Mehr Stolz!

„Mehr Stolz, ihr Frauen! Der Stolze kann mißfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn.“

An diesen Ausspruch von Hedwig Dohm musste ich denken, als ich folgende Nachricht las:

„Ungewöhnliche Entscheidung einer von Klaus Wowereit offiziell eingeladenen schwul-lesbischen Delegation aus Tel Aviv. Beim Berliner CSD will sie mitmachen, aber weder Davidstern noch die israelische Nationalflagge zeigen. Grund sind Befürchtungen, diese Symbole könnten „Feindseligkeiten“ bei anderen CSD-Teilnehmern auslösen.“

Die Befürchtungen der schwul-lesbischen Delegation aus Tel Aviv sind begründet. In den letzten Monaten wurde nur allzu oft klar, dass sich ein brennender Hass gegen Israel im Herzen der Bundesrepublik festgesetzt hat. Man stelle sich jedoch mal vor, deutsche Polizisten würde Menschen mit der Regenbogenfahne in Gewahrsam nehmen, nur weil sich Nazis von der Existenz der bunten Farben provoziert fühlten. Man stelle sich auch mal vor, deutsche Polizisten würde in eine schwul-lesbische Kneipe eindringen, um dort alles, was schwul und lesbisch ist, für einen Tag zu konfiszieren, mit der Begründung, man wolle die Teilnehmer einer radikal-islamischen Demonstration, die an der Kneipe vorbei führt, nicht unnötig provozieren.

Was Israelis und die Freundinnen und Freunde Israel momentan in Deutschland erleben, erinnert sehr an die Behandlungen, die lange Zeit zum bitteren Alltag für Schwule und Lesben gehörten. Die Parade des Christopher Street Days erinnert genau an diese Erfahrungen. Der CSD findet in Erinnerung an den ersten, bekannt gewordenen Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village statt. Dieser Aufstand geschah am 28. Juni 1969.

Es ist beschämend, dass sich 42 Jahre nach dem mutigen Aufstand der Schwulen und Lesben von New York eine beklemmende Feigheit in Berlin breit macht. Gerade die Geschichte des CSD verpflichtet dazu, sich nicht von der Angst leiten zu lassen, sondern Flagge zu zeigen. Wer den CSD ernst nimmt, der muss auch eintreten für das Recht aller Menschen, mögen sie nun schwul, lesbisch oder nicht sein, die Israelfahne zu schwenken, ohne dabei den Zorn der Gegner oder das Schutzbedürfnis der deutschen Polizei zu fürchten.

Israel ist das einzige Land im ganzen Nahen Osten, in dem Schwule und Lesben ein gleichberechtigtes Leben führen können! Es ist gerade dem Mut und dem Einsatz der israelischen Lesben und Schwulen zu verdanken, dass sich auch in Israel ein buntes, vielfältiges und demokratisches Verständnis durchgesetzt hat. Jene Isralis brauchen nun unsere Hilfe und wir dürfen sie ihnen nicht verweigern!

Es ist einfach die Pflicht aller Schwulen und Lesben, ihre Stimme zu erheben, wenn Israelis in Deutschland so behandelt werden wie Schwule und Lesben einst in New York.

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Dear BBC 2,

In the german version of the BBC 2 production „Wilders: Europe’s Most Dangerous Man?“ by Mags Gavan and Joost van der Valk the politican Geert Wilders is been accused to have an one-sided and insulting view on Islam; but the same two people who critize this behaviour present Jews only as Islam-hating fanatics? In the whole documentary all Jews being shown are crazy bloggers, hateful activists (Jewish Task Force), right-wing politicians and illegal settlers.

Mags Gavan and Joost van der Valk accuse Wilders to reduce Muslims as terrorists, while they reduce Jews as fanatics. At the end of the film, the state of Israel is even blamed for Wilder’s radicalism. Mags Gavan and Joost van der Valk claim: Just as Israel has built a wall between Jews and Palestinians (out of pure hatred, of course, the Palestinian terrorists, who desire the destruction of Israel, the Hamas Charta with its 7th article calling for the eradication of all Jews and the regular attacks on Israel are not even mentioned), Wilders now wants to built a wall in order to disconect the Muslims from the Netherlands. Thus, it is assumed that Wilders is indoctrinated by Israel.

What a funny conspiracy theory that is, even funnier than the conspiracy theory that the sympathizers of Geert Wilders are accused of. Mags Gavan and Joost van der Valk commit the very same mistake that they critize, but instead of blaming the bad, bad Muslims, they blame the bad, bad Jews. Well, at least the danger is still located somewhere in the East, even Mags Gavan and Joost van der Valk do not doubt that.

On the homepage of the production company of this film one can find the following statement:

„BAFTA-winning filmmakers Mags Gavan and Joost van der Valk follow Wilders on his campaign trail during the recent Dutch elections, meet members of the international anti-Islamic network who support him, and find out about a conspiracy theory promoting the belief that Europe is being taken over by Islam.“

I would like to add:

„While finding out about a conspiracy theory promoting the belief that Europe is being taken over by Islam, Mags Gavan and Joost van der Valk create a conspiracy theory themself, promoting the idea that Europe is being taken over by the Jews and Israel.“

Dear BBC 2,

You are responsilbe for this one-sided and insulting documentary. Is it allowed to call you from now on: „BBC 2: Europe’s Most Dangerous Company?“

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Wenn Theater provoziert

Es ist ein Zeichen von Schwäche, wenn Kunst verboten wird. Ein Regime, das glaubt, Theater könne ihm gefährlich werden, hat bereits verloren und kann sich nur noch durch blanke Unterdrückung halten.

Der Mensch unterscheidet sich von all den anderen Wesen dieser Erde dadurch, ein Künstler zu sein. Mit der Höhlen- und Grabkunst wurde die Kunst geboren und mit ihr der Homo Sapiens. Kunst und Menschen sind eins. Daher gilt: Da wo man Kunst verbietet, da werden auch Menschen verboten!

Am 4. April 2011 wurde das Leben eines Künstlers verboten und beendet. Der israelische Schauspieler, Regisseur und Aktivist Juliano Mer-Khamis wurde an diesem Tag vor den Augen seines sechsjährigen Sohnes in Dschenin im Westjordanland von einem maskierten Mann ermordet, weil er gewagt hatte, in seinem „Theater der Freiheit“ die wahren Unterdrücker und Ausbeuter der Palästinenser zu kritisieren: die Hamas. Nach Angaben der ARD, die sich auf palästinensische Ermittler beruft, gilt ein mittlerweile festgenommenes Hamas-Mitglied als Hauptverdächtiger.

Der Mord zeigt wieder einmal, wie schwach die Ideologie der Hamas ist. Sie basiert auf den Hass auf Israel und der Unterdrückung des Freiheitswillen des palästinensischen Volkes. Wo immer sich ein freier Wille bei einem Palästinenser regt, sei es nun im privaten oder im politischen Bereich, sei es, weil ein Mann einen Mann liebt, eine Frau sich emanzipieren möchte, ein Mensch seine Religion wechselt oder eine Person Frieden mit Israel schließen möchte, alles unterdrückt die Hamas mit brutaler Gewalt.

Juliano Mer-Khamis wurde der Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung zum Verhängnis. Schnell geriet er in Konflikt mit religiösen und konservativen Palästinensern. Er erhielt Drohanrufe und auf Flugblättern wurde Stimmung gegen sein Theater gemacht. Zwei Mal wurden sogar Brandanschläge auf sein Theater verübt. Das letzte Projekt, dass Mer-Khamis verwirklichen wollte, war das gesellschaftskritische Drama Frühlings Erwachen von Frank Wedekind.

Natürlich kam in seinem Schaffen auch Kritik an die Politik seiner Heimat Israel vor, waren doch auch Flüchtlingslager, Konflikte, Grenzkontrollen und militärische Operationen aus der Sicht von Palästinensern Teil seines Wirkens, aber niemals geriet er deshalb mit der Regierung Israels so existentiell in Konflikt wie mit der Hamas. In Israel wurde er geschätzt und kritisiert, bewundert und beleidigt, aber verboten wurde seine Kunst nie. In Israel war seine Kunst Teil einer Gesellschaft, die wie alle modernen Gesellschaften zwar fehlerhaft, aber stark genug ist, um Kunst und die darin enthaltene Kritik, aber auch das darin enthaltene Lob zu ertragen. Mögen auch die palästinensischen Gebiete zu eben jener Stärke gelangen.

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Den Vormündern laufen die Muslime weg

Es gibt da ein typisches sozialdemokratisches Bedürfnis, hilfsbedürftige Mündel zu haben, um an ihnen als Vormund das eigene Profil zu schärfen. Traditionionell waren diese Mündel die Arbeiter, aber schnell fanden sich noch andere Gruppen: Frauen, Arme, Kranke, Schwarze und natürlich Muslime.

So verständlich und notwendig Hilfsbereitschaft ist, Hilfe, die nicht auf Selbsthilfe abzielt, schafft neue Abhängigkeit. Hilfe, die keine neue Abhängigkeit schaffen möchte, muss sich in die Tradition des großen Denkers Immanuel Kants stellen, der die Aufklärung einst wie folgt beschrieb:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“

Die Unmündigkeit ist immer selbst verschuldet. Wäre die Unmündigkeit fremd verschuldet, so hätte das Individuum keine Möglichkeit, sich selbstbestimmt aus seiner misslichen Lage zu befreien und bräuchte stattdessen einen Führer. Ein freier Mensch braucht aber keinen Führer, der den vermeintlichen Weg in die Freiheit pflastert. Niemals kann der Drang nach Freiheit erstickt werden.

Genau dieser Drang nach Freiheit wird vermutlich auch den Vizevorsitzenden der Alevitische Gemeinde Deutschland, Ali Ertan Toprak, beflügelt haben, als er folgendes Urteil fällte: „Es ärgert mich, dass SPD und Grüne immer meinen, sie müssten in unserem Namen sprechen.“

Ali Ertan Toprak bezieht sich mit dieser Aussage auf die einiger SPD-Abgeordneten, die schon reflexartig den Boykott der Islamkonferenz fordern, nur weil der Vorsitzende der Konferenz, der Innenminister Hans-Peter Friedrich, eine stärke Zusammenarbeit von muslimischen Organisationen mit deutschen Untersuchungsbehörden forderte, um wirksam gegen den immer wieder auftretenden Terrorismus innerhalb islamistischer Einrichtungen vorgehen zu können.

Die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Özoguz, fordert daraufhin: „Die Muslime sollten nicht mehr an der Islamkonferenz teilnehmen, bis ein anderer die Leitung übernimmt“, und weiter: „Stattdessen gibt er sich spaltend (…) Er macht so viel von dem kaputt, was andere seit Jahren für eine gelingende Integration aufgebaut haben.“

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) erklärt: „Die Struktur der Islamkonferenz muss überdacht werden (…) Man darf nicht Sicherheitsfragen mit religiösen Fragen vermischen. Das Attentat von Frankfurt und die Islamkonferenz haben nichts miteinander zu tun. Das ist nicht sachgemäß.“

Ali Ertan Toprak, selbst ein Mitglied der Grünen, sagt dazu: Ich habe das bei weitem nicht als so dramatisch und schon gar nicht als Eklat empfunden. Es ist sehr bedauerlich, dass die Arbeit der Konferenz durch die Konfrontation überschattet wird.“ Zum Boykott-Aufruf sagt er nur  „Das ist Blödsinn und dient nicht der Sache.“

Über 120 Gemeinden werden von der Alevitische Gemeinde Deutschland vertreten. Diese Muslime weigern sich, die Rolle der hilfsbedürftigen Mündel zu spielen. Sie lehnen die Rolle der notorisch beleidigten Leberwurst ab. Ihnen sind deutliche, aber ehrliche Worte weitaus lieber als die erniedrigenden Verhätschelungen selbsternannter Vormünder.

Der Wunsch nach Freiheit und Gerechtigkeit ist Motor eines jedes vernunftbegabten Menschen. Die Zeit der Entschuldigungen für anti-moderne und anti-aufklärerische Strömungen ist vorbei!

So muslimisch, christlich, jüdisch, weiblich, männlich, schwarz, weiß, rot, grün, schwul, arm, krank und ausgebeutet kann ein Mensch gar nicht sein, als dass es Terrorismus rechtfertigt.

Wer zum Terroristen wird und damit der Aufklärung und der Moderne abschwört, tut dies nur aus einem einzigen Grund: Weil er es will!

Ali Ertan Toprak und Hans-Peter Friedrich haben in der Islamkonferenz den freien Willen verteidigt. Da soll noch mal einer sagen, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Der Islam Topraks gehört ganz gewiss zu Deutschland. Er gehört zu Deutschland wie Immanuel Kant und Döner.

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Zu Aachen schmieren Nazis

Die Aachener Zeitung hat in einem Artikel vom 28. März 2011 die Parole „Freiheit für Palästina“ als Nazi-Parole bezeichnet.

In der Nacht vom 27. auf den 28. März 2011 wurde die Aachener Synagoge mit einem Hakenkreuz beschmiert.

Die Aachener Zeitung schreibt dazu:

„War schon im Sommer vergangenen Jahres die Empörung groß, als eine Außenmauer des jüdischen Friedhofs an der Lütticher Straße großflächig mit Nazi-Parolen verunstaltet worden war, so trifft es nun das Symbol für den jüdischen Glauben in Aachen schlechthin – die 1995 wiedererbaute und der Jüdischen Gemeinde seinerzeit feierlich übergebene Synagoge im Herzen der Stadt.“

Über den Vorfall im Sommer des letzten Jahres hat Tapfer im Nirgendwo berichtet (Deutschland heute) und weiß somit noch ganz genau, wie der Spruch lautete, den die Aachener Zeitung als Nazi-Parole bezeichnet: „Freiheit für Palästina“.

Wie kommt die Aachener Zeitung nur dazu, die Parole „Freiheit für Palästina“ als Nazi-Parole zu bezeichnen?

Es könnte daran liegen, dass die Charta der Islamisten, der sich die Hamas verpflichtet sieht, in Artikel 7 folgendes niedergelegt hat:

Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!

Es könnte aber auch an dem allgegenwärtigen Judenhass liegen, der die ganze arabische Welt durchdrungen hat, wie dieser ZDF-Beitrag beweist.

Es wird vermutlich an all diese Gründe liegen.

Dennoch ist es falsch, den Satz „Freiheit für Palästina“ pauschal als Nazi-Parole zu bezeichnen, denn ich selbst habe einen ähnlichen Satz im letzten Sommer benutzt: „Freiheit für Gaza“. Allerdings habe ich die Parole nicht an eine Friedhofsmauer geschmiert, sondern sie zusammen mit über eintausend Menschen über den Domvorplatz skandiert.

Damals stand ich in einer Menge von Menschen vor dem Kölner Dom und jubelte der Rednerin auf der Tribüne zu. Sie rief: „Freiheit für Gaza!“ Ein tosender Applaus brandete in der Menge auf. Die Rednerin fuhr fort: „Freiheit für Gaza von Krieg und Terrorismus!“ Wieder erklang ein stürmischer Applaus auf dem Roncalliplatz. „Freiheit für Gaza von Gewalt gegen Homosexuelle und Andersgläubige!“ Der Applaus ebbte nicht ab und schwoll sogar noch an, als die Rednerin ihre Stimme erhob und rief: „Freiheit für Gaza von der Hamas!“ Ich befand mich zusammen mit mehr als 1000 Menschen (laut Polizeiangabe) vor dem Kölner Dom und demonstrierte friedlich aber laut für die Freiheit Gazas, ganz unter dem Motto der Veranstaltung: Fairplay für Israel – für Wahrheit und Solidarität“.

Die Forderung „Freiheit für Palästina“ ist somit nicht an sich eine Nazi-Parole. Sie kann vielmehr ein Spruch für den Frieden und die Sicherheit Israels sein, solange sie nur die wahren Feinde der Palästinenser im Blick hat: jene Menschen, die jeden verfolgen und abschlachten, der es wagt, sich dem Diktat der Diktatur und dem Wahn des religiösen Terrors zu widersetzten. Diese Feinde sind die Mitglieder der Hamas und ihre terroristischen Brüder und Schwestern. Sie haben wie keine andere Gruppierung der Welt Leid und Tod unter die Palästinenser gebracht. Sie verderben die Palästinenser so, wie einst die Deutschen von den Nazis verdorben wurden.

Dieser Vergleich ist nicht als Beleidigung gedacht, sondern spiegelt genau das Selbstverständnis der Hamas wieder. Die Hamas sieht sich selbst in der Tradition der Nazis, wie dieses Bild beweist und dieses und dieses und dieser kleine Flakhelfer hier.

Diese Bilder können nicht oft genug wiederholt werden, damit die Welt endlich sieht, mit wem wir es zu tun haben.

Genau diese Bilder sind es vermutlich, die dafür gesorgt haben, dass die Aachener Zeitung die Parole „Freiheit für Palästina“ als Nazi-Parole bezeichnet hat, denn sie wurde in diesem Zusammenhang mit einem Hakenkreuz versehen an die Friedhofsmauer geschrieben. In diesem Fall kann man es der Aachener Zeitung nicht verübeln, dass sie sich zu so einer Beurteilung hat hinreißen lassen, denn in diesem Zusammenhang ist „Freiheit für Palästina“ eine Nazi-Parole. Kein Wunder also, dass auch die NPD den Antizionismus für sich als erlaubte Form des Judenhasses entdeckt:


Es kommt halt immer auf den Zusammenhang an – und in diesem Aachener Zusammenhang hier sind die vermeintlichen palästinensischen Freiheitskämpfer nichts weiter als klassische Nazis, genauso wie mich diese vermeintlichen palästinensischen Freiheitskämpfer an diese widerlichen Knaben erinnern.

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Tapfer im Nirgendwo bedankt sich bei dem Blog anti3anti für die Bereitstellung der Bilder.

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Deutsche Polizei verbietet Solidarität mit Israel

Bei einer Demonstration vor dem Berliner Hauptbahnhof am 27. März 2011, auf der zu einem Boykott gegen Israel aufgerufen wurde, entfernte die Polizei eine Israelfahne und nahm zwei Menschen in Gewahrsam, weil sie sich weigerten, Ihre friedliche Solidaritätsbekundung mit Israel zu unterlassen.

Am 27. März 2011 fand vor der Berliner Hauptbahnhof eine eher schlecht besuchte Demonstrationsausstellung statt, die sehr einseitig über den Nahostkonflikt „informierte“.

Dem Staat Israel wurde Apartheid vorgeworfen (ein geradezu rassistischer Vergleich) und zu einem Boykott gegen israelische Produkte aufgefordert.

Die brutalen Terrorakte gegen Israel jedoch wurden verschwiegen, verharmlost oder gerechtfertigt.

Irgendwann stellten sich zwei Personen in die Ausstellung und hielten eine Israelfahne hoch. Mehr taten sie nicht! Sie störten nicht, sie brüllten nicht, sie randalierten nicht. Weder skandierten sie anti-palästinensische Parolen, noch präsentierten sie irgendwelche Tafeln mit anti-palästinensischen Meinungen. Sie riefen zu keinem Boykott auf und stellten niemandes Existenz in Frage. Sie zeigten nur, in Anbetracht der Einseitigkeit der Ausstellung, ganz friedlich die Israelfahne, um zu zeigen, dass Israel nicht ein zu vernichtender Teufel ist, wie es die palästinensische Hamas behauptet, sondern ein liebenswertes Land mit guten und schlechten Seiten.

Sie waren somit nicht einmal erkennbar pro-israelisch, denn das zeigen einer Flagge zur puren Verdeutlichung, dass das Land ein Recht auf Existenz hat, kann nun wirklich nicht als Zeichen besonderer Zuneigung ausgelegt werden. Es ist kein besonderes Zeichen der Zuneigung, wenn ich einem Land das Recht auf Existenz und Verteidigung zuspreche, schließlich spreche ich jedem Land diese Selbstverständlichkeit zu. In der Verteidigung des Existenzrechts Israels einen pro-israelischen Akt zu vermuten, ist so absurd, wie zu behaupten, man sei pro-jüdisch, wenn man gegen Auschwitz und die Vernichtung von Juden sei. Die Verurteilung des Holocaust ist natürlich nicht pro-jüdisch, sondern schlicht pro-menschlich, so wie die Verurteilung der Sehnsucht nach der Vernichtung Israels auch nicht pro-israelisch sondern schlicht pro-menschlich ist.

Diese Menschlichkeit aber provozierte die pro-palästinensischen Demonstranten.

Sie gingen auf die beiden Personen los. Die bloße Existenz der Israelfahne war ihnen schon ein Dorn im Auge, so wie für die Hamas schon die bloße Existenz des Landes Israels und Juden überhaupt ein zu lösendes Problem ist.

Als die Demonstranten sich aufmachten, der Existenz der Israelfahne ein Ende zu bereiten, schaltete sich die Polizei ein.

Allerdings verteidigte sie nicht etwa das Recht der zwei Personen, die Fahne eines demokratischen Landes friedlich hochzuhalten, sondern sie kassierten die Fahne Israels und nahmen die beiden Personen in Gewahrsam.

Nun kann argumentiert werden, dass angemeldete Demonstrationen nicht gestört werden dürfen und dass die Polizei eine Trennung zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten durchzusetzen habe; aber dürfen zwei Menschen, die die Fahne eines Landes hochhalten schon als Störung der Sicherheit angesehen werden? Sie störten zwar unzweifelhaft die israelhassenden Demonstranten, aber soll man diese Subjekte wirklich zum Maßstab für Bürgerrechte nehmen?

Was wäre gewesen, wenn Nazis vor dem Berliner Hauptbahnhof demonstrieren hätten, die was gegen dunkelhäutige Menschen haben? Hätten dann alle dunkelhäutigen Menschen fortgeschickt und gegebenenfalls in Gewahrsam genommen werden müssen, weil sie sonst die Demonstranten störten?

Was wäre gewesen, wenn ein Mensch mit einer Israelfahne als Kippa auf dem Kopf vor dem Hauptbahnhof gestanden hätte? Hätte die Polizei ihm die Kippa vom Kopf genommen oder gleich den ganzen Juden entfernt?

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Tapfer im Nirgendwo bedankt sich bei Thomas Hemberger für die Bereitstellung der Bilder.

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Die RAF ist zurück!

Die Terrororganisation RAF ist zurück!

Nach eigenen Angaben hat die RAF  ihren „Widerstandskampf“ gegen den Unrechtsstaat Deutschland mit der Begründung wieder aufgenommen, ein Staat wie die BRD, der Kriege führe und Waffen an Diktatoren liefere, könne nicht weiter toleriert werden. Das Existenzrecht der Bundesrepublik Deutschland könne, so eine Sprecherin der RAF, „nicht mehr anerkannt werden.“ Sie betonte, dass gerade die deutsche Vergangenheit und das Wissen um die verbrecherischen Taten des Hitlerregims, in Anbetracht der Tatsache, dass deutsche Soldaten heute wieder „ballspielende Kinder“ in Afghanistan töteten, nur eine Parole zuließen: „Deutschland von der Karte streichen, Polen muss an Frankreich reichen!“

Seit der Wiederaufnahme des Kampfes durch die RAF in der vergangenen Woche wurde Deutschland von einer beispiellosen Terrorwelle überzogen. In einem kleinen Ort in der Nähe der polnischen Grenze wurde eine fünfköpfige deutsche Familie im Schlaf ermodert. Einem Baby wurde dabei sogar die Kehle aufgeschnitten. An der dänischen Grenze in der Nähe von Flensburg wurde vom Deutschen Geheimdienst ein Schmuggel von 50 Tonnen Waffen entlarvt, der die RAF in den Besitz von C-704 Raketen gebracht hätte, Raketen mit einer Reichweite von 35 Kilometern und 150 Kilogramm Sprengstoff. In Berlin kam es zu einem Bombenanschlag am Busbahnhof Kurfürstendamm, bei dem eine Berliner Rentnerin ums Leben kam und über 30 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. In Frankfurt am Main verlor ein Mann mit Migrationshintergrund einen Arm, als er bei der Arbeit in einen Müllsack griff, in dem eine Rohrbombe versteckt war. An der Grenze zu den Niederlanden konnte ein RAF-Sympathisant gefasst werden, der in seinem Rucksack fünf Rohrbomben mit sich trug. Seit einigen Tagen kommt es im ganzen Grenzgebiet Deutschlands, aber vor allem an der Grenze zu Tschechien zu fast stündlichen Raktenangriffen. Zudem hat die RAF für den 15. Mai 2011 den Tag der Vergeltung ausgerufen. Ab diesem Tag sollen alle Sympathisanten und Angehörigen der RAF den „bewaffneten Kampf“ gegen Deutschland beginnen.

***

Sie, verehrte Leserin und verehrter Leser meines Blogs, fragen sich nun vermutlich, warum Sie von dieser Terrorwelle nichts mitbekommen haben.

Nun, es könnte natürlich daran liegen, dass mit dem Erdbeben in Japan und dem Bürgerkrieg in Libyen gerade wichtigere politische Dinge im Mittelpunkt stehen als die Sicherheit Deutschlands, aber wahrscheinlich liegt es doch eher daran, dass es sich bei dem Land, das in der letzten Woche von dieser beispiellosen Terrorwelle überzogen wurde nicht um Deutschland, sondern um Israel handelt und bei der Terrororganisation nicht um die RAF, sondern um die Hamas.

Ja, seit über einer Woche erlebt Israel einen Tsunami der Gewalt und ein Erdbeben des Terrors.

Ein Lynchmord an drei Kindern und ihren Eltern, ein Bombenanschlag in Jerusalem, ein schwer verstümmelter Müllmann, ein Waffenschmuggel von hochgefährlichen Waffen (unter deutscher Flagge!) und stündliche Raketenangiffe gehören mittlerweile zum Alltag in Israel. Für den 15. Mai 2011 wurde zudem die dritte Intifada und somit der Krieg gegen Israel ausgerufen; auch über Facebook sammeln sich fleißig Freiwillige für den Kampf gegen Israel.

Was wäre wohl in Deutschland los, sähe sich die bundesrepublikanische Öffentlichkeit mit ähnlich brutalen Angriffen konfrontiert? Würde sich Deutschland tapfer in Pazisfismus üben und nicht nach Polizei und Bundeswehr rufen, nur um ja nicht an der berühmt-berüchtigten „Gewaltspirale“ zu drehen? Wie würde Deutschland auf Boykottaufrufe für deutsche Waren reagieren, erklärte die Regierung einen Krieg gegen den Terror?

Ich wette meine Gesamtausgabe von Immanuel Kants Schriften und lege noch einen Henryk M. Broder oben drauf, dass Deutschland in einer Form Vergeltung üben würde, die Israels heutigen Umgang mit der Hamas zum Inbegriff der Feindesliebe machen würde.

Man muss sich nur vor Augen führen, welcher Not- und Ausnahmezustand erklärt wurde, als die erste Generation der RAF in Deutschland unterwegs war. Was die RAF in den siebziger Jahren in Deutschland veranstaltet hatte, ist in Israel heute nur ein ruhiger Shabbatnachmittag. Was Israel momentan mit der Hamas erlebt, ist ohne Vergleich zu dem, was die BRD jemals in den letzten 60 Jahren an Terror erleben musste. Das kleine Land Israel, das nicht einmal so groß ist wie Bayern, wird nicht nur von ein paar Dutzend Terroristen und ihren Sympathisanten heimgesucht, sondern von einer ganzen Armee von Terroristen.

Ohne Vergleich ist auch die Brutalität, mit der die deutsche Öffentlichkeit den Terror an den jüdischen Staat verharmlost.

Die Gründe der Hamas, Israel zu terrorisieren, sind so „berechtigt“, wie die Bombenanschläge, Entführungen und Morde der RAF. Die Taten entstammen allesamt dem Glauben, für das Gute und Aufrichtige zu kämpfen und sind doch in Wahrheit nichts anderes als die Saat des Bösen. “Die meisten Menschen berauschen sich nicht an Ideen, sondern sie benutzen Ideen, um ihren Rausch zu legitimieren.”

Kritik an Deutschland und Kritik an Israel gehören zum Selbstverständnis einer Demokratie, denn jede Nation, vor allem wenn sie sich im Zustand eines Krieges befindet, macht Fehler, manchmal unverzeichliche Fehler, aber die Kritik findet genau dort ihre Grenzen, wo die Zerstörungswut einer RAF oder Hamas beginnt. Terror ist durch nichts, aber durch rein gar nichts zu rechtfertigen.

Wer auch nur eine Zeile oder einen Gedanken damit verschwendet, der mordenden Bande ein berechtigtes Anliegen zu unterstellen, der führt im Grunde den Krieg der Terroristen mit und spuckt zudem in das Gesicht all jener Demokraten, die mit den Mitteln des Rechtsstaats und der freiheitlichen Selbstbestimmung des Individuums versuchen, das Land schöner und gerechter zu machen, sei es nun Deutschland oder Israel.

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Ein Islamkritiker widerspricht

Patrick Bahners behauptet: „Muslime können Revolutionen machen. Das hat die Welt gesehen. Muslime können keine Demokraten werden. Das redet uns die Islamkritik ein.“

Da ich den Islam als Ideologie schon öfter kritisiert habe, so wie viele andere Ideologien und Weltanschauungen auch, möchte ich Bahners widersprechen. Für mich sind Muslime selbstverständlich in der Lage, aufgeklärte Menschen und Demokraten zu sein. Jeder Mensch besitzt die Fähigkeit, sich seines Verstandes selbst zu benutzen. Aufklärung im Sinne von Immanuel Kant bedeutet:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“

Die Unmündigkeit ist immer selbst verschuldet.

Wäre die Unmündigkeit nur fremd verschuldet, so hätte das Individuum keine Möglichkeit, sich selbstbestimmt aus seiner misslichen Lage zu befreien und bräuchte stets einen Führer. Genau hier liegt wohl die Motivation aller Menschen, die behaupten, Muslime könnten sich nicht selbst befreien.

Es gibt Menschen, denen es ein inneres Bedürfnis ist, hilfsbedürftige Mündel zu finden, denen sie helfen können. Ob nun Frauen, Arme, Kranke, Schwache, Muslim, Schwarze, Indianer, sie erklären, dass sich diese geistig Schwachen ihres Verstandes nicht selbst bedienen können. Menschen, die das glauben, setzen sich am liebsten für Tiere ein, denn die können sich gegen die Hilfe nicht verwehren.

Kritiker des Islams sind sich sicher, dass sich Muslime ihres eigenen Verstandes bedienen können. Sie kritisieren eine Religion, die es als Kultur versteht, Frauen und Andersgläubige als minderwertige Wesen zu bezeichnen. Sie kritisieren es, wenn arrogante Menschen des Westens glauben, es läge in der „Natur“ von Muslimen, so zu denken, ganz so als wären Muslime keine vernunftsbegabten Menschen, die das moralische Für und Wider Ihrer Handlungen abwägen können. Islamkritiker sprechen jedem Moslem die Fähigkeit zu, sich seines Verstandes bedienen zu können.

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Auch schön

Tapfer im Nirgendwo präsentiert ein paar schöne Bilder.

Na, da bin ich ja froh, dass mich das Schild davor gewarnt hat, nicht ins defekte Becken zu pinkeln:

Wer braucht nicht mal einen Wegweiser zur Liebe:

Die erste Webkamm kam noch ohne Strom aus:

Der erste Zug meiner Frau (weiß) nach 32 Minuten Überlegung. Ihr Kommentar: „Ich möchte mein Volk schützen!“:

Der zum Islam konvertierte Cat Stevens gibt ein Konzert in einer Arena, die nach einem alkoholischen Getränk benannt ist. Yusuf vereint somit Musik, Bier und Islam:

 

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Finger weg von Ägypten?

Folgendes Plakat musste ich in Köln am 6. Februar 2011 auf einer Demonstration für Freiheit in Ägypten entdecken:

Die Demonstration wurde von Gruppen organisiert, die sich selbst als links definieren. Es sind Plakate wie diese, die meine Euphorie über die Entwicklung in Ägypten trüben. Es betrübt mich umso mehr, weil es offensichtlich in Deutschland nicht möglich ist, dass sich diese linken Organisationen gegen Despoten und Diktatoren im arabischen Raum aussprechen, wenn sie dabei nicht gleichzeitig gegen ihre Erzfeinde Israel und die USA agitieren können. Auch in Ägypten macht sich leider hier und dort eine unglückliche Bewegung innerhalb der Freiheitsdemonstrationen breit, wie man an diesen Bildern sehen kann.

Dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass es sich bei der Bewegung in Ägypten um eine arabische Variante von 1989 handelt. 1989 demostrierten Menschen im kommunistischen Osten für Freiheit und Selbstbestimmung. Dabei war es egal, welche Länder des Westens und welche Länder des Ostens sich vor zehn, fünfzig oder hundert Jahren im Krieg befanden hatten. Es ging nicht um ideologisch gefärbte Schuldzuweisungen und auch die deutschen Verbrechen des zweiten Weltkriegs spielten keine Rolle. Es ging 1989 lediglich um Menschen, die in Freiheit leben wollten. Die Friedfertigkeit der Artikulation des Freiheitsdranges war dabei so umwerfend, dass sich schließlich sogar die Länder zusammentaten, die noch 45 Jahre zuvor im blutigen Krieg miteinander waren, um gemeinsam einen Friedensvertrag auszuhandeln. Ja, der aus der 89er-Bewegung entstandene und 1990 unterschriebene Zwei-Plus-Vier-Vertrag gilt als der eigentliche, weil einzige, Friedensvertrag zum Zweiten Weltkrieg. 1989 war eine Bewegung für Freiheit und Gerechtigkeit und nicht eine gegen irgendein Land, egal welche Taten das ein oder andere Land in der Geschichte auch immer begangen hatte.

Es bleibt zu hoffen, dass auch die Demonstration in Ägypten eine Bewegung für Freiheit und Selbstbestimmung bleibt und nicht zu einer Agitation gegen vermeintliche oder wahrhaftige ideologische Gegner wird. Wer für Freiheit und Selbstbestimmung ist, der muss sich keine Feinde aussuchen, denn die Feinde suchen einen bei solch auklärerischer Position schon selbst aus.

Außerdem ist es in dieser ägyptischen Situation ziemlich dumm, sich vehement gegen eine ganze Nation oder gegen ein ganzes Volk zu stellen. In jedem Land und unter allen Menschengruppen gibt es solche und solche. Die ägyptische Freiheitsbewegung kann jede Solidarität gebrauchen, woher sie auch immer kommen mag, ob nun aus Israel oder den USA; so wie die Menschen 1989 auch jede Unterstützung gebrauchen konnten, ob nun von Михаил Сергеевич Горбачёв, Ronald Wilson Reagan oder David Hasselhoff.

Der Ausspruch „Israel und USA: Finger weg von Ägypten“ ist einfach dämlich! Will die Freiheitsbewegung im arabischen Raum denn wirklich, dass alle Menschen aus Israel und den USA ihre Finger aus der Sache raushalten? Soll Obama schweigen? Soll CNN etwa nicht mehr berichten? Sollen die Demonstranten in Kairo und Alexandria auf Facebook und Twitter verzichten? Sollen die Demonstranten aufhören mit ihren Handys Bilder zu machen? Facebook, Twitter, Handys, Internet, all diese Errungenschaften und Erfindungen wurden zum nicht geringen Teil in Israel und den USA entwickelt und ermöglicht. Es ist auch das Know How der Israelis und Amerikaner, das es den Menschen in Ägypten ermöglicht, ihre Bewegung in Szene zu setzen. Ihnen nun zu sagen, sie sollten ihre Finger raus halten, käme einem Selbstmord der Freiheitsbewegung gleich.

Was gerade in Ägypten geschieht, kann eine Bewegung im besten Sinne der Aufklärung werden. Immanuel Kant hat einst gesagt: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.“ Ich möchte hinzufügen: „Das Internet ist das Surfbrett der Aufklärung!“ Immanuel Kant spricht übrigens von einer „selbst verschuldeten Unmündigkeit“, nicht von einer „unverschuldeten Unmündigkeit“, wie Heiner Geißler einst behauptete. Immanuel Kant führt aus:

„Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“

Bei Immanuel Kant in die Unmündigkeit selbst verschuldet; sie muss es sein! Wäre die Unmündikeit nämlich fremd verschuldet, so hätte das Individuum keine Möglichkeit, sich selbstbestimmt aus seiner misslichen Lage zu befreien und bräuchte stattdessen einen Führer. Immanuel Kant aber besteht darauf, dass jeder Mensch frei ist und zu jeder Zeit eine wenn auch geringe so doch vorhandene Chance besitzt, sich aus seiner Unmündigkeit ohne Hilfe eines Dritten zu befreien. Ein freier Mensch braucht keinen Führer, der den vermeintlichen Weg in die Freiheit pflastert und nie, niemals kann der Freiheitsdrang eines Menschen erstickt werden.

Mögen die Frauen und Männer in Ägypten von diesem Geist beseelt sein und erkennen, dass sie die Chance haben, sich aus ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien, statt das verführerische Pferd des Selbstmitleids und des Gejammers zu satteln. Der Weg in die Freiheit beginnt mit dem Mut, den goldenen Apfel der Schuldzuweisungen fallen zu lassen, um endlich das Zepter der Verantwortung übernehmen zu können.

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