Der Meinungsschleier

Es gibt Menschen, die rechtfertigen die Verschleierung von Frauen, wie sie in manchen religiösen Kreisen Tradition ist, damit, die „Reize der Frau“ könnten Männer ablenken und zu unüberlegten Taten verführen. Ich frage mich bei dieser Erklärung jedoch, warum nicht eher Männern Handschellen angelegt werden?

Warum sollen Frauen ihr Verhalten ändern, nur weil manche Männer ihre Gefühle nicht unter Kontrolle haben?

Genauso ist es mit Meinungen.

Warum sollen Meinungen verschleiert werden, nur weil einige Leute ihre Gefühle nicht im Griff haben?

Wenn ein Mensch zensiert wird oder ihm aufgrund einer Aussage eine Plattform entzogen wird, gibt es immer welche, die behaupten, er habe mit seinen offenen Meinungen provoziert. Diese Argumentation erinnert an die Behauptung, eine Frau, die sexuell belästigt wurde, habe mit ihren offenen Reizen provoziert.

Ob Worte oder Reize, verantwortlich für eine Eskalation ist die Person, die die Reize oder die Worte eines anderen Menschen nicht ertragen kann, obwohl sie ihnen problemlos aus dem Weg gehen könnte und sie ihr nicht aufgezwungen werden.

Es gab da mal eine Dame, ich hab vergessen, wo sie lebte, vielleicht in Deiner Nachbarschaft, die rief die Polizei, weil sie sich vom Anblick eines nackten Mannes in der Wohnung gegenüber belästigt fühlte. Als die Polizei die Dame besuchte, um sich ein Bild von der Situation zu machen, konnten sie vom Fenster aus nicht in die Wohnung des Mannes blicken. „Doch,“ sagte die Frau, holte eine Leiter hervor und kletterte auf den Küchenschrank. Dort beugte sie sich nach vorne und hielt sich dabei kompliziert an der Gardinenstange fest. Dann drehte sie den Kopf in extremer Weise zur Seite und erklärte: „Von dieser Position aus können sie ihn sehen!“

Ich bin immer wieder überrascht, welche Anstrengungen manche Menschen auch im Netz unternehmen, um sich beleidigt oder belästigt zu fühlen.

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Für weitere Gedanken zum Thema lesen Sie: „Scheiß auf Political Correctness!“

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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Eine Antwort zu Der Meinungsschleier

  1. lusrumichaela schreibt:

    Ei pardauz Gerd Buurmann, wie schaffst du das immer wieder mit scheinbar “algemeinen“ (aber scharf-und spitzsinnigen) Anekdötchen brisant aktuell den Leuten aufs Maul (und den Grips) zu klopfen, die z.B. sich in das Verbieten, Ausladen oder Verurteilen anderer Meinungen verguckt, verlobt oder sogar verheiratet haben, wie z.B. diese dusslige Truppe, die sich völlig selbst überschätzend erlaubte, die Lisa Eckert “wegen ihrer Provokationen“ auszuladen ?
    Solange es Leute gibt wie deine Tussi auf dem Küchenschrank über der Gardinenstange, die darin ihren (oft einzigen) Kick erleben, um etwas in ihrer eingetrichterten Sicht “Ungehöriges“ zu finden, auch herbei zu zaubern, solange wird Zensur durch Staat (der sich so bestätigt fühlt) wohl wie Kavaliersdelikt anmuten …
    Eines steht fest: Wen du dieser Küchenschrankgadinenstange-guckerin das weg nimmst, was sie so beherzt meint zu “jagen“, geht sie jämmerlich zugrunde, weil der Sinn ihres Daseins gstohlen wurde.
    Deshalb scheint es wohl so, dass derartige “Bilder von nackten Männern“ und ähnliche Stereotypen angeblicher maingestreamter Lieblinge höchst sorgfältig gepflegt und gezüchtet werden, was wäre die Alternative? Hunderttausende arbeitslose und oder unglückliche weil mental unbefriedigte Menschen, und wer bitte will das schon, solch einen Kampf gegen die Erschaffung sich selbst erfüllender Hässlichkeiten.
    Buurmann, mässige dich, sonst trifft dich die herunterfallende Gardinenstange, nicht nur zufällig

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