Das Problem beim House of One

Auf dem Petriplatz in Berlin Mitte, dort wo im Jahr 1964 die letzten Reste der zerstörten Petri­kirche abgetragen wurden, soll es entstehen, das House of One, ein Bet- und Lehrhaus, „in dem öffentlich und für jeden frei zugänglich Juden, Muslime und Christen ihre Gottesdienste feiern.“

An die Buddhisten und Hinduisten denkt wieder mal keiner. Was ist eigentlich mit den Mormonen, den Jedirittern und den Scientologen? Warum hat ein Bet- und Lehrhaus für Religionen, die auf die drei Sprachen Hebräisch, Arabisch und Latein fußen, ausgerechnet einen englischen Namen. Und warum steht der ganze Spaß in Deutschland?

Vermutlich wollte man mit einem englischen Namen schon den ersten Konflikt vermeiden. Das Problem ist nur, dass die meisten Menschen, die Englisch als Muttersprache haben, Christen sind. Wenn das nicht noch Ärger gibt.

Das größte Problem des House of One liegt jedoch woanders: Das Christentum und der Islam sind missionarische Religionen, das Judentum nicht!

Christen und Muslime wollen Menschen davon überzeugen, ihrem Glauben beizutreten, Juden nicht. Christen und Muslime haben ein Interesse daran, anderen Menschen ihre Religion schmackhaft zu machen, Juden nicht. Eine missionarische Religion braucht den Dialog als Methode zum Gewinn neuer Mitglieder. Eine nichtmissionarische Religion braucht lediglich Toleranz, ganz nach dem Motto: „Glaub‘ Du, was und woran Du willst, aber hindere mich nicht daran, meinen Glauben zu leben!“

Christen und Muslime haben eine ganz eigene Agenda. Hinzu kommt, dass für Christen die Figuren der Tora von Bedeutung sind. Zur christlichen Religion gehören Noah, Moses und Rebecca. Ein Christ muss sich mit der jüdischen Religion beschäftigen, sein Gott, Jesus, war schließlich Jude. Im Islam wiederum finden sich Figuren des Judentums und des Christentums. Im Koran stehen die Geschichten von Abraham, Jesus und Maria. Jesus stirbt im Koran jedoch nicht am Kreuz und er wird von Muslimen auch nicht als Gott angebetet. Ein Muslim muss sich mit der jüdischen und der christlichen Religion beschäftigen, es sind seine Wurzeln.

Das Judentum hat sich lange vor dem Christentum und dem Islam entwickelt. Eine Beschäftigung mit diesen Religionen kann für einen Juden erhellend sein, ist aber nicht notwendig. Christen und Muslime können einem Juden egal sein. Juden sind Muslimen und Christen jedoch nicht egal. Da liegt das Problem, denn mit Menschen, die mir egal sind, habe ich kein Problem. Was mir egal ist, hasse ich nicht! Nur, was mir nicht egal ist, kann ich hassen.

Ein Jude kann die beiden anderen Religionen ignorieren. Christen und Muslime können das nicht. Eine neue Religion, die nicht nur aus einer alten Religion erwachsen ist, sondern auch glaubt, die alte Religion perfektioniert zu haben und zudem noch missionarisch tätig ist, weil es kein Heil außerhalb ihrer Gemeinschaft geben soll, reagiert verständlicherweise sehr zurückhaltend bis ablehnend gegenüber einem Menschen, der an den alten Glauben festhält.

Juden sind für viele Christen und Muslime schon deshalb ein theologisches Problem, da ihre pure Existenz zeigt, dass die neue Religion doch nicht so töfte, allein seligmachend und perfekt ist und es gute Gründe gibt, bei dem alten Vertrag zu bleiben.

Was Christen und Muslime glauben, ist einem Juden nebbich, denn das Judentum missioniert nicht. Christen und Muslime jedoch missionieren. Sie wollen alle anderen davon überzeugen, das bessere Betriebssystem zu haben, vor allem jene, die noch das alte Betriebssystem auf dem Schirm haben. Juden stellen aus dem Blick eines streng gläubigen Christen und eines Moslems durch ihre pure Existenz die eigene Religion in Frage. Es gibt Muslime, die sagen:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken. Dann werden die Steine und Bäume zu uns rufen: ‚Oh Moslem, Diener Allahs, da versteckt sich ein Jude hinter mir, komm und töte ihn.‘“

Am 5. Februar 2008 gab der Vatikan bekannt, dass folgende Neuformulierung Benedikts als Karfreitagsfürbitte Geltung hat:

„Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott, unser Herr, ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus erkennen, den Retter aller Menschen. [Lasset uns beten. Beuget die Knie. Erhebet Euch.] Allmächtiger ewiger Gott, Du willst, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Gewähre gnädig, dass beim Eintritt der Fülle aller Völker in Deine Kirche ganz Israel gerettet wird. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.“

Was Martin Luther über Juden gesagt hat, ist allgemein bekannt. Da ist vom Verbrennen von Synagogen, der Schändung der Tora und Zwangsarbeit alles dabei. Martin Luther war eben sauer. Er hatte das Christentum reformiert und konnte gar nicht verstehen, dass die Juden auch sein tolles und überarbeitetes Betriebssystem „1517 a.d.“ nicht hochladen wollten.

Muslime wiederum können nicht verstehen, wie jemand das Betriebssystem „Sharia Mo“ ausschlagen kann. Ich möchte daher eine Wette wagen. Christen werden sich deutlich mehr im House of One engagieren als Muslime und beide deutlich mehr als Juden. Christen und Muslime sind schlicht stärker an Juden interessiert als Juden an Christen und Muslime – und wenn ich interessiert sage, meine ich damit das volle Spektrum von Interesse, das auch Hass einschließt.

Manche Christen und Muslime hassen Juden, weil sie wissen, dass es sie ohne Judentum nicht gäbe, während das Judentum hervorragend ohne sie auskommt. Es ist wie in jeder Beziehung, in der die eine Seite deutlich mehr investiert als die andere.

Am Ende werden sich Muslime und Christen im House of One zusammen tun und sagen: „Seht Ihr? Die Juden! Sie sind gar nicht so sehr am Dialog interessiert wie wir! Diese alttestamentarischen Juden aber auch! Unverschämtheit!“

(Bilder: William Wires)

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Ahed Tamimi is free!

Ahed Tamimi is an Arab girl. She is best known for her appearances in photos and videos in which she actively provokes Israeli soldiers. Such recorded escalations are used in the propaganda war which demonizes Israel and makes terrorism look like legitimate form of resistance. The possible death of the child is taken for granted by her parents and guardians.

Child abuse is frequently employed – even by parents – in the propaganda war against Israel. In the following video, a father, willing to sacrifice his own son as a martyr, pushes the small boy violently in the direction of Israeli soldiers and coaxes him to throw stones at them. The Israeli soldiers, however, show compassion towards the innocent boy.

A father’s provocations fail.

While the boy in the video hasn’t yet succumbed to his father’s hatred, Ahed Tamimi’s soul has been severely damaged, as shown in this video.

In December 2017, Ahed Tamimi was arrested, in effect freeing her from the clutches of the parents and guardians, who’ve been abusing her. To return Ahed Tamimi to her parents would mean handing her over to the very people who’ve turned her into a child soldier. In custody, she enjoys freedom from those who’ve abused her by planting hatred in her heart.

Ahed Tamimi is the victim of an indoctrination similar to that once carried out in Germany in the Bund Deutscher Mädchen (Organization of German Girls). During Nazi rule, this organization was the female counterpart to the Hitler Youth. Suggesting Ahed Tamimi be returned to such conditions constitutes collaboration with child abusers.

Healing Ahed’s soul, liberating her heart from hatred won’t be easy. Perhaps she’s lost. But certainly she’ll be out of the hands of those who formed her into a child soldier in the propaganda war.

Former Israeli Prime Minister Golda Meir once said:

„When peace comes we will perhaps in time be able to forgive the Arabs for killing our sons, but it will be harder for us to forgive them for having forced us to kill their sons.“

But, the indoctrination continues. The funny Hamas bunny Assud, who loves to devour Jews, calls children to war against unbelievers.

The Hamas Mickey Mouse leads children to sing songs about the heroic act of assassination.

Colorful videos put children in the mood for suicide bombings. In the following music video, children in heaven who have become holy through suicide attacks praise the war against Jews:

Ahed Tamimi was removed from such hatred. Her arrest by Israeli forces is probably the most humane thing that has ever happened to her in her young life. But hate festers deep in her heart; It has damaged her soul. One can only hope that she’ll soon free herself from hatred.

***

Translation: William Wires

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Die Hauptstadt Israels

„Wer den Juden Jerusalem abspricht, muss den Katholiken den Vatikan absprechen.“

Den ganzen Artikel von Gerd Buurmann gibt es auf Xing- Klartext.

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Woran glaubt der Täter?

„Es ist vollkommen uninteressant, welche Staatsangehörigkeit ein Täter hat. Es ist so irrelevant wie die Hautfarbe eines Täters oder seine Muttersprache. Die Betonung dieser Eigenschaften täuscht sogar über das eigentliche Problem hinweg.

Alle Werte des deutschen Grundgesetzes sind in jeder Sprache der Welt zu verstehen. Die Würde des Menschen, Gleichheit vor dem Gesetz, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Schulpflicht, Versammlungsfreiheit und das Wahlrecht sind nicht nur auf deutsch verstehbar! Deutsch eignet sich zur Aufklärung wie jede andere Sprache. Es ist auch egal, welche Staatsangehörigkeit man hat.

Es gibt Menschen, die leben seit zwanzig Jahren in Deutschland, essen fremde Speisen, sprechen fremde Sprachen, feiern fremde Feste und leben doch voll und ganz auf dem Boden des Grundgesetzes. Ihre Kultur ist ohne deutsch mit dem Grundgesetz kompatibel. Sie leben zwar in einer Parallelgesellschaft, aber an keiner Stelle durchkreuzt diese Parallelgesellschaft die Werte der deutschen Verfassung. Diese Menschen zahlen Steuern wie alle anderen auch!

Das Problem ist die Ideologie.

Dann gibt es Menschen, die sprechen zwar fließend Deutsch, aber hauen in dieser Sprache die ekelhaftesten, fundamentalistischsten und verfassungsfeindlichsten Parolen raus. Da ist dann alles dabei: offener Schwulenhass, brutaler Sexismus und mörderischer Judenhass.

Das Problem ist somit nicht die Sprache! Das Problem ist die Ideologie! Rassismus ist die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse ist jedoch Kritik. Kritik ist kein Rassismus. Kritik war und ist der Motor der Aufklärung! Daher sollten wir mir der rassistischen Beschreibung des Täters aufhören!

Also, Butter bei die Fische: In was für einem ideologischen Umfeld wuchs der Täter auf? Welche Überzeugungen prägten sein Weltbild? Hatte er religiöse Prinzipien und wenn ja, wer hat ihn in dieser Form der Religionsausübung geprägt und unterstützt?

Ich frage, weil nicht selten religiöse und ideologische Verblendungen die Gründe für Gewalt sind. Wer Einigkeit und Recht und Freiheit nicht auf seiner Sprache versteht, der wird es auch nicht auf deutsch verstehen, bevor er nicht seinen oft religiös und ideologisch geprägten Fanatismus ablegt!“

Der ganze Artikel von Gerd Buurmann erschien erstmals auf der Achse des Guten.

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Nun sag, wie hast du’s mit dem Alkohol?

Eine kleine Frage von Simon Slomma.

Anlässlich meines beginnenden dreißigsten Lebensjahres halte ich es für nicht unangebracht, ein paar meiner Verhaltensmuster mal generell in Frage zu stellen. Zum Beispiel meinen Alkoholkonsum. Ich bin kein Experte für solche Fragen, aber mich beschleicht das Gefühl, dass nicht nur die Menge an Alkohol, die man zu sich nimmt, bestimmt, ob man als Alkoholiker durchgeht oder nicht, sondern vor allem die emotionale Bindung zum Alkohol.

Es soll ja Leute geben, die von sich behaupten, am Wochenende vielleicht mal 1, 2 Bier „mit den Jungs“ zu trinken. Das habe ich noch nie verstanden. Wenn ich nur ein Bier trinke, kann ich’s auch lassen. Das lohnt sich doch gar nicht. Diese Leute trinken auch nie unter der Woche, denn sie „müssen ja am nächsten Tag fit sein“.

Ach bitte. Alles eine Frage des Trainings. Aber vielleicht ist es auch ein Anzeichen, mal die Reißleine in Betracht zu ziehen, wenn man keinen Kater mehr bekommt.

Ich für meinen Teil spüre lediglich eine leichte Entrücktheit, die ich allerdings als sehr angenehm empfinde. Alkohol ist ein Weichzeichner, der die Außenwelt barrierefrei macht. Und damit wären wir auch schon bei dem verheerendsten Symptom des Alkoholismus: Die romantische Verklärung. Nachts einen Bordstein entlang torkeln, das Hemd gelockert, die Krawatte flattert im Wind, in der einen Hand glimmt eine Zigarette, in der anderen pendelt das Bier, genau mein Wetter, genau meine Art loszulassen und man fällt rücklings auf den Gehsteig, bis einen am Morgen die Kehrmaschine einsammelt. Wer ganz unten ist, kann nicht mehr fallen. Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

Wahrscheinlich übertreibe ich maßlos.

„Hab dich nicht so“, höre ich meine Saufkumpels rufen, „auf einem Bein kann man nicht stehen, trink doch einen mit, stell dich nicht so an“. Niemand möchte alleine vor die Hunde gehen. Der soziale Druck ist enorm. Viele suchen auf der südlichen Weinstraße panisch die Nothaltebucht.

Einen Anlass zum saufen gibt es immer. Ein Erfolg, ein Misserfolg, ein Feiertag, ein Trauertag. Saufen, saufen, saufen. „So jung kommen wir nicht mehr zusammen.“ Da fällt man raus, wenn man ein kleines Mineralwasser ohne Zitrone bestellt. „Wie, willst du dich waschen, oder was trinken?“

Sobald das Ego ins Spiel kommt, ist alles verloren. Dosenstechen, Trichtersaufen, Flunkyball – der Triathlon des Grauens, die Tour de trance. Wenn du den Mann bei seiner Ehre packst, kippt er sich alles rein. Tequila, Grappa, Rohrfrei, völlig egal. „Nich lang schnacken, Kopp in Nacken!“

Gendermainstreaming ist zwar langweilig, passt aber in diesen Text, mit seiner zünftigen Bierseligkeit, gut rein. Also Mädels, Sektchen? Oder Weißweinschorle? Oder Aperol Spritz? Dass ich die gerade aufgezählten Getränke gerne selber trinke, sei mal dahingestellt. Manchmal muss es eben Mumm sein.

Der sprachliche Aspekt ist übrigens auch nicht zu vernachlässigen. Es gibt herrliche Formulierungen rund um das begehrte Destillat: „Sich gepflegt einen reinstellen“, „wegzimmern“, „aus dem Leben knüppeln“. Die Absicht hinter diesen Sprüchen liegt klar zu Tage: Weltflucht. Schon klar, keine bahnbrechende Erkenntnis, aber gehört trotzdem erwähnt.

Es soll ja sogar Künstler geben, die nur berauscht schreiben können, man spricht in diesem Fall auch von der Fuselmuse. Naja, ich nehme noch einen Schluck Tee und überlege wie ich diesen Text zu einem vorläufigen Ende bringe.

Ich schätze ab und an ein, zwei Bierchen, ist kein Thema. Die Leute, die das schaffen, beneide und verachte ich im munteren Wechsel. Mir und allen anderen wünsche ich das Beste und immer ne Handbreit Whisky unterm Kiel. Oder vielleicht lieber eben grade nicht. Schulz.

***

Information zum Autor: Simon Slomma (Musiker & Comedian) ist aktuell mit seinem Soloprogramm „Back in the Speckgürtel“ im Atelier Theater auf der Roonstraße neben der Synagoge in Köln zu sehen. Der nächste Termin ist am 06. Februar 2018. Für weitere Infos: www.simonslomma.de

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(TINSIMS)

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Schwäche ist keine moralische Überlegenheit!

Immer wieder wird bei Konflikten zwischen Israel und den arabischen Nachbarn auf die Höhe der Todesopfer verwiesen und betont, dass es auf israelischer Seite deutlich weniger Todesopfer gibt. Diese Relation wird dann nicht selten Israel zum Vorwurf gemacht. Ein skandalöses Verhalten!

In den letzten Jahren wurden aus dem Gazastreifen tausende Raketen und Granaten auf Israel abgefeuert. Sie wurden allesamt in die Richtung von Schulen, Hospitälern, Altenheimen, Moscheen, Synagogen und Kirchen abgeworfen. Das Ziel jeder Rakete ist es, so viele Israelis wie möglich zu töten, mögen es nun Kinder oder Greise sein. Die Motivation für die Angriffe auf Zivilisten benennt die Hamas in ihrer Charta. Artikel 7 fordert die Vernichtung des gesamten Jüdischen Volkes weltweit. Die Intention jeder Rakete ist somit Massenmord.

Der Massenmord misslingt der Hamas nur aus einem einzigen Grund: Israel hat ein hervorragendes Abwehrsystem errichtet und schützt die eigene Bevölkerung. In Gaza jedoch sterben die Menschen, weil die Hamas ihre Bevölkerung missbraucht. Israel nutzt Waffen, um Menschen zu schützen. Die Hamas jedoch nutzt Menschen, um Waffen zu schützen, Waffen, die sie für den Massenmord an Juden verwenden.

Die Hamas beschießt israelische Schulen und nutzt gleichzeitig die eigenen Schulen, in denen zudem der Hass auf Juden in Kinderhirne gehämmert wird, als Schutzschild für die Waffen, die auf Israel abfeuert werden, nur um dann umso lauter zu lamentieren, wenn jene Kinder sterben, die sie als Schutzschilde und Kindersoldaten für ihren Judenhass missbraucht haben. Wer die Bilder dieser Kinderleichen zeigt und nutzt, spielt das Spiel der Kindermörder mit und trägt Verantwortung dafür, wenn noch weitere Kinder im Propagandakrieg gegen Israel sterben. Viele deutsche Medien beteiligen sich an diesem Krieg.

Keine einzige Rakete Israels wird mit der Absicht abgeschossen, Zivilisten zu töten, sondern nur mit der klaren Ansage, die Hamas mit ihrem Vernichtungswillen zu entmachten. Jede Rakete der Hamas jedoch hat zum Ziel so viele Menschen, auch Kinder, wie möglich zu töten. Das ist der Unterschied!

Die Schwäche der arabischen Seite keine moralische Überlegenheit.

Die Hamas will in Masse morden, kann es jedoch nicht. Israel könnte in Masse morden, tut es jedoch nicht.

Israel liebt das Leben und will es schützen, selbst das Leben der Kinder und der Unschuldigen auf der Seite der Feinde, die in ihren Schulen, Moscheen, Parlamenten und Fernsehsendungen erklären, dass alle Juden vernichtet gehören.

Kein Land der Erde würde so besonnen auf die offizielle Erklärung zum Völkermord handeln wie Israel, schon gar nicht, wenn dieser Vernichtungsabsicht Raketen folgen würden. Die Rücksicht Israels auf das Leben der Feinde ist beispielhaft. Bei all den Kindern, die die Hamas als Schutzschilde missbraucht, bei all den Kindersoldaten, die in arabischen Schulen erzogen werden, bei all den Terrortunneln, die unter Hospitälern gebaut werden und bei all den Raketen, die in der Nähe von Einrichtungen der Vereinten Nationen im Gazastreifen gelagert werden, ist es bemerkenswert, dass die Zahl der Opfer auf arabischer Seite so gering ist.

Hätte die Hamas all das Geld, das die Raketen und Tunnel gekostet haben, genutzt, um Gaza aufzubauen, so stünden in Gaza nicht nur noch alle Hospitäler, Energiewerke, Altenheime und Moscheen, sie wären auch noch perfekt ausgestattet. Bei all dem Geld, das Gaza bekommen hat, müsste Gaza eigentlich zu den reichsten Gebieten des Nahen Ostens gehören. Der Wunsch, Israel zu vernichten und der Hass auf Juden, hat jedoch das ganze Geld verschlungen. Nicht Israel und Juden sind eine Gefahr für Palästinenser, sondern der Hass auf Israel und der Hass auf Juden. Hass bringt jedoch keinen Wohlstand.

Israel hätte den Gazastreifen daher tausend mal lieber zum Geschäftspartner als zum Feind.

Israel unternimmt in der Gesichte der Kriegsführung einzigartige Vorkehrungen, um die Zivilbevölkerung zu warnen. Die Hamas will Israel vernichten und will dafür das eigene Volk opfern. Aber selbst das gelingt der Hamas nicht, weil Israel so viele tote Zivilisten wie möglich vermeidet und über jedes tote Kind weint. Die ehemalige israelische Premierministerin Golda Meir hat es in wenigen Worten auf den Punkt gebracht:

“Wir können den Araber vergeben, dass sie unsere Kinder töten. Wir können ihnen nicht vergeben, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten. Wir werden erst Frieden mit den Arabern haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen.”

Die Schwäche der arabischen Seite ist keine moralische Überlegenheit. Es ist gut, wenn Judenhasser zu schwach sind, ihren Judenhass zu exekutieren.

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Charlotte Knobloch darf Abraham Melzer einen „berüchtigten Antisemiten“ nennen

Der Verleger Abraham Melzer ist mit seiner Klage gegen die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, gescheitert. Somit ist es Charlotte Knobloch nicht verboten zu behaupten, Melzer sei „für seine antisemitischen Äußerungen regelrecht berüchtigt“.

Der Weg zu dieser Entscheidung war nicht ganz unholprig, denn am 30. November 2016 erließ das Landgericht München eine einstweilige Verfügung, die es Charlotte Knobloch unter Androhung einer Strafe von 250.000 Euro oder 6 Monaten Haft untersagte, die Aussage erneut zu tätigen. Sie hatte diesen Satz zuvor in einer nicht-öffentlichen E-Mail vom 23. September 2016 an den katholischen Sozialverband KKV Hansa und an das Erzbistum München und Freising geschrieben, da Melzer in Räumen des Verbands über den „hierzulande hysterisierten Antisemitismusvorwurf“ sprechen wollte. Da der Verband nach dem Erhalt des Schreibens seine Zusage zurückzog, klagte Abraham Melzer und bekam in erster Instanz Recht. Abraham Melzer war über diese Entscheidung so erfreut, dass er mir schrieb: „Ja, ich habe ihr das Maul gestopft und manch anderen auch. Es war auch höchste Zeit. Meinen Sie nicht auch? Oder wollen Sie, dass nur eine kleine Gruppe von Zionisten in unserem Land bestimmen darf wer Antisemit ist?“

In einer anderen Mail erklärt er mir: „Da sieht man wie dumm, oberflächlich und widerlich manche Politiker sind. Volker Beck, der Oberzionist, interpretiert das Urteil gegen Knobloch, wie ein Kind im Kindergarten: Antisemitismus soll man, darf man und muss man kritisieren, nur was Antisemitismus ist und wer ein Antisemit ist bestimmen nicht mehr Knobloch und Volker Beck, oder Broder und Buurmann.“

Es war nicht das erste Mal, dass Abraham Melzer mir schrieb. Zu den wunderbaren Zeilen, die er mir schon geschrieben hat, gehören: „Sie sind ein dummer Hetzer, der keine Ahnung hat, was er schreibt.““Wundert mich, dass ein Arsch wie Sie das Wort „Salam“ benutzt.“

Abraham Melzer konnte seine Freude über die Entscheidung vom 30. November 2016 nicht verbergen. Er schrieb: „Ich freue mich. Frau Knobloch soll nur weitergehen, meinetwegen bis zum Bundesgerichtshof oder sogar bis zum Europäischen Gerichtshof. Genau das wollen wir, dass endlich das höchste europäische Gericht Leuten wie Ihnen und Knobloch und allen anderen das Maul stopft. Sie sind sowieso ein kleines Licht und wer interessiert sich schon für Sie? Sie können brüllen, beleidigen und auch noch kotzen, wen kümmert es?“

Charlotte Knobloch ist weitergegangen.

Die Kammer des Landgerichts hat nun entschieden. Im Verkündungstermin erklärte die Vorsitzende, Petra Gröncke-Müller, Knoblochs Anwalt hätte durch weiteren Sachvortrag ausreichende Gesichtspunkte dafür benennen können, „dass sie den Kläger als für seine antisemitischen Äußerungen berüchtigt beurteilen konnte“. So sei Melzer zum Beispiel bei einer Konferenz aufgetreten und habe dort unter anderem über Ausschreitungen gesprochen, bei denen die Parolen „Jude, Jude, feiges Schwein“, „Scheiß Juden, wir kriegen euch“ oder „Juden ins Gas“ skandiert worden waren. Melzer nannte das in einer Rede „eine durchaus verständliche Reaktion, für die sich keiner entschuldigen muss“.

Dies konnte auch Petra Gröncke-Müller nicht mehr ignorieren und gab Charlotte Knobloch Recht. Dabei ist die Kammer der Richterin bekannt für ihre abenteuerlichen Definitionen, wenn es um Antisemitismus geht. Am 8. Oktober 2014 definierte die Kammer Antisemitismus wie folgt: ‚Ein glühender Antisemit in Deutschland ist jemand, der mit Überzeugung sich antisemitisch äußert, mit einer Überzeugung, die das Dritte Reich nicht verurteilt, und ist nicht losgelöst von 1933-45 zu betrachten, vor dem Hintergrund der Geschichte.'“

Die Definition präsentierte sie bei der Hauptverhandlung zwischen Jutta Ditfurth und Jürgen Elsässer. Der Herausgeber des verschwörungstheoretischen Magazins Compact klagte damals gegen Jutta Ditfurth, weil sie ihn am 16. April 2014 in einem Interview der Sendung Kulturzeit auf 3sat einen „glühenden Antisemiten“ genannt hatte. Elsässer erklärte vor Gericht, dies sei „eine substanzlose Schmähung“ und ein “Killerargument”, formuliert in der Absicht der „Existenzvernichtung“, da niemand bereit sei, mit einem “glühenden Antisemiten” zusammenzuarbeiten. Killen und vernichten, darunter macht es Jürgen Elsässer nicht:

“Einen Deutschen einen Antisemiten zu nennen, ist die größte denkbare Diffamierung, denn sie assoziiert Rassenhass, Massenmord, Auschwitz (…) Antisemit – das ist ein Killerwort. An wem es klebt, der ist gesellschaftlich und politisch geächtet.”

Die Richterin folgte Jürgen Elsässer und definierte, Antisemit sei man nur, wenn man sich positiv auf den NS-Faschismus bezieht. Sie kam zum Schluss, der Begriff „glühender Antisemit“ läge „jenseits des Hinnehmbaren“ und fügte hinzu: „Es ist ein Totschlagargument. Wer sich so bezeichnen lassen muss, steht in einer Ecke, aus der er nicht mehr rauskommt.“

Zwei Jahre erklärte sie in der einstweiligen Verfügung gegen Charlotte Knobloch, ihre Worte seien zwar keine Schmähung aber „eine Beleidigung im Sinne von Paragraph 185 StGB und eine Beschreibung, die geeignet ist, das Persönlichkeitsrecht des Verfügungsklägers in erheblicher und weitgehender Weise zu verletzen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass gerade vor dem Hintergrund der Verbrechen der Nazidiktatur und des Holocaust sowie des hierdurch geprägt Lebenslauf beider Parteien die Charakterisierung des Verfügungsklägers als ein Mensch jüdischer Herkunft, der für seine antisemitischen Äußerungen regelrecht berüchtigt ist, in besonderer Weise geeignet ist, den so bezeichnenden herabzuwürdigen und in seiner Ehre zu verletzen.“

Die Richterin erklärte, die „Beklagte hat lediglich eine Äußerung aus dem Jahr 2009 vorgetragen, die vor der streitgegenständlichen Äußerung erfolgte und die sie berechtigterweise als antisemitisch einstufen durfte“ und daher „kann nicht auf ein hierfür Berüchtigtsein des Verfügungsklägers geschlossen werden, zumal die Äußerungen zeitlichen weit auseinanderfallen.“

Die Richterin hatte somit erklärt, Abraham Melzer habe zwar antisemitische Äußerungen getätigt, aber er sei dafür nicht berüchtigt, da genug Zeit zwischen den Aussagen läge. Diese Antisemitismusdefinition von Petra Grönke-Müller deckt sich mit der Definition, die Diether Dehm einst von der Partei Die Linke wagte:

“Der Antisemitismus wurde das, was er wirklich ist: Eine massenmordende Bestie. Und deswegen dürfen wir nicht zulassen, dass man den Begriff des Antisemitismus für Alles und Jeden inflationiert. Antisemitismus, das ist Massenmord! Und es gibt überhaupt keinen Anlass, wenn mein Kollege und Freund Rolf Becker hier spricht, wenn von irgendeiner Seite dazwischengepöbelt wird Antisemitismus. Antisemitismus ist Massenmord und muss dem Massenmord vorbehalten bleiben!”

In Deutschland beginnt Antisemitismus erst mit der Vergasung von 6 Millionen Juden. Alles darunter ist eine Ordnungswidrigkeit! Nun aber hat die Richterin wenigstens erklärt, dass es einen Menschen dann doch zu einem „berüchtigten Antisemiten“ macht, wenn er die Forderung nach der Vergasung von Juden als „durchaus verständliche Reaktion“ bezeichnet.

***

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, dagegen ist das Rechtsmittel der Berufung zum Oberlandesgericht möglich. (Az. 25 O 1612/17)

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Ruprecht Polenz und Tel Aviv

„Die Funktion der Stolpersteine ist, zu erinnern. Wer in Tel Aviv abhängt, erinnert sich nicht.“ (Ruprecht Polenz, CDU)

Ruprecht Polenz kommentierte auf Facebook mit diesen Worten diesen Artikel:

„Die Familie Stolperstein“

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The German Federal Foreign Office hits the wrong note on Israel

Imagine a hostage situation whereby several hostages have already been shot. Let us suppose that among the many surviving hostages there is one who hasn’t paid a traffic ticket, another who evaded taxes and another who’s committed some other crime. What would you think if the police described both the hostage-takers and the hostages as equally criminal? What would you say if German politicians were to call on both sides to practice restraint and do everything in their power to ensure that the situation doesn’t escalate? What would you say if an attempt by the hostages to free themselves were to be criticized by any of the media outlets as just pouring oil on the flames and thereby perpetuating violence ?

Well, the German Federal Foreign Office did just that!

On January 9, 2018, rabbi Raziel Shevach, who is also a volunteer worker at the humanitarian aid organization Red Star of David, was murdered in a drive-by shooting near Nablus. He died later in the hospital, leaving behind a wife and six children, the youngest of whom is only ten months old. Germany’s Foreign Office commented on the attack as follows:

„Those who are responsible for this, or welcome this attack, are stirring up violence which makes it difficult to resolve the Middle East conflict through negotiation. We expect both sides to contribute actively to a de-escalation.“

The Federal Foreign Office actually said just that.

They wrote „both sides“ and thus expressly included the victim to actively contribute towards a de-escaltation.

Article 7 of Hamas‘ founding charter calls for the extermination of the entire Jewish people worldwide, and Article 13 declares war against Israel until it is completely annihilated. Even on Fatah’s anniversaries, the extermination of the entire Jewish people is preached, while Abbas regularly turns Jewish murderers into „heroic martyrs“. These terrorists hate Jews, because Jews are alive, because they exist. The only recourse Jews are left with is to simply cease to exist.

Of course, the conflict in the Middle East continues. But this is due to the fact that Jews in Israel have been defending themselves militarily against annihilation since 1948. A conflict will only escalate if one side resists being wiped out by the other side. For Israel, de-escalation can only mean self-destruction. That’s why the German Foreign Office’s statement is not only distasteful but also scandalous. After this cowardly terrorist attack, there is only one possible reaction:

We condemn the terrorist attacks against Jews and Israelis. We call on all Arab governments in the region to condemn terrorist attacks, to fight those terrorists and to accept an Israeli hand of peace in good will, and to maintain peaceful progress in the Middle East. Any support for terrorists is also terrorism. Excusing terrorist attacks is excusing murderous hatred of Jews. We expect the Arab governments to do everything in their power to combat this hatred and end the violence, and we support the Israeli government in its efforts to track down and bring those responsible for the recent attack to justice.

It’s actually quite simple: As long as a hostage-taker holds a gun to the head of a hostage, you don’t criticize the hostage, no matter what he or she may have done. Anyone who feels a hostage must be criticized, must first ensure his or her safety. The loaded gun pointing at the hostage’s head must be taken away. The same goes for Israel. Anyone who feels Israel must be criticized, must first of all ensure that all threats of extermination cease, and above all, the attacks, the bombings and the murders.

Must the German Federal Foreign Office be reminded on what is right? Presumably, those with such an attitude would have called on the rebels in the Warsaw Ghetto in 1944 to practice restraint and works towards de-escalation.

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Translation: William Wires

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Tel Aviv oder Auschwitz?

„Easyjet hat einen dramatisch größeren Betrag gegen Antisemitismus geleistet, als alle staatlichen Erziehungsprogramme zusammen! Wer einmal in Tel Aviv feiern war, ist immun gegen die Berichterstattung, die Juden ausschließlich als Schläfenlockenträger oder Soldaten zeigt.“ (David Harnasch)

Die Berliner Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement spricht sich dafür aus, dass Asylbewerber verpflichtend ein Konzentrationslager besuchen sollen. Sie halte es für sinnvoll, „wenn jeder, der in diesem Land lebt, verpflichtet würde, mindestens einmal in seinem Leben eine KZ-Gedenkstätte besucht zu haben.“ Das gelte „auch für jene, die neu zu uns gekommen sind. KZ-Besuche sollten zum Bestandteil von Integrationskursen werden.“

Als in Deutschland die Wehrpflicht und die Einberufung zum Grundwehrdienst noch nicht auf den Spannungs- und Verteidigungsfall beschränkt waren, als jeder junge Deutsche zum Dienst verpflichtet wurde, gab es die Möglichkeit, den Dienst an der Waffe zu verweigern und stattdessen einen sogenannten Zivildienst zu absolvieren. Ich möchte daher den Vorschlag um die Möglichkeit eines zivilen Dienstes am Judentum erweitern: Der Pflichtbesuch in einer KZ-Gedenkstätte kann durch einen zivilen Strandbesuch in Tel Aviv oder durch einen zivilen Besuch in einer jüdischen Gemeinde ersetzt werden. Ich bin mir sicher, dass ein solcher ziviler Dienst mehr bringt, als ein Pflichtbesuch einer KZ-Gedenkstätte, denn es sind die lebendigen Juden, die gehasst werden, nicht die toten.

In Deutschland findet Judentum fast nur noch in Gedenkstunden statt. Juden sind Gespenster von damals. In Schulen taucht das Judentum deutlich öfter im Geschichtsunterricht auf, als im Philosophie-, Ethik-, Religions- oder Gesellschaftskundeunterricht. Wenn man in New York sagt: „Heute gehen wir in ein jüdischen Stück“, dann freuen sich alle. Jüdisches Theater, das steht in Amerika für spritzige Dialoge, humorvoller Tiefgang, für Woody Allen und Neil Simon. Wenn man aber in Deutschland sagt: „Heute gehen wir in ein jüdisches Theaterstück“, dann kommen deprimierte Gesichter. In Deutschland steht jüdisches Theater für Auschwitz, Holocaust und Anne Frank. Juden sind für viele Deutsche nur die Opfer von damals, nicht die Lebenden von heute. Genau da ist das Problem.

In vielen deutschen Städten gibt es mittlerweile mehr Stolpersteine als lebendige Juden, so dass eine Mehrheit der Deutschen heute im Alltag deutlich öfter auf tote Juden trifft als auf lebendige. Auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Party und nach Hause, überall trifft man in Deutschland auf tote Juden. Dabei erfahren wir jedoch nicht, was diese Juden großes erreicht haben oder wen sie geliebt und worüber sie sich gefreut haben, wir erfahren, wann, wo und wie sie ermordet wurden. Wer Menschen auf ihren Status als Opfer reduziert, erwartet irgendwann auch von ihnen, Opfer zu sein. Der Schritt, sie zu Opfern zu machen, ist dann nicht mehr weit.

Natürlich ist es wichtig, das unfassbare Verbrechen nicht zu vergessen, aber es ist nicht hilfreich, das Judentum auf den Moment der Verfolgung und der Ermordung zu reduzieren. In Deutschland haben mehr Juden Denkmäler dafür bekommen, ermordet worden zu sein, als dafür, etwas geschaffen zu haben. Solange in Deutschland mehr Denkmäler für ermordete Juden stehen als für Juden, die aus ihrer eigenen Schöpfungskraft etwas erreicht haben, werden es lebendige Juden in diesem Land schwer haben.

Das größte Denkmal für Juden in Deutschland ist ein Mahnmal des Todes, das Holocaust Mahnmal in Berlin. Warum gibt es in Deutschland nicht ein Denkmal, das mindestens ebenso groß ist, wie das Holocaustmahnmal und das all die herausragenden und erhabenen Errungenschaften ehrt, die Juden in und für Deutschland geleistet haben? Ich würde gerne zu einem solchen Denkmal gehen. Altkanzler Gerhard Schröder aber sagte, das Holocaust-Mahnmal sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

Deutschland ist stolz auf seine Vergangenheitsbewältigung, die es ohne die Vergangenheit natürlich nicht gäbe. Eine deutsche Straße, die was auf sich hält, hat mindestens einen Stolperstein. Ohne Stolperstein findet man als Straße heute gar nicht mehr statt. Der Trend geht zum Zweitstolperstein! Bei dem ganzen Stolz um die Vergangenheitsbewältigung vergessen viele Deutsche jedoch den Hass auf lebende Juden, der sich heute wieder auf deutschen Straßen breit macht.

Was würden Sie über Ihre Nachbarn denken, wenn sie immer wieder zu Beerdigungen innerhalb Ihrer Familie auftauchen, aber nie zu Geburtstagen?

Ich wünsche mir für den Fall, dass in Deutschland Besuche von KZ-Gedenkstätten verpflichtend werden, dass es einen zivilen Dienst gibt, wo man Juden nicht als tote Opfer kennenlernt, sondern als lebendige und wehrhafte Menschen.

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