Mein „Nein“ zur Quote!

Warum reden wir im 21. Jahrhundert ernsthaft über die Vorteile einer Geschlechterquotierung? Die Verteilung von Posten mit Blick auf das Geschlecht der sich bewerbenden Person ist absolut inakzeptabel.

Die katholische Kirche zum Beispiel hat in den leitenden Positionen eine Männerquote von hundert Prozent. Für eben diese katholische Kirche treibt der deutsche Staat mit staatlicher Gewalt die Steuern ein.

In der Politik, der Wirtschaft und an den Universitäten in deutschen Ländern herrschte bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ebenfalls eine Hundert-Prozent-Männerquote. Bismarck, Goethe, Kant und Marx waren allesamt Quotenmänner.

Das Kölner Dreigestirn hat im Jahr 2020 ebenfalls eine Hundert-Prozent-Männerquote.

Auch heute noch muss sich manch ein männliches Vorstandsmitglied und einige männliche Chefs, Minister und Direktoren den Vorwurf gefallen lassen, ihre Posten vielleicht nur bekommen zu haben, weil sie Männer sind. Traditionen halten sich lang.

Jeder katholische Priester ist ein Quotenmann. Der Papst natürlich auch!

Die überwiegende Mehrheit der Männer in Spitzenpositionen scheint sich damit abgefunden zu haben, dass sie ihre Stellung ihrem Geschlecht verdanken. Ich finde eine solche Haltung mehr als unmännlich. Die Männerquote ist eine Infragestellung der Qualifikation des Mannes schlechthin.

Daher muss diese Quote einfach weg!

Ein aufgeklärtes und modernes Land braucht keine Quote. Posten sollten nicht nach Geschlecht verteilt, sondern nach Qualifaktion vergeben werden. Solange das Grundgesetz Steuern für die Hundert-Prozent-Männerquote der katholischen Kirche eintreibt, haben wir ein Problem!

Jeder Betrieb darf selbstverständlich selbst entscheiden, wer eingestellt und befördert wird, aber der Staat sollte die Männerquote nicht durch Hilfe bei der Steuereintreibung unterstützen.

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

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Ma’alot – Cologne’s most famous unknown work of art

There are artworks that get their special significance only by accident. The Venus de Milo for example would be much less interesting with arms and nobody would visit the tower of Pisa if it were not leaning. In Cologne, there is also a work of art that was refined by accident. It is located between the Cologne Cathedral and the river Rhine and is called „Ma’alot“.

Ma’alot is Hebrew, and refers to the Psalms 120 – 134. These psalms are called the „songs of steps“ and are attributed to the kings David and Solomon. The psalms are sung traditionally in Jerusalem when the priests walk up the steps to the temple with water jugs in their hands.

The steps rise from the river Rhine and present the most beautiful sight you can have on the cathedral in Cologne. The sight fits perfect to the architecture of the Museum Ludwig, which roof mimicks the waves of the Rhine.

The artwork was created by Dani Karavan. He is an Israeli artist. He is known for his large and accessible outdoor art. Dani Karavan calls his artwork „Ma’alot“ also „Environment of granite, cast iron, bricks, iron bars, grass and trees.“  He combines the most contradictory materials, thus showing the extremes, in which Jewish life in Germany had to take place: between trees and rails.

Six acacias and nine maple trees are part of the artwork. Both trees are of special significance in Judaism. King Solomon used maple wood for the construction of the temple, and according to Isaiah, acacias are lining the streets of those returning home from exile. (Is. 41, 19)

Contrasted to the trees are two railroad tracks that cut through the artwork. One cannot help but to think of the Jews, who were deported from Cologne. On the 21st of October in 1941 the deportation of the remaining 6377 Jews from Cologne to the extermination camps of the East took place at exactly the same place at which nowadays the artwork „Ma’alot“ stands. The association ist also supported by the fact that the track runs up to a step-like sculpture that can awaken the idea of a chimney.

If you look at the cathedral through a slot in this sculpture, the tower of the Cologne Cathedral suddenly looks like a German guard tower at a concentration camp, especially with the rail track in front of it. A brutal indictment of the silence of a large part of the Christian Church during the Holocaust.

But I have to emphazise: This indictment is only an association of me. Dani Karavan is an artist and smart enough to give no comments. He says:

„The work of art (…) does not have the intention to tell a particular story or to illustrate particular contexts. It can only cause an echo and evoke associations (…) But in the evocation of this echoes the work of art is free. It is free in its associations. It can evoke any fantasy and idea, even ideas that I did not have and even those images I cannot control and for which I am not responsible.“

The second track of the artwork runs up the stairs to the cathedral and cuts a circular plaza in the middle of „Ma’alot“. In other words the rail cuts up a circle and thus cuts up the round, the beauty, the good, the perfect. The circular plaza is located right above the beautiful concert hall of the Cologne Philarmonics.

A design flaw has now led to an expansion of interpretation. This expansion was never planned. The design error makes it necessary that the circular plaza, which is cut by the track, has to be guarded every time the Cologne Philharmonics perform a concert in the concert hall beneath the plaza, because the steps of the pedestrians walking on the plaza are heart in the concert hall. Therefor several guards have to ensure that the plaza with the track cutting up the perfect is not entered every time a concert takes place.

An architectural mishap thus provides a stunning performance: If you want to enjoy music in Germany, You cannot forget Auschwitz! Anyone who tries to forget Auschwitz will never be able to listen to music, because the steps of the past will be heart all around him, destroying the silence which is necessary for the possibilty to enjoy music.

Neither the artist nor the city of Cologne wanted the artwork to develop in this direction. But it did!

With Auschwitz and the rail tracks leading to the death, which is a master from Germany, mankind has lost the innocence to just listen to music. This is the lesson that Dani Karavan’s Ma’alot, the Cologne Philharmonics and a mishap unintentionally teaches.

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Deutsche Schuld

Denken Amerikaner an jüdisches Theater, so denken sie an Spaß, Witz und Humor, an spritzige und tiefsinnige Dialoge, an Wortwitz und Selbstironie, an Neil Simon, Mel Brooks, Woody Allen und Stewart Konigsberg. Denken Deutsche an jüdisches Theater, so denken sie an Auschwitz, Holocaust und Nazis. Sie bekommen Depression und schlechte Laune. In Amerika weckt das Judentum gute Gefühle, aber in Deutschland schlechte. Sagt man in Deutschland „Jude“, dann befällt sogleich ein schlechtes Gewissen die Gemüter und viele Deutsche fühlen sich schuldig.

Das Problem mit Menschen, die sich schuldig fühlen, ist jedoch die Tatsache, dass Schuldner Gläubiger haben, Menschen, bei denen sie ihre Schulden haben oder glauben, sie zu haben. Nicht selten hassen Schuldner ihre Gläubiger, ein Umstand, der dann zu diesem zynischen Satz führen kann: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen!“

Der Himmel bewahre uns vor Deutschen, die sich schuldig fühlen! Deutschlands manische Fixiertheit auf Israel und die daraus resultierende Lust, Israel Vorwürfe zu machen, entspringt dem Wunsch, die tief empfundene Schuld endlich loszuwerden. Viele Deutsche kritisieren Israel nicht, weil ihnen das Wohl der Palästinenser am Herzen liegt, oder weil sie Israel als kritischer Freund zur Seite stehen wollen, sondern weil sie ihre eigene Schuld bearbeiten wollen. Da geschieht es schon mal, dass sie Israel mit Nazideutschland vergleichen und Gaza mit einem Konzentrationslager, um dann zu behaupten, die Opfer von damals seien die Täter von heute. So machen sie aus ihren Gläubigern Schuldner. Die Palästinenser sind ihnen dabei vollkommen egal. Werden Palästinenser von Arabern, Syriern, Jordaniern oder der Hamas ermordet, zucken diese Leute nur mit den Achseln. Der Gläubiger ist schließlich nicht involviert.

Zwischendurch und bei Weltmeisterschaften tauchen sie dann in ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer ein und raunen:

„Endlich können wir wieder ganz unbefangen unsere Fahne schwenken. Wir können wieder stolz sein, Deutscher zu sein!“

Regelmäßig finden in Deutschland Séanacen statt, in denen versucht wird, eine “deutsche Normalität” herbei zu rufen, ganz so als hause irgendwo eine Verschwörung, die es den Deutschen verbietet, stolz zu sein. Dabei sind es diese Deutschen selbst, die ein Problem mit sich haben, nicht die Welt. Die Welt hat Deutschland immer schnell verziehen, sogar nach dem 2. Weltkrieg.

Im Jahre 1955 trat Deutschland der NATO bei. Zehn Jahre, nachdem Deutschland Millionen von Menschen in Vernichtungslagern und auf Schlachtfeldern ermordet hatte, wurde das Land in die Vereinigung zur Verteidigung westlicher Werte aufgenommen. Vom Judenmörder zum Demokratieverteidiger in zehn Jahren. Hätte Eichmann etwas später das Licht der Welt erblickt, er hätte nicht Judentransporte organisiert, sondern bei der Deutschen Bahn Karriere gemacht.

Dennoch war Adolf Eichmann kein Opfer der Umstände, kein Opfer der Bürokratie, kein Opfer einer Befehlskette. Er trug die volle Verantwortung für seine Taten. Was haben die Nazis nach dem Ende des Nationalsozialismus‘ nicht alles für Eiertänze in Nürnberg und Jerusalem veranstaltet, um die eigene Verantwortung zu leugnen. Aber die Richter, die Adolf Eichmann am 15. Dezember 1961 verurteilten, fanden damals die noch heute gültigen Worte:

“Durch welche Zufälle innerer und äußerer Art Sie auch immer auf den Weg geraten sein mögen, auf dem Sie dann zum Verbrecher wurden – zwischen dem, was Sie tatsächlich getan haben, und dem, was andere möglicherweise unter den gleichen Umständen auch getan hätten, liegt eine nicht überbrückbare Kluft. Uns gehen hier nur Ihre wirklichen Handlungen etwas an, und weder die möglicherweise nichtverbrecherische Natur Ihres Innenlebens und Ihrer Motive noch die möglicherweise verbrecherischen Neigungen Ihrer Umgebung. Sie haben sich, als Sie Ihre Lebensgeschichte erzählten, als einen Pechvogel dargestellt, und in Kenntnis der Bedingungen, unter denen Sie lebten, sind wir bis zu einem gewissen Grad sogar bereit, Ihnen zuzugestehen, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass Sie unter günstigeren Umständen je in diesem oder einem anderen Strafprozess als Angeklagter erschienen wären. Aber auch wenn wir unterstellen, dass es reines Missgeschick war, das aus Ihnen ein willfähriges Werkzeug in der Organisation des Massenmords gemacht hat, so bleibt eben doch die Tatsache bestehen, dass Sie mithalfen, die Politik des Massenmordes auszuführen und also diese Politik aktiv unterstützt haben. Denn wenn Sie sich auf Gehorsam berufen, so möchten wir Ihnen vorhalten, dass die Politik ja nicht in der Kinderstube vor sich geht und dass im politischen Bereich der Erwachsenen das Wort Gehorsam nur ein anderes Wort ist für Zustimmung und Unterstützung.”

Aber wie bin ich jetzt bloß wieder auf Adolf Eichmann gekommen? Stimmt, ich habe über jüdisches Theater gesprochen. Ich bin eben auch nur ein Deutscher.

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Voll holo, ey!

Am 27. Januar 2011, am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, hielt die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes eine Rede vor der Kindergedenkstätte Löwenbrunnen an der Lern- und Gedenkstätte Jawne in Köln. Die Jawne war ein jüdisches Gymnasium in Köln, das von den Nationalsozialisten geschlossen wurde und deren Schülerinnen und Schüler zum großen Teil ermordet wurden. Daher finden sich an Gedenktagen immer wieder Schulklassen am Löwenbrunnen vor der Jawne ein, um den verfolgten und ermordeten jüdischen Kindern zu gedenken.

Auch Elfi Scho-Antwerpes richtete sich am 27. Januar 2011 mit ihrer Rede ganz besonders an die anwesenden Schulklassen. Zunächst hielt sie jedoch selbstergriffen inne, da ein Rettungshubschrauber vorbeiflog und hauchte dann in ihr Mikrophon: „Auch das lässt Erinnerungen hochkommen!“

Dann erzählte sie ein wenig von der Pogromnacht am 9. November 1938 und erklärte dann, an diesem Tag müsse sie auch an all die unzähligen Mobbing-Opfer denken:

„Was heißt das eigentlich Diskriminierung? Da wird eine Gruppe von Menschen ausgegrenzt, manchmal auch nur ein einzelner Mensch benachteiligt, ja zum Teil herabgewürdigt. Es wird über jemand schlecht gesprochen, wird über jemand gehetzt. Heute kennt man ja das Modewort Mobbing; auch das ist eine schlimme Form von Diskriminierung. Wir wissen alle, dass es immer mehr Menschen gibt, die darüber krank werden, und das dürfen wir nicht zulassen. Diesen Dingen müssen wir eine klare Absage erteilen!“

In nur fünf Minuten von Auschwitz zum Mobbing. Das schafft nur Elfi!

Für Elfi Scho-Antwerpes ist Mobbing irgendwie total Auschwitz und die anwesenden Schülerinnen und Schüler vor dem Löwenbrunnen werden vielleicht verstanden haben, dass Mobbing voll der Holocaust ist, einfach voll holo, ey!

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Oscar hat die Hosen voll!

Seit meiner frühsten Jugend bin ich ein Fan von Louis de Funès.

Nein!
Doch!
Oh!

Er war nicht nur ein brillanter Schauspieler, sondern auch ein begnadeter Tänzer.

Zu einem meiner Lieblingsfilme gehört die Kriminalkomödie „Le grand Restaurant“ aus dem Jahre 1966, in der ein Besitzer eines Pariser Gourmet-Tempels in eine heikle internationale Angelegenheit verwickelt wird, da ein südamerikanischer Präsident in seinem Restaurant entführt wird. Ich liebe diesen Film, allein schon wegen dieser wunderbaren Szene.

Als ich auf der Suche nach diesem Film war, musste ich mit Schrecken erkennen, welche „lustigen“ Titel sich die deutschen Verleihfirmen für diesen Film ausgedacht hatten. Deutschland war 1966 ein geteiltes Land. Daher gibt es gleich zwei deutsche Titel für „Le grand restaurant“, einer dämlicher als der andere:

„Scharfe Kurven für Madame“
und
„Oscar hat die Hosen voll“

Im ganzen Film taucht zwar kein Oscar auf, aber das war den Titelfindern offensichtlich egal. Das besonders lustige ist: Es gibt überhaupt keinen einzigen Film, in dem Louis de Funès einen Oscar spielt. In der Boulevard-Komödie „Oscar“ aus dem Jahr 1967 spielt Louis de Funès nicht die Titelrolle des Chauffeurs Oscar, sondern die Hauptrolle Bertrand Barnier; brillant wie ich hinzufügen möchte.

Auch dieser Film bekam in Deutschland einen kleinen Untertitel. Ohne geht es in deutschen Landen nicht: „Oscar, der Korinthenkacker“.

Auch andere Filme mit Louis de Funès haben ausgesprochen „amüsante“ deutsche Verleihtitel bekommen. Der Film „Hibernatus“ wurde in der DDR zu „Louis taut auf“ und in der BRD zu (festhalten!): „Onkel Paul, die alte Pflaume!“.

Die Komödie mit dem kurzen Namen „Jo“ mutierte in der BRD zu „Hasch mich, ich bin der Mörder“, während die DDR folgenden Namen diagnostizierte: „Louis mit dem Leichentick“. In dieser Komödie findet übrigens der berühmte Nein-Doch-Oh-Dialog statt.

Selbst vor Molière machten die deutschen Verleihfirmen nicht halt. Aus Moliéres „Der Geizige“ („L’avare“) machten sie kurzerhand „Louis, der Geizkragen“. Das ist so, als machte man aus Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“: „Pumuckel, der Lustkobold“

Aus dem Meisterwerk „Sur un arbre perché“ ein Film, in dem drei Menschen um ihr Überleben kämpfen und dabei zwischen Ver- und Misstrauen hin und her schwanken, wurde in Deutschland: „Balduin, der Sonntagsfahrer“. Raten Sie mal, wer in diesem Film Balduin heißt. Richtig. Niemand. Louis de Funès spielt in dem Film die Rolle des Henri Roubier.

Auch in dem Film mit dem deutschen Titel „Balduin, der Geldschrankknacker“ (im Original: „Faites sauter la banque!„) spielt Louis de Funès keinen Mann mit dem Namen Balduin, sondern Victor Garnier.

In vielen Filmen bekommt Louis de Funès von deutschen Verleihfirmen einfach den Namen Balduin verpasst. Dies ist wohl der Tatsache zu verdanken, dass er in einem seiner erfolgreichsten Filme einen Mann mit dem Namen Balduin gespielt hat. Balduin Bosquier aus dem Film „Les grandes vacances“. Man hätte dies mit „Sommerferien“ oder „Grosse Ferien“ übersetzen können, aber den deutschen Verleihfirmen in Ost und West sind leider andere Titel in den Sinn gekommen: „Balduin, der Ferienschreck“ und (mein Favorit) „Der Brausekopf mit den Sausebeinen“.

Balduin wurde zum deutschen Standardnamen für Louis de Funès. Seine Rolle des Gendarms heißt eigentlich auch nicht Balduin sondern Ludovic Cruchot, dennoch wurden abwechselnd Balduin und Louis seine deutschen Gendarmennamen.

Für „Le gendarme se marie“ erdachten sich die Deutschen „Balduin, der Heiratsmuffel“ und „Louis, der Schürzenjäger“. Aus Le gendarme et les extra-terrestres“ wurde Louis’ unheimliche Begegnung mit den Außerirdischen„. Für Le gendarme en balade gab es gleich vier Titel: „Balduin, der Schrecken von Saint-Tropez“, „Louis, der Schrecken von St. Tropez“, „Der Gendarm geht spazieren“ und „Der Gendarm bummelt“. Für seinen letzten Film Le gendarme et les gendarmetteserdachten sich die deutschen Verleiher schließlich „Louis und seine verrückten Politessen“.

In der Realsatire „Le tatoué“, die man mit „Das Tattoo“ leicht hätte übersetzen können und in der sich der Regisseur Denys de La Patellière über die Abgünde des Kunstbetriebes lustig macht und Louis de Funès tatsächlich einen Mann mit dem Namen Balduin Mézeray spielt, wurde neben „Balduin das Nachtgespenst“ auch der Titel „Oscar lässt das ‚Sausen‘ nicht“ benutzt.

Ich frage mich ernsthaft, welche Personen für diese Titel verantwortlich sind. Wir können froh sein, dass sie nicht noch mehr Filme umgenannt haben. Ich präsentiere daher einfach mal eine kleine Auswahl von deutschen Titeln, von denen wir alle verschont geblieben sind.

„Hilfe, die Dinos kommen!“ (Jurrasic Park)

„Napalm und Remmi-Demmi“ (Apocalypse Now)

„Was ist denn bloß mit Papa los?“ (American Beauty)

„Brunnen, Busen, Bumslokale“ (La Dolce Vita)

„Der Clown von Auschwitz“ (La vita bella)

„Der große Tote mit seinem lebenden Kleinen“ (The Sixth Sense)

„Verdammt, ich lieb Dich!“ (Brokeback Mountain)

„Im Himmel ist die Hölle los“ (Star Wars)

„Kitty, Kitty, Bang Bang!“ (Das Tagebuch der Anne Frank)

„Ich glaub’ mich laust der Affe“ (Planet of the Apes)

„Meine Schwester hat die Schnauze voll!“ (Die letzten Tage der Sophie Scholl)

„Mein Freund vom anderen Stern“ (E.T.)

„Neue Männer braucht das Land“ (Fight Club)

„Ein Koffer voller Wunder“ (Pulp Fiction)

„Ich wollt ich wär wie Du“ (Blade Runner)

„Der Mann, der seinen Schlitten liebte“ (Citizen Kane)

„Meine Fresse Deine Fresse“ (Face/Off)

„Die Frau, die nie mehr hungern wollte“ (Gone with the wind)

„Mama ist die Beste“ (Psycho)

„Planet der Schlümpfe“ (Avatar)

„Oma ist die geilste Braut“ (Harold and Maude)

„Ein Dummbatz kommt groß raus“ (Forest Gump)

„Nicht ohne meinen Fötus“ (Rosemary’s baby)

„Oskar kriegt sie alle“ (Schindler’s List)

„Panne-Panne Japan!“ (Lost in Translation)

„Kopf oder Zahl?“ (No Country for old men)

„Willy wird das Ding schon schaukeln“ (Shakespeare in love)

„Barbra, die Killernutte“ (Nuts)

„Hinterm Mond gleich rechts“ (Iron Sky)

„Leo der Träumer“ (Inception)

„Leo der Spinner“ (Shutter Island)

„Leo geht auf Tauchstation“ (Titanic)

„Leo der Überflieger“ (Aviator)

„Goldas Spießgesellen“ (Munich)

„Uma haut den Lukas“ (Kill Bill)

„Uma außer Rand und Band“ (Kill Bill 2)

„Freiheit war sein letztes Wort“ (Braveheart)

„Ein Inder lässt die Kasse klingeln“ (Slumdog Millionaire)

„Was Juden wollen“ (Passion of the Christ)

„Tunten, Terror, Tricksereien“ (The Rocky Horror Picture Show)

„Der Fremde in mir“ (Alien)

„Die tollkühnen Männer in ihren rasenden Kisten“ (The Fast and The Furious)

„Bleib zum Dinner, Schätzchen“ (The Silence of the Lambs)

„Wenn der Arnie zweimal klingelt“ (Terminator)

„Tanze Mambo mit mir“ (Dirty Dancing)

„Tunten, Terror, Tricksereien“ (The Rocky Horror Picture Show)

„Der Fremde in mir“ (Alien)

„Die tollkühnen Männer in ihren rasenden Kisten“ (The Fast and The Furious)

„Bleib zum Dinner, Schätzchen“ (The Silence of the Lambs)

„Wenn der Arnie zweimal klingelt“ (Terminator)

„Tanze Mambo mit mir“ (Dirty Dancing)

***

Michael Schönen, die alte Jambensau, ist nicht nur ein begnadeter Sprachdompteur und hoch geschätzter Bühnenkollege, er ist auch für jeden albernen Spass zu haben. Daher hier nun seine Liste von verhinderten deutschen Verleihtiteln:

„Ein Inder lässt die Kasse klingeln“ (Slumdog Millionaire)

„Tot bist Du noch lange nicht“ (28 Days later)

„Die große Flatter“ (Batman)

„Reim Dich oder ich schieß mich“ (Dead Poets Society)

„Julia, der Heiratsmuffel“ (Runaway Bride),

„Die Trottel von der 6. Kompanie“ (Saving Private Ryan)

„Adolf hat die Hosen voll“ (Inglourious Basterds)

„Hasch mich, ich bin der Schnatz“ (Harry Potter and the Philosopher’s Stone (2001))

„Voldemort, das Nachtgespenst“ (Harry Potter and the Chamber of Secrets)

„Harry und seine außerirdischen Totenköpfe“ (Harry Potter and the Prisoner of Azkaban)

„Brust oder Kelche?“ (Harry Potter and the Goblet of Fire)

„Auf Hogwarts ist ´ne Schraube locker“ (Harry Potter and the Order of the Phoenix)

„Harry und seine verrückten Todesser“ (Harry Potter and the Half-Blood Prince)

„Harry kann´s nicht lassen“ (Harry Potter and the Deathly Hallows)

***

Und Sebastians Vorschläge für die „Lord of the Rings“ und die „Die Hard“ Trilogien:

„Frodo, ein Hobbit geht seinen Weg“ (Lord of the Rings I)

„Frodo halt die Ohren steif!“ (Lord of the Rings II)

„Friede, Frodo, Eierkuchen“ (Lord of the Rings III)

„Im Wolkenkratzer steppt der Bär“ (Die Hard)

„Aber Holly: Der Bär steppt weiter“ (Die Hard II)

„Jetzt steppt der Bär nicht mehr allein“ (Die Hard with a Vengeance)

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Ich bin nicht pro-israelisch!

Oft stelle ich fest, dass Menschen, die mir Einseitigkeit im Israel-Palästina-Konflikt vorwerfen, selbst einseitig sind. Sie werfen mir vor, pro-israelisch zu sein, sind aber selber pro-palästinensisch. Immer wieder treten Menschen an mich heran mit Buch- und Filmempfehlungen, die ich bereits kenne, während sie dann meine Empfehlungen nicht kennen. Ein Vorwurf, den ich oft höre:

„Du bist bedingungslos für das Exitenzrecht Israels!“

Ja, das bin ich. Aber was bitteschön ist daran pro-israelisch? Ist es neuerdings pro-israelisch, wenn ich die Vernichtung des Staates Israel nicht akzeptiere?

Es ist nicht pro-israelisch, für das Existenzrecht Israels zu streiten!

Es ist nicht pro-israelisch, gegen die Vernichtung des Staates Israels zu sein!

Es ist nicht pro-israelisch, auf das Recht Israels zur Selbstverteidigung zu pochen!

Es ist kein besonderes Zeichen der Zuneigung, wenn ich einem Land das Recht auf Existenz und Verteidigung zuspreche. Ich spreche jedem Land diese Selbstverständlichkeit zu.

In der Verteidigung des Existenzrechts Israels einen pro-israelischen Akt zu vermuten, ist so absurd, wie zu behaupten, man sei pro-jüdisch, wenn man gegen den Holocaust ist.

Israel ist zur Zeit das einzige Land auf der ganzen Welt, das um seine Existenz fürchten muss, da es von verschiedenen Seiten der Landkarte mit der Auslöschung bedroht wird. Keines der vielen islamofaschistischen Länder, in denen Homosexuelle gehängt, freizügige Frauen gesteinigt, Juden verfolgt und kritische Muslime getötet werden, wird in seiner puren Existenz bedroht.

Wie schön wäre diese Welt, könnte Israel mir egal sein. Aber leider kann mir dieses winzige Land, das kleiner ist als Hessen, dieser einzige jüdische Staat in einer Welt voller christlicher, muslimischer und kommunistischer Nationen nicht egal sein, weil dem Land und somit seinen Bürgerinnen und Bürgern täglich mit der Vernichtung gedroht wird. Seit Jahren wird Israel immer wieder bombardiert.

Nicht wenige Regierungen dieser Welt wollen Israel von den Seiten der Geschichte tilgen, so wie einst Hitler alle Juden von den Seiten der europäischen Geschichte streichen wollte. Woran Hitler vor 70 Jahren gescheitert ist, nämlich ein „judenfreies“ Deutschland zu schaffen, ist anderen Diktatoren in anderen Ländern gelungen: Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen erklären stolz, „judenrein“ zu sein und stellen zudem das Existenzrecht Israels in Frage, ganz so als wäre es nicht schon schlimm genug, dass in ihren Ländern Juden verfolgt werden, die ganze Welt muss ein Hort der Unsicherheit und der Verfolgung für Juden werden. Nicht mal diesen Ländern spreche ich das Existenzrecht ab!

Manche „Freunde Palästinas“ sind alles andere als Freunde. In ihrem Hass auf Israel haben sie keine Skrupel davor, selbst die größten Feinden der freien Palästinenser zu verharmlosen. Kaum eine Organisation hat mehr Palästinenser auf dem Gewissen als die Hamas. Demokraten, Liberale, emanzipierte Frauen, Konvertiten, Homosexuelle, sie alle werden von der Hamas verfolgt, gefoltert und ermordet. Die wahren Freunde Palästinas sind jene, die von den falschen Freunden Palästinas als pro-israelisch diffamiert werden.

Am 13. Juni 2010 war ich auf einer sogenannten pro-israelischen Demo in Köln und hörte über tausend Menschen vor dem Kölner Dom rufen: „Freiheit für Gaza! Freiheit für Gaza von Krieg und Terrorismus! Freiheit für Gaza von Gewalt gegen Homosexuelle und Andersgläubige! Freiheit für Gaza von der Hamas!“ Die Demonstration fand unter dem TitelFairplay für Israel – für Wahrheit und Solidarität“ statt. Auf der Demonstration wurde Golda Meir zitiert:

„Wir können den Araber vergeben, dass sie unsere Kinder töten. Wir können ihnen nicht vergeben, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten. Wir werden erst Frieden mit den Arabern haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen.“

Solange Israel mit der Vernichtung bedroht wird, solange verteidige ich Israel. Ich würde es mit jedem Land so machen. Deshalb bin ich nicht pro-israelisch, sondern schlicht konsequent. Ich mache einfach keine Ausnahmen.

Nicht ich bin einseitig, sondern jene, die mich zu ihrem Feind machen, die mich brauchen, um ihre eigene vermeintliche pro-palästinensische Seite zu stärken. Ich bin der pro-israelische Andri, den sie brauchen, um sich selbst ihrer guten Haltung zu versichern, aber dabei nichts anderes tun, als die Verbrechen der Hamas und der Hisbollah zu weißeln.

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Es waren die Europäer!

Selten in der Geschichte der Menschheit wurde ein Verbrechen so unverblümt in fremde Schuhe geschoben, wie bei der Behauptung, die Amerikaner hätten die Indianer ermordet!

Es waren die Europäer!

Es waren die Spanier, Portugiesen, Engländer, Holländer, Deutschen, Franzosen, eben die ganze europäische Meute, die mit hölzernen Schiffen, aber eisernem christlichen Glauben in die Neue Welt zogen, um dort gehörig den Kehraus zu machen.

Es waren nicht die Asiaten und schon gar nicht die Afrikaner. Zu den Amerikanern gehören jedoch nicht nur die Europäer, sondern auch die Asiaten, die Afrikaner eben alle, die die Freiheitsstatue mit ihrem Spruch einlädt:

„Give me your tired, your poor,
Your huddled masses yearning to breathe free,
The wretched refuse of your teeming shore.
Send these, the homeless, tempest-tossed to me,
I lift my lamp beside the golden door!“

„Gebt mir eure Müden, eure Armen,
Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren,
Die bemitleidenswerten Abgelehnten eurer gedrängten Küsten;

Schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenen,
Hoch halt’ ich mein Licht am gold’nen Tore!“

Der Vorwurf, die Amerikaner hätten die Indianer ermordet, ist gerade deshalb so fragwürdig, weil dadurch entweder die asiatischen und afrikanischen Amerikaner für ein Verbrechen verantwortlich gemacht werden, wofür ausschließlich die europäischen Amerikaner verantwortlich sind, oder die asiatischen und afrikanischen Amerikaner werden kurzerhand um ihre amerikanische Identität beraubt. Es ist schon besonders geschmacklos, afrikanische Amerikaner für das Verbrechen europäischer Amerikaner verantwortlich zu machen. Die meisten afrikanischen Amerikaner kamen als Sklaven der europäischen Amerikaner, als menschliches Material in Schiffen gestapelt in die Neue Welt.

Allerdings enthüllen jene, die behaupten, die Amerikaner hätten die Indianer ausgerottet damit ihr absolutes Unverständnis wenn es um die Vereinigten Staaten von Amerika geht. Sie sagen „Amerika“ meinen aber nicht das real existierende Amerika, sondern haben lediglich das „weiße“ Amerika im Kopf. Die afrikanischen und asiatischen Amerikaner aber haben genauso wie die „Indianer“, die ersten Bewohner Amerikas, lange und stark dafür gekämpft, als Bürgerinnen und Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika anerkannt zu werden, denn die USA ist in erster Hinsicht eine Verfassung mit den Idealen der Freiheit, dem Recht auf Leben und dem Streben nach Glück.

Dieses Recht, sich Amerikaner mit allen Rechten der Bill Of Rights nennen zu dürfen, erhielten die Einwanderer aus Afrika und Asien am 3. Februar 1870 durch die Ratifizierung des 15. Zusatzartikels zur Verfassung der Vereinigten Staaten. Dieser Zusatz verbietet es, einer Person aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihrer Hautfarbe das Wahlrecht zu verweigern.

(Als interessante Nebeninformation muss darauf hingewiesen werden, dass im Jahre 1870 zwar alle Männer, jenseits ihrer Herkunft und Hautfarbe das Wahlrecht erhielten, aber Frauen egal ob „schwarz“ oder „weiß“ erst 1920 das verfassungsrechtlich verankerte Wahlrecht mit dem 19. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten erhielten. Es schien für die europäischen Männer somit akzeptabler zu sein, dass ihre Sklaven an der Politik partizipieren, als ihre Frauen. Es verwundert somit nicht, dass ein Barack Obama eher möglich war als eine Hillary Clinton.)

Die radikale Unkenntnis, was die Vereinigten Staaten von Amerika anbelangt, wird auch an folgender Aussage deutlich: „Die Amerikaner haben keine Bildung!“ Diese Aussage hat überall in Europa Konjunktur, ist jedoch nichts weiter als reines Vorurteil!

Wie oft höre ich in Gesprächen den Vorwurf, die meisten Amerikaner wüßten nicht einmal, wie die Hauptstadt von Frankreich oder der Premierminister von Großbritannien heißt. Mal ganz angesehen davon, dass nicht mal mit Sicherheit gesagt werden kann, ob die meisten Deutschen diese beiden Fragen beantworten könnten, offenbart diese Aussage doch nur die eigene absolute Selbstherrlichkeit.

Warum bitte soll ein Amerikaner mit afrikanischer Herkunft die Hauptstadt von Frankreich kennen? Wissen denn die meisten Europäer, wie die Hauptstadt der Elfenbeinküste, Togo oder Nigeria heißt? Warum muss ein Amerikaner mit asiatischer Herkunft wissen, wie der englische Premier heißt. Kann denn jeder Europäer den Namen des chinesischen Staatsoberhaupts nennen? Weiß überhaupt eine Mehrheit, wie der Posten den Staatsoberhaupts Chinas genannt wird?

Wenn jemand in Europa sagt, die Amerikaner hätten keine Bildung, dann kritisiert er damit in Wirklichkeit nur jene Amerikaner, die die Frechheit besitzen, Europa nicht für den Mittelpunkt der Welt zu halten. Das aber ist pure Selbstüberschätzung und Selbstherrlichkeit und das sind genau die Eigenschaften, die den Amerikanern gerne von europäischer Seite attestiert werden.

***

Ein kleiner Nachtrag zum Thema Kultur und Bildung. Selbst das Nobelpreiskomitee muss eingestehen, dass die USA im Thema Kultur und Bildung oben auf schwimmen. Die USA hat mehr Medizinnobelpreise als alle anderen Länder zusammen, fast so viele Physiknobelpreise wie alle anderen Länder zusammen, doppelt so viele Wirtschaftsnobelpreise als alle anderen Länder zusammen, ist bei dem Literaturnobelpreis auf Platz 3 und bei dem Friedensnobelpreis auf Platz 1!

Kein Wunder, dass sich das Komitee zum Literaturnobelpreis seit Jahren weigert, den Literaturnobelpreis an Philip Roth, Don DeLillo oder Thomas Pynchon zu vergeben. Die USA an der Spitze aller Rubriken, das könnte Europa nun wirklich nicht ertragen.

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Eine Liste der Phrasen …

… die mit dem sofortigen Abbruch des Gesprächs beantwortet werden:

1. Gerade wir als Deutsche …

2. Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen.

3. Die da oben machen doch eh was sie wollen.

4. Der kleine Mann …

5. Du hast recht und ich hab meine Ruh‘.

6. Wir drehen uns im Kreis.

7. Die Zeit ist noch nicht reif dafür.

8. Das hat nichts mit X zu tun. X bedeutet Frieden.

9. Das sagst Du nur, weil …

10. Da sind mir die Hände gebunden.

11. Da sollten wir aber wirklich mal die Kirche im Dorf lassen.

12. Ich hab ja nichts gegen …, aber…

13. Einige meiner besten Freunde sind …

14. Ich habs doch gesagt!

15. Ich will ja nichts sagen, aber…

16. Es geht mich ja nichts an, aber…

17. Da kann ich mir ja gleich ’nen gelben Stern anheften.

18. Du widersprichst mir ja nur aus Prinzip.

19. Wenn du mal so alt bist wie ich, wirst du das auch so sehen.

20. Was bist Du denn so aggressiv?

21. Das ist Stammtisch-Niveau!

22. Gerade die Juden, die so viel gelitten haben.

23. Hat mein Volk nicht schon genug gelitten?

24. Irgendwann muss man aber auch einen Schlußstrich ziehen.

25. Er darf das, er ist …

26. Sind wir wieder soweit?

27. Ich möchte mit meiner Kunst auf den Raum aufmerksam machen.

28. Mich interessieren die Widersprüche, die Brüche.

29. Auf You Tube gibt es dazu einen tollen Clip mit Hagen Rether.

30. Aber die Amerikaner haben auch …

31. Unter Freunden muss man sich auch mal kritisieren können.

32. Weihnachten ist zum reinen Konsum verkommen.

33. Typisch Frau.

34. Typisch Mann.

35. Das musste einfach mal angesprochen werden.

36. Das haben Sie zwar nicht gesagt, aber gemeint!

37. Da wird an der Gewaltspirale gedreht.

38. über den Tellerrand schauen.

39. christlich-jüdische Tradition

40. Das besitzt strukturelle Ähnlichkeit.

41. unverschuldete Unmündigkeit

42. Wir müssen Zukunftsperspektiven vermitteln.

43. zum Bleistift

44. Ich kann es nicht ab, wenn Leute sprechen, während ich sie unterbreche.

45. Die sind halt so, kann man nichts machen, muss man akzeptieren.

46. Du musst Dich halt mehr öffnen.

47. Ehrlich gesagt

48. Wie geil ist das denn ?!

49. Es kommt halt auch auf die emotionale Intelligenz an.

50. Sind Sie auch einer von denen?

51. Es ist nicht die Hitze, sondern die Feuchtigkeit.

52. Das sind in D-Mark: …

53. X sind die Juden von Y

54. Jeder Experte sagt Dir das.

55. Das ist etwas völlig anderes!

56. Es gibt da ein Inselvolk, die kennen überhaupt keinen …

57. Bei den Makakenaffen ist es genauso wie bei den Menschen.

58. Die Idee ist gar nicht schlecht, aber der Mensch ist das Problem.

59. Ich weiß das, ich hab das studiert.

60. Das steht mir zu!

61. Sagen Sie das mal der alleinerziehenden Mutter oder dem 59-jährigen Hartz IV Empfänger.

62. Aber wenn man das laut sagt, ist man ja gleich ein …

63. Die Menschen wollen (fühlen, spüren) das.

64. Der Rechtspopulist XY

65. Mit denen redet man nicht.

66. X ist auch nicht besser als Y.

67. So ein Quatsch!

68. unschuldige Opfer

69. Haben wir wirklich keine größeren Probleme?

70. links-grün versifft!

71. Das haben wir schon immer so gemacht.

72. Das haben wir noch nie so gemacht.

73. Wenn das jetzt jeder so machen würde.

und natürlich, der einzig wahre Grunde, das Gespräch abzubrechen:

Noch ein Wort und ich hau Dir auf die Fresse!

Veröffentlicht unter Spaß | Kommentare deaktiviert für Eine Liste der Phrasen …

Gerd Buurmann nimmt Abschied

Zum Februar 2011 werde ich die künstlerische Leitung des Severins-Burg-Theaters abgeben. Es waren drei wunderschöne und vor allem inspirierende Jahre, voller Kreativität, Neugier und Mut zum Experiment. Das Deutschlandradio beschreibt es so:

„Gerd Buurmann ist Schauspieler, Autor, Regisseur, Entertainer, Sänger und bei Bedarf auch Barmann. Alles im Severins-Burg-Theater in Köln, in dem er mit 33 Jahren künstlerischer Leiter ist. In den letzten zwei Jahren hat er die kleine Bühne in einen angesagten Kulturort verwandelt.“

Einige Produktionen des Severins-Burg-Theaters sind so erfolgreich geworden, dass sie ausgelagert werden mussten, da das kleine Severins-Burg-Theater die Menge der Zuschauer nicht mehr fassen konnte. Das Theaterkonzept „Kunst gegen Bares“ zum Beispiel lockt jeden Montag so viele Gäste an, dass es mittlerweile im ARTheater in Ehrenfeld stattfindet. Zudem hat es die „Kunst gegen Bares“ geschafft, erfolgreich nach Mannheim und Hamburg verkauft zu werden. Im nächsten Jahr werden unter anderem noch Trier, Leverkusen und Heidelberg folgen. Das WDR 5 Magazin Scala nennt die von mir gegründete „Kunst gegen Bares“ sogar „eine kleine Erfolgsgeschichte“.

Auch die Inszenierung „Deutschland. Ein Wintermärchen“ von Heinrich Heine, die Tobias Weber gemeinsam mit mir schon vor meiner Leitung des Theaters im Januar 2007 präsentiert hat, füllt noch heute die Ränge des Severins-Burg-Theaters und hat unter anderem in Essen und Niederdollendorf erfolgreich gastiert. Mit Schmiesters „Macbeth“ wiederum wurde das Severins-Burg-Theater nach Berlin eingeladen.

Im Severins-Burg-Theater wurden König Lear, Macbeth und Shylock von Burkhard Schmiester zum heutigen, bedeutsamen Leben erweckt; Mareike Marx hat mit ihren hinreißenden Inszenierungen „Die kleine Meerjungfrau“ und „Peterchens Mondfahrt“ Kinderherzen höher schlagen lassen; Ali Jalaly hat uns mit „Dem letzten der feurigen Liebhaber“ zum Lachen, mit „Tanz im Paradies“ zum Nachdenken und „Mit brennender Geduld“ zum Weinen gebracht. Seine Inszenierung „Mit brennender Geduld“ bescherte uns sogar eine Nominierung zum Kölner Theaterpreis.

Im Severins-Burg-Theater wurde philosophiert und gestritten, politische Podiumsdiskussionen gehörten zum Bestandteil des Spielplans wie philosophische Vorträge, Literaturveranstaltungen und Comedy Nächte. Ganze 30 Hausproduktionen wurden in den letzten drei Jahren realisiert, darunter sogar neun Uraufführungen. Das Severins-Burg-Theater war ein wunderbarer Raum zur Erweckung kreativer Ideen.

Nach drei Jahren jedoch ist selbst der schönste Raum abgespielt. Wie sagte schon Hermann Hesse so passend in seinem Gedicht „Stufen“:

„Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“

Allerdings sang auch schon unsere Trude Herr:

„Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier!“

Ich bin mir sicher, dass ich Köln erhalten bleiben werde, ob nun im ARTheater mit der „Kunst gegen Bares“ oder an anderen Spielorten. Ich habe noch viele Ideen und freue mich auf eine ungewisse Zukunft, ganz nach dem Motto des größten Theaterschaffenden aller Zeiten, Kermit der Frosch, der da einmal sagte:

„Nimm was Du hast und flieg damit!“

Jetzt gilt es nur noch Danke zu sagen, Danke, an all jene, die die letzten drei erfolgreichen Jahre des Severins-Burg-Theaters ermöglicht haben.

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

PS: Man sieht sich!

 

Sehr geehrte Kulturredaktion,
Verehrte Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Freundinnen und Freunde,

zum Februar 2011 werde ich die künstlerische Leitung des Severins-Burg-Theaters abgeben. Es waren drei wunderschöne und vor allem inspirierende Jahre, voller Kreativität, Neugier und Mut zum Experiment. Das Deutschlandradio beschreibt es so:

„Gerd Buurmann ist Schauspieler, Autor, Regisseur, Entertainer, Sänger und bei Bedarf auch Barmann. Alles im Severins-Burg-Theater in Köln, in dem er mit 33 Jahren künstlerischer Leiter ist. In den letzten zwei Jahren hat er die kleine Bühne in einen angesagten Kulturort verwandelt.“

Einige Produktionen des Severins-Burg-Theaters sind so erfolgreich geworden, dass sie ausgelagert werden mussten, da das kleine Severins-Burg-Theater die Menge der Zuschauer nicht mehr fassen konnte. Das Theaterkonzept „Kunst gegen Bares“ zum Beispiel lockt jeden Montag so viele Gäste an, dass es mittlerweile im ARTheater in Ehrenfeld stattfindet. Zudem hat es die „Kunst gegen Bares“ geschafft, erfolgreich nach Mannheim und Hamburg verkauft zu werden. Im nächsten Jahr werden unter anderem noch Trier, Leverkusen und Heidelberg folgen. Das WDR 5 Magazin Scala nennt die von mir gegründete „Kunst gegen Bares“ sogar „eine kleine Erfolgsgeschichte“.

Auch die Inszenierung „Deutschland. Ein Wintermärchen“ von Heinrich Heine, die Tobias Weber gemeinsam mit mir schon vor meiner Leitung des Theaters im Januar 2007 präsentiert hat, füllt noch heute die Ränge des Severins-Burg-Theaters und hat unter anderem in Essen und Niederdollendorf erfolgreich gastiert. Mit Schmiesters „Macbeth“ wiederum wurde das Severins-Burg-Theater nach Berlin eingeladen.

Im Severins-Burg-Theater wurden König Lear, Macbeth und Shylock zum Leben erweckt; Mareike Marx hat mit ihren hinreißenden Inszenierungen „Die kleine Meerjungfrau“ und „Peterchens Mondfahrt“ Kinderherzen höher schlagen lassen; Ali Jalaly hat uns mit „Dem letzten der feurigen Liebhaber“ zum Lachen, mit „Tanz im Paradies“ zum Nachdenken und „Mit brennender Geduld“ zum Weinen gebracht. Seine Inszenierung „Mit brennender Geduld“ bescherte uns sogar eine Nominierung zum Kölner Theaterpreis.

Im Severins-Burg-Theater wurde philosophiert und gestritten, politische Podiumsdiskussionen gehörten zum Bestandteil des Spielplans wie philosophische Vorträge, Literaturveranstaltungen und Comedy Nächte. Ganze 30 Hausproduktionen wurden in den letzten drei Jahren realisiert, darunter sogar neun Uraufführungen. Das Severins-Burg-Theater war ein wunderbarer Raum zur Erweckung kreativer Ideen.

Nach drei Jahren jedoch ist selbst der schönste Raum abgespielt. Wie sagte schon Hermann Hesse so passend in seinem Gedicht „Stufen“:

„Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“

Allerdings sang auch schon unsere Trude Herr:

„Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier!“

Ich bin mir sicher, dass ich Köln erhalten bleiben werde, ob nun im ARTheater mit der „Kunst gegen Bares“ oder an anderen Spielorten. Ich habe noch viele Ideen und freue mich auf eine ungewisse Zukunft, ganz nach dem Motto des größten Theaterschaffenden aller Zeiten, Kermit der Frosch, der da einmal sagte:

„Nimm was Du hast und flieg damit!“

Jetzt gilt es nur noch Danke zu sagen, Danke, an all jene, die die letzten drei erfolgreichen Jahre des Severins-Burg-Theaters ermöglicht haben.

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

PS: Man sieht sich!

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Geißler verdreht Kant

Bin ich eigentlich der einzige Mensch in ganz Deutschland, der sich darüber aufregt, dass Heiner Geißler am 30. November 2010 Immanuel Kant nicht nur falsch zitiert hat, sondern seine ganze Philosophie dreist ins Gegenteil verkehrt hat?

Heiner Geißler hat in seinem Schlichtspruch zu Stuttgart 21 folgendes gesagt:

„Die Schlichtung war daher auch moderne Aufklärung im besten Sinne von Immanuel Kant, nämlich die Menschen zu befähigen, sich aus, wie er sagte, „unverschuldeter Unmündigkeit zu befreien“ und dadurch, so seine Formulierung, „jederzeit selbstständig denken zu können“, das heißt, sein eigenes Urteil sich bilden zu können.“

Unverschuldete Unmündigkeit?

Welchen Immanuel Kant bitte zitiert Heiner Geißler hier? Der Aufklärer aus Königsberg kann es nicht sein, denn er schreibt genau das Gegenteil:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“

Selbst verschuldete Unmündigkeit!

Ja, bei Immanuel Kant ist die Unmündigkeit selbst verschuldet. Der Wahlspruch der Aufklärung heißt schließlich: „Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“ und nicht „Habe Mut, einen Schuldigen zu finden!“ Außerdem ist die Betonung der Selbstverschuldung notwendiger Bestandteil der aufklärerischen Philosophie. Wäre die Unmündigkeit nicht selbst verschuldet, so würde dem Fatalismus das Wort geredet, ganz nach dem Motto: „Da kann man halt nichts machen!“ Doch, man kann was machen, man kann sich befreien, kann ausbrechen, kann selbständig werden, weil man erkannt hat, an der Situation nicht ganz unschuldig zu sein. 

So beispielhaft die Schlichtung auch ist, sie wurde nicht notwendig, weil über unschuldige Bürger hinweg unverschuldete Urteile beschlossen wurden, sondern weil es vielen Bürgern schlicht und einfach viel zu lange scheißegal war, sich an politische Prozesse zu beteiligen und sie erst dann aktiv wurden, als es schon zu spät war.

Die Unmündigkeit war selbst verschuldet! Das wusste schon Immanuel Kant und das sollte auch Heiner Geißler wissen. Nur mit dieser Ehrlichkeit und Selbstkritik ist es zu verhindern, dass irgendwann wieder einmal die Polizei ihren Kopf herhalten muss, nur weil es sich die Bürger in ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit bequem gemacht haben.

Veröffentlicht unter Deutschland, Nachrichten, Philosophie, Politik | Kommentare deaktiviert für Geißler verdreht Kant