This is not antifa. This is fa!

Journalist Andy Ngo was assaulted by Antifa protestors in Portland, Oregon on June, 29th.

It’s frightening to see how many people are turning to fear, insecurity, hatred and violence. I would have expected such violence from the Klu Klux Klan. I expected fascists to act this way, but it’s the so-called anti-fascists.

„If we allow people to be removed from public discourse by force, and although I may loathe their statements, believe me, Gerd, we Jews will be the next ones to go.“

Those were the words of my host father, Jim Davidson, a successful lawyer in the United States of America. I owe him. My conversations with him impressed me. His warning impressed me.

How should I know that those who attacking Andy Ngo may not attack me in the future because they think I represent a danger? I don’t know! But, I know my host father was right. Jews are always the next ones, if not the first ones. On October 27, 2016, Jews were removed from a London university because the police could no longer guarantee for their safety. When the police arrived at the scene, they witnessed a terrible scenario of Jew hatred.

The approximately 25 students attending the lecture had to lock themselves together with their lecturer Hen Mazzig in a small room while a violent mob was forming outside. A student described the situation as follows:

“There was a lot of shouting and banging on the door. We were all afraid, but we were trying to concentrate on the lecture. It was insane. Despite the door banging, Hen continued to speak of peace. That was really very nice, because we were united and sang a song of hope despite the noise from outside.”

The lecturer, Hen Mazzig, who was invited as a humanitarian affairs commissioner, later said, “I was surprised that they targeted my message of peace and coexistence. It was really hard to talk above all the noise.”

When some of the mob managed to pry open a window, the police knew that violence impended. However, the 20 police officers weren’t enough to control the Jew-hating mob. Instead, the ones being attacked were removed from the university grounds. Hen Mazzig was forced to leave the university with his students through a narrow corridor of hate-filled people who shouted at them: “Shame on you!”

I can well imagine why Hen Mazzig was targeted. He is Jewish, Israeli and gay. These are three characteristics that both Hamas and Fatah hate! The leaders of the Palestinian movement make no secret of the fact that “Free, Free Palestine“ is a slogan to murder Jews, destroy Israel and execute homosexuals. This kind of hate erupts frequently. A few years ago, musicians were shouted down at the Royal Albert Hall in London because they were Israelis:

Israelis are shouted down and driven from lecture halls:

Concerts are disrupted because the musicians are Israeli:

Artists such as Lars Vilks are attacked in lecture halls:

For Jews and Israelis, universities, concert halls and lecture rooms in Europe and America have now become war zones. They are even removed by the police because they can’t guarantee their safety.

I know the motivation of the troublemakers. It is self-pride and arrogance that drives them to dictate to others what they were allowed to hear. They shout: “Beware the beginnings!“ But the beginnings they mean are nothing but the beginnings of a future that they construe. They take other people hostage on account of their own fears. This, however, is the root of totalitarian thinking which allows for force over thought.

It’s characteristic of those aggressors to shout down other people and denounce them as Nazis! For them, the term Nazi is merely an insult which they always scream when they want to silence an opponent. They don’t care about the fact that they trivialize true Nazism, offend Jews and ultimately question the Holocaust. They feel morally superior. Every one is supposedly a Nazi except themselves!

Even if one is disgusted by another person’s ideas, they cannot attack him. Free speech means that all speech is free, even the speech you hate.

***

Translation: William Wires
http://www.williamwires.com
http://www.facebook.com/William.Wires.Fine.Art 

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Toda Raba!

Ein Brief des Dankes von der Synagogen-Gemeinde Köln.

Toda Raba!

Lieber Gerd,

im Namen des gesamten Vorstandes der Synagogen-Gemeinde Köln möchten wir uns für deine gelungene Moderation zum Israel-Tag 2019 bedanken.

Wie auch schon in den vergangenen Jahren hast du mit deinem detaillierten und fundierten Wissen, deinem Humor und mit viel Einfühlungsvermögen hervorragend durch das Bühnenprogramm geführt und so die Besucher des Israel-Tags Köln 2019 auf eine Reise nach „Israel“ mitgenommen.

Ein Ziel des Israel-Tags Köln ist es, Israel in seiner Vielfältigkeit darzustellen, um Vorurteilen und Vorbehalten gegenüber Juden und Israel entgegenzuwirken und so auch im Kampf gegen Antisemitismus auf dieser Ebene aktiv zu sein. Mit dir als Moderator haben wir eine verlässliche Vertrauensperson an der Seite, deren Engagement in die Kölner Stadtgesellschaft und über die Grenzen Köln hinaus strahlt.

Für dein Engagement und deine Integrität möchten wir unseren Respekt und Dank aussprechen und freuen uns bereits auf deine Moderation des Israel-Tags Köln 2020.

Mit den allerbesten Grüßen und einem herzlichen Schalom
Synagogen-Gemeinde Köln

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Am 29. Juni 2019 wurde die EMMA-Cartoonistin Franziska Becker mit der Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbunds ausgezeichnet. So wie es im 19. und 20. Jahrhundert reaktionäre Heldinnen und Helden der Feder gab, die die Schriftstellerin Hedwig Dohm dämonisierten, weil sie es gewagt hatte, frei zu denken und radikal zu spotten und dabei sogar vor Religionen nicht zurückschreckte, so rasten auch heute einige Leute in den sozialen Netzwerken des 21. Jahrhunderts aus und verurteilen Franziska Becker, weil sie es in ihren reichhaltigen Werk gewagt hat, eine Religion zu kritisieren. Jakob Augstein zum Beispiel schreibt:

Dazu kann ich nur sagen: In einer prädominant muslimischen geprägten Kultur antimuslimische Karikaturen zu machen, ist im wahrsten Sinne des Wortes lebensmüde.

Außerdem sind Muslime keine Minderheit. Der Islam ist weltweit die zweitgrößte Religionsgemeinschaft der Welt mit ungefähr 1,6 Milliarden Mitgliedern. Nach dem Christentum ist der Islam auch in Deutschland die zweitgrößte Religionsgemeinschaft des Landes. Der Islam macht zwar nur fünf Prozent der Bevölkerung aus, aber die Zeugen Jehovahs nur 0,2%. Wann hat sich das letzte Mal ein Zeuge Jehovas in Deutschland über Spott in Richtung seines Glaubens lautstark beschwert? Welcher Komiker lebt in Gefahr, weil er Klopf-Klopf-Witze über Zeugen Jehovas macht?

Die Mormonen machen machen nur 0,05% der deutschen Bevölkerung aus und sind somit eine verschwindend geringe Minderheit. Trotzdem wird im November 2019 in Köln das Musical „The Book of Mormon“ aufgeführt, in dem die Mormonen radikal verarscht werden. Seit Jahren läuft das Musical erfolgreich in New York und London und wurde sogar mehrfach ausgezeichnet.

Gab es irgendwelche Ausschreitungen? Haben irgendwelche Mormonen Fahnen verbrannt? Ist ein Mormone mit einer Axt bewaffnet in das Haus des Komponisten gestürmt, um ihn zu ermorden, wie es dem dänischen Zeichner Kurt Westergaard ergangen ist, weil er eine Mohamed-Karikatur gezeichnet hatte? Haben Mormonen gedroht, das Büro der Autoren des Musicals in die Luft zu sprengen? Nein!

Obwohl es mal eine Anschlagsdrohung auf das Büro der Autoren gab, aber nicht aufgrund des Musicals „The Book of Mormon“, sondern aufgrund der TV-Serie „South Park“, die sie ebenfalls schreiben und in der sie es gewagt hatten, in einer Folge zu behaupten, unter einer gezeichneten Person im Bärenkostüm stecke Mohamed.

Die muslimische Gemeinschaft ist in einigen Bundesländern größer als die Gemeinschaft der FDP-Wählerinnen und Wähler. Sollen wir jetzt auch aufhören, über die FDP zu spotten? Sollen nur noch jene Parteien verspottet werden, die an der Macht sind? Momentan ist jede Partei im Deutschen Bundestag in irgendeinem Bundesland an der Macht bis auf die AfD. Ist es trotzdem okay, die AfD zu verspotten oder ist das jetzt schlecht, Herr Augstein? Es gibt in Deutschland deutlich mehr Westdeutsche als Ostdeutsche. Sollen die Wessis einfach mal kollektiv die Schnauze halten?

Sehr geehrter Herr Augstein,

ich spreche Sie jetzt persönlich an. Wissen Sie, was richtig geschmacklos ist? Auf die Menschen zu treten, die ermordet wurden, weil sie Bilder gezeichnet haben.

Am 7. Januar 2015 wurden Männer und Frauen von Charlie Hebdo ermordet, weil sie Karikaturen über den Islam gemacht hatten. Sie wurden ermordet, weil sie Pazifisten waren, weil sie sich dazu entschieden hatten, ihre Kritik, Wut und Angst über eine radikale Auslegung einer Ideologie nicht in körperliche Gewalt fließen zu lassen, sondern sie ganz friedlich in Spott zu bündeln. Die ermordeten Männer und Frauen von Charlie Hebdo schlugen nicht und traten nicht. Sie drohten weder mit Gewalt, noch brachen sie irgendwo ein. Sie zeichneten bloß. Sie spotteten. Sie lachten. Die Männer und Frauen von Charlie Hebdo entschieden sich für einen friedlichen Widerstand.

Diesen friedlichen Widerstand haben Sie mit Füßen getreten, Herr Augstein!

Sie haben ganz nach unten getreten. Sie treten auf die Leichen jener Menschen herum, die ermordet wurden, weil sie friedlich zeichneten, statt physische Gewalt anzuwenden. Sie haben in die Gräber pazifistischer Widerstandskämpfer getreten.

Herr Augstein, ich bin so wütend, dass mein Körper bebt. Aber ich greife nicht zur Gewalt, ich schreibe. Und selbst in der Schrift halte ich mich zurück, denn was ich gerade über Sie denke, schreibe ich lieber nicht auf.

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Die Päpstin ist die Abseitsregel

„Warum betreibt man eine Sportart, wenn einem deren Regeln nicht passen? Warum macht man nicht einfach was anderes? Wozu muss man in der katholischen Kirche bleiben? Macht doch Eure eigene Kirche! Eine feministische zum Beispiel. Da duerfen dann nur Frauen ran.“

Diese Frage stellte ein Leser auf Tapfer im Nirgendwo, nachdem ich darüber berichtet hatte, dass die Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands bei der Bundesversammlung einstimmig für die offizielle Forderung der Öffnung aller Weiheämter für Frauen gestimmt hatte. Hier meine Erwiderung:

Um bei der Sportmetapher zu bleiben: Natürlich hätte man damals, als beim Fußballspiel die Abseitsregel eingeführt wurde, sagen können: „Was soll diese dämliche Abseitsregel? Wer das möchte, soll doch eine eigene Sportart machen.“ Stattdessen aber wurde die Abseitsregel eingeführt, weil sie Sinn macht und vor allem das Spiel verbessert.

Die Regelung, Frauen in alle Weihämter der Katholischen Kirche zuzulassen, ist wie die Abseitsregel im Fußball: Sie macht Sinn und vor allem die ganze Sache besser, auch wenn es schwer ist, manch einer Person, die nichts von der ganzen Sache versteht, die Regel zu erklären.

Was den Rest des Kommentars des Lesers anbelangt, da stimme ich vollkommen mit ihm überein. Die Kirchensteuer gehört abgeschafft und die Trennung von Staat und Kirche muss in Deutschland viel deutlicher vollzogen werden.

Ein anderes Argument, das ernsthaft an mich herangetragen wurde lautete: „Jesus hat nur Männer als Jünger aufgenommen, daher sollten auch bei der Katholischen Kirche die priesterlichen Weihämter männlich sein.“

Dazu sage ich nur: Die Jünger waren nicht nur alle männlich sondern auch allesamt Juden. In dieser Logik dürfen somit ausschließlich Juden Päpste und Priester werden.

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Ein historischer Tag

Am 21. Juni 2019 trat ich zusammen mit Isabel Rohner und Nikola Müller als Hedwig Dohm Trio in Mainz auf. Dort fand die Bundesversammlung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) statt.

Es war ein historischer Tag! 92 Delegierte aus den zwanzig kfd-Diözesanverbänden und dem Landesverband Oldenburg stimmten individuell und ohne „diözesanen Fraktionszwang“ einstimmig für die offizielle Forderung der Öffnung aller Weiheämter für Frauen.

Ich bin froh, dabei gewesen zu sein.

Die zentrale Forderung aus dem neuen Positionspapier der kfd unter dem Titel „gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche“ lautet:

Daher fordert die kfd mit Nachdruck die volle Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche und den Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche.

Bundesvorsitzende Mechthild Heil erklärt dazu:

„Wir sind stolz auf dieses starke Votum, das schwarz auf weiß bestätigt, wofür wir uns seit Jahrzehnten einsetzen. Das Papier zeigt auf, wie sehr die Kirche durch die Zulassung von Frauen zu allen Ämtern gewinnen könnte. Gleichzeitig steht es für die Kraft, den Willen und die Zuversicht von uns Frauen, endlich gleichberechtigt unsere Kirche zu gestalten und zu führen.“

In dem Positionspapier steht:

Alle Christinnen und Christen sind aufgrund ihrer Taufe dazu berufen, Zeugnis für das Evangelium zu geben, ihre Charismen einzusetzen und ihre Berufung zu leben. Nur wenn alle Charismen gelebt werden, kann die Kirche sich erneuern und zu dem werden, wozu sie bestimmt ist: Der Wirksamkeit und Liebe Gottes in der Welt Raum zu geben und sie zu gestalten.

Heil kommentiert:

„Die Amtskirche spricht auch noch im 21. Jahrhundert Frauen per se die Berufung zum Weiheamt ab. Ein Vorgehen, das ich nicht akzeptiere, weil ich der tiefen Überzeugung bin, dass Frauen wie Männer gleichermaßen mit gottgegebenen Talenten gesegnet sind. Jede katholische Christin und jeder katholische Christ sollte ihrer und seiner Berufung folgen können.“

Das Positionspapier kritisiert:

Seelsorge bedeutet, die Menschenfreundlichkeit Gottes auf vielfältige Weise spürbar und greifbar werden zu lassen. Das wird im Miteinander auf allen verbandlichen Ebenen gelebt und erlebt. (…) Es schmerzt die kfd sehr, dass Seelsorgerinnen keine Sakramente spenden dürfen.

Dazu Heil:

„Frauen bleiben in unserer Kirche von Leitungsfunktionen, Diensten und Ämtern ausgeschlossen – nur weil sie Frauen sind. Das gehört endlich korrigiert.“

Wollen wir hoffen, dass die Forderungen der kfd bald umgesetzt werden. Für Hedwig Dohm jedenfalls stand fest:

„Ihr Brüder und Gegner der Frauenfreiheit, gewiss, es ist euer recht, als Vertreter eurer Wahrheiten, als Kommentatoren eurer Weltordnung euren Schwestern den Kreidestrich zu ziehen. Aber bitte, seid fein und vornehmen und schickt eure Warnungsrufe erst in die Welt hinaus, nachdem alle Arbeitsschranken für die Frauen gefallen sind, nachdem man ihnen Universität und Akademie, Kanzel und Werkstatt bedingungslos geöffnet hat. Tut ihr es vorher, so setzt ihr euch, liebe Brüder, dem Verdacht aus, dass der Menschenhort, den ihr hüten wollt, eure Privilegien sind.“

Bildernachweis: (c) kfd / Kay Herschelmann

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„Du sollst Vater und Mutter ehren!“

Dies ist eine Liebeserklärung an aller Kinder, die Ihre Eltern aus verständlichen Gründen nicht lieben können.

Es ist nicht Deine Schuld, was Dir passiert ist!

Wenn Du Deine Eltern nicht lieben kannst, wirst Du gute Gründe dafür haben.

Es muss furchtbar sein, wenn Du das Gebot liest „Du sollst Vater und Mutter ehren“.

Das Gebot verlangt aber gar nicht von Dir, Deine Eltern zu lieben. Du kannst Deine Eltern sogar hassen, wenn Sie Dich verletzt haben, Dich allein gelassen haben, Dir Dein Urvertrauen genommen haben oder Dir unbeschreibliche Gräueltaten angetan haben.

Die Bibel spricht oft von Liebe. Du sollst zum Beispiel Deinen Nächsten lieben. Aber bei den Eltern spricht die Bibel nicht von Liebe sondern von Ehre.

Damit bist Du gemeint! Du sollst Dein Leben ehren!

Deine Eltern haben Dich in diese Welt geholt und auch wenn sie sich vielleicht furchtbare Mühe gegeben haben, Dich zu zerstören, so dass Du jetzt auf dieser Welt in dem Versuch lebst, das Zerbrochene wieder irgendwie zusammenzubauen, es ist schön, dass es Dich gibt.

Du lebst!

Vielleicht hast Du Dich von Deinen Eltern getrennt, vielleicht willst Du sie nie wieder sehen. Vielleicht hasst und verabscheust Du sie. Du kannst ihnen vergeben oder auch nicht. Alles ist völlig okay.

Aber egal, wie sehr Du verletzt und erniedrigst wurdest, vielleicht sogar von den Menschen, die Dich in diese Welt geholt haben, ehre sie dafür, dass sie Dich in dieses Leben geholt haben. Nicht aus Liebe zu ihnen, sondern aus Liebe zu Dir.

Dein Leben ist wertvoll.

Du bist wertvoll.

Du bist was besonderes.

Du bist liebenswert.

Schön, dass Du da bist.

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Der Tugendrappel

„Nie sah die Welt eine ehrbarere, bescheidenere Bewegung als diese deutsche Frauenbewegung. Eine Menschenklasse, die sich bemüht, in demütigen Wendungen zu beweisen, dass eigentlich kein ausreichender Grund vorhanden sei, sie Hungers sterben zu lassen! Eine Klasse, die um ihre Existenz wie um ein Almosen bettelt! Wahrhaftig, ein stolzerer Sinn empört sich gegen dieses Übermaß von Bescheidenheit.“

Mit diesen Worten kritisierte Hedwig Dohm viele Frauen des 19. Jahrhunderts, die sich nicht trauten, radikal all das zu fordern, was ihnen aufgrund ihres Menschseins zustand, nämlich die Menschenrechte. Hedwig Dohm forderte als eine der ersten Frauen in Deutschland die absolute soziale, politische und ökonomische Gleichberechtigung der Frau. Dazu gehörte das Recht zu wählen, zu studieren, zu handeln und zu spotten. Hedwig Dohm erklärte:

„Mehr Stolz, ihr Frauen! Der Stolze kann missfallen, aber mein verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt Fuß des vermeintlichen Herren.“

Mit dieser Einstellung machte sich Hedwig Dohm zu ihrer Zeit nicht viele Freundinnen und Freunde. Zu viele Zeitgenossinnen und Zeitgenossen nahmen Rücksicht auf die Befindlichkeiten von Gläubigen und Ideologen und ordneten daher das Recht der Frau auf freie Entfaltung ihrer Person diesen Befindlichkeiten unter. Hedwig Dohm nahm diese Rücksicht nie hin. Als Friedrich Nietzsche seine Vorliebe für das Frauenbild des Islams ausdrückte und erklärte , man müsse „das Weib als Besitz als verschließbares Eigentum, als etwas zu Dienstbarkeit vorher bestimmtes auffassen“, erwiderte Hedwig Dohm:

„Die Frau soll verschließbares Eigentum sein? Sie will nicht. Ich kann nicht finden, dass sie, wie Nietzsche meint, sich dieser ungeheueren Dummheit so sehr zu schämen hätte.“

Über die im 19. Jahrhundert noch gängige und teilweise geforderte Gewohnheit, „anständige“ Frauen hätten ein Kopftuch zu tragen, vor allem, wenn sie alt seien, sagte Hedwig Dohm:

„Lasst euer weißes Haar, wenn ihr es habt und es euch bequem ist, frei um das Haupt wallen.“

Als Feministin setzte sich Hedwig Dohm intensiv mit Religionen auseinander. Sie analysierte die Verbindung zwischen religiösen Dogmen und der Unterdrückung von Frauen. Das sie dies nicht ohne Gefahr vor Anfeindungen tat, beschreibt sie in ihrem Text „Der Jesuitismus im Hausstande“. Dort zeigt sie, was einer Frau droht, wenn sie es wagt, eine Religion zu kritisieren:

„Unsittlich erscheint der Menge stets alles Ungewöhnliche, was sie aus dem Zauberbann ihrer Phrasen, ihrer brunnentiefen Gemütsruhe aufschreckt, was sie zwingen will, sich an eine sittliche Norm zu binden. Die Bedrohung ihrer chronischen Lieblingssünden erzeugt bei ihr stets einen akuten Tugendrappel (…) „Jeder Gedanke, wenn er wirklich einer ist, ist ein wenig ketzerisch“, schrieb neulich einer unserer geistreichsten Abgeordneten. Das Bestreben, neue Sitten, neue Prinzipien einzuführen, erscheint der Menge wie ein Konkurrenz-Unternehmen, das ihre rechtmäßigen Zinsen an Lebensfreuden, die die alten Sitten ihr abwarfen, bedroht.“

Am 29. Juni 2019 wird die EMMA-Cartoonistin Franziska Becker mit der Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbunds ausgezeichnet. Sso wie es damals ehrbare und bescheidene Menschen gab, die Hedwig Dohm dämonisierten, weil sie es gewagt hatte, radikal zu denken und zu spotten und dabei sogar vor Religionen nicht zurückschreckte, so bekommen auch heute einige Leute in den sozialen Netzwerken des 21. Jahrhunderts einen Tugendrappel und werfen Franziska Becker vor, rassistisch zu sein, weil sie es in ihren reichhaltigen Werk auch gewagt hat, eine Religion zu kritisieren.

Dabei kritisieren diese ehrbaren und bescheidenen Kritikerinnen und Kritiker nicht Beckers polemische Karikaturen zum Christentum, zum Beispiel das Bild, wo ein christlicher Priester mit einem Schild, auf dem „Recht auf Leben“ steht, brutal auf eine Frau einprügelt, sondern sie werfen Franziska Becker vor, dass sie auch den Islam kritisiert hat.

Die in der Kritik stehenden Bilder machen nur einen winzigen Teil des Werks von Franziska Becker aus. Der Islam als Ziel des Spottes taucht bei der Künstlerin sogar erstaunlich selten auf. Dennoch wird sie von den im Tugendrappel befindlichen Kritikerinnen und Kritiker zur Rassistin erklärt, weil sie es wagt, Islamistinnen nicht nur zu zeichnen, sondern sich auch über sie lustig zu machen.

Rassismus ist die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse ist jedoch Kritik. Kritik ist kein Rassismus. Kritik war und ist der Motor der Aufklärung. Franziska Becker übt Kritik, auch am Islam, denn als Feministin kann sie nicht so tun, als wäre die zweitgrößte Religion der Welt mit über 1,6 Milliarden Anhängerinnen und Anhängern nicht auch vom Sexismus befallen.

Wenn sie eine Islamistin zeichnet, muss diese Islamistin Kopftuch tragen, da alle Islamistinnen Kopftuch tragen. Wie sonst sollte sie eine Islamistin zeichnen? Ohne Kopftuch? Dann wäre sie keine Islamistin. Damit erklärt Franziska Becker jedoch nicht alle Kopftuchträgerinnen zu Islamistinnen, denn zwar tragen alle Islamistinnen Kopftuch, aber nicht alle Kopftuchträgerinnen sind Islamistinnen. Wenn Becker einen Neonazi mit Deutschlandfahne zeichnet, erklärt sie damit schließlich auch nicht alle Menschen mit Deutschlandfahne zu Nazis.

In ein paar Cartoons zeigt Franziska Becker, wie es aussehen würde, wenn die radikale Auslegung der Scharia, wie sie in einigen islamisch geprägten Ländern leider Realität ist, auch in Deutschland Realität wäre. Sie macht damit auf die brutale Unterdrückung von Frauen in islamischen Ländern aufmerksam und karikiert Kulturrelativisten, die diese Gewalt als bloße religiöse Eigenart herunterspielen. Diese Karikaturen haben absolute Verteidigung verdient. Sie sind nicht krasser oder beleidigender als jede andere Karikatur Beckers zu anderen Gruppen. Es gibt allerdings einen Unterschied:

Für Karikaturen zum Islam lebt man heute auch in Europa gefährlich. Wenn Künstlerinnen und Künstler in Gefahr leben, weil sie eine Religion kritisieren, dann ist alles, was auch nur insinuiert, die Kritik und der Spott an dieser Religion sei in irgendeiner Weise ein Verbrechen, ein Stärken jener Fundamentalisten, die ihre Ideologie vor Kritik abschirmen wollen.

Was Franziska Becker macht ist eine Selbstverständlichkeit. Sie wagt es, als Frau so zu spotten, wie es für Männer seit Jahrhunderten eine Selbstverständlichkeit ist. Wer dieser Frau nun auf die Finger kloppt, weil sie es wagt, mit den Mittel des beißenden Spotts sexistische Strukturen einer Religion zu karikieren, die in ihrer aktuell brutalsten Ausrichtung sogar für staatlich sanktionierte Verfolgung und Tötung von emanzipierten Frauen verantwortlich ist, fällt sowohl Artikel 3 (Gleichheit vor dem Gesetz) als auch 5 (Meinungsfeiheit) des Grundgesetz‘ in den Rücken.

Religiöse Gewalt gegen Frauen existiert. Sie ist real! Franziska Becker holt uns in die Verantwortung. Sie zeigt, wie es aussieht, wenn auch unsere Freundinnen und Nachbarinnen unter diese fundamentalistische Ideologie leben müssten und zwar unabhängig davon, welche Hautfarbe sie haben. Franziska Becker ist eine Feministin und wie Hedwig Dohm erklärt sie:

„Die Menschenrechte haben kein Geschlecht!“

Franziska Becker hat bereits für die Rechte der Frauen gestritten, als Frauen in Deutschland noch diskriminiert wurden, als Ehemänner ihren Ehefrauen das Geldverdienen verbieten durften, wie in die 70er Jahren und als Vergewaltigung in der Ehe noch kein Verbrechen war, wie in den 90er Jahren. Oft wurde sie für ihren Kampf verbal angegriffen und beleidigt, nicht selten von religiösen Helden der Feder, die erklärten, sie würde mit ihrer Kritik die anständige Ordnung ins Chaos stürzen.

Heute spürt Franziska Becker diesen Hass wieder. Wieder ist es eine Religion, die diesen Hass befeuert. Wieder wird das Recht der Frau der Befindlichkeit einer Religion untergeordnet. Den Menschen, die Franziska Becker heute vorwerfen, sie wäre eine Verbrecherin, weil sie es wagt, eine Religion zu kritisieren, sei gesagt: „Mein Sinn empört sich gegen dieses Übermaß von Selbstgerechtigkeit.“

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Deutschlandradio wird präzise

In einem Kommentar vom 21. Juni 2019 auf Deutschlandradio erklärt Christiane Habermalz, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu habe bei Angela Merkel angerufen und sie aufgefordert, dem Jüdischen Museum in Berlin die Förderung zu entziehen. Da ich über diese Information sehr überrascht war, fragte ich bei der Redaktion nach:

„Sehr geehrte Redaktion,

In einem Bericht vom 21. Juni 2019 erklärt Christiane Habermalz:

„Dass der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu bei Angela Merkel anruft und fordert, dem Museum müsse die Förderung entzogen werden, weil eine Ausstellung über Jerusalem der palästinensischen Sichtweise zu viel Raum einräume, ist das eine – und hochproblematisch.“

Auf welches Telefonat bezieht sich Frau Habermalz und wann genau hat dieses Telefonat stattgefunden?

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann“

Die Antwort lautete:

„Sehr geehrter Herr Buurmann,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Redaktion hat den Kommentar zur Debatte über den Rücktritt von Peter Schäfer als Direktor des Jüdischen Museums vom 21. Juni 2019 korrigiert und präzisiert.“

Unter dem Kommentar des Deutschlandradio stand:

[*] Anmerkung der Redaktion: In einer älteren Version dieses Beitrages stand, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Bundeskanzlerin Angela Merkel angerufen habe. Er hat ihr jedoch geschrieben. Wir haben diesen Fehler korrigiert.

Benjamin Netanjahu hatte Angela Merkel also geschrieben und nicht angerufen. Es müsste also ein Brief von Netanjahu an Merkel geben. Allerdings konnte das Deutschlandradio auch diesen Brief nicht vorzeigen und legte stattdessen eine Präzision nach:

Präzision: Es handelte sich um ein mehrseitiges Papier, das der Bundesregierung übergeben wurde, und in dem „Anti-Israel-Aktivitäten“ des Jüdischen Museums und verschiedener Stiftungen und Menschenrechtsorganisationen beklagt wurden. Der israelische Botschafter beschreibt diese Intervention in einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur am 22.12.2018 wie folgt:

„Als sich die israelische und die deutsche Regierung Anfang Oktober in Jerusalem trafen, wurde dieses Thema verhandelt, und wir haben der deutschen Seite ein sogenanntes ‚non-paper‘ übergeben. Wir haben über verschiedene Institutionen gesprochen, die gegen den Staat Israel und seine Legitimität vorgehen – in einer ungebührlichen Weise, die den Ministerpräsidenten, die Legitimität Israels und auch den Status als demokratischer Staat verletzt. Ich ziehe es vor, in dieser Sache nicht in die Einzelheiten zu gehen. Wir haben ein Papier übergeben. Die deutsche Seite hat erklärt, sie werde die Sache prüfen, und ich ziehe es vor, diesen Dialog auf der Regierungsebene zu behandeln.“

Wie wäre es, einfach präzise zuzugeben, dass in dem Kommentar eine Falschmeldung verbreitet wurde, was vermutlich der Tatsache geschuldet ist, dass die Kommentatorin die aktuelle israelischen Regierung so sehr nicht mag, dass sie bei negativen Gerüchten über die Regierung nicht so genau ist und schon mal ein Gerücht über Israel unkontrolliert weitergibt?

Im Audio-Format des Kommentars behauptet Christiane Habermalz übrigens weiterhin, Netanjahu habe bei Merkel angerufen.

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Eine schmerzhafte Frage an Sawsan Chebli

Als am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, während die arabische Seite die Annahme ihres unabhängigen Landes verweigerte und sich stattdessen zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien an einem gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründeten Israels engagierte.

Im Zuge dieses Krieges kam es zu zwei Flüchtlingsströmen. Der eine Strom bestand aus 500.000 Flüchtlingen, der andere aus 850.000 Flüchtlingen. Schauen wir uns zunächst die größere Flüchtlingsgruppe an.

Im Zuge des bis heute anhaltenden Vernichtungskrieges vieler arabischer Staaten gegen Israel wurden 850.000 Juden aus ihrer arabischen Heimat vertrieben. Ihnen wurden ihr Besitz und ihre Staatsbürgerschaften genommen. Mittlerweile gibt es sogar arabische Nationen, die ihre Vertreibungspolitik derart perfektioniert haben, dass dort kein einziger Jude mehr lebt, zum Beispiel Libyen und Algerien.

Heute leben in der arabischen Welt nur noch 0,9% so viele Juden wie 1948. Wie sieht es in Israel aus? Ist das arabische Volk dort fast völlig verschwunden wie das jüdische Volk in der arabischen Welt? Nein, es hat sich sogar fast verdoppelt.

In Israel leben heute fast doppelt so viele Araber wie 1948 und noch dazu als vollwertige Bürgerinnen und Bürger eines demokratischen Landes. Schauen wir uns daher die 500.000 arabischen Flüchtlinge an.

Als im Jahre 1948 Israel gegründet wurde, erklärte die arabische Welt Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges und im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren, verließen 500.000 Menschen ihre Heimat; und das obwohl die meisten von ihnen nicht dazu gezwungen wurden, jedenfalls nicht von israelischer Seite – im Gegenteil: Israel bot den Arabern sogar an zu bleiben, um vollwertige Bürger des Landes zu werden. 160.000 Araber nahmen dieses Angebot an.

Mittlerweile gibt es 1.250.000 arabische Israelis. Es kann somit ohne Probleme gesagt werden, dass viele arabische Flüchtlinge in Wirklichkeit Auswanderer waren, die auf judenfeindliche Propaganda gehört haben. Das Wort „Flüchtling“ ist in diesem Zusammenhang daher oft ein Kampfbegriff.

Sehr geehrte Sawsan Chebli,

Ihre Eltern verließen Israel, obwohl es möglich gewesen wäre, dass sie Bürgerin und Bürger Israels werden. Warum haben Ihre Vorfahren Israel verlassen?

Gehören Ihre Eltern und Großeltern zu jenen Menschen, die gehofft haben, Israel möge vernichtet werden, damit sie zurückkehren können? Diese Hoffnung hat es in Deutschland auch mal gegeben.

Ihre Vorfahren wären in diesem Fall ideologisch nicht weit entfernt von jenen Deutschen, die zur selber Zeit aus dem Osten Europas flohen, wo sie versucht hatten, das Volk Israels vollständig zu vernichten.

Liebe Sawsan Chebli,

Sie sind Deutsche, so wie ich ein Deutscher bin. Ich weiß, es ist schwer, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, vor allem wenn in der eigenen Familie Vorfahren sind, die Juden gehasst haben. Es gehört jedoch in Deutschland irgendwie dazu, die eigene Biographie ehrlich zu durchleuchten. Daher meine schmerzhafte Frage:

Warum haben Ihre Eltern ihre Heimat verlassen? War da auch Judenhass mit im Spiel?

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YouTube löscht Hamed Abdel-Samad

(Nachtrag: Mittlerweile wurde Hamed Abdel-Samads Kanal von YouTube wieder freigeschaltet.)

Folgende Anklage hat Hamed Abdel-Samad veröffentlicht. Er bittet darum, dass die Nachricht über das skandalöse Verhalten von YouTube weit verbreitet wird:

„Bravo, YouTube! Islamisten wollen mich umbringen, um mich zum Schweigen zu bringen, und YouTube erfüllt Ihnen den Wunsch! Mein YouTube-Kanal Hamed.TV wurde heute von YouTube gelöscht, ohne Vorwarnung. In diesem Kanal richte ich mich hauptsächlich an Muslime in der arabischen Welt. Ich diskutiere darin mit gläubigen Muslimen, mit säkularen Stimmen und mit Atheisten über die Probleme der islamischen Welt. In diesem Kanal veröffentlichte ich letztes Jahr ein Appell an junge Muslime, und warnte sie darin vor der terroristischen Propaganda des IS. Mein Kanal hat über 120.000 Abonnenten und über 25 Millionen Klicks. Aber das interessiert YouTube nicht. Das soziale Netzwerk lässt sämtliche islamistische Kanäle laufen, die für Hass und Gewalt aufrufen, bringt aber ständig kritische Stimmen zum Schweigen und unterstützt somit den medialen Dschihad, den die Islamisten weltweit betreiben! Wo soll das hinführen? Wollen wir das einfach hinnehmen?

An alle meine Freunde,

BITTE, teilt diesen Kommentar so oft, bis YouTube davon erfährt, und zeigt YouTube, dass wir die Meinungsfreiheit ernst nehmen!“

Hamed Abdel-Samad kann nur mit Personenschützern sein Haus verlassen. Seine Freunde kann er nur geheim treffen. Sein unbeschwertes Leben wurde ihm genommen, weil er die Freiheit der Meinung lebt und den Islam kritisiert. Er lebt unter ständiger Lebensgefahr, weil er Homosexuelle nicht verurteilt, für Frauenrechte streitet, das Kopftuch für Frauen nicht fordert, Juden nicht hasst und den Islam an seinen fundamentalistischen Stellen kritisiert. Das ziehen viele Muslime in Europa als Grund heran, Hamed Abdel-Samad umbringen zu wollen.

Seine wichtigste Waffe im Kampf gegen die Fundamentalisten, die ihn töten wollen, ist das freie Wort und die Möglichkeit, seine Worte zu veröffentlichen. Diese Waffe wurde ihm nun durch YouTube entzogen.

Das Unternehmen YouTube ist ein Kind unserer aufgeklärten Gesellschaft. Für diese Freiheit sind viele Männer und Frauen gestorben, die für das freie Wort gestritten haben, wie Hamed Abdel-Samad. Ausgerechnet diesem Mann hat YouTube nun eine seiner wichtigsten Selbstverteidigungswaffen entzogen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hamed Abel-Samad gesperrt wurde. Auch Facebook und Twitter haben ihn bereits gesperrt. Hamed Abdel-Samad sieht sich einem Zermürbungskrieg ausgesetzt, bei dem ein Meldemob in der virtuellen Welt gegen einen Mann vorgeht, der in der realen Welt ständig auf der Flucht ist vor Fundamentalisten, die ihn töten wollen. Ein Meldemob beherrscht die Netzwerke. Heute gilt, bringe nur genug Menschen gegen Dich auf und eine Sperrung wird sehr wahrscheinlich.

Die Art und Weise wie Facebook, Twitter und YouTube ihre Seiten verwalten, ist ein Angriff auf den liberalen Geist der Individualität, wo der Gedanke der Freiheit und die persönliche Entfaltung zählen und nicht der Mob.

Niemand ist in Gefahr, weil Hamed Abdel-Samad redet. Hamed Abdel-Samad aber ist in Gefahr, weil er redet!

Auf die Frage, ob Hamed Abdel-Samad die Konfrontation suche, sagt er:

„Nein, ich suche das Gespräch und daraus wird eine Konfrontation. Hab ich irgendjemanden beleidigt? Habe ich irgendjemanden angeschrieen? Nein! Die Leute kommen auf mich zu und schreien.“

Hamed Abdel-Samad beleidigt und provoziert nicht. Menschen fühlen sich nur durch Hamed Abdel-Samed beleidigt. Deshalb aber seine Worte zu sperren, ist genauso falsch wie eine vergewaltigte Frau zu kriminalisieren, weil sie einen kurzen Rock getragen hat.

Der Mantel des Schweigens ist für die Redefreiheit das, was der Schleier und das Kopftuch für die Rechte der Frau ist. Jede Frau darf selbst entscheiden, ob sie einen Schleier tragen möchte und jeder Mensch darf selbst entscheiden, ob und zu was er schweigen und reden will. Es darf keinen Zwang geben, weder für den Schleier noch für den Mantel des Schweigens!

Hamed Abdel-Samad ist ein anständiger Mensch der Aufklärung. Er macht auf Missstände aufmerksam und zeigt mit dem Finger auf den Sumpf, aus dem immer wieder Blasen des Hasses aufsteigen. Er gibt einfach nicht auf, auch wenn es manchmal weh tut und er unter Tränen erklärt (Ab Minute 49:30):

„Ich mag Orte, wo Menschen mit dem Herzen dabei sind, auch wenn ich nicht mehr religiös bin, aber ich mag sehnsuchtgeladene Orte, wo die Menschen weinen, wo die Menschen ihre Sehnsüchte aussprechen. Das Letzte, was ich will, ist letzten Endes Gefühle von irgendjemanden zu verletzen, ich meine, dass er sagt, ich hätte dann …“

Hier überkamen ihm die Gefühle. Er weinte.

„Wenn ich jedes Mal immer darauf achten muss, dass der oder der oder die verletzt sein könnte oder das wäre zu viel, hör da auf, das ist eine Selbstzensur, die sehr gefährlich ist für einen Schriftsteller. Ein Schriftsteller lebt davon, dass er einfach seine Meinung sagt und sich darauf verletzt, dass die Anderen …“

Hier überkamen ihm erneut die Tränen.

„Glaubst Du, dass ich das aus Spaß mache. Glaubst du, dass ich so leben will?“

Lieber Hamed Abdel-Samad,

Du kämpfst für mich. Du kämpfst für uns. Du bezahlst einen hohen Preis dafür. Ich glaube nicht an Helden, aber ich glaube an heldenhafte Taten. Du vollbringst sie jeden Tag. Danke dafür, vielen, vielen Dank!

Und den Damen und Herren bei YouTube sei gesagt: Schämt Euch!

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