Das wäre wirklich der Tiefpunkt!

Das Erste wird am 21. Juni 2017 um 22:15 Uhr die für arte produzierte TV-Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ senden und im Anschluss eine Diskussionssendung folgen lassen. In der Presseerklärung des Ersten heißt es:

„Dabei werden auch die vom WDR beanstandeten handwerklichen Mängel der Dokumentation berücksichtigt.“

Welche handwerklichen Mängel genau gemeint sind, da hält sich die Presseerklärung noch zurück. Bisher wurde noch kein handwerklicher Mangel bewiesen. Wir erfahren nur:

„So enthält der Film Tatsachenbehauptungen, für die es nach jetzigem Kenntnisstand des WDR keine ausreichenden Belege gibt.“

Welche Tatsachenbehauptungen sind gemeint? Bisher kann nur vermutet werden. Vielleicht will der WDR leugnen, dass mit den Geldern, die in die Kassen der palästinensischen Autonomie fließen, Terror gegen Israel finanziert wird. Vielleicht will der WDR leugnen, dass Abbas im Europäischen Parlament eine Rede gehalten, in der er nachweislich, wie er später zugeben musste, gelogen hatte, Rabbiner würden Brunnen vergiften, was einen großen Teil des Parlaments jedoch nicht davon abgehalten hatte, ihm nach der Rede stehenden Applaus zu zollen. Vielleicht will der WDR aber auch den jundenfeindlichen Aspekt beim Anschlag am 13. November 2015 im Pariser Theater Bataclan leugnen.

Am 13. November 2015 wurden im Zuge einer dschihadistischen Terroranschlagserie in Paris hunderte Konzertbesucher während des Auftritts der Band Eagles of Death Metal im Konzertsaal des Bataclan von drei schwer bewaffneten Terroristen als Geiseln genommen. Die Terroristen feuerten mit Kalaschnikow-Sturmgewehren in das Publikum und warfen Handgranaten in die Menge. Insgesamt wurden im Bataclan-Theater 90 Menschen ermordet. Das Theater wurde von den Mördern nicht zufällig gewählt.

Am 20. Dezember 2008 drehten arabische Terroristen einen Film des Hasses über das Theater und Caféhaus Bataclan, in dem am 13. November 2015 brutal gemordet wurde. Damals drängten vermummte Männer zum Eingang des Bataclans mit einer klaren Nachricht für die jüdischen Besitzer. Ein Mann sprach:

„Der Zorn und die Revolte in meinen Vierteln ist etwas, das wir nicht länger kontrollieren können, darum haben wir eine Nachricht für die Leiter dieses Theaters. Heute bin ich noch nett, aber eins sollten Sie wissen, mit all den Männern, die wir hinter uns haben, wir werden sie nicht mehr lange zurückhalten können. Das ist es, was ich sagen wollte und jetzt werde ich zurückziehen. Aber wisse das, wir werden mit Ungeduld warten!“ 

http://www.liveleak.com/view?i=4d8_1447514351

Dieses Video wurde als Propagandavideo von Terroristen für Terroristen gemacht. Sogar noch kurz von den Anschlägen wurde dem Bataclan mit Anschlägen gedroht. Die Bedrohungslage wurde so heftig, dass die jüdischen Besitzer das Theater kurz vor dem Anschlag verkaufen mussten.

An dem Tag des Anschlags spielte die Band Eagles of Death Metal in dem Theater. Die Band hatte sich ebenfalls bei islamischen Fundamentalisten und deren Unterstützer sehr unbeliebt gemacht, da sie sich lautstark gegen Israelhass ausgesprochen hatte. Einige Monate vor dem Anschlag zum Beispiel wurde die Band unter anderem vom Pink Floyd Mitbegründer Roger Waters aufgefordert, einen geplanten Auftritt in Israel abzusagen, da Israels Behandlung von Palästinensern laut Roger Waters mit den Verbrechen der Nazis zu vergleichen sei. Er drängte die Musiker von Eagles of Death Metal in einem Brief, nicht in Tel Aviv aufzutreten. Am 12. Juli 2015 traten sie dennoch in Israel auf. Der Vormann der Band, Jesse Hughes, rief sogar ein paar deutliche Worte von der Bühne: „Wisst Ihr, was ich zu Roger Waters sage? Zwei Worte: Fick Dich!“

Vier Monate später wurden in einem Konzert dieser Band, in einem Theater, das von islamischen Terroristen als jüdisches Theater angesehen und schon mehrmals bedroht wurde, neunzig Menschen ermordet. In der deutschen Berichterstattung wurde jedoch über diese judenfeindlichen Hintergrund kaum berichtet. Vermutlich, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Ich habe generell das Gefühl, dass die judenfeindlichen Morde in Europa allesamt stets ein wenig runtergespielt werden. Am 21. Januar 2006 wurde Ilan Hamimi in Frankreich von einer Gruppe muslimischer Männer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert, weil er Jude war. Ihm wurde unter anderem bei lebendigem Leibe der Penis abgeschnitten. Nach dem Mord wurde von einigen Seiten ernsthaft diskutiert, ob der Mord einen judenfeindlichen Hintergrund haben könne.

Am 19. März 2012 wurden drei Kindern und ein Erwachsener vor einer jüdischen Schule in Toulouse von einem selbsternannten Kämpfer des Islams ermordet, weil sie Juden waren. Am 24. Mai 2014 wurden zwei Israelis und eine Französin im Jüdischen Museum in Brüssel erschossen. Am 3. Dezember 2014 wurde ein jüdisches Paar in Paris brutal überfallen. Die Angreifer stürmten in die Wohnung und brüllten: „Ihr seid Juden, also seid ihr reich!“ Sie raubten Schmuck und Geld und vergewaltigten die Frau vor den Augen ihres Freundes. Wochen zuvor hatten dieselben Täter einen siebzigjährigen Juden verprügelt. Am 9. Januar 2015 nahm ein selbsternannter Kämpfer des Islamischen Staats in einem jüdischen Supermarkt mehrere Geiseln und tötete vier Juden. Der Mörder rief während der Geiselnahme den französischen Sender BFMTV an, um seine Forderungen zu verbreiten. Als der Sender fragte ob er das Geschäft aus einem bestimmten Grund ausgesucht habe, kam die Antwort prompt: “Ja. Die Juden!”

All diese judenfeindlichen Verbrechen hat die „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner dokumentiert. Ich hoffe, der WDR sinkt nicht so tief und stellt die judenfeindliche Motivation der Mörder in Frage. Das wäre wirklich der Tiefpunkt!

Es würde jedoch in das Jahr 2017 passen, denn es begann mit einer Einladung an alle Judenhasser, weil zu Beginn des Jahres ein mildes Urteil gegen drei junge Männer, die im Sommer 2014 einen Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal verübt hatten, rechtsgültig wurde. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verwarf im Frühjahr 2017 einen Antrag auf Revision und erklärte somit die Begründung des Amtsgerichts in Wuppertal für gültig, das das niedrige Strafmaß mit der Feststellung begründet hatte, es gäbe „keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat“. Das Wuppertaler Amtsgericht folgte damals der Logik der Attentäter, die gestanden hatten, im Sommer 2014 Brandsätze auf die Synagoge geschleudert zu haben, jedoch ebenfalls erklärt hatten, dass sie damit die Aufmerksamkeit auf den Gaza-Konflikt lenken wollten.

Das Wuppertaler Amtsgericht erklärte somit, wenn ein Anschlag auf eine jüdische Einrichtung in Deutschland verübt wird, weil jemandem die Politik Israels nicht gefällt, das nicht unbedingt Judenhass sein müsse, sondern durchaus als Israelkritik durchgehen könne, die halt nur etwas zu weit gegangen sei.

Ich bin mal gespannt, wann der erste Anschlag auf eine Moschee als überzogene Kritik am Iran oder ein Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim als überzogene Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik bezeichnet wird. Und ich bin mal gespannt, ob bei Maischberger das Niveau so sehr sinken wird, dass die judenfeindliche Motivation der Terroristen der letzten Jahre in Frage gestellt wird. Da hat das Erste nämlich schon Übung drin.

Als im Jahr 2014 der Judenhass in Deutschland hochkochte, als Menschen in Deutschland auf die Straße gingen, um die Vergasung von Juden zu fordern, erklärte Sabine Rau in einem Kommentar in den Tagesthemen, die Sprüche, Juden zu töten, seien zwar „absolut inakzeptabel“, doch unter den Demonstranten seien schließlich auch „Palästinenser, die die Verzweiflung auf die Straße treibt“ und „Deutsche, die sich empören über den brachialen Feldzug“ Israels. Es wurden Parolen gebrüllt wie diese:

„Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“
„Juden ins Gas!“
„Adolf Hitler!“
„Tod den Juden!“

Sabine Rau aber erklärte in diesem Zusammenhang, es ginge nicht an, einseitig nur die Hamas zu verurteilen.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Hamas in ihrer Gründungscharta die Vernichtung aller Juden fordert, während die israelische Unabhängigkeitserklärung erklärt, im Frieden mit allen arabischen Nachbarn leben zu wollen, war Sabine Raus Kommentar so geschmackvoll wie die Aussage: „Es ist nicht gerade mutig zu sagen, am Holocaust seien nur die Deutschen Schuld. Kritik an Juden muss erlaubt, gerade unter Freunden.“

Damals ging Sabine Raus Kommentar handwerklich ganz sauber durch.

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41 Antworten zu Das wäre wirklich der Tiefpunkt!

  1. tapferimnirgendwo schreibt:

    Hat dies auf Tapfer im Nirgendwo rebloggt und kommentierte:

    Was ist befürchtet habe, ist passiert. Der WDR erklärt:

    „Es gibt keinerlei Belege dafür, dass der Anschlag auf das Bataclan im November 2015, zu dem sich der IS bekannt hat, antisemitisch motiviert war. Er kann deshalb nicht in eine Aufzählung antisemitischer Attentate aufgenommen werden.“

    Bitte teilt diesen Skandal!

    • Aristobulus schreibt:

      Man sollte dem Herrn Coulibaly mitteilen, dass seine Antwort auf die Frage, was er denn da mache, leider ganz unnütz gewesen ist, weil sein Ausruf „ja!, die Juden!“ nicht beim WDR angekommen ist.
      Man müsste dem Herrn Coulibaly mitteilen, dass er bitte kurz mal auferstehen möge, um den Ausruf persönlich im Gebäude des WDR zu wiederholen.

      Es könnte jedoch sein, dass der WDR dann erklärt: „Es gibt keinerlei Belege dafür, dass der Ausruf eines Zombies, „ja, die Juden!“, antisemitisch motiviert ist. Er kann deshalb nicht in eine Aufzählung antisemitischer Ausrufe aufgenommen werden.“

      • Abifiz schreibt:

        Ich sehe, Sie weilen noch unter den Lebenden, noch nix petite mort… Moi aussi, wie Sie sehen.

        Problem: Alexander Wallatsch bei TE. Im Grunde widerliche Stellungnahme zum Arte-Film. Würden Sie und andere mit-kommentieren wollen. Ich kann erst nach dem Schlaf, bin zu aufgewühlt, würde mich aber sehr über Unterstützung freuen.

        • Abifiz schreibt:

          Hab in großer Eile verfaßt. Also ob Sie (und vielleicht noch ein paar Aufrechtleins) mit dabei sein könnten, bei Tichy den Artikel zu kommentieren. Ich befürchte nämlich, die Contenance zu verlustieren… Bin höchst summarisch die bisherigen Kommentare durch. Einige gehässige sind auch darunter, aber wohl eine Minderheit, so a vol’oiseau. (Tastatur schreibt nicht mehr accent grave…)

          • Aristobulus schreibt:

            Gutt Schlaf a posteriori, Abifiz, sajt gesunt 🙂
            Wo beim Tichy?, und ich weiß nicht, ob ich da schreiben können würde, wegen der Anmeldung?, indem ich ja nicht beim Faecesbuk.

          • Abifiz schreibt:

            Hallo, ich schlafwandele wieder unter den Lebenden. Hier der Artikel: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/angeschaut-der-verschwiegene-film-ueber-antisemitismus/
            Der Autor hat ’s leider (sehr) gutgemeint. Mehr braucht man dazu nicht sagen.
            Anmeldung erfolgt stante pede bei Verfassen des Kommentars. Man gibt einfach Nick oder Namen ein und Mailadresse. Wiederholung nicht nötig. Beim Riesenberg der Glukosen bleibt meinereiner auch latitant. Nullo problemo, Wer bei WordPress ist, dann ubiquitär for ever.

          • Aristobulus schreibt:

            Abifiz, ich hab da mal die Kommentare gelesen, wahrscheinlich nicht alle 140 (!), und die ersten disons sibbenzig sind gute Kommentare, die meisten akribisch, und sie kommentieren mehr den Film als Wallaschs Artikel.
            Der Artikel, ja, der hat Schwächen.

            Hab ich also dorten mal so hingeschrieben, unter einer kurzen Antwort des Herrn Wallasch vor 9 Tagen, was an einem (nur einem) Satz besonders kritikabel ist.

            „Herr Wallasch?
            Sie haben im Artikel geschrieben „illegale jüdische Siedlungen im Westjordanland“, einfach so als Bemerkung aus der Hinterhand, ohne zu fragen, WER Siedlungen als illegal sehen will, oder warum er das tut.
            Ihre Bemerkung geht daneben, weil sie eben nicht die Perspektive beschreibt. Darum ist sie sachlich falsch.
            Von Illegalität kann im Zusammenhang mit jüdischen Siedlungen keine Rede sein. Mittlerweile haben nicht nur Historiker und Experten (also richtige, die was von der Sache verstehen), sondern Gerichte (darunter der Obergerichtshof in Versailles) festgestellt, dass es bei jüdischen Siedlungen keinerlei Illegalität gibt.“

            Pardon für’s Selbstzitat hier, asoj eppes mach ich sonst nicht.

            Gutt Nacht

  2. Passant schreibt:

    Wenn ich mich richtig erinnere, hat Alain Le Diberder unter anderem ungefähr so gesagt „ wir können diesen Film in Frankreich nicht senden“. Glückwunsch, er & Co bleiben immer noch die Gewinner. Alle diese deutsche Résistance-Erfolge wie 24 Internet Stunden von Bild (ok, Youtube nun wohl für immer) und jetzt im Ersten – all das kommt bei den Franzosen wohl kaum an. Ich finde gerade dort wäre eine Ausstrahlung noch wichtiger gewesen, dort ist die Lage um einiges schlimmer – so schlimm, dass der Film immer noch nicht gezeigt und diskutiert werden soll.

    In Deutschland ist es zum Glück noch möglich. Noch…

  3. Ingenieur schreibt:

    Habe ich nicht von einem neuen Vorwurf des WDR gelesen, es seien Persönlichkeitsrechte verletzt worden? Ich bin wirklich gespannt, was am Ende vom WDR kommt. Sollte die ARD tatsächlich eine Diskussionsrunde ansetzen, in der nur von den vermeintlichen oder dann nachgewiesenen journalistischen Fehlern geredet wird, wäre das fatal, denn dann würde zum Zweck der Selbstdarstellung die Chance geopfert, über den neuen Antisemitismus zu sprechen.

    Da die Dokumentation ein Parforceritt durch die Thematik ist, wird für den einen oder anderen Zuschauer sicherlich eine Erläuterung notwendig werden: Der Abschnitt über den Verteidigungskrieg 1948 und den Umgang mit den ansässigen Arabern wirkt nicht nur der Falschbehauptung der „Vertreibung“ 1948 entgegen, sondern auch Behauptungen, diese Vertreibung sei bereits ab 1946 „generalstabsmäßig“ geplant worden. So sehe ich es. Aber weiß das der Zuschauer?

    Eine der im Video gezeigten Personen vermeldet auf seiner Facebookseite, er wolle am Montag in einem Termin mit dem von ihm beauftragten Rechtsanwalt die Ausstrahlung der Dokumentation verhindern, da diese seine Persönlichkeitsrechte verletzen würde. Einmal hätte man ihn ja nicht gefragt, ob er dort gezeigt werden dürfe, zum anderen hätte man ihn zum Nazi erklärt, der er nicht sei (er wird in der Dokumentation als Palästinenser vorgestellt). Ich bin gespannt, was er am Montag berichten wird. Was tatsächlich für Verunsicherung bei ihm und anderen sorgt ist die Feststellung, dass Zionismus nicht Rassismus ist, und damit steht seine Welt auf dem Kopf. Nach einer kurzen Zeit der Verunsicherung schreibt er also: „Zionisten sind Rassisten… Punkt“.
    .
    In den Kommentaren seiner Anhängerschaft liest man dazu u.a.:
    „!zionisten sind mörder rassisten und heuchler das weisst eigentlich jeder“
    „Zionisten sind wie Ratten und sind darum eine plage für diese arme Welt“
    „Die ganzen kriege was hitler gemacht hat, hat nur denn reichen yuden gut getan die armen hat er vertrieben und die ungebildeten hat er vergast oder verbrannt und wo hat er die armen vertrieben nach Palästina wo die Palästinar sie aufgenommen und land gegeben aber das hat den reichen yuden nicht gereicht beispiel heute“
    „Und elende speichelleckende Hurensöhne“
    „…und Söhne von blutspuckenden Tempelhuren“
    „Sie verkauften sogar Waffen an Hitler, die er wiederum gegen ihre eigenen Glaubensbrüder genutzt worden sind… Wie traurig…“

    Wenn man dann weiterliest stellt man fest, dass alles, was der eigenen Auffassung nicht passt, entweder faschistisch oder rassistisch ist, wobei Rassismus immer für Zionismus steht. Eine liberale Moschee? „Und wer da nicht alles Islamexperte ist. Der Zionismus möchte unsere Religion mit allen Mitteln bekämpfen. Jetzt wird zur nächsten hinterhältigen Aktion gegriffen.“ Eine muslimische Demonstration in Köln gegen islamistischenTerror: „Die Rassismus Unterstützer laufen in Köln. Wir müssen gar nichts“.

    Auch darüber werden wir debattieren müssen.

    • Aristobulus schreibt:

      Hui. Danke, Ingenieur.
      „Persönlichkeitsrechte verletzt!“, ja, man braucht wirklich ganz dringend safe spaces gegen das freiwillige von einer Kamera gefilmt Werden und gegen das freiwillige Schwätzen ins Mikrofon, nicht? Wo kommen wir denn hin, wenn es einfach so in einem Film gezeigt werden darf, wie man sich freiwillig blamiert? Dagegen muss doch eingeschritten werden.
      [sarc/off]

  4. American Viewer schreibt:

    Der GEZ-Funk sendet 24 Stunden am Tag ein Programm mit unbelegten Behauptungen und schweren handwerklichen Mängeln. Aber nur bei dieser Doku wollen diesen Leuten plötzlich Fehler auffallen, da werden sie dann plötzlich extrem kleinlich. Die Motivation dahinter ist offensichtlich eine ganz andere. Der GEZ-Funk ist gespickt mit Ideologen, die in DDR und NS-Staat problemlos eine vergleichbare Karriere hingelegt hätten. In einem freien Medienmarkt würden diese Taugenichts hingegen gnadenlos untergehen, was auch gleich erklärt, warum sie so ein System seit Jahrzehnten mit aller Macht und sehr erfolgreich bekämpfen.

  5. scottberlin schreibt:

    Was an der offenbar unfertigen Dokumentation wandwerklich (noch) nicht stimmt, hat der Bericht von Arno Frank im SPON klar gezeigt, und auch sein Fazit am Schluss ist treffend: „Es ist von keinem richtigen Journalisten zu verlangen, über gezielten Hass und traditionelle Dummheit „ausgewogen“ zu berichten. Er sollte dann aber nicht fahrlässig Lücken lassen, durch die der Zweifel einsickern kann. Was stimmt, das muss auch sitzen. Seine Unschärfen sind es, mit denen der Film im Eifer des Gefechts seine eigene Haltung schwächt. Deshalb ist es kein Verdienst, dass diese Dokumentation nun über Umwege doch gezeigt wurde. Mit ein wenig mehr Arbeit hätte sie wesentlich mehr Wucht entfalten können.
    In ihrem gegenwärtigen Zustand ist sie nur etwas, das man im Internet sehen, das man glauben kann oder auch nicht. Und das ist schlimm.“
    Was mich an dem Von BILD veröffentlichen Video besonders stört, ist der Kommentar des Historikers Wolffsohn am Schluss. So behauptet er, der Film zeige, dass es neue Formen des Antisemintismus gebe. So wurde das Video ja auch angekündigt und ich war sehr gespannt, wie diese These vom neuen Antiseminismus belegt würde. Tatsächlich wurde sie mitnichten belegt. Es wurde mal wieder Kritik an Israel ohne Begründung gleichgesetzt mit Antisemintismus. Diese Verknüpfung mag zwar für weite Teile der muslimischen Welt plausibel sein, nicht aber für linksliberale Kritik an der Politik der israelischen Regierung. Dass diese teilweise auf falschen Fakten basiert, macht sie noch lange nicht zum Antisemintismus. Der zweiten Schlussfolgerung von Wolffsohn, dass in dem Film die Verknüpfung des Antisemitismus in Europa mit der bevölkerungspolitischen Verflechtung mit dem nahen Osten deutlich wird, stimme ich zu. Das stützt aber eher meine Sicht auf Punkt eins. Punkt drei und vier sind auch ok, aber ohnehin unumstritten. Die von Wolffsohn wohl irrtümlich mit fünftens nummerierte Aussage, „konfliktpolitisch ist Europa längst Nahost“, ist keine wissenschaftliche sondern eine politisch-provokante. Sie wird aber in der Tat in der Doku untermauert und ich halte sie für richtig und wichtig. Der eigentliche fünfte Punkt ist dann quasi eine Wiederholung von Nummer eins: wir sähen, sagt Wolffsohn, dass die … Trennung zwischen Antisemitismus und Antizionismus eine künstliche sei. Und das eben sehen wir in dem Film genau NICHT. Da werden Behauptungen mit Fakten verwechselt. Peinlich für einen Historiker. Und, Punkt sechs, dass es auch um die Frage geht, ob gebührenfinanziertes Fernsehen zensurfrei ist, darum geht es in der Doku nicht, wohl aber in der Auseinandersetzung über das bisherige Nicht-Senden der Doku – wieder eine Unsauberkeit des Wissenschaftlers, die mit korrekter Formulierung leicht vermeidbar gewesen wäre und ein schlechtes Licht auf die wissenschtliche Selbstdisziplin des Kommentators wirft. Aber er hat immerhin in der Sache recht, dass die Frage gestellt werden muss. Er selbst gibt hier keine explizite Antwort auf die Frage, doch sie schwingt natürlich mit seinen Schlussfolgerungen eins bis fünf mit: es ist Zensur. Da Wolffsohn die handwerklichen Schwächen der Doku – siehe Arno Frank – verkennt oder ignoriert, kommt ihm eine andere, weniger spektakuläre Interpretation nicht in den Sinn. WDR und Arte haben die Doku vielleicht ganz einfach in der nun veröffentlichten Fassung deshalb nicht gezeigt, weil sie handwerklich nicht sauber ist. Dass der WDR auch schon andere journalistisch unsaubere Dokus gezeigt hat, wie etwa die über die mangelhafte Wasserversorgung von Palästinensern, kann kein Argument dafür sein, es hier erneut zu tun. Es wird aber doch interessant und wichtig sein zu erfahren, wie der WDR die Nichtveröffentlichung begründet. Buurmann sei geraten, anstatt wild rumzuspekulieren (Vielleicht will der WDR …) sich über die geplante Veröffentlichung einschließlich anschließender Diskussion zu freuen und die Sendung abzuwarten. Dass in der Pressemeldung zur Ankündigung der Sendung noch nicht die Inhalte vorweggenommen werden, ist doch nun wirklich nicht zu beanstanden sondern ganz normal.

    • A.Bundy schreibt:

      „Buurmann sei geraten, anstatt wild rumzuspekulieren (Vielleicht will der WDR …) sich über die geplante Veröffentlichung einschließlich anschließender Diskussion zu freuen und die Sendung abzuwarten.“
      Und selbstverliebten Schwätzern mit Hang zu Endlosrabulistik sei geraten, an Dieter Nuhrs Sinnspruch zu denken, und einfach mal die Fresse zu halten.

      • Aristobulus schreibt:

        Ja, zumal der peinliche Schwätzer nix mitzuteilen hat außer dem Gerücht „handwerkliche Mängel“ und der immer gern wiederholten Lüge „es wurde mal wieder Kritik an Israel ohne Begründung gleichgesetzt mit Antisemitismus.“

        • aurorula a. schreibt:

          Scottberlin redet so, als habe er den Film selbst garnicht (ganz) gesehen; sondern schwatze nur so, als ob.

          • Aristobulus schreibt:

            … er wird hierauf kommentieren, dass er ihn gesehen habe, dass darin jedoch keine Besatzung und keine Mitschuld des Jud‘ am Judenhass vorgekommen seien, weswegen also handwerkliche Mängel!, immer diese handwerklichen Mängel!, usw. usf. ad libitum et ad nauseam.
            Ein Blender, Lügner und Schwätzer halt.

    • Couponschneider schreibt:

      „Es wurde mal wieder Kritik an Israel ohne Begründung gleichgesetzt mit Antisemintismus.“

      Falsch! Das ist das moderne Märchen: Kritik an Israel werde mit der Antisemitismuskeule bearbeitet. Genau das ist ein Fehler. Setzten Sie sich mal mit der Kritik an der Israelkritik auseinander. Die ist immer seriös, immer argumentativ. Gerd Buurmann begründet stets und ständig, warum er diese oder jene Kritik oder Verurteilung Israels für antisemitisch hält. Widerlegen Sie seine Argumente oder die Argumente des Films, anstatt zu behaupten, Israelkritik werde pauschal mit Antisemitismus gleichgesetzt.

      Schon allein die Tatsache, dass die Israelkritik es in den Duden geschafft hat, die Jordanienkritik nicht, die Katarkritik nicht, die Ägyptenkritik nicht, die Chinakritik nicht, die Nordkoreakritik nicht, ist doch schon ein Indiz, dass da was nicht stimmen kann, dass die Kritiker Israels eben kein redliches Anliegen haben.

      • Aristobulus schreibt:

        … er kann nicht, Couponschneider. Ach je, auseinandersetzen kann er sich erst Recht nicht, also so richtig mit Denken und Für&Wider und Tatsachen versus Behauptungen und so?, ja nimmermehr dieses. Warum: Weil die Verzerrung und die Apologetik und die Propaganda und das Gelüg‘ und das Scheinargument und die geistige Leere seine einzig weil selbstgewählten Möglichkeiten sind.

      • scottberlin schreibt:

        „Setzten Sie sich mal mit der Kritik an der Israelkritik auseinander. Die ist immer seriös, immer argumentativ. Gerd Buurmann begründet stets und ständig, warum er diese oder jene Kritik oder Verurteilung Israels für antisemitisch hält.“
        Was ist den an der Argumentation in der Doku bitte seriös? Was ist an Wolffsohns Argumenten für einen fragenden Dritten nachvollziehbar? Buurmann, zugegeben, bemüht sich um Argumente. Doch Israelkritik argumentativ als antisemitisch zu entlarven, ist per se kaum möglich. Eine schlecht oder falsch begründete Israelkritik kann allenfalls ein Indiz für Antisemitismus sein, kaum ein Beweis. Da müsste schon jemand zusätzlich direkt was gegen Juden als Volk oder Religion schreiben.

        • Aristobulus schreibt:

          Der hier schon häufig wegen allgemeiner Lügerei, permanenter Verdreherei und unbelehrbar politelnder Antilogik Rausgeschmissene, der sich immer wieder unter anderen Namen hereinschleichen will, behauptet mal wieder absurd und schamlos das Blaue vom Himmel runter.

          … patati et patata. Ach Israelkritik. À propos: „Ja, doch Himmelskritik argumentativ als antienglisch zu entlarven, ist per se kaum möglich. Eine schlecht oder falsch begründete Himmelskritik im Sinne von Engelkritik kann allenfalls ein Indiz für Antianglizismus sein, kaum ein Beweis. Da müsste schon jemand zusätzlich direkt was gegen Engel oder Engelländer als Volk oder kosmische Region schreiben.“

          • Abifiz schreibt:

            Hier darf ich daran bescheidenst erinnern an die grundlegende Arbeiten von Catilina (der FRAU von Cicero, hier darf man sich von Genderphobikern nixnull sagen lassen, nur weil ‚ ’ne Transe war!), welcher ja gelehrtest nachgewiesen hat, daß weder der Dolphi Aqwuarello noch ins Augstein, noch von Ströbli je echte Antisemiten wahre waren. Vorsicht mit Zu- & Von-Schreibungen alsdann Nachsicht clementia est aut dementia. Ipse dixit ac scripsit.

          • Aristobulus schreibt:

            …et vero Cicero dicere auditur, „quo usque tandem, Catiline?!“
            Dabei hatte die Catilina ja das Tandem erfunden, die früheste Version der Zweistaatenlösung. Es fiel dauernd um, weil sie immer in Richtung der Subura lenkte, er jedoch naturgemäß hin zur Cuuuria. Zum Schluss, als sie an der Bocca della Verità in den Tiber storzen, zerschlug Cicero brachialerweise das Tandem, woraufhin Catilina „Rassist, Sexist und Menschenverächter!“ kreischte und die Palästinenser zum Widerstand gegen die ciceronianische Besatzung der Curia aufrief. Bis heute tutse das. Ach, wie lange noch?

          • Abifiz schreibt:

            So isses und nicht anders aut anderswo! Und seitdem leiden die Canaan-Nieten und leiden und leiden. Sic transit gloria… (Übersetzung für die nichts-ahnenden Hetzer: „Gloria, die Transe mit Schluckauf“)

          • aurorula a. schreibt:

            pulvis et umbra sumus
            Der malende Elvis fängt an zu ringen.

          • Aristobulus schreibt:

            😀 😀 😀

          • scottberlin schreibt:

            Ach ja? Von wem wurde ich denn wegen Lügerei und permanenter Verdreherei usw rausgeschmissen? Wer kann denn hier überhaupt jemand rausschmeißen und wie geht das? Und unter welchem fremden Namen soll ich mich denn immer wieder eingeschlichen haben? Ganz offen sichtlich für jeden der nicht die Augen scherzhaft zukneift, ist es Aristobulus, der hier schaumvoll schamlos lügt. Und der hier immer wieder das Forum mit seinem Hass vergiftet. In meinem Text zu der Doku habe ich nichts verdreht, sonden ich habe meine Meinung gepostet, etwas, was eigentlich in so einem Forum möglich sein sollte, ohne ständig aufs Übelste beschimpft zu werden. Mich würde mal interessieren, was Buurmann zum Stil von Aristobulus sagt. Genügt es, großtönender Anhänger der radikalen israelischen Rechten zu sein, um hier Narrenfreiheit zu genießen?

          • Aristobulus schreibt:

            Ach, das arme Opfer der Zionazis geiert wieder seinen todlangweiligen geschluchzten Opfersermon ab und abber und am Allerabbesten, bis man aus dem Nachmittagsgähnen ja gar nicht mehr rauskommt.

            Dieses pseudotuende, schwätzende, mit jedem halben Sätzchen doppelt lügende, völlig charakterlose, völlig eigenschaftslose, absolut uncharmante Hereindräng-Ding, das innendrin so furchtbar leer ist, so gänzlich bar jeden Werts, ja der da ist innendrin gar nichts Wert!, keiner ist für ihn da, keiner schert sich um ihn, und alle Welt ist ihm gleichgültig, und es verachtet alle Welt.
            Weswegen er sich laufend neue Pseudopersonen erfindet, die es vorgibt zu sein, oder mit denen es vorgibt zu dialogisieren. Um endlich die Rolle zu spielen, die es sich nie ERARBEITET hat.
            Ein ewiger, absolut fruchtloser, fürchterlich leerer Monolog über ständig bloß Ich-Ich-Ich.

            Fast tut das Ding einem ja Leid.

    • Großer Bruder schreibt:

      Die Beleuchtung der Verhältnisse in Israel und den Palästinensergebieten war gewiß kein handwerklicher Fehler, sondern völlig richtig und notwendig.

      Die gezeigte Realität – die in Verantwortung der Palästinenser geschehenen Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen durch Beschuß israelischer Zivilbevölkerung und Mißbrauch ziviler Einrichtungen für militärische Zwecke, die Aufhetzung von Kindern zum „Märtyrertum“, die Aufrechterhaltung der Verhältnisse durch eine korrupte Clique zum eigenen finanziellen Nutzen, wird von den „Israelkritikern“ regelmäßig ignoriert, wenn der „Besatzung“ allein die Schuld zugeschoben wird und krass unzutreffende und einseitige Vorwürfe gegen die Israelis erhoben werden.

      Um „Menschenrechte“ geht es also den „Israelkritikern“ ganz offensichtlich nicht, sonst müßten sie doch wohl die Palästinenser mindestens genauso „kritisieren“ wie Israel.

      Richtig war auch, daß aufgezeigt wurde, daß die Prämisse der Israelkritiker, daß nämlich die Israelis dort, wo sie sind, zu unrecht sind, unzutreffend ist, und auch die Siedlungen kein Friedenshindernis sein müssen. Auch die Siedlungen im Westjordanland könnten, genau wie in Gaza, geräumt werden, wenn es denn einen Friedensvertrag gäbe. Und daß es keinen gibt, liegt an den Palästinensern, die immer noch nicht bereit sind, Israels Existenzrecht anzuerkennen.

      An Frieden kann dem Israelkritiker also auch nicht gelegen sein.

      Offenbar ist diese unkritische Sichtweise und die daraus folgende politische und finanzielle Unterstützung der Palästinensischen Führung auch gar nicht uneingeschränkt im Sinne der dortigen Bevölkerung, wie die Interviews mit dortigen Studenten zeigten, die sich anstatt des harten Kurses lieber Frieden und Entwicklungschancen für ihr Land wünschen.
      Wer die palästinensische Führung so unkritisch unterstützt wie NGOs, UNWRA und EU es tun, muß sich fragen lassen, ob er wirklich im Sinne der palästinensischen Bevölkerung handelt.
      .
      Auch das völlige Fehlen von Protesten gegen die Behandlung von Palästinensern in Jordanien oder im Libanon, die dort in weit schlimmeren Umständen leben müssen als in Gaza oder der Westbank, zeigt, daß es den „Israelkritkern nicht um das Wohl der Palästinenser geht, sonst müßten diese sich doch auch als „Hamaskritiker“, „Libanonkritiker“ oder „Jordanienkritiker“ betätigen. Warum tun sie das nicht?

      Wenn es also den „Israelkritikern“ weder um Frieden noch um die Menschenrechte im allgemeinen, noch um das Wohlergehen der Palästinenser im speziellen geht, worum geht es ihnen dann?

      Der Schluß liegt da doch sehr nahe, daß der „Israelkritiker“ die Palästinenser nur benutzt, um sich sich an Israel abzuarbeiten.

      Das herausgearbeitet zu haben, ist einer der größten Verdienste des Films, und ganz gewiß kein „handwerklicher Fehler“.

      • Aristobulus schreibt:

        Voilà, so isses. Danke für die Feststellung.

        • aurorula a. schreibt:

          … und genau diese Feststellung widerlegt ebendas was scottberlin oben schreibt von der fehlenden Wesenseinheit von Israelkritik und Antisemitismus.

          • Großer Bruder schreibt:

            Ich finde den sich als „Israelkritiker“ gebenden Antisemiten aus diesem Grund sehr verachtenswert: Nicht nur, weil er seine fragwürdigen Motive nicht offen legt, und sich möglicherweise selbst nicht eingesteht.
            Die „Israelkritiker“ sind auch im höchsten Grade menschenverachtend (ja, ich weiß, „menschenverachtend“ ist so eine Floskel, aber ich finde den Begriff hier sehr passend):

            Menschenverachtend, weil sie die existentielle Ängste der Israelis ignorieren, die seit Jahrzehnten unter der Drohung der Vernichtung leben und jederzeit mit Raketenangriffen, Bomben oder Selbstmordattentätern rechnen müssen.

            Menschenverachtend aber auch, weil sie diejenigen Palästinenser ignorieren, die sich ein friedliches Zusammenleben wünschen.
            Menschenverachtend, weil sie kein Mitgefühl zeigen mit den palästinensischen Kindern, die von ihrer Führung bereits in der Vorschule zum Haß aufgestachelt und später zu Attentaten aufgehetzt oder als „menschliche Schutzschilde“ mißbraucht werden.

            Kaum etwas finde ich armseliger und verachtenswerter als wenn Menschen z. B. in den Leserkommentaren, etwa bei „Zeit online“ oder dem „Spiegel“, von ihrem heimischen Sofa aus Selbstmordattentate, womöglich noch begangen von aufgehetzten Jugendlichen, als „gerechtfertigten Widerstand gegen die Besatzer“ verklären.

            Der „Israelkritiker“ setzt voraus, daß alle Palästinenser bereit sein müßten, bis zum Tode zu kämpfen, und alle Leiden zu ertragen, gleichsam als seine Stellvertreter den Kampf gegen die Juden führend.
            Ob arabische Familienväter infolge der BDS-Agitation ihren Arbeitsplatz verlieren, jungen Menschen in Gaza ihre Chancen auf eine Zukunft verbaut wird, Kinder beim Bau von Tunneln verschüttet werden, Zivilisten bei militärischen Auseinandersetzungen umkommen oder angebliche „Kollaborateure“ von der Hamas dutzendweise ermordet werden, das ist ihm völlig egal. Er begrüßt es vielleicht insgeheim sogar, da ihm die Toten erneut einen Vorwand für seinen Haß auf die Israelis liefern.

      • scottberlin schreibt:

        Diesem Statement von Großer Bruder kann ich in vielen Punkten folgen, könnte ich vielleicht sogar komplett folgen, wenn er nicht immer nur von DEN Israelkritikern sprechen, also alle über einen Kamm scheren würde. Ich selbst jedenfalls kritisiere durchaus auch die konfrontative unversöhnliche Haltung vieler Muslime und speziell der Hamas. Ähnlich simpel scheint mir auch die Logik gestrickt zu sein, nach der Israelkritik nur eine neue Form des Antisemitismus sei. Um es einmal klar zu sagen: ich sehe mich als Freund Israels, doch ich kritisiere entschieden die auf Fortsetzung der Konfrontation gerichtete Politik der Regierung Netanjahu und ich fürchte, sie wird auf Dauer zur Gefahr für Israel werden. Notwendig wäre ein mutiger langatmiger Entspannungsprozess im Sinne Jitzchak Rabins, der sich nicht durch provokante Terroranschläge immer wieder stoppen lässt.

        • Brathering schreibt:

          So so, Herr Israel-Freund, die auf Konfrontation gerichtete Politik von Netanjahu wird also zur Gefahr für Israel? Das wären ja dann zusammen mit der Vernichtungsfantasie der Palästinenser schon zwei Gefahren für Israel!

          Sie hätten das Statement von „Großer Bruder“ vielleicht noch einmal lesen sollen, vor dem Absenden ihres Kommentars.
          Zitat Großer Bruder: „(…) weil sie die existentielle Ängste der Israelis ignorieren, die seit Jahrzehnten unter der Drohung der Vernichtung leben und jederzeit mit Raketenangriffen, Bomben oder Selbstmordattentätern rechnen müssen.“

          Und dann kommt schrottberlin und faselt auf seinem heimischen Sofa von „provokanten Terroranschlägen“!
          Und natürlich tappen die Juden in die Falle und lassen sich durch die provokanten Terroranschläge von einem mutigen langatmigen Entspannungsprozess abbringen. Hier wird von den Zielen der Vernichtungsfantasie verlangt, etwas an der Situation zu ändern.

          Und wenn eine Frau vergewaltigt worden ist, hat Sie einfach nicht genügend langatmig und mutig deeskalierend auf den Täter eingewirkt: Das muss man mal als Frauenfreund sagen dürfen.

        • Aristobulus schreibt:

          … ständig dieses Ich-Ich-Ich von diesem Ding, obgleich keiner einen Deut auf dessen Meinung gibt, zumal diese Psedomeinung rein mit Verdrehereien, Fantasmen und Irrealem ständig um sich selbst und damit um gar nichts kreist.

  6. aurorula a. schreibt:

    Ich bin auch gespannt, ob der Film ungeschnitten und mit den korrekten Untertiteln gesendet wird… Manipulationen ließen sich im Nachhinein zwar leicht nachweisen – zehntausende von Leuten haben die Ursprungsfassung gesehen – aber wer liest schon Gegendarstellungen zu etwas das im Staatsfernsehen läuft?

    • Aristobulus schreibt:

      … interessant auch, wie viele derzeit den Drang haben, auf fahrende Züge aufzuspringen. Etwa der Ausdruck „handwerkliche Mängel“ wird seit Tagen von zig Stimmen wiederholt, nicht?, immer wieder, mal von Arte, mal vom WDR, mal vom NDR und dem SPIEGEL, usw. usf. Fahrende Züge aus bescheuerten Wortfetzen rauchen durchs Land, und die Geistlosen springen mit auf * hüpf‘ *.
      Bis vor zwei Tagen war es noch eine andere Ausdrucks-Eisenbahn, die ging so: „Aber die Besatzung!“ Die ratterte sehr, sehr peinlich daher. Da klingt der Ausdruck mit der Klempnerei schon offizieller.

      Es wird da bloß dauernd auf fahrende Züge aufgesprungen. Wie kläglich, dass die Aufspringer immer so gar keinen Zug selber in Gang setzen. Nö, dafür sind sie zu gewissenlos und zu chorbesessen.

      • Aristobulus schreibt:

        … À propos, der nächste fahrende Raucheisenbahn-Wiederholwortfetzen lautet heute: „Persönlichkeitsrechte verletzt“. Tom Buhrow vom WDR lässt in offiziösgewundenen, nach Rauch riechenden Warntexten zwei- bis dreimal hintereinander auf diesen Zug aufspringen, und ohnehin liest man „Persönlichkeitsrechte verletzt“ allerorten.

        Diese Eisenbahnen sind jedoch schneeell und die Gleise sind so wirr verlegt, seeehr wirrrr!, und beim Aufspringen, besonders beim gekreuzten überallhin!, ach, dabei kann man so leicht abrutschen vom rostigen Dampfwaggon.
        * knirsch *

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