Tom Buhrow: „Der Artikel hätte in dieser Form nicht veröffentlicht werden dürfen.“

Im März 2018 veröffentlichte der WDR einen Artikel, in dem Israel zum Maßstab des Bösen erklärt wurde. Der Artikel war so einseitig und hasserfüllt, dass der WDR ihn von der Seite entfernte, nachdem Tapfer im Nirgendwo darüber berichtet und Malca Goldstein-Wolf den Intendanten des Westdeutschen Rundfunks, Tom Buhrow, angeschrieben hatte. Sie bat Tom Buhrow um eine Stellungnahme. Tapfer im Nirgendwo präsentiert nun diese Stellungnahme:

„Liebe Frau Goldstein-Wolf,

Danke für Ihre direkte und ehrliche Reaktion auf den Artikel „Wenn das Kurdenproblem langsam aber sicher ‚palästinisiert‘ wird“ von Mustafa Alp Dağıstanlı.

Der Beitrag hatte bereits im Vorfeld innerhalb der WDR-Redaktion zu kontroversen Diskussionen geführt, da er gravierende Schwächen aufweist. Der Artikel des freien Journalisten ist zwar in der Ich-Form geschrieben, war aber formal leider nicht eindeutig als Kommentar gekennzeichnet und ist zudem in der Sache mehr als undifferenziert. Hinzu kommt, dass die Übersetzung aus dem Türkischen ins Deutsche gravierende Diskrepanzen zum Original aufzeigt. Die verantwortliche Redaktionsleitung hat die Veröffentlichung daher umgehend zurückgezogen und dies auch transparent gemacht. Der Artikel hätte allerdings in dieser Form erst gar nicht veröffentlicht werden dürfen.

Dafür möchte ich mich bei Ihnen ausdrücklich entschuldigen.

Mit freundlichen Grüßen
Tom Buhrow“

Malca Goldstein-Wolf antwortete umgehend:

„Lieber Herr Buhrow,

mit Ihrer klaren Sprache, Ihrem unmissverständlichen Handeln und Ihrer empathischen Art, haben Sie mich von sich eingenommen. Es ist wunderbar zu sehen, dass es durchaus auch erfolgreiche Menschen gibt, die Werte leben und es zeugt von Größe, Fehler unumwunden zuzugeben. Es sind Menschen wie Sie, die mir Mut machen, weiterzukämpfen und daran zu glauben, dass auch ein Einzelner Dinge bewegen kann.

Ich danke Ihnen von Herzen, besonders für den Mut, den auch Sie haben müssen, um sich gegen all diejenigen durchzusetzen, denen es nicht gefällt, wenn Sie sich für Juden und gegen Antisemitismus positionieren. Aus Erfahrung weiß ich, dass man sich eine ganze Menge Feinde macht.

Sie haben mit Ihrer Entscheidung, den Antisemiten Roger Waters nicht zu subventionieren, eine Lawine losgetreten und als Vorreiter andere Intendanten inspiriert. Eine mutige Entscheidung kann die Welt verändern. Sie haben gezeigt, wie es geht!

Lieber Herr Buhrow,

bleiben Sie wie Sie sind und lesen Sie weiterhin meine Beschwerdemails, ich werde bestimmt nicht aufhören können, Sie zu nerven.

Lieben Gruß von Ihrem Fan,
Malca Goldstein-Wolf“

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