Stellungnahme eines Nicht-Antisemiten

Mittlerweile hat Ken Jebsen eine Stellungnahme zu der Absetzung seiner Radiosendung veröffentlicht.

Siehe da, er bezieht weder Stellung zu seiner Terrorismusleugnung, noch zu seiner Diktatorenverharmlosung. Stattdessen betont er: „Ich bin kein Antisemit!“ Zudem verwehrt er sich davor, den Holocaust zu leugnen. Bravo, Ken, herzlichen Glückwunsch. Wollen Sie dafür jetzt auch noch Applaus?

Wie wäre es, wenn Sie auch noch betonen, niemals eine Frau vergewaltigt, eine Ziege gefickt, ein Kind mißbraucht, einen Ausländer verprügelt und einen Moslem erwürgt zu haben, wenn Sie schon mal dabei sind. Vielleicht fühlen Sie sich ja dann richtig großartig!

Was Sie in verrückten Briefen an Ihre Leser schreiben, ist Ihre Sache, interessiert mich nicht, liegt ja nicht in meinem Briefkasten. Vergessen Sie also die peinliche Sache mit der Holocaustleugnung und dem Antisemitismus. Kommen wir zurück zu den wirklich wichtigen Sachen. Was mich nämlich nach wie vor brennend interessiert, ist eine Stellungnahme Ihrerseits zu Ihren öffentlich vorgetragenen und leicht zu widerlegenden Lügen über die 1027 Terroristen und Ihrer Verhamlosung des Diktators Gaddafi.

Wann darf ich dazu eine Stellungnahme erwarten, verehrter Herr Nicht-Antisemit?

PS: Es gibt eine Menge Menschen, die wollen zwar keine Antisemiten sein, haben aber leider keine Ahnung, wie das geht.

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Heute schon GEZahlt?

Wenn Sie immer schon mal wissen wollten, wohin Ihre Rundfunkgebühren so wandern, empfehle ich, sich mal ein paar Folgen von KenFM anzuhören, einem Radioprogramm des öffentlich-rechtlichen Senders RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg). Die Sendung wurde bis gestern jeden Sonntag nachmittag auf dem RBB Jugendkanal Fritz ausgestrahlt.

Der Moderator Ken Jebsen ist ein Maximalspinner der besonderen Klasse und hat unter anderem behauptet, dass von den 1027 freigelassen palästinensischen Terroristen im Oktober 2011 hätten „wahrscheinlich nur ein bis zwei Leute einen Menschen umgebracht.“ (Ab Minute 2.44) Dies ist nicht nur eine Verharmlosung, sondern eine glatte Lüge, wie diese Liste beweist. Ken Jebsen ist ein Terrorismusleugner, so wie David Irving ein Holocaustleugner ist; alles schön unterstützt von deutschen Rundfunkgebühren.

Über den Diktator Muammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Gaddafi weiß Ken Jebsen folgendes zu berichten: „Man vergisst immer, dass Gaddafi ja 40 Jahre lang Libyen geführt hat, also irgendwas muss er ja richtig gemacht haben, um 40 Jahre lang teilweise von seinem Volk gemocht zu werden.“ (Ab Minute 4:27) Ja, auch diese antidemokratische Propaganda ist gebührenfinanziert. Ich denke, da der RBB nicht in den Ruf kommen möchte, einseitig zu sein, wird er auch bald Sendezeit für folgende Aussagen frei machen müssen:

„Man vergisst immer, dass Hitler ja 12 Jahre lang Deutschland geführt hat, also irgendwas muss er ja richtig gemacht haben, um 12 Jahre lang teilweise von seinem Volk gemocht zu werden.“

„Man vergisst immer, dass Kim Il-Sung ja 46 Jahre lang Nord-Korea geführt hat, also irgendwas muss er ja richtig gemacht haben, um 46 Jahre lang teilweise von seinem Volk gemocht zu werden.“

Jahrelang wurde der Diktatorenverharmloser und David Irving des Terrorismus von deutschen Rundfunkgebühren finanziert. Gestern erst wurde seine Sendung abgesetzt. Nicht aber, weil der RBB selbst erkannt hat, welch braun-rote Kloake es dort finanziert, sondern weil dem Journalisten Henryk M. Broder der Kragen geplatzt ist und er eine kleine Mail an die Programmverantwortlichen geschrieben hat.

Henryk M. Broder hat in seiner Mail an den RBB zwar mit keiner Silbe eine Absetzung der Sendung gefordert, sondern lediglich auf ein paar besonders spinnerte Aussagen des Moderators hingewiesen, zu denen unter anderem eine handfeste Holocaustrelativierung gehört, aber abgesetzt wurde die Sendung dennoch.

Über seine Facebooksendung ließ KenFM daraufhin folgendes verbreiten: „DIESE SENDUNG WURDE VOR WENIGEN MINUTEN AUFGRUND POLITISCHER DISKREPANZEN VON OBEN ABGESCHALTET. GRUND: WIR SIND ZU POLITISCH!!“

Ja, Ken Jebsen, Ihre Sendung wurde „zensiert“, so wie Horst Mahler „zensiert“ wird und keine eigene Sendung auf GEZ-Kosten bekommt und das ist auch gut so. Auf Sendungen wie KenFM kann ich genauso gut verzichten wie auf NaziFM, NPD Late Night und DVU am Mittag.

Nur Henryk M. Broder, der von einem schockierten RBB-Hörer auf diesen rot-braunen Schnellsprecher aufmerksam gemacht wurde, ist es zu verdanken, dass dem Terrorismusleugner und Diktatorenverharmloser endlich die kritische Aufmerksamkeit zukommt, die er verdient. Dafür muss Broder seitdem mit Hackerangriffen auf seine Internetseite „Achse des Guten“ leben und mit Briefen, die folgende Worte beinhalten:

„Damit bestätigen Sie die jüdischen Klischees perfekt. Denn dem Juden wurde seit hunderten von Jahren ja nachgesagt, dass er einen hinterlistigen, nur zu seinem Vorteil bedachten Charakter hat, und wenn man nicht aufpasst sticht er einem von hinten das Messer in den Rücken – genau DAS haben Sie mit Ihrer Rufschädigung nun bestätigt – bravo, Sie tun den netten und ehrlichen Juden damit sicherlich keinen Gefallen!!“

„Der hinterlistige Jude, der sich grad die Hände reibt und dabei grinst, so stell ich mir Sie gerade vor.“

Lieber Herr Broder,

wenn ich mir anschaue, wie Sie einen der schlimmsten Hetzer der bundesrepublikanischen Rundfunkgeschichte mit der nötigen Kritik begegnen, verspüre ich nichts als Dankbarkeit dafür, Sie zu kennen, aber auch Zorn und Wut über all die Mahner von Dienst und „Nie Wieder“-Rufer, die diesen Demagogen 2.0 all die Jahre toleriert haben.

Wenn ich jetzt sehe, wie Sie für Ihren Mut wieder einmal bestraft werden, kann ich nur „Wehe“ rufen, drei Mal „Wehe“, weil es mit Herzblut getränkt ist, „Wehe“ über all jene Menschen, die jetzt etwas anderes machen, als schlicht den Hut vor Ihnen zu ziehen und „Danke“ zu sagen.

Danke!

Oder einfach mal die Fresse halten. Würde auch schon reichen.

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Erzengel Gabriel

Sigmar Gabriel stellt klar:

„Segmentierungen in den Städten und Stadtteilen, Bildungsprobleme, fehlende gleiche Teilhabe und Partizipation, kulturelle, politische und religiöse Differenzen und auch Überfremdungsängste muss und darf man nicht verschweigen. Aber eines ist sicher: es gibt weitaus mehr Beispiele für gelingendes und gelungenes Zusammenleben von Türken oder Türkischstämmigen in und mit der Mehrheitsgesellschaft als schlechte Beispiele. Und wer das Zusammenleben in Deutschland weiter verbessern will, muss über diese guten Beispiele reden, denn an ihnen lernt man mehr als an den schwierigen oder schlechten.“

So sehr Sigmar Gabriel recht hat, dass es weitaus mehr gute als schlechte Beispiele im Zusammenleben gibt, so sehr irrt er, wenn er behauptet, man könne aus den guten Beispielen mehr lernen als aus den schlechten. Nein, mein lieber Erzengel Gabriel, was Sie da sagen klingt zwar schön, aber das Gegenteil ist der Fall. Es tut mir leid, aber nicht immer ist schön auch richtig.

Herr Gabriel, wenn ein Flugzeug abgestürzt ist, welche Black Box untersuchen Sie dann? Die des abgestürzten Flugzeuges oder die der tausend tadellos gelandeten Flugzeuge? Von welchem Flugschreiber erhoffen Sie sich nötige Informationen für eine Verbesserung in der Sicherheit des Flugverkehrs?

Herr Gabriel, wenn Sie Krebs heilen wollen, welche Personen untersuchen sie dann? Die von Krebs befallenen Patienten oder die gesunden Menschen? Wo glauben sie, nötige Informationen zur Heilung der Krankheit zu finden?

Herr Gabriel, wenn Sie Rechtsradikalismus bekämpfen wollen, auf welche Deutsche konzentrieren Sie sich dann? Auf die Glatzköpfe mit Springerstiefeln und NPD Buttons auf dem Consdaple T-Shirt oder auf die Gewinner des Wettbewerbs Jugend Forscht?

Ich sage es Ihnen: Wer das Zusammenleben in Deutschland weiter verbessern will, muss über die schlechten Beispiele reden, denn an ihnen lernt man mehr als an den guten oder gelungenen.

Das Gute und Gelungene braucht keine besondere Beachtung, es glänzt aus sich selbst heraus, es genügt sich selbst. Das glückliche Haus braucht keine besondere Beachtung der Feuerwehr, das brennende Haus schon.

Es ist wie beim Sex. Nur nach schlechtem Sex kommt die ätzende Frage: „Und Schatz, wie war’s?“ 

Zudem mag ich den versteckten Rassismus hinter Sigmar Gabriels Aussage nicht. Wenn er sagt, man müsse die guten Beispiele für gelingendes und gelungenes Zusammenleben von Türken oder Türkischstämmigen in den Mittelpunkt rücken, so tut er gerade so, als sei es für Türken etwas besonderes, sich zu benehmen. Also für mich gibt es keine genetischen oder rassischen Unterschiede zwischen Türken und dem Rest der Menschheit. Für mich sind Türken genauso in der Lage, friedlich zusammenzuleben, wie Koreaner, Chinesen, Spanier, Bolivianer, Deutsche und Südafrikaner. Für mich ist jeder Menschenschlag gleich dazu befähigt, Menschlichkeit zu leben. Deshalb breche ich auch bei keiner Gruppe mehr in Euphorie aus, wenn sich Mitglieder dieser Gruppe benehmen. Anstand ist für mich keine besondere Erwähnung wert. Anstand ist normal!

Wer jedoch behauptet, man müsse bei gewissen Volksgruppen schon froh darüber sein, wenn sie sich nicht daneben benehmen, kann auch gleich verlangen, dass jedem Deutschen ein Orden verliehen wird, wenn er ein Jahr keinen Juden vergast hat.

In diesem Sinne, lieber Erzengel Gabriel, lassen Sie Ihre übertriebene Milde gegenüber Türken stecken und nehmen Sie sie lieber genauso ernst, wie alle anderen Menschen auch.

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Kabarett am Minarett

Es ist kurz vor sechs Uhr und ich sitze im Bus Richtung Duisburg. Heute werden dort nämlich in der Moschee Jürgen Becker, Alpaslan Marx, Meltem Kaptan, Özgür Cebe und Senay Duzcu auftreten.

Es ist interessant zu sehen, wie sehr die Comedy versucht, neue Räume für sich zu gewinnen. Die Komikerin Carolin Kebekus spielt seit einiger Zeit im Pascha und heute wird die Komikerin Meltem Kaptan in einer Moschee auftreten. Die eine geht in den Puff, die andere in ein Gotteshaus. Jede Frau hat so ihre Präferenzen.

Obwohl es eine Gemeinsamkeit gibt zwischen Puff und Moschee. Beide Einrichtungen sind gleich tolerant. Wenn Frau Kebekus im Puff auftritt, muss sie sich nicht an den dort herrschenden Dresscode halten und für Frau Kaptan gilt das Gleiche in der Moschee. Das ist gelebter Feminismus!

Im Vorfeld hat sich Jürgen Becker übrigens sehr darüber gefreut, dass er nach langem Suchen endlich eine Moschee gefunden hat, in der es Kabarett geben darf.

Ich frage mich da allerdings, warum endlich? Findet in einer Moschee nicht jeden Tag Kabarett statt? Ich meine, eine Moschee ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, um ihrem unsichtbaren Freund zu huldigen – ich finde das saukomisch. Ein besseres Kabarett gibt es nicht.

Obwohl mein von mir sehr verehrter Kollege Henning Schmidtke richtigerweise darauf hingewiesen hat, dass in Gotteshäusern kein Kabarett sondern Comedy stattfindet, was an den typischen Repetitionen ständig gleicher Gags und Formeln zu erkennen ist. Menschen gehen dort hin, um das zu hören, was sie schon tausend Mal gehört haben.

„Kennste den? Jesus! Jesus! Kennste! Kennste! Oder Mohammed! Man, der Mohammed! Und seine Frau! Kennste! Kennste! Die Frau! Die Frau von Mohammed! Ist jünger als die von Joschka! Ehrlich! Joschka! Kein Witz! Von den Grünen. Verstehste?“

Für mich ist jeder Gottesdienst Comedy, obwohl es feine Unterschiede zwischen den Konfessionen gibt.

Am meisten mag ich die Travestieshows der Katholiken. Männer in Kleidern mit lustigen Hüten und brennenden Handtäschchen laden zum Dinner for the One. Dazu gibt es schöne Musicaleinlagen, etwas Tanz und manchmal sogar einen Hirtenstab.

Die Protestanten machen mehr eine dröge Lesung in Verbindung mit einer kabarettistischen Büttenrede in der Mitte der Veranstaltung. Diese Shows sind in der Regel eher langweilig, obwohl aus Amerika gerade frischer Wind kommt. Dort gibt es viel mehr Tratra, deutlich hippere Musik, eine Menge audience participation und nicht selten kleine Zaubereinlagen in Form von Hypnose.

In einer Moschee gibt es dafür Tanztheater. Da wird gekniet, gestanden, geschunkelt und verbeugt, über die Schultern geschaut und in alle Richtungen umarmt. Das ganze findet, wie es sich für anständiges Tanztheater versteht, in lustigen Kostümen und in einer Sprache statt, die nur der eingeweihte Zuschauer verstehen kann, der sich diese Form der Kunst schon seit geraumer Zeit antut.

Ähnlich geht es in einer Synagoge zu. Dort finden regelmäßig Boulevardkomödien statt, in der alle durcheinander reden, kaum jemand zuhört und am Ende alle genau so dumm gehen, wie sie gekommen sind, nur etwas beschwipster.

Jede Religion hat somit ihre eigene Show. Jetzt heißt es erstmal „Kabarett am Minarett“. Ich bin gespannt.

***

Es war ein schöner Abend. Ein besonderes Lob gilt dem Schauspieler Özgür Cebe, der mich mit seinem wunderbaren Gedicht zu Tränen gerührt hat.

Wer noch nicht in der Duisburger Moschee war, sollte dort schleunigst mal vorbei schauen. Ein wahrlich schönes Gotteshaus und für alle Konfessionen offen, auch für Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters!

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Looking for Cocos

With this little article Tapfer im Nirgendwo introduces a new word to the entertainment business: Coco.

A Coco is a character that appeared in the pilot of a sitcom, but were later dropped for what ever reason. The name goes back to the character of Coco in the sitcom „The Golden Girls“ played by Charles Levin. Coco was the gay housekeeper in the girls‘ house. He was only seen in the pilot, because the authors realized what gold they had in Estelle Getty. Once they realized that she was going to be such a strong character they dropped Coco and added the character of Sophia to the show full time.

Another favorite Coco is the character of Claire played by Lee Garlington in the sitcom „Seinfeld“. The character of Claire the waitress was originally planned as a regular but was dropped and replaced with Elaine.

Now that we know what a Coco is, let’s celebrate all Cocos of TV history. Tapfer im Nirgendwo invites all readers to write comments with the name of every Coco You can think of. Let us celebrate the Cocos of the world!

There are some who are in darkness
And the others are in light
And you see the ones in brightness
Those in darkness drop from sight!

(Bertolt Brecht)

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Gestern

Gestern überkam mich die Neugier. Ich wollte wissen, was es mit dem sogenannten christlich-jüdischen Dialog in Köln auf sich hat. Ich ging also zu der katholischen Hochschule und lauschte dem Vortrag „Wo Israel ist und wo Palästina? Der lange Weg zu einer Zwei-Staaten-Lösung aus israelischer Sicht“ von Igal Avidan. Ich saß zwischen einer Pfarrerin, die vorgab, sich für den christlich-jüdischen Dialog einzusetzen und einem Vertreter des Kölner Bürgermeisterbüros für Internationale Angelegenheiten, der ebenfalls vorgab, sich für den christlich-jüdischen Dialog einzusetzen.

Nachdem Igal Avidan eine Umfrage unter Palästinenser präsentiert hatte, bei der heraus kam, dass unter der Mehrheit der palästinensischen Bevölkerung extremer Judenhass weit verbreitet ist, hörte ich die Pastorin leise flüstern, dass sie fest davon überzeugt sei, dass Israelis über Palästinenser auf die gleiche Art und Weise denken, wie Palästinenser über Israelis.

So fühlt die deutsche Pfarrerinnenseele, die keinen Unterschied machen kann, zwischen der Erklärungen Israels („Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“) und der Erklärung der Hamas („Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“)

Warum gibt diese Frau vor, für den christlich-jüdischen Dialog zu arbeiten. Wer behauptet, Israelis seien im Grunde in ihrem Hass nicht besser als Palästinenser, verbreitet viel eher die Propaganda der Hamas! Ruft in Israel ein Kinderprogramm zum Mord auf? In Palästina schon! Nutzt Israel Kinder als Kanonenfutter? Die Hamas schon? Mordet Israel Systemkritiker? Die Hamas schon! Verfolgt Israel Homosexuelle? Die Hamas schon? Sind Israelis überzeugte Nazis? Die Hamas schon!

Der Vertreter des Bürgermeisterbüros war auch nicht viel besser. Er stellte im Anschluss des Vortrags ernsthaft die Frage, ob es möglich sei, dass der Grund dafür, dass Israel von der arabischen Welt nicht akzeptiert wird, ähnlich wäre zu dem Grund, warum Deutschland während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft von der Welt gehasst wurde. Er sagte, dass Deutschland eine harte Zeit gehabt hätte, seine Grenzen zu akzeptieren und dass Israel nun dabei sei, die gleichen Fehler zu machen.

Ein Vergleich Israels mit Nazideutschland, so sieht also der christlich-jüdische Dialog eines Vertreters des Kölner Bürgermeisterbüros aus.

Gestern habe ich wirklich einen guten Eindruck bekommen, was es mit dem sogenannten christlich-jüdischen Dialog in Deutschland auf sich hat. Während die Pfarrerin sicher ist, dass Israel nicht viel besser ist als die antisemitischen Terroristen, die Israel vernichten wollen, sagt der Vertreter des Büros des Bürgermeisters, Israels Weg, mit dem Terror umzugehen, erinnere ihn an die Art und Weise wie Nazi-Deutschland Europa behandelt hat.

Als ich darauf hinwies, dass die Hamas eine terroristische Organisation sei, die alle Juden töten will, wurde ich von der Pfarrerin und dem Vertreter harsch unterbrochen. Ich würde übertreiben, war ihr Vorwurf. Schon komisch, dachte ich, sie haben gerade Israel mit Terroristen und Nazis verglichen, aber ich bin derjenige, der übertreibt.

Der Abend wurde beendet von dem Bekenntnis einer Studentin, die erklärte, dass sie angesichts des Verhaltens Israels nun den Hass gegen Juden und Israelis verstehen könne.

Das war also das Ergebnis des gestrigen christlich-jüdischen Dialogs: Verständnis für den Hass auf Juden!

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Occupy Alaaf!

Was in New York mit Occupy Wall Street begann, erobert seit einigen Tagen die Straßen der Welt. Am Samstag, 15. Oktober 2011 gaben auch die Jecken vom Rhein der Bewegung ein rheinisches Gesicht.

Am Chlodwigplatz standen junge Menschen am Straßenrand des Kreisverkehrs und hielten Schilder hoch mit der Aufschrift: „Hupt für die Revolution!“ Immer wenn ein Wagen vorbei fuhr und hupte, schalte ein begeisterter Applaus über den Chlodwigplatz. Ja, an einem Wochenende im Oktober standen die Kinder der Revolution mit Pappplakaten am Straßenrand der Wohlstandsgesellschaft und freuten sich jedes Mal, wenn ein Mensch in der Freiheit seines Personenkraftwagens auf seine Hupe drückte. Wenn die Revolution etwas braucht, dann Menschen, die nicht lange nachdenken, sondern jeden noch zu dämlichen Befehl freudig ausführen und natürlich Menschen, die diese nutzlosen Ausführungen dann auch noch frenetisch feiern.

Zur gleichen Zeit demonstrierten auf dem Offenbachplatz junge Menschen gegen das System, indem sie sich auszogen und ihre Klamotten in langen Reihen über den Platz verteilten. Wie an jedem Tag, so waren auch an diesem Nachmittag fast ausschließlich Obdachlose auf dem Platz versammelt. Außer ihnen und mir gab es sonst keine weiteren Zuschauer zu diesem Spektakel. Nicht einmal Presse war anwesend. Es war wirklich ein trauriges Schauspiel.

Wohlgenährte Kinder der Überflussgesellschaft demonstrierten auf dem Offenbachplatz gegen soziale Ungleichheit, indem sie sich vor Obdachlosen aus- und wieder anzogen. Sie machten sich nicht nackig, um ihre Kleidung mit den Ärmsten der Armen zu teilen, sondern nur aus Spaß an der Aktion. Nach ein paar Minuten zogen sich die Empörten wieder an und gingen in die Wärme ihrer Wohnungen zurück.

Man muss es den Anhängern der kölschen Revolution 2.0 schon lassen, sie haben wirklich verstanden, worauf es heute ankommt. Wer heutzutage noch einen Aufstand gewinnen will, muss wenigstens Autos zum Hupen bringen und sich vor Obdachlosen ausziehen. Nur so können die Banken und die Börse in ihren Grundfesten erschüttert werden.

Sollte es dann dennoch nichts werden mit der Beendigung der sozialen Ungleichheit, so hatte man doch wenigstens seine 15 Minuten gutes Gewissen nackt unter Pennern.

Occupy Alaaf!

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Die Feinde Palästinas

Die Zeit der Angst ist vorbei. Der von palästinensischen Terroristen entführte israelische Soldat Gilad Schalit soll nach über fünf Jahren Geiselnahme endlich frei gelassen werden. Im Gegenzug für den 25-jährigen Mann sollen von den israelischen Behörden mehr als 1000 palästinensische Gefangene freigelassen werden; die meisten unter ihnen sind Mitglieder militanter und terroristischer Organisationen.

Nach Bekanntwerden des Gefangenenaustauschs feierten im Gazastreifen Tausende von Palästinensern spontan auf den Straßen und schwenkten grüne Hamas-Flaggen. Auch Präsident Abbas begrüßte die Vereinbarung. (Kurier vom 12. Oktober 2011)

Was bitte gibt es bei diesem Gefangenenaustausch für Palästinenser zu feiern? Was gibt es an daran gutzuheißen? Wie tief kann ein Mensch sinken, dass er hier einen unwürdigen Deal mit den Feinden Palästinas feiert?

Mit der Gutheißung des Austausches eines Israelis für über tausend Palästinenser erklärt der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, im Grunde öffentlich, dass das Blut eines Palästinensers nicht mal ein Tausendstel soviel wert ist wie das Blut eines Juden. Mit einem solchen Verhalten beleidigt Abbas nicht nur alle Palästinenser, sondern er verstößt auch gegen die Prinzipien des Korans.

Vielleicht sollte er sich mal ein Beispiel an den Ministerpräsidenten Israels, Benjamin Netanjahu, nehmen, der zwar Jude ist, sich aber dennoch in diesem Fall als deutlich Korantreuer erweist. In dem 32. Vers der 5. Sure heißt es:

„Und wenn einer jemanden am Leben erhält, soll es so sein, als ob er die Menschen alle am Leben erhalten hätte.“

Netanjahu hält sich an den Spruch. Für ihn ist das Leben Schalits eine Welt wert. Netanjahu kennt die Stelle im Babylonische Talmud (Traktat Sanhedrin 37a), von dem der Koran seine ähnliche Formulierung hat:

„Wer auch immer ein einziges Leben rettet, der ist, als ob er die ganze Welt gerettet hätte”

Netanjahu und die israelische Regierung hätte nur zu gerne auf die Freilassung von über 1000 wegen Terrorismus einsitzender Gefangener verzichtet; dass sie sich dennoch auf diesen Deal eingelassen haben zeigt, wie sehr sie das Leben jedes einzelnen Bürgers ihres Landes wertschätzen.

Abbas hat für palästinensische Bürger nicht einmal ansatzweise so viel Respekt, im Gegenteil: Abbas heißt es gut, dass erst das Leben von über tausend Palästinensern so viel wert ist, wie das Leben eines einzelnen Menschen! Für Abbas sind Palästinenser nur zu einem Eintausendstel Mensch. Kann es eine größere Beleidigung für Palästinenser geben? Leider Ja!

Während für Abbas ein Jude ein Mensch ist, sind für viele Anhänger der radikal-islamischen Hamas Juden nichts weiter als Schweine und Affen. Im Kinderprogramm des Hamas-Fernsehens wird diese Haltung auch eindrücklich in die Gehirne der Kinder gebimmst, wie diese und diese und diese Show beweist. Die Kindersendungen sind übrigens sehr erfolgreich, wie dieses Interview mit einem Kleinkind beweist, dass zwar noch nicht viel weiß, aber schon, dass Juden zu tötende Tiere sind. Über den Judenhass im arabischen Fernsehen hat das ZDF diesen aufklärenden Bericht gemacht.

Für viele Mitglieder der Hamas sind Juden nur Schweine und Affen. Genau diese Hamas ist es, die den Gefangenenaustausch mit Israel ausgehandelt hat. Das bedeutet doch, wenn man die Hamas an ihren eigenen Maßstäben misst, dass für die Hamas nicht einmal eintausend Palästinenser soviel wert sind wie ein Schwein oder ein Affe. Ganz ehrlich: Jeder Knesset-Abgeordnete in Israel hat mehr Respekt und eine höhere Wertschätzung für Palästinenser als Mahmud Abbas und die Hamas.

Tapfer im Nirgendwo kann nur hoffen, dass sich die Palästinenser bald von ihren Feinden trennen werden, um endlich einen Frieden mit Israel zu schließen. Israel ist ein Land, das Palästinenser mehr schätzt und respektiert als die momentane palästinensische Regierung. Die Hand Israels ist ausgestreckt, wie es die Unabhängigkeitserklärung Israels konstituiert:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

***

Benjamin Netanjahus beeindruckende Rede zur Freilassung Gilad Schalits kann hier nachgelesen werden.

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Im Antlitz des Anderen

Mir ist klar, dass ich mit meinen Texten provoziere, daher kommt es in den Kommentarspalten auch immer wieder zu Streitereien. Erst vor ein paar Tagen erhielt ich eine bitterböse Mail von Abraham Melzer, der mich fragte, ob es sein könne, dass ich ein Nazi sei. Ich schrieb zurück:

„Herr Melzer, kann es sein, dass Sie ein Nazi sind?“

Abraham Melzer schrieb zurück, dass er gedacht habe, ich sei origineller und dass ich ein antisemitischer Idiot sei, weil ein Idiot eben ein Idiot bleibe und der Philosemitismus genau so schlimm sei wie der Antisemitismus. Außerdem schrieb er, dass er sich wünschte, ich sei ein „lupenreiner Antisemit“, da er auf „Judenfreunde“ wie mich verzichten könne. Ich schrieb sinngemäß zurück:

„Keine Angst, Herr Melzer, an Originalität sind Sie kaum zu überbieten. die Kunst des lupenreinen Antisemitismus und Philosemitismus beherrschen Sie schon meisterhaft selbst.

Ich soll ein „Judenfreund“ sein? Was ist das überhaupt ein „Judenfreund“? Jemand der Juden mag, weil sie Juden sind? Nun, bei mir ist das ganz gewiß nicht der Fall. Sie, zum Beispiel, kann ich nicht besonders leiden und das dürfte mich als „Judenfreund“ wohl disqualifizieren, oder?

Aber interessant, dass sie das Wort „Judenfreund“ benutzt haben. Der Begriff „Judenknecht“ war Ihnen wohl zu Nazi, oder?

Dass Philosemitismus und Antisemitismus im Grunde Schwestern sind, da haben Sie vollkommen recht. Ja, auch Sie haben manchmal recht. Ist das nicht schön? Wenn Sie möchten, stoßen wir mit einem Kölsch darauf an, dass wir einmal einer Meinung sind. Ich lade Sie auch ein. Ich schaue Menschen im Streit gerne mal in die Augen.“

Melzer antwortete, dass er lieber kotzen würde, als mit mir anzustoßen. Daraufhin schrieb ich sinngemäß zurück:

„Also ich stoße lieber mit Ihnen an, als zu kotzen – aber wir Menschen sind halt unterschiedlich.

Darf ich jedoch anmerken, dass wenn Sie nicht einmal fähig sind, mit mir ein Glas zu trinken, Sie in Sachen Versöhnung (gerade im Palästina-Israel-Konflikt) ein denkbar ungeeigneter Ansprechpartner sind. Wie können Sie vorgeben, mit Ihrem Melzer Verlag und Ihrer Zeitung Der Semit für einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu schreiben und zu verlegen, wenn Sie selbst nicht einmal in der Lage sind, mit einen Menschen anzustoßen, der sich lediglich verbal mit Ihnen streitet?

Sie wünschen sich einen Frieden zwischen Kriegsparteien, die sich bisher nur im Schatten von Bomben, Raketen, Propaganda und Antisemitismus begegnen konnten und können selbst nicht mal einen politischen Opponenten ertragen. Sie verlangen, dass Israel und Palästina an einen Tisch kommen sollen, obwohl es erklärtes Ziel der Hamas ist, nicht nur Israel sondern alle Juden zu töten (Artikel 7 der Hamas Charta) und können selbst nicht mal mit mir an einem Tisch sitzen, obwohl uns weder Krieg noch Terror, sondern nur eine Meinung trennt?

Frieden heißt nicht, einer Meinung zu sein, Frieden heißt auch nicht, sich nicht beleidigen zu dürfen, Frieden heißt, sich ertragen zu können. Nur wer sich respektiert kann streiten! Ich kann Sie ertragen, sehr gut sogar. Streiten Sie sich also ruhig weiter mit mir, beleidigen Sie mich, wenn Sie mögen, ich bin dabei und mache mit. Mein Angebot aber, mit Ihnen einen Blickkontakt zu wagen, wird von meiner Seite nicht aufgekündigt.

„Im Antlitz des Anderes erkennst du Gott“
heißt es bei Emmanuel Lévinas, der die bedingungslose Hinwendung zum „Anderen“ lehrte. Nach dem Grauen von Auschwitz plädierte Lévinas, der zwischen jüdischer Tradition und griechischer Philosophie stand, für einen „extremen Humanismus“ und eine Philosophie der Begegnung.

Allein schon aus dieser Philosophie heraus bleibt mein Angebot auf Blickkontakt bestehen.

Für immer.“

Es ist wirklich spannend, wie sehr genau jene Menschen, die vorgeben, sich für einen Frieden im Nahen Osten einzusetzen, daran scheitern, hier in Deutschland die einfachsten Prinzipien des Friedens zu leben. Ist es denn so schwer? Man kann sich streiten und beleidigen, sich ignorieren und kritisieren, aber man muss dabei immer den Anstand wahren, sich ab und an in die Augen zu schauen und wenn auch nur aus dem einzigen Grund, weil wir Menschen sind.

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Tribute to Steve Jobs

With this video the audience of „Kunst gegen Bares“ pays respect to Steve Jobs!

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