Ein Nachdenken über Demenz von Antonio Ruiz Tamayo.
Demenz ist im Grunde das letzte, schwere Coming Out des alten, gebrechlichen Menschen. Es ist ein Coming Out, das niemand möchte. Es ist das Zugeständnis, dass das Leben, wie er war, vorbei ist.
Es ist eine letzte Verpuppung zu einem pergamentartigen, flugunfähigen Winterschmetterling mit zerfransten Rändern und krummen Fußgliedern. Ich kann verstehen, dass man dagegen ankämpft. Man wird extrem dünnhäutig und misstrauischer. Man vertraut immer weniger Menschen, weil man manche erkennt, aber andere auch wieder nicht.
Paranoia ist eine gekonnte Angst, schon im Voraus zu denken und zu verdächtigen.
Menschen mit Demenz begeben sich in eine Lauerstellung, weil immer mehr fremde Menschen in ihr Heim eindringen und ihnen immer mehr von ihrer Autonomie nehmen, bewusst oder unbewusst.
Das Leben erlebt eine Verformung.
Für Hilfen bei Einkäufe sind sie dankbar und das wird bejaht, Hilfen der Körperreinigung wiederum erleben sie als Übergriffe in ihre Persönlichkeitsrechte. Sie können nicht mehr aufhalten, was schon längst im vollen Gange ist: Die Zerteilung ihres Lebens.
Was früher ihre Keimzelle war, ihr geheimes Epizentrum, wird ihnen nun Scheibe für Scheibe abgezogen und am Ende bleibt ein nacktes Kind, das von Fremden gewaschen werden soll.
Diese Männer und Frauen befinden sich mitten in einer Transformation, zusammen mit all den verschiedenen Persönlichkeiten ihres Lebens, dem Kind, dem Mädchen, der reifen Frau, dem Liebhaber, der Mutter, dem Vater, der Chefin, dem Bruder, der Schwester, der Geliebten und all den anderen Masken und Kostümen des Ichs. All diese Figuren zerbrechen und stehen sich als Scherben gegenüber. Jede klagt die andere an.
Diese inneren Kämpfe können nur allein durchmacht werden. Es ist unmöglich, von außen rational auf Menschen in diesem Prozess einzuwirken. Jedes Argumente schält sie weiter und legt immer mehr die eigene Zerbrechlichkeit und Empfindlichkeit offen.
In diesem Coming Out fragt sich ein Mensch mit Demenz immer wieder: „Aber was ist mit mir? Wo ist da noch Platz für mich?“
Das Ego kämpft! Es kämpft gegen den Zerfall an. Es kämpft um den Status Quo, um das eigene stolze Leben.
***
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Am 31. Mai 2010 befand sich die Bundestagsabgeordnete Annette Groth (Die Linke) auf dem untersten Deck der Mavi Marmara. Das untere Deck war das sogenannte „Frauendeck“. Männer und Frauen wurden auf dem Schiff separiert.
Die Mavi Marmara hatte sich auf den Weg gemacht, um die von Israel verhängte Blockade gegen den Gazastreifen zu durchbrechen. Die Blockade war notwendig geworden, weil im Gazastreifen die Terrororganisation Hamas, die die totale Vernichtung Israels fordert, Angriffe auf Israel exekutierte. Bis zum heutigen Tag herrscht die Hamas im Gazastreifen, verfolgt Andersgläubige, kriminalisiert Homosexuelle und unterdrückt Frauen.
Als die Mavi Marmara am 31. Mai 2010 kurz davor war, die Blockade zu durchbrechen, wurde das Schiff von der israelischen Marine aufgebracht. Beim Entern wurden neun Passagiere getötet. Zudem wurden viele andere Passagiere und sieben israelische Soldaten verletzt.
Heute, im Sommer 2021, habe ich eine alte Debatte gefunden, die ich im Sommer 2010 in einer Kommentarspalte zu Annette Groths Unterstützung der Mavi Mamara geführt hatte. Alles begann mit diesem kurzen Statement von mir: „Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf’m Frauendeck …“
Darauf entwickelte sich folgende Auseinandersetzung mit einer Frau, die ich hier kurz als San bezeichne. Das Gespräch ist elf Jahre alt, heute jedoch leider immer noch hoch aktuell.
San: Ich bin der Ansicht, dass Israel sich durch seine Politik die Reaktionen der Islamisten selbst zuzuschreiben hat.
Buurmann: Ich zitiere mal aus der Charta dieser Islamisten:
„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“
Das hat sich Israel selbst zuzuschreiben? Ein Land, das in der Unabhängigkeitserklärung betont:
„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf.“
San: Ich gebe zu bedenken, dass die Hamas durch demokratische, von Amerikanern und Europäern genauestens beobachteten Wahlen, also durch den Willen des palästinensischen Volkes, an die Macht gekommen ist. Bei der Hamas handelt es sich um legitimierte Vertreter des palästinensischen Volkes. Israel muss dies endlich mal zur Kenntnis nehmen und nicht nach dem Motto handeln: „Wir sperren Euch jetzt so lange ein, bis Ihr die wählt, die uns passen!“
Buurmann: Sie haben Recht. Die Hamas wurde gewählt. Somit trägt das Volk die Verantwortung. Die Nazis wurden auch gewählt. Die Geschwister Scholl haben sich damit aber nicht abgefunden. Wo sind die Geschwister Scholl der Hamas?
Das jüdische Volk hat das Recht, die Hamas an der Verwirklichung seines Willen zu hindern. Auch 1944/45 galt: Das deutsche Volk hat Hitler auf demokratische Weise ermöglicht. Das Volk trägt Verantwortung. Somit sind die Bomben auf Dresden und Mannheim zunächst einmal ein Resultat deutscher Handlungen. So sah es auch das Geschwisterpaar Scholl: „Jedes Volk verdient die Regierung, die es erträgt.“
Wer sowas wählt, soll nicht jammern, wenn die Opfer zurückschlagen und sich wehren.
San: Es reicht doch aus, wenn israelische Soldaten planmäßig undifferenziert Palästinenser plätten. Sicher steht nicht in der Unabhängigkeitserklärung, dass das so sein soll, aber trotzdem ist es so. Kleine Torte statt vieler Worte, nicht wahr, Herr Buurmann?
Buurmann: Sieht so Ihr Bild von israelischen Soldaten aus? Monster, die die Ermordung von Palästinensern planen? Vermutlich finden die geheimen Treffen zur Planung dieser Taten auf einem Friedhof statt, wo Mazzebrot, zubereitet aus dem Blut christlicher Kinder, gereicht wird.
San: Ja, Sie vergreifen sich am Blut der Palästinenser. Halten Sie Palästinenser eigentlich im Speziellen und Allgemeinen für Geschöpfe Gottes?
Buurmann: Selbstverständlich. Das Blut von Palästinensern ist genauso rot wie das Blut aller anderen Menschen. Deshalb erschüttert es mich ja gerade, dass es keinen Aufschrei gibt, wenn Palästinenser ermordet werden, ohne dass es eine Verbindung zu Israel gibt. Die Hamas mordet ihr eigenes Volk. Sie mordet Homosexuelle und Frauen. Wer sich nicht zur Hamas bekennt, wird verfolgt und ermordet. Die Palästinenser, die sich nach Freiheit sehnen, schweben in permanenter Lebensgefahr.
Die Mörder von Palästinensern finden sind nicht in der israelischen Regierung, sie finden sich bei der Hamas. Israel ist lediglich der Sündenbock, bewusst gewählt, um Palästinenser weiter zu knechten.
San: Warum fällt es Ihnen so schwer, Israel zu kritisieren?
Buurmann: Was soll ich Israel kritisieren? Israel wird schon genug kritisiert. In Israel allein gibt es genug Gruppen und Institutionen, die Israel kritisieren. Ich nutze meine Kraft lieber für jene, die keine Lobby haben. Die Palästinenser, die mit Israel in Frieden leben möchte, haben keine Lobby. Ihnen gehört mein Herz, denn sie leiden unter der Hamas und der Unmöglichkeit, die eigene Seite kritisieren zu können.
Israel darf und kann auf der ganzen Welt kritisiert werden. Wer aber die Hamas kritisiert, muss in einigen Gebieten der Welt um sein Leben fürchten. Genau da komme ich ins Spiel. Ich habe mich der Solidarität mit diesen Palästinenser verschrieben. Und glauben Sie mir, dass ist weitaus mutiger als was Sie tun.
Buurmann: Bei diesem Bibelabschnitt handelt es sich um eine Stelle, in der der Bruch zum Judentum vollzogen wird. In dieser Stelle wird jeder Jude, der Jesus Wahrheit nicht anerkennt zum Teufel erklärt. Wollen Sie mich etwa zu einem teuflischen jüdischen Antichristen erklären?
San: Passt doch wie der sprichwörtliche Arsch auf den Topf.
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Wenn Menschen ihre Ideen zu ernst nehmen, sogar so todernst, dass sie für ihre Ideen Menschen morden, dann sollen die Namen der Mörder sterben und die Namen der Ermordeten nie vergessen werden.
Tapfer im Nirgendwo erinnert mit dieser (unvollständigen) Liste von Anschlägen in Deutschland an die Opfer. Die Namen der Täter werden ganz bewusst nicht erwähnt. Die Namen der Opfer werden genannt!
Sollten Sie die Namen der hier namenslosen Opfer kennen, bitte senden Sie die Namen an: gerdbuurmann@hotmail.de
Anschlag in Duisburg am 9. April 2023:
Ein Mann, Name unbekannt.
Hamburg am 9. März 2023:
Sieben Menschen, Namen unbekannt
Anschlag in Ludwigshafen am 18. Oktober 2022:
Jonas Sprengart Sascha Kraft
Anschlag in Heidelberg am 24. Januar 2022:
Eine Studentin, Name unbekannt
Anschlag in Idar-Oberstein am 18. September 2021:
Alexander W.
Anschlag in Würzburg am 25. Juni 2021:
Christiane Hartmann Johanna H. Stefanie (Steffi) Wagner
Anschlag in Dresden am 4. Oktober 2020:
Thomas Lips
Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020:
Ferhat Unvar Mercedes Kierpacz Sedat Gürbüz Gökhan Gültekin Hamza Kurtović Kaloyan Velkov Vili Viorel Păun Fatih Saraçoğlu Said Nesar Hashemi Gabriele Rathjen
Anschlag in Halle am 9. Oktober 2019:
Jana L. Kevin S.
Anschlag in Wolfhagen-Istha am 2. Juni 2019:
Walter Lübcke
Anschlag in Hamburg am 28. Juli 2017:
Mathias P.
Anschlag in Berlin am 19. Dezember 2016:
Anna Bagratuni Georgiy Bagratuni Sebastian Berlin Nada Cizmar Fabrizia Di Lorenzo Dalia Elyakim Christoph Herrlich Klaus Jacob Angelika Klösters Dorit Krebs Lukasz Urban Peter Völker
Anschlag in München am 22. Juli 2016:
Sevada D. Armela S. Sabina S. Can L. Selçuk K. Janos Roberto R. Hüseyin D. Dijamant „Dimo“ Z. Giuliana-Josef K.
Anschlag in Frankfurt am 2. März 2011:
Nicholas J. Alden Zachary Cuddeback
Anschlag in Heilbronn am 25. April 2007:
Michèle Kiesewetter
Anschlag in Dortmund am 2. Februar 2007:
Name unbekannt
Anschlag in Kassel am 6. April 2006:
Halit Yozgat
Anschlag in Dortmund am 4. April 2006:
Mehmet Kubaşık
Anschlag in München am 15. Juni 2005:
Theodoros Boulgarides
Anschlag in Nürnberg am 9. Juni 2005:
İsmail Yaşar
Anschlag in Rostock am 25. Februar 2004:
Mehmet Turgut
Anschlag in München am 29. August 2001:
Habil Kılıç
Anschlag in Hamburg am 27. Juni 2001:
Süleyman Taşköprü
Anschlag in Nürnberg am 13. Juni 2001:
Abdurrahim Özüdoğru
Anschlag in Nürnberg am 9. September 2000:
Enver Şimşek
Anschlag in Lübeck am 18. Januar 1996:
Monica Maiamba Bunga Suzanna Nsuzana Bunga Françoise Makudila Christine Makudila Miya Makudila Christelle Makudila Legrand Makudila Jean-Daniel Makudila Rabia El Omari Sylvio Amoussou
Anschlag in Velbert am 12. Februar 1995:
Name unbekannt
Anschlag in Köln am 28. Juli 1995:
Raimund G. Zwei weitere Menschen, Namen unbekannt
Anschlag in Ulm am 29. August 1995:
Zwei Menschen, Namen unbekannt
Anschlag in Neumünster am 4. September 1995:
Name unbekannt
Anschlag in Bayreuth am 6. November 1995:
Name unbekannt
Anschlag in Herford am 28. September 1994:
Zwei Menschen, Namen unbekannt
Anschlag in Solingen am 29. Mai 1993:
Gürsün İnce Hatice Genç Gülüstan Öztürk Hülya Genç Saime Genç
Gabriele Deutsch Robert Gmeinwieser Axel Hirsch Markus Holzl Paul Lux Franz Schiele Ignaz Platzer Ilona Platzer Angela Schüttrigkeit Errol Vere-Hodges Ernst Vestner Beate Werner
Anschlag in Hamburg am 22. August 1980:
Nguyễn Ngọc Châu Đỗ Anh Lân
Anschlag in Köln am 5. September 1977:
Reinhold Brändle Roland Pieler Helmut Ulmer Heinz Marcisz Hanns-Martin Schleyer (später)
Anschlag in Frankfurt am 30. Juli 1977:
Jürgen Ponto
Anschlag in Karlsruhe am 7. April 1977:
Siegfried Buback Georg Wurster Wolfgang Göbel
Anschlag in Berlin am 10. November 1974:
Günter von Drenkmann
Anschlag in Kaiserslautern am 11. Januar 1973:
Name unbekannt
Anschlag in München am 5. September 1972:
David Berger Seew Friedman Josef Gutfreund Elieser Halfin Josef Romano Amizur Shapira Kehat Shorr Mark Slavin Andre Spitzer Jaakow Springer Mosche Weinberger Anton Fliegerbauer
Anschlag in Heidelberg am 24. Mai 1972:
Clyde Bonner Ronald Woodward Charles Peck
Anschlag in Frankfurt am 11. Mai 1972:
Paul A. Bloomquist
Anschlag in Berlin am 2. Februar 1972:
Name unbekannt
Anschlag in München am 13. Februar 1970:
Rivka Regina Becher Mair Max Blum Rosa Drucker Arie Leib Leopold Gimpel David Jakubovicz Siegfried Offenbacher Eliakim Georg Pfau
Anschlag in München am 10. Februar 1970:
Name unbekannt
Veröffentlicht unterNachrichten|Kommentare deaktiviert für In Erinnerung
Am 25. Juni 2021 gegen 17 Uhr ging ein 24-jähriger Somalier in ein Woolworth-Kaufhaus in Würzburg und fragte dort eine Frau, wo er die Messer finden könne. Die Frau führte ihn in die Haushaltswarenabteilung. Dort nahm er ein Messer und stach auf die Frau ein und attackierte weitere Frauen. Er tötete drei Frauen, darunter eine Mutter, die versuchte, das Leben ihrer Tochter zu retten. Die Tochter wurde vom Angreifer schwer verletzt.
Die Namen der Opfer sind Christiane H. (49), Johanna H. (82) und Steffi W. (24).
Anschließend beging er auf der Straße und in der gegenüberliegenden Filiale einer Sparkasse weitere Messerangriffe. Hier setzten sich mehrere Passanten mit Stühlen, Regenschirmen, Rucksäcken und Besen gegen den Mann zur Wehr. Die alarmierte Polizei stoppte den Mörder schließlich mit einem gezielten Oberschenkelschuss.
Laut einem internen Vermerk der Ermittlungsbehörden sagte der Täter nach seiner Festnahme aus, er habe mit seiner Tat einen „Dschihad“ verwirklicht. Ein Kaufhausdetektiv gab an, der Täter habe bei der Tat „Allahu Akbar“ gerufen. Die Polizei teilte mit, in seiner Unterkunft hasserfüllte Botschaften gefunden zu haben. Mehrere Medien berichteten, darunter seien auch Materialien der Terrororganisation Islamischer Staat gewesen.
Seit der Tat fragen sich manche Medien, was das Motiv des Täters gewesen sein könnte. Der Stern fragt: „Islamistischer Anschlag oder Tat eines psychischen Kranken?“
Was bitte soll die Frage? Gibt es etwa islamische Terroristen, die nicht psychisch krank sind? Wo bitte finde ich all jene psychisch normalen Leute, die Menschen abschlachten, weil es ihnen ihr Gott befohlen hat?
Jeder Terrorist ist ein Wahnsinniger.
Am 19. Februar 2020 erschoss ein 43-jähriger Deutscher an zwei Tatorten in Hanau innerhalb von zwölf Minuten neun Menschen mit Migrationshintergrund. Später tötete er im Elternhaus noch seine Mutter und sich selbst.
Bei den Ermittlungen wurde die ganze Wahnvorstellung des Mörders offenbar. In einem YouTube-Video erklärte der Terrorist auf Englisch, die Vereinigen Staaten von Amerika seien „unter der Kontrolle unsichtbarer, geheimer Gesellschaften.“ Diese Gesellschaften, so behauptete er, nutzten „unbekannte, böse Methoden wie Gedankenkontrolle und halten eine moderne Form der Sklaverei aufrecht“. Er behauptete weiter, in den USA gäbe es „tiefe, unterirdische Militärbasen“ und fügte hinzu: „In einigen davon beten sie den Teufel selbst an. Sie missbrauchen, foltern und töten kleine Kinder in unglaublicher Menge.“
Noch deutlicher wurde er in einem Text, den er auf Deutsch auf seiner Webseite veröffentlicht hatte. Dort erklärte er, dass in Deutschland „das Beste und Schönste entsteht und herauswächst, was diese Welt zu bieten hat“ und verurteilt „das schlechte Verhalten bestimmter Volksgruppen.“
Er fragte sich, „warum solche Volksgruppen überhaupt in meinem Land sind“ und stellte fest, diese Menschen seien „äußerlich instinktiv abzulehnen und haben sich zudem in ihrer Historie nicht als leistungsfähig erwiesen“. Er behauptete: „Andere Rassen und Kulturen wiederum haben hierbei nicht nur keinen Beitrag geleistet, sondern sind destruktiv – vor allem der Islam.“
Er forderte, „dass folgende Völker komplett vernichtet werden müssen: Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Israel, Syrien, Jordanien, Libanon, die komplette saudische Halbinsel, die Türkei, Irak, Iran, Kasachstan, Turkmekistan, Usbekistan, Indien, Pakistan, Afghanistan, Bangladesh, Vietnam, Laos, Kambodscha bis hin zu den Philippinen.“
Der Verfasser gab auch tiefe Einblicke in sein Privatleben. Er sei unfreiwillig zölibatär und führte aus, „dass ich ein Leben lang keine Frau/Freundin hatte, die letzten 18 Jahre ausschließlich deshalb nicht, da ich mir eben keine Frau nehme, wenn ich weiß, dass ich überwacht werde.“
Er erzählte von einem erfolglosen Date während des Studiums. Er war sich sicher, dass ein amerikanischer Geheimdienst an seiner Einsamkeit Schuld trage: „Der Geheimdienst der mich bereits ein Leben lang beobachte, wusste um diese „Achillesferse“, zudem hatte ich offen eine Kriegserklärung an diese mir unsichtbaren und unbekannten Personen ausgesprochen. Im Oktober 2000 begann ich mein BWL-Studium in Bayreuth auch mit der Hoffnung dort endlich eine attraktive Frau kennenzulernen. Zunächst sollte ich nicht enttäuscht werden, da eine junge Studentin vom äußeren her meinen Vorstellungen entsprach. Allerdings war dieses Treffen, ebenso wie das Nicht-Zusammenkommen, von dieser „Geheimorganisation“ gesteuert, was mir aber zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt war.”
Sein ganzer Wahn zeigt sich in seiner Überzeugung, dass amerikanische Geheimdienste ihn abgehört und dabei sogar Ideen für Filme bekommen hätten, die dann „Hollywood“ realisiert hätten: „Die Geheimorganisation, die mich überwacht, nimmt Einfluss darauf, welche Hollywoodfilme gedreht werden bzw. welche Inhalte verfilmt werden. Ein weiterer Gesprächsinhalt mit meinem Kollegen aus der Banklehre drehte sich auch um Filme und ich erwähnte einige Dinge, die ich gerne im Kino sehen würde.“
Neben einigen Filmen mit Sharon Stone und Tom Cruise reklamierte er für sich, die Serie „Prison Break“ erfunden zu haben: „Mit der Fernsehserie „Prison Break“ ist dies entsprechend umgesetzt worden –sehr gut sogar wie ich finde. Ich habe somit rückblickend damals unwissentlich die Grundidee geliefert, aber natürlich weder das Drehbuch geschrieben, noch die Schauspieler ausgewählt, noch sonstige Dinge zur realen Umsetzung dieser Staffel beigetragen.“
Außerdem war er sich sicher, dass der Anschlag auf das World Trade Center vom 11. September 2001 „von den USA selbst ausgeführt wurde“, allerdings aufgrund einer Inspiration durch ihn.
In seinen Schriften beschreibt der wahnsinnige Terrorist, wie er irgendwann anfing, in seiner Wohnung laut zu reden, um mit der Geheimorganisation zu kommunizieren. Erst sprach er nur über friedliche Dinge und erklärte zum Beispiel, Jürgen Klinsmann solle Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft werden, aber irgendwann wurde er weniger friedlich:
„Während des Sommersemesters, als ich in der Wohnung mit den vermuteten Zuhörern sprach, sagte ich unter anderem, dass dieser Umstand, dass ich überwacht werde – ich deute bereits an, dass ich beabsichtige mich dagegen entsprechend zur Wehr zu setzen – zur Not würde ich mit einem Flugzeug in ein Gebäude fliegen, um die entsprechende Aufmerksamkeit zu erringen – in die Weltgeschichte eingehen wird und einmal Hollywood-Filme nach mir gedreht werden würden. Wie richtig ich damals beim Aussprechen dieser Worte lag, wurde mir erst später klar. Denn nicht nur nach dem 11. September 2001 wurden Filme aufgrund meiner Inspiration gedreht, sondern die Hollywood-Connection bestand bereits vorher.“
Irgendwann, so erklärte es der Verfasser dieser verrückten Geschichte, wurde ihm klar, dass er gar nicht laut sprechen müsse, um mit der Geheimorganisation Kontakt aufzunehmen, da sie die Fähigkeit besäße, „Gedanken zu lesen und sich in das Gehirn eines anderen Menschen einklinken zu können“. Diese Fähigkeit würde sogar „von der gleichen Organisation filmisch verarbeitet, die über diese Fähigkeit verfügt“. Als Beweis führte er den Film „Kuck mal wer da spricht“ an: „Im Film kann der Zuschauer die Gedanken der Kleinkinder mithören – in der Realität können diese Menschen von mir bzw. von jedem Menschen die Gedanken lesen.“
Der Terrorist von Hanau war ein wahnsinniger Rassist. Es wäre absolut unangemessen zu fragen, ob er im Wahn oder aus Terror gehandelt habe. Er war beides. Er war ein wahnsinniger Terrorist, ein psychisch kranker Rassist.
Was war der Wahn, der den Mörder in Würzburg zu seiner Tat trieb?
Es ist vollkommen uninteressant, welche Staatsangehörigkeit ein Täter hat. Es ist egal, dass der Täter aus Würzburg schwarz und Somalier ist, so egal wie die Tatsache, dass der Täter aus Hanau weiß und Deutscher war. Die Hautfarbe und die Sprache eines Täters sind irrelevant.
Alle Werte des deutschen Grundgesetzes sind in jeder Sprache der Welt zu verstehen. Die Würde des Menschen, Gleichheit vor dem Gesetz, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Schulpflicht, Versammlungsfreiheit und das Wahlrecht sind nicht nur auf deutsch verstehbar. Deutsch eignet sich zur Aufklärung wie jede andere Sprache.
Es gibt Menschen, die leben seit zwanzig Jahren in Deutschland, essen fremde Speisen, sprechen fremde Sprachen, feiern fremde Feste und leben doch voll und ganz auf dem Boden des Grundgesetzes. Ihre Kultur ist ohne deutsch mit dem Grundgesetz kompatibel. Sie leben zwar in einer Parallelgesellschaft, aber an keiner Stelle durchkreuzt diese Parallelgesellschaft die Werte der deutschen Verfassung. Diese Menschen zahlen Steuern wie alle anderen auch.
Dann gibt es Menschen, die sprechen zwar fließend Deutsch, aber hauen in dieser Sprache die ekelhaftesten, fundamentalistischsten und verfassungsfeindlichsten Parolen raus. Das Problem ist somit nicht die Sprache, sondern die Ideologie.
Rassismus ist die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse ist jedoch Kritik. Kritik ist kein Rassismus. Kritik war und ist der Motor der Aufklärung. Daher sollten wir mir den rassistischen Beschreibungen von Tätern aufhören.
Viel wichtiger ist die Frage, in was für einem ideologischen Umfeld der Täter aufwuchs? Welche Überzeugungen prägten sein Weltbild? Hatte er religiöse Prinzipien und wenn ja, wer hat ihn in dieser Form der Religionsausübung geprägt und unterstützt?
Nicht selten sind religiöse und ideologische Verblendungen die Gründe für Gewalt. Wer Einigkeit und Recht und Freiheit nicht auf seiner Sprache versteht, der wird diese Werte auch nicht auf deutsch verstehen, bevor er nicht seinen religiös und ideologisch geprägten Fanatismus ablegt.
Warum tun sich immer noch so viele Menschen so schwer damit, den Tätern zu glauben, wenn sie die Motive ihrer Verbrechen offen legen? Der Täter von Hanau und der Täter von Würzburg haben ihre Wahnvorstellungen offen und deutlich vernehmbar artikuliert.
Wenn ein Terrorist bei der Tat „Allahu Akbar“ ruft, dann muss man diesen Wahnsinn ernst nehmen. Stellen wir uns nur mal vor, ein Terrorist würde bei Tat laut „Heil Hitler“ brüllen und die Tagesschau würde berichten: „Motiv bisher unklar“.
Ein Moslem, der den Koran wörtlich nimmt, sein eigenes Leben nach einem Feldherren aus der Mitte des ersten Jahrtausends ausrichtet und Menschen auf offener Straße abschlachtet, während er dabei seinen Gott anbetet, ist so wahnsinnig wie ein Christ, der Scheiterhaufen baut und ein Rassist, der Flüchtlingsheime anzündet.
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Mit diesen Worten kündigte Christian Schneider die Folge 372 seines Podcasts „Aethervox Ehrenfeld“ mit Ali Utlu an. Für diese Aussage wurde er nun drei Tage auf Facebook gesperrt. Der Grund? Er soll damit gegen die „Standards zu Hassrede“ verstoßen haben!
Bitte was?
„Männer haben keine Gebärmutter.“ Was soll an dieser Aussage Hassrede sein? Stört sich Facebook etwa an dem Begriff „Gebärmutter“? Ist das Wort „Mutter“ etwa in diesem Zusammenhang nicht mehr genderkorrekt? Hätte Christian besser „Gebärgebärendeperson“ schreiben sollen?
Oder stört sich Facebook an dem Wort „Mann“? Hätte Christian besser „Person mit Penis“ schreiben sollen? Da stellen sich dann aber gleich wieder weitere Fragen: Muss ein Mensch einen Penis zwischen den Beinen haben, um ein Mann zu sein, oder reicht es, einen Penis bei sich zu führen? Muss der Penis am Körper befestigt sein oder kann er sich auch in der Tasche befinden, oder in der Hand, oder im Mund?
Wann ist der Mann ein Mann?
Wenn ein Mann eine Gebärmutter haben kann, was unterscheidet ihn dann von einer Frau? Obwohl, nicht jede Frau hat eine Gebärmutter. Eine Frau, der die Gebärmutter entfernt wurde, bleibt eine Frau. Sie kann die Gebärmutter einem Mann schenken und er kann sie dann in einem Einmachglas stets mit sich führen. Dann wäre er natürlich ein Mann mit einer Gebärmutter.
Warum aber soll Christian nun ausgerechnet über diese Männer mit Gebärmutter Hass verbreitet haben? Wie viele Männer mit Gebärmutter haben sich überhaupt bei Facebook beschwert?
Die Begriffe „männlich“ und „weiblich“ gibt es. Es gibt biologische Geschlechter auf diesem Planeten sogar schon länger als es Blumen gibt. Facebook gibt es noch nicht so lange wie Blumen, aber das hält Facebook nicht davon ab, die Evolution neu zu erfinden.
Für Facebook ist Biologie Hassrede. Deswegen habe ich nur noch eine Frage an Facebook: Welche Definition von „Mann“ und „Frau“ darf auf Facebook noch sanktionsfrei öffentlich getätigt werden?
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Seit Jahren schon kritisiere ich die Behauptung, neunzig Prozent aller judenfeindlichen Straftaten würden von rechts begangen.
Meinen ersten Artikel dazu veröffentlichte ich im November 2017 unter dem Titel „Fakten zu den Statistiken antisemitischer Straftaten“. Dort konnte ich zeigen, dass der größte Teil judenfeindlicher Straftaten nichtdem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnenist, sondern schlicht dem rechtsradikalen Spektrum zugeordnet wird und zwar immer dann, wenn keine andere Motivation deutlich erkennbar ist.
„Fremdenfeindliche und antisemitische Straftaten werden grundsätzlich immer dann dem Phänomenbereich politisch motivierte Kriminalität von Rechts zugeordnet, wenn keine weiteren Spezifika erkennbar sind (z. B. nur der Schriftzug »Juden raus«) und zu denen keine Tatverdächtigen bekannt geworden sind.“
Damals wurde ich für meinen Artikel massiv angegriffen und einige Hetzer hielten es sogar für nötig, mich als „Naziapologeten“ zu bezeichnen.
„So werden antisemitische Straftaten in der PMK-Statistik meistens dem Phänomenbereich „Rechts“ zugeordnet. Die Problembeschreibung zeigt auf, dass die Zuordnung erfolgt, sobald Bezüge zum Nationalsozialismus oder keine weiteren Spezifika erkennbar sind oder keine Täterinnen und Täter bekannt geworden sind. Die Interviews ergaben, dass Straftaten auch von Täterinnen und Tätern mit muslimischem und/oder islamistischem Hintergrund verübt und in dieser Rubrik erfasst wurden. Das wird nach Auffassung der Betroffenen nicht ausreichend deutlich.“
Dieser Bericht sorgte dafür, dass die Innenminister von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg das Problem endlich erkannten. Auf der Innenministerkonferenz im Juni 2021 unternahmen sie daher den Vorstoß, die Kriminalitätsstatistik bundesweit zu präzisieren: Wenn keine Tatsachen zur Tätermotivation vorliegen, sollen antisemitische und rassistische Straftaten künftig in der Kategorie „nicht zuzuordnen“ eingeordnet werden.
Ich hoffe, dass sie auch beachten, das selbst das Hakenkreuz und die Rufe „Juden ins Gas“ nicht mehr pauschal der rechtsextremen Gewalt zugeordnet werden können, da diese Taten in den letzten Jahren weniger von Menschen mit Springerstiefeln und Naziglatzen begangen wurden, sondern mehr von Menschen mit Kopftuch und Prophetenbart.
Was immer aber auch die Konsequenzen der Innenminister sein werden, eine Sache ist erstmal amtlich: Meine Kritik an der Statistik war keine Sympathie mit und keine Apologie von rechter Gewalt. Dennoch wurde ich von einigen übelmeinenden Leuten aufgrund meiner Kritik lange Zeit dieser Gewalt zugeordnet.
Diese Zuordnung hat mich immer sehr verletzt, nicht nur, weil ich ein klarer Gegner von rechter Gewalt bin, sondern auch, weil ich gerade aus dem rechtsextremen Spektrum Hassmails und Morddrohungen erhalte. Nun wurde endlich von offizieller Stelle meine Kritik als berechtigt rehabilitiert. Leider bedeutet dies nicht, dass auch der Dreck, der über mir ausgekübelt wurde, verschwindet.
Immer wieder werden diese Dreckkübel über mir ausgeleert. Am 17. Juni 2017 zum Beispiel fand auf dem Kölner Heumarkt die Demonstration „Nicht mit uns! Muslime und Freunde gegen Gewalt und Terror“ statt. Über diese Demonstration schrieb ich einen Artikel unter dem Titel „Ohne Worte“, in dem stand:
„Heute fand in Köln die Demonstration der Muslime gegen islamischen Terror statt. Erwartet wurden 10.000 Menschen. Es kamen weniger als 1.000!“
Die Zahl hatte ich ermittelt, da ich vor Ort selbst gezählt hatte. Die Tagesschau aber sprach von über 2.000 Menschen und der WDR sah sogar über 3.000 Menschen. Ich kritisierte daraufhin die falschen Behauptungen der öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen in meinem Artikel „Handwerkliche Mängel“. Daraufhin erhielt ich einige Mails, die mir vorwarfen, ein Hetzer zu sein.
„Herr B., die AfD hat bestimmt noch einige Mitarbeiterposten für Sie frei – oder auch die Neonazi-Vereinigung „Identitäre Bewegung“ für Marktschreier wie Sie. Na, Interesse?“
„Polizeiangaben sind um 3.500. Du hättest auch ordentlich recherchieren können. Aber offenbar ist Dir Propaganda wichtiger.“
Die Polizei hatte eine solche Angabe nie gemacht. Die Veranstalter hatten lediglich behauptet, die Polizei hätte das gesagt. Als ich daher erwiderte, ich sei vor Ort gewesen und könne belegen, dass die Zahl falsch sei, kam die Antwort:
„Tja, ich wohne ein paar hundert Kilometer weg und muß mich auf offizielle Zahlen verlassen.“
Die offiziellen Zahlen kamen vom WDR und von der Tagesschau. Sie waren falsch, sorgten aber dafür, dass meine Aussagen als Lügen, Propaganda und Neonazigerede bezeichnet wurden.
Im Mai 2021 nahm ich auf die Demonstration aus dem Jahr 2017 Bezug und zwar in dem Bericht „Geschichte zweier Demos“.
Ich muss nicht erwähnen, dass mir dieser Bericht wieder einige Kübel Dreck eingebracht hat.
Was geht bloß in den Leuten vor, die mich immer wieder in sinistre Ecken stecken wollen? Warum müssen sie in Anbetracht der vielen rassistischen, sexistischen, antisemitischen und homofeindlichen Gewalt ausgerechnet jene diffamieren, die ebenfalls gegen diese gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeiten kämpfen, nur eben nicht auf ihre Art und Weise? Gibt es nur ihren Weg? Ist ihnen der Kampf gegen diesen Hass in Wirklichkeit egal? Kämpfen sie viel mehr um ihren eigenen Ruf, ihr eigenes Ansehen und ihre eigene Macht? Geht es ihnen vielleicht nur um sich selbst? Sind sie dafür vielleicht sogar bereit, andere Menschen vor den Bus zu werfen? Es wirkt so.
Um andere Menschen zu diffamieren, ordnen sie sie dem Bösen zu und behaupten dann, sie seien böse. So kreieren sie sich ihre eigene Statistik zur Diffamierung von Menschen. Es ist eine widerliche Taktik und in der langen Geschichte Europas als „Hexenjagd“ bekannt.
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Bruria Efune stellt auf ihrer Facebook-Seite folgende Frage: „Was würden Deine Kinder tun, wenn sie nach Hause kämen und diese Ballons in ihrem Garten fänden?“
Eine Familie in Nir Moshe in Israel kam im Juni 2021 nach Hause und fand diese Ballons im Garten. Am unteren Ende war tödlicher Sprengstoff befestigt. Zum Glück entdeckten die Eltern die Ballons, bevor sich die Kinder nähern konnten. Bruria Efune betont, die Hamas hätte es es bevorzugt, wenn die Kinder die Ballons gefunden hätten:
„Die Hamas hat Terrorballons über die Grenze geschickt, die bis heute acht Brände gelegt und in den letzten drei Tagen insgesamt vierzig Brände gelegt haben.“
In der Kommentarspalte fragt eine Frau Bruria Efune, wie man sich in so einem Fall verhalten solle und bekommt folgende Empfehlung: „Bleiben Sie weit weg und rufen Sie die Polizei. Die schickt das Bombenkommando. Die Gemeinden in der Umgebung des Gazastreifens haben normalerweise jemanden für diese Fälle vor Ort.“
Das ist die Realität in Israel.
Wie würdest Du in so einem Fall reagieren? Was würden Deine Kinder tun? Wie würdest Du auf ein solches Verhalten reagieren? Sind solche Ballons für Dich ein Bruch der Waffenruhe? Brechen gezielte Angriffe auf Kinder die Waffenruhe? Wenn ich diesen Artikel beim SPIEGEL lese, bin ich mir nicht sicher, wie man dort in der Reaktion das Wort „Waffenruhe“ definiert.
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Das sind die Gesichter des neuen israelischen Kabinetts unter dem amtierenden Ministerpräsidenten Naftali Bennett und dem alternierenden Ministerpräsidenten Jair Lapid.
Es ist ein für den gesamten Nahen Osten einzigartig diverses Kabinett.
Das aktuelle Kabinett Israels ist divers in der politischen Ausrichtung, denn von links bis rechts sind die verschiedensten Parteien vertreten, sowohl Sozialdemokraten, Linke, Zentristen als auch Nationalkonservative. Das Kabinett ist ebenfalls divers in der Volkszugehörigkeit, denn auch arabische Konservative sind vertreten. Es ist zudem divers in der Religionszugehörigkeit. Juden, Muslime und Säkulare sind Teil des Kabinetts. Zudem ist das Kabinett divers in Sachen Geschlechter, Hautfarbe und sexueller Orientierung. Selbst viele europäische Regierungen sind nicht derart vielfältig wie die aktuelle Regierung in Israel.
Trotzdem wette ich: In Zukunft wird Israel von den Vereinten Nationen weiterhin mehr kritisiert als alle anderen Länder des Nahen Ostens zusammen. Ich wette sogar, dass Israel in Zukunft weiterhin öfter kritisiert wird als Nordkorea, China und der Iran.
Selten habe ich mir mehr gewünscht, eine Wette zu verlieren, aber viel Hoffnung auf eine Niederlage habe ich nicht.
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Die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner ist eine umfassende und doch auf neunzig Minuten komprimierte Dokumentation über die Wurzeln des aktuellen Judenhass‘ im Europa des frühen 21. Jahrhunderts. Diese Dokumentation kommt aus dem Jahr 2017. Aus heutiger Sicht ist die Doku eine Warnung vor eben jenem Judenhass der heute, im Jahr 2021, in Deutschland wütet.
Die Dokumentation macht klar: Ein großer Teil der Menschen, die heute für Ausschreitungen gegen Juden und jüdische Einrichtungen verantwortlich sind, wären niemals „den Juden gegenüber gewalttätig geworden, hätte man sie nicht überzeugt, dass es ihre Pflicht ist, sich mit ihren Glaubensbrüdern in Palästina solidarisch zu zeigen. Sie hätten das sonst nie gemacht. Aber man hat ihnen eingeredet, dass das notwendig ist und da ein Teil derer, die Macht haben, sich so etwas erlaubt haben, hat das für sie die Attacken gerechtfertigt und sie unterstützt.“
Es lohnt sich, die Dokumentation heute (wieder) zu schauen:
Der Film beleuchtet den aktuellen Antisemitismus in Europa. Es werden europäische Philosophen, Komponisten und Schriftsteller gezeigt, die sich über die Jahrhunderte negativ über Juden geäußert haben, sowie Zitate aus christlichen Werken präsentiert, die in europäischen Gotteshäusern zum Judenhass angestiftet haben. Ein besonderer Fokus wird auf Martin Luther gerichtet, auf dessen judenfeindliche Schriften sich später die Nazis beriefen. In der Dokumentation wird Julius Streicher gezeigt, der unter den Nazis das judenfeindliche Hetzblatt Der Stürmer herausbrachte und seinen Hass mit diesen Worten rechtfertigte:
„Antisemitische Presseerzeugnisse gab es in Deutschland durch Jahrhunderte. Es wurde bei mir zum Beispiel ein Buch beschlagnahmt von Dr. Martin Luther. Dr. Martin Luther säße heute sicher an meiner Stelle auf der Anklagebank. In dem Buch „Die Juden und ihre Lügen“ schreibt Dr. Martin Luther, die Juden seien ein Schlangengezücht, man solle ihre Synagogen niederbrennen, man soll sie vernichten.“
Wie sehr der christliche Judenhass des Mittelalters noch immer Europa vergiftet, zeigt die Dokumentation anhand einer Rede von Mahmud Abbas am 23. Juni 2016 im Parlament der Europäischen Union.
Als im Mittelalter die Pest wütete und viele Christen daran starben, erhoben sie den Vorwurf der Brunnenvergiftung gegen Juden. Der Vorwurf fiel nicht zufällig auf Juden, denn lange zuvor waren in ganz Europa sogenannte Judenbilder verbreitet worden, die den sozial ausgegrenzten Juden Heimtücke, Schadenzauber und Verschwörungen gegen die Christenheit zugeschrieben hatten. Außerdem wurden Juden aufgrund ihrer religiös verankerten Hygienevorschriften oft weniger von Epidemien getroffen als die übrige Stadtbevölkerung. Statt aber die Schuld bei sich selbst zu suchen und dem Versäumnis, sauberes Wasser zu erschließen, verfolgten Christen Juden. Das war das Mittelalter. Heute ist es nicht viel anders!
Am 23. Juni 2016 war Mahmud Abbas zu Gast im Parlament der Europäischen Union. Er nutzte seine Rede, um zu schauen, ob das Parlament anfällig ist für judenfeindliche Propaganda und verbreitete die mittelalterliche Lüge vom brunnenvergiftenden Juden, indem er behauptete, es gäbe gewisse Rabbiner, die beauftragt hätten, Brunnen zu vergiften. Der Brunnenvergiftervorwurf von Abbas war natürlich eine Lüge, wie Abbas persönlich zwei Tage später einräumte, aber Abbas hatte die Gewissheit, dass Judenhass in Europa noch immer funktioniert. Am Ende der Rede gab es nämlich stehenden Applaus vom Parlament.
Die Dokumentation zeigt ebenfalls Demonstrationen der Neuen Rechten, bei denen die übelsten Verschwörungstheorien verbreitet werden. Den Machern der Dokumentation wird dort erklärt, hinter den Vereinigten Staaten von Amerika stünde eine geheime Macht, nämlich die amerikanisch-zionistische Weltverschwörung und überhaupt sei der Zionismus eine Geldmafia, die das Leid der Welt befördert, um daran zu verdienen. Ein Demonstrant sagt sogar: „Alles was in den ‚Protokollen der Weisen von Zion‘ steht, hat sich ja bisher bewahrheitet. Also selbst wenn das eine Fälschung wäre, dann hat sich da jemand ziemlich coole Gedanken gemacht und war ein guter Prophet!“
„Die Protokolle der Weisen von Zion“ ist eine judenfeindliche Hetzschrift, die sich unter den Nazis hoher Beliebtheit erfreute und heute noch in der Gründungscharta der Hamas zitiert wird, in der die Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes weltweit in Artikel 7 gefordert wird. Es wundert daher nicht, dass die Macher der Dokumentation bei der Demonstration der Neurechten in Berlin auf den Redner Fuad Afane treffen, der ins Mikrofon brüllt, er sei „bekennender Antizionist“.
Die Dokumentation beschäftigt sich ebenfalls mit der Verbindungen zwischen der deutschnationalen und der palästinensischnationalen Bewegung und legt erstaunliche Parallelen offen. Es wird berichtet von Mohammed Amin al-Husseini, der als Mufti von Jerusalem von Adolf Hitler ideologisch und finanziell unterstützt wurde. Mohammed Amin al-Husseini baut unter anderem die bosnisch-islamische Einheit der Wehrmacht und Waffen-SS mit auf, sorgte für die Auslieferung mehrerer tausend Juden an das Deutsche Reich und half mit bei Radio Zesen, einem staatlichen Radiosender des Deutschen Reichs auf persisch und arabisch, der die Ideologie des Nationalsozialismus im arabischen Raum verbreitete.
Als die Macher sich in den Gazastreifen aufmachen, um zu schauen, ob noch Spuren des von Deutschland propagierten Hasses auf Juden zurückgeblieben sind, machen sie eine fürchterliche Entdeckung: Noch immer wird im Gazastreifen und in der palästinensischen Autonomie der Hass auf Juden durch Gelder aus Deutschland und Europa finanziert. Das ist die wohl erschreckendste Erkenntnis der Dokumentation! Gelder von Brot für die Welt, Misereor und der Europäischen Union werden im 21. Jahrhundert benutzt, um im Nahen Osten Judenhass zu finanzieren. Die Dokumentation zeigt zudem, wie Gelder aus Europa und von den Vereinten Nationen benutzt werden, um arabische Kinder zu missbrauchen, indem sie dazu gezwungen werden, als Schutzschilde zu fungieren. Besonders nachhaltig bleiben dabei die Bilder aus Gaza im Gedächtnis.
Die Dokumentation beschäftigt sich ebenfalls mit Palästinensern und Arabern, die von Menschen aus Europa boykottiert und bedroht werden, wenn sie sich weigern, gegen Israel zu wirken. Es ist einer der am schwierigsten zu ertragenden Momente der Dokumentation, einem Palästinenser zuzuhören, der in Frieden mit Juden lebt und davon berichtet, wie ihm von Menschen aus Europa das Leben zur Hölle gemacht wird, weil er sich weigert, Israel zu hassen.
Die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ zeigt in neunzig Minuten den Judenhass Europas, wie er sich in den frühen Zeiten des Christentums verfestigt hat, durch Luther brutalisiert und durch Philosophen, Schriftsteller und Komponisten gerechtfertigt wurde und schließlich von den Nazis zur industriellen Massenvernichtung von Menschen gemacht wurde. Die Dokumentation zeigt, wie dieser Hass in die arabische Welt exportiert wurde und heute nach Europa zurückkehrt und zwar in Form von einer brutalen und durch europäische Organisationen finanzierten Kritik an Israel, die vor Verfolgung und Mord nicht mehr zurückschreckt.
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