Am 3. Januar 1642 entschied der Rat der Stadt Köln, dass man sich bis zum 21. Januar, also dem Tag der Heiligen Agnes, ein glückseliges neues Jahr wünschen darf.
Dies wurde in Köln mitten im Dreißigjährigen Krieg entschieden. Schön zu wissen, dass der Rat der Stadt Köln auch in dieser grausamen Zeit noch die Gelegenheit fand, sich um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern. Köln war schon immer bekannt dafür, in stürmischen Zeiten die richtigen Prioritäten zu setzen.
Die Heilige Agnes stammte aus einer römischen Adelsfamilie. Als sie mit zwölf Jahren mit dem Sohn des Präfekten von Rom zwangsverheiratet werden sollte, wehrte sie sich. Daraufhin ließ man sie vor Gericht stellen. Auch die Drohungen des Richters vermochten nicht, sie zur Einwilligung zu zwingen. Da das römische Recht die Hinrichtung von Jungfrauen verbot, befahl man, Agnes vollständig zu entkleiden und anschließend zu vergewaltigen.
Die Legenda aurea berichtet, dass daraufhin auf wundersame Weise Agnes‘ Haupthaar ihren gesamten Körper bedeckte, und der ganze Platz in weißem Licht erstrahlt sei. Bei dem Versuch, sie zu vergewaltigen, wurde der Sohn des Präfekten von einem Dämon heimgesucht und starb.
Agnes habe ihn aber durch ihr Gebet ins Leben zurückgerufen, worauf sie als Zauberin oder Hexe bezeichnet wurde. Als man Agnes daraufhin auf dem Scheiterhaufen verbrennen wollte, sei selbst das Feuer vor ihr zurückgewichen. Schließlich enthauptete sie ein römischer Soldat mit dem Schwert in der Art, wie man Lämmer tötet. Daher wird sie oft in Verbindung mit einem Lamm dargestellt. Das Wort Agnes kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Lamm.
Am Gedenktag der heiligen Agnes segnet der Papst die Agneslämmer. Mit der Wolle dieser Lämmer werden besondere liturgisches Gewandstücke hergestellt, die am Hochfest Peter und Paul den im vergangenen Jahr ernannten Erzbischöfen überreicht werden.
In diesem Sinne: Ein frohes neues Jahr zum letzten Mal in diesem Jahr.
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Heute ist der erste Tag in der Geschichte, da es Geschichte ist, dass es niemals eine Vizepräsidentin in den USA gab. Das ist wunderbar!
Der 15. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika wurde nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg angefügt. Er wurde am 3. Februar 1870 zur Ratifizierung vorgelegt und verbietet seitdem, einer Person aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Hautfarbe oder ihres früheren Standes als Sklave, das Wahlrecht zu verweigern.
Der 19. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika wurde vom Kongress am 4. Juni 1919 vorgeschlagen und am 18. August 1920 zur Verfassung aufgenommen. Der Zusatz untersagt der Bundesregierung und den Staaten seitdem, einer Person aufgrund ihres Geschlechts den Zugang zu einer Wahl zu verbieten.
Fünfzig Jahre liegen zwischen dem ersten schwarzen Mann, der in Amerika wählen durfte und der ersten Frau. Frauen wurden in den USA deutlich länger ihrer Rechte beraubt als schwarze Männer und zwar unabhängig von ihrer Hautfarbe.
Der erste schwarze Präsident war revolutionär. Die erste Präsidentin wird nicht weniger revolutionär sein.
Neben der ersten PoC-Frau als Vizepräsidentin wurde am 20. Januar 2021 zum 46. Mal ein Kerl und zum 45. Mal ein weißer solcher Präsident. Mögen Kamala Harris und Joe Biden ihren Dienst gut vollführen. Ich wünsche ihnen eine gute Hand.
Als Feminist sage ich, das Geschlecht sollte keinen Unterschied machen in der Bewertung der Arbeit eines Menschen, als Realist weiß ich jedoch, dass das Geschlecht in vielen Bereichen der Welt immer noch einen Unterschied macht und als Mann wünsche ich mir, dass es noch zu meinen Lebzeiten einen Menschen im höchsten Amt der USA gibt, mit einem anderen Geschlecht als die letzten 46.
Veröffentlicht unterAmerika|Kommentare deaktiviert für Das erste und das sechsundvierzigste Mal
Ich freue mich, dass die Präsidentenära Trump morgen ein Ende findet. Und doch freut mich nicht, dass wir Donald Trump auf Twitter nicht weiter erleben dürfen. Ich würde sogar sagen, dass es mich traurig macht, mich ankotzt. Ganz und gar nicht aus voyeuristischen Gründen oder gar wegen seiner Inhalte, ich bin kein Fan. Gleichzeitig bin ich kein Fan davon, dass Twitter seinen Account dauerhaft gesperrt hat.
Wer ist Twitter eigentlich?
Auf Personalien geht die tagesschau.de nicht ein, wenn davon berichtet wird. Einfach Twitter. Der Kurznachrichtendienst, der Nutzenden ein Medium für ein hochdemokratisches Gut, der Äußerung und Verbreitung von Meinung, gibt. Meinung kann aus meiner, durchaus europäisierten, Sicht an ihre Grenzen kommen. Dann kann sie als wider der freiheitlich-demokratischen Grundordnung angesehen werden und ist für mich keine Meinung mehr, sondern in jeder denkbaren Perspektive unwahrer, zuweilen extremistischer Bullshit. Dass das dann keine Meinung mehr ist, ist meine Meinung. Ob das jemandes Meinung aber nichtig macht, weiß ich nicht. Wenn mir jemand eine Meinung jenseits dieses politischen Prinzips anbietet, kann ich sie nur nicht annehmen.
Wer stuft Meinungen offiziell geltend als nicht zulässig meinbar ein? Und noch wichtiger: Wer verfügt und verantwortet die Konsequenzen für ‚gefährliche‘ (Twitters Sperrgrund in der Sache Trump) Aussagen?
Twitter meint: Twitter. Und übernimmt damit mal eben Verfassung und Judikative. Das merkwürdige Signal, das von Trumps Sperre prominenter und zähnefletschender, ja protziger, nicht ausgehen könnte, unterstreicht:
Nutzer*innen haben keine demokratische Kontrolle über oder Einflussnahme auf den übergeordneten Raum, in dem sie sich aufhalten und agieren sowie das rahmende System dieser ihnen zur Verfügung gestellten Möglichkeit, sich der Welt auszudrücken. Eine denkbar folgeunrichtige und, wertend gesagt, ‚gefährliche‘ Umsetzung dieser App, wie ich finde. Da inszenieren zivile Administrator*innen ein Mikrorechtssystem. Jenes beißt sich nicht zwingend mit den Gesetzen, zumindest denen der USA, ist aber nicht im Stande, sie durchzusetzen. Twitters Nutzungsbedingungen verhalten sich auf Grundlage von Gesetzen, reproduzieren sie aber nicht und ersetzen sie auch nicht. Kurzum: Die Nutzungsbedingungen der App entsprechen nicht Gesetzestexten.
Insofern übersteigt diese schwammige Entität- Twitter, als gesellschaftliches Unternehmen Twitter Inc., völlig seine Befugnisse im Staat. Twitter begründet sein eigens eingeräumtes Vorrecht damit “öffentliche Unterhaltung zu fördern. Gewalt, Belästigung und andere ähnliche Verhaltensweisen halten Menschen davon ab, ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen, und schaden dadurch letztendlich der globalen öffentlichen Unterhaltung.”
Eine spannende Kausalität, die nicht immun gegen Gegenargumentation ist. Für Twitter ist der Zusammenhang jedoch gesetzt und wird Gesetz. Genau deshalb braucht es die stärkere Inklusion des Netzes in den staatlichen, juristischen Apparat, wenngleich das bedeutet, dass Twitter und Konsorten territorial variieren würden. Der Rechtsstaat ist auf solche Kanäle, die als infrastrukturelle Institution performen, anwendbar. Die Apps selbst sind den Gesetzen und damit der Grundordnung und so auch der Meinungsfreiheit unterstellt, in klarer Abgrenzung zu der Kompetenz rechtsstaatlicher Organe, und bis jene auf Twitter kundgetane Meinungen als beispielsweise Volksverhetzung deklassifizieren bzw. Verfasser*innen als unmündig. Das würden ja in Bezug auf Trumps Zurechnungsfähigkeit viele offen erwägen.
Mir ist klar: Ein daraus entstehender Clusterfuck verschiedener Twitter-Ausführungen oder gar unterschiedlicher Netzwerke weltweit wirkt zunächst konservativ: Er stellt Barrieren her, wo Grenzenlosigkeit erwünscht ist und im Kernziel erstrebt wird. Er ist aber eben im Nebeneffekt nicht spalterisch, sondern fördert Diversität, indem er einem U.S.-Imperialismus in Bezug auf die einordnende Bewertung und Sanktionierung der Inhalte, kurz: Rechtssprechung und ihre Durchsetzung, in virtuellen, sozialen Netzwerken vorbeugt. Wer jetzt keine Strafhandlung im Ausschluss aus der Community sieht, unterschätzt den Stellenwert, den der Dienst seit Jahren hat und die Rolle, die er soziopolitisch einnimmt.
Die Entwicklung weg vom Spielplatz hat sich Twitter spätestens eingehandelt, als es einem Präsidenten einräumte, die App als Sprachrohr für offizielle Mitteilungen zu nutzen, was Twitters Erfolg und Radius auch beachtlich steigerte. Wenn eine App solchen Raum bietet, hat sie auch die Aufgabe, Diskurse sich, höchstens moderiert, abbilden zu lassen. Es kann nicht darum gehen, Twitter insofern zu verstaatlichen, als es zur staatlichen Institution zu machen, aber um die Anerkennung des öffentlich-rechtlichen Stellenwertes. Hier entsteht die notwendige Debatte darüber, wer soziale Medien verantwortet und ob ihre jeweilige Administration das bei jeder Reichweite noch selbständig kann. Natürlich soll eine App einen Nutzungsrahmen festlegen und die Basis selbst wählen können, aber im Fall Twitter als deklarierte Meinungsäußerungsplattform der öffentlichen Kommunikation ist dieser Rahmen breit ausgefallen. Dazu sollte es jetzt stehen und Rückgrat beweisen. Die App-Supervision und alle Privatnutzende haben die Möglichkeit, ihnen illegal erscheinende Äußerungen juristisch anzuzeigen und so zur Entscheidung vorzuschlagen. Somit tun sie sicherlich auch ihre bürgerliche Pflicht und die App trägt ihre Verantwortung, verfassungswidrigen Inhalten kein Plateau zu bieten, sowie nebenbei die Integrität zu wahren.
Doch nicht einmal, wie ich im letzten Absatz sinnierte, staatliche U.S.-amerikanische Monotonie herrscht in der Angelegenheit Trump; Die App-Betreibenden oder deren Beauftragte (>>Twitter<< halt) entschieden den Medienberichten zufolge nach eigenem Ermessen und im Alleingang, welche Inhalte potenziell künftig von Trump verfasst werden könnten, die in ihren Augen gefährlich für das Land sind. Und dann haben sie ihm im Endeffekt in Staatsschutz-Manier vorsichtshalber nicht die Mündigkeit, aber die Mündlichkeit entzogen, sich einer breiten Masse gegenüber zu äußern, die ihn dort erwartet und nicht mehr in Pressemitteilungen des Weißen Hauses wähnt. Dieses Spiel hat Twitter in Gang kommen lassen und nun im laufenden Spiel verändert. Das unter dem Eindruck der letzten Amtstage und der, derzeit im Lichte aller Geschehnisse, einfachen Diskreditierung Trumps mit neuem Präsidenten am Horizont bekommt einen noch bittereren Beigeschmack.
Auch ich hätte mir am liebsten Augen und Ohren zugehalten, um Trumps Tiraden gerade zuletzt nicht länger ertragen zu müssen, habe mir gewünscht, er wäre einfach mal still. Aber zwischen still sein und den Anstalten, gesilencet zu werden, liegen Welten.
Die Frage bleibt: Was ist ein ‚wiederholter Verstoß gegen die Nutzungsrichtlinien‘?
Eine Ordnungswidrigkeit? Ein Delikt? So etwas benötigt einen ordentlichen Rechtsweg, denn Twitter existiert nicht nur im Twitter-Kosmos. Dafür müssen Kapazitäten geschaffen werden, denn soziale Plattformen sind in Politik und Gesellschaft zur Mediation-Tube geworden. Die Digitalisierung soll weiter voranschreiten. Da können wir uns kein international ungebundenes System mit einer privaten Administration von Gottesgnaden leisten.
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Wenn sich über einen Menschen eine Welle der Anklagen ergießt, dann ist es moralisch geboten, den Angeklagten zu Wort kommen zu lassen, damit er eine Stellungnahme abgeben kann.
Da ich in keinem deutschen Medium, das Trump deutlich verurteilt hat, einen Verweis auf seine Stellungnahme gefunden habe und auch die großen Plattformen von Facebook bis Twitter es dem Angeklagten durch Löschen von Profilen und Texten erschweren, sich zu erklären, habe ich die Stellungnahme von Donald Trump übersetzt, damit sie auch auf deutsch wenigstens gelesen werden kann.
Nichts rechtfertigt einen medialen Prozess, in dem der Angeklagte mit diversen Vorwürfen überhäuft wird, aber nicht zu Wort gelassen wird.
Meine amerikanischen Mitbürger,
ich möchte heute Abend mit Ihnen über die beunruhigenden Ereignisse der vergangenen Woche sprechen. Wie ich bereits gesagte habe, der Sturm des US-Kapitols hat das Herz unserer Republik getroffen. Es verärgerte und entsetzte Millionen Amerikaner im gesamten politischen Spektrum. Ich möchte ganz klar sagen, ich verurteile uneingeschränkt die Gewalt, die wir letzte Woche gesehen haben. Gewalt und Vandalismus haben absolut keinen Platz in unserem Land und keinen Platz in unserer Bewegung.
Amerika wieder groß machen, bedeutete stets, die Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen, die Männer und Frauen der Strafverfolgung zu unterstützen und die heiligsten Traditionen und Werte unserer Nation zu wahren. Mob-Gewalt widerspricht allem, woran ich glaube und wofür unsere Bewegung steht. Kein wahrer Unterstützer von mir könnte jemals politische Gewalt befürworten. Kein wahrer Unterstützer von mir könnte jemals die Strafverfolgung oder unsere große amerikanische Flagge missachten. Kein wahrer Unterstützer von mir könnte jemals seine amerikanischen Mitbürger bedrohen oder belästigen. Wenn Sie eines dieser Dinge tun, unterstützen Sie unsere Bewegung nicht. Sie greifen sie an und Sie greifen unser Land an. Wir können das nicht tolerieren.
Tragischerweise haben wir im Laufe des vergangenen Jahres, das aufgrund von COVID-19 so schwierig wurde, politische Gewalt gesehen, die außer Kontrolle geraten ist. Wir haben zu viele Unruhen, zu viele Mobs, zu viele Handlungen der Einschüchterung und Zerstörung gesehen. Das muss aufhören.
Ob Sie rechts oder links sind, ein Demokrat oder ein Republikaner, es gibt niemals eine Rechtfertigung für Gewalt, keine Ausreden, keine Ausnahmen. Amerika ist eine Nation der Gesetze. Diejenigen, die letzte Woche an den Angriffen beteiligt waren, werden vor Gericht gestellt.
Jetzt bitte ich alle, die jemals an unsere Agenda geglaubt haben, über Möglichkeiten nachzudenken, um Spannungen abzubauen, die Gemüter zu beruhigen und den Frieden in unserem Land zu fördern. Es wurde berichtet, dass in den kommenden Tagen weitere Demonstrationen geplant seien, sowohl hier in Washington als auch im ganzen Land. Ich wurde vom US-Geheimdienst über die möglichen Bedrohungen informiert. Jeder Amerikaner verdient es, dass seine Stimme auf respektvolle und friedliche Weise gehört wird. Das ist Ihr Recht vom ersten Verfassungszusatz. Aber ich kann nicht klar genug betonen, dass es keine Gewalt, keine Gesetzesverstöße und keinerlei Vandalismus geben darf.
Jeder muss unsere Gesetze befolgen und die Anweisungen der Strafverfolgungsbehörden befolgen. Ich habe die Bundesbehörden angewiesen, alle notwendigen Ressourcen zur Aufrechterhaltung der Ordnung einzusetzen. In die Hauptstadt Washington entsenden wir Tausende Mitglieder der Nationalgarde, um die Stadt zu sichern und sicherzustellen, dass ein Übergang sicher und ohne Zwischenfälle stattfinden kann. Wie Sie alle war ich letzte Woche schockiert und zutiefst traurig über das Unglück im Capitol. Ich möchte den Hunderten Millionen unglaublicher amerikanischer Bürger danken, die auf diesen Moment mit Ruhe, Mäßigung und Anmut reagiert haben. Wir werden diese Herausforderung wie immer meistern.
Ich möchte auch ein paar Worte über den beispiellosen Angriff auf die Meinungsfreiheit sagen, den wir in den letzten Tagen erlebt haben. Dies sind angespannte und schwierige Zeiten. Die Bemühungen, unsere Mitbürger zu zensieren, zu canceln und auf eine schwarze Liste zu setzen, sind falsch und gefährlich. Was wir jetzt brauchen, ist, dass wir einander zuhören und uns nicht gegenseitig zum Schweigen bringen. Wir alle können uns durch unsere Handlungen entscheiden, über uns hinauswachsen und Gemeinsamkeiten und gemeinsame Ziele finden. Wir müssen uns darauf konzentrieren, die Interessen der ganzen Nation zu vertreten, die Wunderimpfstoffe zu liefern, die Pandemie zu besiegen, die Wirtschaft wieder aufzubauen, unsere nationale Sicherheit zu schützen und die Rechtsstaatlichkeit aufrechtzuerhalten.
Heute fordere ich alle Amerikaner auf, die Leidenschaften des Augenblicks zu überwinden und sich als ein amerikanisches Volk zusammenzuschließen. Lassen Sie uns gemeinsam für das Wohl unserer Familien, unserer Gemeinschaften und unseres Landes vorankommen.
Vielen Dank. Gott segne Sie und Gott segne Amerika.
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Stellen Sie sich vor, die Wissenschaft wäre so weit fortgeschritten, dass der Alterungsprozess des Köpers aufgehalten werden könnte und der Mensch somit nicht mehr an Altersschwäche sterben müsste. Wir wären unsterblich, meinen Sie? Nein, das wären wir nicht!
Wir Menschen könnten schließlich immer noch sterben, zwar nicht am Alter, aber an Krankheiten, Unfällen und durch die Hände anderer Menschen. Was würde daher passieren? Die Menschen würden ihre fragile Unsterblichkeit bewachen wie ihren Augapfel.
Aus Angst, dass den unsterblichen Menschen draußen etwas auf dem Kopf fallen könnte oder dass sie sich etwas einfangen könnten, würden sie sich distanzieren und so weit es nur geht zu Hause bleiben. Viel zu hoch wäre die Gefahr, sich im Leben das Sterben zu holen.
Andere Menschen würden die Unsterblichen aus Angst um ihr Wohlergehen meiden.
Durch die beispiellose medizinische Entwicklung der letzten Jahrzehnten ist es der Menschheit gelungen, die durchschnittliche Lebenserwartung in ungeahnte Höhen zu treiben. Je älter der Mensch wird, umso mehr wird er mit seiner natürlichen Sterblichkeit konfrontiert. Wir haben es geschafft, den letzten Atemzug so weit wie noch nie nach hinten zu verschieben. Wir haben es aber versäumt, darüber nachzudenken, wie wir mit unserer dennoch unausweichlichen Sterblichkeit umgehen.
Wir sitzen zu Hause und verteidigen unseren Wunsch nach Unsterblichkeit.
Im Kampf um unsere Unsterblichkeit laufen wir Gefahr, das Leben zu verlieren.
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Dangerous European division has been poisoning the political climate in the United States of America for decades. Today Americans are stripped of their most fundamental freedom of expression. This needs to stop!
Dear Americans,
I am a European from Germany. I have an urgent request for you: Please stop categorizing politics into right and left! A division of politics into left and right is a European invention, which has already led the world into several major wars.
A couple of centuries ago, beginning with the July Monarchy of France in 1830, the monarchists sat on the right benches in parliament and the opposition Republicans and Liberals sat on the left benches. Hence the political terms „left“ and „right“. Why is it that in the United States of America language regulations of a monarchical seating arrangement from 19th century’s Europe are still being applied in the 21st century?
Why does this European division divide America?
There are many people in the USA today who are not discussing, but yelling at each other. The attributions „left“ and „right“ merely serve as insults. For right-wingers, everyone else is a leftist and for a leftist all others are just right-wingers.
People called right-wingers are now banned from social media platforms. Pages are shut down. The left takes over. This is not America. This is dangerous.
Ask a leftist what right-wing politics mean and you’ll hear the harshest judgements. Ask a right-winger what left means and the result will be similarly devastating.
Dear Americans,
Please don’t evaluate the thoughts and deeds of citizens according to the poisoned European categories of left and right. There are far better classifications, for example, free or authoritarian.
The political terms left and right put ideologies above people. Such divisive political terminology has cost the lives of millions. America is better than that. In America, the focus is on people.
People deserve respect, not ideas, ideologies, religions and convictions. If someone thinks he has been insulted just because the Koran, the Gospel, a manifesto, Marx, Mohammed or Jesus are being criticized, then he confuses himself with his convictions. But a person is more than just the sum of his thoughts and ideas.
Defend the freedom of expression. Never give up ridiculing, doubting and criticizing ideas. And never accept censorship!
When a person is demeaned because of his or her origins, then it’s racism. But when a person is criticized for his convictions, it’s called enlightenment. Nobody should be criticized for his or her origins. For their convictions they can certainly be held responsible.
With each step taken, a decision is made in regard to direction. No one should be forced in an unfree direction.
Totalitarianism is when we are forced to march lockstep along a given path toward a predetermined paradise. Totalitarianism is when everything in the present is subordinated to that predefined goal. Totalitarianism is when those who waver or question are punished or eliminated. Totalitarianism is when someone believes to be on the absolute right side, entitled to silence the evil other side.
Deleting Internet pages in order to prevent something is like books burning.
America doesn’t march lockstep. America dances! When Europeans march, American music and culture is forbidden.
America stands for freedom. Please do not give up this freedom. Continue dancing to the music of freedom, because freedom is an inherent characteristic of every human being. Stop the silencing.
The striving towards freedom is inherent within each human being. Freedom is a constant criticism of prevailing conventions. Unfortunately, far too often authority is preferred to freedom. Changes have occured because someone had started to think and speak differently. Everyone has a basic human right to express his or her own opinion. Stupidity doesn’t need to be outlawed. Stupidity exposes itself.
Basically, I am a romantic because I have faith in the basic goodness of my fellow human being. I believe people are better than their reputations. That’s what America stands for.
Governments should be designed to provide a safety net for those who may fall off the ropes. But, not there to ensure that no one falls or fails. I don’t want to be tied down. I want to dance! The possibility of falling is part of the tightrope walk of life.
Americans don’t vote on a change of masters. They vote on a change of servants. The government is not your friend. The government is your servant. If the government wants to be your master, the government becomes you’re enemy.
I don’t need the government dictate to which music I’m allowed to dance. There are so many melodies.
Please America,
don’t stop making the world dance. Don’t quiet the bells of freedom, silence the songs of love and hinder the hammer of justice with the European categories of „right“ and „left“.
„The world may politically, as well as geographically, be divided into four parts, each having a distinct set of interests. Unhappily for the other three, Europe, by her arms and by her negotiations, by force and by fraud, has, in different degrees, extended her dominion over them all. Africa, Asia, and America, have successively felt her domination. The superiority she has long maintained has tempted her to plume herself as the Mistress of the World, and to consider the rest of mankind as created for her benefit. Men admired as profound philosophers have, in direct terms, attributed to her inhabitants a physical superiority, and have gravely asserted that all animals, and with them the human species, degenerate in America–that even dogs cease to bark after having breathed awhile in our atmosphere. Facts have too long supported these arrogant pretensions of the Europeans. It belongs to us to vindicate the honor of the human race, and to teach that assuming brother, moderation. Union will enable us to do it. Disunion will will add another victim to his triumphs. Let Americans disdain to be the instruments of European greatness! Let the thirteen States, bound together in a strict and indissoluble Union, concur in erecting one great American system, superior to the control of all transatlantic force or influence, and able to dictate the terms of the connection between the old and the new world!“
With love and gratitude, Gerd Buurmann
Veröffentlicht unterIn English|Kommentare deaktiviert für America, stop the silencing!
„Es lohnt sich nicht, mit Dir zu sprechen. Du willst Deine Meinung ja gar nicht ändern.“
Immer wenn ich diesen oder einen ähnlich formulierten Satz höre, frage ich: „Ist das der Grund, warum Du überhaupt mit mir redest? Weil Du mich missionieren möchtest?“
Ein Gespräch ist keine Konversionstherapie!
Ich gehe nicht in ein Gespräch, um zu missionieren. Ich rede mit anderen Menschen, um sie zu verstehen und um mich zu erklären. Es geht mir nicht primär darum, mich zu beweisen oder eine Meinung zu ändern. Ein Gespräch muss kein zwanghafter Austausch sein, bei dem Pro und Contra nur vorgetragen werden, um hinterher zu einer Synthese zu gelangen. Ein Gespräch kann auch einfach nur eine Zusammenkunft von Menschen sein, die sich bedingungslos kennen lernen wollen, ganz ohne Eroberungswillen.
Einem Gespräch sollte immer ein Ja zu der Meinung des Anderen zugrunde liegen. Kein Ja im Sinne, dass die andere Person recht hat, sondern ein Ja, dass ich bereit bin, mir die andere Seite anzuhören, ihr zu folgen, ihr vielleicht zuzustimmen oder sie abzulehnen, sie aber auf jeden Fall zu bedenken und zwar im Willen, die andere Position zu verstehen.
Ein Gespräch muss aber auch immer mit einem Ja zu sich selbst beginnen. Ein Gespräch ist nur dann sinnvoll, wenn man von der eigenen Meinung überzeugt ist. Wenn ich meine eigene Position nicht für wertvoll und richtig halte, warum verschwende ich dann die Zeit meines Gegenübers mit diesen Gedanken?
Schweigen ist ein Geschenk.
Wenn mir jemand Schweigen schenkt, um mir zuzuhören, sollte das, was ich in dieses Schweigen lege, wertvoll sein und die Gabe des Schweigens respektieren.
Es gibt drei Wege, die Meinung meines Gegenübers zu verändern. Überzeugen, Verführen oder Gewalt. Wer überzeugen will, nutzt Fakten, Vernunft und orientiert sich an der Wahrheit. Wer zu verführen sucht, nutzt Bilder, Gefühle und manchmal die Lüge. Beide Strategien fußen auf dem Wort. Wer jedoch nicht mehr bereit ist zu reden, greift zum dritten Weg: Gewalt!
Es ist völlig in Ordnung, Nein zu einem Gespräch zu sagen. Niemand kann zu einem Austausch gezwungen werden. Wer zu einem Gespräch Nein sagt, ignoriert. Die Freiheit zur Ignoranz hat jeder Mensch. Wer aber Nein sagt zu einem Gespräch und die Meinung der anderen Person dennoch ändern möchte, erklärt damit den Willen, zur Gewalt zu greifen. Ein solches Nein zum Gespräch ist immer ein Ja zur Gewalt.
Oft zeigt sich diese Gewalt im Geschrei. Wer nicht Ja sagen kann zu sich, wer nicht weiß, wo er oder sie steht, wer nicht von dem Wert der eigenen Worte überzeugt ist und zudem nicht Ja sagen kann zu dem Wert der Worte des Anderen, brüllt, schreit, zetert, macht den anderen mundtot und schlägt am Ende vielleicht sogar zu.
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Das Coronavirus zwingt uns zu einer Therapie, die üble Nebenwirkungen hat. Damit müssen wir uns auseinandersetzen.
Menschen sind im Home Office statt in Büros, die Straßen sind leer, Familienfeierlichkeiten fallen aus, die Gaststätten und Vereinshäuser sind geschlossen, die Menschen distanzieren sich.
Wer kennt ihn nicht, Onkel Hartmut, mit dem man sich an Weihnachten gestritten hat, weil er eine Partei gewählt hat, die so gar nicht geht; oder Tante Rita, die auf homöopathische Mittel schwört und sich auf keinen Fall impfen lassen möchte; oder Lukas, der Sohn von Robert und Adelheid, der nun ihre Tochter ist und Larissa heißt und sich darüber beschwert, dass die Hochzeitseinladungen nicht genderneutral verfasst wurden; oder Emir aus dem Büro, der Erdoğan gewählt hat, obwohl er Homosexuell ist, also Emir, nicht Erdoğan; oder Nachbarin Frau Sugulle, die auf die Häuserwand „White silence = violence“ gesprüht hat oder Candace, die immer zum Stammtisch kommt und Donald Trump gut findet, obwohl sie eine PoC ist; oder Rüdiger, der Veganer ist und es Dich wissen lässt, während Du die Weihnachtsgans isst?
Ob an Weihnachten, Pessach oder Thanksgiving, ob im Büro, in der Kneipe oder auf Familienfestlichkeiten, überall treffen wir Menschen, deren Meinungen wir nicht teilen. Manchmal gibt es Streit und Türen werden geknallt, dass die Kaffeetassen nur so wackeln. Aber am Ende sind wir doch immer gütig, weil es sind ja unsere Onkel, Tanten, Nichten, Neffen, Arbeitskollegen, Nachbarinnen und Vereinsmitglieder*innen, Menschen, die wir persönlich treffen, in deren Augen wir gesehen haben.
All dies gibt es grad nicht mehr. Die Menschen, die unser Blut manchmal zum Kochen bringen, werden uns physisch fremd. Aus Abneigung wird Hass.
Bisher konnten wir dieses Phänomen sehr gut in den sozialen Netzwerken studieren, die oft alles andere als sozial sind. Warum ist im Internet der Ton so rau, die Umgangsformen so brutal und die Beleidigungen so heftig? Weil wir uns dort nicht ins Antlitz schauen, uns nicht als Wesen begegnen, deren Menschlichkeit wir spüren, weil sie in ihrer körperlichen Sterblichkeit atmend vor uns stehen und weil wir keine Angst haben, von unserem Gegenüber eins auf die Fresse zu bekommen, wenn wir es gar zu sehr übertreiben mit unseren Beleidigungen und der Mensch, den wir verbal angegriffen haben aus eigener Schwäche heraus zur Gewalt greift, eben, weil wir keine Ehrfurcht voreinander haben, wenn wir uns nicht gemeinsam an einem Ort befinden, wenn wir nicht die selbe Luft atmen.
Ich habe bereits im März 2020 gedacht, als der erste Lockdown ausgerufen wurde, ob es wirklich so eine gute Idee ist, den Menschen zu sagen, dass sie sich distanzieren und noch mehr im Internet miteinander kommunizieren sollen.
Im Internet bilden sich Blasen und Echokammern. Immer mehr schotten sich Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, Ängsten und Erfahrungen voneinander ab und gelangen immer mehr zu der Überzeugung, dass es unendlich viele Menschen gibt, die einem persönlich an den Kragen wollen. Im Internet wird entfreundet.
Entfreunden ist das neue Türenknallen.
All das war kein großes Problem, solange man einige der blockierten und entfreundeten Menschen noch im wirklichen Leben traf und erkannte, dass man zwar in der virtuellen Welt weiterhin keinen Kontakt zu ihnen wünscht, es aber auch keinen Grund gibt, sie im echten Leben zu hassen. So sind sie eben. Es sind ja nur Onkel Hartmut und Tante Rita und Weihnachten ist nur einmal im Jahr.
Mit der Bekämpfung des Coronavirus und der Distanzierung ist dieses Korrektiv geschwächt. Die körperliche Auseinandersetzung mit Menschen anderer Meinungen und Haltungen findet nicht mehr statt. Was unser geistiges Immunsystem gestärkt hat, was und respektvoll sein lässt, nämlich der Umstand, mit Menschen, deren Meinungen und Haltungen wir nicht teilen, ab und zu körperlich nahe sein zu müssen, findet nicht statt.
Die Nachteile des Internets werden durch die Corona-Gegenmaßnahmen verstärkt.
Heute beleidigt die eine Seite die andere Seite als „Covidioten“ und die andere Seite brüllt was von „Schlafschafen“. Einige greifen die Institutionen der politischen Willensbildung an und stürmen Gerichte und Regierungsgebäude, andere greifen die Institutionen des freien Meinungsaustausches an, rufen nach Zensur und fordern Absetzungen. Trotz Lockdowns stürmen Menschen auf die Straßen, greifen die Symbole der Kultur an, stürzen Statuen und verbrennen Bücher. Die ersten erzürnten Distanzierten greifen bereits zur Gewalt gegen Menschen, weil sie ihre Gegner nicht mehr als Menschen sehen, sondern als Feinde. So wird der Klick im Internet zum Kick auf der Straße.
In der Blase des Internets, in der Distanz zum Nächsten als körperlichen Nächsten, im Schall der Echokammer wurde der Mensch dem Mensch ein Richter. Jeder verlangt Rechenschaft voneinander: „Sag mir, wo du stehst, sonst klicke ich dich weg.“
Eine Spaltung kann nur aufgehoben werden, indem man aufeinander zugeht. Wir aber, wir distanzieren uns. Wir haben Angst voreinander. Wir fürchten, uns gegenseitig anstecken zu können. Nähe kann den Tod bedeuten. Der Andere ist eine Gefahr, sowohl für das körperliche als auch für das geistige Wohlbefinden. Ich bin eine Gefahr.
Das sind die Nebenwirkungen der momentanen Therapie. Sie sind schwerwiegend.
(Bild: Antonio Ruiz Tamayo)
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David Serebrianik hat zwei Gedicht von dem in Deutschland völlig unbekannten, russischen satirischen Dichter Igor Irtenjew überstetzt. Er lebt in Moskau und seine Gedichte haben vor allem die turbulenten Neunziger litararisch maßgeblich mitgeprägt und satirisch widergespiegelt.
Der Blumenstrauß
Auf einem Markt kauft eine Frau Den Blumenstrauß, den Blumenstrauß Und schenkend ihn mir sagt: oh schau, Der Blumenstrauß, der Blumenstrauß!
Auf dass er nicht alsbald verrecke, Der Blumenstrauß, der Blumenstrauß, Gleich in die Vase ich ihn stecke, Den Blumenstrauß, den Blumenstrauß.
Nun steht er schweigend in der Vase, Der Blumenstrauß, der Blumenstrauß, Und ich sag dauernd in Ekstase: Der Blumenstrauß, der Blumenstrauß!
Er wird mein Herz mir nun entzücken, Der Blumenstrauß, der Blumenstrauß. Zwei Dinge werden mich beglücken: Als erstes – Blumen, zweites – Strauß.
(1996)
Im Müll wühlt eine alte Frau Zwecks Nahrungssuche, sicherlich. Stück Brot, verschimmelt, schmutzig, grau Dient ihr als Mahlzeit kümmerlich
Isst auf, trinkt aus der Pfütz‘ gemessen, Fliegt auf den Baum hoch und singt, Solang die Sonne nicht versinkt, Dann ist die Zeit fürs Abendessen…
(1991)
Im Original:
Игорь Иртеньев Букет цветов
На рынке женщина купила Букет цветов, букет цветов, И мне, безумцу, подарила Букет цветов, букет цветов.
И чтобы не увял он сразу, Букет цветов, букет цветов, Я тот букет поставил в вазу, Букет цветов, букет цветов.
И вот стоит теперь он в вазе, Букет цветов, букет цветов, И повторяю я в экстазе: «Букет цветов, букет цветов».
Навек душа тобой согрета, Букет цветов, букет цветов, Лишь два отныне в ней предмета: Один — букет, другой — цветов.
***
В помойке роется старушка На пропитания предмет, Заплесневелая горбушка — Ее бесхитростный обед.
Горбушку съест, попьет из лужи, Взлетит на ветку и поет, Покуда солнце не зайдет, А там, глядишь, пора на ужин…
(TINDS)
Veröffentlicht unterFremde Feder|Kommentare deaktiviert für Der Blumenstrauß
„Militaristische und revanchistische Propaganda in jeder Form, Kriegshetze und Bekundung von Glaubens-, Rassen- und Völkerhass werden als Verbrechen geahndet.“
Klingt gut, oder? Wer ist schon ein Freund von Kriegshetze und Rassismus? Es ist doch gut, wenn all das verboten ist.
Der zitierte Absatz fand sich an fünfter Stelle des sechsten Artikels der Verfassung der DDR. Es war genau dieser Absatz, mit dem Kritikerinnen und Kritiker des Regimes in Knast und Folter gesperrt wurden.
Schau Dir daher immer genau an, wie Menschen mit ihren Gegner umgehen, denn so gehen sie auch mit Dir um, wenn Du ihnen nicht mehr gefällst.
Bei jedem Gesetz sollte man sich stets die Frage stellen: Kann ich wollen, dass dieses Gesetz auch gilt, wenn meine politischen Gegner an der Macht sind? Wenn diese Frage mit Nein beantwortet wird, sollte von diesem Gesetz Abstand genommen werden.
Da sich in einer Demokratie die Mächteverhältnisse immer verschieben und Deine Gegner unweigerlich auch mal an die Hebel der Macht gelangen werden, hier eine wichtige Warnung: Was jene können, die Du magst, können auch jene machen, die Du nicht magst. Daher gilt Vorsicht vor allzu großer Freude über allzu weitreichende Handlungen allzu mächtiger Akteure.
Wer glaubt, ein Mensch sei eine Gefahr, weil er spricht, glaubt auch, eine Frau sei eine Gefahr, wenn sie ohne Verschleierung aus dem Haus geht.
Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen.
Menschen mit unangenehmen Meinungen werden auch mal an entscheidende Positionen der Macht kommen. Ich möchte nicht, dass sie ein System vorfinden, das es ihnen ermöglicht, andere Meinungen einzuschränken oder zu verbieten.
Nimm Dich in acht vor selbsternannten Friedensaktivisten, denn sie erklären Dich zum Kriegsaktivisten, sobald Du es auch nur wagst zu widersprechen.
Quis custodiet ipsos custodes?
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