Der Neue Lehming für Gebotenes Verhalten in der Öffentlichkeit

„Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch klug.“

Mit diesem Satz ist ein Artikel von Malte Lehming für den Berliner Tagesspiegel überschrieben. Der Artikel erschien am 1. Juni 2021 nachdem in Berlin drei junge Menschen von Demonstranten umringt, beschimpft, angegriffen und verletzt worden waren, weil zwei von ihnen einen Davidstern trugen. Nach dem Angriff erhielten sie von der Polizei den Ratschlag, künftig am „Tag der Nakba“ bei einer Demonstration von Palästinensern auf jüdische Symbole zu verzichten.

Ratschläge sind auch Schläge.

Für Malte Lehming steht zwar fest, dass in einer idealen Welt Menschen jeglicher Religion überall sicher, friedlich und gewaltfrei leben können sollten, er gibt aber zu bedenken, dass der Rat der Polizei, durchaus begründet gewesen sei, denn die drei Männer hätten „common sense“ und „Realitätsbewusstsein“ besitzen sollen:

„Sie sollten eine Situation bewerten und verstehen können. Sie sollten unterscheiden können zwischen erlaubten und klugen Handlungen. Rechtmäßiges und Gebotenes sind nicht immer deckungsgleich.“

Ja, manchmal ist es einfach nicht klug, Jude zu sein. Jedenfalls ist es nicht klug, stolz jüdische Symbole zu tragen.

Ich frage mich, ob der Tagesspiegel irgendwann den „Neuen Lehming für Gebotenes Verhalten in der Öffentlichkeit” herausgibt. Dort wird man dann erfahren, welche Dörfer in Deutschland ein kluger Mensch mit dunkler Hautfarbe nicht betreten sollte, welche Parkanlagen für Frauen Tabu sind und in welchen Vierteln homosexuelle Männer besser nicht Händchen halten.

All diese No-Go-Areas gibt es. Es braucht keinen Malte Lehming, um die potentiellen Opfer daran zu erinnern. Sie wissen selber ganz genau um diese gefährlichen Orte. Dieses Wissen ist Teil ihrer alltäglichen Überlebensstrategie.

Es ist daher völlig daneben, wenn Malte Lehming schreibt, es sei vielleicht „keine gute Idee, im Antifa-T-Shirt auf eine Reichsbürger-Veranstaltung zu gehen. Oder einen AfD-Stand direkt vor dem besetzten Haus in der Rigaer Straße aufzubauen.“

Ich möchte darauf mal mit dem „Neuen Buurmann für Freiheit und Verantwortung“ antworten:

Das Tragen des Symbols der AntiFa darf und muss überall in Deutschland möglich sein. Ebenso muss die AfD überall sicher die Meinung äußern können. Das gilt für alle Menschen. Jede Frau darf ihr Aussehen in äußerst provokanter und rücksichtsloser Art und Weise zur Schau. Sie muss sich nicht unter einem Ganzkörperschleier verstecken. Sie kann tragen, was sie will. Niemand darf in Deutschland gezwungen werden, einen Stern zu tragen und jeder muss immer und überall die Möglichkeit haben, einen Stern zu tragen.

Sexisten fühlen sich durch Frauen provoziert. Frauen sind aber nicht das Problem, sondern die Sexisten. Schwarze erzeugen bei Rassisten erheblichen Unmut. Schwarze sind aber nicht das Problem, sondern die Rassisten. Judenhasser hassen Juden. Juden sind aber nicht das Problem, sondern die Judenhasser.

Ein Anschlag auf eine Moschee ist keine überzogene Kritik am Islam. Ein Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim ist keine überzogene Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik. Überall in Deutschland dürfen Einrichtungen dieser Art stehen. Angriffe auf jüdische Einrichtungen und jüdische Menschen sind immer zu verurteilen und überall dürfen sie stehen und leben. Es ist klug und geboten, diese Freiheit zu verteidigen.

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Facebook sperrt Malca Goldstein-Wolf

Im Mai 2021 schrieb Malca Goldstein-Wolf folgendes auf Facebook:

„Ismail Hanija, HAMAS-Führer sendet ❤️liche Grüße aus Gaza und bedankt sich bei Heiko Maas und dem deutschen Steuerzahler für 40 weitere Millionen €. Endlich kann sein Palast renoviert werden. Allahu Akbar!“

Für diese harmlose und im Kern berechtigte Kritik sperrte Facebook Malca Goldstein-Wolf für sieben Tage.

Was rechtfertigt diese Sperrung?

Malca Goldstein-Wolf hat lediglich mit dem Mittel der zynischen Ironie kritisiert, dass Deutschland für den Gazastreifen rund 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. Es heißt zwar, das Geld wäre ausnahmslos in humanitäre Zwecke geflossen, man darf jedoch nicht vergessen, dass im Gazastreifen die Hamas herrscht, die in ihrer Gründungscharta von 1988 im dreizehnten Artikel die Zerstörung Israels fordert und im siebten Artikel sogar die komplette Vernichtung des jüdischen Volkes. Bei solch einer eindeutigen Verfassung muss die Frage erlaubt sein, ob nicht vielleicht doch ein Teil der deutschen Gelder benutzt wird, um die in der Gründungscharta geforderte Vernichtung aller Juden zu finanzieren. Die Frage ist besonders berechtigt in einem Monat wie Mai 2021, in dem Tausende Raketen vom Gazastreifen aus auf Israel abgefeuert wurden.

Nachdem Malca Goldstein-Wolf wieder freigeschaltet war, veröffentlichte sie einen Kommentar, in dem sie erklärte, queere Menschen, die sich für Palästina einsetzen, seien vergleichbar mit Hühnern, die sich für Kentucky Fried Chicken einsetzen. Für diesen Kommentar wurde sie erneut von Facebook gesperrt. Warum?

Es ist kein Geheimnis, dass homosexuelle und queere Personen in der palästinensischen Autonomie und vor allem im Gazastreifen verfolgt, eingekerkert und ermordet werden. Die Sperrungen von Malca Goldstein-Wolf sind daher ein Witz. Im Gegensatz zu den Witzen von Malca Goldstein-Wolf ist dieser Witz von Facebook jedoch unangemessen und geschmacklos.

Gegen Malca Goldstein-Wolf wird ein digitaler Zermürbungskrieg geführt.

Malca Goldstein-Wolf ist eine Frau, die durch ihr Engagement schon sehr viel im Kampf gegen Judenhass erreicht hat. Es ist unter anderem ihr zu verdanken, dass der WDR eine Zusammenarbeit mit dem Musiker Roger Waters beendete, nachdem sie dem Intendanten davon überzeugen konnte, dass Roger Waters antisemitische Vorurteile und Hass gegen den Staat Israel schürt. („Der Artikel hätte in dieser Form nicht veröffentlicht werden dürfen“)

Malca Goldstein-Wolf schreibt öfter als Gastautorin auf Tapfer im Nirgendwo. Wenn immer es ihre Zeit erlaubt, demonstriert sie gegen Judenhass, wie im Sommer 2018 bei einer Demonstration in Bochum („Wir werden nicht schweigen“) oder im Herbst 2018 bei einer Demonstration in Köln, auf der sie sogar körperlich angegriffen wurde („Diese Ausstellung spaltet“).

Ein wichtiges Mittel von Malca Goldstein-Wolf im Kampf gegen Judenhass ist Facebook. Mit diesem sozialen Netzwerk erreicht sie viele Menschen und organisiert so ihre aufklärerischen Aktionen gegen Judenhass. Das wissen ihre Gegner. Darum versuchen sie mit allen Mitteln, sie zu entwaffnen, indem sie ihre Veröffentlichungen auf Facebook melden, in der Hoffnung, dass sie gesperrt wird.

Es gibt ein grundlegendes Problem bei Facebook. Dort werden Einträge gelöscht, wenn sie gemeldet werden. Diese Methode hat jedoch einen großen Fehler. Es gibt über 2,1 Milliarden Christen und über 1,6 Milliarden Muslime auf der Welt. Aber es gibt nicht mal 16 Millionen Juden. Es ist viel leichter, eine große Anzahl von Muslimen oder Christen zu finden, die sich durch eine Aussage beleidigt fühlen und mag sie auch noch so harmlos sein, als eine große Anzahl von Juden, die sich durch eine Aussage beleidigt fühlen und mag sie auch noch so brutal sein.

Immer wieder kommt es bei Facebook vor, dass vollkommen akzeptable Kritik am Islam gelöscht wird und die Kritiker mit langen Sperren belegt werden, während offen judenfeindliche Aussagen nicht gelöscht werden.

Malca Goldstein-Wolf soll durch massives Melden mundtot gemacht werden. Es ist ein wahrer Zermürbungskrieg, der gegen sie geführt wird. Ihre wichtigste Waffe im Kampf gegen Hass und Fundamentalismus ist das freie Wort und die Möglichkeit, die Worte zu veröffentlichen. Ein Meldemob tut nun alles, ihr diese Waffe zu entreißen und Facebook macht sich zum willigen Vollstrecker dieses Mobs.

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Holocaustleugnung, Judenhass und weiterer Dreck von Attila Hildmann

Es ist unfassbar, was Attila Hildmann über Telegram veröffentlicht. Tapfer im Nirgendwo zitiert aus Dokumentationsgründen ein paar der heftigsten Hassbotschaften dieses Mannes. Bitte lesen Sie nur weiter, wenn Sie starke Nerven haben, denn es folgt rechtsextremer und judenfeindlicher Dreck in deutscher Sprache.

Es folgen Dokumente des Judenhass’, der Holocaustleugnung und von Vernichtungsphantasien. Über 100.000 Menschen folgen diesem Mann.

Es folgt eine notwendige Dokumentation über den aktuellen Judenhass. Darüber darf nicht geschwiegen werden. Schaut Euch diesen Hass an. Er ist real!

Am 31. März 2021 schrieb Attila Hildmann vom „Judenabschaum“ und führte aus, Juden seien keine Menschen, sondern Parasiten. Am selben Tag wandte er Jens Spahn eine „jüdische Pharmatunte“.

Am 4. April 2021 behauptete Attila Hildmann, der Holocaust sei eine von Juden erfundene Lüge. Er nannte den Holocaust sogar die „schlimmste Kriegslüge der Menschheitsgeschichte“ und führte aus, den Deutschen träfe keine Schuld. Am selben Tag schrieb er stolz, er sei Nationalsozialist.

Am 28. April 2021 betonte Attila Hildmann, Antisemit zu sein, sei keine Beleidigung, sondern eine absolute Auszeichnung in der von ihm so bezeichneten „verjudeten Welt“.

Am 29. April 2021 drohte Attila Hildmann, die Juden hätten keine Chance, denn „die Judenrepublik“ werde „vom deutschen Boden runter gefegt“. Der Eintrag endet mit den Worten: „Jude, du bist ein feiger Wurm und am Ende, glaub mir!“

Ab 13. Mai 2021 schrieb Attila Hildmann, die schlimmsten Feinde der Muslime, „gleich nach Satan“, seien die Juden.

Am 20. Mai 2021 erklärte Attila Hildmann Donald Trump zu einem Juden, der Teil einer jüdischen „pädophilen Judensekt“ sei.

Am 27. Mai 2021 erklärt Attila Hildmann, Robert Habeck, sei ein „dreckiger roter Judenparasit“ und nannte ihn zudem „Untermensch“, „jüdischer Abschaum“ und „Müll“. Auch Annalena Baerbock, Volker Beck, Boris Palmer und weitere grüne Politiker*innen werden von Attila Hildmann massiv beleidigt. Auch Politikerinnen und Politiker anderer Parteien werden Ziel seines Hasses, darunter Armin Laschet, Angela Merkel und viele mehr.

Am 27. Mai 2021 erklärt Attila Hildmann die BRD sei „eine jüdische Pestbeule am Deutschen Reich“ und müsse „rausgeschnitten werden aus dem deutschen Volkskörper“.

Neben Worten, gibt es bei Attila Hildmann auch immer wieder Zeichnungen und Bilder von Juden, die mit Kopfschlüssen ermordet, von deutschen Stiefeln in Öfen getreten und an Hakenkreuzgalgen aufgehängt werden.

Wer ist dieser Attila Hildmann?

Attila Klaus Peter Hildmann ist ein deutscher Koch, der sich in seiner beruflichen Tätigkeit auf die vegane Küche spezialisiert hat. Mit seinen Botschaften auf Telegram befindet sich Attila H. auf einer Linie mit Adolf H. Möge uns in ferner Zukunft der Tag erspart bleiben, an dem ein Verharmloser sagen wird: „Es war nicht alles schlecht unter Attila Hildmann. Er hat die Sojawurst erfunden.“

Das stimmt nämlich nicht!

Die Sojawurst hat Konrad Adenauer erfunden, jedenfalls erhielt er am 26. Juni 1918 ein britisches Patent auf eine Sojawurst; und wo wir schon einmal dabei sind: Die erste öffentliche Autobahn in Deutschland ist auch nicht von den Nazis gebaut worden. Die erste Autobahn ist die heutige A555 zwischen Köln und Bonn. Sie wurde nach dreijähriger Bauzeit vor der Machtübernahme der Nazis am 6. August 1932 durch den damaligen Kölner Oberbürgermeister eröffnet. Raten Sie mal, wie dieser Oberbürgermeister hieß? Richtig, es war Konrad Adenauer!

Was die Autobahn für Hitler, ist die Sojawurst für Hildmann.

Konrad Adenauer war Kölner. Ich erwähne das, weil ich auf der Seite von Attila Hildmann auch dieses Bild gefunden habe.

Genau dieses Bild wurde jahrelang vor dem Kölner Dom gezeigt. Ich hatte damals eine Anzeige gegen den Mann erstattet, der dieses Bild und weitere judenfeindliche Pamphlete jahrelang im Rahmen einer Installation im öffentlichen Raum dem Publikum auf der Domplatte präsentierte.

Die Kölner Staatsanwaltschaft wies meine Anzeige jedoch ab. Für die Kölner Staatsanwaltschaft war die Karikatur nämlich nicht antisemitisch, sondern lediglich „Israel-kritisch“. Die dargestellte Person auf der Karikatur sei kein Jude, sondern lediglich ein Israeli, erklärte die Staatsanwaltschaft und führte aus:

„Typisch für antijüdische Bilddarstellungen zu allen Zeiten ist die Verwendung von bestimmten anatomischen Stereotypen, die den Juden schlechthin charakterisieren sollen. Dabei werden insbesondere Gesichtsmerkmale überzeichnet, um den Juden als hässlich, unansehnlich und rassisch minderwertig erscheinen zu lassen (jüdische „Krummnase“, etc.) Einer solchen Bildsprache wird sich vorliegend nicht bedient.“

Mit anderen Worten: Keine Krummnase – Kein Jude – Kein Antisemitismus!

Ich bin mal gespannt, ob es in Deutschland auch heute eine Justiz gibt, die selbst in Attila Hiltmann keinen Judenhass glaubt, erkennen zu können.

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Deeskalation

Stell Dir vor, Du hättest eine kugelsichere Weste an und es gäbe Menschen, die auf Dich schießen.

Stell Dir vor, die Menschen, die auf Dich schießen, brüllten immer wieder, Dich töten zu wollen und hätten sogar eine Charta verabschiedet, in der sie erklären, Dich, Deine Familie und all Deine Verwandten vernichten zu wollen. Stell Dir vor, eine Kugel hätte bereits Deinen Kopf gestreift und Dein linkes Ohr wäre sogar getroffen worden. Was würdest Du tun? Würdest Du Dich verteidigen, wenn Du könntest?

Die Menschen in Israel befinden sich in genau so einer Situation. Sie werden angegriffen und sie tragen eine kugelsichere Weste.

Neulich habe ich gehört, wie jemand erklärte: „Israel ist ganz klar der Stärkere in diesem Konflikt. Und deswegen ist es an Israel, dass das ganze deeskaliert.“

Israel wird von der Hamas angegriffen. In der Gründungscharta der Hamas von 1988 wird gefordert, nicht nur Israel, sondern alle Juden weltweit zu vernichten. Im Gazastreifen gehört das Hakenkreuz zu den Symbolen des Krieges gegen Juden.

Natürlich eskaliert der Konflikt im Nahen Osten. Aber das liegt daran, dass sich Juden und Israelis gegen die Vernichtung wehren können. Aufgrund der Möglichkeit der militärischen Verteidigung eskaliert die Auseinandersetzung. Eine Situation eskaliert immer erst dann für beide Seiten, wenn sich die eine Seite wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden. Deeskalieren heißt für Israel, aufhören, sich zu verteidigen.

Was soll das überhaupt bedeuten, Israel sei der Stärkere in dem Konflikt. Israel ist von Feinden umringt. Israel ist all den anderen Ländern im Nahen Osten zwar militärisch überlegen, aber nicht überlegen genug, um den Krieg gewinnen zu können. Dafür ist die Gegenseite viel zu groß. Israel umfasste nicht einmal 0,5% des ganzen arabischen Raums. Die restlichen 99,5 % sind Feinde, Verbündete der Feinde oder ehemalige Feinde.

Israel kann diesen Krieg nicht gewinnen. Israel kann lediglich dafür sorgen, den Krieg nicht zu verlieren. Israel kämpft nicht auf Sieg. Nein, Israel kämpft um das nackte Überleben.

Immer wieder höre ich, der Konflikt sei nicht leicht zu erklären, das stimmt aber nicht. Der Konflikt ist nicht leicht zu lösen; er ist jedoch sehr leicht zu erklären: Die arabische Seite will die israelische Seite vernichten. Die israelische Seite verteidigt sich. Das ist der Konflikt.

In den offiziellen Verlautbarungen der arabischen Seite steht eindeutig, Israel vernichten zu wollen. Auf israelischer Seite gibt es eine solche Verlautbarung nicht, im Gegenteil, die Unabhängigkeitserklärung Israels bietet nach wie vor allen arabischen Nachbarn den Frieden:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Der Chef der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas in Gaza, Jahia al-Sinwar, erklärte am 19. Oktober 2017 bei einer Rede vor Jugendlichen:

„Es geht nicht darum, ob wir Israel anerkennen oder nicht, sondern um die Frage, wann wir es auslöschen und seine Existenz beenden.“

Mahmud Abbas sagte einst:

„In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärte in einer öffentlichen im Februar 2010, Juden sein Bakterien, die allesamt vernichtet werden müssen.

Und jetzt gibt es Menschen, die Israel dafür kritisieren, sich zu verteidigen. Sie fordern sogar, Israel solle deeskalieren. Das Einzige, was Juden und Israelis tun können, um zur Deeskalation beizutragen, ist schlicht und ergreifend, nicht mehr zu existieren.

Israel ist ein Mensch mit kugelsicherer Weste und daher wieder zurück zu Dir. Stell Dir vor, Du würdest eine kugelsichere Weste tragen. Fändest Du es gerecht, wenn man Dich im Kugelhagel kritisieren würde, wenn man Dich auffordern würde, zu deeskalieren, nur weil Du eine kugelsichere Weste trägst und etwas bessere Waffen bei Dir hast?

Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du aus aller Welt kritisiert werden würdest und selbsternannte Friedensaktivisten Dich als Kriegstreiber und schlimmste Gefahr für den Weltfrieden bezeichnen würden? Was würdest Du sagen, wenn die Vereinten Nationen, Dich öfter kritisieren würden als alle anderen Menschen der Welt zusammen? Genau das passiert Israel.

Israel wurde vom sogenannten Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen öfter kritisiert als alle anderen Länder der Welt zusammen, darunter so leuchtende Beispiel der Humanität wie Syrien, Saudi-Arabien, Nordkorea und der Iran. Mach Dir das mal klar: Alle anderen Länder der Welt zusammen wurden von den Vereinten Nationen weniger kritisiert als Israel.

Trotzdem gibt es Menschen, die behaupten ernsthaft, Kritik an Israel sei nicht möglich und man würde eigentlich nur die israelische Seite zu hören bekommen. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall. Nachweislich! Aber die Menschen, die Israel und Juden hassen, sind wahnsinnig. Fakten erreichen sie nicht.

Kannst Du Dir vorstellen, in einer Welt zu leben, In der Du so sehr gehasst wirst, dass von Dir erwartet wird, zu deeskalieren, wenn Menschen Dich vernichten wollen? 

Israel versucht bei der Verteidigung, so viele zivile Tote wie möglich zu vermeiden. Das ist jedoch sehr schwer, weil die Hamas ihre Waffen und Raketen in Kindergärten, Moscheen und Krankenhäuser lagert und die Zivilbevölkerung ganz bewusst als Schutzschild für ihre Waffen missbraucht. Israel nutzt Waffen, um die Bevölkerung zu schützen, die Hamas jedoch benutzt Menschen, um ihre Waffen zu schützen.

Der ehemaligen israelischen Premierministerin Golda Meir, werden diese Worte zugeschrieben:

„Wenn Frieden kommt, können wir den Arabern vielleicht mit der Zeit vergeben, dass sie unsere Kinder getötet haben. Wir können ihnen aber nie vergeben, dass sie uns gezwungen haben, ihre Kinder zu töten. Wir werden erst Frieden mit den Arabern haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen.”

Die Hamas schickt Kinder in den Tod, damit Bilder entstehen, die Israels Verteidigung wie eine Aggression aussehen lassen. Die Hamas opfert die eigenen Kinder, um Israel zu schwächen und zu dämonisieren.

Alle Medien, die die Bilder der toten Kinder zeigen, haben diese Kinder mit auf dem Gewissen, denn es ist der Plan der Hamas, diese Kinderleichen als moralische Schwächung Israels zu „produzieren“ – und das Verb „produzieren“ ist genau das richtige Wort, um diese brutale Unmenschlichkeit der Hamas auf den Punkt zu bringen.

Alle, die Israel kritisieren, weil das Land sich verteidigt und dabei etwas von Unverhältnismäßig faseln und Israel vorwerfen, Zivilisten zu töten, haben diese Zivilisten selbst auf dem Gewissen. 

Die Hamas verschanzt ihre Waffen ganz bewusst hinter unbewaffneten Zivilisten, damit so viele Menschen wie möglich sterben. Die Hamas weiß, dass diese schrecklichen Bilder bei den Israelkritikern gut ankommen.

Würden nicht so viele Menschen so geil werden, wenn sie Bilder toter Kinder und Zivilisten sehen, die durch Waffen getötet wurden, die von Juden gehalten wurden, im Versuch, sich zu verteidigen, die Hamas würde gewiss nicht so viele tote Zivilisten und Kinder „produzieren“.

Es herrscht das Prinzip von Angebot und Nachfrage. In Deutschland gibt es einen Markt für Bilder toter palästinensischer Kinder und die Hamas bedient diese Nachfrage. Die Hamas hat Kunden in Deutschland, um nicht zu sagen, willige Vollstrecker.

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BBC, CNN und Hitler

Tala Halawa ist laut ihrer Twitter-Biografie eine BBC-Journalistin in Ramallah und hat im Jahr 2021 für die BBC über den Gaza-Konflikt berichtet. Die BBC muss sie für eine ausgewiesene Nahostexpertin halten.

Am 20. Juli 2014 hatte sie folgendes auf Twitter geschrieben: „Israel ist mehr Nazi als Hitler“. Zudem erklärte sie, die israelische Verteidigungsarmee solle „zur Hölle“ fahren und betonte per Hashtag: „Hitler hatte recht“.

Die BBC hat erklärt, die Angelegenheit „sehr ernst zu nehmen“ und zu prüfen. Mal schauen, ob die BBC herausfindet, wer ein größerer Nazi war und ob Hitler recht hatte. Während die BBC recherchiert, möchte ich einen weiteren „Experten“ vorstellen.

Adeel Raja war von 2014 bis 2021 ein freier Mitarbeiter bei CNN und schrieb diverse Texte für den Sender. In seiner freien Zeit schreibt er auf Twitter. Während der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2014 erklärte er, auf der Seite Deutschlands zu sein, weil das Land gute Dinge mit den Juden gemacht habe.

Er war sich nicht mal zu schade für ein „Heil Hitler!“.

Im Mai 2021 erklärte Adeel Raja: „Die heutige Welt braucht einen Hitler“.

Am 17. Mai 2021 erklärte CNN: „Angesichts dieser abscheulichen Aussagen wird er in keiner Weise wieder mit CNN zusammenarbeiten.“

Sieben Jahre lagen zwischen „Heil Hitler“ und „Die Welt von heute braucht einen Hitler“. Das sind in amerikanischer Zeitrechnung drei Präsidenten. So schnell kann nur Fernsehen sein!

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Waffenruhe

Seit ein paar Tagen herrscht zwischen Israel und der Hamas eine Waffenruhe. Das ist jedenfalls das Wort, das benutzt wird. „Waffenruhe“. Ich nenne es: Der Hamas sind die Raketen ausgegangen!

Tapfer im Nirgendwo verteilt all die Raketen, die in der Woche vom 14. zum 21. Mai 2021 auf Israel abgefeuert wurden, auf Deutschland:

19 Raketen auf Aachen
14 Raketen auf Andernach
17 Raketen auf Augsburg
13 Raketen auf Baden-Baden
6 Raketen auf Bad Honnef
7 Raketen auf Bad Münstereifel
33 Raketen auf Bayreuth
205 Raketen auf Berlin
37 Raketen auf Bielefeld
13 Raketen auf Bingen
43 Raketen auf Bitburg
51 Raketen auf Bochum
24 Raketen auf Bonn
7 Raketen auf Boppard
6 Raketen auf Braunlage
19 Raketen auf Braunschweig
43 Raketen auf Bremen
11 Raketen auf Brühl
7 Raketen auf Bückeburg
2 Raketen auf Buxtehude
28 Raketen auf Celle
32 Raketen auf Chemnitz
7 Raketen auf Cochem
19 Raketen auf Cottbus
13 Raketen auf Cuxhaven
23 Raketen auf Darmstadt
2 Raketen auf Daun
9 Raketen auf Delmenhorst
4 Raketen auf Detmold
21 Raketen auf Dorsten
32 Raketen auf Dortmund
17 Raketen auf Dresden
76 Raketen auf Duisburg
36 Raketen auf Düsseldorf
4 Raketen auf Eisenhüttenstadt
8 Raketen auf Elmshorn
9 Raketen auf Emden
11 Raketen auf Ennepetal
23 Raketen auf Erfurt
21 Raketen auf Erlangen
52 Raketen auf Essen
27 Raketen auf Flensburg
23 Raketen auf Frankfurt a. Main
15 Raketen auf Frankfurt a. d. Oder
29 Raketen auf Freiburg
21 Raketen auf Friedrichshafen
20 Raketen auf Fulda
12 Raketen auf Füssen
13 Raketen auf Garmisch-Partenkirchen
17 Raketen auf Gelsenkirchen
19 Raketen auf Gera
21 Raketen auf Gießen
3 Raketen auf Görlitz
5 Raketen auf Greifswald
8 Raketen auf Gummersbach
21 Raketen auf Hagen
17 Raketen auf Halle
106 Raketen auf Hamburg
31 Raketen auf Hameln
14 Raketen auf Hamm
41 Raketen auf Hannover
1 Rakete auf Haren
15 Raketen auf Heidelberg
24 Raketen auf Heilbronn
1 Rakete auf Helgoland
14 Raketen auf Herford
6 Raketen auf Hoyerswerda
4 Raketen auf Höxter
19 Raketen auf Ingolstadt
4 Raketen auf Iserlohn
15 Raketen auf Jena
28 Raketen auf Kaiserslautern
36 Raketen auf Karslruhe
47 Raketen auf Kassel
18 Raketen auf Kiel
52 Raketen auf Kleve
75 Raketen auf Koblenz
111 Raketen auf Köln
2 Raketen auf Königswinter
8 Raketen auf Konstanz
10 Raketen auf Krefeld
2 Raketen auf Landshut
16 Raketen auf Leer
13 Raketen auf Leverkusen
68 Raketen auf Leipzig
3 Raketen auf Lingen
4 Raketen auf Linz
9 Raketen auf Ludwigsburg
16 Raketen auf Lübeck
13 Raketen auf Lüneburg
27 Raketen auf Magdeburg
48 Raketen auf Mainz
12 Raketen auf Mannheim
17 Raketen auf Marburg
1 Rakete auf Mayen
3 Raketen auf Meppen
14 Raketen auf Minden
35 Raketen auf Mölln
18 Raketen auf Mönchengladbach
92 Raketen auf München
35 Raketen auf Münster
5 Raketen auf Nettetal
3 Raketen auf Nordhorn
72 Raketen auf Nürnberg
22 Raketen auf Oberhausen
31 Raketen auf Offenbach
2 Raketen auf Oldenburg
13 Raketen auf Osnabrück
9 Raketen auf Paderborn
6 Raketen auf Papenburg
8 Raketen auf Passau
19 Raketen auf Pinneberg
4 Raketen auf Plauen
17 Raketen auf Polch
62 Raketen auf Potsdam
21 Raketen auf Prenzlau
13 Raketen auf Quakenbrück
4 Raketen auf Recklinghausen
15 Raketen auf Regensburg
18 Raketen auf Reutlingen
10 Raketen auf Rheda-Wiedenbrück
5 Raketen auf Rosenheim
47 Raketen auf Rostock
25 Raketen auf Rügen
12 Raketen auf Rüsselsheim
12 Raketen auf Saarbrücken
25 Raketen auf Schweinfurt
21 Raketen auf Schwerin
28 Raketen auf Siegen
13 Raketen auf Sindelfingen
19 Raketen auf Speyer
9 Raketen auf Stade
1 Rakete auf St. Goar
17 Raketen auf St. Peter-Ording
8 Raketen auf Stralsund
53 Raketen auf Stuttgart
7 Raketen auf Sylt
12 Raketen auf Trier
36 Raketen auf Tübingen
59 Raketen auf Ulm
14 Raketen auf Unna
8 Raketen auf Vechta
3 Raketen auf Viersen
16 Raketen auf Wetzlar
27 Raketen auf Wiesbaden
23 Raketen auf Wismar
18 Raketen auf Witten
6 Raketen auf Wolfsburg
9 Raketen auf Worms
31 Raketen auf Würzburg
62 Raketen auf Wuppertal
4 Raketen auf Xanten
1 Rakete auf Yach
31 Raketen auf Zwickau

Das sind alle Raketen aus nur einer Woche im Mai.

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Kommen in Deutschland antisemitische Taten zu 90 Prozent von rechts?

Immer wieder wird diese eine Statistik über antisemitische Straftaten zitiert, die belegen soll, dass antisemitische Taten zum größten Teil von rechts begangen werden sollen. Stimmt das überhaupt?

Tapfer im Nirgendwo präsentiert ein paar wichtige Auszüge aus diesem „Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus“ des 18. Deutschen Bundestags vom 7. April 2017 (Drucksache 18/11970). Die Lektüre zeigt, der größte Teil judenfeindlicher Straftaten ist nicht dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen, sondern wird dem rechtsradikalen Spektrum zugeordnet. Dies ist ein wichtiger Unterschied, vor allem für jene, die sich vor Judenhass schützen müssen. In dem Bericht steht:

„Antisemitische Straftaten zählen in Deutschland zur politisch motivierten Kriminalität (PMK). (…) Eine politische Motivation wird dann angenommen, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich die Tat gegen eine Person oder Personengruppe aufgrund deren Nationalität, Volkszugehörigkeit, »Rasse«, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung, Herkunft, Behinderung, sexueller Orientierung, ihres gesellschaftlichen Status oder ihres äußeren Erscheinungsbildes richtete. (…) Fremdenfeindliche Straftaten werden heute überwiegend als extremistisch eingestuft. Antisemitische Straftaten gelten generell als extremistisch. Beides wird unter dem Begriff der »Hasskriminalität« zusammengefasst. (…) Innerhalb der PMK wird einerseits nach sogenannten Phänomenbereichen, nämlich »PMK-Rechts«, »PMK-Links«, »PM-Ausländerkriminalität« (PMAK, oder auch PMK-Ausländer) und »PMK- Sonstige«, andererseits zwischen Straftaten generell und der Teilmenge der Gewalttaten unterschieden, denen auch im Fall antijüdischer Straftaten eine besondere Bedeutung zukommt. Der jeweils ermittelte Sachverhalt kann nur einem der drei Phänomenbereiche »PMK-Rechts«, »PMK-Links« oder »PMAK« zugeordnet werden. Ist eine Zuordnung zu diesen nicht möglich, wird der Phänomenbereich »PMK-Sonstige« gewählt.“

Antisemitische motivierte Straftaten werden somit nicht gesondert erfasst, sondern unter Fremdenfeindlichkeit subsumiert! Das heißt, unter „PMK-rechts“ finden sich größtenteils Straftaten gegen Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte. Das bedeutet, über die Verteilung antisemitischer Straftaten kann durch diese Statistik keine Aussage gefällt werden.

„Der PMAK/PMK-Ausländer werden Straftaten zugeordnet, »wenn in Würdigung der Umstände der Tat und/oder der Erkenntnisse über den Täter Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass v. a. die durch eine nicht-deutsche Herkunft geprägte Einstellung des Täters entscheidend für die Tatbegehung war, insbesondere wenn sie darauf gerichtet sind Verhältnisse und Entwicklungen im In- und Ausland oder aus dem Ausland Verhältnisse und Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland zu beeinflussen. Straftaten der PMAK können auch durch deutsche Staatsangehörige verübt werden«.“

Der Begriff „Ausländerkriminalität“ bedeutet somit nicht, Ausländer, die Straftaten begehen, sondern Straftaten mit Verhältnissen zum Ausland, womit auch deutsche Staatsbürger Ausländerkriminalität begehen können.

„Die Polizei kann nur solche Straftaten erfassen, die sie entweder selbst ermittelt hat oder die ihr von dritter Seite bekannt gemacht werden. D. h. wir haben es auch hier, wie bei allen Formen von Kriminalität, mit dem Hellfeld-Dunkelfeld-Problem zu tun. Eine Ursache ist das sogenannte Underreporting, d. h. viele antisemitische Straftaten werden von den Betroffenen oder Zeugen nicht angezeigt.“

Da mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade die judenfeindlichen Äußerungen in Flüchtlingsheimen und Moscheen nicht von den Bewohnern und Besuchern der Räumlichkeiten zur Anzeige gebracht werden, taugt diese Statistik nicht zur Ermittlung von Judenhass unter Muslimen und Flüchtlingen.

„Die Zahl der tatsächlichen antisemitischen Vorfälle wird auch dadurch systematisch unterschätzt, dass bei jedem Vorfall, bei dem es zu mehreren Delikten gekommen ist (z. B. Beleidigung, Raub, Körperverletzung), nur das Delikt mit der höchsten Strafandrohung gezählt wird. Damit gehen alle anderen Delikte nicht in die polizeiliche Statistik ein. Insbesondere bei kollektiven Handlungen, wie Demonstrationen, ist die genaue Anzahl der begangenen Straftaten daher kaum angemessen zu ermitteln.“

In den letzten Jahren waren bei Demonstrationen in Deutschland folgende Parolen zu hören:

„Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“ / „Juden ins Gas!“ / „Scheiß Juden“

Diese Demonstrationen fanden mit tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern muslimischen Glaubens in Berlin, Frankfurt, Essen, Gelsenkirchen und vielen weiteren Städten statt. In der Statistik werden diese Massen nicht angemessen gespiegelt.

„Die Einordnung einer Straftat als antisemitisch hängt von der Wahrnehmung und von den Kriterien ab, nach denen eine Tat eingestuft wird. Es handelt sich also um das »Problem der Motivklärung«, das die Entwicklung eines Problembewusstseins voraussetzt. Es hängt letztlich von den Erfahrungen, der Sensibilität und dem thematischen Kenntnisstand der ermittelnden Beamten ab, ob eine antisemitische Straftat als solche erkannt und korrekt klassifiziert wird.“

Im Jahr 2015 verurteilte das Wuppertaler Amtsgericht zwei Araber zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt für einen Brandanschlag auf eine Synagoge. Ein weiterer 18-Jähriger Täter wurde nach Jugendstrafrecht zu einer Bewährungsstrafe ohne konkretes Strafmaß verurteilt. Das niedrige Strafmaß begründet das Gericht mit der Feststellung, dass es „keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat“ gäbe. Die Palästinenser hatten gestanden, im Sommer 2014 Brandsätze auf die Synagoge geschleudert zu haben, erklärten aber, dass sie damit die Aufmerksamkeit auf den Gaza-Konflikt lenken wollten.

Einige Anschläge auf jüdische Einrichtungen werden nicht unter Antisemitismus gefasst, wenn eine „Palästina-Verbindung“ besteht.

„Fremdenfeindliche und antisemitische Straftaten werden grundsätzlich immer dann dem Phänomenbereich PMK-Rechts zugeordnet, wenn keine weiteren Spezifika erkennbar sind (z. B. nur der Schriftzug »Juden raus«) und zu denen keine Tatverdächtigen bekannt geworden sind. Damit entsteht möglicherweise ein nach rechts verzerrtes Bild über die Tatmotivation und den Täterkreis.“

In der Nacht vom 27. auf den 28. März 2011 wurde die Aachener Synagoge mit einem Hakenkreuz beschmiert.

Im Sommer zuvor war bereits die Außenmauer des jüdischen Friedhofs an der Lütticher Straße verunstaltet worden. Neben Hakenkreuzen wurde auch die Parole „Freiheit für Palästina“ an die Wand geschmiert.

Hakenkreuze und andere Symbole werden nicht nur von rechts verwendet, aber oft ausschließlich rechts zugeordnet. Das heißt: Wenn ein Hakenkreuz dabei ist, wird die Tat als rechtsradikal eingestuft, selbst wenn es von Muslimen kommt.

„Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass die PMK-Statistik eine Reihe teils behebbarer, teils reduzierbarer, teils aber auch nicht zu ändernder Schwächen aufweist, so dass sie nur begrenzt zur Beurteilung der Verbreitung von Antisemitismus und entsprechenden Tätergruppen geeignet ist.“

So steht es in dem „Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus“. „Nur begrenzt“ ist eine sehr milde Bezeichnung.

Die Aussage, neunzig Prozent aller antisemitischen Straftaten in Deutschland würden von rechts begangen werden, ist nicht belegt.

Im Jahr 2021 erschien der Zweite Bericht der Antisemitismusbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Dieser Bericht zeigt, dass sich an dem Problem kaum etwas geändert hat.

Für den Bericht wurde eine Studie unter der Problembeschreibung „Antisemitismus in Nordrhein-Westfalen: Wahrnehmungen und Erfahrungen jüdischer Menschen“ in Auftrag gegeben. Für die Problembeschreibung wurden mit insgesamt 59 Jüdinnen und Juden aus Nordrhein-Westfalen Interviews geführt. Alle Interviewten erwähnten, antisemitische Vorfälle selbst erlebt zu haben. Diese reichten von Bedrohungen gegen die eigene Person oder antisemitischen Zuschriften an jüdische Gemeinden, sowie gezielten Sachbeschädigungen jüdischer Objekte bis zu antisemitisch motivierten körperlichen Angriffen. Als Hauptphänomen des Antisemitismus erwähnen die Befragten die starke Zunahme des israelbezogenen Antisemitismus. Bei der Befragung fiel besonders auf, dass es eine Diskrepanz gibt zwischen der Erfahrung von Menschen, die vom Judenhass betroffen sind und der Polizeistatistik. Der Bericht macht dafür auch die fehlerhafte Datenerhebung verantwortlich:

„So werden antisemitische Straftaten in der PMK-Statistik meistens dem Phänomenbereich „Rechts“ zugeordnet. Die Problembeschreibung zeigt auf, dass die Zuordnung erfolgt, sobald Bezüge zum Nationalsozialismus oder keine weiteren Spezifika erkennbar sind oder keine Täterinnen und Täter bekannt geworden sind. Die Interviews ergaben, dass Straftaten auch von Täterinnen und Tätern mit muslimischem und/oder islamistischem Hintergrund verübt und in dieser Rubrik erfasst wurden. Das wird nach Auffassung der Betroffenen nicht ausreichend deutlich.“

Nicht ausreichend deutlich? Das haben die Betroffenen sehr zurückhaltend formuliert. Hakenkreuze und die Parolen „Tod den Juden“ und „Juden ins Gas“ werden nach wie vor unter politisch motivierter Kriminalität von rechts einsortiert, obwohl das Hakenkreuz mittlerweile auch zum Symbol der Hamas geworden ist und im Sommer 2014 auf einer antiisraelischen Demonstrationen in Essen von Muslimen Hitler gefeiert wurde.

Der Antisemitismus-Bericht gibt noch eine weitere Erklärung für die große Diskrepanz zwischen der Polizeistatistik und der Erfahrung der Betroffenen:

„Die PMK-Statistik listet im Themenfeld Hasskriminalität auch die antisemitischen Straftaten auf. Allerdings kann die PMK-Statistik nur Auskunft über angezeigte Straftaten geben. Somit fallen antisemitische Vorfälle, die strafrechtlich nicht relevant sind und Straftaten, die erst gar nicht angezeigt wurden, aus der PMK-Statistik heraus. Daher liefert die PMK-Statistik immer nur eine Auskunft über das Hellfeld, also die Zahl der tatsächlich angezeigten Fälle. (…)

Als einen großen Ort antisemitischer Vorfälle nennen die Interviewten die Schule. Hier finden antisemitische Vorfälle auf dem Schulgelände, im Unterricht und in WhatsApp-Gruppen statt. Die Befragten geben an, dass die Vorfälle sowohl von Mitschülerinnen und Mitschülern, die meist dem muslimischen Spektrum zu zuordnen seien, als auch teilweise von Lehrkräften ausgehen. Die Betroffenen trauen sich oftmals nicht, die Vorfälle bzw. das Fehlverhalten oder Nicht-Eingreifen der Lehrkräfte bei der Direktion der Schule zu melden, aus Angst vor möglichen negativen Konsequenzen für das Schulkind. Ein Ausweg besteht dann nur in einem Schulwechsel. Im Bereich Schule gibt es nach Wahrnehmung der Betroffenen ein großes Dunkelfeld.“

Es gibt somit ein großes Dunkelfeld, es gibt problematische Einordnungen antisemitischer Straftaten und es gibt fehlerhafte Datenerfassung bei der Polizei. Es gibt so viele Gründe, nicht zu behaupten, neunzig Prozent aller antisemitischen Straftaten würden von rechts ausgehen; vor allem dann nicht, wenn der Monat Mai 2021 von massiven antisemitischen Straftaten auf offener Straße geprägt war, die von muslimischer Seite aus begangen wurden.

Im Antisemitismus-Bericht von NRW aus dem Jahr 2021 steht weiterhin:

„Zum Anzeige- und Meldeverhalten gaben die Befragten an, dass sie von vielen wissen, die antisemitische Vorfälle nicht melden würden. Als Gründe nennen sie vor allem die Erwartung auf Seiten der Betroffenen, dass eine Anzeige ohne Konsequenzen für die Täterinnen und Täter bleibt und somit eine Meldung nichts ändern würde. Außerdem spielt die Angst vor weiteren Übergriffen und Nachahmungstaten eine große Rolle, auch die fehlende Kenntnis der Rechtslage, ob ein Vorfall strafbar ist oder nicht, sowie Sprachbarrieren und ein zu hoher bürokratischer und zeitlicher Aufwand bei der Polizei tragen zu einem Nicht-Meldeverhalten bei. Hinzu kommt auch fehlendes Vertrauen in staatliche Institutionen sowie schlechte Erfahrungen mit der Polizei.“

Das fehlende Vertrauen in staatlichen Institutionen rührt gewiss auch daher, dass selbst nach massiven Angriffen auf jüdischen Einrichtungen von muslimischer Seite der Ministerpräsident von NRW lieber fehlerhafte Statistiken bemüht, als das Problem endlich anzupacken.

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Monologe von Gerd Buurmann

Seit einiger Zeit veröffentliche ich Monologe auf YouTube. Die besten habe ich hier gesammelt: MONOLOGE

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Geschichte zweier Demos

Zwei Demonstrationen in Köln. Einmal demonstrieren Muslime gegen Israel und einmal selbstkritisch gegen Terror in den eigenen Reihen. Mal schauen, auf welcher Demonstration mehr Menschen waren.

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Demo in Köln – 15. Mai 2021

Dies sind Bilder einer Demonstration in Köln am 15. Mai 2021 auf dem Heumarkt. Es wurde versucht, eine Israelfahne zu verbrennen.

Ein Mann wurde von den Ordnungskräften aufgefordert, seine Israel-Fahne zu verstecken, um nicht zu provozieren; ein anderes Bild von einer Frau jedoch, auf dem die Israel-Fahne ebenfalls zu sehen war, durfte bleiben, allerdings wurde die Israel-Fahne dort auch in negativer Weise dargestellt. Der Einsatzleiter erklärt: „Wir wollen nicht eskalieren.“

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