Das Schweigen von arte und dem WDR

Stellen Sie sich einmal vor, im 15. Jahrhundert hätte eine kirchliche Institution eine Abhandlung über die Beschaffenheit der Welt in Auftrag gegeben und die Schreiber wäre zu dem Ergebnis gekommen, die Erde sei rund und bewege sich um die Sonne. Stellen Sie sich weiter vor, die Institution Kirche hätte daraufhin die Abhandlung wegen angeblicher handwerklicher Mängel in den Giftschrank geschlossen und zudem erklärt, die Dokumentation sei nicht dem Auftrag gerecht geworden, weil eine Abhandlung über die Erde als fixe Scheibe in Auftrag gegeben wurde.

So ziemlich genau das ist geschehen, jedoch nicht zum Ende des Mittelalters, sondern im 21. Jahrhundert. Es ist jedoch nicht die Kirche, die so reagiert. Es ist der WDR!

Der WDR hat in Zusammenarbeit mit arte eine deutlich sechsstellige Summe für eine Dokumentation über Antisemitismus ausgegeben. Heraus kam die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner. Diese Dokumentation zeigt in neunzig Minuten den Judenhass Europas, wie er sich in den frühen Zeiten des Christentums verfestigt hat, durch Luther brutalisiert und durch Philosophen, Schriftsteller und Komponisten in Europa gerechtfertigt und schließlich von den Nazis zur industriellen Massenvernichtung von Menschen gemacht wurde. Die Dokumentation zeigt ferner, wie dieser Hass in die arabische Welt exportiert wurde und heute nach Europa zurückkehrt und zwar in Form einer brutalen und durch europäische Organisationen finanzierten Kritik an Israel, die sogar vor Verfolgung und Mord nicht mehr zurückschreckt. Nachdem man die Dokumentation gesehen hat, versteht man die letzten Sätze der Dokumentation:

„Niemals, ich bin überzeugt, niemals wären die Araber in Frankreich den Juden gegenüber gewalttätig geworden, hätte man sie nicht überzeugt, dass es ihre Pflicht ist, sich mit ihren Glaubensbrüdern in Palästina solidarisch zu zeigen. Sie hätten das sonst nie gemacht. Aber man hat ihnen eingeredet, dass das notwendig ist und da ein Teil derer, die Macht haben, sich so etwas erlaubt haben, hat das für sie die Attacken gerechtfertigt und sie unterstützt.“

Die Liste der Menschen, die so gewalttätig wurden, dass sie Juden mordeten ist lang und die Dokumentation zeigt sie:

Am 21. Januar 2006 wurde Ilan Hamimi in Frankreich von einer Gruppe muslimischer Männer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert, weil er Jude war. Ihm wurde unter anderem bei lebendigem Leibe der Penis abgeschnitten. Am 19. März 2012 wurden drei Kindern und ein Erwachsener vor einer jüdischen Schule in Toulouse von einem selbsternannten Kämpfer des Islams ermordet, weil sie Juden waren. Am 24. Mai 2014 wurden zwei Israelis und eine Französin im Jüdischen Museum in Brüssel erschossen. Am 3. Dezember 2014 wurde ein jüdisches Paar in Paris brutal überfallen. Die Angreifer stürmten in die Wohnung und brüllten: „Ihr seid Juden, also seid ihr reich!“ Sie raubten Schmuck und Geld und vergewaltigten die Frau vor den Augen ihres Freundes. Wochen zuvor hatten die selben Täter einen siebzigjährigen Juden verprügelt. Am 9. Januar 2015 nahm ein selbsternannter Kämpfer des Islamischen Staats in einem jüdischen Supermarkt mehrere Geiseln und tötete vier Juden. Am 13. November 2015 wurde das Bataclan Theater in Paris Ziel eines Anschlags, bei dem neunzig Menschen ermordet wurden. Das Theater wurde nicht zufällig ausgesucht. Jahrelang hatten die jüdischen Besitzer des Theaters Spendengalas für Israel organisiert. Das Theater wurde seit 2008 massiv bedroht und entging im Jahr 2011 erstmals einem Terroranschlag. Im Sommer 2014 wurden auf deutschen Straßen diese Parolen gebrüllt:

„Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“
„Juden ins Gas!“
„Adolf Hitler!“
„Tod den Juden!“

All diese antisemitischen Verbrechen werden in dem Film erwähnt und ihre Wurzeln durchleuchtet. Sie liegen im Nahen Osten, wo die Hamas zur Vernichtung aller Juden aufruft und die Fatah Judenmörder feiert. Die Dokumentation zeigt, dass dieser Hass auf Juden im Gazastreifen und in der palästinensischen Autonomie durch Gelder aus Deutschland und Europa finanziert wird. Gelder von Brot für die Welt, Misereor und der Europäischen Union benutzt, um im Nahen Osten Judenhass zu finanzieren und arabische Kinder zu missbrauchen, indem sie dazu gezwungen werden, als Schutzschilde für den Judenmord zu fungieren. Dieser Hass wird dann nach Europa zurückexportiert. Es wundert daher nicht, dass der Terror, wie wir ihn von palästinensischen Terroristen kennen, die mit Autos und Lkws in Menschenmengen rasen und wahllos Passanten abstechen, jetzt auch in Europa um sich greift.

Fast alle antisemitischen Judenmorde in Europa im 21. Jahrhundert gingen auf das Konto von Israelhassern, deren Hass von Ideologen aus dem Nahen Osten gespeist wurde. Die Gründugscharta der Hamas erklärt in Artikel 7 die Vernichtung aller Juden als Endlösung des Konflikts mit den Juden. Minister der Hamas rufen offen zur Vernichtung aller Juden auf. Im arabischen Fernsehen, werden Kinder dazu erzogen, Juden töten zu wollen. Hitler wird verehrt und der Holocaust von hohen arabischen Regierungsstellen wahlweise geleugnet oder gefeiert. All das zeigt die Dokumentation. Das WDR Social Media-Team aber erklärt:

„Der Film entspricht nicht dem Auftrag von arte, nämlich den „Antisemitismus in Europa“ zu beleuchten. Das behandelt der Film allerdings nur in Teilen. Der WDR kann die Kritik von arte nachvollziehen, da der Film nicht liefert, was beauftragt war.“

Wer sagt, die Dokumentation über den Antisemitismus in Europa hätte sich nicht so ausführlich mit dem Nahen Osten beschäftigen dürfen, sagt damit, die Dokumentation über Antisemitismus in Europa hätte sich nicht so ausführlich mit den Judenmorden in Europa beschäftigen dürfen, denn sie alle sind im nah-östlichen Konflikt eingebettet.

Früher, als noch die Kirche bestimmte, was gute und schlechte Literatur ist, da waren die Menschen gezwungen, die Kirche zu finanzieren. Die Kirche sagte: „Es ist nur zu Eurem Besten!“ Wer die Kirche und ihre erklärte gute Absicht in Frage stellte, war ein Ketzer! Interessanterweise ist es heute nicht anders, jedoch sind wir jetzt gezwungen, die öffentlich-rechtlichen Sender zu finanzieren, allerdings mit der selben Begründung, mit der sich die Kirche jahrhundertelang das Geld ergaunert hatte. Sie behaupten einfach, ohne ihre Existenz würde alles noch viel schlimmer werden und mit den erzwungenen Geldern sorgen sie dafür, dass gut und richtig berichtet wird, weil nur sie unabhängig und sündenfrei genug sind, um anständig und vernünftig zu berichten. Der Mensch brauche nun mal gute Hirten, sagen sie und diese guten Hirten seien nun mal sie, alternativlos!

So redete einst die Kirche und so reden heute die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Ein großer Teil der Bevölkerung folgte in Sündenscham gebeugt gerne dieser Rhetorik und erklärte: „Wir zahlen unseren Teil gerne!“

Im Jahr 2017 muss für jede Wohnung in Deutschland monatlich 17,50 Euro bezahlt werden, damit die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gute Fernsehsendungen für das Volk einkaufen. Der WDR gab von diesem Geld nun einen Bericht über Antisemitismus in Europa in Auftrag, der allerdings genau so beschaffen sein musste, wie ihn sich der Auftraggeber vorgestellt hatte. So wie einst für die Kirche feststand, was das Ergebnis einer Recherche zu sein hatte, nämlich ein Ergebnis, das sich in das eigene Weltbild einfügt, so muss heute ebenfalls das Ergebnis einer von einem öffentlich-rechtlichen Sender in Auftrag gegebene Dokumentation über Antisemitismus in Europa ist das vorgefertigte Weltbild passen. Als sich herausstellte, dass das Ergebnis anders war, verweigerten der Sender die Ausstrahlung. Eine Recherche in Auftrag zu geben, jedoch nicht zu zeigen, weil einem das Ergebnis nicht passt, ist nicht wissenschaftlich, sondern ideologisch-fundamentalistisch, beim WDR ebenso wie in der Kirche.

Früher sorgte sich die Kirche um die Schäfchen im Staat, heute die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Können wir nicht froh sein, in einem Staat zu leben, der so gut auf uns aufpasst? Vermutlich kaufen die Anstalten bald wieder einen Film, in dem Israel so richtig schön kritisiert wird, damit wir wieder gutes deutsches Fernsehen mit bösen jüdischen Siedlern sehen können.

Ich weiß zwar nicht, wie sich der WDR Antisemitismus in Europa vorstellt, aber ich weiß, dass die Juden, die gerade in Europa verfolgt und ermordet werden, deshalb ermordet werden, weil die Mörder glauben, dass es ihre Pflicht ist, Juden und jüdische Kinder zu ermorden, um sich so mit ihren Glaubensbrüdern in Palästina solidarisch zu zeigen. Man hat ihnen eingeredet, dass das notwendig ist! Diese Einredung wird seit Jahrzehnten von der Europäischen Union und christlichen Nichtregierungsorganisationen finanziert und von öffentlich-rechtlichen Sendern durch einseitige, israelkritische Berichterstattung befördert. Hätten die öffentlich-rechtlichen Sender an all den vielen israelkritischen Berichten die gleiche handwerkliche Messlatte angelegt, wie an „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“, die meisten Berichte hätte nie gesendet werden dürfen, da sie nachweislich falsche Zahlen und Namen beinhalteten.

Am 14. August 2016 sendete die ARD einen Bericht von Markus Rosch, der mehr aus Propaganda denn aus Fakten bestand. Die Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier (SPD) warf daraufhin der ARD vor, mit dem Bericht zu lügen. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Feist (CDU) sprach sogar davon, die ARD verbreite Propaganda. Tatsächlich war der Film voller handwerklicher Fehler. Die Zahlen des Experten hielten einer genaueren Prüfung nicht stand und nicht mal der Name des Experten war von der ARD richtig wiedergegeben. In einer öffentlichen Stellungnahme räumte die ARD später Versäumnisse ein und drückte ihr Bedauern aus.

In einem anderen Bericht unter dem Titel „Gaza im Winter“ durfte Markus Rosch behaupten, in Gaza Stadt lebten über 100.000 Menschen auf 12 Quadratmetern. Auch diese Zahl war nachweislich falsch!

Kurz vor der Wahl in der Niederlanden am 15. März 2017 sendete der WDR einen alten Bericht aus dem Jahr 2011 über Geert Wilders, in dem Juden ausschließlich als Fanatiker und Gefahr präsentiert wurden. Schon im Jahr 2011 waren dieser Dokumentation zahlreiche handwerkliche Fehler nachgewiesen worden, aber der WDR sendete den Film dennoch über fünf Jahre später wieder.

Dies sind nur ein paar Beispiele. In dem Artikel „Ich klage an!“ habe ich eine lange Liste journalistischer Fehlleistungen dokumentiert. Heute schreibt der WDR als Begründung für seine Weigerung den Film „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner zu zeigen:

„Wir bedauern, dass die redaktionelle Abnahme im WDR offenbar nicht den üblichen in unserem Haus geltenden Standards genügte. Wir arbeiten das derzeit intern auf. Dabei geht uns Sorgfalt vor Schnelligkeit – ungeachtet der aktuellen öffentlichen Diskussion über einen nicht ausgestrahlten Film. Selbstverständlich haben wir ein großes Interesse, die Dokumentation zu veröffentlichen, sofern die darin getroffenen Behauptungen und Informationen belegt und journalistisch sorgfältig geprüft sind.“

Das sind unglaublich hochtrabende Worte, wenn man bedenkt, dass der WDR in der Vergangenheit schon oft schlampige Reportagen, die Israel kritisieren und voller handwerklicher Fehler waren, in aller Schnelligkeit gesendet hat. Ausgerechnet jetzt will der WDR ganz sorgfältig einen Bericht prüfen, der genau diese Schlampigkeit im Umgang mit Israel kritisiert? Kann es sein, dass die Dokumentation deshalb so streng geprüft, weil diesmal der WDR selbst von der Kritik betroffen ist? Wenn dem so ist und ich sehe keine Anhaltspunkte, daran zu zweifeln, dann ist der WDR nicht objektiv, sondern das genaue Gegenteil davon: Der WDR ist befangen! Das Urteil über einen Bericht über Judenhass in Europa ist dann so wertvoll wie das Urteil eines Mönches aus dem 16. Jahrhundert über einen Bericht über Judenhass in Europa.

Gegen eine strenge Prüfung von Fakten ist nichts einzuwenden, gäbe es bei den öffentlich-rechtlichen Sendern nicht eine lange Geschichte von ungeprüften Aussagen und Berichten gegen Israel, die sich nach der Ausstrahlung als Lügen herausstellten. Die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner ist handwerklich deutlich besser als all die von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten finanzierten israelkritischen Dokumentationen, denen derart viele Fehler nachgewiesen wurden, dass sich die Verantwortlichen dafür später rechtfertigen und um Entschuldigung bitten mussten. Darum sage ich Ihnen:

Wer Lügen über Israel verbreitet, aber ein Bericht über Antisemitismus einer journalistischen Sonderbehandlung unterzieht, der veruntreut in gewissem Sinne die Rundfunkgebühren und öffnet dem Judenhass die Tür genau den Spalt breit, den der Hass braucht, um in deutsche Wohnzimmer zu gelangen. Sie verharmlosen den Judenhass, indem sie nicht wahrhaben wollen, dass sich der Judenhass über die Jahrhunderte immer als sehr wandlungsfähig erwiesen hatte. Aber der Judenhass bewegt sich doch, auch in den Reihen der öffentlich-rechtlichen Anstalten! Judenhass ist überall!

Der Hass auf Juden ist so alt, dass er bis in die kleinste Faser mit unserer Kultur verwoben ist. Judenhass findet sich im Christentum und im Islam. Er findet sich bei aufgeklärten Denkern wie Immanuel Kant und Voltaire, bei Schriftstellern wie Charles Dickens und Oscar Wilde, bei Komponisten wie Johann Sebastian Bach und Richard Wagner, ja sogar bei Karl Marx. Der Judenhass durchzieht unsere Kultur so sehr, dass niemand in unserer Gesellschaft vor diesem Hass gefeit ist, nicht mal Juden selbst.

So sicher, wie jeder Mensch, ob nun männlich oder weiblich, in einer sexistischen Gesellschaft sexistisch denkt, so denkt jeder Mensch, möge er nun Jude sein oder nicht, in einem judenfeindlichen Umfeld auch mal judenfeindlich. Ja, auch ich! Wir können uns diesen Hass jedoch bewusst machen und so bekämpfen! Der Judenhass ist erschreckend wandelbar. Es ist die Stärke des Judenhasses, sich stets den neuen Gegebenheiten anpassen zu können. Es gibt drei große Arten des Judenhasses: Antijudaismus, Antisemitismus und Antizionismus.

Antijudaismus ist der Hass auf das Judentum als Religion. Antisemitismus ist der Hass auf das Judentum als vermeintliche Rasse. Antizionismus ist der Hass auf das Judentum als Nation. Ob nun aber Antijudaismus, Antisemitismus oder Antizionismus, in allen drei Fällen ist die Definition von Judenhass gleich. Henryk M. Broder hat es auf die einfache Formel gebracht:

“Ein Judenhasser ist, wer an Juden kritisiert, was er an anderen Menschen nicht kritisiert.”

Der christliche Judenhass nannte sich Antijudaismus. Antijudaisten nannten Juden Kindermörder, verfolgten sie und griffen ihre Synagogen an. Antijudaismus war der Hass auf das Judentum als Religion. Einer der bekanntestes Einpeitscher des Antijudaismus war Martin Luther. In seiner Abhandlung „Über die Jüden und ihre Lügen“ erklärte er:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ forderte er:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“

Mit der Aufklärung nahm der christliche Antijudaismus ab. Seinen Platz nahm der Antisemitismus ein. Antisemiten erklären Juden zu einer minderwertigen Rasse, nennen Juden Kindermörder, verfolgen und ermordeten sie und greifen ihre Synagogen an.

Antisemitismus ist der pseudo-wissenschaftliche Versuch, dem alten religiösen Judenhass ein neues Gewandt zu geben. Nachdem viele Menschen die Kostüme der christlichen Dogmen und Fundamentalismen abgelegt hatten, erkannten sie zwar, dass sie nackt waren, jedoch auch, dass sie immer noch keine Juden mochten. Der Judenhass war in langer, traditioneller Ausübung so tief in ihren Herzen verankert, dass er sich in das Zeitalter der Aufklärung retten konnte.

Die Ideologie des Antisemitismus’ geht zu einem nicht unerheblichen Teil auf den Journalisten Wilhelm Marr (1819-1904) zurück. Er gehörte dem extrem linken Flügel der radikal-demokratischen Partei um 1848 an und war erklärter Atheist. Wilhelm Maar war links, demokratisch und er hasste Juden! In seiner linker Überzeugung waren die Juden schuld am Liberalismus, weil sie sich den jüdisch konnotierten Kapitalinteressen verschrieben hätten. In Berlin erschien im Februar 1879 seine Propagandaschrift “Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet”, die noch im selben Jahr zwölf Auflagen erlebte. In dieser Schrift grenzt sich Marr deutlich von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptet stattdessen, dass die Juden eine fremde Rasse von „Parasiten“ seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreiben. Diesen Paradigmenwechsel von Religion zu Rasse verdeutlichte er durch die Benutzung des Begriffs „Antisemitismus“. Marr prägte wesentliche Klischees und Schlagworte. Er legte 1880 mit seiner Schrift “Goldene Ratten und rothe Mäuse” die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in “Mein Kampf” vertrat.

Wilhelm Marr gehört zu jenen aufgeklärten Demokraten, die zwar auf Gott und den König verzichten konnten, nicht aber auf den Judenhass. Mit pseudo-wissenschaftlicher Akribie wurde der Judenhass intellektuell rehabilitiert und dabei brutalisiert. War es bei dem religiösen Judenhass noch möglich, dass ein Jude Christ werden konnte, um der Verfolgung zu entgehen, war der Jude für den Antisemiten ein ewiger Jude und dadurch nur noch durch die physische Vernichtung zu entfernen.

Als der Antisemitismus aufkam, kannten viele Menschen nur den klassischen Antijudaismus. Sie sahen den Antijudaismus nicht mehr als große Gefahr an. Das Christentum hatte schließlich seine absolute Macht eingebüßt und in Deutschland wurden Juden sogar Ende des 19. Jahrhunderts vollwertige Bürger des Deutschen Kaiserreichs. Der Antisemitismus könnte wüten, weil er fahrlässig unterschätzt wurde.

Unterschätzt wird heute die neue Form des Judenhasses. Es ist der Antizionismus! Antizionisten erklären Juden zu einem Volk, das nichts aus dem Holocaust gelernt haben soll. Antizionisten nennen Juden Kindermörder, verfolgen und ermorden sie und greifen ihre Synagogen an. Antizionismus ist der Hass auf das Judentum als Nation. Wieder findet sich dieser neu definierte alte Hass auf Juden besonders in linken Kreisen. Wieder wird dieser Hass maßlos unterschätzt, wie man an der Friedenauer Gemeinschaftsschule in Berlin erkennen kann.

Die hysterische Kritik an Israel ist nichts weiter als blanker Judenhass, weil an Israel kritisiert wird, was bei allen anderen Ländern der Welt ignoriert wird. Israel wurde von den Vereinten Nationen öfter mit kritischen Resolutionen bedacht, als alle anderen Nationen zusammen. Israel ist für viele der Jude unter den Staaten. Sie hassen Israel nicht aufgrund eines bestimmten Handels, sondern weil Israel überhaupt handeln kann, egal wie! Es ist die pure Existenz Israels, die nicht erwünscht ist.

So wie der Antijudaismus einst von Christen ausging, so hat der Antizionismus heute in der muslimischen Gemeinschaft einen willigen Vollstrecker. Die muslimische Hamas hat nicht nur einen Hass auf Israel, sie fordert in Artikel 7 ihrer Gründungscharta zudem die Vernichtung aller Juden weltweit. Die Hamas peitscht ihre Feinde ein und schießt immer wieder und oft täglich tausende Raketen in Richtung Israel ab, um so viele Kinder, Frauen, Zivilisten, Schulen, Hospitäler, Atomkraftwerke und Heime wie möglich zu treffen. Statt aber Israels Recht auf Selbstverteidigung zu verteidigen, wird von vielen Leuten erwartet, Israel solle mit den Judenhassern verhandeln. Wie aber verhandelt man mit einer Terrororganisation, die alle Juden vernichten will? Soll Israel dieser Organisation etwa auf halbem Weg entgegenkommen?

Israel muss jeden Krieg gewinnen! Nach zehn Kriegen muss es 10:0 stehen. Ein 9:1 ist nicht möglich. Nur ein verlorener Krieg bedeutet, dass Israel nicht mehr existiert. Israel lebt seit seiner Gründung in einer permanenten Sudden Death Situation. Der Gegner kann ruhig einen Krieg nach dem anderen verlieren; Israel aber muss jeden Krieg gewinnen. Israel hat daher kein Interesse an einen Krieg. Israel ist eine marktwirtschaftliche Demokratie und wäre lieber von Geschäftspartner umgeben als von Feinden.

Der Antizionismus blendet das alles aus. Der Antizionismus wird in Deutschland so fahrlässig unterschätzt wie einst der Antisemitismus. Der Antijudaismus hatte einst mit Luther seinen bedeutendsten deutschsprachigen Unterstützer. Der Antisemitismus hatte in Hitler seinen besten Verbündeten. Heute wütet der Antizionismus. Wie wird sich Deutschland wohl diesmal entscheiden? Diether Dehm von der Partei Die Linke hat sich bereits entschieden und trumpft mit dieser Definition von Antisemitismus auf:

“Der Antisemitismus wurde das, was er wirklich ist: Eine massenmordende Bestie. Und deswegen dürfen wir nicht zulassen, dass man den Begriff des Antisemitismus für Alles und Jeden inflationiert. Antisemitismus, das ist Massenmord! Und es gibt überhaupt keinen Anlass, wenn mein Kollege und Freund Rolf Becker hier spricht, wenn von irgendeiner Seite dazwischengepöbelt wird Antisemitismus. Antisemitismus ist Massenmord und muss dem Massenmord vorbehalten bleiben!”

In Deutschland beginnt Antisemitismus laut Diether Dehm also erst mit der Vergasung von 6 Millionen Juden. Alles darunter ist vermutlich eine Ordnungswidrigkeit! Der Antizionismus wird heute so verharmlost wie einst der Antisemitismus. Die Überzeugungen vieler Judenhasser von heute lautet: „Israel ist unser Unglück!“

Mit diesem Hass können viele Islamisten etwas anfangen. Sie sind fest davon überzeugt, dass die Welt friedlich wäre, wenn nur alle den Islam annehmen würden. In einer erst jüngst gehaltenen Predigt des Sheich Ibrahim Madhi in der Sheik ‘Ijlin Moschee befasst sich der Redner mit einer Hadith-Stelle, in der Mohammed die perfekte Welt erst nach dem Tod aller Juden verorten kann.

Mohammed sagt dort: „Die Stunde wird nicht kommen, bis ihr gegen die Juden solange kämpft, und bis der Stein, hinter dem sich der Jude versteckt hat, spricht: „Du Muslim, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, so töte ihn.”

Sheich Ibrahim Madhi interpretiert: Der Prophet sagt: ‘Die Juden werden gegen euch kämpfen, und Allah wird Euch als Herrscher über sie setzen.’ Wir blasen sie in die Luft in Hadera, wir blasen sie in die Luft in Tel-Aviv und in Netanya. Und auf diese Weise wird Allah uns als Herren über diese Rotte hergelaufener Landstreicher setzen. Wenn ein Jude sich hinter einem Stein oder einen Baum versteckt, dann werden der Stein oder der Baum sagen: Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm und töte ihn…“

Als die Nazis ihren mordenden Judenhass propagierten, ging Heinrich Himmler ein Bündnis mit Teilen des Islams ein, u.a. mit dem Mufti Al Husseini. Dieses Bündnis wird noch heute von islamischen Organisationen als heilig angesehen, der Hitlergruß ist gängige Praxis bei der Hamas wie bei der Hisbollah, wie man hier sehen kann. Mehrere islamische Staaten, unter ihnen Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen sind stolz darauf, „judenfrei“ zu sein. Sie haben geschafft, woran Hitler gescheitert war.

Die brutalsten judenfeindlichen Ausschreitungen in Europa haben mittlerweile einen islamistischen Hintergrund. In der Stadt Odense in Dänemark wurden Ende 2008 zwei Israelis angeschossen. Ein paar Wochen später am 8. Januar 2009 rief auf den Straßen in Oslo ein überwiegend muslmischer Mob “Tötet die Juden!” und “Schlachtet die Juden ab!” In Hannover wurden im Jahr 2010 Juden von muslimischen Kindern und Jugendlichen mit Steinen beworfen. Welche Vorbilder haben diese Kinder? In Offenbach wurde ein Rabbiner in einer Einkaufspassage angegangen. Auf Facebook werden seit Jahren täglich Rufe nach der Vergasung und der Vernichtung aller Juden laut. In Dänemark weigerte sich eine Schule 2008/2009, jüdische Kinder anzunehmen, da dadurch die Sicherheit gestört werden würde, da dort auch muslimische Kinder zur Schule gehen. In Duisburg wurde 2009 unter massiver Polizeigewalt eine Israelfahne aus einer privaten Wohnung entfernt, weil sie von draußen zu sehen war, was einem arabisch skandiereden Mob nicht gefiel.

Dieser Hass wird auch in deutschen Moscheen gelehrt. Im Jahr 2016 schickte der Journalist Constantin Schreiber einen Mann inkognito in fast zwanzig Moscheen in Deutschland, um sich die Freitagspredigten anzuhören. Was er zu hören bekam, war wenig vertrauenserweckend und teilweise sogar sehr erschreckend. Die Gläubigen wurden allesamt dazu aufgerufen, sich vom Leben in Deutschland abzugrenzen. Constantin Schreiber sagt:

„Der Aufruf zur Abgrenzung zieht sich wie ein roter Faden durch die Texte.“

In Moscheen in Deutschland wird gepredigt, dass Demokratie und Islam sich ausschließen und kein gläubiger Muslim demokratisch und liberal sein kann. Es wird offen gegen Juden gehetzt. Syrischen Flüchtlinge, die die Predigten gehört haben, erzählen Constantin Schreiber, sie seien überrascht, dass solch aggressive und rückwärtsgewandte Predigten in Deutschland gehalten werden. Aus Syrien, so erklären sie, kennen sie das nicht.

Ich weiß nicht, welche Predigt die Terroristen in Europa hörten, bevor sie loszogen, um Juden zu morden, ich weiß auch nicht, wer die islamischen Lehrer jener jungen Muslime sind, die auf deutschen Schulhöfen das Wort „Jude“ wieder als Schimpfwort salonfähig gemacht haben, aber ich muss leider feststellen, dass sie sich selber als Muslime sehen. Sie behaupten sogar, ihren Hass im Namen des Propheten zu begehen. Der Ruf nach Allahs Größe begleitete so ziemlich sämtliche Morde des 21. Jahrhunderts in Europa die einen judenfeindlichen Hintergrund hatten.

Es reicht daher nicht, einfach zu behaupten, all die Verbrechen hätten nichts mit dem Islam zu tun. Natürlich haben sie das! Ich würde die Judenhasser und Terroristen, die brüllen und morden auch am liebsten schlicht Arschlöcher nennen, aber ich kann nicht ignorieren, dass sie sich selber als Muslime bezeichnen; sogar als wahre Muslime, berechtigt, für die gute Sache Juden zu morden. Vor hundert Jahren war es die christliche Kirche, die Juden als Brunnenvergifter und Kindermörder bezeichnete. Sie ebnete so den Weg in den Holocaust. Heute sind es Moscheen, in denen der Hass auf Juden gepredigt wird, übrigens mit den gleichen Worten.

Dieser Hass heute unterscheidet sich nicht mehr von dem Hass der Nazis damals. Es ist jedoch erschreckend, dass beide Formen des Hasses von Deutschland aus finanziert wurden und werden. Genau das zeigt die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner und es ist eine Schande, dass die öffentlich-rechtlichen Sender sich weigern, diesen Hass zu dokumentieren. Sie schweigen lieber.

Schweigen war in Deutschland immer schon die beste Verbündete des Judenhasses. Im 21. Jahrhundert wird dieses Schweigen sogar von Rundfunkgebühren finanziert.

Ich schweige nicht:

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15 Antworten zu Das Schweigen von arte und dem WDR

  1. Dante schreibt:

    Stellen Sie sich weiter vor, die Institution Kirche hätte daraufhin die Abhandlung wegen angeblicher handwerklicher Mängel in den Giftschrank geschlossen und zudem erklärt, die Dokumentation sei nicht dem Auftrag gerecht geworden, weil eine Abhandlung über die Erde als fixe Scheibe in Auftrag gegeben wurde.

    Unwahrscheinlich. Das damals als gültig betrachtete Weltbild war das einer fixen Kugel – im Zentrum des Kosmos, aber rund. Manche Autoren stellten sich im Inneren der Erde die Hölle vor. Irgendwie bezeichnend, dass die Hölle als Zentrum des gesamten Kosmos gedacht wurde…

  2. Pingback: Vor langer Zeit… | himmel und erde

  3. Peter Müller schreibt:

    Greifen wir den Vorwurf von Mirna Funk doch einfach mal auf und schließen testweise einen Kompromiss, indem wir die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“ tatsächlich mal als Propaganda auffassen, nämlich als Propaganda gegen Antisemitismus. Selbst wenn die Dokumentation diesbezüglich wirklich „handwerkliche Mängel“ aufweisen sollte, wer könnte sich ernsthaft gegen ihre Ausstrahlung aussprechen, wenn er sich selbst doch gar nicht als Antisemiten betrachtet? Wäre allein das „Qualitätskriterium“ für die Ausstrahlung einer Dokumentation ausschlaggebend, dürften vermutlich 80% aller Dokumentationen aus dem einen oder anderen Grund nicht gezeigt werden. Fakt ist, dass sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mit ihrer Weigerung die Dokumentation auszustrahlen so richtig in die Sch**** geritten haben und jetzt sehen müssen, wie sie da wieder rauskommen, ohne dabei noch weiter ihr Gesicht zu verlieren. Noch viel bedenklicher als die Nichtausstrahlung ist das offensichtliche Kartell des Schweigens bei den Öffentlich-Rechtlichen. Lediglich der Deutschlandfunk hat die „freie“ und „erfahrene“ Nahost-Korrespondetin Gemma Pörzgen zu Wort kommen lassen, um die Dokumentation im Nachhinein noch ordentlich zu diskreditieren (quasi stellvertretend für alle öffentlich-rechtlichen Medien, die sich aufgrund des vermutlichen internen Maulkorberlasses nicht dazu äußern wollen oder dürfen).
    http://www.deutschlandfunk.de/antisemitismus-film-er-hat-eine-sehr-klare.694.de.html?dram:article_id=388747
    Interessanterweise hat sich mittlerweile hat sich eine ziemlich unheilige, um nicht zu sagen umheimliche Koalition der Kritiker der Doku von rechts bis links gebildet:
    Für die Rechtspopulisten von „Nachdenkseiten“ Jens Berger:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=38750
    Für die Sozialisten von „Neues Deutschland“ Peter Ullrich:
    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1054225.ein-kaum-zu-ueberbietendes-zerrbild-vom-nahostkonflikt.html

    Also genau genommen Reaktionen, wie nicht anders zu erwarten waren, eben von den politischen Strömungen, die bereits im Film dokumentiert wurden.

  4. anti3anti schreibt:

    Mittelalter liegt immer zwischen Jetzt und Antike. Auch 2017 wird bald Mittelalter sein.

  5. ZetaOri schreibt:

    „Stellen Sie sich einmal vor, im 15. Jahrhundert hätte eine kirchliche Institution eine Abhandlung über die Beschaffenheit der Welt in Auftrag gegeben und die Schreiber wäre zu dem Ergebnis gekommen, die Erde sei rund und bewege sich um die Sonne. Stellen Sie sich weiter vor, die Institution Kirche hätte daraufhin die Abhandlung wegen angeblicher handwerklicher Mängel in den Giftschrank geschlossen und zudem erklärt, die Dokumentation sei nicht dem Auftrag gerecht geworden, weil eine Abhandlung über die Erde als fixe Scheibe in Auftrag gegeben wurde.“

    Viel schlimmer: Der Schreiber ist nicht brav auf der Erde geblieben, wo aus es ja vordergründig so aussieht und daher als unbezweifelbares Dogma gilt, der Boden unter den Füßen sei flach und feststehend und die Himmelskörper würden sich bewegen, sodern er hat sich nach außerhalb begeben, von wo ein Blick auf das Gesamtsystem möglich wird, der exakt das Ergebnis des Schreibers bestätigt.
    Am schlimmsten: Er hat auch noch nachgewiesen, dass Form und Bewegung der Erde nicht zufällig sind, sondern dass da Kräfte wirken, die für diese Konstellation verantwortlich sind.

    Nun war der ‚kirchlichen Institution‘ natürlich schon längst bekannt, dass das Weltbild, welches sie ihren Gläubigen vermittel, an dem sie fleißig mitgezeichnet hat und dass sie in der Abhandlung gerne bestätigt bekommen wollte, nicht so ganz konsistent, besser: von vorne bis hinten erstunken und erlogen ist. Aber das kann man doch den Gläubigen nicht so einfach offenbaren.
    Nachher rufen die noch: „Lügenkirche!“
    Und die, deren ganzes Lebensgebäude auf diesem Weltbild beruht, die ständen plötzlich schwạnkend ohne ideologische Stütze da und bekämen Angst, von der Welt herunterzufallen. Kann man doch nicht machen!
    Dieser blöde Schreiber, dieser blöde: Hat den keiner gebrieft?

    • Aristobulus schreibt:

      🙂
      …und ausgerechnet die Bildzeitung hat jetzt Galileo Galileis Rolle verkörpert, so dass alle durchs kleine Fernrohr mitsehen konnten, was da draußen worum so kreist.
      Wer hätte das je vermutet?

  6. Justin Teim schreibt:

    Hier mal ein differenzierender Kommentar zu den verschenkten Möglichkeiten des Films:

    http://www.zeit.de/freitext/2017/06/14/antisemitismus-dokumentation-funk/

    • Aristobulus schreibt:

      Bitte?, ein differenzierender Kommentar?, das ist ja eine ganz dumm unsinnige Beutreilung.

      „…wie ich einen großen Schmerz und gleichzeitig eine große Wut in mir spürte. Wut, die ich vier Jahre später in meinem Roman Winternähe katalysieren würde, indem ich…“
      Aha.

      Und was will sie mit dem Film?, hat sie ihn gesehen?, oder sie wollte eine Serie von zehn Dokumentarfilmen sehen, war dann enttäuscht über nur einen einzigen, und zu wenig flapsig war er ihr vielleicht auch?, weswegen sie die Flapsigkeit in ihrem Aufsatz ja nun mal verdoppelt (wenngleich ohne Witz).

      • Aristobulus schreibt:

        … und zu wenig Linksextreme aus Israel waren ihr in dem Film. Also viel zu wenig Linksextreme, schreibt sie. Wie schön, wenn im Film endlich wieder Linksextreme aus Israel gewesen wären, so wie sonst überall auch, nein?, denn die sind da in Israel bekanntlich sehr maßgeblich und noch zahlreicher vertreten als bei Arte und WDR zusammen.
        [sarc/off]

        Wenn die ZEIT schon so einen unendlich authenthisch eigensinnigen, unendlich selbstbezogenen Artikel ganz nach vorn in die erste Reihe zur Verteidigung des staatlichen Antisemitenfernsehen schiebt, wie verzweifelt mag man da sein-?
        Hätte man nicht einen Spezialistenartikel von den Spezialisten Todenhöfer oder der Hechtin mal ganz schnell gegen den Film feuern lassen können?

        • Justin Teim schreibt:

          Ich weiß nicht ob es so zielführend ist mit einem Vertreter der „Wer-nicht-für-uns-ist-ist-gegen-uns“ – Fraktion zu diskutieren. Sie setzen sich überhaupt nicht mit den Argumenten der Frau auseinander sondern greifen sie nur ad hominem an. Und ja, sie hat den Film gesehen.

          • Clas Lehmann schreibt:

            Argumente…? Da steht wenig Argumentatives, da steht persönliche Betroffenheit, die sich in dem Film nicht dargestellt sieht, und das beklagt.

          • Aristobulus schreibt:

            Wer lesen kann, der liest, dass die Frau außer ein wenig Selbstdarstellerei überhaupt keine Argumente hat außer „aber die Besatzung!“
            Sie sind ein Lügner, Teim.
            Und wieder schleicht sich immer der selbe Gesperrte wieder herein, nun mit dem 87sten gefälschten Pseudonym.

    • Frase0815 schreibt:

      Es ist ein (ich vermute mal typischer) dummer ZEITgeist-Kommentar von einer offensichtlich Links-Verwirrten, die der phantasievollen Idee anhängt, man müsse um den aktuellen Antisemitismus zu dokumentieren, unbedingt auch die „Gräuel der israelischen Besatzung“ thematisieren. Ohne das kein ausgewogener Antisemitismus.
      Proisraelische Propaganda? Blanker Unsinn. Und selbst wenn, wäre die der eine Tropfen in einem Meer von antiisraelischer Propaganda der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, wie hier im Blog ja hinlänglich zu nachzulesen ist.
      Dazu das Lamento, dass es am allerwichtigsten für die Jüdische Gemeinschaft Deutschlands (!) gewesen wäre, eine Dokumentation darüber zu drehen, was es bedeutet, all diesen Antisemitismus-Formen tagtäglich ausgesetzt zu sein. Wohingegen ja nur „französische Achtklässler in einem Vorort von Paris ihren Wunsch äußern, nach Israel auszuwandern“. Ähm, warum wollen die noch gleich auswandern? Wegen schlechten Wetters? Hat die Olle den Film überhaupt gesehen? Hat sie registriert, was die Schüler geschildert haben? Oder zählen diese Aussagen nicht, weil es ja die „Jüdische Gemeinschaft Deutschlands“ nicht betrifft?

      Noch ein Schmankerl PS zu Schluss:
      Im Abspann wird tatsächlich Susanne Knaul unter „Mitarbeit Israel und palästinensische Gebiete“ genannt. Was die Filmemacher der wohl erzählt haben, woran sie arbeiten? 😈

  7. Michael Gabriel schreibt:

    Lieber Gerd Buurmann,
    haben Sie herzlichen Dank für Ihre unermüdlichen Bemühungen für die Humanität und gegen die grassierende Judenfeindschaft und die Homophobie weltweit! Ich verfolge Ihren Blog noch nicht so lange, aber mit sehr großem Gewinn.
    In Ihrem Artikel oben über das Schweigen von arte und WDR teile ich Ihre Analyse und halte den Umgang dieser beiden gebührenfinanzierten Sendern mit der nicht ausgestrahlten Dokumentation aufgrund der Sonderbehandlung für skandalös.
    Gestolpert bin ich jedoch über eines Ihrer Argumente, wo Sie ausführen, „dass die Dokumentation von Sophie Hafner und Joachim Schroeder nicht mehr Fehler beinhaltet“, als die sonst in WDR und auf arte gezeigten Beiträge, die sich kritisch mit Israel auseinandersetzen und es deswegen keinen Grund gibt, den Beitrag nicht zu senden.
    Dieses Argument ist eigentlich keines, und ich finde es auch gefährlich, denn ich möchte auch in einer Dokumentation, die journalistisch objektiv über Israel und den Antisemitismus berichtet, keine Fehler haben.
    Ich habe mir zum Beispiel sofort die Frage gestellt, ob der Dokumentation denn schon Fehler vorgeworfen werden.

    Liebe Grüße

    Michael Gabriel

Seid gut zueinander!

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