Laudationes für Henryk M. Broder

Der diesjährige Johann-Heinrich-Voß-Preis hätte eigentlich an Henryk M. Broder gehen sollen, da aber gerade heftig gegen ihn agitiert wird, verzichtet er auf die Auszeichnung. Er erklärt:

„Da läuft eine Kampagne gegen mich, gegen die ich mich nicht zur Wehr setzen will. Das ist mir alles zu anstrengend.“

Die Vorwürfe gegen Broder sind geradezu hanebüchen. Einige Kritiker behaupten sogar, er sei „menschenverachtend“. So ein Schwachsinn. Ein SPD-Mitglied des Stadtrats von Otterndorf entblödet sich nicht zu behaupten, Broder sei ein „Brandstifter“, der die Gesellschaft spalte: „Er lässt nahezu an keinem Menschen etwas Gutes. Das ist dermaßen verletzend! Er entblößt Menschen und verletzt sie.“

Es ist schon erstaunlich, wie menschenverachtend und verletzend einige Menschen über Broder schreiben können, der alles andere ist als das, was ihm seine hasserfüllten Gegner vorwerfen. Er ist ein wunderbarer Mensch, ein guter Freund und ein hervorragender Autor. Es schmerzt mich, wenn ich sehe, wie mit ihm umgegangen wird.

Da ich ihm viel zu verdanken, sowohl persönlich als auch als Autor, Humorist und Teil der deutschen Gesellschaft und weil ich weiß, dass ich mit meiner Dankbarkeit nicht alleine bin, rufe ich alle Leserinnen und Leser meines Blogs auf, ihm eine Laudatio zu verfassen, damit er sie lesen kann und sieht, was er uns allen bedeutet.

Ich werde alle Laudationes veröffentlichen und ihm persönlich schicken. Ich weiß, dass er sich darüber freuen wird.

Laudationes an: gerdbuurmann@hotmail.de

Die Laudationes für Henryk M. Broder:

„Ich bin mir sicher, in hundert Jahren werden die kommenden Generationen auf jene Zeitgenossen, die Broder heute mit den blumigsten Worten verteufeln, mit so viel Unverständnis blicken, wie wir heute auf jene blicken, die einst Heinrich Heine verteufelten. Heute wissen wir, was damals die Hauptgründe für das Heine-Bashing und für die Herabsetzungen waren. Heinrich Heine war stets klar, deutlich und direkt mit seinen Worten. Oft lüftete er das Mieder der deutschen Sprache. Er kritisierte Religionen und Majestäten. Sein Spott traf Rechte wie Linke. Und er war Jude.

Henryk ist wie Heinrich, ein Charakter, der sich selbst keinen Maulkorb verpasst, aus Angst, die Falschen könnten ihn zitieren. Er muss sich nicht rechtfertigen. Seine Haltung ist so klar wie die Heines. Deutschland wäre ärmer ohne ihn. Deutschland ist Broders zu Hause, seine Beute, und zu Hause ist dort, wo man die Buxe aufmacht!

Lieber Henryk,

egal, ob Du bleibst oder gehst, ob nun nach Paris wie Heinrich Heine oder nach Reykjavik, bitte schreibe noch lange weiter über Deutschland, über die Linken und die Rechten, über die Hybris der Deutschen, die im Luftreich des Traums die Herrschaft so unbestritten zu behaupten suchen, dass sie auf ihren Wegen gar manches Sternlein ausputzen mit ihren Flügelschlägen und lass Dir nicht einreden, Deine deutlichen Worte über Majestäten und Religionen seien Beleidigungen. Schreibe noch viele, viele gesunde Jahre weiter über Dein persönliches Wintermärchen.

Dein Freund,
Gerd Buurmann“

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„Lieber Henryk,

es sind nicht nur Ihre Wortgewandtheit, Ihr Mut und Ihr Scharfsinn, der Sie für mich unverzichtbar macht, es ist vor allem auch Ihr herrlicher schwarzer Humor! Keep on going.

Love you,
Malca Goldstein-Wolf

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„Lieber Herr Broder,

wenn Ihre Artikel unter uns Freunden auf Facebook geteilt werden, schreibe ich immer gerne :”Ich wuerde auch seine Einkaufsliste lesen”. “Der ewige Antisemit” habe ich vor einigen Jahren gebraucht ergattern können, er hat mir persönlich viele Fragen beantwortet. Vielleicht könnten Sie den ersten Teil neu verlegen.

Bleiben Sie gesund bis 120, wenn Sie das möchten und bleiben Sie bitte eines der hellen Lichter in dieser immer dunkler werdenden Zeit. Ihre Klugheit, Weisheit und Ihre ganz feine Ironie sind Pflaster auf unsere immer größer werdenden Wunden.

שלום מתל אביב
Mila Schop

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„Lieber Herr Broder,

nehmen Sie weiterhin zahlreiche dumme, unnütze, inhaltslose Preise nicht an! Nehmen Sie nur den einen Hauptpreis: die Bewunderung und Liebe Ihrer Leser. Bewunderung für Ihre Standhaftigkeit und Liebe für Ihren Scharfsinn und Humor. Diesen Preis, bittschön, lehnen Sie nicht ab. Alle andere sind wurscht!

Mit riesigem Respekt!
Ihr David Serebryanik

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„Lieber Henryk,

gäbe es Dich nicht, hätte ich es wahrscheinlich nie gewagt, mit dem Schreiben anzufangen und das befreiende Gefühl, sich den im Alltag angestauten Zorn und den Frust über politische Gleichgültigkeiten und Irrwege von der Seele zu schreiben, nie erlebt. Sich das Schweigen statt den Mund zu verbieten, habe ich von Dir gelernt, mein Freund. Das ist der persönliche Teil meines Dankes. Unser Land verdankt Dir noch so einiges mehr und deshalb ist eigentlich jeder Preis, den man Dir verleihen möchte, eine gute Idee.

Ich fand ja, der Karlspreis hätte in diesem Jahr mal an Dich gehen sollen, aber den hat auch Martin Schulz schon bekommen und wie soll man nur gegen den anstinken. Das Bundesverdienstkreuz wird neuerdings nur an die Soldaten der öffentlich/rechtlichen Sendeanstalten verliehen, nicht an die Ritter der Meinungsfreiheit, kommt auch nicht in Frage. Der Friedensnobelpreis wäre vielleicht angemessen, aber den hat schon Arafat in den Dreck gezogen und mittlerweile ist er zur Wanderhure verkommen, den man fürs Reden halten hinterhergeworfen bekommt. Der Literaturnobelpreis als fachliche Auszeichnung vielleicht? Doch da wird wegen meetoo-Vorfällen gerade feucht durchgewischt. Der Johann-Heinrich-Voß-Preis kann es auch nun nicht sein, denn dazu muss man sich vom Sparkassendirektor aus Hintertupfingen am Nasenring durchs die Moral-Arena führen lassen. Deshalb schlage ich vor, dir den „europäischen Publikumspreis der Selbstdenker“ zu verleihen. Erster Klasse. Denn die Menschen lieben, was Du sagst und schreibst und nur auf die kommt es an.

Danke für Deine Freundschaft, Deine aufmunternden Worte und Deine Neugier. Der nächste Tee geht auf mich.

Roger Letsch

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„Henryk M. Broder ist als Stimme der Vernunft unersetzlich. Amüsant ist er obendrein. Uninspirierte Schwätzer mögen ihn genau deshalb nicht.“ (Ralf Höcker)

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„Lieber Herr Broder

seit ich Sie „kenne“ ( leider nicht persönlich ) suche und lese ich Sie, zum Glück findet man Sie auch in er Weltwoche. Ihr klarer Blick auf die Welt und ihr gelegentlicher Sarkasmus begeistern mich und ab und zu geben Sie mir , zusammen mit anderen, fast den Glauben an die Menschheit wieder.

Wenn jemand begeistert ruft „Broder for President“o.ä. , muss ich ihm sagen, dass dies eine Unmöglichkeit sei: ein aufrechter Mann könne sich niemals so verbiegen.

Alle Gute
Brigitte Miller

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Humor, Offenheit, Freude an Diskussionen, wie oft ist mir beim Lesen oder hören das Lachen im Hals stecken geblieben und hat sich das Gehirn wieder eingeschaltet. DANKE für alles und weiter so! Bis 120 und dann mal schauen.

Shavua tov
Anne de Haas

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Lieber Henryk M. Broder,

ich danke Ihnen dafür, dass Sie ein Vorbild sind.

Herzlich,
Oktawiusz R. Ahl

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Lieber Henryk M. Broder,

durch Ihre “Sicht der Dinge” werden mir die Ereignisse dieser (immer verrückter erscheinenden) Welt verständlicher und erträglicher.

Danke dafür❣️
Kerstin Lubs

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„Hurra, wir sind kleinkariert! Wenn kommunale Wichtigtuer und Sparkassendirektoren die Moralkeule über Autoren schwingen, ist es wohl besser, man lässt sie mit ihresgleichen allein. Henryk M. Broder ist ein Held. Punkt.“ (Birgit Kelle)

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„Hallo Herr Broder,

obschon Herr Buurmann von seiner Idee der Lobpreisung recht überzeugt ist, er meint es ja gut, denke ich, dass Ihnen das gar nicht so behaglich ist.

Aber, lieber Herr Broder da müssen Sie jetzt einfach mal durch und ich kann auch schlichtweg nicht umhin, Ihnen meinen höchsten Respekt zu zollen.

Ihr Wirken, Ihr Sein ist nicht nur für Sie wichtig, sondern für viele Menschen besonders in diesem Land. Bitte gehen sie nicht zu rasch in Rente, obwohl Sie sich diese wirklich verdient haben.

Mit freundlichem Gruß
Torsten Meyer

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„Wenn ich einen Preis für einen kritischen unbeugsamen Journalisten und aufrechten Demokraten vergeben sollte, wären Sie mein erster Kandidat. Sie lehrten mich, politische Entwicklungen insbesondere in Deutschland, zu analysieren und zu verstehen. Sie lassen sich nicht vereinnahmen und durchbrechen alte Schablonen was links oder rechts bedeutet. Für mich sind Sie ein kluger Vordenker von Folgen politischer Entscheidungen. Als Freund Israels stehe ich an Ihre Seite.“ (Andre Vogel)

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„Lieber Henryk, ich bin häufig nicht einverstanden mit Deinem Ton. Und immer wieder auch nicht mit Deiner Meinung. Ich kann Deinen Ärger und Deine Ungeduld sehr gut verstehen. Und ich finde es ungemein wichtig, dass Du weiter rant um rant veröffentlichst, mich ärgerst, mich bestätigst, andere ärgerst, zum Nachdenken anregst. Danke schön.“ (Sandra Kreisler)

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“These are the other snails in the flock
who all stuck tight to the smooth black rock.”

(The Snail and the Whale by J. Donaldson)

„Das Streitbare, der konträre Standpunkt und die Polemik dürften in einer Gesellschaft, die für Humanismus, Freiheit und Aufklärung steht, nicht fehlen. Es sind inzwischen nur wenige in Europa, die intelligente konträre Positionen einnehmen. Ohne Henryk M. Broder bliebe eine seltsame Vielfalt des Konsens, eine Art Zwangsjacke, ein Widerspruch in sich. Und es wird behauptet, dass die Vielfalt an Meinungen und Ansichten die Gesellschaft spaltet. Nein, er polarisiert nicht wie manche seiner Gegner, sondern polemisiert; die Polemik ist das Gegenteil von der Apologie, die gerne von Fundamentalisten verwendet wird. Bleiben Sie bitte so streitbar und bewahren Sie Ihren Scharfsinn.“ (William Wires)

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„Lieber Herr Broder,

ich habe großen Respekt vor Ihnen und schätze Ihre Beiträge sehr. Ich möchte Ihnen sagen, dass Sie mir sehr geholfen haben, mein Weltbild durch Ihre Beiträge wieder zurecht zu rücken. Ich habe irgendwann gemerkt, dass hier in Deutschland etwas mit unserer Berichterstattung für mich nicht mehr stimmt. Es war so ein ganz komisches Gefühl. Ich konnte das nicht einordnen. Es war schrecklich. Auf der Suche nach Antworten haben unter Anderem Sie mir durch Ihre Berichte geholfen. Es tut mir sehr leid, dass Sie Probleme bekommen haben und nun den Weg wählen, diesen Preis abzulehnen, was meiner Meinung nach die richtige Entscheidung war. Überrascht hat es mich unerfreulicher Weise nicht, dass Sie Probleme bekamen. Bitte machen Sie weiter. Es gibt sehr viele Menschen, die hinter Ihnen stehen. Vielleicht trauen sich manche nicht es zu sagen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich einmal eine solche Zeit in Deutschland erlebe, wo ich Angst haben muss, was ich sage. Ja, jetzt ist sie da. Warum? Das weiß ich nicht. Erschreckend ist nur, wie viele Menschen sich daran halten. Das wollten wir doch nie wieder. Manchmal bekomme ich sogar ein Feedback, Du hast ja recht, aber sei lieber vorsichtig. Ich bin allerdings immer noch die selbe seit 50 Jahren, irgendetwas hat sich verändert.

Viele Grüße auch an Chico!
Angela Braun

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„Lieber, sehr geschätzter Herr Broder!

Seit vielen Jahren sind mir Ihre Bücher, Ihre Artikel und Ihre Fernsehinterviews Anker eines klaren Geistes in einer immer neurotischer werdenden Welt.

Großen Dank für Ihre Unbeirrbarkeit, Ihren Mut und Ihren großartigen Humor!

Und bitte machen Sie weiter – wir dürfen den Diskurs nicht ausschließlich den Mediokren überlassen.

Mit den besten Wünschen
Beate Kraml
Linz, Österreich“

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„Lieber Henryk M. Broder,
durch Zufall bin ich auf Sie gestoßen. Gott segne diesen Zufall.

Zuerst sind Sie mir im Fernsehen begegnet: „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“ mit dem kongenialen Hamed Abdel-Samad. Was ich zunächst für platte Unterhaltung hielt, entpuppte sich schnell als knallharte Satiresendung. Der angriffslustige Henryk und der friedfertige Hamed – Gegensätze können nicht größer sein. Sie ständig mit Vollgas und er auf der Bremse. Ihre Demonstration in Burka vor dem Holocaustdenkmal hat mich förmlich zerrissen.

Das war der Aufhänger nach Ihnen im Internet zu suchen. Seitdem fahnde ich nach jedem Artikel. Ja, Ironie kann unterhaltend sein, Satire und Sarkasmus auch.
Till Eulenspiegel hat den Menschen den Spiegel der Selbsterkenntnis vor’s Gesicht gehalten. Don Quichotte kämpfte gegen die Windmühlen seiner Zeit, Heine verband seine Liebe zu Deutschland mit Kritik an den Zuständen, Tucholsky kämpfte in vielfältiger Gestalt gegen die Missstände seiner Zeit. Ich könnte Sie mit den Genannten vergleichen. Sicherlich steckt ein Stück von jedem in Ihnen. Aber alle Vergleiche gehen am Wesentlichen vorbei:

Broder ist Broder,
unvergleichlich, nicht zu verwechseln.

Dafür danke ich Ihnen und wünsche mir, dass Sie nicht aufgeben.

Herzlich, Paul

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„Intelligent, scharfzüngig und unabhängig von links oder rechts, mit viel Humor hält er Deutschland den Spiegel vor. Daher absolut unverzichtbar! Weiter so, Herr Broder! Ein Tag, an dem man Broder lesen kann, ist immer ein guter Tag!“ (Franz M. Ronellenfitsch)

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„Geschätzter be- und gelesener Broder!

Es ist nicht nur dieser Preis, der Ihnen zustünde. Es sind alle Preise dieses Landes, die nicht durch ihre willfährige Verleihung an willfährige Systemspeichellecker und -leckerinnen, Rapper und Plapperinnen längst entwertet und zu billigem Blech verkommen an Sie verliehen werden müssten.

Sie sind ein Licht, ein leuchtender Stern in der dunklen Nacht, welche durch Umnachtete über Deutschland aufgezogen wurde. Sie sind der Leitstern für so viele, die sich dennoch in dieser so finsteren Zeit vor die Tür und auf die Straße wagen. Um dem Licht entgegen zu streben und sich Gürteln, Messern, Stangen, Steinen, Unbill, Ungeist und Unvermögen, Bosheit, Niedertracht, Kriminellen und Kriminalisierung, Deutschlandhass, Heimat-, Kultur- und Wertevergessenheit entgegen treten.

Es entbehrt nicht einer gewissen Chuzpe, dass dieser Leitstern ein deutscher Davidstern ist. Ein jüdischer Stern am ehemals christlichen Himmel, an welchem ein islamischer Blutmond aufzugehen droht.

Seien Sie bedankt für Ihr Licht, Sie Stern, an dem sich noch tausende Weitere orientieren und entzünden mögen!

Mario Finkbeiner
Weimar / Frankfurt“

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„Sehr ge- und verehrter Herr Broder,

ich muss gestehen: Wäre ich niemals in Israel gewesen, hätte ich nie Ihr Buch ‚Kritik der reinen Toleranz‘ gelesen, wäre ich kein Stammgast auf der ‚Achse des Guten‘, würde ich, aus einem Arbeiterelternhaus kommend, vielleicht und wahrscheinlich immer noch die SPD wählen.

Doch da ich all das getan habe, bin ich ein nahezu bedingungsloser Freund Israels geworden, ein Leser Ihrer Werke und ein Sucher nach alternativen Medien, kurzum: Ich bin ein waschechter ‚Rechtspopulist’…..

Mir ist es ein Bedürfnis, Ihnen zu danken, für Ihren steten Einsatz für die Themen, die auch mir wichtig geworden sind, für Ihre Renitenz gegen all das, was der Mainstream uns als ‚absolute Wahrheit‘ verkaufen will.

Aber ganz besonders danke ich Ihnen dafür, dass Sie, bewusst, oder unbewusst, Ihren Beitrag dazu leisten, dass auch mein kleiner Sohn, der in diesem Jahr eingeschult wird, in einem Land aufwachsen wird, in dem wir wirklich(!) gut und gerne leben….!

Übrigens stammt seine polnische Mutter (meine Frau) aus der Nähe von Kattowitz….was soll ich sagen…? ‚Zufälle‘ gibt’s…..

Bleiben Sie uns noch lange erhalten, oder, wie die Polen sagen: Będziesz żyć 100 lat.

Herzlichst
Ihr
Thomas Schlosser
61231 Bad Nauheim (Hessen)“

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„Lieber Herr Broder,

erst Mitte der 1980er Jahre begann mein Chemie- und Hormonhaushalt mit der Produktion sogenannter Ü-30 postpubertärer Substanzen, die mein Hirn vergifteten und zum Leidwesen der damaligen progressiven Professoren aus einem ehedem vorbildlichen linken Studenten sukzessive einen denkenden Menschen machten. Der Stein des Anstoßes dieser Verwandlung war ihr Buch „Der ewige Antisemit“, für das ich Ihnen den Rest meines Lebens dankbar sein werde.

Nicht allein die klare Analytik Ihres Denkens fasziniert und fesselt, es ist gleichermaßen die Liebe zu den Menschen, egal welcher Herkunft oder Religion, die zwischen Ihren Zeilen immerfort hervorlugt. Sie sind alles andere als ein Ideologe, keine Schublade böte Ihnen ausreichend Platz und Sie erweisen dem Widerspruch aus Prinzip alle Ehre, denn durch Intelligenz gepaart mit Empathie reizen Sie Ihr Gegenüber dazu, die ausgetretenen Denkpfade zu verlassen, um selbstständig die Welt und die Menschen zu erkennen, um das große Theater des Lebens verstehen zu lernen. Sie, lieber Herr Broder, haben das bei mir in Bewegung gesetzt und Sie bewegen unzählige andere Menschen gleich mehrerer Generationen bis heute.

Verzeihen Sie mir, dass ich nicht in Worte fassen kann, was mich bei den Gedanken an Sie innerlich bewegt, und dass mein Gestammel hier doch arg schwülstig klingt, es ist einfach so.

Viele liebe Grüße und hoffentlich noch eine Menge guter Jahre, das wünsche ich Ihnen von Herzen.

Georg B. Mrozek

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Lieber Herr Broder!

Lassen Sie sich nicht unterkriegen. Ich habe beim Vorwurf „menschenverachtend“ und ausgrenzend immer die Bilder im Kopf, in denen Sie und Hamed Ihre Heimatstadt besuchen und Hand in Hand weggehen. Das ist für mich Freundschaft und Integration! Und es ist das Gegenteil von „menschenverachtend“. Wer auch immer Ihnen das vorwirft, ich verstehe es nicht.

Für mich sind Sie und auch Hamed im Gegenteil ein Musterbeispiel an Menschlichkeit und Freundschaft! Und darüber hinaus an gesundem Menschenverstand!

Mögen Sie beide mit ihren kritischen Stimmen uns noch lange erhalten bleiben! (Claudia U. Lars)

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Sehr geehrter Herr Broder,

es gibt nicht mehr viel, was meine Frau und mich hier in Deutschland
hält. Wir sind hier in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin groß und mittlerweile alt geworden. Mit Schrecken müssen wir erkennen, daß die Zusagen der politischen Repräsentanten aller Parteien, man stehe zu Israel, man stehe zu jüdischem Leben in Deutschland, auf unzähligen Veranstaltungen der Gemeinde beschworen, alles nur heiße Luft waren. Um so mehr schätzen wir Ihre Arbeit, die den in diesem Land Verantwortlichen einen Spiegel vorhält. Sie haben nur wenige Mitstreiter, die wie Sie gegen den Mainstream ankämpfen. Wir wissen Ihre
Arbeit zu würdigen und suchen Sie beständig im Internet auf. Wir haben aufgegeben – bitte geben Sie nicht auf!!

Mit freundlichen Grüßen
Manuela und Michael Bleiberg

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Lieber Herr Broder,

sehr oft lese ich Ihre Texte und im Anschluss ist mein Tag gerettet. Dafür möchte ich mich bedanken. Ich habe Sie persönlich kennengelernt und einen lustigen, schlagfertigen, menschenfreundlichen und unfassbar coolen Typen getroffen. Sie machen den vernüftigen und nachdenklichen Menschen Mut, Sie sprechen deren Sprache, Sie bringen das auf den Punkt, was viele von uns im Kopf und im Herzen tragen. Schreiben Sie weiter, streiten Sie weiter, kämpfen Sie weiter!

Ich wünsche Ihnen ein starkes Herz und gute Nerven! Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße aus Hessen

Ihr
Markus Posern

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Lieber HMB,

„der ewige Antisemit“ war seit den 1980er Jahren, ich saß in Ostberlin fest, immer auch ein Motor für meine Programme. Später habe ich Ihre Bücher stapelweise gekauft und verschenkt. Ich kann sogar aushalten, daß Sie die jiddischen Lieder ablehnen, die ich singe, oder meine Person. Ich wünsche mir dennoch, daß ich immer wieder hören, sehen, lesen kann, was Sie sagen! Zaid gezint bis 120 in a mitvokh dertsi!

Karsten Troyke

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Lieber Henryk,

seit zweieinhalb Jahren rettet mich von Woche zu Woche die freudig
erfüllte Verpflichtung, wenigstens einmal alle 7 Tage für die Achse des
Guten zu schreiben. Und ich sage „rettet“ nicht einfach so dahin, es ist
wörtlich zu nehmen.

Für diese Insel im Meer des Wahnsinns danke ich dir von ganzem Herzen.
Und dafür, dass dir dieses Land nicht längst und verdient am Arsch
vorbei geht.

In tiefer Verehrung
Dein Archi W. Bechlenberg

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„Spieglein, Spieglein an der Wand, was ist nur los in diesem Land?“

„Lieber Herr Broder,

in diesen schwierigen Zeiten bin ich regelmaessig froh und dankbar, die treffenden, humorvollen und tiefgruendigen Publikationen eines begnadeten, gebildeten, ehrlichen und charmanten Journalisten lesen zu koennen.
Echte und selten gewordene Gluecksmomente. Zeigen Sie weiterhin auch bei den boesesten Angriffen ein heiteres Gesicht, kein Einknicken.
Das aergert sie am meisten.

Kol ha kavod fuer Ihr bisheriges Lebenswerk! Und machen Sie bitte noch sehr lange genauso weiter!

Alles Gute,
Inga Waidelich“

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Über viele Jahre war es so, dass immer, wenn ich im Internet Henryk M. Broder begegnete, meine Mundwinkel sich in einer Art Automatismus hoben und ich dachte, ah, jetzt gibt es was Schönes, etwas Lustiges, etwas Neues, jedenfalls immer etwas Originelles und Intelligentes. Darunter macht er es ja nicht.

Heute, wenn ich ein Foto von ihm sehe, denke ich mit demselben Automatismus an Leon de Winter, und zwar an den Leon de Winter, der in „Der ewige Antisemit“ sagt: „Es gibt diese Momente und dann hat man auf einmal diesen glücklichen Gedanken, aber es gibt noch immer Henryk, er ist noch immer da, das ist ja toll! Solange er da ist, gibt es Hoffnung!“

Ja, in dieser trüben Zeit, auf die wir zugehen, wenn de Winter Recht hat, wenn er später im Film sagt, „wir erleben die letzte Phase der jüdischen Existenz in Europa“, da brauchen wir Henryk M. Broder umso dringender und können nur hoffen, dass er noch lange durchhält und dieses schreckliche Land mit uns aushält, so dass wir uns von seiner Kraft und auch von seinem „vernichtenden Humor“ inspirieren lassen können.

Darum seien ihm zum Schluss zwei Shakespeare-Zeilen überreicht: „From fairest creatures we desire increase, / That thereby beauty’s rose might never die“.

Herzliche Grüße
Karl Thönnissen

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Lieber Henryk,

obwohl ich Dich nicht mehr leiden kann, mag ich Dich. Ich kenne kaum jemanden, der mit so viel Neugierde auf Menschen zugeht, und zwar auf jeden. Dir ist es völlig egal, wer jemand ist, woher jemand abstammt, welche sexuelle Orientierung der Mensch hat und ob Frau oder Mann oder keines von beidem. Wobei, bei sexueller Orientierung und Geschlecht stimmt das nur eingeschränkt, wenn Dir nämlich jemand besonders gut gefällt. Menschenverachtend ist eine Bezeichnung, die auf Dich ganz sicher nicht zutrifft, auch wenn Du ein fieser Stinkstiefel sein kannst.

Viele Deiner Texte in der letzten Zeit haben mich aufgeregt. Aber dafür schreibst Du sie auch. Also nicht, dass sie mich aufregen sollen, sondern dass sie möglichst viele auf die Palme bringen. Das gelingt Dir. Vieles gefällt mir wirklich nicht. Aber ich weiß, Du schlägst nicht über die Stränge, um Menschen zu verletzten – also es soll immer nur einzelne treffen, aber niemals Gruppen – oder weil Du ganze Gruppen nicht leiden kannst. Du bist der Meinung, das muss gesagt werden. In Sachen Antisemitismus stimme ich Dir fast immer zu. In anderem immer weniger. Aber wir müssen nicht einer Meinung sein.

Du sprichst sogar wirklich zugewandt zu den Menschen, die Du nicht leiden kannst. Du sprichst mit ausgewiesenen Antisemiten ehrlich interessiert und würdest Ihnen ein Brötchen spendieren, wenn sie Hunger haben, aber kein Geld. Einzelne Personen, die aus Gruppen stammen, die Du angehst, würdest Du niemals im persönlichen Kontakt nur als Mitglied der Gruppe wahrnehmen oder darauf reduzieren, sondern als Individuum. Und jedem eine Wurst, auch eine, die halal ist, kaufen, wenn jemand hungrig ist.

Von daher weiß ich echt nicht, was Dich manchmal reitet, aber ganz sicher keine Menschenverachtung.

Herzlichst
Stefanie

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Lieber Henryk M. Broder,

wie kann man Sie nicht mögen? Sie sind ein großartiger Mensch und einer der wenigen aufrichtigen Intellektuellen in unserem Land! Sie schreiben so verdammt gut, dass es ein Genuss ist, Sie zu lesen. Aber das alles ist es nicht. Wer Ihnen persönlich begegnet, wie es mir zufällig im Literaturcafé in Charlottenburg geschah, spürt eine Aura der Warmherzigkeit und Klarheit. Mit der Feder ist es wie in der Kunst: das Leichte ist das Schwere!

Gott möge Sie beschützen!
Dr. Thomas C. Bruns
Berlin

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Geist, Witz, Charme, dazu Wärme und ein souveräner Umgang mit Sprache, Wissen und Zusammenhängen – Henryk M. Broder ist ein Glück für die, die dessen würdig sind.

Thommie Bayer

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Hallo Herr Broder,

obschon Herr Buurmann von seiner Idee der Lobpreisung recht überzeugt ist, er meint es ja gut, denke ich, dass Ihnen das gar nicht so behaglich ist. Aber, lieber Herr Broder da müssen Sie jetzt einfach mal durch und ich kann auch schlichtweg nicht umhin, Ihnen meinen höchsten Respekt zu zollen.

Ihr Wirken, Ihr Sein ist nicht nur für Sie wichtig, sondern für viele Menschen besonders in diesem Land. Bitte gehen sie nicht zu rasch in Rente, obwohl Sie sich diese wirklich verdient haben.

Mit freundlichem Gruß
Torsten Meyer

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Lieber „El Broder“!
Henryk, Du bist ein guter Mann.
In anderen Worten, wie wir so sagen: a mentsch!
A.mOr.

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Ich bin immer auf der Suche nach einem Beitrag von Ihnen, der mir den Tag rettet! Ich liebe Ihre Art zu Schreiben, Ihren Zynismus, Ihre genaue Beobachtungsgabe und Ihren klaren Geist, der es vortrefflich schafft Ihre Gedanken genauso klar zu äussern oder aufs Papier zu bringen. Ihre Kolumnen waren für mich schon immer ein Grund zu lächeln und nachzudenken. In den letzten Jahren wurden sie auch immer mehr zu einem Quell der Hoffnung und zu einem Vergewissern, dass man selbst nicht das Gleichgewicht verloren hat, sondern Teile der Welt aus den Fugen geraten sind.

Es ist mir ein Rätsel, dass Viele den neugierigen Menschenfreund, der sie eigentlich sind, nicht erkennen können.
Bleiben Sie weiter neugierig und eine Stimme des gesunden Menschenverstandes! Spätestens zu Ihrem 90sten, wendet sich das Blatt und man wird Sie mit Preisen und Standing Ovations überschütten ;-).

Alles Gute
Susann

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Die Liste der Laudationes wird stetig erweitert.

Wenn auch Sie was schreiben wollen, gerne an: gerdbuurmann@hotmail.de

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