Das Schwein am Kreuz

In einem Gastbeitrag für den Kölner Stadt-Anzeiger hat sich Pater Werner Holter mit der Frage der Blasphemie beschäftigt und sich dabei auf ein Ereignis rund um die 25-Jahr-Feier des Kunst-Station Sankt Peter konzentriert. Sankt Peter ist eine Kirche, in der regelmäßig Ausstellungen stattfinden. Am 25. Mai 2012 sollte dort eine Ausstellung mit Zeichnungen des österreichischen Malers Siegfried Anzinger eröffnet werden, der seinen „Hieronymus-Zyklus“ im Altarraum zeigen wollte. Da zu diesem Zyklus auch das Bild eines gekreuzigten Schweins gehörte, fürchtete der Kurator Guido Schlimbach um den Frieden der Gemeinde und bat Anzinger, das Bild mit dem gekreuzigten Schwein separat auf einer Empore auszustellen. Siegfried Anzinger lehnte diesen Vorschlag jedoch mit Hinblick auf die Aussage des Gesamtkunstwerkes ab und betonte: „Ich lasse keines meiner Kinder am Bahnhof zurück.“ Guido Schlimbach sagte daraufhin die Ausstellung „schweren Herzens“ ab.

Hochwürdiger Pater Werner Holter,

in einem Gastbeitrag für den Kölner Stadt-Anzeiger haben Sie geschrieben, dass die Frage, ob das Gemälde des gekreuzigten Schweins von Siegfried Anzinger „in einem Raum, in dem Leben zum Gebet wird, in dem das Wort Gottes gehört wird und Tod und Auferstehung Jesu Christ vergegenwärtigt werden“ ausgestellt werden darf, für Sie entschieden ist. Zwar schreiben Sie nicht explizit, wie Ihr Urteil lautet, aber der Tenor Ihres Beitrages lässt kaum einen Zweifel zu, Sie unterstützen die Entscheidung des Kurators und betonen: „In Sankt Peter wird – Gott sei Dank – noch regelmäßig Gottesdienst für alle Altersgruppen gefeiert; in unserer Kirche wird meditiert, gekniet und gebetet. Für eine Kirche gelten andere Regeln als für eine Galerie.“

Eine Kirche ist keine Galerie, da haben Sie selbstverständlich recht. Allerdings sollten Sie für die Tatsache, dass es noch betende Menschen gibt, eher dem Menschen Dank sagen und nicht Gott, da die Entscheidung für und zu Gott nun wirklich eines der ganz wenigen Gebiete ist, auf denen der Mensch vollkommen frei ist. Der Zweifel an Gott macht den Menschen aus. Selbst Jesus überkam in der absoluten Menschwerdung, die im Tod ihre Vollendung fand, der Zweifel. Im Sterben fragte Jesus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen.“ (Mk 15,34 / Mt 27,46)

Vielleicht gelingt es mir ja mit diesem bescheidenen Brief, einen kleinen Zweifel an Ihrem Urteil zu säen, denn für mich ist das Gemälde von Stefan Anzinger Ausdruck tiefster Verbundenheit mit Gott, die selbst den Zweifel zulässt. Als Gemeindemitglied würde ich mich geehrt fühlen, das Gemälde vom gekreuzigten Schwein in meiner Kirche zu haben; ich würde mir sogar wüschen, einmal an dem Bild zu beten und zwar als Bestandteil des Kreuzwegs an Karfreitag. Selten hat mich ein Kunstwerk so nah an die tiefe theologische Bedeutung von Karfreitag geführt.

Für mich symbolisiert das Schwein das Leiden einer unschuldigen Kreatur. Sie finden jedoch „ein Schwein, stellvertretend für die unschuldige Kreatur ans Kreuz geschlagen, ziemlich trivial, wenn nicht sogar zynisch – angesichts der Tatsache, dass unweit von uns an einem Tag fast hundert wehrlose Kinder einfach massakriert werden.“ Mit der gleichen Begründung, hochwürdiger Pater, könnten Sie auch die Bezeichnung des Allerheiligsten als „Lamm Gottes“ als trivial bezeichnen. Symbole und symbolische Handlungen zeichnen sich gerade dadurch aus, für jeden zugänglich zu sein, denn nichts anderes bedeutet das lateinische Wort trivialis. Sogar Jesus hat sich trivialer Symbole bedient. Bei der Hochzeit zu Kana (Joh 2, 1-12) verwandelt er Wasser und Wein und lässt so die Hochzeitsgesellschaft die Schönheit der Schöpfung spüren. Ist ein solches Symbol nicht auch ziemlich zynisch angesichts der Tatsache, dass Jesus seine Kräfte nutzt, damit sich eine Gesellschaft besaufen kann, statt hungernden und leidenden Kinder mit seiner Macht zu helfen? Das Schwein ist für mich als Symbol so zulässig wie das Lamm oder der Wein.

Ich persönlich finde das Schwein sogar die beste Wahl. Ich komme nämlich vom Land und habe schon immer das Schwein unter allem Tieren am Hof am meisten bemitleidet. Nicht nur weil sich die Schreie der Schweine vor ihrer Schlachtung in mein Hirn eingebrannt haben, sondern vor allem, weil ich es schon als Kind besonders erschütternd fand, dass das Schwein das einzige Tier auf dem Bauernhof ist, dessen einziges Daseinsberechtigung darin besteht, getötet und gegessen zu werden. Jedes andere Tier hat mindestens einen weiteren Nutzen im Leben. Schafen versorgen uns mit Wolle, Hühner legen Eier, Kühe geben Milch, Rinder ziehen Pflüge, Pferde tragen uns, nur beim Schwein gilt: Nur ein totes Schwein ist ein gutes Schwein. Daher kann ich gut verstehen, dass bei Muslimen und Juden das Schwein nicht koscher ist.

Oft wird gefragt, was denn Juden oder Muslime gegen das Schwein hätten. Diese Frage habe schon als Kind nicht verstanden. Seit wann ist es ein Zeichen der Zuneigung, ein Wesen zu töten und zu essen? Wenn ich ein Schwein wäre und jemand würde mich fragen, bei was für einer Familie ich leben möchte, ich müsste nicht lange zögern und würde mich selbstverständlich für eine muslimische oder eine jüdische Familie entscheiden. Sie schreiben:

„Problematisch erschien mir Darstellung auch durch den Begriff der „Judensau“, die schlimmste Assoziationen an Pogrome in der Geschichte Europas weckt und zumindest mich sehr nachdenklich gestimmt hat.“

Nicht nur Sie hat die Assoziation mit der „Judensau“ sehr nachdenklich gestimmt, aber im Gegensatz zu Ihnen hat mich das gekreuzigte Schwein nicht dazu gebracht, über die Legitimität der Ausstellung des Gemäldes von Siegfried Anzinger in Sankt Peter nachzudenken, sondern darüber, warum die originale „Judensau“ noch bis zum heutigen Tage als Schnitzerei im Chorgestühl des Kölner Doms zu finden ist. Die „Judensau“ bezeichnet ein im Hochmittelalter entstandenes häufiges Bildmotiv der judenfeindlichen christlichen Kunst, bei der Juden dadurch gedemütigt werden, dass sie im intimen Verkehr mit Schweinen dargestellt werden. Die Kölner „Judensau“ entstand im Jahr 1310 und hängt bis zum heutigen Tag im Kölner Dom. Warum also soll ich mich darüber aufregen, dass ein Gemälde in einer Kirche hängen könnte, das Assoziationen zur „Judensau“ zulässt, während die echte „Judensau“ immer noch im Kölner Dom hängt?

Mit der Wahl des Schweins als Gekreuzigten hat Siegfried Anzinger in einem Gemälde das Beste und das Schlechteste gezeigt, was das Christentum bisher hervorgebracht hat. Auf der einen Seite sehen wir den christlichen Glauben an der Rettung der gesamten Menschheit durch die Menschwerdung Gottes im Sterben am Kreuz auf der anderen Seite sehen wir die schrecklichen Untaten, die im Namen Jesu begangen wurden, besonders an Juden. Obwohl Jesus selbst ein Jude war, finden sich schon im Evangelium selbst die ersten judenfeindlichen Tendenzen. Im Evangelium des Johannes sind Juden “Söhne des Teufels”, die die neue Lehre von Jesus nicht annehmen wollen und stattdessen am Judentum festhalten.

“Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin ausgegangen und komme von Gott; denn ich bin nicht von mir selber gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum kennet ihr denn meine Sprache nicht? Denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören. Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben. Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht. Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte; darum hört ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott.” (Joh 8, 42-47)

Für Paulus ist es klar, dass Juden, die Jesus Lehre nicht leben wollen, auch seinen Tod zu verantworten haben:

„Ihr seid nämlich, Brüder, Nachahmer der Gemeinden Gottes in Judäa geworden, die in Christus Jesus sind; denn ihr habt von den eigenen Landsleuten dasselbe erlitten wie jene von den Juden, die sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben, die Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind, indem sie uns hindern, den Heiden zu ihrer Rettung. So machen sie das Maß ihrer Sünden unablässig voll. Es ist aber schon der ganze Zorn über sie gekommen.“ (1. Thess 2, 13-16)

Für viele Christen sind Juden Entwicklungsbremsen, die statt sich der neuen Lehre zu ergeben, an der alten Tradition festhalten. Nirgends wird diese Überzeugung deutlicher propagiert als während der Karfreitagsfürbitte für Juden. Bei diesen Fürbitten werden Juden als perfidis (treulos) bezeichnet und ihnen iudaica perfidia (jüdische Treulosigkeit) vorgeworfen. Bei den Karfreitagsfürbitten bitten Christen Gott darum, Juden den „Schleier von ihren Herzen“ zu nehmen, ihnen die christliche Erkenntnis zu schenken und so der „Verblendung ihres Volkes“ und „Finsternis“ zu entreißen. Eine zaghafte Kritik an der traditionellen Judenfürbitte wurde erst nach der Shoa formuliert. Seit 1956 veränderte der Vatikan sie schrittweise, aber in ihrer Intention kann und wird sie in vielen Kirchen noch heute gebetet.

Einen traurigen Höhepunkt findet der christliche Judenhass in dem Reformator Martin Luther, der in seinem Werk “Von den Jüden und ihren Lügen“ folgendes schreibt:

“Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.”

In seinem “Handbuch über die Judenfrage” fordert Martin Luther sogar jene Dinge, die im 20. Jahrhundert am Wannsee in Berlin zur deutschen Staatsräson werden sollten:

“Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.”

Im Wissen um diese christlichen Verbrechen erscheint mir Siegfrieds Anzingers Wahl eines Schweins als Gekreuzigten als geradezu genial. Wenn Sie also schreiben, für eine Kirche gelten andere Regeln als für eine Galerie, so kann ich Ihnen nur zustimmen. In der Kirche gibt es nämlich die Funktion die Predigt, also den Moment, an dem die Symbole und Bilder erläutert und interpretiert werden. Genau eine solche Predigt hätte ich mir im Falle des gekreuzigten Schweins gewünscht, denn was mich betrifft, so hat Siegfried Anzinger mir mit seinem Gemälde die Bedeutung Karfreitags so nah gebracht wie selten ein anderes Kunstwerk.

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann

PS: Nur weil jemand etwas als eine Beleidigung auffasst, muss es noch lange keine Beleidigung sein. Ein Künstler, der Mohammed malt, muss damit noch lange keine Beleidigung im Sinn haben und jemand, der ein Schwein als Gekreuzigten malt, muss damit nicht das Christentum verhöhnen wollen. Selbstbewusste Christen kann man gar nicht beleidigen. Dafür sind sie viel zu vergebend. So wie Jesus. Er war einfach eine coole Sau!

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Diesen Holocaust hat es nie gegeben!

Kennen Sie die Geschichte der Irena Wachendorff? Wenn nicht, dann fragen Sie einfach mal ein paar der Gäste ihrer zahlreichen Lesungen und Vorträge. Irena Wachendorff ist nach eigenen Angaben eine jüdische Lyrikerin. Ihre Mutter hat ein Vernichtungslager der Nazis überlebt, woran sie immer denken muss, wenn sie ihre alte pflegebedürftige Mutter wäscht und die tätowierte Nummer auf dem Arm sieht. Ihr Vater war ein Zadik, also ein ganz besonders frommer Jude. Sie selber ist Mitglied und Vorbeterin in der Kölner Reform-Gemeinde Gescher la Massoret und diente während des Libanonkrieges 1982 sogar in der israelischen Armee. Sie ist zudem Friedesaktivistin, Israelkritikerin und Förderin des arabisch-jüdischen Waldorfkindergarten „Ein Bustan“ in Israel. Irena Wachendorff ist somit die perfekte Pin-Up-Jüdin für jeden, der ganz besondere Beziehungen zu Israel pflegt und sich der deutschen Vergangenheit so verpflichtet sieht, dass er Israel einer Sonderbehandlung unterziehen muss.

Kennen Sie Jennifer Nathalie Pyka? Wenn nicht, dann schauen sie einfach mal auf ihrem hervorragenden Blog vorbei. Jennifer Nathalie Pyka ist eine junge Journalistin, der die ganze Geschichte rund um Irena Wachendorff so konstruiert vorkam, dass sie etwas ganz unerhörtes gemacht hat. Sie hat recherchiert! Recherchieren, so ein Schweinkram macht man auch nur, wenn man jung ist und bisher nur ein Bachelor of Arts hat. Herausgekommen ist bei ihrer Recherche folgendes:

Der Kölner Reform-Gemeinde Gescher la Massoret ist Frau Wachendorff nicht als Mitglied bekannt sondern nur als Abonnentin des Gemeindeblattes. Von ihrem Engagement als Vorbeterin weiß dort niemand etwas, nicht einmal der Rabbiner. In der israelischen Armee hat sie nach Pyka auch nie gedient. Das Jüdischste, was Irena Wachendorff somit vorweisen kann, ist ein Abo. Da ist selbst Mel Gibson jüdischer.

Wie sieht es aber mit ihren Eltern aus? Jennifer Nathalie Pyka hat auch dort recherchiert. In der Yad Vashen Datenbank, in der vier der sechs Millionen jüdischen Shoah-Opfer gelistet sind, gab es hinsichtlich des Mädchennamens der Mutter, deren gesamte Familie angeblich umkam, keinen einzigen Treffer. Ein Anruf bei der Mutter brachte dann folgendes Ergebnis. Die Mutter sprach: „Auschwitz? Nein, ich nicht.“ Mit dieser mütterlichen Aussage konfrontiert erklärte Irena Wachendorff, dass sie sich nicht wirklich daran erinnern könne, in welchem Vernichtungslager die Mutter war und die Nummer auf dem Arm sähe eigentlich auch nur so aus als könnte es vielleicht etwas sein, dass so ähnlich aussieht wie eine Nummer, mit nur ein ganz klein wenig etwas sehr viel Phantasie. Allerdings hatte die Mutter noch etwas gesagt: „Aber mein Mann war in Auschwitz.“ Jennifer Nathalie Pyka hat auch hier recherchiert.

Irena Wachendorffs Vater war Leiter des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Rheinland und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Im Mai 2009 wurde er auf dem nicht-jüdischen Bad Godesberger Burgfriedhof im Rahmen einer Trauerfeier der evangelischen Marienfosterkirche in einer Urne beigesetzt. Für einen angeblichen Zadik, also einen besonders frommen Juden schon eine sehr erstaunliche Angelegenheit, da weder die Verbrennung der sterblichen Überreste noch eine christliche Trauerfeier zum Repertoire einer jüdischen Beerdigung gehören. Jennifer Nathalie Pyka recherchierte also weiter und fand heraus, dass ihr Vater kein Zadik war, sondern ein, wie soll ich es sagen, ähm …, ich sag es einfach frei heraus, Pyka hat herausgefunden: Wehrmachtsoffizier. Das ist jetzt zwar nicht wirklich jüdisch, aber was sollen wir uns hier mit Detailfragen aufhalten. Er war in Auschwitz! Auf welcher Seite des Zauns, das hat niemand gefragt.

Diese Geschichte ist so unglaublich wie wahr. Die Enttarnung dieses Spuks haben wir einzig und allein der Journalistin Jennifer Nathalie Pyka zu verdanken. Tapfer im Nirgendwo verneigt sich in Respekt vor dieser brillanten Leistung.

Kennen Sie Ruprecht Polenz? Wenn nicht, dann schauen Sie einfach mal auf seiner Facebook-Seite nach. Er ist Mitglied des deutschen Bundestags und ganz vernarrt in Irena Wachendorff, weil sie als gläubige Jüdin, israelische Soldatin und geschätzte Vorbeterin mit frommen jüdischen Eltern, die Auschwitz überlebt haben, Israel kritisiert. Na gut, sie ist zwar keine Vorbeterin und auch kein Mitglied einer jüdischen Gemeinde und in der israelischen Armee hat sie auch nie gedient und ihre Mutter war auch nicht in einem Vernichtungslager und ihr Vater nur bei der Wehrmacht, aber Israelkritikerin ist sie und Gründungsmitglied im Ein Bustan Deutschland e.V. zur Unterstützung eines Waldorfkindergartens in Israel. Allerdings hat Jennifer Nathalie Pyka auch herausgefunden, dass dieser Verein nicht unbedingt der tätigste Verein ist. Tja. Und nun?

Israelkritikerin! Das ist Irena Wachendorff! Das stimmt. Das konnte nicht widerlegt werden. Nicht mal von Frau Pyka. Irena Wachendorff ist Israelkritikerin, und ist es das nicht, worauf es am Ende ankommt?

Ruprecht Polenz schreibt auf Facebook: „Es gibt von mir keine einzige Äußerung, die man auch nur entfernt als antisemitisch verstehen könnte. Ich habe übrigens auch von Frau Wachendorff keine antisemitische Äußerung gelesen.“ Zudem faselt er etwas von „umgekehrten Ariernachweis“, ganz so als sei Jennifer Nathalie Pyka die neue Roland Freisler und Irena Wachendorff das Opfer eines Rassegesetzes. Widerlicher geht es nicht.

Lieber Herr Polenz,

wie sage ich es Ihnen möglichst klar, so dass auch Sie es verstehen? Irena Wachendorff hat mehrfach gelogen und sich eine maßgeschneiderte Holocaustlüge angefertigt. Sie hat sogar in Schulen von ihrer erlogenen Geschichte erzählt. Die Schülerinnen und Schüler, die ihr dort zugehört haben, wissen nun, dass dieser Holocaust erfunden ist. Wenn aber dieser Holocaust erfunden ist, so können sich diese junge Menschen nun fragen, warum sollen dann die anderen Holocaustgeschichten nicht auch frei erfunden sein? Vielleicht sogar alle? Irena Wachendorff hat sich wie ein Pfau mit den Federn tatsächlicher Holocaustopfer „geschmückt“, nur damit sie so ihre Lyrik besser verkaufen kann. Bei dieser Instrumentalisierung des Leids Anderer zur Vermarktung der eigenen Persönlichkeit hat sie zudem die Förderung der Holocaustleugnung in Kauf genommen.

Zudem haben Sie, Herr Polenz, die notwendige Aufdeckung der Lügen und Anmaßungen von Irena Wachendorff durch Jennifer Nathalie Pyka als „umgekehrten Ariernachweis“ diffamiert und somit nicht nur das Andenken der Opfer des Nationalsozialismus‘ instrumentalisiert, sondern das freiheitliche System der Bundesrepublik Deutschland, das die Arbeit von Jennifer Nathalie Pyka mit der Garantie der Pressefreiheit schützt, mit der Gesetzgebung der Diktatur des Nationalsozialismus in Verbindung gebracht. Sie haben Pykas journalistische Arbeit, dessen Ziel der Erkenntnisgewinn ist, mit den Nürnberger Rassengesetzen verglichen, deren einziges Ziel die vollständige Vernichtung des Judentums war. Wenn das nicht antisemitisch ist, Herr Polenz, was dann?

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„Warum ich im Bundesrat einen Israel-Antrag als Einziger ablehnte.“

Eine Erklärung von Marco Schreuder (erstmals erschienen auf www.schreuder.at).

Gestern war ich im Bundesrat ein bisschen einsam. Ich stimmte als Einziger gegen einen Antrag, den Sie hier nachlesen können. Ich kann in diesem Fall aber ganz gut damit leben.

Hintergrund: Israel hat mehrere palästinensische Abgeordnete verhaftet. Und zwar in Verwaltungshaft. Verwaltungshaft ist ein Mittel, das mir auch nicht gefällt und in vielen Staaten der Welt angewandt wird – vor allem in Ausnahmesituationen und bei Gefahr für die Sicherheit, etwa bei Gefahr von Terroranschlägen. Es sei angemerkt, dass vor kurzem wieder über 150 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel regneten.

Unter anderem wird die Verwaltungshaft übrigens in Großbritannien, den USA, Irland oder Australien eingesetzt. Leider wird diese Form auch sehr oft gegen Asylwerber_innen eingesetzt. Die Verwaltungshaft gibt es auch in den palästinensischen Autonomiegebieten, wie Staatssekretär Dr. Wolfgang Waldner in seinem Redebeitrag erwähnte! Was ich mehr als bemerkenswert finde.

Die Probleme: Und hier ist auch eines der Kernprobleme des Antrags, wie ich meine: Warum richtet sich der Antrag nur gegen die israelische Form und nicht gegen eine weltweite Ächtung? Und warum – wenn man schon den Nahostkonflikt in den Mittelpunkt rücken möchte – nicht auch gegen die Verwaltungshaft der palästinensischen Autoritäten? Oder warum richtet sich der Antrag nicht auch gegen Exekutionen angeblicher “Kollaborateure” Israels in Gaza? (Als Kollaborateure werden übrigens auch oft schwule palästinensische Männer verhaftet, wenn sie etwa Kontakt zu lesbisch-schwulen Selbsthilfegruppen oder NGOs in Israel hatten – siehe Artikel hier).

Zweites Problem: Die meisten Gefangenen sind von der Hamas. Und die Hamas als friedliche und “normale” Partei darzustellen halte ich für äußerst problematisch. Dazu mehr in meiner Rede weiter unten.

Daher war mir der Antrag zu einseitig. Ich war der Einzige, der das so sah. Mir war es aber wichtig, dass im Bundesrat trotzdem zu thematisieren, weil es sonst keiner gemacht hätte. Und tatsächlich: Mein Redebeitrag war der Erste zum Thema (von insgesamt sechs), und somit konnte ich immerhin eines erreichen: Eine differenzierte Debatte zum Thema ohne das übliche einseitige Bashing. Genau das wollte ich erreichen!

Gelebte Demokratie: Mein Kollege Efgani Dönmez, den ich bekanntermaßen enorm schätze, kam zu einer anderen Schlussfolgerung und unterstützte den Antrag. Wir haben darüber geredet, debattiert – mit großer Wertschätzung – und meinten, dass es gut ist, dass Themen auch innerhalb der Grünen mal kontroverser diskutiert werden. Er ist – und das weiß jeder, der ihn kennt – ein tapferer Kämpfer gegen Extremismus und somit auch Islamismus. Aber in diesem Fall fand er den Antrag richtig.

Ich jedenfalls bin froh Mitglied einer Partei zu sein, wo sich Meinungen auch mal trennen können und wir diese unterschiedliche Sichtweisen auch transparent machen. Woanders wäre ein Abgeordneter oder eine Abgeordnete wohl einfach rausgegangen und hätte weder Hand gehoben noch dazu gesprochen. Das ist leider üblicher, als man denkt!

Ich finde: Eine Demokratie hat auch Debatten verdient und dazu gehört auch verschiedene Perspektiven einnehmen wie in diesem Fall. Ganz egal um welchen Verhandlungsgegenstand es geht. Politik ist nicht nur schwarz/weiß, sondern hat viele Graustufen dazwischen. Daher danke ich Efgani ganz herzlich. Es war eine feine Diskussion – und die Freundschaft bleibt.

Sobald ich die Rede von Efgani Dönmez habe, werde ich sie hier auch platzieren. Die Reden der Anderen werde ich verlinken sobald sie auf der Parlaments-Website zu finden sind.
Die Rede im Bundesrat im Wortlaut:


Bundesrat Marco Schreuder (Grüne, Wien): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Ich habe mir diesen Antrag ziemlich lange und genau durchgelesen, und ich glaube, ich bin wahrscheinlich – oder vermutlich – heute das einzige Mitglied in diesem Bundesrat, das diesen Antrag nicht unterstützen kann. Ich möchte schon auch kurz in aller Seriosität erklären, warum ich – auch als einziger der Grünen hier in diesem Hause – diesen Antrag nicht unterstützen kann, auch wenn es mir nicht leicht fällt.

Als ich vor einigen Jahren in Jerusalem war, habe ich einen Familienvater kennengelernt mit damals zwei Töchtern – es werden heute hoffentlich auch noch zwei Töchter sein. Die Töchter waren damals neun und zehn Jahre alt, und der Familienvater hat mir erzählt, dass er seine zwei Töchter immer mit zwei verschiedenen Schulbussen in dieselbe Schule schickt. – Ich glaube, besser kann man die Situation, wie Menschen in Israel leben müssen, nicht beschreiben.

Das war natürlich in einer Zeit, in der es Terroranschläge noch in einem erhöhten Ausmaß gab. Ich kann mich erinnern, ich war damals auch in Tel Aviv und war dort in einer Diskothek – das ist eine ganz gute Stadt, auch einmal zum Ausgehen –, und eine Woche später sehe ich dann dieselbe Diskothek in den Nachrichten, weil junge Menschen, die dort in der Schlange gestanden sind, in die Luft gesprengt worden sind.

Gleichzeitig wird in diesem Antrag die Administrativhaft kritisiert, die Israel über palästinensische Abgeordnete verhängt hat. Ich will diese Art von Verhaftung jetzt hier nicht gutheißen, damit ich hier nicht missverstanden werde (Ruf bei der ÖVP: Sehr gut!) – damit ich hier nicht missverstanden werde –, allerdings halte ich es in einer außenpolitischen Diskussion, wenn es um den Nahen Osten geht, für ausgesprochen wichtig, vor allem, wenn man beispielsweise auch Menschenrechte in diesem Antrag als Begründung einfügt, dass man dann genauer hinschaut und Menschenrechte eben auch wirklich universell begreift.

Es sind die verhafteten Abgeordneten nicht Abgeordnete einer demokratischen, friedlichen Partei, es sind Abgeordnete der Hamas. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man das hier auch festhält. Die Hamas hat 2006 (Ruf bei der ÖVP: Aber demokratisch gewählt!) – ja tatsächlich – in einer demokratische Wahl die Wahlen im Gazastreifen gewonnen und hat 2007 in einem Bürgerkrieg gegen die Fatah die Macht im Gazastreifen übernommen.

Jetzt kann man darüber diskutieren, ob das demokratisch ist, und dann kann man darüber nachdenken, ob die Charta der Hamas, also quasi das Parteistatut, unseren Menschenrechten entspricht. Ich zitiere aus der Charta der Hamas; Artikel 7 der Hamas-Charta:

„Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“

Aus Artikel 13 der Hamas-Charta:

„Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten; der Nationalismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist Bestandteil ihres Glaubens. Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit.“

Das steht in der Charta der Hamas. Und außerdem finden sich in der Charta der Hamas immer noch die sogenannten Protokolle der Weisen von Zion. Die Protokolle der Weisen von Zion sind ein antisemitisches Pamphlet, das im frühen 20. Jahrhundert im damaligen zaristischen Russland geschrieben worden ist, von dem längst bewiesen ist, dass es eine Fälschung ist, und diese werden nach wie vor leider auch im Gazastreifen gedruckt und verkauft und sind nichts anderes als pure antisemitische Hetze.

Jetzt kann man sagen, Israel geht nicht gut mit den Arabern um. – Das kann man sagen. Kann man sagen, dass man deswegen Israel einseitig verurteilen muss, oder kann man in einem Antrag, der einerseits Israel kritisiert, nicht auch sagen, dass man auch gleichzeitig die Hamas zum Beispiel auffordert, den Staat Israel anzuerkennen, sein Existenzrecht überhaupt einmal anzuerkennen? – Diese Fragen stelle ich mir.

Und deshalb halte ich einen Antrag, der einseitig ist, in diesem Fall für falsch. Ich halte es für falsch, auch wenn ich der Einzige in diesem Haus sein mag – vielleicht ändert sich das ja jetzt, ich weiß es nicht (Bundesrat Mag. Klug: Eher nicht!) –, ich halte es also für falsch, dass wir als Mitglieder des Bundesrates die antisemitische und gewalttätige Hamas verteidigen (Bundesrätin Mag. Duzdar: Das ist nicht der Antrag!), denn so würde es interpretiert werden (Bundesrätin Mag. Duzdar: Das interpretieren Sie!), solange nicht alle Facetten der Menschenrechte in der gesamten Region berücksichtigt werden.

Und jetzt erlauben Sie mir, auch als offen schwul lebender Mann, hier einen Satz zu sagen. Wenn wir Menschenrechte universell begreifen, dann schaue ich mir gerne auch die Menschenrechte – zum Beispiel Frauenrechte, das sind auch Menschenrechte, oder Lesben- und Schwulenrechte – an und dann stelle ich fest, dass es in Israel ein Antidiskriminierungsgesetz gibt, Schutz gibt, eine Gay-Pride-Parade gibt – auch umstritten, aber gut, das ist ja nicht anders als hierzulande, wenn in Tel Aviv die Lesben und Schwulen auf eine Parade gehen –, die Schwulen und Lesben in den palästinensischen Gebieten aber wohin fliehen? – Nach Israel, weil es der einzige sichere Hafen für sie ist!

Deswegen sage ich: Achtung! Wenn wir schon Menschenrechte als Argument verwenden, dann beachten wir bitte die Menschenrechte als universelles Thema und verurteilen hier nicht einseitig. Und wenn wir schon – und ich halte das für richtig – hier in diesem Haus über Außenpolitik sprechen, dann finde ich es schon bemerkenswert, dass wir in einer Zeit, in der wir eigentlich über Syrien sprechen müssten, über Israel reden. (Bundesrat Mag. Klug: Es kann sich jeder einbringen!)

Und ich bin sehr traurig darüber, dass die Außenpolitik Österreichs nicht mehr so konsequent ist, wie sie es einmal war. Als im Iran Salman Rushdie durch eine Fatwa verfolgt worden ist, war es damals Rudolf Scholten, liebe Sozialdemokratie, der für Schutz und für ein Versteck gesorgt hat. Jetzt gibt es wieder eine Fatwa im Iran gegen Shahin Najafi, einen Rapper. Eigentlich könnte doch Österreich dasselbe wieder tun, aber wir tun es nicht mehr. (Bundesrätin Mag. Duzdar: Macht es ja!) Und ich frage mich, warum wir mittlerweile so einseitig geworden sind in dieser Wahrnehmung.

Und ich empfinde auch die mediale – ich mache jetzt auch Medienkritik, ich gebe es zu –, ich empfinde also auch die mediale Berichterstattung über den Nahostkonflikt in diesem Land zu einem erheblichen Teil einseitig. (Bundesrätin Mag. Duzdar: Wieso?)

Wenn 150 Raketen auf Südisrael niederregnen, so wie in den letzten Tagen, erfahren wir darüber in unseren Medien nichts. Wenn dann das israelische Militär eine Aktion dagegen ausführt, wird ganz groß in den Medien berichtet (Zwischenruf des Bundesrates Mayer), dass Israel jetzt wieder eine Attacke gegen Gaza durchführt. Ich halte das für eine Einseitigkeit, ich halte das für eine einseitige Sicht, mit der ich zunehmend ein Problem habe. Und ich bitte um Verständnis, ich kann diesem Antrag, auch wenn er inhaltlich in vielen Punkten stimmen mag, nicht zustimmen.

Nebenbei bemerkt, zur Administrativhaft: Wir könnten hier auch eine Resolution machen, dass wir die Administrativhaft generell ablehnen – dann würde ich sogar zustimmen –, dann würden wir die Administrativhaft ablehnen, die es zum Beispiel in Großbritannien gibt, in den USA, in Australien oder in Irland. In Australien und in Irland wird diese Administrativhaft übrigens sogar gegen Asylwerber und Asylwerberinnen eingesetzt. Das halte ich für mindestens genauso verachtenswert wie alles andere. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)

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Wo ist „Boykott Israel“?

Warum haben sich eigentlich die Schmocks von „Boykott Israel“ noch nicht zu Wort gemeldet bei der Debatte rund um das Urteil des Kölner Landgerichts, die religiös motivierte Beschneidung von Jungen unter Strafe zu stellen, eine Debatte, die Henryk M. Broder zurecht als „pornografische Debatte mit maximaler Erregung“ bezeichnet?

Wenn Juden in Deutschland die Brit Mila verboten wird, dann gehen sie halt nach Israel und lassen die Beschneidung dort vornehmen. Das heißt aber, dass Dank des Verbotes der Beschneidung in Deutschland, Israel einen wirtschaftlichen Aufschwung durch den rasanten Anstieg des Beschneidungstourismus erleben wird.

Muss sich da nicht „Boykott Israel“ vehement gegen das Verbot der Beschneidung in Deutschland aussprechen? Sollten bei den „Israelkritikern“ nicht sofort alle Alarmglocken läuten? Am Ende ist das Urteil zu Köln nichts anderes als eine ganz ausgeklügelte Taktik der Weisen von Zion, Israel mit Devisen zu versorgen? In Köln wurde schließlich die Flagge Israels entworfen und zwar von dem damaligen Kölner David Wolffsohn, der sie anlässlich des zionistischen Weltkongresses 1897 in Basel entwarf. Die Flagge Israels ist ne kölsche Jong! Das schreit doch nach Verschwörungstheorien!

Also, Ihr lieben Israelboykottierenden, Butter bei die Fische, was hasst Ihr mehr: Israel oder die Brit Mila?

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Die Vorhaut gehört zu Deutschland

Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland hat das Landgericht Köln in einem Urteil entschieden, dass wer Jungen aus religiösen Gründen beschneidet, sich wegen Körperverletzung strafbar macht.

Unser aktueller Bundespräsident sagt: „Die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland.“ Unser letzter Bundespräsident hat gesagt: „Der Islam gehört zu Deutschland.“

Man mag mich berichtigen, aber so wie ich es verstanden habe, gehört die Beschneidung von Jungen zum Islam und zum festen Bestandteil vieler gläubiger Muslime. Im Islam ist die Beschneidung ein ebenso wichtiges religiöses Gebot wie im Judentum. Das heißt nicht, dass alle Muslime und Juden beschnitten sind. Einige meiner besten muslimischen Freunde sind nicht beschnitten, nichtmal mein Lieblingskoch koscherer Küche ist beschnitten, aber Jude ist er allemal. Es gibt Muslime, die nicht beschnitten sind, Muslime die nie in Mekka waren, Muslime die nicht beten und Muslime die niemals den Koran gelesen haben. Es gibt sogar Juden, die nicht lustig sind. Wenn jedoch ein Muslim oder ein Jude sein Kind beschneiden lässt, so tut er dies aus einer religiösen Überzeugung heraus. Das Landgericht Köln hat nun diese religiös motivierte Beschneidung als Körperverletzung verurteilt. Während also der Deutsche Bundespräsident sagt, Muslime gehörten zu Deutschland, erklärt ein Landgericht in Köln gläubige Muslime zu Verbrechern.

Ich bin mal gespannt, wie dieses Urteil den religiösen Dialog befördern wird. Als der holländische Politiker Geert Wilders den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ verglich, war die Empörung groß; als Kurt Westergaard als Nicht-Muslim das muslimische Gebot brach und Mohammed zeichnete, überlebte er nur knapp einen Mordanschlag; als Theo van Gogh in einem Film ein muslimisches Gebet auf den nackten Körper einer Frau projezierte, wurde er ermordet; als Salman Rushdi die „Satanische Verse“ und Shahin Najafi „Naqi“ schrieben, wurde eine Todesfatwa über sie verhängt; und nun kommt ein Kölner Landgericht und erklärt einen muslimischen Ritus zum Verbrechen. Soweit geht nicht mal ProNRW und PI News.

Man mag mich naiv nennen, aber mein Verständnis einer freien Gesellschaft schließt das Recht ein, die „Satanische Verse“ und „Naqi“ zu schreiben, Mohammed zu malen, religiöse Texte auf nackte Frauen zu schreiben und den Koran mit „Mein Kampf“ zu vergleichen. Wenn in dieser Welt dann Jungen von ihren muslimischen und jüdischen Eltern beschnitten werden, dann komme ich darauf klar, denn so frei wird eine Gesellschaft nie werden, dass sie Eltern abschafft. Unsere Eltern bestimmen erst mal unsere Sprache, unsere Kultur und unsere Religion, ohne uns zu fragen. Solange es nur dazu führt, dass manche deutsch sprechen, einige Gefillte Fisch essen und manche ihre Vorhaut verlieren, kann ich damit leben. Deutsch ist eine interessante Sprache, von Gefillte Fisch wird mir nicht direkt schlecht und beschnittene Schwänze, nun, da hat Elaine die passende Antwort.

In der Folge „The bris” der 90er-Jahre-Sitcom “Seinfeld” wird Elaine Benes gefragt, ob sie jemals einen unbeschnitten Penis gesehen habe und wenn ja, wie er ihr gefallen habe. Ihre Antwort hat Fernsehgeschichte geschrieben:

“Es hatte kein Gesicht, keine Persönlichkeit, keinen Glanz. Es sah aus, wie ein Marsmännchen.” (No, had no face, no personality, very dull. It was like a martian.)

Die Debatte um die Beschneidung von Jungen wird mit Sicherheit sehr heftig geführt werden. Bevor aber alle übereinander herfallen und die Hygiene und das verminderte Krebsrisiko von beschnittenen Penes in den Ring geworfen werden, sollten wir erstmal das Positive sehen: Vor siebzig Jahren wurden jüdische Jungen noch von der deutschen Justiz ermordet; heute macht sie sich Sorgen um ihre körperliche Unversehrtheit.

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Ganz große Oper!

Stellen Sie sich vor, Sie sind als Journalist zu einer Pressekonferenz ins Rathaus geladen und wissen nur, dass es um eine kulturpolitische Entscheidung von enormer Tragweite geht. Stellen Sie sich weiterhin vor, sie betreten das Rathaus und sehen im Publikum unter anderem den Opernintendanten der Stadt sitzen. Nun, werde Sie denken, das ist nichts Ungewöhnliches. Warum sollte der Opernintendant nicht im Publikum anwesend sein, wenn über eine kulturpolitisch wichtige Sache berichtet wird? Stellen Sie sich nun aber vor, der Opernintendant betritt den Saal mit folgenden Worten: „Laufenberg, Opernintendant, noch.“ Spätestens jetzt würden Sie merken, dass sie nicht nur zu einer Pressekonferenz geladen wurden, sondern zu einer ganz großen Oper!

„Laufenberg“ Eine Oper in 5 Akten.
Ort: Köln
Zeit: Sommer 2012
Personen: Opernintendant Laufenberg (Tenor), Sprecherin der Stadt (Sopran), Journalistin Laufenberg (Alt), Kulturdezernent Quander (Bass)

Akt 1: Der Opernintendant betritt den Weißen Saal. Es erklingt die Arie: „Laufenberg. Opernintendant. Noch!“

Akt 2: Die Sprecherin der Stadt fordert den Opernintendanten auf zu gehen, da nur Journalisten geladen seien. Der Opernintendant fragt, ob das jetzt eine Bitte sei oder ein Rausschmiss, worauf die Sprecherin die Arie anstimmt: „Eine Bitte mit Nachdruck!“

Akt 3: Der Opernintendant ruft seine Frau an und bittet sie, unverzüglich zum Rathaus zu kommen. Es erklingt die Arie: „Meine Frau ist Journalistin“.

Pause

Akt 4: Die Frau des Opernintendanten ist mittlerweile eingetrudelt. Leider hat sie den gemeinsamen Hund Oscar dabei. Es erklingt die Arie „Ein kluges Tier, aber ängstlich“ vom Opernintendanten. Die Sprecherin erklärt, das Tier dürfe nicht bleiben. Es erklingt die Arie „Hunde dürfen nicht ins Rathaus“. Der Opernintandant verlässt mit dem Hund den Saal.

Akt 5: Der letzte Akt findet in Abwesenheit des Opernintendanten statt, dafür erscheint jetzt der Kulturdezernent Quander. In der erzwungenen Abwesenheit des Opernintendanten gibt er die fristlose Kündigung des Opernintendanten bekannt. Die Journalistin und Frau des Opernintendanten stellt zuletzt die Frage, ob der Kulturdezernent eine Mitschuld trage an dieser Situation. Es erklingt die Arie von Quander: „Keine.“

Der Vorhang fällt schnell!

Ich muss gestehen, seit „Der Kaufmann von Venedig“ von William Shakespeare habe ich nicht mehr eine solch brillante Interpretation von Selbstgerechtigkeit, Unverschämtheit und Überheblichkeit gesehen. Laufenberg ist wie Shylock, der im 5. Akt nicht mehr da ist, weil er von einer selbstherrlichen und selbstgerechten Gruppe um Portia rausgeworfen wurde. Kulturdezernent Georg Quander spielt in dieser Oper die Rolle der Portia. Vom sozialdemokratischen Oberbürgermeister gestützt und von der rot-grünen Regierung im Rat umgeben, verkündet er die Entlassung des Opernintendanten ohne dabei die Chuzpeh zu haben, es dem Entlassenen selbst direkt ins Gesicht zu sagen. Da war selbst Portia noch anständiger! Wenn das die Art des Umgangs im rot-grünen Rat ist, dann bleibt mir nur zu noch sagen: „Nessun dorma!“ Niemand schlafe! Denn auf diesen Horrorhaufen der kulturellen Inkompetenz müssen alle nur möglichen offen Augen gerichtet werden.

Die Schriftstellerin und Opernlibrettistin Elke Heidenreich sagt über Laufenberg, er habe die „Oper auf ein ganz hohes, international anerkanntes Niveau gebracht“. Noch nie habe sie „so viel Enthusiasmus, Freude, Stolz“ im Kölner Opernhaus erlebt. Heidenreich beklagt vonseiten der Stadt ein „verschlagenes Spiel hinter den Kulissen“. Mit Blick auf den Kölner Kulturdezernenten erklärt sie: „Im Namen vieler, wenn nicht aller Opernmitarbeiter und Opernliebhaber bitte ich inständig darum: Entlasst diesen Kulturdezernenten und nicht diesen Intendanten.“

Ich kann mich dieser Forderung nur anschließen: Entlasst Quander und nicht Laufenberg! Ich habe zur Not sogar den Anstand, es ihm ins Gesicht zu sagen.

Es stimmt schon: Uwe Eric Laufenberg wollte sich nicht der vertragsbrüchigen Kürzung des Etats ergeben. Es stimmt auch: Laufenberg ist ein zäher Verhandlungspartner, der nicht selten zu übertriebenen Aussagen greift. In einem Interview erhob er erst jüngst besonders schwere Vorwürfe gegen Quander. „In einer Art, die an Schmutzigkeit nicht zu übertreffen ist,“ habe man ihm einen Auflösungsvertrag versagt und ihn in eine fristlose Kündigung drängen wollen. „Man ist besessen von der Idee, dass ich sofort weg muss.“ Es stimmt aber auch: Uwe Eric Laufenberg hat eine Rekord-Auslastung für die Kölner Oper erreicht und das Niveau auf den höchsten Wert der letzten Jahre erhöht.

Wer so einen beim Publikum und der Kritik erfolgreichen Intendanten fristlos kündigt, der muss sich den Vorwurf gefallen lassen, eigene Interessen zu haben. „Nessun dorma“, sage ich daher, niemand schlafe! Stattdessen sollten wir ein Auge auf Quander haben, ob er nicht, „O Fortuna“, von dieser Entlassung profitieren wird.

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Lies!

Am 23. Juni ist es soweit! Im Rahmen des 60. Erscheinungsjahres der ersten Bild-Zeitung am 24. Juni 1952 wird eine Sonderausgabe der Bild-Zeitung kostenlos an 41 Millionen deutsche Haushalte geschickt. Nicht wenige Haushalte haben sich gegen diese kostenlose Verteilung der BILD gerüstet. Bei Facebook gibt es zum Beispiel eine Seite, die sich gegen diese kostenlose Verteilung ausspricht: “BILD Zeitung – NEIN Danke”. Auf einem Schild an einer Wohnung las ich heute:

„Liebe Postbotin,
Lieber Postbote,

Da wir eine aufgeklärte, demokratische, reflektierende Familie sind, müssen wir das polemische, hetzende, meinungsverfälschende Drecksblatt BILD ablehnen! Bitte an den Absender zurückschicken.“

Ne, ist klar, da ist also eine Familie, die so aufgeklärt, demokratisch und reflektierend ist, dass sie die Pressefreiheit nicht erträgt. Ich muss gestehen, die Leute, die in der kostenlosen Verteilung der Bild-Zeitung ernsthaft einen Affront sehen, erinnern mich ein wenig an jene Leute, die über Ostern 2012 voll die Krise bekommen hatten, weil der Koran von Salafisten kostenlos verteilt wurde.

Kinder, es ist doch nur bedrucktes Papier! Man kann es einfach annehmen, lesen oder sonst was damit machen. Ich zum Beispiel nutze die BILD manchmal, um meinen Kamin oder den Grill anzuzünden. Es gibt also keinen Grund zur Panik!

In Deutschland darf sowohl der Koran als auch die BILD kostenlos verteilt werden. Das eine ist ein ideologisches und teilweise mit Hass, teilweise mit guten Absichten gefüttertes Meinungsblatt und das andere ist die BILD. Beide gehören zu Deutschland! Manche behaupten, der Koran habe Gemeinsamkeiten mit „Mein Kampf“, Max Goldt wiederum behauptet über die BILD:

„Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.“

Michael Naumann sagt: „Der Irrsinn dieses Blattes und seine millionenfache Ruchlosigkeit sind ansteckend wie Aids und haben in Wirklichkeit schon längst die Abdankung von Takt und Mitleid im weiten Kreis seiner Leser zur Folge gehabt.“

Judith Holofernes sagt: „Die Bild­zei­tung ist ein ge­fähr­li­ches po­li­ti­sches In­stru­ment – nicht nur ein stark ver­grö­ßern­des Fern­rohr in den Ab­grund, son­dern ein bös­ar­ti­ges Wesen, das Deutsch­land nicht be­schreibt, son­dern macht. Mit einer Agen­da.“

Bernd Gäbler schreibt: „Die Bild-Zeitung will immer alles gleichzeitig sein: die eigentliche Bundesregierung und der Gerichtshof der kleinen Leute; hässlicher Denunziant und großzügiger Stifter von Versöhnung; Papst-Freund und Puffgänger; Wühler im Dreck und Moralist.“

Günter Wallraff schreibt: „Ohne Springer wäre diese Republik heute demokratischer; es gäbe weniger Nationalismus und Rassismus, weniger Polizeistaat, weniger Schnüffler, weniger Misstrauen, weniger Lüge, weniger Prostitution, sexuelle wie politische. Die Bundesrepublik wäre ein friedlicheres Land, nicht so gefährlich für seine Nachbarn und seine eigenen Minderheiten.“

Recht haben sie alle, und sie alle gehören zu Deutschland. Recht haben auch jene, die darauf hinweisen, dass im Namen des Korans Kriege geführt, Menschen geschlachtet, Frauen unterdrückt und Juden verfolgt werden. Der Koran ist in vielen Ländern Verfassung. Die BILD jedoch ist in keinem Land Verfassung. Allah sei Dank! Wenn also der Koran kostenlos verteilt werden kann, dann sollte es bei der BILD schon mal gar keine Bedenken geben.

Für die BILD gilt am 23. Juni was über Ostern für den Koran galt: Lies!

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Jakob Augstein, der Lügner

“Ich persönlich lebe lieber in einem Land, in dem die Nationalflagge, die Verfassung und Bücher verbrannt werden dürfen, aber es kaum jemand macht, als in einem Land, in dem sich die Unterdrückten danach sehnen, die Nationalflagge, die diktatorische Verfassung oder die Schriften der Unterdrückung zu verbrennen, sie es aber nicht dürfen.”

Diesen Satz habe ich vor einiger Zeit in meinem Artikel „Wo das Verbrennen von Büchern ist“ geschrieben. Leider lebe ich in einem solchen Land nicht. Laut Paragraf 90a StGB ist das Verbrennen und Verunglimpfen der deutschen Fahne verboten!

Jakob Augstein wird das nicht gewusst haben, als er in der phoenix-Sendung “Jetzt aber wirklich – Endspiel um den Euro” aus der Reihe “Augstein und Blome” eine Deutschlandfahne genommen hatte, um sich damit die Nase zu putzen allerlei anderen Unfug damit anzustellen.

Ich hätte über diese Aktion nichts geschrieben, hätte Jakob Augstein als überzeugter Antiamerikanist nicht auch noch eine dreiste Lüge dazu verbreitet. Zu seiner Aktion sagte er nämlich, dass er in Guantanamo landen würde, wenn er dies in Amerika täte. Das ist eine Lüge! Was er getan hat, ist in Amerika erlaubt. In Deutschland ist es verboten! Jeder Journalist kann und muss das wissen, jedenfalls, wenn er darüber berichtet. Ich habe daher im Anschluss der Sendung direkt den Artikel „Jakob Augstein weiß es nicht besser“ verfasst.

Was mich nämlich an Jakob Augsteins Haltung besonders aufregt ist seine ganz besondere Form des deutschen Nationalstolz‘, der sich daraus speist, dass die USA schlecht gemacht wird, damit „Deutschland, Deutschland über alles“ besser im „Glanze des Glückes“ der Amerikakritik blühen kann. Jakob Augstein verbreitet Lügen über die USA, indem er behauptet, dort sei etwas verboten, was in Deutschland erlaubt sei, was ebenfalls eine Lüge ist, da es hier verboten ist.

Lieber Jakob Augstein,

wie sage ich es Ihnen möglichst höflich? Das Erhöhen Deutschlands durch das Verbreiten von Lügen über Amerika ist, wie soll ich sagen, schon voll Nazi! Und wissen Sie, was noch irgendwie Nazi ist? Die kritische Haltung vor der schwarz-rot-goldenen Fahne. Die Nazis mochten diese Fahne auch nicht. Sie haben schwarz-rot-gold schnell abgeschafft und durch schwarz-weiß-rot ersetzt. Kann es daher sein, lieber Herr Augstein, dass Ihre politische Haltung schon so weit links ist, dass sie anfängt rechts zu sein? In meinen Augen jedenfalls scheinen Sie ein stolzer Deutscher zu sein, dessen Stolz vor keiner Lüge zurückschreckt, um Deutschland besser und Amerika schlechter zu machen.

***

Nachtrag: Warum Jakob Augsteins Aktion antiamerikanistisch ist, hat K.Voss auf den Punkt gebracht:

„1. Antiamerikanisch weil er nicht den Iran, Saudi-Arabien, Nordkorea, China oder Ägypten nahm, wo das verbrennen, beschmutzen und verunglimpfen bestimmter Symbole sogar mit dem Tode oder lebenslanger Haft bestraft werden kann, sondern das Land, welches er selbst neben Israel am meisten unter seinen Länderberichten (negativ) beachtet.
2. Antiamerikanisch, weil er sich nicht kundig gemacht hat, bevor er einen, und nur diesen einen Staat im ÖR-TV beschuldigte.
3. Antiamerikanisch, weil er es hätte besser wissen müssen, gerade wenn er so eine Aktion abzieht.“

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Jakob Augstein weiß es nicht besser!

Am 15. Juni 2012 hat Jakob Augstein in der phoenix-Sendung „Jetzt aber wirklich – Endspiel um den Euro“ aus der Reihe „Augstein und Blome“ eine Deutschlandfahne genommen und sich damit die Nase geputzt. Er hat zudem allerlei anderen Unfug mit der Flagge angestellt. Zu seiner Aktion sagte er, wenn er dies in Amerika täte, würde er dafür nach Guantanamo geschickt werden.

Hier offenbart Jakob Augstein erneut seinen widerlichen Antiamerikanismus, der nicht einmal vor böswilligen Lügen zurückschreckt. In den USA ist das Verbrennen, Schänden, Vernichten und Verächtlichmachen der eigenen Flagge selbstverständlich erlaubt und vom 1. Verfassungszusatz geschützt! Sogar das Oberste Gericht der USA hat die Verunglimpfung der Symbole der Staates als schützenswert im Sinne der freien Meinung erklärt. Also entweder lügt Jakob Augstein oder er weiß es nicht besser.

Vermutlich weiß er es nicht besser, aber Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Jakob Augstein weiß nämlich offenkundig auch nicht, dass das, was in Amerika erlaubt ist, auch wenn er was anderes behauptet, in Deutschland verboten ist. Paragraf 90a StGB sagt ganz eindeutig:

„(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3)

1. die Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ihre verfassungsmäßige Ordnung beschimpft oder böswillig verächtlich macht oder
2. die Farben, die Flagge, das Wappen oder die Hymne der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder verunglimpft,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer eine öffentlich gezeigte Flagge der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ein von einer Behörde öffentlich angebrachtes Hoheitszeichen der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder entfernt, zerstört, beschädigt, unbrauchbar oder unkenntlich macht oder beschimpfenden Unfug daran verübt. Der Versuch ist strafbar.“

Mit dem Naseschnäuzen in die deutsche Fahne hat Jakob Augstein somit gegen das Strafgesetz verstoßen!

Um es ganz klar zu sagen, ich finde den Paragrafen 90a StGB entsetzlich und wünsche mir, dass er abgeschafft wird, damit hier eben die Offenheit und Freiheit herrscht, wie sie in Amerika selbstverständlicher Teil der Demokratie ist, aber Deutschland kennt nun mal leider den Straftatbestand der „Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole“. Leider! Aber, ganz ehrlich, gerade jetzt wünsche ich mir irgendwie ein wenig, jemand möge Anzeige gegen Jakob Augstein erstatten; nicht weil ich finde, dass sein Umgang mit der deutschen Flagge verwerflich ist, sondern um ihm dadurch zu zeigen, was es mit dem Wahrheitsgehalt seiner Aussagen auf sich hat. Ich möchte einfach mal aus seinem selbstgerechten Mund folgendes Geständnis hören:

„Okay, ich hab mich geirrt. Amerika ist doch viel besser als ich behauptet habe. Ich muss gestehen, jetzt, gerade jetzt, wäre ich sogar lieber in Amerika als in Deutschland, denn was ich für selbstverständliches Recht erachte, ist zwar in Amerika garantiert, aber hier in Deutschland verboten. Wir sollten uns an Amerika ein Beispiel nehmen.“

***

Nachtrag: Warum Jakob Augsteins Aktion antiamerikanistisch ist, hat K.Voss auf den Punkt gebracht:

„1. Antiamerikanisch weil er nicht den Iran, Saudi-Arabien, Nordkorea, China oder Ägypten nahm, wo das verbrennen, beschmutzen und verunglimpfen bestimmter Symbole sogar mit dem Tode oder lebenslanger Haft bestraft werden kann, sondern das Land, welches er selbst neben Israel am meisten unter seinen Länderberichten (negativ) beachtet.
2. Antiamerikanisch, weil er sich nicht kundig gemacht hat, bevor er einen, und nur diesen einen Staat im ÖR-TV beschuldigte.
3. Antiamerikanisch, weil er es hätte besser wissen müssen, gerade wenn er so eine Aktion abzieht.“

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Wäsche waschen in Israel (pinkwashing, greenwashing, brownwashing)

Der Sommer kommt. Es wird wärmer und auf der ganzen Welt finden wieder Paraden und Demonstrationen der Gay Pride statt. In Europa, in Amerika, in Asien, überall gehen Lesben und Schwule auf die Straße und demonstrieren einen selbstbewussten und damit stolzen Umgang mit der eigenen sexuellen Identität. Sogar im Nahen Osten und im arabischen Raum gibt es ein schwul-lesbisches Paradies: Israel!

In Israel genießen Schwule und Lesben staatliche Gleichberechtigung. Homosexuelle dienen in der Armee, eine Transsexuelle hat bereits zwei mal das Land beim Eurovision Song Contest vertreten, in Jerusalem fand eine der bisher drei einzigen World Gay Prides statt und Tel Aviv wurde jüngst von einer American Airlines zum besten Reiseziel für Schwule gekürt. Der Spiegel berichtet folgerichtig:

„Es ist einer der wenigen Orte im Nahen Osten, an dem sich Homosexuelle öffentlich küssen dürfen: Zehntausende zogen bei der jährlichen Schwulenparade durch Tel Aviv in Richtung Mittelmeerstrand – leicht bekleidet, tanzend und sehr bunt.“

Wie sieht es im Vergleich in der Nachbarschaft von Israel aus?

Im Irak ist Homesexualität verboten, im Libanon droht eine Freiheitsstrafe, im Omam, in Ägypten und Syrien drohen drei Jahre Haft, in Libyen fünf Jahre, in Kuwait sieben Jahre, in Bahrain zehn Jahre und im Iran, Jemen, in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten steht auf Homosexualität die Todesstrafe!

Es gibt also gute Gründe, in diesen Tagen, da auf den Straßen Israels für die Akzeptanz von Lesben und Schwulen und für die Abschaffung von homosexuellenfeindlichen Gesetzen im arabischen Raum demonstriert wird, über die menschenverachtende und mörderische Praxis der Länder rund um Israel zu berichten. Was aber macht die Tagesschau der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD)? Sie dichtet folgende Schlagzeile in der Anstalt:

„Schwulenfreundlichkeit als Feigenblatt?“

In der ARD scheint der Hass auf Israel schon so groß zu sein, dass einfach nichts, rein gar nichts Gutes mehr über das Land berichtet werden darf. Selbst wenn eine Nachricht zeigt, dass Israel unserer Gesellschaft deutlich näher ist als jedes andere Land der Region, dann muss diese Nachricht irgendwie auf die Linie der öffentlich-rechtlichen „Israelkritik“ gebracht werden. Unter keinen Umständen, so scheint es, darf die bundesdeutsche Anstalt es zulassen, dass das Bild von Israel etwas menschlicher wird. Statt also, dass die ARD über die Ermordung von Homosexuellen im Nahen Osten berichtet, lässt sie einen Israelkritiker zu Wort kommen:

„Die Formel der Politik lautet: Ein Land, das die Rechte von Lesben und Schwulen achtet, ist auch sonst besorgt um die Menschenrechte. Der Juraprofessor Aeyal Gross dagegen glaubt, die israelische Regierung habe in der zunehmend heftigen Debatte um die Besatzung der Palästinenser ein Feigenblatt gefunden: „Heute denken viele Leute, Israel verletzt die Menschenrechte.“ Aber der Staat wolle das nicht so stehen lassen. „Also hat man dieses eine Thema entdeckt, die Rechte von Schwulen und Lesben, bei dem wir ganz gut sind. Jetzt sagt man: Schaut wie großartig wir sind. So, dass die Menschen Israel als Demokratie anerkennen, als ein Land, das die Menschenrechte achtet – und sagen: So schlecht ist der Staat gar nicht.“

Genau, so schlecht ist Israel gar nicht! Es ist wirklich ein Skandal, dass das Bild von Israel bereits so schlecht ist, dass sich manche Leute schon verwundert die Augen reiben, wenn mal nicht geschrieben wird, Israel sei unser Unglück, oder wie es Günter Grass formuliert: „Die größte Gefahr für den Weltfrieden.“ Es ist noch skandalöser, dass ein deutscher Dichter behaupten darf, Israel sei gefährlicher als all jene Länder, die Frauen, Homosexuelle, Christen, Juden und Ungläubige verfolgen und morden lassen, dass er also behaupten darf, Israel sei das größte Unglück der Welt, was absolut die Rhethorik der Nazis ist, und dennoch wird allerorts behauptet, diese Aussage sei nicht antisemitisch.

So schlecht ist Israel nicht! Warum dann muss jede positive Nachricht über dieses kleine Land am Mittelmeer immer auf Linie der „Israelkritik“ gebracht werden? Ist es wirklich so gefährlich, wenn Israel mal nicht kritisiert wird? Ist Israel für die Tagesschau etwa der Teufel, der Belzebub, der Satan höchtspersönlich, an dem es einfach nichts Gutes ohne Kommentar geben darf? Die Tagesschau berichtet:

„Kritiker werfen der Regierung vor, die Schwulen zu instrumentalisieren.“

Ganz ehrlich, ich lasse mich lieber von Israel instrumentalisieren, als im Iran an einem Baukran zu baumeln! Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zum Beispiel auch West-Deutschland von den Westmächten als Pufferzone zu den Mächten des Kommunismus‘ instrumentalisiert. Meine Freiheit ist Produkt eben dieser Instrumentalisierung. Instrumentalisierung ist somit nicht an sich schlecht. Es kommt immer darauf an, für wen oder was man sich instrumentalisieren lässt. Zur Zeit zum Beispiel lasse ich mich gerne für einen iranischen Künstler instrumentalisieren.

Wenn es ein Land im Nahen Osten gibt, für das es sich lohnt, sich instrumentalisieren zu lassen, dann Israel.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, wo ein Araber den Staat verklagen kann und gewinnt!

Israel gehört zu den führenden Ländern in der Weltkinderhilfe.

Israel ist das einzige Land der Welt, in dem der Wald größer und die Wüste kleiner wird.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, das Katastrophenhilfe anbietet.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten mit klarer Presse- und Kunstfreiheit

Israel ist führend im Recyceln von Wasser.

Israel ist führend in der Gewinnung von ökologischer Energie.

Israel ist neben Jordanien das einzige Land im ganzen Nahen Osten wo Araber Schwänze lutschen dürfen.

Ich will nicht behaupten, dass Israel frei von Fehlern ist, aber es gibt wahrlich keinen Grund, das Land immer und ständig zu kritisieren. Es gibt sogar viele Gründe für Lob! Israels ist die einzige Demokratie des Nahen Ostens, und obwohl sich das Land seit über sechzig Jahren in einem Krieg um die Existenz befindet, hat es die rechtsstaatlichen Prinzipien in einer Art und Weise geachtet, wie es einzigartig ist in der ganzen Geschichte der Menschheit. Noch nie in der ganzen Weltenexistenz hat ein Land über sechzig Jahre mit der Bedrohnung der Auslöschung durch seine Nachbarn gelebt und dennoch an die Prinzipien der Bürgerfreiheit festgehalten.

Israel ist somit nicht nur nicht so schlecht, sondern selbst unter Berücksichtung der politischen Fehler immer noch ein staatliches Vorbild, das nicht nur Gay Pride sein kann sondern Human Pride.

Einige Menschen nennen das Lob für Israels Garantie der Menschenrechte für Lesben und Schwule gerne abfällig „pinkwashing“, weil mit dem Lob für Israels Toleranz angeblich die Verfehlungen der israelischen Politik pink gewaschen werden sollen. Wenn es aber wirklich so etwas gibt wie „pinkwasing“, dann betreiben jene Medien, die sich auf Israels Verfehlungen konzentrieren und dabei die viel schlimmeren Verfehlungen der islamischen Nachbarn des jüdischen Staates ignorieren, brutales „greenwashing“, ganz zu schweigen von dem „brownwashing“, das ständig stattfindet, wenn verschwiegen wird, dass die Hamas und die Muslimbruderschaft überzeugte Freunde des Nazis waren und sind, wie dieses Bild beweißt, und dieses und dieses und dieses und dieses und dieses und dieser kleine Flakhelfer hier, ganz zu schweigen von dem, was die Minister der Hamas alles von sich geben.

Bei all dem fällt es nicht schwer, Israel auch mal kommentarlos zu loben für all das, was es in den letzten sechs Jahrzehnten Gutes vollbracht hat.

תודה ישראל

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