Die Badische Zeitung ist betroffen und schmollt

Nachdem die Badische Zeitung aufgrund einer Karikatur von 9. November 2013 zu Recht in die Kritik geraten ist, reagierte der stellvertretende Chefredakteur Thomas Fricker auf die Vorwürfe, die Karikatur bediene antisemitische Klischees. Die Antwort fällt wenig überraschend aus:

Man habe keine antisemitischen Klischees bedient, schließlich sei der Jude auf dem Bild keine „stilisierte Judenfigur“. Damit folgt die Badische Zeitung der Logik der Kölner Staatsanwaltschaft, die einst ernsthaft urteilte, dass selbst eine Karikatur, auf der ein Jude ein Kind isst und sein Blut trinkt, nur dann antisemitisch sein könne, wenn der kinderfressende Jude mit „Krummnase“ gezeichnet wird.

Die Badische Zeitung habe nur Kritik an den israelischen Ministerpräsidenten üben wollen und Kritik an Israel müsse möglich sein. Im Konflikt fehle es schließlich deshalb an Annäherung und Friede, weil Netanjahu dem Frieden und der Annäherung mit „Taubengift und Schneckenkorn“ zu Leibe rücke. Sollte diese „Kritik an Israels Politik“ nun gleichgesetzt werden mit Antisemitismus, hieße das laut Badischer Zeitung, dass Kritik an der Politik der israelischen Regierung prinzipiell nicht mehr möglich sei. Es ist der alte deutsche Dreiklang: Ich hab doch nur, das heißt doch nicht, man wird doch noch!

Lieber Thomas Fricker,

die Badische Zeitung kann Israel so viel kritisieren, wie sie will, und sie tut es schließlich auch. Niemand verbietet Ihnen irgendwas. Aber so wie eine Zeitung Kritik üben darf, dürfen die Leserinnen und Leser auf diese Kritik kritisch reagieren. Das nennt sich Demokratie, verehrter stellvertretender Chefredakteur.

Am 9. November 1938 brannten in Deutschland jüdische Einrichtungen und Synagogen. Damals wurden Juden verfolgt, weil sie vom Staat und teilweise auch von der christlichen Kirche zum Sündenbock gemacht wurden. Am 9. November 2013 machte nun die Badische Zeitung in einer Karikatur den einzigen jüdischen Regierungschef im Konflikt des Nahen Osten zum alleinigen Sündenbock, der mit Gift Frieden und Annäherung verhindert! Kein Hinweis darauf, dass einige islamistische Diktatoren Israel mit der Vernichtung drohen. Kein Hinweis darauf, dass Minister der Hamas Juden als Ratten und Bakterien bezeichnen, die ausgerottet gehören, so wie es einst die Nationalsozialisten taten. Kein Hinweis darauf, dass sich seit über 60 Jahren der Staat Israel in einem Krieg befindet, der mit Terror geführt wird, in dem regelmäßig Raketen auf das kleine Land fliegen, und an dessen Ende die Aggressoren nur die totale Vernichtung des israelischen Staates akzeptieren können. All das ignorierte der Karikaturist Haitzinger am 9. November 2013 und machte den einzigen jüdischen Regierungschef im Konflikt zum alleinigen Sündenbock mit „Taubengift und Schneckenkorn“. Können Sie wirklich nicht erkennen, was daran grenzwertig ist?

Zum Schluss möchte ich noch auf einen letzten Punkt zu sprechen kommen: Sie schreiben, dass die Kritik an die Badische Zeitung sie „betroffen“ gemacht habe und wünschen sich was:

„Wohl wünschen wir uns aber ein gewisses Maß an Fairness auch in der Kritik.“

Sie wünschen sich also Fairness. Ein spannendes Wort aus Ihrem Mund! Die Kritikerinnen und Kritiker der Karikatur sind mehr als fair mit Ihnen umgegangen. Die Badische Zeitung ist es, die jede Fairness vermissen ließ, als sie am 9. November den jüdischen Teil des Konflikts im Nahen Osten aussonderte, um ihm eine ganz besondere Behandlung zukommen zu lassen!

Zugegeben, diese Wortwahl von mir war nun etwas unfair, aber ich versuche nur, mich Ihrer Spielart anzunähern. Wenn tatsächlich Netanjahu der Grund ist für die schleppende Annäherung und den mangelnden Frieden im Nahen Osten, dann ist die Badische Zeitung Schuld am Antisemitismus in Deutschland, denn ich finde die eine Behauptung mindestens ebenso tiefsinnig wie die andere.

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Die Glatze gehört zu Deutschland!

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Mit Bestürzung nehme ich eine immer stärker werdende Peladophobie innerhalb der deutschen Gesellschaft wahr, die Angst vor Glatzen. Nicht wenige Medien stimmen in einen Chor der Glatzophobiker ein und bebildern ihre Artikel und Berichte über Neonazis gern und oft mit glatzköpfigen Männern. Ich empfinde das als außerordentlich diskriminierend! Ich habe selbst einen Kahlkopfhintergrund und kenne die Blicke der Menschen in der Bahn und auf der Straße, die auf mich schauen und denken: „Guck mal da, der Glatzkopf. Das ist doch bestimmt ein Neonazi!“

Es ist manchmal nicht leicht, mit diesen Vorurteilen zu leben. Ich erwarte daher von den Medien, der Politik und der Gesellschaft ein bißchen mehr Sensibilität. Ich habe eine Glatze. Mein Großvater und mein Vater hatten Glatze. Deshalb waren sie noch lange keine Nazis.

(Okay, mein Opa war ein Nazi, aber das ist nicht der Punkt!)

Nicht alle Glatzen sind gleich! Neonazis missbrauchen die Glatze nur. Mit jedem glatzköpfigen Neonazi, werden die Millionen deutschen Glatzköpfe weiter an den gesellschaftlichen Rand gedrängt. Man darf die zu 99,9 Prozent friedlichen Glatzköpfe nicht mit der kleinen Gruppe von Leuten verwechseln, die entschlossen sind, eine Bluttat zu verüben. Glatze bedeutet Friede!

(Okay, in aller erster Linie bedeutet Glatze keine Haare, aber das ist nicht der Punkt.)

Es gibt viele friedfertige Glatzen. Yul Brynner, Will Smith, Telly Savalas, Patrick Stewart, Bruce Willis, Ben Kingsley, Meister Propper, Demi Moore und der Dalai Lama.

(Okay, der Dalai Lama ist kein gutes Beispiel, aber das ist nicht der Punkt.)

Der Punkt ist: Ich fordere alle Medien auf, kulturell ausgewogen über Glatzen zu berichten. Außerdem erwarte ich von der Politik, dass sie eine Glatzenkonferenz einberuft als Beginn eines langfristig angelegten Dialoges zwischen dem deutschen Staat und den in Deutschland lebenden Glatzköpfen, um eine bessere haar- und gesellschaftspolitische Integration der glatzköpfigen Bevölkerung zu erreichen und ein gutes Miteinander aller Menschen in Deutschland, gleich welcher Frisur, zu befördern.

Glatzen sind Teil Deutschlands und Teil Europas, sie sind Teil unserer Gegenwart und Teil unserer Zukunft. Glatzen sind in Deutschland willkommen. Sie sollen ihre Talente entfalten und sie sollen unser Land mit weiter voranbringen. Die Glatze gehört zu Deutschland!

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Boykott Deutschland!

Immer mal wieder wird zum Boykott Israels aufgerufen und dabei ein dämonisierendes Bild von dem Land gezeichnet. Stellen wir uns mal vor, Deutschland würde so behandelt wie Israel. Ein Boykottaufruf sähe wie folgt aus:

Um es gleich vorweg zu sagen, wir haben nichts gegen Deutsche, einige unserer besten Freunde sind Deutsche. Was aber gerade in Deutschland passiert, muss deutlich kritisiert werden.

Gerade unter Freunden muss Kritik erlaubt sein!

Wer die deutsche Regierung kritisiert, sagt damit noch nichts über das deutsche Volk aus und schon gar nicht über alle Deutsche.

Wir bejahen das Existenzrecht von Deutschland, allerdings war die Vierteilung Deutschlands nach 1945 ein Schritt in die richtige Richtung.

Als Nachfahren von Deutschen, die den Krieg überlebt haben, fordern wir ein Deutschland in den Grenzen von 1987. Wir fordern eine Zwei-Staaten-Lösung für Deutschland mit Berlin als geteilte Hauptstadt!

Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen!

Die Politik Deutschlands ist ein permanenter Bruch von internationalen Verträgen. An Karfreitag zum Beispiel ist allen Moslems in vielen Bundesländern das öffentliche Tanzen und Feiern verboten, damit sie die Christen nicht stören.

In den Ostgebieten des Landes, um die Städte Rostock und Leipzig, die die Bundesrepublik unserer Meinung nach widerrechtlich besetzt hält, gibt es Gebiete, in denen es für Muslime gefährlich ist zu leben. Die Politik unternimmt nichts dagegen. Stattdessen gießen die Falken von der CSU noch Öl ins Feuer.

Im Bundesverfassungsgericht ist kein einziger Moslem zu finden und im Parlament ist zwar eine christliche Partei vertreten, aber keine einzige muslimische Partei.

In vielen staatlichen Schulen in Deutschland wird christliche Religionslehre propagiert und benotet!

Wenn irgendwo in Deutschland eine Moschee gebaut wird, gehen die Deutschen auf die Straße und demonstrieren, während rund um die Uhr überall im Land die Kirchenglocken läuten. Fast zweitausend Jahre nach dem Tod von Jesus, haben die Deutschen den Mord an den Juden immer noch nicht vergessen und veranstalten jeden Sonntag Gedenkveranstaltungen. Irgendwann muss auch mal ein Schlussstrich gezogen werden!

Menschen, die in das Land einwandern möchten, müssen sich einem Staatsbürgerschaftstest unterziehen.

Am Reichstag Deutschlands steht: „Dem Deutschen Volke“. Damit wird die arabische Bevölkerung brutal ausgegrenzt. Sogar das deutsche Grundgesetz gibt Deutschen Privilegien, zum Beispiel das Recht zu wählen. Im Grunde ist Deutschland ein einziges Apartheisregime wie einst Südafrika.

Deutschland lässt zusammen mit dem großem Satan EU eine Mauer auf afrikanischem Boden bauen, um Menschen an der Einreise zu hindern. Die Schikanen an den Grenzposten sind unmenschlich und menschenverachtend. Zudem bauen deutsche Staatsbürger auf spanischem Boden immer mehr deutsche Siedlungen. Auf Mallorca gibt es sogar schon Ortschaften, wo nur noch deutsch gesprochen wird. Die genuin spanische Bevölkerung wurde vertrieben!

Bei all diesen Verbrechen ist es angebracht, von einem staatlichen Terrorismus zu sprechen. Daher fordern wir:

Boykott Deutschland!

* Kauft keine Waren Made in Germany!

* Verweigert deutschen Professorinnen und Professoren die Universitäten!

* Stört Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen von deutschen Künstlern!

* Demonstriert, wenn irgendwo eine deutsche Mannschaft bei einem Sportturnier antritt!

* Überzeugt internationale KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen, nicht in Deutschland aufzutreten!

Deutschland hält die Welt im Würgegriff. Wenn Frau Merkel in Athen anruft, beugt sich dort der politische Wille. Sie führt Brüssel am Nasenring durch die europäische Arena. Deutschland ist ein Pulverfass in der ganzen Europäischen Union und die größte Gefahr für den Weltfrieden!

Mit dieser Meinung stehen wir nicht alleine da. Sogar in Deutschland gibt es mutige Deutsche, die sich gegen die deutsche Politik stellen. Auf einer Demonstration von Anti-Deutschen wurde die illegale Besatzung Deutschlands deutlich kritisiert. Von der Polizei und den Medien Deutschlands werden diese mutigen anti-deutschen Kritiker jedoch brutal kriminalisiert.

Wir stehen zum Existenzrecht Deutschlands, aber wenn schon Deutsche das Existenzrecht Deutschlands in Frage stellen, muss sich Deutschland die Frage gefallen lassen, ob es vielleicht selbst Schuld trägt an der momentanen Situation.

***

Sie erkennen Deutschland in diesem Aufruf nicht wieder? Genau so geht es Israelis, wenn sie das Israelbild der Israelkritiker sehen.

Es gibt jedoch einen Unterschied. Bei dem Boykottaufruf Deutschland habe ich nicht gelogen. Die Israelkritiker jedoch lügen mitunter! Sie sagen, Israel sei ein Apartheidsstaat, Israel sei eine Besatzungsmacht, Israel habe Menschen vertrieben und Israel betreibe eine illegale Siedlungspolitik.

All diese Aussagen sind schlimmstenfalls gelogen, bestenfalls tendenziös, aber immer einseitig und hasserfüllt. Der Hass trägt Früchte. Israel wird boykottiert, israelische Professoren und Professorinnen werden von Universitäten vertrieben, Theaterstücke, Konzerte und Lesungen von Israelis werden gestört und Sportveranstaltungen mit israelischen Mannschaften werden bedroht.

So wie Judenhasser an Juden nur das Schlechte erkennen können, so sehen Antizionisten an Israel nur das Schlechte. Der tendenziöse, einseitige und hasserfüllte Blick ist heute so falsch wie damals.

Heute können wir nicht verstehen, was damals den Blick der Judenhasser so sehr getrübt hat. Kommende Generationen werden mit ähnlichem Unverständnis auf die manischen Israelkritiker von heute blicken und sich fragen, wie es geschehen konnte, dass so viele Leute Israel gehasst haben für Dinge, die sie bei allen anderen Ländern ignoriert, toleriert oder akzeptiert haben.

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Ein pathetischer Lobgesang

Ein Lobgesang von David Serebrjanik.

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Pathetischsein ist in Deutschland nicht wirklich beliebt. Wahrscheinlich zurecht. Jedenfalls fiel es mir zunehmend schwer, meinen mit Muttermilch eingesogenen und eingeübten russischen Pathos mit fortschreitenden Dauer meines Aufenthaltes in Deutschland auszuüben. Ich fühlte mich immer belächelter und nicht verstandener, wenn ich zu großen Lobgesängen für irgendjemanden oder irgendetwas ausholte. Aber jetzt gerade ist es mir egal und ich werde gleich der Überschrift meines Lobgesanges alle Ehre machen. Denn ich habe einen Theaterabend erleben dürfen, den man wahrscheinlich nur ein einziges mal im Leben erleben kann. Zu groß war die Beteiligung des Herrn Zufall an diesem Ereignis. Und zu großartig die schauspielerische Arbeit von Gerd Buurmann. Und zu packend und atemberaubend das Stück, das er aufgeführt hat. Und zu brillant die Bearbeitung und Inszenierung dieses Stückes durch Burkhard Schmiester.

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Also, bin ich gerade dabei, mich damit abzufinden, dass es ein einmaliges Einmalereignis sondergleichen war, das sich nur einmal einmal ereignen kann. Ich erzähle es am besten vom Ende.

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Am Ende gab es Standing Ovations. Desdemona verliess gerade den Raum des Gretchen-Klubs in Berlin, nein, Desdemona verliess gerade ihr Leben durch eine Hintertür des Gretchen-Klubs in Berlin, mit der Frage Warum? auf ihren Lippen. Warum tat Othello das, was er tat? Warum brachte er seine heissgeliebte, abgöttisch geliebte Frau um? Die Antwort findet und sucht sich während des ganzen Stückes. Und wird nie gesucht und gefunden. Desdemona geht.

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Kurz davor standen Othello und Jago, ineinander verwirbelt, ineinander eingefügt, auf der Bühne. Jago im Othello. Othello über Jago. Jago schimmerte aus dem weißen Othello mit seinem Pechschwarz.

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Wahrscheinlich ist das die Antwort. Desdemona geht, weil Jago im Othello. Desdemona geht, weil Othello über Jago. Desdemona geht, weil Othello nicht mehr Othello. Das alles bringen die Schauspieler auf der Bühne zum Vorschein. Moment. Den letzten Satz hätte ich über eine „normale“ Othello-Aufführung geschrieben. DIE Schauspieler? Nein – DER Schauspieler. Gerd Buurmann. Er allein steht an diesem Abend auf der Bühne, er allein geht auf dem unsichtbaren Seil der Verwandlung in alle Hauptprotagonisten. Und er geht nicht. Er nimmt, was er hat. Sich. Und fliegt damit. Fliegt aus der Höhe der Vergötterung und Liebe in den Abgrund des Hasses und des Mordes. Die Erdanziehung dabei ist Jago. Die Flügel – Desdemona. Am Ende stürzt Othello und bricht die Flügel.

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Am Ende kommt Gerd Buurmann wieder auf die Bühne und verbeugt sich vor dem stehend Beifall klatschenden Publikum. Das Publikum bin ich. Im Raum sind ausser mir der Regisseur des Stückes Burkhard Schmiester und ein Security-Mitarbeiter des Klubs, der sich irgendwann dazugesellt hat. Ich war der einzige zahlende Besucher. Und Gerd Buurmann hatte die Größe, den Mut, also die Großmutigkeit, das Stück trotzdem zu spielen. Und es wurde zu einem für mich unvergesslichen Theaterabend. Auch unvergesslich war dann die mit Gerd durchsspazierte Nacht in Berlin. Aber es ist eine andere Geschichte.

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Dieses Video existiert nicht
P.S. Nicht zufällig erwähnte ich am Anfang den großen Herrn Zufall. Zufällig war etwas anderes passiert. Zufällig habe ich im Facebook erfahren, dass Gerd Buurmann an diesem Abend spielt. Zufällig war ich gerade in Stettin. Zufällig musste ich an diesem Tag nach Speyer. Zufällig hatte ich Zeit. Und NICHT zufällig machte ich an diesem Tag Halt in Berlin. Besser konnte es nicht gehen.

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Danke, Gerd!

(Bilder von Antonio Ruiz Tamayo)

(TINDS)

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9. November – Ein deutscher Tag

Am 9. November 1848 wurde Robert Blum nach einem Standgerichtsurteil in Wien hingerichtet, weil er an der Seite der Revolutionäre für die Verteidigung Wiens gegen die kaiserlich-österreichischen Truppen gekämpft hatte. Dieser Wiener Oktoberaufstand war der Beginn des Endes der Deutschen Revolution von 1848/49 zur Gründung einer demokratischen und liberalen Republik.

Auf die Niederschlagung der Revolution folgte eine Reaktionsära bei der Anhängerinnen und Anhänger einer liberalen, republikanisch-demokratischen oder sozialistischen Gesinnung verfolgt wurden. Viele verließen daher Deutschland. Mathilde Franziska Anneke zum Beispiel emigrierte in die Vereinigten Staaten von Amerika. Dort wurde sie eine der führenden Personen der US-amerikanischen Frauenbewegung und eine glühende Kämpferin gegen die Sklaverei.

Während der Deutschen Revolution lebte Heinrich Heine in Paris. Er war Franzose, weil er im Jahr 1797 in Düsseldorf das Licht der Welt erblickt hatte und die Stadt zu eben jener Zeit von Frankreich besetzt war und er war Deutscher, weil seine Eltern Deutsche waren. Vier Jahre vor der Revolution schrieb er:

„Ich höre schon ihre Bierstimmen: »Du lästerst sogar unsere Farben, Verächter des Vaterlands, Freund der Franzosen, denen du den freien Rhein abtreten willst!« Beruhigt euch. Ich werde eure Farben achten und ehren, wenn sie es verdienen, wenn sie nicht mehr eine müßige oder knechtische Spielerei sind. Pflanzt die schwarzrotgoldne Fahne auf die Höhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freien Menschtums, und ich will mein bestes Herzblut für sie hingeben. Beruhigt euch, ich liebe das Vaterland ebensosehr wie ihr. Wegen dieser Liebe habe ich dreizehn Lebensjahre im Exile verlebt, und wegen ebendieser Liebe kehre ich wieder zurück ins Exil, vielleicht für immer, jedenfalls ohne zu flennen oder eine schiefmäulige Duldergrimasse zu schneiden. Ich bin der Freund der Franzosen, wie ich der Freund aller Menschen bin, wenn sie vernünftig und gut sind.“

In den letzten Jahren seines Lebens betrat Heinrich Heine nie wieder deutschen Boden; zu enttäuscht war er von der Niederlage „des freien Menschtums“ in Deutschland.

Wäre die Deutsche Revolution erfolgreich gewesen und das Gebiet Deutschland zu einer demokratischen Republik geworden, wären die deutschen Dichter und Denkerinnen wie Mathilde Franziska Anneke und Heinrich Heine vielleicht in Deutschland geblieben. Robert Blum wäre am 9. November 1848 nicht hingerichtet worden und alle kommenden 9. November hätten anders ausgesehen.

So aber wurde die Geschichte Deutschlands ein Deutschland mit diesen 9. Novembern:

1918: Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann vom Reichstagsgebäude aus.

1923: Niederschlagung des Hitler-Ludendorff-Putsch in München.

1925: Hitler ordnet die Gründung der „Schutzstaffel“ an.

1936: Entfernung des Denkmals des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy vor dem Leipziger Gewandhaus durch Nationalsozialisten.

1938: Pogromnacht. Im Deutschen Reich kommt es zu organisierten Übergriffen gegen Juden und jüdische Einrichtungen, bei denen unter anderem Synagogen in Brand gesteckt werden.

1967: Bei der feierlichen Amtseinführung des neuen Rektors der Hamburger Universität entfalten Studenten ein Transparent mit dem Spruch „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“, der zum Symbol der 68er-Bewegung werden wird.

1969: Die linksradikale Organisation „Tupamaros West-Berlin“ versucht bewusst am Tag der Pogromnacht von 1938 einen Bombenanschlag auf das Jüdische Gemeindehaus in Berlin.

1974: Nach 58 Tagen Hungerstreik stirbt RAF-Mitglied Holger Meins in der Justizvollzugsanstalt Wittlich.

1989: Fall der Berliner Mauer.

2007: Der Deutsche Bundestag verabschiedet das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung.

Im November 1843 besuchte Heinrich Heine nach dreizehnjährigem Exil in Frankreich ein letztes Mal in seinem Leben Deutschland und dichtete:

Im traurigen Monat November wars
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.

Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen.

Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
Da ward mir seltsam zu Mute;
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute.

Ein kleines Harfenmädchen sang.
Sie sang mit wahrem Gefühle
Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
Gerühret von ihrem Spiele.

Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich Euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch
Was fleißige Hände erwarben.

Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.

Und wachsen uns Flügel nach dem Tod,
So wollen wir Euch besuchen
Dort oben, und wir, wir essen mit Euch
Die seligsten Torten und Kuchen.

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
Es klingt wie Flöten und Geigen!
Das Miserere ist vorbei,
Die Sterbeglocken schweigen.

Die Jungfer Europa ist verlobt
Mit dem schönen Genusse
Der Freiheit, sie liegen einander im Arm,
Und schwelgen im ersten Kusse.

Und fehlt der Pfaffensegen dabei,
Die Ehe wird gültig nicht minder ­
Es lebe Bräutigam und Braut,
Und ihre zukünftigen Kinder!

Ein Hochzeitskarren ist mein Lied,
Das bessere, das neue!
In meiner Seele gehen auf
Die Sterne der höchsten Weihe ­

Begeisterte Sterne, sie lodern wild,
Zerfließen in Flammenbächen ­
Ich fühle mich wunderbar erstarkt,
Ich könnte Eichen zerbrechen!

Seit ich auf deutsche Erde trat,
Durchströmen mich Zaubersäfte ­
Der Riese hat wieder die Mutter berührt,
Und es wuchsen im neu die Kräfte.

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„Freiwilliger Kindesmissbrauch“

Eine neue Entdeckung der Polizei in Freiburg ist der „freiwillige Kindesmissbrauch“.

Als sich in der Nacht zum 25. Oktober 2013 in Freiburg ein 36-Jähriger in einem Imbiss mit elf weiteren Personen, darunter auch Kinder, verschanzt hatte und drohte, sich in die Luft zu sprengen, wollte die Polizei nicht direkt von einer Geiselnahme sprechen, da die Polizei nicht vollständig ausschließen konnte, ob sie freiwillig bei ihm seien.

Die Polizei in Freiburg weiß also nicht, ob sich manche Kinder nicht vielleicht freiwillig von dem Onkel in die Luft sprengen lassen. Manche Pädophile sind sich schließlich auch sicher, dass die Kleinen das alles total freiwillig machen. Wird somit die Floskel, „es sei denn, die Kinder tun es freiwillig“, bald als Freiburger Floskel in die Geschichte eingehen? Wie wird dann wohl §1631 BGB aussehen? Vermutlich so:

Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig. Es sei denn, die Kinder tun es freiwillig.

§176 StGB sähe dann vermutlich so aus:

Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Es sei denn, das Kind tut es freiwillig.

Ich brech‘ ins Essen!

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Das war die Kölner Theaternacht

In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 2013 fand in der Studiobühne der Theatermarathon im Rahmen der 13. Kölner Theaternacht statt. Gerd Buurmann und Tobias Weber präsentierten acht Stunden Theater. Tapfer im Nirgendwo präsentiert ein paar Bilder des Abends von Tom Wolff:

Vor der Show. Gudrun Höpker meditiert sich im Bühnenbild ein.

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Die Show beginnt. Die wunderbare, elegante und schönste Stimme vom WDR2, Gudrun Höpker, betritt die Bühne.

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Gerd Buurmann und Tobias Weber folgen.

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Frau Höpker schaut zu.

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Hainrich Haine betritt den Saal.

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Gerd Buurmann singt mit Hainrich Haine.

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Tobias Weber und Gerd Buurmann greifen zum Alkohol und besingen den Rheinwein.

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Höpker, Weber und Buurmann nehmen Schunkelposition ein.

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Herr Buurmann macht sich an Frau Höpker ran.

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Der Abend eskaliert.

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Es endet fast „Psycho“.

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Der erste Besuch betritt die Bühne.

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Höpker und Weber verschwören sich gegen Buurmann.

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Auf der Bühne kommt es derweil zum „Kulturschock“.

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Eine Stunde vor Mitternacht, dem Tag der Deutschen Einheit, betritt die Kaiserin die Studiobühne.

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Die Ein-Mann-Show-Band Michael Borgard spielt auf.

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Die Kaiserin macht sich frei und dazu auch noch es sich gemütlich.

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Auf der Hauptbühne wird derweil Goethes Erlkönig vorgetragen.

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Kurz vor Mitternacht gibt es eine technische Panne und die Technik behebt in der Show das Problem.

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Derweil spielt die Band.

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Um Mitternacht singen Gudrun Höpker, Tobias Weber und Gerd Buurmann gemeinsam mit dem Publikum zum Tag der Deutschen Einheit die Nationalhymne.

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Gudrun Höpker hält die Rede zum Tag der Deutschen Einheit.

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Marco Leitner präsentiert Gedichte und ein Stück in 26 Akten.

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Frau Höpker liegt ihm zu Füßen.

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Später in der Nacht wird frei improvisiert.

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Nach 2 Uhr morgens macht sich auf der Bühnencouch die Presse breit. Von links: Schlosser-Presse (Torsten Schlosser), WDR2 (Gudrun Höpker), KölnCampus (Tobias Altehenger)

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Trotz der Zeit ist das Theater rappelvoll!

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Herr Weber und Herr Buurmann geben jetzt alles. Nur noch zwei Stunden!

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Ein Mann aus dem Publikum erwürfelt die nächste Nummer.

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Buurmann freut sich.

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Max Gstettenbauer beehrt den Theatermarathon mit einem Auftritt.

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Die Theatermarathon-Spätnachtichten folgen.

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Cathérine de la Roche leiht der Nacht ihre zauberhafte Stimme.

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Um 3 Uhr morgens kommt Cris Revon hinzu, ein alter Weggefährte von Tobias Weber und Gerd Buurmann.

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Die Nacht eskaliert.

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Der Kulturschock verabschiedet sich.

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Herr Buurmann legt sich spät in der Nacht bequemere Fußbekleidung an.

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Eine Frau aus dem Publikum wählt eine der letzten Nummern des Abends.

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Es ist Torsten Schlosser. Na, herzlichen Glückwunsch.

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Um 4 Uhr morgens nimmt das Publikum Abschied von einer rauschenden Nacht. Mit im Bild: Hainrich Haine und der Bühnenköbes.

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Kunst stört die Vereinten Nationen

Die Organisation der Vereinten Nationen hat es nicht so mit der Kunst. Kunst stört! Deshalb ist es bei den Vereinten Nationen zur beliebten Tradition geworden, Kunstwerke einfach zu verhüllen, wenn sie nicht ins Bild passen.

Als im Jahr 2003 Colin Powell und Hans Blix ihre Positionen in der Irak-Krise erläuterten, wurde Pablo Picassos Gemälde „Guernica“, das in Form einer Tapisserie im Vorraum zum Sitzungssaal des Sicherheitsrats hängt, von einem blauen Vorhang mit UN-Logos verhüllt. „Guernica“ ist das bekannteste Anti-Kriegs-Bild des zwanzigsten Jahrhunderts. Daher war das Gemälde, wie ein Diplomat damals erläuterte, kein „angemessener Hintergrund“, wenn in den Vereinten Nationen über Krieg gesprochen wird. Es ist eben unvorteilhaft, von durch Krieg gezeichneten, schreienden Menschen umgeben zu sein, wenn für einen Krieg geworben werden soll.

Zehn Jahre später bei Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Genf haben die Gastgeber der Vereinten Nationen das Marmorrelief „Die Erschaffung des Menschen“ aus Rücksicht auf die iranische Delegation verhüllt. Auf Nachfrage sagte die Schweizer Regierung als Ausrichter der Gespräche, es sei nur ein „neutraler“ Hintergrund geschaffen worden. „Neutral“ heißt in diesem Fall: nicht nackt! Gott, beziehungsweise Allah, hat den Menschen zwar nackt geschaffen, aber das findet die iranische Delegation ungehörig. Was bildet sich Allah eigentlich ein? Gut, dass wir die iranischen Mullahs haben. Sie zeigen Allah, wo es lang geht. Ein Penis stört einfach, wenn der Iran versucht, den Verdacht des Westens auszuräumen, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms Kernwaffen zu entwickeln. Bei dem Anblick eines Penis‘ denkt doch jeder gleich an Atombomben!

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Tapfer im Nirgendwo schlägt zur Sicherheit noch ein paar weitere Bilder vor, die verhüllt werden sollten.

Wenn das Flüchtlingsdrama auf Lampedusa mal ein Thema der Vereinten Nationen sein sollte, wäre es wohl angemessen, Géricaults „Floß der Medusa“ zu verhängen, wo immer es auch hängt.

Wenn es um Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen geht, sollte zur Sicherheit das Gemälde „Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen: André Breton, Paul Éluard und dem Maler“ von Max Ernst verhüllt werden, wo immer es auch hängt.

Wenn mit der Hamas darüber verhandelt wird, wie sehr die Vereinten Nationen ihr in der Forderung nach einem Palästina ohne Juden entgegenkommen kann, dann sollte zur Sicherheit das Selbstporträt von Felix Nussbaum verhüllt werden, wo immer es auch hängt.

Und wenn die Taliban mal vor den Vereinten Nationen sprechen sollte, wäre es wohl angebracht, alle Kopien und das Original der Mona Lisa zu verhüllen, am Besten so.

Was für die Taliban Frauen sind, das sind für die Organisation der Vereinten Nationen Kunstwerke. Es ist besser, sie zu verhüllen. Sonst stören sie nur!

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Kann nicht sagen, ich sei nun verrückt,

Eine Übersetzung von David Serebrjanik eines Gedichtes von Joseph Brodsky aus dem Jahr 1975.

Я не то что схожу с ума, но устал за лето.
За рубашкой в комод полезешь, и день потерян.
Поскорей бы, что ли, пришла зима и занесла всё это —
города, человеков, но для начала зелень.
Стану спать не раздевшись или читать с любого
места чужую книгу, покамест остатки года,
как собака, сбежавшая от слепого,
переходят в положенном месте асфальт. Свобода —
это когда забываешь отчество у тирана,
а слюна во рту слаще халвы Шираза,
и, хотя твой мозг перекручен, как рог барана,
ничего не каплет из голубого глаза.

***

Kann nicht sagen, ich sei nun verrückt, bin nur müde vom Sommer.
Holst dir nur ein Hemd aus dem Schrank und schon ist der Tag dahin.
Komm doch der Winter schon bald, ach komm er
und verschütte dies alles: Städte, Menschen, doch zuerst alles Grün.
Angezogen geh‘ ich dann schlafen oder lese von irgend einer griff-
bereiten Stelle aus fremden Buch, indessen Reste vom Jahr,
wie ein Blindenhund, der seinem Blinden entlief,
den Asphalt nach allen Regeln überqueren. Freisein gar –
wenn des Tyrannen zweiter Name überwunden ist
und der Speichel im Mund süßer ist, als Halva aus Shiraz,
und, obwohl dein Hirn wie ein Schafshorn gewunden ist,
wird dir das blaue Aug‘ nicht nass.

***

(Diese Übersetzung-Nachdichtung widme ich Gerd Buurmann)

(TINDS)

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Es war sensationell!

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Vor ein paar Tagen erhielt ich ein wunderbares Lob zur 13. Kölner Theaternacht, an der ich teilgenommen hatte.

„Es war sensationell!! Wie immer!! Herrn Weber kannte ich bisher noch nicht – jetzt bin ich sein HAI-mlicher Fan!!

Meine Frau, die zum ersten Mal dabei war, kann ich jetzt nur leider nie wieder mitnehmen…. ihre Augen und ihre Lippen glänzten nach Herrn Buurmanns Auftritten immer die eine Spur mehr, als es einem Gatten gefallen kann….

Meinem Sohn war Frau Höpker zu alt…. die Sissi war ihm zu maskulin…. aber die Zoten ließen ihn breit grinsen wie ein Nilpferd….

Für mich und meine heimliche schwule Ader blieb da nur Inge Meysel als Humphrey Bogart übrig. Nächstes Mal bringe ich aber Kukident mit.

Lieber Gerd, du bist ein Theatergott. Würde der Iffland-Ring an solch präsente Bühnentiere wie dich verliehen, müsste er 3 Kilo wiegen.

Vielen Dank für einen sehr, sehr, sehr glücklichen Abend!!!!“

Ein paar schöne Bilder von der 13. Kölner Theaternacht aus der Hand von Tom Wolff:

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