Deutsche Bahn? Never again!

Ein Gastbeitrag von Tobias Weber.

Herzlich willkommen zur Anuga Messe in Köln – sofern Sie hin kommen!

Die Anuga ist eine der größten Lebensmittelmessen der Welt. Mit vielen Gästen während der Messe ist somit zu rechnen. Der Deutschen Bahn aber ist das egal! Am 7. Oktober 2013 spielten sich unglaubliche Szenen im Flughafen-Bahnhof der Deutschen Bahn am Internationalen Flughafen Düsseldorf ab.

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Gegen halb elf Uhr morgens reihten sich im Flughafen-Bahnhof der Deutschen Bahn mehrere hundert Reisende in mit der Zeit immer unübersichtlicher werdenden Schlangen, um eine Fahrkarte für die Deutschen Bahn zu kaufen, viele davon Geschaftsreisende unterwegs zur Anuga in Köln. Ein Schalter im Reisezentrum war geöffnet, gut hundert Wartende davor. An den drei funktionierenden Automaten standen weitere gut zweihundert Menschen Schlange. Kein Durchkommen mehr. Die automatischen Türen versagten.

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Ein Rollstuhlfahrer suchte verzweifelt seinen Weg durch Menschen und Gepäck und niemand da, der half. Kein Sicherheitspersonal, weder von der Bahn, noch vom Flughafen. Keine Bahnangestellten, die den unzähligen internationalen Gästen bei der Bedienung der komplizierten Fahrscheinautomaten zur Seite standen. Endloses Warten!

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Mit mir zusammen in der Schlange am Automaten stand eine junge Frau, die ihr Einzelhandelsgeschäft in Köln wegen des Chaos erst über eine Stunde verspätet öffnen konnte. Außerdem zwei britische Anuga-Gäste. Wichtige Geschäftstermine warteten in Köln auf sie! Die beiden Herren hatten rund 45 Minuten in der Schlange am Schalter gewartet, nur um dann zum Automaten geschickt zu werden, mit den Worten:

„Nahverkehrs-Tickets bitte am Automaten lösen, die sind da auch billiger!“

Welch ein Hohn, bedeutete diese Antwort doch erneute gut 45 Minuten in der Schlange, diesmal am Automaten.

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Nach rund 30 Minuten in der Schlange vor dem Automaten entschied ich mich zu einem dritten Anruf, diesmal beim Flughafen Düsseldorf. Derweil kamen um uns herum neben Fassungslosigkeit langsam auch Hass und Wut auf. Einzelne Wartende wurden lauter mit Äußerungen wie „Düsseldorf, never again!“ oder „I thought, Germans were well organised masters of efficiency!“

Die ersten suchten Taxinummern auf Smartphones. Andere überlegten offen, einfach schwarz zu fahren. Wieder andere betonten, schon in sehr strukturschwachen Ländern gewesen zu sein, sowas aber noch nie erlebt zu haben. Währenddessen wurde ich überraschend schnell zum äußert freundlichen Beschwerdenmanagement des Flughafens durchgestellt. Ich schilderte die Lage und hörte prompt eine Entschuldigung, die Erste und noch dazu von denen, die gar nicht zuständig waren.

Man versicherte mir, sofort die direkten Kontakte zur Bahn zu nutzen und dort Druck zu machen. Ich wies darauf hin, dass dies auch im eigenen Interesse des Flughafens mehr als geboten sei und zitierte Sätze wie „Forget Düsseldorf! Next time we fly via Frankfurt or Cologne again!“

Nach rund fünfzig Minuten Warten und in letzter Sekunde bevor ein weiterer Zug den Bahnhof ohne uns verlassen hätte, kauften meine Mitreisenden und ich ein Ticket am Automaten. Die Geschäftsreisenden aus England, die hinter uns in der Schlange standen, schafften es nicht mehr. Sie rannten zum Zug und stiegen ohne Ticket ein. Ihr Kommentar: „We really need to go to Anuga now! Business partners are waiting!“

Die Beiden kamen ohne Ticket in Köln an. Bei völlig hoffnungslos überfüllten Zügen sieht man ohnehin nie einen Schaffner!

Unterwegs erhielt ich den angekündigten Rückruf vom Flughafen. Unglaublich, aber es geht offensichtlich auch professionell! Die Dame betonte nochmals, wie beschämend die Situation für den Flughafen sei, aber die Sache läge nun mal in den Händen der Bahn.

„Dort hat man mir aber versichert, umgehend einen zweiten Schalter zu öffnen“, fügte sie mit leicht süffisantem Lachen hinzu. Ihr und mir war die Lächerlichkeit dieses Lösungsversuchs der Bahn sehr bewusst! Dennoch, Kompliment für dieses Beschwerden-Management im akuten Fall: Sachverhalt aufnehmen, umgehend handeln und den Kunden sofort wieder informieren. Hervorragend!

Die Deutsche Bahn hingegen versagt mal wieder total. Sie gibt die Schuld sogar dieser „großen Messe in Köln“.

Ja genau, Deutsche Bahn, Business in der Region ist echt scheiße und internationale Kunden sowieso. Das macht alles nur Ärger und stört beim Eierschaukeln! Unfassbar peinlich sowas! Mir tut es weh, wenn Menschen von überall her über Deutschland lachen! Und noch mehr weh tut es, wenn sie das zu Recht tun!

Liebe Deutsche Bahn,

googelt mal „Messetermine Köln“ und dann verstärkt gefälligst euer Personal in Stoßzeiten und tut was für den Wirtschaftsraum Rheinland!

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(TINTW)

 

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Kölns älteste Religion

Welcher heute noch praktizierte Glaube ist die älteste Religion in Köln?

Das Christentum ist es nicht! Als Köln den Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensium erhielt, gab es das Christentum mit dem Evangelium schlicht noch nicht. Der Evangelist Lukas schrieb sein Evangelium erst, da war Colonia schon über 30 Jahre alt.

Colonia wurde als Stadt römischen Rechtes unter den römischen Kaiser Claudius gegründet. In Rom waren Jupiter, Mars, Venus und Diana die angebeteten Götter. Die Dämmerung dieser Götter liegt jedoch schon lange zurück. In Köln wird diese Religion jedenfalls nicht mehr praktiziert.

Bevor die Römer den Ort Colonia nannten, lebten dort die Ubier, ein alter Germanenstamm. Sie beteten die Matronen an. Die Matronen waren Muttergottheiten und wurden immer zu dritt dargestellt. Auf vielen Darstellungen halten sie Kinder in ihren Armen oder aber Fruchtkörbe, Schatzkästchen, Brote, Fische oder Schriftrollen. Auch wenn Köln noch heute bekannt ist für seine Matronen von Trude Herr bis Hella von Sinnen, so werden diese Frauen nicht als Göttinnen angebetet. Die Matronenreligion wird in Köln somit auch nicht mehr praktiziert.

Welcher heute noch praktizierte Glaube ist also die älteste Religion in Köln?

Die Religion kam mit den Römern nach Köln und brachte die Geschichten von Adam und Eva, Noah, Abraham, Sarah, Rebecca und Moses an den Rhein.

Es ist das Judentum!

Juden haben die mit Abstand längste Tradition in Köln. Das Judentum prägte die Stadt bereits, als noch keine einzige christliche Kirche in der Stadt stand. Vor dem Kölner Rathaus kann eine Mikwe besichtigt werden, die Kölner Juden bereits nutzten, als das Rathaus selbst noch nicht stand. Das jüdische Ritualbad wurde sogar in einer Zeit gebaut, als noch nicht einmal der Grundstein zum Kölner Dom gelegt worden war. Bei dem Bauwerk dürfte es sich vermutlich um die älteste Mikwe nördlich der Alpen handeln. Das erste Mal wird eine jüdische Gemeinde in Köln urkundlich im Jahr 321 erwähnt. In dem Jahr hatte Köln gerade erst den ersten geschichtlich bezeugten Bischof: Maternus.

In einer Urkunde von 341 ist vermerkt, dass die Synagoge in Köln mit kaiserlichen Privilegien ausgestattet wurde. Die Existenz einer Synagoge lässt davon ausgehen, dass zu dieser Zeit schon eine größere Gemeinde vorhanden war.

Dieser längsten Kölner Tradition soll jetzt endlich an dem Ort der Mikwe ein Jüdisches Museum gewidmet werden. Allerdings regt sich Widerstand in der Kölner Bürgerschaft. Viele Kölner beklagen, dass mit dem Jüdischen Museum der Rathausvorplatz verloren ginge. Diese Kritiker übersehen jedoch, dass der Rathausvorplatz in der Geschichte Kölns niemals als Platz vorgesehen war. Die Existenz der Judengasse und der Portalsgasse zeigen eindeutig, dass der Platz vor dem Rathaus das jüdische Viertel war.

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Die Rathauslaube ist sogar so konzipiert, dass sie ihre Schönheit nur voll und ganz entfalten kann, wenn der Platz bebaut ist, so dass der Betrachter, der durch die engen Gassen der Altstadt geht, erst mit dem Eintritt in die Portalsgasse das bewusst klein gehaltene und dennoch erhabene Portal des Rathauses entdeckt. Die ganze Architektur des Rathaus schreit geradezu nach einer Wiederbebauung des vermeintlichen Rathausvorplatzes.

Jahrhunderte lang hat an der Judengasse in Köln jüdisches Leben stattgefunden. Jüdisches Leben ist die älteste noch praktizierte Religion Kölns. Es ist daher eine Selbstverständlichkeit, dass diesem Umstand ein museales Denkmal an genau der Stelle gesetzt wird, wo Juden bis zu ihrer Verfolgung und Vertreibung in Köln gelebt haben.

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Lasst mich tanzen!

Der Staat ist dafür da, ein Netz zu spannen, das einen auffängt, wenn man vom Seil fällt. Der Staat sind wir. Wir sind füreinander da.

Der Staat ist aber nicht dafür da, sich darum zu kümmern, dass man gar nicht erst vom Seil herunter fallen kann. Ein Staat, der die Seiltänzer ans Seil festbindet, sicherheitshalber bewegungslos, hat zwar mehr Sicherheit, aber dafür auch jede Bewegung, jeden Ausdruck, jede Freiheit verloren.

Die Möglichkeit des Fallens gehört zum Seiltanz des Lebens! Die Philosophin Viktoria Burkert sagt:

„Nur einer, der nicht tanzen kann, tanzt und weil er immer wieder hinfällt, wird er zum Tänzer und dann sagt er: Komm‘ tanz mit! Es ist alles so einfach.“

Ich brauche keinen Staat, der mir vorschreibt zu welcher Musik ich zu tanzen habe. Ich brauche keine Vorschriften über die Geschwindigkeit meines Tanzes und die Abstände meiner Schritte. Ich will nicht, dass der Staat mir die Mindestlänge meiner Balancierstange vorschreibt. Ich brauche keine Einmischung in die Wahl meiner Mitartisten.

Ich kann selber entscheiden, an welchen Tagen und zu welchen Stunden ich tanze, und ich wünsche mir echte Reaktionen von einem Publikum, das aus freier Entscheidung und Begeisterung im Zirkus sitzt. Ich will keinen höflichen Applaus von einem subventionierten Publikum, das nur dort sitzt, weil es zu Hause bei Torte und TV zu langweilig geworden ist. Ich will keinen Staat, der sich über Gebühr um mich kümmert.

Lasst mich einfach nur tanzen, mit all den Gefahren.

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Die politische Zukunftsfrage

Für viele Politikerinnen und Politker war die Wahl am 22. September 2013 ein beispielloser Absturz. Für die Grünen und die FDP jedenfalls ist die Zukunft vollkommen ungewiss. Tapfer im Nirgendwo lädt daher alle Leserinnen und Leser ein, darüber zu orakeln, wie es weiter gehen wird.

Wie sieht die politische Zukunft der folgenden Politikerinnen und Politiker aus?


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Grüne für Studiengebühren?

Eine neue Kampagne der Grünen macht deutlich, dass Studiengebühren aus moralischen Gründen geboten sind. In einem Plakat, das am 12. September von Volker Beck auf Facebook gepostet wurde, heißt es nämlich:

„Ich will so leben wie ich will, aber nicht auf dem Rücken anderer.“

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Es gibt Menschen, die studieren wollen. Dafür gibt es Universitäten. An diesen Universitäten arbeiten Professorinnen, Putzmänner, Bibliothekare, Hausmeisterinnen und Wissenschaftler, die allesamt dafür sorgen, dass Studentinnen und Studenten ihr Wissen mehren können. An der Universität wird somit von arbeitenden Menschen ein Mehrwert für Studierende erwirtschaftet. Dafür sollten die Studierenden eigentlich zahlen! Tun sie aber nicht. Bezahlt werden die Arbeiter der Studierenden von Steuerzahlern, die zum nicht geringen Teil selbst nicht studieren dürfen, da sie die allgemeine Hochschulreife nicht besitzen.

Der Mehrwert der Studierenden lastet somit auf dem Rücken vieler Steuerzahler, die selbst nicht studieren dürfen, selbst wenn sie es wollten. Das ist so ziemlich genau ein Leben auf dem Rücken Anderer, wenn es nicht sogar das altmodische Wort Ausbeutung noch besser trifft.

In kaum einem anderen Land entscheidet die Herkunft der Eltern so sehr über die Zukunftschancen eines Kindes wie in Deutschland. In Deutschland gibt es keine Studiengebühren! In Deutschland lässt sich somit eine verhältnismäßige große Elite ihre gehobene Ausbildung überdurchschnittlich stark von einer deutlich weniger privilegierten Gemeinschaft bezahlen. Fair ist das nicht!

Fair ist es, wenn jene, die von der elitären Ausbildung profitieren und sie sich leisten können, diese auch selbst bezahlen. Fair ist es, wenn jene Menschen, die sich Studiengebühren nicht leisten können, in ihrer Absicht zu studieren, unterstützt werden.

Ein Vergleich mit der Schule hinkt. Natürlich gibt es keine Schulgebühr. In Deutschland gibt es die Schulpflicht! Die Universität ist jedoch eine Option. Allerdings nicht für alle! Nur Privilegierte, jene mit der allgemeinen Hochschulreife, dürfen zur Universität. Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass sich diese Privilegierten in irgendeiner Form an den Kosten beteiligen, die die Orte verursachen, an denen ihre elitäre Stellung produziert wird.

Warum sollen eigentlich die Universitäten kostenlos sein, wenn sogar die Krankenhäuser kosten? Im Jahr zahlen allen Bürgerinnen und Bürger Tausende von Euros für das Gesundheitssystem! Krankenkassenbeiträge sind im Grunde nichts anderes als Gesundheitsgebühren! Irgendwo muss das Geld für die Ärztinnen und Pfleger schließlich herkommen. Warum also soll es dann keine Bildungsgebühren geben? Wer bezahlt die Professorinnen, Putzmänner, Bibliothekare, Hausmeisterinnen und Wissenschaftler? Essen gibt es auch nicht für umsonst, und ohne Essen stirbt der Mensch!

Wer Universitäten für umsonst will, ist ein Schnäppchenjäger wie jene, die Klamotten und Essen für billig wollen und sich einen Dreck darum kümmern, wie die Klamotten und das Essen produziert werden. Geiz ist geil! Die Zeche sollen Andere zahlen!

Deshalb müssen jene Grüne, die den folgenden Satz ernst nehmen, für Studiengebühren sein:

„Ich will so leben wie ich will, aber nicht auf dem Rücken anderer.“

Die Grünen sind aber nicht für Studiengebühren. Sie haben schlicht und einfach den eigenen Grundsatz nicht verstanden. Das passiert schon mal. Es gibt ja auch dicke Ernährungsberater!

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Was hat Rösler gesagt?

Mitte August führte die taz ein Interview mit Vize-Kanzler Philipp Rösler. Gesprächsgegenstand waren dabei neben gängigen Wahlkampfthemen, die sechzig Prozent des Interviews ausmachten, auch Röslers Umgang mit rassistischen Vorurteilen.

Ende August schickte die taz ihre Druckversion des Interviews zur Autorisierung. In dieser Fassung jedoch waren die vierzig Prozent des Interviews, die sich mit Röslers Äußerlichkeiten beschäftigten, plötzlich zum fast ausschließlichen Thema des Interviews hochgejazzt worden. Die FDP-Pressestelle erklärte daraufhin, dass Rösler das Interview nicht freigibt. Daraufhin entschloss sich die taz, das Interview ohne die Antworten zu publizieren.

Der Vize-Kanzler Deutschlands ist bekannt dafür, dass er sein Äußeres ungern zum Thema machen lässt, schon gar nicht im Wahlkampf. Es versteht sich eigentlich von selbst und gehört zum Anstand, den Wunsch eines Menschen zu respektieren, nicht über Äußerlichkeiten zu sprechen, vor allem wenn er aufgrund seines Äußeren öfter Opfer rassistischer Übergriffe wurde. Wer diesen Wunsch nicht respektiert, und ihn dennoch immer wieder auf sein Äußeres anspricht und reduziert, ist ein Rassist! Die taz hat sich geweigert, dem Wunsch nachzukommen und hat Philipp Rösler in fast atemberaubender Unverschämtheit auf sein Äußeres reduziert.

Die taz hat von Philipp Rösler verlangt, sich zum Thema Rassismus zu äußern, weil er, ja warum eigentlich? Etwa weil Rassisten behaupten, er sei von „einer anderen Rasse“? Reicht das für die taz etwa schon aus? Was erwartet die taz eigentlich von unserem Vize-Kanzler? Soll er einen Migranten mimen, wie ihn sich die taz wünscht?

Tapfer im Nirgendwo präsentiert die Antworten, die Rösler zwar nicht gegeben hat, die ich aber gegeben hätte, wäre ich Vize-Kanzler von Deutschland:

***

Herr Rösler, wir möchten mit Ihnen über Hass sprechen.

Hass ist ein hartes Wort.

Ihr Pressesprecher will auch lieber, dass wir das Thema “Stil und Anstand im Wahlkampf” nennen.

Wäre mir auch lieber.

Herr Rösler, welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht, dass andere Probleme mit Ihrem asiatischen Aussehen haben?

Wer hat Probleme mit meinem Äußeren?

Sie bekommen immer wieder Hassmails. Weil Sie FDP-Chef sind? Oder weil man Ihnen Ihre nichtdeutschen Wurzeln ansieht?

Welche nichtdeutsche Wurzeln?

Warum werden Sie gehasst?

Ich werde gehasst? Von wem?

In Niedersachsen, wo Sie herkommen, wurden Sie häufig als “der Chinese” bezeichnet. Ist das aus Ihrer Sicht Ausdruck von Hass oder Ressentiment?

Wer nennt mich „Chinese?“ Das spielt doch keine Rolle!

An Wahlkampfständen scheint das eine andere Rolle zu spielen. Dort bekommen FDP-Mitglieder zu hören: “Ich würde euch wählen, wenn Ihr nicht diesen Chinesen an Eurer Spitze hättet.”

Von wem bitte bekommen wir FDP-Mitglieder das zu hören? Und warum sollten ich mich mit diesen Rassisten groß befassen?

Traditionell wichtigstes FDP-Thema sind die Steuern. Dafür wird die Partei gewählt, aber auch gehasst. Können Sie das nachvollziehen?

Endlich, die erste Frage an mich als Politiker. Ich dachte schon, sie fangen gar nicht mehr damit an. Meine Haltung ist da recht klar. Wir leben in Zeiten, in denen Deutschland die höchsten Steuereinnahmen der Geschichte hat. In so einer Zeit ist es wohl eher am Staat, besser zu wirtschaften als am Bürger, mehr zu zahlen. Die Politik muss sich ändern, nicht die Bürgerinnen und Bürger.

Die FDP als Mövenpick-Partei, die steuerlich die Hoteliers-Klientel entlastet?

Zum Beispiel!

Warum glauben Sie Angela Merkel Ihre Beteuerung, erneut mit der FDP regieren zu wollen?

Weil Sie eine zuverlässige Partnerin ist.

Wie gut verstehen Sie sich mit der Kanzlerin?

Sehr gut. Sie ist eine gute Kanzlerin und wird es bleiben.

Mit einem Vizekanzler von der FDP, von den Grünen oder von der SPD?

Nicht von den Grünen und der SPD!

Sondern?

Von der FDP!

Herr Rösler, zurück zu Ihnen.

Wie, zurück zu mir? Waren die letzten Fragen nicht zu mir?

Wann haben Sie bewusst wahrgenommen, dass Sie anders aussehen als die meisten Kinder in Deutschland?

Zurück zu mir heißt also: zurück zu dem Mann, der nicht aussieht wie die meisten anderen Deutsche? Wie sehen eigentlich die meisten Deutschen Ihrer Meinung aus?

Sind Sie als Kind deswegen diskriminiert worden?

Ich würde es begrüßen, wenn mein Äußeres im Wahlkampf nicht zum Thema gemacht wird.

Würden Sie sich selbst als Migrant bezeichnen?

Nein!

Sie waren mit 33 Jahren zum ersten Mal in Vietnam, auf Initiative Ihrer Frau. Warum interessiert Sie persönlich das Land Ihrer leiblichen Eltern nicht?

Warum sollte ich? Ich bin kein Vietnamese. Deutschland ist meine Heimat. Wollen Sie etwa unterstellen, Vietnam sei meine wahre Heimat und nicht Deutschland?

Sie haben das Bild vom Bambus, der sich im Wind biegt, aber nicht bricht, in die politische Diskussion eingeführt. Was wollten Sie damit ausdrücken?

Dass es in der Politik manchmal klug ist, sich wie Bambus zu verhalten.

Als Politprofi dürfte Ihnen klar gewesen sein, dass ein solches Bild von einem asiatisch aussehenden Politiker auf diesen bezogen wird. Das soll keine Rolle spielen, sondern Zufall sein?

Mein Äußeres sollte keine Rolle spielen. Genau!

Rainer Brüderle hat dieses Sprachbild mehrfach aufgegriffen und gesagt: “Glaubwürdigkeit gewinnt man nicht, indem man wie Bambusrohr hin und her schwingt, sondern steht wie eine Eiche. Deshalb ist die Eiche hier heimisch und nicht das Bambusrohr.” Warum sagt Ihr Fraktionschef so etwas?

Weil es manchmal in der Politik auch klug ist, wie eine Eiche zu sein.

Warum waren Sie dann bei der Einlassung von Peer Steinbrücks Pressesprecher Rolf Kleine nicht entspannt? Kleine hat sich mit einem Facebook-Eintrag über Sie lustig gemacht und sie mit einem nordvietnamesischen General in Verbindung gebracht. Daraufhin haben Sie in einem Interview gesagt: “Wer so handelt, muss für sich entscheiden, ob er noch Anstand hat und die richtigen Konsequenzen daraus zieht.”

Muss ich Ihnen echt erklären, was an diesem Vergleich geschmacklos ist? Sie sind aber schon von der taz, oder? Ich bin Vize-Kanzler Deutschland und empfinde den Vergleich mit einem General eines undemokratischen Regimes als recht unangemessen.

Man muss sich nicht sehr anstrengen, um bei Brüderles Aussage eine ganz ähnliche Konnotation herauszuhören. Dass Sie das eine – zumindest öffentlich – ganz entspannt sehen und das andere als latenten Rassismus kritisieren, lässt sich schwer nachvollziehen.

Sie müssen sich vielleicht nicht anstrengen, um bei Brüderle Rassismus rauszuhören. Ich muss mich dafür bei Ihnen nicht anstrengen. Ihr Interview ist mit der schlimmste Rassismus, den ich in letzter Zeit von Journalistinnen erlebt habe. Sind Sie wirklich von der taz?

Was meinen Sie, brauchen wir in Deutschland eine breitere Debatte über Rassismus?

Nach diesem Interview fürchte ich schon!

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Väter unerwünscht!

Der folgende Brief kann so nicht nur an Maredo geschickt werden. Es gibt leider immer noch viel zu viele Lokalitäten, die einen sexistischen Service anbieten. Tapfer im Nirgendwo lädt alle Leserinnen und Leser ein, den folgenden Brief auch an jene Lokalitäten zu senden, die in gleicher Weise einen sexistischen Service anbieten. Tapfer im Nirgendwo wird gerne die Reaktionen der Unternehmen veröffentlichen, so die Reaktionen mir geschickt werden.

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Sehr geehrte Damen und Herren von Maredo,

am Wochenende war ich gemeinsam mit einem Freund zu Gast in Ihrem Restaurant am Heumarkt in Köln. Da mein Freund junger Vater ist, hatte er seine zwölf Monate junge Tochter dabei. Als er nachschaute, ob es in Ihrem Restaurant einen Wickeltisch gibt, musste er leider feststellen, dass sie nur einen Wickeltisch im Damenbereich anbieten. Im Herrenbereich gibt es keinen Wickeltisch. In Ihrem ganzen Restaurant gibt es keinen Bereich, in dem ein Kind gewickelt werden kann und der für Männer zugänglich ist.

Selbstverständlich sind Sie nicht dazu verpflichtet, überhaupt einen Wickeltisch als Service anzubieten, wenn Sie aber einen Wickeltisch nur für Frauen anbieten, dann machen Sie damit recht unmissverständlich klar, dass Väter in Ihrem Lokal unerwünscht sind.

Maredo ist ein kinderfreundliches Unternehmen. Ich habe dies immer an Maredo geschätzt. Deshalb bieten Sie ja auch Kinderstühle und einen Wickeltisch im Damenbereich an. Kinder haben aber nicht nur Mütter. Sie haben auch Väter! Es wäre schön, wenn Maredo auch vaterfreundlich werden könnte.

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann

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Friede für Muslime

Der Nahe Osten ist für Muslime, Araber und Palästinenser gerade alles andere als ein friedlicher Ort. In Syrien tobt der Bürgerkrieg so heftig, dass sie Opfer von Giftgasanschlägen werden. In Damaskus wurden erst jüngst 31 Palästinenser mit Giftgas ermordet. In Ägypten überbieten sich derweil die Muslimbrüder und das Militär darin, wer die meisten muslimischen Kollateralschäden vorweisen kann. In Jordanien und im Libanon ist die Situation auch alles andere als sicher und im Gaza-Streifen hält die Hamas das eigene Volk in Knechtschaft und verfolgt und ermordet jeden Palästinenser, der es wagt, die Diktatur der Hamas auch nur im Ansatz zu hinterfragen.

Der einzige Ort im ganzen Nahen Osten, wo Araber, Muslime und Palästinenser gerade in Sicherheit leben und ausgeglichen am Strand liegen können, ist Israel!

Zwanzig Prozent aller Israelis sind Araber. Sie genießen die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger des Landes. Sie leben in Israel. Sie arbeiten in Israel. Sie siedeln in Israel. Niemand hindert sie daran. Die syrischen Opfer des Bürgerkrieges werden sogar zum Teil in israelischen Krankenhäuser behandelt! Israel bietet den Opfern wie selbstverständlich humanitäre Hilfe an. Es sind schließlich Nachbarn!

Wäre es nicht schön, wenn es allen Muslimen im Nahen Osten so gut ginge wie den Muslimen in Israel?

Wer den Menschen im Nahen Osten wirklich helfen will, und zwar unabhängig davon, ob sie Araber, Muslime, Christen, Juden, Palästinenser oder sonst was sind, der kritisiert nicht das Land, wo es diesen Menschen am Besten geht, sondern jene Länder, die sich weigern, das einzuführen, was in Israel gelebte Realität ist und dafür sorgt, dass Araber keine Angst haben müssen, sondern chillen können: Demokratie, Aufklärung und Menschenrechte.

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Null Toleranz!

Mit diesem Motto wirbt zur Zeit die SPD:

„Ich habe NULL Toleranz für Steuerhinterzieher“

Das ist aber eine verdammt harte Hand der SPD gegen die Ärmsten der Armen in unseren Land, die mal was unter der Hand machen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Ich heiße deren Steuerhinterziehung nicht gut, aber etwas mehr Empathie stünde der SPD dennoch gut zu Gesicht.

Steuern hinterziehen nicht nur Reiche, sondern auch die Arme. Reiche, weil sie es können, Arme, weil sie es müssen.

Wie wäre es mit einem einfacheren Steuersystem statt mit einer Null Toleranz Agenda gegenüber den Gewinnern und Verlierern eines bürokratischen Steuerungetüms? Ein Steuersystem, das so leicht zu verstehen ist, dass nicht nur jene, die sich Steuerberater und Experten leisten können, von dem System profitieren. Ein Steuersystem, das so gerecht ist, dass es den Armen die Möglichkeit gibt, auf legale Art und Weise ihr Leben zu bestreiten.

Nur so ein Gedanke.

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Buurmann von Tamayo gesehen

Antonio Ruiz Tamayo ist einer der besten Fotokünstler, die ich persönlich kenne. Ich habe das Glück, dass mich dieser Mann in den letzten Jahren künstlerisch begleitet hat. Ich habe ihn gebeten, ein paar seiner Werke Tapfer im Nirgendwo auszustellen. Er hat zugesagt!

Antonio Ruiz Tamayo präsentiert Tapfer im Nirgendwo eine Auswahl seiner Werke:

Jago mit Mohrrübe:

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Rule Britannia:

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Morgen noch hier:

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La Traviata:

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Othello:

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Richard III:

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Macbeth:

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Hast Du zur Nacht gebetet, Desdemona:

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Dieser Stein muss, sonst fall ich, übersprungen sein:

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Arthur:

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Wir sind alle Kunstwerke:

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Seien Sie pünktlich:

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Banquo:

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Halbe Treppe runter:

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Berlin, Alexanderplatz:

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Ehepaar erzählt einen Witz:

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