Was ist Antisemitismus?

Der Begriff Antisemitismus bezeichnet eine pauschale Ablehnung der Juden und des Judentums. Allerdings sind auch viele Muslime und Christen Semiten. Warum also heißt es immer Antisemitismus und nicht viel mehr Judenhass?

Der Judenhass hat eine lange Geschichte und wurzelt sowohl im Christentum als auch im Islam. Alle staatlichen Ideologien, die sich gegen Juden richteten oder richten, streuten oder streuen ihre judenhassende Saat in einen fruchtbaren christlichen oder muslimischen Boden.

Das Wort Antisemitismus ist historisch gesehenen der pseudo-wissenschaftliche Versuch, dem alten religiösen Judenhass ein neues modernes Gewandt zu geben. Als im Zuge der Aufklärung immer mehr Menschen die Kostüme der christlichen Dogmen und Fundamentalismen abgelegt hatten, erkannten sie schnell, dass sie zwar nackt waren, aber auch, dass sie immer noch keine Juden mochten. Der Judenhass war in langer und traditionellen Ausübung so tief in den Herzen mancher Menschen verankert, dass der Judenhass als Relikt der Religion Eingang in das neue Zeitalter der Aufklärung hielt.

Die Ideologie des Antisemitismus’ geht zu einem nicht unerheblichen Teil auf den Journalisten Wilhelm Marr (1819-1904) zurück. Er gehörte dem extrem linken Flügel der radikal-demokratischen Partei um 1848 an und war erklärter Atheist. In seiner linken Überzeugung waren die Juden schuld am Liberalismus, weil er sich den jüdisch konnotierten Kapitalinteressen verschrieben habe. In Berlin erschien im Februar 1879 Marrs Propagandaschrift “Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet”, die noch im selben Jahr zwölf Auflagen erlebte. In dieser Schrift grenzt sich Marr deutlich von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptet stattdessen, dass die Juden eine fremde Rasse von „Parasiten“ seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreibe. Diesen Paradigmenwechsel von Religion zu Rasse verdeutlichte er durch die Einführung des Begriffs „Antisemitismus“ in den zeitgenössischen politisch-gesellschaftlichen Diskurs. Es ist allerdings nicht sicher, dass die Begriffsschöpfung tatsächlich auf ihn zurückgeht, da das Adjektiv „antisemitisch“ schon 1873 belegt ist. Marr prägte jedoch wesentliche Klischees und Schlagworte, die weit über seinen persönlichen Erfolg hinaus weiterwirkten und die Diskussion um die „Judenfrage“ bestimmten. So legte er 1880 mit seiner Schrift “Goldene Ratten und rothe Mäuse” die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in “Mein Kampf” vertrat.

Wilhelm Marr gehört zu jenen aufgeklärten Demokraten, die zwar auf Gott und den König verzichten konnten, nicht aber auf den Judenhass. Mit pseudo-wissenschaftlicher Akribie wurde der Judenhass intellektuell rehabilitiert und sogar brutalisiert. War es bei dem religiösen Judenhass noch möglich, dass ein Jude Christ werden konnte, um der Verfolgung zu entgehen, war der Jude für den Antisemiten ein ewiger Jude und dadurch nur durch die physische Vernichtung zu entfernen.

Der Antisemitismus ist somit nichts weiter als die Rettung des Judenhass‘ für die vermeintlich Aufgeklärten. Sie alle hatten Darwin, Nietzsche, Voltaire und all die anderen modernen Philosophen und Wissenschaftler genug gelesen, um sie missverstehen zu können!

Als es in Deutschland zum Holocaust kam, waren es nicht nur die Aufgeklärten und Demokraten, die die Vernichtung der Juden vorantrieben, unterstützten und tolerierten, sondern auch die gottesfürchtigen Bürgerlichen, die gläubigen Bauern und Arbeiter und die nostalgischen Aristokraten und Theologen. Ihre Lust am Judenmord speißte sich nach wie vor durch den christlichen Judenhass, ohne den selbst Hitler seinen judenfeindlichen Wahn niemals hätte umsetzen können. Schon in den frühen christlichen Texten finden sich judenfeindliche Passagen. Laut dem Evangelium von Johannes zum Beispiel sind Juden „Söhne des Teufels“, die die perfektionierte jüdische Lehre von Jesus nicht annehmen wollen:

„Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin ausgegangen und komme von Gott; denn ich bin nicht von mir selber gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum kennet ihr denn meine Sprache nicht? Denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören. Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben. Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht. Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte; darum hört ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott.“ (Johannes 8, 42-47)

Für Paulus ist es klar, dass jene Juden, die Jesus Lehre nicht leben wollen, auch seinen Tod zu verantworten haben:

„Ihr seid nämlich, Brüder, Nachahmer der Gemeinden Gottes in Judäa geworden, die in Christus Jesus sind; denn ihr habt von den eigenen Landsleuten dasselbe erlitten wie jene von den Juden, die sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben, die Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind, indem sie uns hindern, den Heiden zu ihrer Rettung. So machen sie das Maß ihrer Sünden unablässig voll. Es ist aber schon der ganze Zorn über sie gekommen.“ (1. Thess 2, 13-16)

Nirgends tritt die judenfeindliche Tendenz des Christentums deutlicher hervor, als während der Karfreitagsfürbitte für Juden. Seit dem 6. Jahrhundert bitten Christen bei Gott darum, den Schleier vom Herzen der “treulosen” Juden zu nehmen und ihnen die christliche Erkenntnis zu schenken, um sie so der „Verblendung ihres Volkes“ und der „Finsternis” zu entreißen. Eine zaghafte Kritik an der traditionellen Judenfürbitte wurde erst nach der Shoa formuliert. Seit 1956 veränderte der Vatikan sie schrittweise. Israles Erwählung zum Gottesvolk wird seitdem stärker betont, aber um die Treue der Juden wird nichtsdestotrotz weiterhin gebetet.

Einen weiteren traurigen Höhepunkt fand diese Brutalität in dem Reformator Martin Luther und seinem Werk „Von den Jüden und ihren Lügen”:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ fordert Martin Luther jene Dinge, die im 20. Jahrhundert am Wannsee in Berlin zur deutschen Staatsräson unter Hitler werden sollten:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“

Martin Luther hat Texte verfasst, die es locker mit „Mein Kampf“ aufnehmen können. Es ist daher fast lächerlich, von einer christlich-jüdischen Zusammenarbeit in Europa zu sprechen. Die christlich-jüdische Zusammenarbeit in Europa bestand zum größten Teil aus einer Verfolgung von Juden durch Christen. Auch der Islam ist bekannt für seinen Hass auf das Judentum. Viele Muslime sind fest davon überzeugt, dass die Welt friedlich wäre, wenn nur alle den Islam annehmen würden. Es verwundert daher nicht, dass auch im Islam ein brutaler Judenhass zu finden ist. In einer erst jüngst gehaltenen Predigt des Sheich Ibrahim Madhi in der Sheik ‘Ijlin Moschee befasst sich der Redner mit einer Hadith-Stelle, in der Mohammed die perfekte Welt erst nach dem Tod aller Juden verorten kann.

Mohammed sagt dort: „Die Stunde wird nicht kommen, bis ihr gegen die Juden solange kämpft, und bis der Stein, hinter dem sich der Jude versteckt hat, spricht: „Du Muslim, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, so töte ihn.”

Sheich Ibrahim Madhi interpretiert: Der Prophet sagt: ‘Die Juden werden gegen euch kämpfen, und Allah wird Euch als Herrscher über sie setzen.’ Wir blasen sie in die Luft in Hadera, wir blasen sie in die Luft in Tel-Aviv und in Netanya. Und auf diese Weise wird Allah uns als Herren über diese Rotte hergelaufener Landstreicher setzen. Wenn ein Jude sich hinter einem Stein oder einen Baum versteckt, dann werden der Stein oder der Baum sagen: Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm und töte ihn…“

Wenn man in Europa schon von einer Zusammenarbeit zweier Religionen sprechen möchte, so wäre die Rede von einem christlich-islamischen Abendland weit angemessener. Als die Nazis ihren mordenden Judenhass propagierten, ging Heinrich Himmler ein Bündnis mit Teilen des Islams ein, u.a. mit dem Mufti Al Husseini. Dieses Bündnis wird noch heute von islamischen Organisationen als heilig angesehen, der Hitlergruß ist gängige Praxis bei der Hamas wie bei der Hisbollah, wie man hier sehen kann.

Natürlich gab es auch christlichen und muslimischen Widerstand und auch er definierte sich aus der Religion, aber der Hass entsprang eben der selben Quelle. Als sich Deutschland brutal gegen Juden wendete, gab es überwiegend nur ein lautes Schweigen und teilweise sogar ein aktives Mitlhelfen der christlichen und islamischen Religionen. Das war gelebte christlich-islamische Zusammenarbeit. Heute haben sich die Christen zwar von ihrem radikalen Judenhass verabschiedet, aber unter Muslimen gibt es ihn leider noch. Mehrere islamische Staaten, unter ihnen Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen sind nach wie vor stolz darauf, „judenfrei“ zu sein. Sie haben geschafft, woran Hitler gescheitert war.

Zudem haben die brutalsten judenfeindlichen Ausschreitungen in Europa mittlerweile einen islamistischen Hintergrund. Am 21. Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi von einer Gruppe muslimischer Einwanderer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert, weil er Jude war. Am 8. Juli 2014 griff ein arabischer Mann ein 17-jähriges jüdisches Mädchen auf einer Straße in der Nähe des Pariser Nordbahnhof tätlich an und sprühte ihr Pfeffer-Spray ins Gesicht. Im gleichen Monat wurde ebenfalls in Paris ein Brandanschlag auf eine Synagoge verübt. Im selben Monat kam es in vielen Städten Deutschland zu Demonstrationen, bei denen die Vergasung von Juden gefordert wurde. Am 19. März 2012 wurden vier Menschen vor einer jüdischen Schule in Toulouse getötet, drei der Opfer waren Kinder. Im Jahr 2014 wurden in Brüssel im Jüdischen Museum drei Menschen durch einen Islamisten ermordet. Im gleichen Jahr riefen Islamisten auf deutschen Straßen dazu auf, Juden zu vergasen!

Es gibt eine Menge Verbindung zwischen Mohammed, Luther und Hitler. Die Verbindung mag vielen schmerzen, sie ist verstörend, aber deshalb nicht minder real und kann nicht geleugnet werden.

Aber auch viele Religionskritiker und Aufklärer waren glühende Judenhasser. Voltaire zum Beispiel schreibt über Juden:„Sie wurden alle mit rasendem Fanatismus im Herzen geboren, so wie die Bretonen und Deutschen alle blond sind“. An einer anderen Stelle schreibt er: „Mich würde nicht im mindesten wundern, wenn diese Leute eines Tages gefährlich würden für das Menschengeschlecht.“ Er spricht sich sogar für eine Bestrafung aller Juden aus: „Ihr übertrefft sämtliche Nationen mit euren unverschämten Märchen, eurem schlechten Benehmen und eurer Barbarei. Ihr habt es verdient, bestraft zu werden, denn das ist euer Schicksal.“

Voltaire stand mit seinem Judenhass keineswegs allein da. Der Judenhass ist keineswegs eine Ausnahme oder ein Randphänomen der Aufklärung. Hannes Stein hat es für die WELT auf einen einfachen und schmerzhaften Punkt gebracht: „Die großen Aufklärer waren oft Judenhasser“

Eins muss man dem Judenhass lassen: Er ist erschreckend wandelbar. Der christliche Judenhass nannte sich Antijudaismus. Antijudaisten nannten Juden Kindermörder, verfolgten sie und griffen ihre Synagogen an. Antijudaismus ist der Hass auf das Judentum als Religion. Mit der Aufklärung nahm der christliche Antijudaismus ab. An seiner Stelle nahm der Antisemitismus den Platz ein. Antisemiten erklärten Juden zu einer minderwertigen Rasse nannten Juden Kindermörder, verfolgten und ermordeten sie und griffen ihre Synagogen an. Antisemitismus ist der Hass auf das Judentum als vermeintliche Rasse.

Als der Antisemitismus aufkam, kannten viele Menschen nur den klassischen Antijudaismus, den sie nicht mehr als so große Gefahr ansahen. Das Christentum hatte seine absolute Macht eingebüßt. In Deutschland wurden Juden Ende des 19. Jahrhunderts vollwertige Bürger des Deutschen Kaiserreichs. Als der Antisemitismus aufkam, wurde er fahrlässig unterschätzt. Deshalb konnte er wüten.

Mit dem Ende des Nationalsozialismus nahm auch der Antisemitismus langsam ab. An seine Stelle trat eine neue Form des Judenhass: der Antizionismus. Antizionisten erklären Juden zu einem Volk, dass nichts aus dem Holocaust gelernt haben soll. Antizionisten nennen Juden Kindermörder, verfolgten und ermordeten sie und greifen ihre Synagogen an. Antizionismus ist der Hass auf das Judentum als Nation. Antizionismus als sekundärer Antisemitismus bezeichnet. Antisemitismus ist jedoch bereits sekundärer Antijudaismus. Der Hass auf Israel ist somit nichts weiter als tertiärer Judenhass!

Ob nun aber Antijudaismus, Antisemitismus oder Antizionismus, in allen drei Fällen ist die Definition von Judenhass gleich. Henryk M. Broder hat es auf die einfache Formel gebracht:

“Ein Judenhasser ist, wer an Juden kritisiert, was er an anderen Menschen nicht kritisiert.”

Wie einst der Antisemitismus unterschätzt wurde, wird heute der Antizionismus unterschätzt. Viele Menschen in der Bundesrepublik Deutschland, in der Juden so gleichberechtigt sind, wie sie es einst im Deutschen Kaiserreich waren, für das einige Juden sogar in der Armee gekämpft hatten, haben immer noch nur das Phänomen des Antisemitismus‘ im Kopf. Antisemitismus aber war gestern. Heute wütet der Antizionismus!

So wie der Antijudaismus einst von Christen ausging, ist der Antizionismus heute ein Phänomen, das stark in der muslimischen Gemeinschaft zu finden ist. Die hysterische Kritik gegen Israel ist purer Antizionismus, weil sie an Israel kritisiert, was sie allen anderen Ländern der Welt durchgehen lässt. Zudem ist die Kritik sinnlos! Die Hamas hasst Israel nämlich nicht aufgrund eines bestimmten Handels. Sie hasst Israel, weil Israel überhaupt handeln kann, egal wie. Es ist die pure Existenz Israels, die nicht erwünscht ist. Die Hamas hat einen brutalen auf Vernichtung der Juden ausgerichteten Hass auf Israel.

Die Hamas fordert die Ermordung aller Juden, bewaffnet sich aus genau diesem Grund, peitscht ihre Feinde ein und schießt seit Jahren immer wieder und oft täglich tausende Raketen in Richtung Israel ab, um so viele Kinder, Frauen, Zivilisten, Schulen, Hospitäler, Atomkraftwerke und Heime wie möglich zu treffen. Statt aber Israels Recht auf Selbstverteidigung zu verteidigen, wird von vielen Leuten erwartet, Israel solle mit den Judenhassern verhandeln. Wie aber verhandelt man mit einer Terrororganisation, die alle Juden vernichten will? Soll Israel dieser Organisation etwa auf halbem Weg entgegenkommen?

Es gibt keine Möglichkeit über die Vernichtung von Juden zu verhandeln. Israel muss daher den Krieg gewinnen. Israel muss jeden Krieg gewinnen! Nach zehn Kriegen muss es 10:0 stehen. Ein 9:1 ist nicht möglich. Nur ein verlorener Krieg bedeutet nämlich, dass Israel nicht mehr existiert. Israel lebt seit seiner Gründung in einer permanenten Sudden Death Situation. Der Gegner kann ruhig einen Krieg nach dem anderen verlieren, aber Israel muss jeden Krieg gewinnen.

Israel hat daher kein Interesse an einen Krieg. Israel ist eine marktwirtschaftliche Demokratie und wäre lieber von Geschäftspartner umgeben als von Feinden.

Der Antizionismus blendet das alles aus. Der Antizionismus wird in Deutschland so fahrlässig unterschätzt wie einst der Antisemitismus. Aber so wie Juden den Antijudaismus und den Antisemitismus überlebt haben, so werden sie auch den Antizionismus überleben. Der Antijudaismus hatte einst mit Luther einen bedeutenden deutschsprachigen Unterstützer. Der Antisemitismus hatte in Hitler seinen besten Verbündeten. Heute schauen wir mit Unverständnis auf diese Zeiten zurück und fragen uns, wie eine solche einseitige Hetze sich gesellschaftlich Bahn brechen konnte. In ferner Zukunft wartet auch auf den Antizionismus dieses Unverständnis. Die Frage ist nur, wie entscheidet sich Deutschland diesmal?

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89 Antworten zu Was ist Antisemitismus?

  1. Chris(o) schreibt:

    Ich widerspreche Dir gar nicht,Zahal.
    Ich habe die Abgrenzung lediglich auf einer anderen Ebene versucht zu beschrieben,die politisch-theologische gab es selbstverständlich, war aber nicht mein Thema.

  2. Zahal schreibt:

    werter Chris(o), es ist erwiesen, daß sich das Christentum abgegrenzt hat und nicht das Judentum – denn ausgerechnet in den Jahrzehnten, bevor das Römische Reich zusammenbrach, erreichte die Deklassierung der Juden einen Tiefpunkt. Spiegelte die Gesetzgebung der ersten christlichen Herrscher – von Konstantin bis Theodosius I. noch eine gewisse Unbeständigkeit im Verhalten gegen die Juden und nahm die Regierung bei schweren Übergriffen sie noch manchmal in Schutz, so kam es ab dort immer mehr zu einer zielgerichteten Minderung und Annullierung vieler Rechte – Die nun folgenden Kaiser, angefangen von Theodosius II. haben Gesetze und Novellen erlassen, die alle Anhänger des Judentums auf den Stand ausserhalb der Gesellschaft stehenden und rechtlich schwer Benachteiligten degradierten. Das römische Reich ist untergegangen, die erlassenen Gesetze über die Stellung und Behandlung der Juden blieben, sie wurden kodifiziert und für alle Zukunft erhalten – für Jahrhunderte….

  3. Chris(o) schreibt:

    Kann Dir leider nicht folgen.Meine Beispiele sollten nur verdeutlichen, wie ich meinen eigenen Kommentar verstehe.
    Wenn Du denkst, dass mein Kommentar „falsch“ sei, – das ist erlaubt.Ich bleibe aber bei meiner Akzentsetzung. Sie ist mir wichtiger.
    Die Judenfeindlichkeit sehe ich ebenso begründbar, nur nicht aus der Warte der Juden, sondern der „Christen“.Den Welt-umspanndenden Kontext kann ich nicht liefern, nur so viel.Die Christen haben das Judentum immer als im Ursprung sich zugehörig empfunden, schließlich war Jesus selbst Jude, ebenso alle Protagonisten der ersten Stunde.Die Kränkung, wenn Du so willst, bestand möglicherweise in der Unmöglichkeit der Vereinnahmung. Eine ersehnte,aber „ent-täuschte“ Verbindung, die in Ressentiment oder Hass mündete.Diese archaische Sicht kann heute lediglich besser reflektiert werden, als Ressentiment mag sie immer noch ihre Wirkung entfalten.

  4. Chris(o) schreibt:

    Nun, dann ernsthaft,obschon ich Dir nicht abkaufe, das es Dir darum geht.
    Einer, der gerade versucht, dem Teufelskreis aus Heldenverehrung und Ressentiment zu entkommen, ist der amerikanische Präsident Obama.
    Der Heiligenschein, der ihm verpasst wurde, war ihm zu groß; er war nicht der Messias, die Lichtgestalt, der Heilsbringer……….
    Die Ent-täuschung seiner Anhängerschaft, die „Kränkung“ der nicht eingelösten „Verheißungen“ beruht auf einem Irrtum, der darin besteht, dass Obama Mensch, statt Gott ist.Hätte jeder wissen können.Stattdessen klebt man ihm ein Hitlerbärtchen an und kündigt ihm die Freundschaft.

    Nur wer Voltaire nicht gelesen hat (oder zumindest über ihn) wird gekränkt sein,den Aufklärer als üblen Antisemiten „denunziert“ zu sehen.

    „Gerecht“ beurteilen wir unsere „Helden“ nur, wenn wir sie genau anschauen und die gültigen „Wahrheiten“, die guten Konzepte bewahren und die Tatsache anerkennen, dass sie daneben auch Haltungen und Überzeugungen vertreten, die uns zuwider sind.
    Es gibt nur selten „Heilige“ zu verehren.Und am besten enthalten wir uns jedweder Verehrung zugunsten „nüchterner“ Betrachtung.Das mag zwar langweiliger sein, bewahrt aber vor schwerwiegenden Irrtümern.

    • Aristobulus schreibt:

      Wer ist Wir?
      – Nein, um Obama ging’s nicht, auch nicht um die Enantiodromie zwischen zweien (Liebe schlägt in Hass um, wenn’s keine Liebe, sondern mehr Projektion gewesen ist.)

      Es ging auch nicht um Ressentiments gegen Luthern oder Voltaire. Die sind uninteressant. Weil es um die Ressentiments ging, die sie verbreitet haben.
      Sie kaufen mir nicht ab, das es hier darum geht? 😉 Come on. Es ging vor Ihren Ablenkungen um nichts Anderes.

  5. Chris(o) schreibt:

    Ich korrigiere mich und betrachte Deine Äußerungen jetzt, ganz im Kontext der Thematik, als Deine ganz persönliche Offenbarung.Zufrieden? Dann ist ja gut.

  6. Chris(o) schreibt:

    Ach Aristobulus, Unverständnis ist ja glücklicherweise weder strafbar, noch tödlich.
    Aber hast Du schon mal über Schweigen als Alternative nachgedacht?

  7. Chris(o) schreibt:

    ……….Jahrhunderte lang nicht Randphänomen, sondern Basis des Christentums.
    Diese Primitivauslegung der biblischen Texte mag für Antijudaismus über lange Zeit hergehalten haben.Aber es bleibt eine „Auslegung“, von der sich alle christlichen Kirchen schon vor langer Zeit verabschiedet haben.Für Katholiken geschah dies im Verlauf des 2. Vatikanischen Konzils, also vor 50 Jahren.
    Kränkung ist eine Folge von Irrtum und Ressentiment die Kehrseite der Heldenverehrung.
    Wo´s nichts mehr zu verehren gibt, können wir um so unbekümmerter unsere Ressentiments pflegen.

    • Aristobulus schreibt:

      „Kränkung ist eine Folge von Irrtum und Ressentiment die Kehrseite der Heldenverehrung.“

      Mais non. Das Gefühl des Gekränktseins beim Gekränkten ist meist der Unwillen, mit Kritik umzugehen. Hat mit Irrtum des Kränkenden nichts zu tun.
      Und Ressentiment hat mit umgekehrter Heldenverehrung nichts zu tun. Etwa Ressentiments gegen Juden bestehen seit ca. dem zweiten Jahrhundert, als die Evangelien verfasst worden sind: Von voriger Heldenverehrung keine Spur.
      Analog bestehen in Deutschland Ressentiments gegen Fremde. Man hatte sie jedoch nei als Helden verehrt – die Ressentiments bestehen einfach so.

  8. Ima schreibt:

    Yael,
    ja, sicherlich……………..

    allerdings wollte ich mit meinem obigen Beitrag nur darauf hinweisen, dass das Gebot der Nächstenliebe in den Evangelien (Luk. 10, 26. 27; Mark, 12, 28 34; Matth. 5, 43; 22, 36f.) lediglich ein Zitat aus der Hebräischen Bibel (Lev. 19, 18) ist, also keineswegs eine „Erfindung“ des Christentums.

    • Yael schreibt:

      Das habe ich auch verstanden. Ich erinnere mich wie unser Rabbiner denjenigen am Telefon auf die provokative Anmache, die Israelis sollten sich mal den Satz den Christentums (sic) zu Herzen nehmen, „liebe deinen nächsten…“ und er immer antworte, dass das schon seit Moses ein Gebot sei und sogar die Stellen aufzählte wo es in der Thora steht.

      • kleines Südlicht schreibt:

        Stimmt, diese Vorstellung ist keineswegs exklusiv. Nimmt man den Satz danach dazu
        [(i.e. Mt 7,12:) Alles, was Ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen.]
        gehört das schon fast ins Original-oder-Cover; das sagt hinlänglich bekannterweise schon fast sprichwörtlich so gut wie JEDE Religion oder Moral-Philosophie an prominenter Stelle. Eine Sammlung findet sich in jedem besseren Ethikbuch – daß das nichts spezifisch christliches ist hätte eigentlich auch am provokanten Anmacher nicht spurlos vorbeigehen sollen. (Man kann ihm noch zugutehalten, daß es etwas ungewöhnlich formuliert ist, so aktiv gewolltes tun statt passiv ungewolltes nicht tun; das verwirrt vielleicht ein Bißchen – bleibt aber natürlich dasselbe. Und als Vorwand, andere gegenüber der eigenen Weltanschauung abzuwerten, ist es reichlich dünn.)

        [für #denblondenhans, ich vermute stark das kennen Sie, aber man kann nie wissen; bevor die Frage kommt, soll ich Sie mit ein paar Beispielen aus Wikiquote und Ethikbüchern erschlagen?]

  9. derblondehans schreibt:

    tapferimnirgendwo schreibt: ich glaube, es ist einfach schwer zu akzeptieren, dass Judenhass Jahrhunderte lang nicht Randphänomen sondern Basis des Christentums war. Sowas schmerzt, gerade jenen Christen, die an die Nächstenliebe als Basis glauben wollen.

    … werter G.B. und andere, von akzeptieren kann ohnehin keine Rede sein. Dass über Jahrhunderte sich Juden- und Christentum nicht eins waren und auch niemals eins werden, ist mir klar. Das dem Judentum am Christentum nicht gelegen ist – auch. Das kann, wer möchte, in den Schriften der Juden nachgelesen werden.

    Aber wie ich oben geschrieben habe, war Judenfeindlichkeit oder wie Sie meinen Judenhass, bereits vor entstehen des Christentum in der Historie vorhanden. Daher kann ‚Judenhass‘ eben nicht, wie Sie behaupten im ‚Christentum wurzeln.‘ oder dessen Basis gewesen sein. Das ist schlichtweg unmöglich.

    Übrigens waren die ersten Christen Juden.

    Außerdem, wie ich weiter oben geschrieben habe, benötigt Antisemitismus keine Gojim, Nichtjuden.

  10. Chris(o) schreibt:

    Ima, Nietzsche empfahl, anstatt von der Nächsten-Liebe, doch besser von der Fernsten-Liebe zu sprechen. Denn erst diese Fähigkeit, das Fernste und damit Unbekannteste zu lieben. erschien ihm bemerkenswert.
    Leider ist es ein Merkmal von „Religion“ als erstes immer das jeweils Eigene zu lieben.
    Möglicherweise hat dies damit zu tun, dass ja erst der Dissens, die Unstimmigkeit, die Abgrenzung unterschiedliche Religionen hervorgebracht hat.Das zu lieben, wovon man sich gleichzeitig distanziert, ist wohl die größte Herausforderung, die Gott den Gläubigen „zumutet“.
    Klappt ja auch darum nur sehr bedingt.

  11. Ima schreibt:

    Zitat von tapferimnirgendwo:
    „……Sowas schmerzt, gerade jenen Christen, die an die Nächstenliebe als Basis glauben wollen.“

    Im übrigen ist auch die Anweisung „Liebe deinen Nächsten …“ ein Zitat aus dem Heiligkeitsgesetz (Leviticus 19,18) – und das steht bekanntlich in der Hebräischen Bibel! Der einzige Unterschied zwischen jüdischer und christlicher Nächstenliebe ist der Adressatenkreis: Im Judentum gilt sie für den Genossen, den Konvertit und den „Beisaß“, im Christentum ist sie eine universelle Norm. Ob letztere Auffassung in irgendeiner Weise eine realistische Anpruchshaltung zum Ausdruck bringt, bleibe hier dahingestellt.

    • Yael schreibt:

      „Hätte man das Wort leReacha – deinen Nächsten – auch so verstehen können, dass es sich nur auf Volksgenossen, d.h. Israeliten bezieht, so besteht doch kein Zweifel darüber, dass unter dem Wort „Geschöpfe“ die ganze Menschheit, sogar die Götzendiener zu verstehen sind. Diese Auffassung vertritt auch Rabbi Jaakow Emden in seinem Kommentar „Lechem Schamajim“ zu „Awot“ (Sprüche der Väter).“

      http://www.hagalil.com/judentum/torah/bina/naechstenliebe.htm

  12. Silke schreibt:

    Schmitt war für Taubes sowohl „legitimer katholischer Antisemit“ als auch Anti Bolschewist.

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1835881/

    Carl Schmitt im Nachkriegsdeutschland (2/2)

    vermutlich ist das natürlich ganz anders gemeint, als ich es verstehe – doch vielleicht kriege ich’s hier ja erklärt.

    • hansi schreibt:

      @Silke
      vermutlich ist das natürlich ganz anders gemeint, als ich es verstehe – doch vielleicht kriege ich’s hier ja erklärt.

      Von mir nicht, denn warum sollen gerade Juden immer wieder erklären wie Antisemiten ticken?

      Mir ist bei dem schwer verdaulichen Text aufgefallen das bei all den Intelektuellen die zu Schmitt gepilgert sind, nur bei Taubes die Religionszugehörigkeit explizit erwähnt wurde sonst bei niemanden.
      Warum?

      • Silke schreibt:

        vielleicht weil man für Schmitt nach nem „besten Freund“ gesucht hat?

        Ich hatte auch eigentlich nicht an eine Erklärung zu Taubes gedacht, sondern an eine zu Schmitt, dessen Geisteshaltung da ja wohl beschrieben werden soll, der doch mitsamt diesem offenbar auch noch nach dem Krieg fortbestehenden kirchlich legitimierten Anti-Semitismus als Denker allüberall hohes Ansehen genießt.

        Der Text ist zum Hören gedacht und da ist er gut verständlich.

  13. anti3anti schreibt:

    Lieber Gerd,

    ich habe den wunderbaren Text mit der Facebookseite des Verband Demokratisch-Europäischer Muslime (VDEM) verlinkt. Hier die Reaktion:

    Eyüp Özgün
    Meinen Propheten Mohammed auf einer Stufe mit einem faschistischen Diktator auf einer Stufe zu stellen, ist nicht nur Beleidigung, sondern verhöhnt auch die millionen Opfer des Naziregiemgs. Der Holocaust wird dadurch unbilligerweise relativiert.
    Deswegen habe ich den letzten Link von Nathan Warszawski gelöscht !

    Der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen A. Holst stimmt dem zu.
    Möchte nicht wissen, wie der Verband Europäischer Islamisten reagiert hätte.

    • Aristobulus schreibt:

      …welchen „faschistischen Diktator“ meint er bloß?, von Franco oder Mussolini war nicht die Rede.
      Und inwiefern „Beleidigung“? Ist Eyüp Özgür beleidigt?, aber wie, von ihm war ja keine Rede. Kann der Prophet Mohammed beleidigt sein?, ja wie denn, der ist doch tot.
      Und was heißt „unbilligerweise“? Kann man den Holocaust vielleicht ‚billigerweise‘ relativieren? Und wieso überhaupt? Der Holocaust hatte nun mal Vordenker in früheren Zeiten. Er fiel ja nicht plötzlich vom Himmel. Indem man die Vordenker erwähnt, wird überhaupt nichts relativiert.

      Dieser Eyür Özbür kann offensichtlicherweise nicht denken, oder er schreibt absichtlich Bullshit.

      Vielleicht liegt’s am Namen? Wenn einer Eyüp Özgün heißt, wirkt es wie ein Programm

      • anti3anti schreibt:

        Jetzt aber hast Du ihn beleidigt!

        Eyüp befindet sich in eine Zwichmühle. Er versucht vergeblich eine Form des demokratischen Islam aufzubauen, in dem er zwangsweise antidemokratische Muslime zum Dialog mit ihm aufruft. Hätte er nicht beleidigt reagiert, würden alle seine Schäfchen weglaufen.

        • Aristobulus schreibt:

          Tja. Dieses neue stellvertretende Beleidigtsein (siehe auch Gerd hier drunter) allein als Reaktion auf Kritik ist die modische Version des aggressiven Narzissmus.

          Sonst äußert sich Özgün vernünftiger, seinem Ansatz entsprechender…

          • anti3anti schreibt:

            Es gibt ein weiteres Problem, welches von allen Seiten tabuisiert wird.
            Der „Prophet“ M. ist in Wirklichkeit Religionsbgründer ähnlich dem „Propheten“ Jesus. BEIDE wurden nach ihrem Tod zu Göttern erhoben: im Christentum durch Mystik, im Islam durch Verdrängung des bisherigen Gottes, der zu Allah wurde.

          • anti3anti schreibt:

            Die Darstellung des Propheten ist verboten, entsprechend dem Verbot, kein Bild von Gott zu machen. Gerd hat M. mit AH In einem Satz erwähnt, was eine Fatwa nach sich zieht. Deshalb wurde der von mir übertragene Artikel auf der Islamseite gelöscht, um EÖ vor dem gewaltsamen Tod zu schützen.
            Gerds Artikel hat mich zur Provokation gereizt. In Demokratien ohne Konsequenz.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Und Klaus Franke schreibt: @Besonders geschmacklos ist es von Ihnen, zum Reformationstag die Gefühle von Millionen Christen verletzt zu haben!“

      Beleidigt sein ist die neue Währung 😉

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Da haben mal wieder ein paar den Text nicht verstanden. Eine Verbindung ziehen heißt nicht auf eine Stufe stellen. Wenn diese Herrschaften ihre heil’gen Schriften so schlampig lesen wie meine profanen Texten, na dann gute Nacht.

      • anti3anti schreibt:

        Die Herrschaften lesen nicht ihre Heiligen Schriften, weil sie sie gar nicht lesen können. Sie verstehen weder Arabisch, Griechisch, noch Hebräisch. Manipulierte Übersetzungen taugen nichts.

        • kleines Südlicht schreibt:

          touché.

          Es stimmt: die genannten Sprachen kann ich tatsächlich nicht lesen (und zwar nicht nur inhaltlich, sondern nicht einmal das jeweilige Alphabet). Da bin ich darauf angewiesen, daß es mir jemand vorliest und übersetzt.

          Aber wenn man schon auf Übersetzungen angewiesen ist, kann man zumindest aussuchen, welche. Und welche nicht. Besser als nix ists allaweil.
          Und von der Anwendung der kritischen Methode (hallo, Naturwissenschaften & hallo, Aufklärung!) entbindet eine vertrauenswürdige Zweitquelle auch nicht. Insofern sind besagte Herrschaften für die Qualität ihres Lesens von Texten trotzdem voll verantwortlich.

          • Aristobulus schreibt:

            Oh. Wenn’s denn dem Glauben nicht zuwiderhandelt, da sei Tertullian vor 😉

          • kleines Südlicht schreibt:

            Ne, ne, ne, so einfach gehts nun auch wieder nicht: 😉 was über den Verstand hinausgeht schließt den Verstand schließlich ein und nicht aus.

            (Und viel, viel später als sein Kollege T. mit den merkwürdigen Sprüchen war da Thomas von Aquin dahinter…)

  14. Danny Wilde schreibt:

    Gerd: erstklassig!

  15. Hein schreibt:

    Trotzdem finde ich es gut, dass sich die Politiker, die der Islamisierung Europas noch ein wenig entgegenstellen, die christlich-jüdischen Wurzeln Europas betonen. Eine Aufstellung jüdischer Persönlichkeiten – nicht auf Europa beschränkt – finden wir auf http://www.oppisworld.de/zeit/judentum/jperson.html.
    Wer möchte diese missen? Ohne sie wäre Europa nicht das Europa, das wir schätzen.

    • Eliyah schreibt:

      Ich finde, ich fehle eindeutig in dieser Liste. Das klingt jetzt nach einem Witz, ist es aber nicht. Dieses Rosinenpicken ist doch nichts weiter als: Schade um die ganzen „guten“ Juden. Und was ist mit den anderen Millionen jüdischen Menschen? Misst Europa die nicht? Offenbar nicht.

  16. anti3anti schreibt:

    Hart, aber fair.

  17. derblondehans schreibt:

    Ich halte Ihre Formulierung ‚Judenhass‘ zumindest für fragwürdig … Hass setzt unter anderem verschmähte Liebe voraus. Das trifft für die Kirche Christi nicht zu.

    Auch das Märchen vom (theologischen) ‚Antijudaismus‘ ist lächerlich. Das das Missionsgebot aus Mt. 28,19, gerade auch für das eigene Volk des HERRN gilt, kann nicht ernsthaft in Frage gestellt werden, denn wenn die Juden nicht der Erlösung durch Christus bedürften, dann wäre das gesamte Neue Testament schlicht überflüssig.

    ‚Antisemitismus‘ – ist ein Terminus der in der Neuzeit ‚er/geschaffen‘, wurde/ist. In den Evangelien gibt es kein Antijudaismus, Antisemitismus … diese Aussage wäre auch in sich unlogisch, denn Antisemitismus kommt auch ohne Gojim, Nichtjuden, aus.

    Im Übrigen gab es Judenfeindschaft schon Jahrhunderte vor Jesus Christus.

    • Elisabeth BG schreibt:

      Natürlich geht es auch um verschmähte Liebe, derblondehans. Juden haben das Liebste was Christen anzubieten haben, nämlich ihren Herrn Jesus, immer wieder abgeleht. Wie reagieren Sie, wenn ein liebevoll ausgesuchter Geschenk Ihrerseits kein Grefallen findet? Sind sie nur entäuscht, vielleich ein wenig beleidigt oder entwickeln Sie Rachegelüste wie der später so verehrter Herr Luther? Nicht unerwähnt soll bleiben, daß das christliche Geschenk kein echtes Angebot war und ich habe bei Ihrem Beitrag ein wenig das Gefühl, auch Sie sind vom missionarischem Eifer nicht ganz frei

    • Martin schreibt:

      Sehr richtig!
      Tatsächlich gibt es Antijudaismus im Christentum, aber auch Philosemitimus. Eine theologische Herleitung ist absurd, angesichts der Tatsache, dass Jesus und die meistenAutoren des NT Juden waren.
      Der Fall Luther ist hier wirklich bedenklich, denn Luther ist sehr wohl mit einem für seine Zeit relativem Philojudaismus gestartet und hat sich denn zu einem Antijudaisten gewandelt. So wiederlich die zitierten Stellen Luthers auch sind, sie hatten keine direkten Konsequenzen, soweit mir bekannt. Auch wüsste ich nicht, dass Luther Tod und Vernichtung von Juden forderte. Vertreibung ist sicher schlimm genug, aber doch deutlich weniger, als der Koran fordert.

      Bei allem Respekt vor Gerd Buurmann, hier differenziert er zu wenig. Denn es ist ein Unterschied, ob ich ein übles Ressentiment veröffentliche, oder ob ich aktiv zu
      Verbrechen an Menschen beitrage. Immerhin hat er festgestellt, dass heutiger Antisesemitismus im Schwerpunkt von antichristlichen Gruppen betrieben wird.

      • Yael schreibt:

        „wiederlich die zitierten Stellen Luthers auch sind, sie hatten keine direkten Konsequenzen, soweit mir bekannt“

        Hass hat immer Konsequenzen.

        • Eliyah schreibt:

          Und er hat zum Mord an Juden aufgerufen!

          • Yael schreibt:

            „Verschlüsselter Aufruf zu Massakern

            Unseren Oberherren, so Juden unter sich haben, wünsche ich und bitte, dass sie eine scharfe Barmherzigkeit wollten gegen diese elenden Leute üben, wie droben gesagt, ob´s doch etwas (wiewohl es misslich ist) helfen wollte. Wie die treuen Ärzte tun, wenn das heilige Feuer in die Beine gekommen ist, fahren sie mit Unbarmherzigkeit und schneiden, sägen, brennen Fleisch, Adern, Bein und Mark ab. Also tue man hier auch, verbrenne ihre Synagogen, verbiete alles, was ich droben erzählt habe, zwinge sie zur Arbeit und gehe mit ihnen um nach aller Unbarmherzigkeit wie Mose tat in der Wüste und schlug dreitausend tot, dass nicht der ganze Haufen verderben musste. Sie wissen wahrlich nicht, was sie tun, wollen´s dazu wie die besessenen Leute nicht wissen, hören noch lernen. Darum kann man hier keine Barmherzigkeit üben, sie in ihrem Wesen zu stärken. Will das nicht helfen, so müssen wir sie wie tolle Hunde ausjagen, damit wir nicht ihrer gräulichen Lästerung und aller Laster teilhaftig mit ihnen Gottes Zorn verdienen und verdammt werden. Ich habe das Meine getan, ein jeglicher sehe, wie er das Seine tue. Ich bin entschuldigt. (Von den Juden und ihren Lügen, Erstausgabe Wittenberg 1543, S. 101; Anmerkung: Dass Martin Luther hier nur schwerpunktartige Massaker andeutete oder zumindest befürwortete und keine „Endlösung“, wird ihm nicht einmal von evangelischen Theologen zugute gehalten. PS: Dem Gottespropheten Mose werden diese Taten nur unterstellt, er hat sie weder befürwortet noch durchgeführt; zu Mose vgl. hier)

            http://www.theologe.de/martin_luther_juden.htm

        • anti3anti schreibt:

          Keine unmittelbaren, doch direkte Konsequenzen: 9. November 1938!

    • Yael schreibt:

      „denn wenn die Juden nicht der Erlösung durch Christus bedürften, dann wäre das gesamte Neue Testament schlicht überflüssig.“

      Keine Sorge, wir bedürfen des christlichen Messias nicht. Er ist Juden schlicht wurscht.

    • Yael schreibt:

      „Ich halte Ihre Formulierung ‘Judenhass’ zumindest für fragwürdig … Hass setzt unter anderem verschmähte Liebe voraus. Das trifft für die Kirche Christi nicht zu.“

      Doch das trifft gerade zu. Denn als Juden den angeblichen „Messias“ nicht anerkennen wollten, wurde daraus verschmähte Liebe, der sich in Hass ausgedrückt hat.

      „Auch das Märchen vom (theologischen) ‘Antijudaismus’ ist lächerlich. “

      Das ist nicht lächerlich, sondern richtig. Nur wer als Jude Jesus als Messias anerkannt hat, konnte aus christlicher Sicht erlöst werden. Als das bei fast allen Juden nicht der Fall war, wurde gegen das Judentum agiert, dass auch theologisch begründet wurde. Wenn das kein Antijudaismus ist, gibt es keinen.

      http://www.relilex.de/artikel.php?id=5860

      „Im Gegensatz zum Antisemitismus (politisch begründeter Judenhass) handelt es sich beim Antijudaismus um einen Judenhass, der sich auf sogenannte christliche Begründungen stützt.
      Kennzeichen sind u. a.:

      die Enterbungstheorie, nach der die Verheißungen Israels auf die Kirche übergegangen sind,
      die Substitutionstheorie*, nach der die Kirche als Volk Gottes an die Stelle Israels getreten ist,
      die Behauptung, dass Israel als gesamtes Volk die Schuld an der Kreuzigung Jesu trage,
      die Behauptung, das Leid der Juden im Verlauf der Geschichte sei ein Ausdruck göttlicher Strafe,
      die Forderung, die Juden müssten sich zu dem von der Kirche vertretenen Christusglauben bekehren, d. h. die Forderung nach einer christlichen Judenmission. „

      • derblondehans schreibt:

        .. ’netter‘ Versuch. Die Kirche Christi buhlt bei niemanden um Liebe. Daher bleibt die ‚Hass-Def.‘ so wie sie ist. Es gilt der hl. Aurelius Augustinus ‚Der Glaubensakt ist schlichtweg unmöglich, außer er ist freiwillig‘.

        Im übrigen waren es Christen die seit Stiftung der Kirche Christi durch Jesus 30 n. Chr. in den ersten 3 Jahrhunderten verfolgt wurden. Nicht nur von den Römern. Weltweit wird noch heute, 2012 [sic!], alle 5 Minuten ein Christ getötet. 45 Millionen Christen wurden allein im 20. Jahrhundert umgebracht.

        Auch sollten Sie zwischen der Kirche Christi und menschlichem Versagen unterscheiden. Päpste sind Menschen und können irren. Wie ‚Juden‘ und Rabbiner auch irren können.

        Ihre angeführten Definitionen zum ‚Antijudaismus‘ sind daher Firlefanz. Die Evangelien geben das eben nicht her.

        • kleines Südlicht schreibt:

          [.. ‘netter’ Versuch. Die Kirche Christi buhlt bei niemanden um Liebe.]
          Da haben Sie meiner bescheidenen Meinung nach einige Dinge mal grundlegend mißverstanden und/oder was recht grundlegendes ausgelassen bzw. vergessen. Außerdem: wenn Sie privat einen auf beleidigt machen möchten, ziehen Sie nicht den ganzen Rest von uns auch kollektiv ins Beleidigtsein mit rein!

          [Daher bleibt die ‘Hass-Def.’ so wie sie ist. ] nämlich Küchentischpsychologie.

          [Es gilt der hl. Aurelius Augustinus ‘Der Glaubensakt ist schlichtweg unmöglich, außer er ist freiwillig’.]
          Lesen Sie Ihre eigenen Kommentare? Dann lesen Sie das mal. Ich würde außerdem ergänzend noch unser schönes Grundgesetz anhängen, nämlich die Glaubens- und Gewissensfreiheit in Art.3.

          [… Weltweit wird noch heute, 2012 [sic!], alle 5 Minuten ein Christ getötet. 45 Millionen Christen wurden allein im 20. Jahrhundert umgebracht.]
          Und nu? Hurra, Doppeltreffer, beide tot? Soll das gegeneinander aufgerechnet werden und die Verfolgteren erhält die goldenen Turnschuhe und das Recht, sich allen anderen moralisch überlegen zu fühlen? Ne, ne, ne – Hass bleibt Hass, egal, wem er gilt; es ist kein Verdienst, gehasst zu werden, sondern Pech; und solange niemand wirklich etwas dagegen tun kann sind schlicht alle Formen von Verfolgung gleich: Katastrophen.

          [Auch sollten Sie zwischen der Kirche Christi und menschlichem Versagen unterscheiden. Päpste sind Menschen und können irren. Wie ‘Juden’ und Rabbiner auch irren können.]
          Der ist indiskutabel formuliert. Die Anführungszeichen und die leise Implikation, daß es hier um vier verschiedene Gruppierungen gehen könnte, die man beim ersten lesen spüren könnte – oh, oh! Gemeint ist wahrscheinlich: überall, wo Menschen zugange sind, da menschelt es eben, und alle Religionen bestehen eben teilweise aus menschlichen Irrtümern; die sollte man aber nicht kollektiv allen ankreiden, die diese Religion praktizieren (was, nebenbei bemerkt, hier auch keiner tut).

          [Ihre angeführten Definitionen zum ‘Antijudaismus’ sind daher Firlefanz. Die Evangelien geben das eben nicht her.]
          Geben sie schon, es kommt nur auf den Interpreten an. Gerade Luther, der als Quelle nur die Schrift anerkannt hatte, lasse ich aus dem hier nicht raus – woraus folgt: wenn er die Ideen zu seinen oben zitierten Ausführungen nicht aus den Evangelien rausgelesen (oder reininterpretiert) hat, hätte er sie nach seiner eigenen Überzeugung selbst nicht anerkennen dürfen. Er war davon überzeugt, also muß zumindest der davon überzeugt gewesen sein, daß die Schrift ebendas hergibt.
          Was nach der Überzeugung anderer herauskommt, ist wieder ganz etwas anderes (z.B. nach der der gleichzeitig in der Schweiz entstandenen Reformierten Kirche, bei der einer der Streitpunkte, um sich von den Lutherischen zu trennen, eben genau die von ihnen vertretene Gleichwertigkeit der Überlieferungen im AT und NT war). Darum geht es beim ’nicht hergeben‘ aber nicht: da reicht ein Beispiel, wo es eben doch geht.
          (Persönlich halte ich es auch für hineininterpretiert und nicht herausgelesen; wichtig ist aber, was hinten rauskommt, und eben dieser Vollsch… ist oben zitiert.)

          • derblondehans schreibt:

            … Ihre bescheidene Meinung, ebenso wie die Projektionen aus meinen ‚Zeilen‘, die nicht beanspruchen meine Meinung im Ganzen wiederzugeben, ist die Ihre.

            Ich bin nicht beleidigt.

            Dieser Satz gefällt mir gut: … überall, wo Menschen zugange sind, da menschelt es eben, und alle Religionen bestehen eben teilweise aus menschlichen Irrtümern; die sollte man aber nicht kollektiv allen ankreiden, die diese Religion praktizieren ..

            Könnte man schreiben, dass es nur eine Wahrheit geben kann?

          • derblondehans schreibt:

            … das noch, wertes ‚kleines Südlicht‘, Ihr Begriff/Vorhalt ‚Küchentischpsychologie/Küchentischpsychologe‘ gefällt mir auch. Denn wahrhaftig, frei nach Kant, seit ich selber koche, habe ich kein Sodbrennen mehr …

          • Aristobulus schreibt:

            „Ihre angeführten Definitionen zum ‘Antijudaismus’ sind daher Firlefanz. Die Evangelien geben das eben nicht her.

            Merkwürdig, dass es jedoch zu lesen ist für jeden, der lesen kann und der Willens ist, aus Geschichtsbüchern & Zeitungen all die mörderischen Konsequenzen zu verstehen.
            Einer, der es trotzdem abstreitet, betreibt nichts Anderes als Bullshit und Lügerei.

        • Yael schreibt:

          @derblondehans

          ich sehe schon, dass man mit Ihnen nicht diskutieren kann, weil Sie es gar nicht wollen.
          Verfolgung der Christen sind hier wohl kaum das Thema. Ich denke wie Elisabeth, dass Sie von missionseifer nicht ganz frei sind.
          Der christliche Judenhass auf menschliches Versagen einzelner zurückzuführen und nicht auf die Kirche, die eben genau das propagierte, zeigt, dass Sie von der Geschichte wenig bis keine Ahnung haben.
          Daher ein netter Versuch, die Geschichte umschreiben zu wollen.

          Und Tschüss!

        • Yael schreibt:

          „Im Zentrum der judenfeindlichen Vorwürfe stand die Überbetonung des Anteils der Juden an der Leidensgeschichte Jesu in den Evangelien (Matthäus 27,25: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“; Markus 15,6–15; Lukas 23,13–25), die im Vorwurf des Christusmordes gipfelte: „Welche auch den Herrn Jesum getötet haben, und ihre eigenen Propheten, und haben uns verfolgt“ (1 Thessalonicher 2,15). Weiter findet sich eine negative Zeichnung der jüdischen Pharisäer und Schriftgelehrten als Heuchler (Matthäus 23,13–29) und Verfechter einer nur äußerlichen Frömmigkeit (Lukas 16,15). Im Johannes-Evangelium werden die Juden schlechthin zu Feinden der Christen erklärt und beschuldigt, sie hätten „den Teufel zum Vater“ (8,23 und 8,40–44). Damit haben wir zentrale Bestandteile des religiösen Vorurteils beisammen: Verwerfung der Juden durch Gott, Vorwurf des Christusmordes und der Christenfeindlichkeit. Negative Stereotype aus dem neuen Testament reichen bis in den heutigen Sprachgebrauch hinein: Wir nennen einen Heuchler immer noch „Pharisäer“. Judas ist bis heute die Symbolfigur des Verräters, und Juden wurden in der Geschichte häufig des Verrats an ihren „Gastvölkern“ bezichtigt. “
          http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/dossier-nationalsozialismus/39556/shoah-und-antisemitismus?p=all

          Man könnte unzählige Belege bringen. Wer das ignoriert, ist kein ernsthaften Zeitgenosse für eine Diskussion.

          • derblondehans schreibt:

            … werte Yael, Sie sind sich da mit Luther ähnlich. Sie picken sich einen Satz und konstruieren eine Kollektivschuld, die es nicht gibt. Vor sie hätten “den Teufel zum Vater”, wie Sie schreiben, steht übrigens, dass sie, der Mob, ihn, Jesus, töten wollten.

          • Yael schreibt:

            Ich rede von keiner Kollektischuld. Eher Sie, der wohl eine Kollektivschuld der Juden an der Kreuzigung Jesus glauben. („Vor sie hätten “den Teufel zum Vater”, wie Sie schreiben, steht übrigens, dass sie, der Mob, ihn, Jesus, töten wollten.)
            Das rechtfertigt natürlich alle Juden veantwortlich zu machen: Sprich: Kollektivschuld.
            Hier können Sie mal was lernen:
            http://www.juedisches-recht.de/rec_prozess_jesu.php
            Was Sie hier propagieren, die Kirche hätte nie Judenhass geprädigt, zeigt, dass Sie Dinge gern ausblenden, die Ihnen nicht gefallen. So kann man keinem Thema gerecht werden und daher sehe ich Sie auch nicht als einen ernsthaften Gesprächspartner an.

          • tapferimnirgendwo schreibt:

            Yael,

            ich glaube, es ist einfach schwer zu akzeptieren, dass Judenhass Jahrhunderte lang nicht Randphänomen sondern Basis des Christentums war. Sowas schmerzt, gerade jenen Christen, die an die Nächstenliebe als Basis glauben wollen.

          • Yael schreibt:

            Klar schmerzt es, aber es gibt Menschen und den Vatikan, die zumindest erkannt haben, dass es so war und die teilweise Konsequenzen gezogen haben. Und man kann auch mal zur Kenntnis nehmen, dass einige Kirchen sehr wohl versucht haben und weiterhin versuchen, den Judenhass theologisch und praktisch aufzuarbeiten. Gott sei Dank gibt es aber viele Christen, die sich dem stellen. Mit Ignoranten geht das natürlich nicht.

          • Aristobulus schreibt:

            Ja. Zumal er einfach falsche Dinge behauptet: Dass die „Kirche Christi“ (welche Kirche meint er?, nicht die katholische jedenfalls) im Jahr 30 von Jesus gegründet sein soll, mag eine Lieblingsmeinung sein, ist aber kein Faktum.
            Wenn er überhaupt existiert hat, dann hat er weder eine ‚Kirche‘ noch überhaupt eine jüdische Abspaltung gegründet, sondern blieb im Judentum verwurzelt. Andere Aussagen sind bestenfalls Wunschdenken.

        • Elisabeth BG schreibt:

          Und Luther irrte sich nicht? Habe nur ganz selten diesbezüglich Kritik gehört. Und die meisten Protestanten wissen gar nicht, was für ein Hetzer er war.

          Wessen Gesites Kind Sie sind zeigen Ihre letzten beiden Sätze. Also halte ich eine Diskusion für nicht gewinnbringend (Oje, jetzt habe ich gewinnbringend geschrieben. Jetzt heißt es, Juden denken nur an Geschäfte! So was aber auch)

          • Yael schreibt:

            Ich habe ähnliches geschrieben, leider steht es auf Mod, warum auch immer.
            Ne, eine Diskussion ist mit dem Herrn nicht gewinnbringend. Er scheint mir eine Art Ideologe zu sein und zu denen dringt nie was durch.

          • kleines Südlicht schreibt:

            [Und die meisten Protestanten wissen gar nicht, was für ein Hetzer er war.]

            Es stimmt, das wissen die meisten von uns nicht unbedingt, weil es inoffiziell und auch von offizieller Seite auch eher verschwiegen wird. Sich von jemandes durchgeknallten Ansichten (was sie einwandfrei sind!) zu distanzieren, sieht anders aus.

          • M. schreibt:

            @elisabeth

            hoffen wir, daß es nur daran liegt, das er blond ist. 😉

        • Klaus Franke schreibt:

          Stmme Dir voll und gans zu

    • kleines Südlicht schreibt:

      # derblondehans:
      in diesen Kommentar (9:59) könnten deutliche küchentischpsychologische und stammtischtheologische Aussagen hineingelesen (oder herausgelesen…?) werden, die keiner brauchen kann, Sie am allerwenigsten. Bitte schreiben Sie etwas deutlicher, was gemeint und vor allem was nicht gemeint ist (nämlich der Wunsch, im interreligiösen Dialog auf wichtige Erkenntnisse der letzten Jahrhunderte schlicht zu verzichten).

      Gerade von folgendem – „nicht hilfreichen“ – Absatz:
      [Auch das Märchen vom (theologischen) ‘Antijudaismus’ ist lächerlich. Das das Missionsgebot aus Mt. 28,19, gerade auch für das eigene Volk des HERRN gilt, kann nicht ernsthaft in Frage gestellt werden, denn wenn die Juden nicht der Erlösung durch Christus bedürften, dann wäre das gesamte Neue Testament schlicht überflüssig.]
      sollte sich aufs deutlichste distanziert werden. Ich weiß nicht, in welchem Sinne der geschrieben ist, aber so wie ich ihn lese halte ich ihn in jeder Beziehung und jedem Teil für völligen Unsinn, besonders inhaltlich wie auch diplomatisch.

      Womit ich sicher nicht allein bin.

      # Rest: Fremd-Sorry für mögliche atavistische Implikationen in dem Dings – ob beabsichtigt oder (hoffentlich) nicht.

    • Klaus Franke schreibt:

      derblondehans,
      Bin gans Deiner Meinung

      • M. schreibt:

        franke ist auch so ein vollpfosten. gut, daß der nie die bedeutung eines mohammed, voltaraires und luthers hatte. den muß man wenigstens nicht für voll nehmen.

    • Zahal schreibt:

      Judenfeindschaft und Judenhass aufgrund der Religion sind zwei verschiedene Dinge, zwar wurden VOR der katholischen Kirche (Rom, Konstantin) Juden wegen ihrem Glauben an dem EINEN G’tt argwöhnisch betrachtet, aber man hasste sie nicht, vielleicht mal ein wenig bilden? Werner Keller zum Beispiel: Und sie wurden zerstreut unter alle Völker? Selbst Manetho und Apion hassten die Juden nicht so, wie es das Christentum getan hat, und ja, es handelt sich um „verschmähte Liebe“ eben weil Juden nicht mit Glanz und Gloria das Christentum annehmen wollten und noch einige andere Ungereimtheiten. In den Evangelien, die übrigens von frühern Kirchenvätern zu ihrem Gusto umgeschrieben wurden, gibt es sehr wohl Antijudaismus, man nannte sie Gottesmörder, weil Rom ja nicht zugeben durfte, daß sie ihren eigenen Gott umgebracht hatten, das schreibt Ihnen jemand, der sich seit Jahrzehnten mit diesen Dingen beschäftigt hat…..also hören sie auf zu relativieren.

  18. Gerswind schreibt:

    Reblogged this on Gerswind.

  19. Eliyah schreibt:

    Sehr gut geschrieben, aber doch irgendwie schwer deprimierend.

Seid gut zueinander!

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