„Nach Mekka kacken geht gar nicht!“

Das Kölner Kulturzentrum Alte Feuerwache baut aus Rücksicht auf muslimische Besucher eine „kultursensible“ Hocktoilette. Der Vorstand des Kulturzentrums hat sich massiv dafür eingesetzt.

Die neue Toilette verfügt statt eines Sitzes lediglich über ein kleines Loch in einer Keramikwanne mit zwei Fußsockeln. Zudem gibt es einen Wasserschlauch, damit sich der Besucher ohne Toilettenpapier mit Wasser reinigen kann. Vorstandsmitglied Konrad Müller erklärt:

„Eine solche Toilette entspricht eher dem, was in islamisch geprägten Ländern üblich ist und wir möchten den Menschen aus diesen Ländern damit das Gefühl geben, dass sie hier zu Hause sind.“

Beim Einbau der Toilette wird streng darauf geachtet, dass die Anlage nicht in Ost-West-Richtung orientiert ist. Konrad Müller erklärt:

„Nach Mekka kacken geht gar nicht!“

Was ist das bloß für ein Kulturzentrum, das so kultursensibel ist?

Am 27. Februar 2016 fand in der Alten Feuerwache eine „Feier zum 47. Jubiläum der DFLP“ statt. Was die DFLP ist, erklärte das kultursensible Bürgerzentrum ein Tag vor der Party auf seiner Facebook-Seite so:

„Die DFLP ist eine linke Partei“, erklärt die Alte Feuerwache fügt hinzu: „Sie wird nicht als Terrorgruppe betrachtet, sondern als eine Befreiungsorganisation.“

So kultursensibel beschrieb die Alte Feuerwache die DFLP. Wer DFLP jedoch googelt, findet diesen aufschlussreichen Imagefilm:

Die sogenannte „Befreiungsorganisation“ DFLP (جبهة ديمقراطية لتحرير فلسطين) hat in ihrer Geschichte mehrere tödliche Bombenanschläge verübt. Am 1. September 1970 verübte die DFLP ein Attentat auf König Hussein von Jordanien. Er entkam jedoch dem Anschlag im Gegensatz zu über zwanzig Kindern vier Jahre später. Bei einer Geiselnahme in einer Schule in der nordisraelischen Stadt Ma’alot im Jahr 1974 wurden 21 Schulkinder von Sprengfallen der DFLP getötet und mehr als sechzig weitere Schüler verletzt. Das kultursensible Bürgerzentrum aber erklärte:

„Die DFLP steht nicht auf der Liste der Terrorgruppen.“

Die NPD auch nicht. Vielleicht darf daher auch sie bald im Bürgerzentrum Alte Feuerwache kultursensibel kacken. Der Gruß jedenfalls ist der Selbe, wie dieses Bild der DFLP aus Gaza beweist:img_3133

Die DFLP feierte im Bürgerzentrum Alte Feuerwache übrigens unter diesem Motto: „Solidarität mit der Intifada“.

Was Intifada bedeutet, erklärte der Kleriker Muhammed Salah “Abu Rajab” am 9. Oktober 2015 in der Al-Abrar Moschee in Rafah: „Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!”

Der Sprecher der Hamas, Mushir Al-Masri, erklärt am 9. Oktober 2015 vor einer jubelnden Menge:

“Die Jerusalem Intifada wurde ins Leben gerufen, und so Allah will, wird sie unumkehrbar sein. Das Messer ist unsere Wahl! Das Messer symbolisiert die Schlacht um die Westbank und um Jerusalem.”

Am 17. September 2015 erklärte Mahmud Abbas von der Fatah die Intifada so:

“Wir begrüßen jeden Tropfen Blut, der um Jerusalems Willen vergossen wurde. Dieses Blut ist rein, es ist pures Blut, vergossen für Allah und für seinen Willen. Jeder Märtyrer wird einen Platz im Paradies finden und jeder Verwundete von Allah belohnt werden.”

Die Intifada ruft „Stecht die Juden ab“ und das Bürgerzentrum Alte Feuerwache in Köln feierte das mal richtig kultursensibel ab, zeigte Solidarität und erklärte auf ihrer Facebook-Seite am 26. Februar 2016:

„Die Palästinensische Gemeinde hat eine über viele Jahre andauernde gute Beziehung zur Alten Feuerwache; regelmäßig werden Räume für verschiedene – öffentliche wie interne – Anlässe genutzt. Sowohl die Organisation als auch die bisherigen Veranstaltungen gaben keinerlei Anlass zur Kritik.“

So kultursensibel kann die Alte Feuerwache sein, in der sich jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat die Gruppe „Arbeiterfotografie Köln“ trifft. Im April 2012 flogen Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann von der Arbeiterfotografie in das klerikal-faschistische Mullah-Regime Iran, um dort Mahmud Ahmanidedschad zu besuchen. In einem Reisebericht schrieben sie:

„Gibt es ein Land, in dem die 30 Stunden-Woche mit sechs Stunden an fünf Tagen eingeführt ist? Gibt es ein Land, in dem jeder Mensch, ob Mann oder Frau, ob Baby oder Greis, ein bedingungsloses Grundeinkommen erhält? Gibt es ein Land, in dem auch die Tätigkeit der Frau in der Familie als vollwertige Arbeit honoriert wird? Gibt es ein Land, in dem das Prinzip der Vergebung einen hohen Rang hat, in dem betroffene Angehörige eine Tat – selbst Mord – vergeben können, um damit die Haft- oder Todesstrafe in eine Geldstrafe umzuwandeln? Gibt es ein Land, in dem die höchstgestellten Politiker Atomwaffen verurteilen? Das Land heißt Islamische Republik Iran. Wir haben es mit einer Gruppe von kulturell und politisch Interessierten vom 19. bis 29. April bereist.“

Noch kultursensibler kann man den Iran nicht beschreiben!

Jahrelang trieb ein Judenhasser vor dem Kölner Dom mit einer Installation sein Unwesen. Bis 2015 zeigte er nahezu täglich vor dem Kölner Dom judenfeindliche Plakate. Der Chef des Kuratoriums der Stiftung Stadtgedächtnis, Ulrich Soénius, erklärte zu der Installation:

„Die angebliche Mahnwache bestand aus agitatorischen Vorwürfen gegen den Staat Israel, den er als einzigen Schuldigen für die Situation im Nahen Osten ausgemacht hatte und den er abgründig in seiner antisemitischen Haltung hasste.“

Im Dezember 2010 erklärte der damalige Oberbürgermeister Kölns Jürgen Roters:

„Die Dauerdemonstration vermittelt keine Botschaften des Friedens, sondern des Hasses.“

Im Jahr 2010 zeigte der Betreiber der Dauerdemonstration eine Karikatur, die einen Juden als Kinderfresser und Blutsäufer darstellte. Als ich die antisemitische Karikatur das erste Mal sah, erstatte ich sofort eine Anzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung nach §130 StGB. Die Kölner Staatsanwaltschaft entschied jedoch, die Karikatur sei nicht antisemitisch, da die dargestellte Person auf der Karikatur nicht als Jude erkennbar sei, da sie keine „Krummnase“ habe:

„Typisch für antijüdische Bilddarstellungen zu allen Zeiten ist die Verwendung von bestimmten anatomischen Stereotypen, die den Juden schlechthin charakterisieren sollen. Dabei werden insbesondere Gesichtsmerkmale überzeichnet, um den Juden als hässlich, unansehnlich und rassisch minderwertig erscheinen zu lassen (jüdische „Krummnase“, etc.) Einer solchen Bildsprache wird sich vorliegend nicht bedient.“

Nachdem die Kölner Staatsanwaltschaft erklärt hatte, dass nur eine Person mit Krummnase ein Jude sein könne, tat sich der Betreiber der Installation mit immer hasserfüllteren Aussagen hervor. Auf Plakaten behauptete er, das israelische Volk erpresse seit Jahrhunderten die Welt, womit er klar machte, dass er nicht das Volk des Staates Israel meinte, das es schließlich erst seit dem Jahr 1948 gibt, sondern Juden. Zudem verglich er auf Plakaten Israel mit Hitler und behauptete: „Wie früher die Deutschen mit den Juden – so heute die Israelis mit den Palästinensern.“ Im Jahr 2014 schließlich erklärte der Betreiber den Völkermord an Juden als legitimen Widerstand, indem er titelte: “HAMAS = Volks-Widerstand”. Mehrere Juden erstatteten daraufhin Anzeige. Eine Anzeige las sich wie folgt:

„Die Hamas fordert meinen Tod! Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas fordert den Tod aller Juden weltweit, also auch in Deutschland. Das ist der Grund, warum die Hamas in Deutschland als Terrororganisation eingestuft wird. Ich bin Jüdin! Die Hamas fordert meinen Tod. Vor dem Kölner Dom wird diese Forderung als legitimer Widerstand verharmlost. Ich erstatte daher Strafanzeige. So lange vor dem Kölner Dom der Aufruf zum Judenmord als Widerstand bezeichnet wird, werde ich in Köln als Jüdin beleidigt, bedroht und verfolgt.”

All diese Anzeigen wurden von der Kölner Staatsanwaltschaft abgelehnt! Der Betreiber konnte daher weiterhin all seine judenfeindlichen Plakate zeigen. Und jetzt raten Sie mal, wo der Betreiber diese Plakate all die Jahre lagern konnte. Richtig, in der kultursensiblen Alten Feuerwache. Aber nach Mekka kacken geht nicht!

Dem Betreiber der Demonstration wurde zwar Ende 2015 die Nutzung der Lagerstätte gekündigt, aber dass er mit seiner Installation vor dem Kölner Dom „antisemitische Klischees bedient“ hatte, habe nicht zur Kündigung geführt, erklärte der damalige Vorstandssprecher der Alten Feuerwache, Hans-Georg Lützenkirchen. Er stellte vielmehr fest, die Kündigung sei erfolgt, weil der Betreiber „dem Verein geschadet hat“.

Was hatte der Betreiber gemacht? Hatte er etwa nach Mekka gekackt? Nein! Er hatte Vereinsmitglieder und den Hausmeister des Bürgerzentrums öffentlich beleidigt und mit einer Papptafel gegen ihn demonstriert. Solange er das nur mit Juden tat, tolerierte es die Alte Feuerwache. Als aber die Mitglieder des Zentrums so behandelt wurden, endete die Toleranz abrupt.

Kultursensibilität hat eben doch Grenzen.

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