Eine erstaunlich sorglose Antwort

Im April 2018 wurde ein junger Mann in Berlin angegriffen, weil er eine Kippa trug. Im Juni 2018 wurden ein paar Jugendliche ebenfalls in Berlin angegriffen, weil sie jüdische Musik hörten. Im März 2018 wurde bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin der israelische Stand bedrängt. Im August 2017 wurde in Baden-Würtemberg auf ein jüdisches Geschäft geschossen. In den letzten Monaten wurden Schülerinnen und Schüler in Deutschland angegriffen, weil sie Juden sind.

Die letzten zwölf Monate haben gezeigt, dass der Judenhass in Deutschland und Europa quicklebendig ist. Ein Grund dafür ist die Naivität und Sorglosigkeit vieler Behörden im Umgang mit Judenhass. Vor genau zwölf Monaten, also zu einer Zeit, bevor all die oben erwähnten Taten begangen wurden, schrieb ich folgende Mail an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF):

„Ein gewisser Omed Y. aus Frankfurt am Main gibt auf seiner Facebookseite an, als Dolmetscher für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu arbeiten.

Auf seiner Facebookseite erklärt er ebenfalls, dass alle Muslime gegen israelische Zionisten kämpfen sollten.

Er erklärt ebenfalls, man solle Juden foltern, indem man ihnen schwere Steine an die Hoden bindet.

Er sagt auch, dass man Israelis wieder vergasen sollte.

Arbeitet dieser Mann tatsächlich als Dolmetscher bei Ihnen?“

Die Antwort des BAMFs lautete:

„Sehr geehrter Herr Buurmann,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich Ihnen als eine Sprecherin des Bundesamts Folgendes mitteilen kann:

Auf Grund der antisemitischen Äußerungen einer Person, die in ihrem Facebookprofil das Bundesamt als Arbeitgeber nennt, möchten wir klarstellen: Das Bundesamt distanziert sich ausdrücklich von jeder Form von Rassismus. Zum konkreten Fall: Dolmetscher sind beim Bundesamt nicht angestellt, sondern werden auf freiberuflicher Basis gebucht. Besagte Person wurde kurzzeitig gebucht und war für das Bundesamt letztmalig im Jahr 2016 tätig und hatte auch zuvor kaum Einsätze. Die Eintragung des Arbeitgebers im Facebookprofil obliegt jedem Nutzer selbst, der Arbeitgeber hat hierauf keinen Einfluss.

Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen weiter.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Edith A.“

Eine erstaunlich sorglose Antwort, wenn man bedenkt, was in den darauffolgenden Monaten alles passiert ist.

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8 Antworten zu Eine erstaunlich sorglose Antwort

  1. medforth schreibt:

    Germany: Jew attacked by Arab man in the city of Bonn — Police beat up Jewish victim
    After the shocking belt attack on a Jew in Berlin in April, there was another anti-Semitic attack in Germany on Wednesday, followed by embarrassing confusion on the part of the police: an Israeli university professor from the USA was first attacked by a young German with Palestinian roots before he was also overwhelmed and beaten by the summoned officials.The aggressor (20 y/o) was finally arrested after the attack on Wednesday and taken to a psychiatric clinic. At first, however, the police thought the professor was the perpetrator. When the US citizen did not respond to their acclamations and allegedly fought back, he was overwhelmed and fixed on the ground. The man was also beaten in the face.
    Read more:
    http://searchlight-germany.blogspot.com/2018/07/germany-jew-attacked-by-arab-man-in.html

  2. Die Antwort ist nicht sorglos, sondern voll und ganz in deutscher Tradition:
    1) Das BaMF „distanziert“ sich nur vom Rassismus, es verurteilt ihn nicht und ergreift – wie üblich – erst recht keine Konsequenzen. „Distanzierungen“ sind im Regelfall bloß folgenlose Lippenbekenntnisse zur Beschwichtigung und Täuschung der Öffentlichkeit.
    2) Schon die Nazis haben mit den Islam-Gläubigen gegen die Juden kollaboriert. Das „moderne“ Deutschland macht’s ähnlich: Es hätschelt die iranischen Mullahs, unterstützt nach Kräften den arabischen Kampf um „Befreiung Palästinas“, kriecht Erdogan hinten rein und macht unzählige zumeist judenfeindliche Muslime zu Neubürgern, von denen die meisten großzügig aus Steuergeldern alimentiert und selbst dann nicht nach Hause geschickt werden, wenn sie Straftaten begehen. Allahu akbar!

  3. Abraham schreibt:

    Das erinnert mich an die Szene des Filmes „Das Leben ist schön“ von Roberto Benini, als er als KZ-Insasse beim Nazi-Dinner bedienen muss, und seinen alten Bekannten den Arzt trifft, der fortan für die Selektion zuständig ist. Er erbittet Hilfe damit seine Familie aus dem Todeslager kommt und der Arzt ist abgekapselt in einer anderen Realität und möchte mit ihm Rätselrsten spielen….. Wenn Tragikomödien zur Realität werden, werden solche Briefe versendet.

  4. Margreet Krikowski schreibt:

    Oh Mann! Deutsche Beamte und ihre Teflonbeschichtung! Unnahbar. Empathielos. Auch Berliner Senatsmitglieder sind wohl so beschichtet: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/07/Anlaufstelle-Terroropfer-Interview-Behrendt.html

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