Apartheid im Nahen Osten

Die israelische Regierung hat beschlossen, staatliche Krankenhäuser mit Gebetsräumen für alle Religionen ausstatten zu lassen. Nachdem ein Muslim beim Obersten Justizgerichtshof geklagt hatte, weil er vor einer Klinik in Tel Aviv ohne einen muslimischen Gebetsort im Freien habe beten müssen, teilte die Regierung Israels mit, die sechs größten medizinischen Zentren des Landes in Jerusalem, Tel Haschomer, Haifa, Tel Aviv, Beerscheba und Petak Tikva seien angewiesen worden, binnen eineinhalb Jahren Gebetsräume für Muslime einzurichten.

So sieht also der angebliche „Apartheidsstaat Israel“ aus!

Dafür haben Juden im Gaza-Streifen, in Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen nicht nur keinen Gebetsraum in Krankenhäusern sondern gar keine Aufenthaltserlaubnis. Diese Regionen sind allesamt stolz darauf, „judenrein“ zu sein. Jude sein ist in diesen Ländern und Gebieten schlicht und einfach verboten!

Vor ein paar Monaten gewann jedoch Lina Mahul, eine 19-jährige Araberin aus der nördlichen Hafenstadt Akko die israelische Ausgabe von „The Voice“.

So sieht also der angebliche „Apartheidsstaat Israel“ aus!

Im israelischen Fernsehen wurde vor einiger Zeit ein Test mit versteckter Kamera unternommen, um zu schauen, wie die Menschen in Israel auf Diskriminierung reagieren. Ein Tankstellenverkäufer, weigerte sich, Araber zu bedienen. Die Gäste reagierten wie folgt:

So sieht also der angebliche „Apartheidsstaat Israel“ aus!

In Jerusalem gibt es über siebzig Moscheen. In Israel stehen über vierhundert Moscheen (Stand 2019). Damit hat sich die Anzahl der Moscheen in den letzten Jahren in Israel verfünffacht. Ende der achtziger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts gab es in Israel gerade mal etwas mehr als achtzig Moscheen. Über dreihundert Imame in Israel erhalten finanzielle Zuwendungen des Staates Israel.

So sieht also der angebliche „Apartheidsstaat Israel“ aus!

 

 

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Zwei Minuten Holocaust Instrumentalisierung

Sehr geehrte Damen und Herren der Stadt Köln,

die Polizei hat mir gesagt, dass ich Ihnen mitteilen soll, dass ich vermutlich am Freitag, 28. Juni um 11 Uhr vor dem Kölner Dom die Hatikva singen werde und es geschehen kann, dass noch ein paar mehr Menschen in diesen Gesang einstimmen werden. Da es sich dabei um Kunst handelt, sei die Polizei nicht zuständig, hat mir eine nette Polizistin erklärt, da es keine Versammlung im politischen Sinne sei, sondern ein Gesang und dafür solle ich doch bitte die Stadt Köln informieren.

Dies habe ich nun getan. Ich möchte Ihnen aber auch mitteilen, warum ich singen werde:

Am 28. Juni 2013 um 11 Uhr präsentiert Yael Bartana im Rahmen der Impulse Theater Biennale vor dem Kölner Dom „Zwei Minuten Stillstand“, eine Performance, die für mich wie eine karnevaleske Verballhornung des Holocaustgedenktags wirkt. Jom haScho’a ist ein israelischer Nationalfeiertag und Gedenktag für die Opfer der Shoa einerseits und den jüdischen Widerstand und das Heldentum der jüdischen Untergrundkämpfer andererseits. An dem Tag um 10 Uhr heulen in Israel für zwei Minuten die Sirenen. Der öffentliche Nahverkehr und normalerweise auch alle anderen Fahrzeuge halten dann an, die meisten Passanten bleiben schweigend stehen. Israel hält inne. Diese Form des Gedenkens wird Yael Bartana jetzt in Köln parodieren und ruft alle Kölnerinnen und Kölner dazu auf, am 28. Juni 2013 um 11 Uhr ihren Alltag für zwei Minuten symbolisch zu unterbrechen. Woran Sie denken sollen, gibt Yael Bartana auf der Homepage des Festivals bekannt:

„Drittes Reich und Holocaust sind nicht nur historische Ereignisse – sie haben weitreichende Wirkungen in unsere Gegenwart hinein: die Gründung des Staates Israel, die Besetzung der palästinensischen Gebiete, Flucht, Vertreibung in Europa und im Nahen Osten. Selbst die finanziellen Ungleichheiten in der EU sind vielfach noch immer Folgen des Zweiten Weltkriegs, so wie es Deutschlands Wohlstand ist.“

Der Oberbürgermeister der Stadt Köln kommentiert diese Kunstaktion mit folgenden Worten:

„Yael Bartana gibt uns mit ihrer Einladung zu „Zwei Minuten Stillstand” die großartige Gelegenheit, individuell zu entscheiden, eine gemeinschaftliche Erfahrung zu machen. Es ist ein wichtiges Projekt, das uns auffordert darüber nachzudenken, wie wir heute der Schrecken des Holocausts gedenken können, aber auch was unsere eigene Verantwortung für unsere Gegenwart und Zukunft ist. Ich unterstütze die Vision der Künstlerin, einen Moment des Innehaltens zu schaffen. Und ich lade alle Kölnerinnen und Kölner ein, sich an dieser Aktion zu beteiligen.” „Zwei Minuten Stillstand“ fordert uns dazu auf, die Gegenwart zu reflektieren. Anzuhalten, über die Geschichte nachzudenken und über unsere Zukunft. Darüber, was es heute bedeutet, deutsch zu sein, als Immigrant in Deutschland zu leben, welche Konsequenzen der Holocaust ebenso wie seine Instrumentalisierung heute haben.“

Lieber Jürgen Roters,

was meinen Sie mit Instrumentalisierung des Holocausts? Ich finde, Yael Bartana, die Stadt Köln und Sie instrumentalisieren den Holocaust, wenn Sie zu einer Performance vor dem Kölner Dom einladen, bei der die Kölner über der Holocaust nachdenken sollen, um dabei die „großartige Gelegenheit“ zu haben, „eine gemeinschaftliche Erfahrung zu machen.“ Aus dem Gedenken an den Holocaust eine gemeinschaftliche, großartige Erfahrung zu machen, das nenne ich pure Instrumentalisierung des Holocaust unter dem Motto: „Holocaust Alaaf!“

Wenn dann auch noch Yael Bartana vorgibt, woran man gedenken soll, nämlich an die Gründung des Staates Israel, die „Besetzung der palästinensischen Gebiete“, Flucht, Vertreibung in Europa und im Nahen Osten, sowie an die finanziellen Ungleichheiten in der EU, dann ist die Instrumentalisierung des Holocausts perfekt.

Alan Posener von der WELT hat die gefährliche Lächerlichkeit dieser Kunstaktion auf folgende passende Formel gebracht:

„Holocaustgedenken heißt also: Gegen Israel und für Eurobonds zu sein. So in etwa. Die Dummheit höret nimmer auf.“

Yael Bartana bedient die propagandistische Assoziationskette Holocaust – Israel – „Besetzung der palästinensischen Gebiete“. Sie beschwört das Bild vom Israeli als „ewigen Besatzer“, ein Bild, das die geschichtlichen Zusammenhänge vollkommen ausblendet.

Als am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, während die arabische Seite die Annahme ihres unabhängigen Landes verweigerte und sich stattdessen zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien an einen gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründete Israels engagierte. Am Tag der Gründung erklärte somit die arabische Welt Israel den Vernichtungskrieg, ein Krieg, der bis heute anhält. Im Zuge dieses Krieges und im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren, verließen 500.000 Menschen ihre Heimat; und das obwohl die meisten von ihnen nicht dazu gezwungen wurden, jedenfalls nicht von israelischer Seite – im Gegenteil: Israel bot allen in Israel lebenden Arabern an zu bleiben, um vollwertige Bürger des Landes zu werden. 160.000 Araber nahmen damals dieses Angebot an. Mittlerweile gibt es 1.250.000 arabische Israelis.

Die Besetzung des Westjordans und des Gazastreifens ist somit ein Ergebnis der Tatsache, dass die arabischen Staaten einen Vernichtungskrieg gegen Israel verloren haben. Yael Bartana aber ignoriert das und beschwört lieber das Bild vom „ewigen Flüchtling“. So nämlich sind Juden Täter und Palästinenser Opfer.

Das ist pure Instrumentalisierung des Holocaust. Yael Bartana instrumentalisiert mit ihrer Performance den Holocaust. Sie instrumentalisiert ihn sogar auf infamste Weise:

Yael Bartana instrumentalisiert den Holocaust, um in Deutschland Kritik an Israel zu üben. Eine geschmacklosere Form der Instrumentalisierung des Holocausts kann ich mir kaum vorstellen.

Daher instrumentalisiere ich nun Yael Bartanas Kunstwerk „Zwei Minuten Stillstand“. Ich soll über die Instrumentalisierung des Holocaust nachdenken. Das werde ich tun!

Ich werde am 28. Juni 2013 um 11 Uhr vor dem Kölner Dom stehen und meiner Abscheu über Yael Bartanas Instrumentalisierung des Holocausts zur Artikulation von Israelkritik kundtun, indem ich meiner Freude darüber Ausdruck verleihen werde, dass die Vernichtung gescheitert ist und Israel lebt; dass es somit einen Ort im Nahen Osten gibt, wo Schwule und Lesben nicht verfolgt werden, sondern gleiche Rechte genießen, eine Nation, wo Muslime, Juden, Christen und Atheisten frei und gleichberechtigt leben können, ein Land, in dem Männer und Frauen gleichberechtigt sind, ein Ort, wo die Aufklärung von Immanuel Kant und Moses Mendelssohn gelebte Realität ist, die einzige Demokratie im Nahen Osten: Israel! Ich werde die Hatikva singen. Das ist meine Art „die Gegenwart, die Geschichte und unsere gemeinsame Zukunft zu reflektieren.“

Wer macht mit?

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Darf ich bald Blut spenden?

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Im März 2013 wurde ich auf dem Neumarkt in Köln vom Roten Kreuz mit der Bitte angesprochen, Blut zu spenden. Ich antwortete: „Gerne würde ich Blut spenden, aber es ist mir verboten.“ Die Frau vom Roten Kreuz schaute mich merkwürdig an. „Ich bin kein Zeuge Jehova“, fügte ich schnell zu, „nicht das Sie das denken. Das Gesetz verbietet es mir!“

Tatsächlich, es die deutsche und europäische Rechtsprechung, die mir das Spenden von Blut verbietet. Der Grund: Ich habe in der Vergangenheit Menschen körperlich geliebt, die ich besser nicht geliebt hätte, um jetzt im Sinne der deutschen Rechtsprechung reines Blut zu haben. Es waren Männer. Ich habe zwar nie promiskuitiv gelebt, meine Sexualpartner sind mehr als überschaubar und seit über zwölf Jahren lebe ich einer treuen Partnerschaft mit meiner wunderbaren Ehefrau; aber schon ein schwuler Geschlechtsverkehr im Leben reicht, um im Sinne der deutschen Gesetze unreines Blut zu haben. Ich habe Blutgruppe 175! Meine Ehefrau lebte vor mir übriges in einer langen Beziehung mit einer Frau. Somit ist auch ihr Blut unerwünscht.

Meine Frau und ich sind in den Augen des Gesetzes eine HIV-Risikogruppe. Es ist nämlich für das Gesetz egal, ob jemand safer Sex praktiziert oder in einer treuen Sexualpartnerschaft lebt, wer schwul oder lesbisch ist, hat unreines Blut – Risikogruppe eben.

„Es geht schließlich um die Sicherheit.“

Wie immer ist es die Sicherheit, die vorgeschoben wird, um Diskriminierung zu rechtfertigen. Es könnte ja danach gefragt werden, ob man in einer geschlossenen Sexualbeziehung steht, ob es häufig wechselnde Sexualpartner gibt oder ob safer Sex praktiziert wird, aber nein, wichtig ist nur eins: „Bist du schwul, oder was?“

Dabei bin ich sogar bereit, eine Rasterfahndung zu akzeptieren, die vorsieht, dass das Blut von Schwulen und Lesben gesondert und besonders geprüft wird, aber nur wegen der sexuellen Orientierung das Blut zu verurteilen, ist inakzeptabel.

Das Rote Kreuz weißt regelmäßig darauf hin, dass nicht genug Blut gespendet wird. Überall fehlt es an Blut. Durch die Adern vieler treu und safe lebender Homosexueller fließt Blut, das dringend gebraucht wird und gerne gespendet werden würde, aber das Gesetz erlaubt es nicht. Es ist Blut von Menschen, die aufgrund ihres Lebensstils eigentlich keine Risikogruppe darstellen, aber für die deutsche Rechtsprechung sind sie eine Risikogruppe, nur weil sie homosexuell sind.

Eine Änderung der Richtlinien ist nach Angaben der Bundesärztekammer derzeit aufgrund der europäischen Rechtslage nicht möglich. Die europäische Rechtslage verweigert die Annahme dringend benötigten Bluts, nur aufgrund unbegründeter Diskrimierung. Eine Hilfe zu verweigern, die angeboten wird und bedenkenlos angenommen werden könnte, nenne ich unterlassene Hilfeleistung. Vielleicht sollte mal wer Europa auf unterlassene Hilfeleistung verklagen.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, sagt:

„Die Risikominimierung bei Blutspenden muss auf rationaler Gefährdungsanalyse statt auf Vorurteilen basieren. In diesem Sinne ist eine Überprüfung der Praxis geboten.“

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Menschenrechte nicht für Frauen!

Wie nennt ein großer Teil deutscher JournalistInnen einen vom religiösen Führer Irans ausgesuchten Präsidentschaftskandidaten, der absolut loyal ist gegenüber dem religiösen Führer, der Frauen generell eine Kandidatur zur Wahl verboten hat? Wie nennt also eine Mehrheit der deutschen JournalistInnen (und man achte hier besonders auf das Binnen-I) einen Mann, der es unterstützt, dass über 50 Prozent des erwachsenen Volkes ein elementares Menschenrecht schlicht verweigert wird?

Wer hätte es gedacht: „Reform-Kandidat“

Man mag mich für radikal halten, aber ein Kandidat, der als gemäßigt bezeichnet wird, sollte doch bitte nicht über 50 Prozent des erwachsenen Volkes elementare Menschenrechte verweigern. Ein Kandidat, der das Wort „Reform“ verdient, muss allen Menschen Menschenrechte garantieren. Auch für JournalistInnen sollte diese Sprachregelung gelten.

Eine Freundin von mir, die beim WDR arbeitet, sagte mir, die Experten des WDR würden alle von einem „gemäßigten Reform-Kandidaten“ sprechen und sie seien schließlich Experten! Da liegt das Problem: Manche Experten verlieren auf dem Weg hin zu ihrem Expertentum Gewissheiten, die sie zu Beginn der Reise noch hatten. Eine Gewissheit lautet: „Menschenrechte haben kein Geschlecht!“ (Hedwig Dohm)

Frauen Menschenrechte zu verweigern, ist niemals gemäßigt und weit davon entfernt, modern reformiert zu sein. Es ist Unterdrückung, blanke, pure Unterdrückung. Kein Experte kann meine Meinung diesbezüglich ändern!

Deshalb möchte ich auf folgenden Vortrag aufmerksam machen:

Iran nach den „Wahlen“ und die Lage der nichtpersischen Bevölkerung

Vortrag und Diskussion mit Hiwa Bahrami, Repräsentant der Democratic Party of Iranian Kurdistan (PDKI) in Deutschland und Österreich

Dienstag, 25. Juni 2013, 19.00 Uhr
Ort: Amadeu Antonio Stiftung, Linienstraße 139, 10115 Berlin

In der Ankündigung heißt es:

„Die iranische Bevölkerung hat gewählt, doch von einer demokratischen Wahl kann keine Rede sein. Aus 686 Bewerbern wählte der sogenannte Wächterrat acht handverlesene Kandidaten aus, die Kandidatur von Frauen wurde zuvor vom Wächterrat generell ausgeschlossen. Vor der Wahl wurde das Internet teilweise lahmgelegt, Journalisten überwacht, verhaftet, gefoltert oder zu Staatsfeinden erklärt.

Die staatliche Repression im Iran richtet sich insbesondere auch gegen die nationalen Minderheiten. Die Islamisten in Teheran sahen in den Freiheitsbewegungen in der Provinz Khusestan, Belutschistan oder im Norden des Landes stets auch eine Bedrohung für ihre Herrschaft.

Im August 1979 rief Khomeini als religiöser Führer in einer Fatwa zum Krieg gegen die Kurden aus. Die PDKI sei eine „Partei des Teufels“. Kurden bezeichnete er als „ungläubige Verschwörer, mit denen man hart umgehen“ müsse, als „Heiden und ausländische Kollaborateure, deren Ermordung die Pflicht jedes iranischen Muslims“ seien.

Hiwa Bahrami erläutert das konfliktreiche, teilweise mörderische Verhältnis des iranischen Regimes zu den verschiedenen nationalen Minderheiten und analysiert auch die Situation nach der Wahl. Welche Veränderungen sind unter einem Präsidenten Hassan Rohani, der in der taz als „bärtiger Hoffnungsträger mit Herz“ bezeichnet wurde, zu erwarten? Welche Rolle spielen die vom Westen als „moderat“ bezeichneten Kräfte in der Außen- und Innenpolitik des Landes?“

Weitere Informationen unter: info@mideastfreedomforum.org

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Der Sommer ist da!

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Der Sommer ist da! Es wird wärmer und auf der ganzen Welt finden wieder Paraden und Demonstrationen der Gay Pride statt. In Europa, in Amerika, in Asien, überall gehen Lesben und Schwule auf die Straße und demonstrieren einen selbstbewussten und stolzen Umgang mit der eigenen sexuellen Identität. Sogar im Nahen Osten und im arabischen Raum gibt es ein schwul-lesbisches Paradies: Israel!

In Israel genießen Schwule und Lesben staatliche Gleichberechtigung. Homosexuelle dienen in der Armee, eine Transsexuelle hat bereits zwei mal das Land beim Eurovision Song Contest vertreten, in Jerusalem fand eine der bisher drei einzigen World Gay Prides statt und Tel Aviv wurde jüngst von einer American Airlines zum besten Reiseziel für Schwule gekürt. Der Spiegel berichtet folgerichtig:

„Es ist einer der wenigen Orte im Nahen Osten, an dem sich Homosexuelle öffentlich küssen dürfen: Zehntausende zogen bei der jährlichen Schwulenparade durch Tel Aviv in Richtung Mittelmeerstrand – leicht bekleidet, tanzend und sehr bunt.“

Wie sieht es im Vergleich in der Nachbarschaft von Israel aus?

Im Irak ist Homesexualität verboten, im Libanon droht eine Freiheitsstrafe, im Omam, in Ägypten und Syrien drohen drei Jahre Haft, in Libyen fünf Jahre, in Kuwait sieben Jahre, in Bahrain zehn Jahre und im Iran, Jemen, in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten steht auf Homosexualität die Todesstrafe!

Im Juni 2012 versah die israelische Armee aus Anlass der Gay Pride Parade in Tel Aviv ihr Facebook-Profil mit dem Foto zweier händchenhaltender Soldaten und schrieb: „Es ist Pride-Monat. Wussten Sie, dass die IDF alle ihre Soldaten gleich behandelt?“ Torsten Teichmann, Korrespondent im Hörfunkstudio Tel Aviv der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland berichtete von der Gay Pride Parade in Israel und dichtete diese Schlagzeile:

Schwulenfreundlichkeit als Feigenblatt?“

In der ARD scheint der Hass auf Israel schon so groß zu sein, dass einfach nichts Gutes mehr über das Land berichtet werden darf. Selbst wenn eine Nachricht zeigt, dass Israel unserer Gesellschaft deutlich näher ist als jedes andere Land der Region, muss die Nachricht irgendwie auf die Linie der öffentlich-rechtlichen „Israelkritik“ gebracht werden. Unter keinen Umständen, so scheint es, darf die bundesdeutsche Anstalt es zulassen, dass das Bild von Israel etwas menschlicher wird. Torsten Teichmann findet deutliche Worte:

„Die Formel der Politik lautet: Ein Land, das die Rechte von Lesben und Schwulen achtet, ist auch sonst besorgt um die Menschenrechte. Der Juraprofessor Aeyal Gross dagegen glaubt, die israelische Regierung habe in der zunehmend heftigen Debatte um die Besatzung der Palästinenser ein Feigenblatt gefunden: „Heute denken viele Leute, Israel verletzt die Menschenrechte.“ Aber der Staat wolle das nicht so stehen lassen. „Also hat man dieses eine Thema entdeckt, die Rechte von Schwulen und Lesben, bei dem wir ganz gut sind. Jetzt sagt man: Schaut wie großartig wir sind. So, dass die Menschen Israel als Demokratie anerkennen, als ein Land, das die Menschenrechte achtet – und sagen: So schlecht ist der Staat gar nicht.“

So schlecht ist Israel auch nicht! Es ist wirklich ein Skandal, dass das Bild von Israel bereits so schlecht ist, dass sich manche Leute schon verwundert die Augen reiben, wenn mal nicht geschrieben wird, Israel sei unser Unglück, oder wie es Günter Grass formuliert: „Die größte Gefahr für den Weltfrieden.“ Es ist noch skandalöser, dass ein deutscher Dichter behaupten darf, Israel sei gefährlicher als all jene Länder, die Frauen, Homosexuelle, Christen, Juden und Ungläubige verfolgen und morden lassen, dass er somit sagt, Israel sei das größte Unglück der Welt, was absolut die Rhethorik der Nazis ist.

So schlecht ist Israel nicht! Warum muss jede positive Nachricht über dieses kleine Land am Mittelmeer immer auf Linie der „Israelkritik“ gebracht werden? Ist es wirklich so gefährlich, wenn Israel mal nicht kritisiert wird? Ist Israel für die Tagesschau etwa der Teufel, der Belzebub, der Satan höchtspersönlich, an dem es einfach nichts Gutes ohne Kommentar geben darf? Die Tagesschau berichtet:

„Kritiker werfen der Regierung vor, die Schwulen zu instrumentalisieren.“

Ganz ehrlich, ich lasse mich lieber von Israel instrumentalisieren, als im Iran an einem Baukran zu baumeln! Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zum Beispiel auch West-Deutschland von den Westmächten als Pufferzone zu den Mächten des Kommunismus‘ instrumentalisiert. Meine Freiheit ist Produkt eben dieser Instrumentalisierung. Instrumentalisierung ist nicht an sich schlecht. Es kommt immer darauf an, für wen oder was man sich instrumentalisieren lässt. Zur Zeit zum Beispiel lasse ich mich gerne für Hamed Adbel-Samad instrumentalisieren.

Wenn es ein Land im Nahen Osten gibt, für das es sich lohnt, sich instrumentalisieren zu lassen, dann Israel.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, wo ein Araber den Staat verklagen kann und gewinnt!

Israel gehört zu den führenden Ländern in der Weltkinderhilfe.

Israel ist das einzige Land der Welt, in dem der Wald größer und die Wüste kleiner wird.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, das Katastrophenhilfe anbietet.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten mit klarer Presse- und Kunstfreiheit

Israel ist führend im Recyceln von Wasser.

Israel ist führend in der Gewinnung von ökologischer Energie.

Israel ist neben Jordanien das einzige Land im ganzen Nahen Osten wo Araber Schwänze lutschen dürfen.

Ich will nicht behaupten, dass Israel frei von Fehlern ist, aber es gibt wahrlich keinen Grund, das Land immer und ständig zu kritisieren. Es gibt sogar viele Gründe für Lob! Israels ist die einzige Demokratie des Nahen Ostens, und obwohl sich das Land seit über sechzig Jahren in einem Krieg um die Existenz befindet, hat es die rechtsstaatlichen Prinzipien in einer Art und Weise geachtet, wie es einzigartig ist in der ganzen Geschichte der Menschheit. Noch nie in der ganzen Weltenexistenz hat ein Land über sechzig Jahre mit der Bedrohnung der Auslöschung durch seine Nachbarn gelebt und dennoch an die Prinzipien der Bürgerfreiheit festgehalten.

Israel ist somit nicht nur nicht so schlecht, sondern selbst unter Berücksichtung der politischen Fehler immer noch ein staatliches Vorbild, das nicht nur Gay Pride sein kann sondern Human Pride.

Einige Menschen nennen das Israels Garantie der Menschenrechte für Lesben und Schwule gerne abfällig „pinkwashing“, weil mit dem Lob für Israels Toleranz angeblich die Verfehlungen der israelischen Politik pink gewaschen werden sollen. Wenn es aber wirklich so etwas gibt wie „pinkwasing“, dann betreiben jene Medien, die sich auf Israels Verfehlungen konzentrieren und dabei die viel schlimmeren Verfehlungen der islamischen Nachbarn des jüdischen Staates ignorieren, brutales „washing“, „brownwashing“, um genau zu sein, denn die Hamas und die Muslimbruderschaft sind überzeugte Freunde der Nazis, wie dieses Bild beweißt, und dieses und dieses und dieses und dieser kleine Flakhelfer hier, ganz zu schweigen von dem, was die Minister der Hamas alles von sich geben.

Bei all dem fällt es nicht schwer, Israel auch mal kommentarlos zu loben für all das, was es in den letzten sechs Jahrzehnten Gutes vollbracht hat.

תודה ישראל

***

Zum Schluss noch ein alarmierender Auszug aus dem schon im Juni 2012 erschienen Artikel „Pretty in Pink“ der Jungle World:

„Mittlerweile zeigt der neueste Kniff aus der antiisraelischen Propagandakiste auch konkrete Resultate. Im März bereiste eine Delegation homosexueller Teenager aus Israel für einen Erfahrungsaustausch die USA. Die LGBT-Kommission in Seattle verweigerte ihnen jedoch auf Druck engagierter »Pinkwatcher« ein Treffen. Ebenso erging es ihnen in Tacoma und Olympia. Über die Ansichten der Jugendlichen zur Besatzungspolitik wurde nichts bekannt. Dass es sich um Israelis handelte, genügte in diesen Städten für ihren Ausschluss aus der Queer Community.“

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Ich höre immer nur Reform-Kandidat

Im Iran wird gewählt. Nach zwei Amtszeiten muss Ahmadinedschad abtreten. Sechs Kandidaten bewerben sich um seine Nachfolge. Einer davon heißt Hassan Rohani, der in den deutschen Medien immer wieder als Reform-Kandidat hochgejazzt wird. Gerade erst wieder habe ich die Begriffe „Reform-Kandidat“ und „gemäßigter Kandidat“ auf WDR 2 gehört.

Was bitte ist an Hassan Rohani so reformiert und gemäßigt?

Will er etwa die Steinigungen reformieren? Hassan Rohani ist ehemaliger Atomchefunterhändler des Irans und galt nie als Reformer. Er ist Kleriker und loyaler Anhänger des politischen und geistlichen Oberhaupts Irans, Ajatollah Ali Chamenei. Da beruhigt es nicht sehr, dass sein Wahlslogan „Besonnenheit und Hoffnung“ lautet und er vorgibt, den Atomstreit mit dem Westen schlichten zu wollen. Hassan Rohani gilt bestenfalls als Kandidat des gemäßigten Lagers, nachdem der einzige vom Wächterrat zugelassene Reformkandidat, Mohammed Resa Aref, seine Kandidatur zurückgezogen hatte. Ihm wurden im Vorfeld kaum Chancen eingeräumt.

Ein Reform-Kandidat, der vom Wächterrat zugelassen wurde, kann nicht allzu reformiert sein. Rohani ist nicht mal so reformiert, wie der vom Wächterrat zugelassen reformierte Kandidat.

Wer Hassan Rohani als Reform-Kandidaten bezeichnet, übernimmt die Sprachregelung des Mullah-Regimes. Das Mindeste, was ich von den Medien erwarten kann, ist, das Zauberwort zu nutzen, mit dem in den Medien alles behauptet werden kann: „mutmaßlich“.

Hassan Rohani ist der mutmaßlich gemäßigte Kandidat!

***

Ich möchte mal eine Vermutung wagen:

Das Mullah-Regime im Iran unterdrückt das eigene Volk. Das Volk rebelliert. Der Westen entwickelt Solidarität mit dem Volk. Was kann das Mullah-Regime tun, um die aufkeimende Solidarität mit dem persischen Volk zu ersticken? Ganz einfach: Das Regime droht einfach mit der Atombombe und bietet etwas später an, den Streit um die Bombe zu schlichten. Bumms! Schon gilt der Iran im Westen als reformiert. Für das persische Volk hat sich zwar nichts geändert, aber im Westen ist der Ruf des Mullah-Regimes gekittet. Manchmal ist es so leicht, den Westen zu foppen. Darauf ein dreifach donnerndes Mullah Allah!

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0,1 Prozent Deutsche

Nachdem ich Tapfer im Nirgendwo eine Mail von einer Leserin veröffentlicht hatte, die sich bei einem Aufenthalt in Offenbach nicht gerade wohl gefühlt hatte, bekam ich einige bitterböse Kommentare von Menschen aus Offenbach, die sich in ihrer Ehre verletzt fühlten.

Ja, ja: die Ehre!

Ich kann mir ja vorstellen, dass es nicht schön ist, wenn die eigene Stadt in einen schlechten Ruf gerät, aber wenn man das verhindern will, dann sollte man an den Ursachen des schlechten Rufs arbeiten. Die Ursachen sind jedoch nicht jene, die rufen, sondern der Grund, warum sie rufen!

Offenbach, you’ve got a problem!

Die Google-Suche für Nachrichten ergab bei dem Begriff „Offenbach“ heute (11. Juni 2013) folgende Treffer:

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In Offenbach leben circa 0,14 Prozent aller in Deutschland lebender Menschen. 0,1 Prozent! Das ist eine Zahl, die mir bekannt vorkommt.

Nach dem Attentat des Franzosen Mohamed Merah, der 2012 unter anderem drei jüdische Kinder mit einem Kopfschuss gezielt tötete, sorgten sich nicht wenige Menschen um das Bild des Islams. Der Rektor der Großen Moschee in Paris zum Beispiel mahnte:

“Man darf die zu 99,9 Prozent friedliche muslimische Religion nicht mit der kleinen Gruppe von Leuten verwechseln, die entschlossen sind, eine Bluttat zu verüben.”

Das Problem sind also nur mickrige 0,1 Prozent. Nehmen wir den Rektor der Grossen Moschee in Paris mal beim Wort. Schätzungsweise gibt es 1,3 Milliarden Muslime und 15 Millionen Juden auf der Welt. Das bedeutet, selbst wenn „nur“ 0,1% aller Muslime fanatische Judenhasser sind, die bereit sind eine Bluttat zu begehen, dann kommt ein solcher wahnsinniger Judenhasser auf zehn Juden. Jeder Minjan auf der Welt hat somit einen persönlichen Todfeind, bereit Amok zu laufen. Sehr beruhigend klingt das nicht.

0,1% klingt nicht beruhigend, wenn diese Minderheit auf französischem Boden Kinder ermordet, weil sie Juden sind. Die Tagesschau sorgte sich aber nicht um die lebensgefährliche Situation von Juden sondern um den Ruf von Muslimen und fragte:

„Werden die fünf Millionen französischen Muslime durch die Morde von Toulouse noch weiter an den gesellschaftlichen Rand gedrängt?“

0,1 Prozent der Muslime hasst 100 Prozent der Juden und die Tagesschau macht sich Sorgen um den Ruf von 99,9 Prozent Muslimen. Ein ausgemachter Nazi, ein brutaler Judenschlächter und Kindermörder trieb sein Unwesen auf französischem Boden und die Tagesschau treibt die Sorge um das Bild des Islams um? Es ist geradeso als wäre in Frankreich ein Vergewaltiger und Frauenmörder unterwegs und die Tagesschau sorgt sich um das Bild des Mannes.

In Offenbach wurde ein Rabbi von einer Gruppe Jugendlicher beleidigt, bedroht und geschubst. Der Rabbi sei immer wieder geschubst und mit Sprüchen wie „Scheißjude“ und „Viva Palästina“ beschimpft worden, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Offenbach, Mark Dainow. Als der Geistliche die Angreifer mit seinem Handy fotografierte, seien Sicherheitsleute des Einkaufszentrums aufgetaucht und hätten ihn aufgefordert, die Bilder zu löschen. Sogar ein von den Sicherheitsleuten angerufener Polizist habe den Rabbiner am Telefon angewiesen, die Beweismittel zu vernichten.

In Offenbach wurden jüngst aber auch bei Recherchen zur Islamistenszene ein ARD-Fernsehteam des Politikmagazins „Report Mainz“ angegriffen. Drei Mitarbeiter wurden verletzt, als sie vor der Tauheed-Moschee in der Innenstadt drehen wollten. Eine Gruppe junger Männer griff vor der Moschee zuerst gezielt einen der Reporter, dann den Kameramann und schließlich den Kameraassistenten an. Der Reporter wurde mit der Faust im Gesicht getroffen. Der Kameraassistent berichtet, er habe von mehreren jungen Männern Faustschläge und Fußtritte abbekommen. Er erlitt eine Schädelprellung und wurde vor Ort notärztlich behandelt.

Offenbach, you’ve got a problem! A big problem!

Die Verteilung von Opfer und Täter ist in den beiden erwähnten Offenbachern Szenarien nämlich klar: Auf der Seite der Täter sind überdurchschnittlich viele Muslime, aber Juden gibt es nur auf der anderen Seite, auf der Seite der Opfer.

Wenn es etwas gibt, das ich in Deutschland nicht mehr sehen will, dann Juden, die zu Opfern gemacht werden! Ich will das nicht sehen, weder von Nazis, noch von Christen, noch von Muslimen, von Niemandem! Und wenn es doch geschieht, dann will ich nicht, dass man sich Sorgen macht um den Ruf der Gruppe, zu der der Täter gehört, sondern um die Sicherheit der Gruppe, die unter den Tätern zu leiden hat!

In Offenbach leben ungefähr so viele Menschen wie es Juden in Deutschland gibt. Es wird Zeit, dieser jüdischen Gruppe beizustehen, da wieder einmal gegen sie mobil gemacht wird. Es kann nicht sein, dass die Mehrheit verharmlost, wegsieht oder sich in ihrer Ehre gekränkt fühlt, während ein kleiner Prozentsatz der Mehrheit hasst, schlägt und mordet! Es ist die Pflicht der Mehrheit, sich zu den Verbrechern unter ihnen zu verhalten.

Die Verbrecher sind unter uns!

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Wetten, dass es nicht mehr peinlicher geht?

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„Wetten, dass..? es nicht mehr peinlicher geht“

Das war die Schlagzeile der BILD am Montag, 10. Juni 2013. Gerd Buurmann von der Kunst gegen Bares sagt:

„Herausforderung angenommen. Wetten, dass doch ..!“

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Frauen unerwünscht!

Erinnert sich noch jemand an die Debatte um sogenannte No-Go-Areas in Deutschland, die vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 geführt wurde? Die afrikanische Gemeinde in Berlin wollte damals ausländische Besucher besser vor rassistischen Übergriffen schützen und plante daher, eine Karte mit No-go-Areas in Deutschland vorzulegen. Der damalige Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye sagte sogar:

„Es gibt kleine und mittlere Städte in Brandenburg und anderswo, wo ich keinem, der eine andere Hautfarbe hat, raten würde, hinzugehen. Er würde sie möglicherweise lebend nicht mehr verlassen.“

In der Debatte wurde jedoch leider völlig ignoriert, dass es für eine gewisse Menschengruppe in Deutschland überall No-Go-Areas gibt: Frauen! In jeder Stadt gibt es Parks, Straßen, Viertel, wo eine Frau, die dort alleine spazieren geht, Ängste verspürt, die ich als Mann nicht kenne. Übergriffe gegen Frauen passieren täglich und reichen von Beleidigungen über Missbrauch bis Vergewaltigung und Mord. Was manchen Menschen in Deutschland an Hass entgegengebracht wird wegen ihrer Hautfarbe kennt jede Frau. Bei ihr ist es nur das Geschlecht.

Eine besonders katastrophale Beschreibung einer No-Go-Area für Frauen wurde mir gestern von Rebecca aus Berlin zugeschickt. Im Rahmen eines antisemitischen Übergriffs gegen einen Rabbiner in Offenbach, über den Tapfer im Nirgendwo berichtet hatte, schrieb sie von ihren Erfahrungen in Offenbach. Tapfer im Nirgendwo gibt ihren Bericht wieder:

„Ich war vor einigen Jahren zweimal in Offenbach, um eine neue Mitarbeiterin meines damaligen Arbeitgebers einzuarbeiten. Abends bot sie mir an, mich zum nur achthundert Meter entfernten Hotel mit dem Auto zu fahren, was ich verwundert ablehnte. Sie bestand darauf, ohne mir jedoch einen triftigen Grund zu nennen, und ich akzeptierte aus Höflichkeit. Im Hotel gab es dann dieselbe absurde Situation: Die Rezeptionistin wurde fast panisch, als ich nach dem nächsten Restaurant fragte und dann zu Fuß (es war dirket an der nächsten Straßenecke!) dorthin laufen wollte. Einen Grund nannte auch sie mir nicht. Diesmal ging ich einfach los, ich konnte das Restaurantschild vom Hoteleingang aus sehen. Neugierig geworden, ging ich eine Runde um den Block, und verstand schlagartig die Panik.

Die Innenstadt Offenbachs verwandelt sich nach Geschäftsschluss um 20 Uhr in eine frauenfreie Zone. Es gibt nur Männer, die ca. 12 – 30 Jahre alt sind, und sie haben Umgangsformen, die deutlich machen, dass andere menschliche Wesen absolut unerwünscht sind. Eine Frau im Businesslook war für sie ein so großer Schock (ist die Hure blöd, oder was?!?), dass sie erst nach einigen Sekunden zum Anrempeln und Spucken übergegangen sind. Es war der kürzeste Spaziergang meines Lebens.

Von einer Bedrohung des „Zusammenlebens“ in Offenbach kann niemand ernsthaft reden, der schon mal da war. Das Leben in Offenbach ist schon einige Jahre monokulturell und die Offenbacher wissen das, auch wenn sie sich nicht trauen, es auszusprechen. Beim zweiten Besuch machte ich es wie sie: Ich bewegte mich nur noch in geschlossenen Räumen und dazwischen mit dem Auto.“

Vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sagte der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble:

„No-go-Areas darf es nicht geben, es gibt keine Zonen in der Bundesrepublik Deutschland in denen das Gewaltmonopol des Staates nicht gilt.“

Es darf sie nicht geben, aber es gibt sie! In Deutschland gilt Sexismus für viele Menschen leider immer noch als zu tolerierende kulturelle Eigenart, wie Antisemitismus, der bei gewissen Kulturen auch mehr toleriert wird als bei anderen. In Offenbach sind in einigen Gebieten Juden und Frauen unerwünscht. Deutschland toleriert das!

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Diese Südländer!

In Offenbach wurde ein Rabbi von einer Gruppe Jugendlicher in einer Einkaufspassage angegangen. Laut Angaben des Rabbis hätten sechs bis acht junge Männer das Wort „Jude“ als Beleidigung gerufen und ihn körperlich bedroht. Der Rabbi sei sogar als „Scheißjude“ bezeichnet worden.

Der Hessische Rundfunk hat von dieser Tat berichtet und hält es an einer Stelle des Berichts für wichtig, folgende Sache zu betonen:

„Die Verdächtigen beschrieb die Polizei als südländisch aussehend.“

Wenn die Herkunft der Verdächtigen für den Hessischen Rundfunk schon erwähnenswert ist, könnte er dann bitte etwas genauer sein? Waren es Italiener, Griechen, Portugiesen oder Spanier? Oder ist der Hessische Rundfunk etwa der Überzeugung, dass alle Südländer gleich seien? Ganz nach dem Motto: „Südländer eben, da kann man nichts machen. Sehen eh alle gleich aus. Wer kann die schon auseinander halten?“

Lieber Hessische Rundfunk,

ich habe da einen Vorschlag. Das nächste Mal, wenn Nazis wieder ihr Unwesen treiben, dann schreiben Sie nicht, dass es Nazis waren. Schreiben Sie lieber: „Die Täter waren Deutsche.“ Die Deutschen sind doch eh alle gleich!

Wenn Mitglieder der NPD etwas verbrechen, dann schreiben Sie auch nicht „Die Täter sind NPD-Mitglieder“, sondern: „Die Täter sind Mitglieder einer bundesdeutschen Partei“. NPD, SPD, FDP, CDU, Grüne, wo ist schließlich schon der Unterschied?

Wenn ein katholischer Priester ein Kind missbraucht, dann schreiben sie: „Der Täter war ein tiefgläubiger Mann.“ Christen, Moslems, Juden, Buddhisten, alles der gleiche Käse!

Und wo wir schon mal dabei sind: Dass Sie bei Berichten über Vergewaltigungen immer das Geschlecht betonen, grenzt an übler Diskriminierung. In Zukunft berichten Sie bitte so:

„Gestern wurde in Haselünne ein Mensch von einem Menschen vergewaltig!“

Nein, lassen Sie besser auch Haselünne weg. Schreiben Sie:

„Gestern wurde in einem Teilbereich der Milchstraße ein Mensch von einem Menschen vergewaltigt.“

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