Küssen in Mekka

„Mich haben heute die ersten Drohnachrichten aus meiner Stadt Flensburg erreicht von Menschen, die ich von der Straße kenne. Da ich inzwischen Tausende Drohungen bekommen haben, schaffe ich es nicht, sie alle einzeln zu melden.“

Diese Worte stammen von Amed Sherwan. Er lebt in Flensburg und hat eine Fotocollage auf Facebook hochgeladen, auf der er zu sehen ist, wie er einen Mann küsst, während im Hintergrund die Kaaba in Mekka zu sehen ist, auf der eine Regenbogenfahne weht, während sich im Horizont vor Minaretten ein Regenbogen spannt.

Dieses Bild hat dafür gesorgt, dass Amed Sherwan Drohnachrichten aus aller Welt bekommt. Die Drohungen aus islamischen Ländern machen ihm laut eigener Aussage „weniger Sorgen“, aber er sagt:

„Die Drohungen aus Europa nehme ich sehr ernst und werde sie auch anzeigen. Ich glaube selbst nicht mehr daran, dass solche Anzeigen ernsthaft Erfolg haben. Aber falls mir etwas zustößt, weiß die Polizei dann zumindest, wo sie ihre Ermittlungen anfangen können.“

Ein Mann mit dem Vornamen Saleh schrieb auf Facebook unter das Bild:

„Wie kann jemand, der aus meiner Religion stammt, unser heiligstes Gebäude als Hintergrund nehmen und dann auf das Dach des Symbol des Regenbogens nehmen? Es ist eine unfassbare Sauerei, unser Mekka bearbeitet als Hintergrund zu nehmen. Das ist eine Spaltung unserer Religion. Von mir aus heirate ein Pferd, das ist mir rotzegal, denn es ist dein Leben, aber du solltest dir genauestens Gedanken machen, was du da gemacht hast.“

Die Spaltung des Islams ist für fundamentalgläubige Muslime ein schweres Vergehen und so dauerte es lange, bis die ersten Drohungen bei Amed Sherwan ankamen. Auf die Frage, was die Stadt Flensburg zu der Situation sage, führt er aus:

„Tja, was soll ich sagen. Die Polizei nimmt mich in Flensburg erst ernst, seitdem ich in Berlin Personenschutz hatte. Nach der ersten Morddrohung in 2016 hat sie mich sogar öffentlich in der Presse als unglaubwürdig abgestempelt. Vielleicht hat mich die lokale Presse genau deshalb anfangs ignoriert. Sie berichtet erst jetzt, wo meine Aktionen bundesweit Aufmerksamkeit erregen. Die Stadt macht derweil Kampagnen für Vielfalt, ohne sich genau zu überlegen, wen sie sich dafür ins Boot holen. Im aktuellen Imagefilm für das bunte Flensburg ist ein Imam zu sehen, der gemeinsam mit anderen versucht hat, den Film »Gott, du kannst ein Arsch sein« als gotteslästerlich aus dem Kino zu verbannen.“

Auf die Frage, was Flensburg besser machen könne, erklärt er: „Für ein echtes »Willkommen in dieser bunten Stadt« gehört auch, dass die Stadt sich gegen Hass positioniert statt der Hamas nahestehende Gruppen zu fördern.“

Amed Sherwan lebte nicht immer in Flensburg. Er wuchs im Norden des Iraks auf und wurde dort aufgrund seines Lebensstils bereits als Jugendlicher inhaftiert und gefoltert. Im Jahr 2014 entfloh er der Gewalt im Irak.

Am 28. Juli 2018 demonstrierte er beim Berliner Christopher Street Day (CSD) mit einem T-Shirt, auf dem geschrieben stand: „Allah sei schwul“. Dies brachte ihm auch in Deutschland viel Hass ein. In einer Mail an ihm stand: „Du sagst Allah ist gay?? Du wirst morgen sterben. Schreib dein Testament. Ich weiß wo dein Stand ist, ich mobilisier ganz Berlin. Exmuslim meinetwegen aber die Beleidigung gegen Allah wirst du bereuen. Gute Nacht noch.“

Andere Anhänger der Religion des Friedens taten diese Worte kund:

„Elendiger dreckiger Hund!“

„Ich finde es schade, dass es solche Menschen wie dich auf der Welt gibt und würde nichts dagegen haben, wenn anstatt der Kinder in Palästina all ihr homosexuellen Hunde sterbt.“

„Wenn ich dich sehe, kannst du deine Beerdigung planen, wo sich jede Schwuchtel auf deine Leiche einen runterholt, um in dein Leichengesicht zu spritzen, ihr ekeligen Fotzen.“

„Ich schwöre, du wirst das nicht überleben, du Sohn einer Hure!“

Es sei angemerkt, dass die originalen Schriften weder in der Orthografie noch in der Grammatik so korrekt waren, wie hier zitiert.

Amed Sherwan floh aus seinem Land aus Angst vor seinem Leben. Nun lebt er in Deutschland und wird auch hier bedroht. Im Namen des Islams werden schwule Männer in Deutschland mit dem Tod bedroht, daher ist es die Aufgabe eines jeden Muslims, dem die eigene Religion etwas bedeutet, dagegen die Stimme zu erheben.

Als sich Deutschland einst anschickte, ein Problem für die Welt zu werden, da erklärten unter anderem Thomas Mann, Sophie Scholl und Marlene Dietrich, dass sie mit diesem Deutschland nichts mehr zu tun haben wollten. Thomas Mann verließ das Land, Marlene Dietrich unterstütze die USA im Krieg gegen Deutschland und Sophie Scholl rechtfertigte in ihren Flugblättern indirekt das Recht Englands, Bomben auf Deutschland zu werfen. Sie alle waren Deutsche und dennoch stellten sie sich in Zeiten des brutalen deutschen Auswuchses gegen ihre Heimat. Marlene Dietrich soll auf die Frage eines Reporters, ob sie sich vorstellen könne, nach Deutschland zurückzukehren, sogar geantwortet haben: „Deutschland? Nie wieder!“

Mit diesem Satz hat Marlene Dietrich viele Deutsche gegen sich aufgebracht. Mich nicht. Ich verstehe Marlene Dietrich. Und ebenso gut kann ich es verstehen, wenn heute jemand sagt: „Islam? Nie wieder!“

Islam ist nur eine Ideologie und ein Muslim ist mehr als nur Träger einer religiösen Ideologie. Ein Muslim ist ein Mensch, so wie ein Deutscher ein Mensch ist, aber das Land, in dem ein Mensch lebt oder die Religion, der er angehört, können von Zeit zu Zeit sehr kritikwürdig sein. Amed Sherwan ist wie Marlene Dietrich und formuliert sein „nie wieder“ wie folgt:

„Ich bin Ex-Muslim, aber kein Anti-Muslim. Ich sehe in allen Religionen ein gefährliches Potential, respektiere aber, dass Glaube für viele Menschen wertvoll sein kann. Ich kämpfe für Menschenrechte, Glaubens- und Meinungsfreiheit. Und ich wünsche mir, dass auch Kinder muslimischer Eltern frei entscheiden können, wie sie glauben, leben und lieben wollen.

Für diese Haltung lebt Amed Sherwan gefährlich und auch Facebook und Instagram fallen ihm in den Rücken. Zu den Reaktionen auf sein Bild des schwulen Kuss‘ in Mekka sagt er: „Der wütende Mob hat das Bild so häufig bei Instagram und Facebook gemeldet, dass mein Account auf Instagram verschwunden ist und Facebook mein Profil erstmal gesperrt hat. Als ich endlich wieder auf Facebook aktiv werden konnte, war das Foto mit allen Kommentaren einfach ohne Warnung gelöscht worden.“

Amed Sherwans wichtigste Waffe im Kampf gegen die Fundamentalisten, die ihn töten wollen, ist das freie Wort und die Möglichkeit, seine Worte zu veröffentlichen. Ein Meldemob hat nun dafür gesorgt, dass ihm diese Waffe entrissen wurde und Facebook und Instagram sind die willigen Vollstrecker dieses Mobs.

Internetseiten löschen ist das Bücherverbrennen des 21. Jahrhunderts!

Amed Sherwan hatte neben dem Bild, auf dem sich zwei Männer in Mekka küssen noch weitere Collagen hochgeladen. Auf einem Bild küsst er sich im Deutschen Bundestag mit einem großen Philipp Amthor im Hintergrund, auf einem anderen Bild küsst er einen Mann, während im Hintergrund Recep Tayyip Erdoğan und die Fahne der Türkei zu sehen sind. Auf einem Bild küsst er sich vor der AfD und Beatrice von Storch, auf einen anderen Bild in einer christlichen Kirche. Auf diesem Bild küsst er sich auf dem Tempelberg und auf diesem Bild vor dem Vatikan. All diese Collagen sind weiterhin auf Facebook sichtbar.

Ein Mob beherrscht die Netzwerke. Auf Facebook und Instagram gilt, bringe nur genug Menschen gegen dich auf und sei es nur aus dem Grund, weil du schwul bist und dich zeigst, wie du vor dem Bild der Kaaba einen Mann küsst und schon wirst du gelöscht oder gesperrt.

Facebook und Instagram helfen mit ihrem Handeln einem fanatischen und fundamentalistischen Mob im Krieg gegen die Aufklärung und die Freiheit des Individuums. In einer aufgeklärten Demokratie herrschen jedoch nicht die Masse und der Mob, sondern die Vernunft und das Menschenrecht. Die Grundrechte des Einzelnen können nicht durch eine Mehrheit abgeschafft werden.

Der Islam ist nicht in Gefahr, weil Amed einen Mann küsst, aber Amed ist in Gefahr, weil er einen Mann küsst und Facebook und Instagram schüren die Gefahr.

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Sollten Sie mehr über Amed Sherwan wissen wollen, kaufen Sie sein Buch: „KAFIR – Allah sei Dank bin ich Athist“.

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Deutsche Steuergelder für Kindesmissbrauch

Deutschland ist größter UNRWA Geldgeber mit 170 Millionen US-Dollar allein für die Zeit 2019/2020. Dieser Film zeigt, was die Gelder durch UNRWA so alles mitfinanzieren.

Was in diesem Film sichtbar wird, ist blanker Kindesmissbrauch. Hier werden Kindersoldaten herangezogen.

Kindern wird beigebracht, den Tod mehr zu lieben, als das Leben. Das palästinensische Erziehungsministerium organisiert Schulveranstaltungen, bei denen Terroristen geehrt werden, die Juden ermordet haben. Es werden Selbstmordkindergartenlager betrieben, in denen der Hass auf Juden gelehrt wird. Die Seelen all der Kinder, die diese Erziehung durchlaufen müssen, werden gebrochen. Sie sind Opfer von Kinderschändern!

Die Bundesregierung sollte unbedingt dafür Sorge tragen, dass deutsche Steuergelder nicht in die Hände von Terrorgruppen gelangen und Kinder missbraucht werden und zum Krieg gegen Juden und den Staat Israel erzogen werden.

Für weitere Informationen lesen Sie „Vereinte Nationen gegen Israel: Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert“ von Alex Feuerherdt, Florian Markl und Esther Schapira.

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Prächtige Weihnachten

Ein weihnachtliches Lied zur allgemeinen Lage von Cris Revon.

Ich denke an das Jahr zurück, was alles nicht geschah, aber Weihnachten wird prächtig, dieses Jahr.

Ich zünde ein paar Kerzen an, pfeif‘ auf das CO2-Erspartes aus dem Sommer, durch stornierte Fliegerei. Ich stopfe mich mit Plätzchen voll, mit Nuss und Mandelkern, denn alles Sündhaft-Sinnliche, steht unterm guten Stern und denk‘ nicht an das Jahr zurück, was alles nicht geschah, denn Weihnachten wird prächtig, dieses Jahr.

Ich singe laut zum Radio mit, und springe durch das Haus, zu meinem neuen Lieblingshit, dem Lied vom Nikolaus. Fernsehen mit James Stewart, denn das Leben ist heut‘ schön, Kevin auf dem Ersten, Sissi auf dem Zweiten sehn; und denk‘ nicht an das Jahr zurück, was alles nicht geschah, denn Weihnachten wird prächtig, dieses Jahr.

Natürlich wär‘ es schön, noch ein paar andere zu sehn. Ich wünsche mir so sehr, ich könnt‘ an Deiner Krippe steh‘n. Ich seh‘ auch wirklich keine einzige Chance in der Krise, das wär bei all dem Leid auch eine zynische Devise. Jetzt denke ich schon wieder, was da alles nicht geschieht, aber Weihnachten wird prächtig in diesem Lied.

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(TINCR)

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The Twelve Lockdown Days of Christmas

In der letzten „Kunst gegen Bares“ vor Weihnachten singen die Menschen auf, vor und hinter der Bühne immer „The Twelve Days of Christmas”. Da im Jahr 2020 nicht klar war, welche „Kunst gegen Bares“ die Letzte vor Weihnachten sein sollte, kommen hier nun „The Twelve Lockdown Days of Christmas“.

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Köln am Freitag, 18. Dezember 2020 zwischen 19 und 20 Uhr

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Instrumentalisierung von Kindern

Wenn politische Bewegungen Kinder Parolen singen lassen, wenn Kinder benutzt werden, um das Volk zu belehren, anständig, gut, und konformistisch zu sein, wenn erwachsene Menschen gesungene Kinderkreuzzüge schreiben und inszenieren und Kinder benutzen, um eine politische Botschaft zu produzieren, die der Regierung gefällt, wird es gefährlich.

Tapfer im Nirgendwo zeigt ein paar weitere Videos von Kindern, die ihre Seelen für die Ideen erwachsener Menschen im Takt und Gleichklang entblößen mussten.

Im Takt und Gleichschritt die Welt verbessern wollen. Da ist der Weg zur Diffamierung des Anderen als Feind nicht mehr weit.

Erwachsene Menschen schreiben Protestparolen und legen sie in die Münder von Kindern. Seid bereit!

Ende des 15. Jahrhunderts predigte der katholischer Priester Girolamo Savonarola das baldige Strafgericht Gottes. Er prophezeite, der Weltuntergang würde in zehn bis zwölf Jahren kommen, um genau zu sein im Jahr 1500 und radikalisierte besonders Kinder, die er mit drohenden Parolen durch die Straßen schickte. Klingt vertraut?

Kinder waren Savonarolas fanatischsten Anhänger. Er machte Kinder sogar zu Polizisten, die in den Straßen patrouillierten und nach verbotenen Taten Ausschau hielten. Frauen, die „unzüchtig“ oder „zu luxuriös“ gekleidet waren, hatten sie zu ermahnen. Auch in den Häusern ihrer Eltern und Nachbarn hatten sie nach anstößigen Dingen zu suchen.

Auch fünfhundert Jahre später gibt es diese Instrumentalisierung von Kindern immer noch.

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„Als Jüdin musst Du besser sein als alle anderen.“

Eine Kindheitserinnerung von Malca Goldstein-Wolf.

Schon als kleines Mädchen hat mir mein Vater diesen Satz eingeimpft: „Als Jüdin musst Du besser sein als alle anderen.“

Ich habe das zunächst nicht verstanden und empfand diese Aussage als unangenehmen Druck. Eigentlich wollte ich doch nur sein wie alle anderen, fühlte mich auch nicht anders und lernte erst später, dass man eine gewisse Bürde trägt, wenn man jüdisch ist. Egal wie gläubig man ist, für die Welt ist man Jude und dadurch eben doch irgendwie anders.

Als ich aufs Gymnasium kam, machte ich meine erste deutliche antisemitische Erfahrung, als mir eine Mitschülerin zurief, dass man mich wohl auch vergessen hätte zu vergasen. Meine gute Deutscharbeit rief Hass und Neid in ihr empor.

Als meine eigentlich gute Freundin im Geschichtsunterricht zum Besten gab, dass die „dahergelaufenen Israeliten den Palästinensern das Land geklaut haben“, durchfuhr mich mit elf Jahren ein kalter Schauer. Ich wusste noch nicht viel über unsere Geschichte, aber ich spürte, dass ich für irgendetwas verantwortlich gemacht werde.

Als ich traurig von der Schule nach Hause kam, fragte ich meine Mutter, warum Julia das gesagt hat. Sie schaute mich an und antwortete: „Weißt Du, Malca, als ich Deinen Vater geheiratet habe, sagte uns der Standesbeamte, dass so eine Ehe vor kurzem nicht möglich gewesen wäre und er meinte das nicht nett.“

Später ist sie, die Christin, mit mir, ihrer sechsjährigen Tochter, zum Judentum konvertiert. Sie wollte, dass wir uns zu meinem Vater bekennen, eine Einheit bilden. Es ging ihr, so denke ich, weniger um eine Glaubensfrage, sondern mehr um Zugehörigkeit, um Flagge zu zeigen, in einer Welt, in der auch sie angefeindet wurde, weil sie einen Juden geheiratet hatte.

Es war nicht immer leicht für meine Eltern und unterschwellig spürte auch ich, als kleines Mädchen, immer wieder Argwohn und Ablehnung. Anders als mein Vater, der lieber leise war und es lieber gesehen hätte, wenn auch ich leise gewesen wäre, habe ich mich anders entschieden. Ich wollte mich nicht verstecken, keine Angst haben, mich den Anfeindungen stellen. Ich will es nicht.

Dieses Gefühl, kein Opfer sein zu wollen, wuchs in den Jahren immer stärker an und jetzt kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, zu schweigen. Eine Identität wird einem in die Wiege gelegt und sie nicht auszuleben, würde für mich bedeuten, mich zu verleugnen.

Ob dieser Weg zufriedener macht, weiß ich nicht, aber ich wäre todunglücklich, wenn ich nicht zu mir und meinen Wurzeln stehen würde.

Der Name „Goldstein“ steht wie eine Etikettierung. Ich will ihn mit Würde tragen.

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(TINMGW)

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Macht die Heldinnen sichtbar

Erkennen Sie, was auf diesem Bild zu sehen ist?

Es ist ein Grabstein.

Am 16. Dezember war ich auf dem Südfriedhof in Köln, weil ich das Grab von Marie Juchacz besuchen wollte. Da ich nicht wusste, wo ihr Grab ist, ging ich zum Friedshofwärter-Häuschen.

Friedhofswärter: Wie kann ich Ihnen helfen?

Ich suche das Grab von Marie Juchacz.

Friedhofswärter: Wann ist sie gestorben?

Weiß ich nicht.

Friedhofswärter: Das muss ich aber schon wissen.

Moment, ich schau mal bei Wikipedia nach. 1959.

Friedhofswärter: Das ist aber lange her. Da müssen wir erst in die Bücher schauen.

Wie? Sie wissen nicht, wo das Grab von Marie Juchacz ist?

Friedhofswärter: Warum sollte ich?

Es ist Marie Juchasz!

Friedhofswärter: Ich kenne die Dame nicht.

Sie war die erste Frau, die eine Rede im deutschen Nationalparlament gehalten hat.

Friedhofswärter: Und was hab ich davon?

Sie hat nach dem Zweiten Weltkrieg Deutschland von den USA aus mit Hilfspaketen versorgt.

Friedhofswärter: Da hab ich nicht gelebt.

Sie hat die Arbeiterwohlfahrt gegründet.

Friedhofswärter: Kann sie ja meinetwegen gemacht haben.

Sie war Mitglied der SPD.

Friedhofswärter: Tot ist sie jetzt trotzdem, wie alle anderen hier.

Sie hat ein Ehrengrab, steht hier.

Friedhofswärter: Wo?

Hier auf dem Südfriedhof.

Friedhofswärter: Wo das steht, meine ich.

Bei Wikipedia.

Friedhofswärter: Ich hab noch nie was von der gehört.

Warten Sie mal, hier steht auch, wo ihr Grab ist.

Friedhofswärter: Wo denn?

Flur 65 Nr. 307

Daraufhin kramte der Friedhofswärter einen Friedhofsplan hervor und zeigte mir den Weg.

Als ich im Flur 65 angekommen war, brauchte ich einige Zeit, bis ich das Grab von Marie Juchacz gefunden hatte, da auf dem Grabstein der Name so gut wie nicht zu erkennen ist. Dafür ist der Name der Schwester von Marie Juchacz zu erkennen: Elisabeth Kirschmann.

Auf dem Grab lag ein Kranz der Stadt Köln. Wenigstens etwas.

„Ich erteile das Wort der Frau Abgeordneten Juchacz.“

Mit diesen Worten kündigte der Präsident der Weimarer Nationalversammlung am elften Sitzungstag des neugewählten Parlaments, der am 19. Februar 1919 stattfand, den ersten Redebeitrag einer Frau vor einem demokratisch gewählten nationalen Parlament in Deutschland.

Im Jahr 1918 wurde in Deutschland die Demokratie eingeführt. Davor gab es in Deutschland keine Demokratie. Von einer Demokratie kann schließlich nicht gesprochen werden, wenn über der Hälfte des Volkes das Wahlrecht verweigert wird. In ihrer ersten Rede erklärte Marie Juchacz:

„Ich möchte hier feststellen und glaube damit im Einverständnis vieler zu sprechen, dass wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist.“

Allein für diese Worte verdient es Marie Juchacz erinnert zu werden.

Der Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter ist eine der größten Revolutionen, die die Menschheit je erlebt hat. Es ist eine Revolution, die es ermöglicht hat, dass die ganze Bevölkerung befreit wurde. Die Frauen, die für dieses Recht gekämpft haben, sind Heldinnen, die nicht selten staatlicher Repression und sogar politischer Verfolgung ausgesetzt waren. Marie Juchacz ist so eine Heldin. Warum kennt kaum jemand ihren Namen? Warum weiß der Friedhofswärter auf dem Kölner Südfriedhof nicht, wo das Ehrengrab dieser Heldin ist? Warum ist der Name dieser Heldin auf dem Grab kaum zu lesen?

Es ist wichtig, dass die großen Frauen der Geschichte sichtbar gemacht werden. Die deutsche Schriftstellerin Hedwig Dohm sagte einst:

„Mehr Stolz, Ihr Frauen! Der Stolze kann missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn.“

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Meine Position zur „Initiative GG 5.3. Weltoffenheit“

„Sehr geehrter Herr Buurmann“, so beginnt eine Mail, die ich am 11. Dezember 2020 erhielt: „Ich bin freie Autorin für Öffentlich-Rechtliche Hörfunksender in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mir geht es um die „Initiative GG 5.3. Weltoffenheit“ und Ihre Position dazu. Welche wäre das? Würden Sie sich dazu äußern?“

Mit der „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ beziehen sich die Unterzeichner des Aufrufs auf einen Beschluss des deutschen Parlaments im Mai 2019. Das Parlament hatte die Bundesregierung aufgefordert, Vertreter und Unterstützer der israelfeindlichen Bewegung „Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) nicht mehr finanziell und organisatorisch zu unterstützen. Der Antrag wurde mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, FDP und großen Teilen der Grünen angenommen. Alle Fraktionen kritisierten, dass aus den Reihen der BDS-Bewegung dem Staat Israel das Existenzrecht abgesprochen werde.

Diese Resolution wird von der „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ als Angriff auf die Kunst- und Wissenschaftsfreiheit verstanden. Zu den Initiatoren gehören die Berliner Festspiele, das Deutsche Theater Berlin, das Goethe-Institut und die Kulturstiftung des Bundes. Unterzeichnet wurde der Aufruf unter anderem von dem Düsseldorfer Schauspielhaus, den Münchner Kammerspielen, dem Schauspiel Köln und dem Staatsschauspiel Dresden. Sie alle warnen vor einer Einschränkung der grundgesetzlich geschützten Kunst- und Wissenschaftsfreiheit durch die „mißbräuchliche Verwendung des Antisemitismusvorwurfs“. Sie fordern, bei der Meinungsäußerung eine „Differenz“ zuzulassen und „einer Vielstimmigkeit Freiräume zu garantieren“.

Alle oben genannten Institutionen werden im Gegensatz zu mir fürstlich staatlich subventioniert. Auch die Journalistin, die mir die Fragen gestellt hat, verdankt den größten Teil ihrer Einnahmen einem Rundfunkstaatsvertrag.

Wenn die Institutionen der „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ unbedingt mit BDS zusammenarbeiten wollen, müssen sie einfach nur auf die staatlichen Gelder verzichten. Dann sind sie frei und können kritisieren und lästern über wen und so viel sie wollen.

Ich bin ein freier Künstler. Mir kann keine Regierung und kein Parlament sagen, wozu ich zu schweigen und worüber ich zu reden habe. Daher hier nun meine Antwort als freier Künstler:

Sehr geehrte freie Autorin für Öffentlich-Rechtliche Hörfunksender in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert meine Meinungsfreiheit. Ich kann sie nutzen, wie es mir beliebt. Ich frage mich jedoch, warum soll ich sie nutzen, um Israel zu kritisieren und zu boykottieren? Das machen doch eh schon genug.

Die Gründungscharta der Hamas fordert die Vernichtung des ganzen jüdischen Volkes (Artikel 7) und die Zerstörung Israels (Artikel 13). Minister der Hamas rufen zur Vernichtung aller Juden auf, die sie öffentlich, auf Plätzen, in Moscheen und im Fernsehen, als Ungeziefer und Bakterien bezeichnen, deren Kehlen durchgeschnitten und Familien ermordet gehören.

Wer Israel boykottiert, boykottiert das einzige Land im Nahen Osten, in dem Muslime sicher in einer Demokratie leben, die es ihnen erlaubt, schwul oder lesbisch zu sein. Sie haben die gleichen Rechte, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger des Landes, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer Hautfarbe. Israel ist das einzige Land im ganzen Nahen Osten, in dem das Volk seine Regierung wählen und vor allem abwählen kann.

Ein Judenhasser kritisiert an Juden Dinge, die er bei Nicht-Juden durchgehen lässt. Ein israelischer Politiker wird bereits verteufelt, wenn er kein Heiliger ist. Ein arabischer Politiker jedoch wird schon zum Heiligen erklärt, wenn er kein Teufel ist. Israel muss übermenschlich sein, um existieren zu dürfen. Für den Rest der Welt reicht es, menschlich zu sein. Warum soll ich meine Freiheit nutzen, um bei dieser Doppelmoral mitzumachen? Ich nutze Artikel 5 lieber dazu, Israel zu loben. Israel ist zwar nicht perfekt, aber es gibt kein Land auf der Welt, das es bei vergleichbarer Gefahr besser macht oder gemacht hat.

Israel das einzige Land, das trotz des seit 1948 anhaltenden Krieges, den die Gegner Israels in der Absicht führen, das ganze Land mitsamt seiner Bevölkerung vollkommen auszulöschen, an sämtlichen Grundprinzipien einer demokratisch verfassten Gesellschaft festgehalten hat. Das ist einmalig in der Geschichte.

Auf der ganzen Welt ist Kritik an Israel und am Judentum erlaubt. Manch deutliche Kritik an der israelischen Regierung kommt aus Israel selbst. In vielen Ländern ist Israel die am meisten kritisierte Nation. Die Vereinten Nationen haben Israel öfter kritisiert als alle übrigen Länder der Welt zusammen. Von Nordkorea bis zu den USA, von Russland bis Afghanistan haben alle Länder zusammen weniger internationale Kritik einstecken müssen als Israel. Warum also soll ich Artikel 5 nutzen, um eine Kritik zu üben, die eh überall zu vernehmen ist?

Wenn es etwas nicht braucht, dann noch mehr Kritik in Richtung Israel. Was es jedoch sehr wohl braucht, ist deutlich mehr Kritik an jene Regime, wo Menschen, die es wagen, Kritik zu üben, diese Kritik mit dem Tod bezahlen. Warum nutzen wir Artikel 5 nicht viel öfter und kritisieren Regime, in denen Kritik verfolgt wird?

Wenn etwas unsere Solidarität braucht, dann nicht Kritik an Israel. Diese Kritik ist eh überall zu hören. Es mangelt an Kritik am Verhalten und Handeln der Feinde Israels. Diese Kritik ist nämlich an manchen Orten der Welt lebensgefährlich.

Ich bin für Israel, nicht weil ich glaube, irgendwer habe irgendwo zuerst seinen Fuß in den Sand gesetzt, oder irgendein Gott habe irgendeinen bärtigen Mann zum Kaffeeklatsch eingeladen, um dabei die Welt aufzuteilen, sondern weil Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Homosexualität staatlich anerkannt ist, die Meinung, Kunst und Wissenschaft frei sind, keine Religion diskriminiert wird und Juden weder besser noch schlechter sein müssen als alle andere Menschen.

Jeder Quadratmeter im Nahen Osten, der sich ein Beispiel an Israel nimmt, ist ein gewonnener Quadratmeter.

Warum also soll ich das Land kritisieren, das mich leben lässt, wie ich bin und nicht viel mehr all die Länder, in denen ich verfolgt werde, weil ich so bin, wie ich bin?

Alles Liebe,
Gerd Buurmann, freier Künstler

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Nicht alle in der SPD sind so

Ende November 2020 verabschiedete die Jugendorganisation der SPD (Jusos) auf ihrem virtuellen Bundeskongress einen Antrag, in dem sie sich solidarisch mit der Palästinenserorganisation Fatah-Jugend erklärte. In dem Antrag unter dem Titel „Unsere Vision für das Willy Brandt Center Jerusalem“ heißt es, die Fatah-Jugend sei eine „Schwesterorganisation“.

Der führende Politiker der Fatah ist Mahmud Abbas. Im Jahr 2005 wurde er zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt. Seine Legislaturperiode endete am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne Legitimation an der Macht. Abbas sagte einst:

„In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Im Jahr 2015 bezeichnete Abbas den Mord an einem israelischen Ehepaar durch palästinensische Terroristen als „heldenhaft“. Nicht wenige Judenmörder und deren Familien bekommen von der Fatah stattliche Renten für ihre terroristischen Bluttaten.

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge: „Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Sigmar Gabriel ist ein Politiker der SPD. Am 24. März 2017 war er der Außenminister Deutschlands und schrieb auf Twitter: „Habe meinen Freund Mahmoud Abbas getroffen. Dtl. steht zur Zwei-Staaten-Lösung & unterstützt den Aufbau staatlicher Strukturen in Palästina.“

Die Jusos erklären sich solidarisch mit einer Partei, die Morde an Juden feiern und fördern und ein hochrangiger SPD-Politiker im Amte des deutschen Außenministers nennt den Führer dieser Partei seinen Freund. Mir fällt keine vergleichbare anti-israelische Entgleisung der deutschen Bundesregierung dieses Ausmaßes der letzten Jahre ein. Dennoch ist es wichtig zu betonen, dass dies selbstverständlich nicht bedeutet, alle Mitglieder der SPD seien antisemitisch.

Zwar kenne ich einige Menschen, die sich aufgrund dieser Vorkommnisse nicht mehr vorstellen können, jemals wieder die SPD zu wählen, auch kenne ich zwei Leute, die deshalb ihr Parteibuch der SPD zurückgegeben haben, aber die SPD ist eine breit aufgestellte Partei, in der sich auch gute Freundinnen und Freunde Israels finden. Allerdings gibt es unter den Mitgliedern der SPD auch Kritiker*innen des kleines jüdischen Landes, deren Abneigung in manchen Fällen in eine Feindseligkeit umschlägt, die sie anfällig werden lässt für antisemitische Klischees.

Am 23. Juni 2016 war Mahmud Abbas zu Gast im Parlament der Europäischen Union. Er behauptete dort, es gäbe gewisse Rabbiner, die beauftragt hätten, Brunnen zu vergiften. Das war natürlich gelogen. Es gab diese Rabbiner nicht. Juden vergiften heute so wenig die Brunnen wie im Mittelalter. Am Ende der Rede gab es dennoch stehenden Applaus vom Parlament.

Zwei Tage später, am 25. Juni 2016, veröffentlichte die Presseabteilung von Mahmud Abbas ein Statement, in dem eingeräumt wurde, dass es die Brunnenvergiftung nie gegeben hatte. Der SPD-Politiker und spätere Kanzlerkandidat, Martin Schulz, hatte die Rede vom brunnenvergiftenden Juden jedoch bereits öffentlich als „inspirierend“ gelobt.

Am 12. Februar 2014 sprach Martin Schulz vor dem israelischen Parlament diese Worte: „Wie kann es sein, dass Israelis 70 Liter Wasser am Tag benutzen dürfen und Palästinenser nur 17?“ Die Zahlen waren ein Gerücht, wie Schulz später zugeben musste.

Der Philosoph Theodor W. Adorno erklärte einst: „Der Antisemitismus ist das Gerücht über den Juden.“ Gerüchte über Juden haben eine lange Geschichte, auch Mitglieder der SPD sind nicht frei davon, auf das ein oder andere Gerücht hereinzufallen, sie zu honorieren oder sie gar weiterzuverbreiten.

Wenn es schon Antisemitismusbeauftragte in Deutschland gibt, dann sollte jede Partei einen eigenen Antisemitismusbeauftragten haben und die einzige Aufgabe dieses Beauftragten sollte darin besteht, den Antisemitismus in der eigenen Partei zu benennen und zu bekämpfen. Politikerinnen und Politiker mit Regierungsverantwortung tragen dabei, wie das Wort schon sagt, deutlich mehr Verantwortung als eine Partei, die nur die Position der Opposition kennt.

Es macht einen großen Unterschied, ob eine zutiefst und überall kritisierte Opposition sich im Wort vergreift oder ob eine mit politischer Entscheidungsmacht versehene Instanz durch Worte und Taten Fakten schafft.

Der Schriftsteller und Überlebende des Holocausts, Elie Wiesel, hat gesagt: „Wenn wir den Antisemitismus wirklich besiegen wollen, dann müssen wir bereit sein, auf die dunklen Seiten unseres eigenen Herzens zu schauen.“

In jeder Partei gibt es politische Strömungen, die für Juden gefährlich sind. Es gibt allerdings politische Akteure, die verurteilen Antisemitismus nur dort, wo es sie selber nicht betrifft. Sie wollen lediglich gut dastehen und zeigen, wie gut sie sind, indem sie andere verurteilen. Ginge es ihnen wirklich darum, die zum Teil unerträgliche Situation für Juden zu bekämpfen, sie würden das tun, was Elie Wiesel von uns verlangt, nämlich in die dunklen Herzen der eigenen Seelen zu blicken.

Wenn ein deutscher Außenminister einen Judenhasser seinen Freund nennt und die Jugendorganisation dieser Partei mit einer judenfeindliche Organisation kooperiert, dann verblasst alles, was die Opposition von sich gibt und jemals von sich gegeben hat, besonders, wenn der Außenminister einer Partei angehört, die ich mal gewählt habe, während in der Opposition Parteien sind, die ich niemals wählen würde.

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