Ich hakte die Angelegenheit ab und konzentrierte mich auf andere Dinge.“

Am 20. März 2013 rief die Kriminalpolizei erneut bei ihr an und fragte, ob sie vorbei kommen könne, denn die Polizei bräuchte noch ein paar Angaben von ihr. Hoffnungsvoll machte sie sich auf den Weg. Was sie aber bei der Polizei erwartete, erschütterte sie. Im Besprechungszimmer erklärte ihr eine Polizistin:

„Frau R., wir müssen über Ihren Blog reden. Die zuständige Ermittlerin der Internetkriminalistik hat Anzeige gegen Sie erstattet wegen Verbreitung von Pornographie über das Internet.“

Die Polizistin zeigte ihr ein Bild, das Aurelie einem Artikel beigefügt hatte, in dem sie über den sexuellen Lustgewinn durch Fesselung und dem Spiel mit Herrschaft, Dominanz, Unterwerfung und Unterordnung schrieb. Auf einmal war sie die Täterin! Sie, die nichts weiter getan hatte, als zu sich und ihrer Sexualität zu stehen, sie, die daraufhin Opfer brutaler Drohungen und Beleidigungen wurde, sie saß nun als Täterin bei der Polizei. Sollte sie verurteilt werden, gilt sie als vorbestraft und kann einen Großteil ihrer angestrebten beruflichen Positionen vergessen. Die Polizistin sagte:

„Es sieht folgendermaßen aus: Sie können sich zu der Sache äußern oder zunächst keine Angaben machen. Die Möglichkeit, einen Anwalt einzuschalten, haben Sie später noch. Da nun ein Strafprozess gegen Sie beginnt, muss ich Sie erkennungsdienstlich erfassen. Dazu müssten wir in einen anderen Raum gehen und Ihre Fingerabdrücke nehmen und Sie fotografieren.“

Daraufhin wurde sie in einen Raum gebracht, in dem sie von zwei Beamtinnen und einem Beamten untersucht wurde. Als die ganze Prozedur zu Ende war, durfte sie gehen. Draußen rief sie als erstes die Internetkriminalistik an und erkundigte sich nach dem Stand der Ermittlungen ihrer Anzeige. Ihr wurde mitgeteilt, dass alle erforderlichen Ermittlungen ohne Ergebnis waren und man daher nichts mehr für sie tun können. Daraufhin sagte Aurelie:

„Sie wissen, dass ich gerade bei der Kripo war, weil Sie mich angezeigt haben?“

Die Antwort: „Ja. Das war meine Pflicht.“

Das Opfer zur Täterin machen, das ist also die Pflicht der Ermittlungsbehörden. Mir bleibt da nur, Aurelie selbst zu zitieren:

„Was unternehmen Sie eigentlich gegen youporn oder tubegalore oder die ganzen anderen Porno-Websites, die jedes Kind in Deutschland ohne Beschränkung anschauen kann? Die Websites, die täglich hunderttausende Zugriffe haben? Nicht wie mein Blog, der vielleicht ein paar Hundert Leser hat.“

Es ist wirklich ein Skandal, was sich da gerade in einer deutschen Amtsstube abspielt und ich kann nur hoffen, dass es sich hierbei um eine Farce handelt, sie schnell ein gutes Ende für Aurelie findet. Ich bitte daher alle Leserinnen und Leser meines Blogs, den Bericht von Aurelie zu verbreiten, um ihr somit das Gefühl von Solidarität und Unterstützung zu geben. Den Artikel findet Sie hier:

„Sex und das Internet“

Die deutsche Polizei geht zwar nicht gegen die Masse der frauenfeindlichen Pornografie vor, die nicht selten Männer dazu motiviert, Frauen wie Dreck zu behandeln, aber gegen eine Frau, die es wagt, über ihr eigenes Sexualleben zu entscheiden und zu berichten, die sich weigert, sich wie Dreck behandeln zu lassen, gehen sie mit allen Mitteln vor. Es ist die Angst vor selbstbewussten Frauen. Die Frau hat für viele eben immer noch ein Objekt des Mannes zu sein!

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