Die Tagesschau zwischen Halbwahrheiten und Lügen

(Empört Euch! Macht diese Entgleisung der ARD öffentlich und teilt Eure Empörung. Informiert die Politik und die Öffentlichkeit!)

Am 14. August 2016 zeigte die ARD sowohl in der Tagesschau als auch in den Tagesthemen einen Bericht über die Wasserversorgung in den palästinensischen Autonomiegebieten, in dem behauptet wurde, Israel sei verantwortlich für den Wassermangel in diesen Gebieten

Der Bericht strotzt nur so von Halbwahrheiten und Lügen. So behauptet der Bericht zum Beispiel, „dass Palästinenser keine Baugenehmigungen für Brunnen erhielten, um sich selbst zu versorgen.“ In dem Bericht wird jedoch verschwiegen, dass Israel überall dort, wo es die Macht hat, diese Genehmigungen zu erzwingen, dies nur tut, um Trinkwasser zu retten. Als sich nämlich im Jahr 2005 Israel komplett aus dem Gazastreifen zurückzog, fielen dort auch die Kontrollen weg, was dazu führte, dass jeder nach Wasser bohrte und so das Grundwasser in Gaza schnell sank. Dadurch floss dann Salzwasser aus dem Mittelmeer nach, was dazu führte, dass heute 95% des Süßwassers im Gazastreifen ungenießbar ist. Damit die Bürger im Gazastreifen nicht verdursten, pumpt Israel jetzt Trinkwasser in den Gazastreifen, obwohl Israel das nicht müsste, da die Regierung von Gaza Krieg führt gegen Israel und erklärt, alle Juden weltweit vernichten zu wollen und keinen einzigen Juden im Gazastreifen erlaubt. Welches Land der Welt pumpt auf eigene Kosten Trinkwasser in das Land seiner Feinde?

In dem Bericht gibt es auch klare Lügen. In den sogenannten A und B Gebieten ist nämlich die palästinensische Autonomie verantwortlich für die Wasserversorgung und nicht Israel. Nur in dem sogenannten C Gebiet ist Israel verantwortlich und natürlich versorgen die Israelis zunächst ihre eigenen Leute. Da die palästinensische Autonomiebehörde nicht demokratisch konstituiert ist, verteilt sie das Wasser willkürlich und nicht selten zu Gunsten der herrschenden Kreise, wie diese Bilder beweisen. Darum gibt es in Ramallah mehr Wasser als in den kleinen Dörfern im C Gebiet. Die Wasserknappheit hat somit fast nichts mit der israelischen Regierung zu tun, aber dafür sehr viel mit der palästinensischen Autonomie.

Die israelische Regierung hat eine Infrastruktur gebaut, während die palästinensische Regierung nichts gemacht hat, um seine Leute mit Wasser zu versorgen. Dies aber nun Israel vorzuwerfen ist eine Hetze gegen Juden, wie sie an das Mittelalter erinnert.

Als im Mittelalter die Pest wütete und viele Christen daran starben, erhoben sie den Vorwurf der Brunnenvergiftung gegen Juden. Der Vorwurf fiel nicht zufällig auf Juden, denn lange zuvor waren in ganz Europa sogenannte Judenbilder verbreitet worden, die den sozial ausgegrenzten Juden Heimtücke, Schadenzauber und Verschwörungen gegen die Christenheit zugeschrieben hatten. Außerdem wurden Juden aufgrund ihrer religiös verankerten Hygienevorschriften oft weniger von Epidemien getroffen als die übrige Stadtbevölkerung. Statt aber die Schuld bei sich selbst zu suchen und dem Versäumnis, sauberes Wasser zu erschließen, verfolgten Christen Juden, weil sie sauberes Wasser erschlossen hatten.

Das war das Mittelalter. Heute ist es nicht viel anders! In Israel haben Juden ab der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts eine Vielzahl moderner Wasseranlagen gebaut. Statt das zu bewundern, wird Israel heute von der Tagesschau kritisiert, weil Araber keine modernen Wasseranlagen gebaut haben, ganz so als sei es die Schuld der Juden, wenn Araber heute kein sauberes Wasser erschließen wie Christen im Mittelalter.

Richtig tief in die Lügenkiste griff die ARD Tagesschau jedoch mit dem Bericht über die Ortschaft Salfit. Der Ort Salfit gilt als grüne Oase der Region, weil Israel es mit Wasser versorgt. Vor einigen Wochen jedoch kam es zu einen Rohrbruch bei einer Hauptleitung. Daraufhin war in dem Ort einige Tage lang das Wasser knapp. In dieser Zeit drehte die ARD den Bericht, lässt eine Familie über die Wassernot lamentieren und behauptet somit, Israel sei Schuld an dem Rohrbruch. Das ist eine Lüge, die der Brunnenvergifterlegende aus dem Mittelalter locker das Wasser reichen kann. Da frage ich mich, ob ARD für Antisemitische Rundfunkanstalt Deutschland steht.

Ich rufe alle meine Leserinnen und Leser auf, diesen unfassbaren Bericht gebührend so skandalisieren.

Für weitere Informationen zum Thema empfehle ich:

„Israel, die Palästinenser und das Wasser“ von Alex Feuerherdt

„Wassernot in der ARD-Tagesschau-Redaktion“ von Ulrich W. Sahm

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Die sechs dummen „Argumente“ des Jürgen Todenhöfer

Jürgen Todenhöfer hat auf Facebook wieder in die Tasten gehauen. Er hat dabei erneut jene sechs vermeintlichen „Argumente“ rausgehauen, die mittlerweile so oft relativiert wurden, dass jeder einigermaßen klar denkende Mensch sie nicht mehr verwenden würde. Nicht so Todenhöfers Jürgen. Tapfer im Nirgendwo macht sich daher erneut die Mühe, die „Argumente“ zu kommentieren.

1. Argument: Die 5. Sure.

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„Allah sagt nicht: „Töte Unschuldige!“ Sondern: „Wenn einer einen Menschen tötet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit getötet. Und wenn einer einen Menschen rettet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit gerettet.“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Die fünfte Sure wird gerne zitiert, wenn die Friedfertigkeit des Korans bewiesen werden soll. Mir ist es egal, ob der Koran ein Buch der Liebe ist oder nicht; und ich möchte, dass das so bleibt! Alle Religionen sind nämlich nur so lange friedlich, wie sie es zulassen, dass einem der Glaube egal sein kann!

Es zeugt allerdings schon von einer ungeheuerlichen Chuzpe, ausgerechnet die fünfte Sure als Zeugnis des Friedens des Korans anzuführen. Der oben zitierte Vers steht nämlich in einem Zusammenhang, der alles andere als friedlich ist:

„Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, dass, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einen Menschen das Leben hält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach beginnen viele von ihnen Ausschreitungen im Lande. Der Lohn derer, die gegen Allah und seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden und dass ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.“

Ich übersetze mal:

„Wir haben den Juden verordnet, wer tötet, tötet eine ganze Welt. Für Euch aber gilt, wenn jemand ein Verderben im Lande anrichtet, dann hackt ihnen die Hände und Füße ab.“

„Verderben im Lande“, na das ist ja mal etwas, wie soll ich sagen, vage, um nicht zu sagen, durchaus interpretationsfähig und auslegungsbedürftig. Weniger vage, ja geradezu konkret wird der Koran, wenn es darum geht, was mit jenen Leuten geschehen soll, die „Verderben im Lande“ anrichten: Vertreibung, Kreuzigung oder wechselweise Hände und Füße ab, je nach Stimmungslage und ortsüblicher Tradition.

Ich sag mal so, wenn ich beweisen müsste, dass der Koran ein Buch des Friedens ist, ich würde ganz sicher nicht diese Stelle zitieren, denn sie ist alles andere als friedlich, ja, geradezu barbarisch brutal.

2. Argument: Jesus und Mohammed unterscheiden sich nicht.

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„Jesus und Mohammed wären entsetzt, wenn sie sähen, wie schamlos ihr Glaube, ihr Aufruf zu Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Nächstenliebe von machtgierigen, kriminellen und oft strohdummen Menschen für ihre Machtgelüste missbraucht wurde und wird. Und fassungslos, wie intelligente Wissenschaftler und Journalisten auf diesen billigen Trick der Kriegstreiber und Terroristen hereinfallen. Wir sollten fair sein und an alle Religionen den gleichen Maßstab anlegen!“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Dann bin ich mal fair. Mohamed hat im Gegensatz zu Jesus eine Menge Menschen getötet. Mohamed war von Beruf Soldat und bis ans Ende seines Lebens ein überzeugter Feldherr! Es gibt bedeutende Unterschiede zwischen dem Koran und dem Evangelium:

Das Evangelium ist ein Sammelsurium diverser Autoren aus verschiedenen Zeiten. Der Koran hat einen auf einen Zeitpunkt fixierbaren Autoren mit klarer Intention. Die Hauptfigur des Evangeliums ist ein Hippie, der mit Huren, Sündern und Trinkern abhing, dem kaum eine Droge fremd war, der sich weigerte, zu sehr in die weltliche Politik einzugreifen und der erklärte, wie man in den Himmel kommt, nämlich am besten arm und krank und natürlich nur durch ihn. Die Hauptfigur im Koran ist ein Feldherr mit Vorliebe für Ehefrauen unter zehn Jahren, der deutlich und kriegerisch ins politische Weltgeschehen eingriff und im Namen Gottes erklärte, wie man sich am besten unterwirft, nämlich ganz und gar.

Wenn also schon Christen mit viel Kreativität beim Interpretieren aus dem armen Tischler eine kriegerische Religion ableiten konnten, was können dann erst Muslime aus den Zeilen eines erfolgreichen Kriegers interpretieren?

3. Argument: 99 Prozent.

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„Der ‚IS‘, der von 99% der Muslime der Welt abgelehnt wird, behauptet zwar, seine Bestialitäten ‚im Namen‘ des Islam zu begehen. Aber der Islam, die Religion der Barmherzigkeit, ist dafür genauso wenig verantwortlich, wie das Christentum für die Verbrechen des ‚Christen‘ Bush.“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Laut einer Studie aus dem Jahr 2013 glauben in Pakistan und Jordanien über 80% aller Muslime, die Scharia sei Gottes direkter Wille, in Afghanistan, Ägypten und Gaza über 70%. In Russland sind es nur 56% aller Muslime. In Afghanistan und im Irak bevorzugen über 90% die Scharia über ein bürgerliches Gesetz, in Malaysia, Bangladesh, Marokko, Gaza, Niger und Dschibuti über 80%. In Russland sind es “nur” 42%. Die Todesstrafe für Diebstahl finden in Afghanistan und Pakistan über 80% angemessen, in Gaza und Ägypten 70% aufwärts. In Ägypten, Gaza, Pakistan und Afghanistan sprechen sich über 80% für das Steinigen von EhebrecherInnen (mit ganz großem I) aus. Ungefähr die gleiche Anzahl von Muslimen in diesen Ländern fordert die Todesstrafe für den Abfall vom Glauben. Wie kommt Jürgen Todenhöfer also auf die 99 Prozent?

Nehmen wir dennoch mal an, die Zahl wäre korrekt. Es gibt schätzungsweise 1,6 Milliarden Muslime und 15 Millionen Juden auf der Welt. Das bedeutet, selbst wenn „nur“ 1% aller Muslime Islamisten und somit fanatische Judenhasser sind, die bereit sind eine Bluttat zu begehen, dann sind das mehr wahnsinnige Judenhasser als es auf der Welt Juden gibt. Sehr beruhigend klingt das nicht!

4. Argument: Mensch und Religion.

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„Täglich wird unserer Bevölkerung eingehämmert, der Terrorismus habe sehr wohl mit dem Islam zu tun. Doch es sind Menschen, die morden, nicht Religionen. Zu allen Zeiten wurden Religionen zur Legitimation grauenvoller Verbrechen missbraucht. Auch das Christentum. Das macht diese Verbrechen aber noch lange nicht religiös! Es ist nicht Schuld der Religionen Islam oder Christentum, wenn morgen wieder irgendein Wahnsinniger losstürmt und unschuldige Passanten mit dem Ruf umbringt: „Gott will es“ oder „Allahu-akbar“. Das ist teuflisches Menschenwerk, nicht Gotteswerk.“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Menschen morden. Das ist richtig. Religionen morden nicht. Das ist auch richtig. Ebensowenig morden Waffen. Waffen wurden jedoch wie Religionen von Menschen erfunden! Menschen morden mit Religionen wie sie mit Waffen morden und so wie es Waffen gibt wie das Messer, das sich zum Morden eignet, aber auch zum Teilen und Schmieren von Broten, so gibt es Waffen, die ausschließlich zum Krieg taugen. Wenn ich den Koran lese, sehe ich leider sehr oft kein Messer mehr!

5. Argument: Die Kreuzzüge.

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„WÄHREND DER KREUZZÜGE des Mittelalters begingen Europäer ‚im Namen‘ des Christentums unbeschreibliche Massaker. Millionen Muslime und Juden wurden ermordet und verstümmelt.“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Den Kreuzzügen ging eine brutale islamische Expansion voraus. Sie begann im 7. Jahrhundert. Dabei wurden viele Gebiete militärisch erobert und die dort lebenden Menschen dem Islam unterworfen. Es kam zu der Besiedlung christlicher Gebiete durch arabisch-muslimische Eroberer im Nahen Osten, in Nordafrika und in Italien. Die Insel Sardinien wurde erobert und bei dem Einfall in Rom im Jahr 846 unter anderem die Basilika St. Peter zerstört. Spanien und Portugal wurden von dem frühen „Islamischen Staat“ komplett unterworfen. Unter der Regierungszeit des Kalifen al-Hakim kam es im Jahr 1009 zur Zerstörung der Grabeskirche Christi, eines der größten Heiligtümer des Christentums.

Der erste Kreuzzug fand statt, weil der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos um militärische Unterstützung gegen die islamische Expansion bat. Am 27. November 1095 rief Papst Urban II. schließlich die Christen auf der Synode von Clermont zum Kreuzzug in das sogenannte „Heilige Land“ auf.

Kommt uns das bekannt vor? Menschen, die um Hilfe bitten, weil der „Islamische Staat“ mit grenzenloser Barbarei wütet und ganze Völker unterwirft?

Urban II. forderte auf, die im Nahen Osten ansässigen Muslime zu vertreiben und in Jerusalem die heiligen Stätten der Christen wieder in Besitz zu nehmen. Damals stand dem „Islamischen Staat“ nämlich nicht der Westen mit seinen aufgeklärten Demokratien gegenüber, sondern das Christentum mit absoluten Monarchen. Viele Christen waren damals mindestens so fanatisch und fundamentalistisch wie viele Muslime damals und heute!

Nach der Einnahme Jerusalems durch die christlichen Kreuzritter im Jahre 1099 wurden die Gefallenen als Märtyrer gefeiert. Der Kreuzzug wurde von der christlichen Kirche religiös derart überhöht, dass er bald als ehrenvoller „Bußgang“ galt, der angeblich direkt von Gott durch das Wort des Papstes verkündet wurde. Die Teilnehmer am Kreuzzug legten sogar ein rechtsverbindliches Gelübde ab, ähnlich wie bei einer Pilgerfahrt. Die Kreuzfahrer waren im festen Glauben, im „Heiligen Krieg“ für Kirche und Gott einen ehrenvollen Tod zu sterben. Viele Christen damals waren Gotteskrieger, so wie viele Muslime damals und heute.

In den Kreuzzügen standen Fundamentalisten Fundamentalisten gegenüber. Es war eine brutale, eine chaotische Zeit, in der alle Prinzipien der Vernunft über Bord geworfen wurden. Am deutlichsten wird das Chaos dieser Zeit im dem Stück „Almansor“ von Heinrich Heine beschrieben.

Das Stück spielt einige Jahrhunderte nach den ersten Kreuzzügen im 15. Jahrhundert. Es ist die Zeit, in der die Herrschaft des frühen „Islamischen Staates“ in Spanien und Portugal durch christliche Ritter unter dem inquisitorischen Kardinal Mateo Ximenes de Cisneros beendet wurde. Das Stück beschreibt eindringlich die Grausamkeiten dieses Religionskriegs auf beiden Seiten und zeigt, welche irrationalen Blüten innerhalb dieses Krieges trieben.

Die bekannteste Stelle in dem Stück ist ein Dialog zwischen zwei Muslimen, der sich entspinnt, nachdem in einem Akt der Provokation eine öffentliche Verbrennung des Korans stattgefunden hat:

Almansor: Wir hörten, dass der furchtbare Ximenes, inmitten auf dem Markte, zu Granada – Mir starrt die Zung im Munde – den Koran in eines Scheiterhaufens Flamme warf!

Hassan: Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

Das Wahnsinnige an diesem Dialog ist, dass Hassan, der Moslem, dem bei der Verbrennung des Korans, nur die schlimmsten Gedanken kommen, selbst ein brutaler Gotteskrieger und Menschenschlächter ist. An einer Stelle berichtet er:

“Zu jenen Kämpfern hatt ich mich gesellt, die ins Gebirge, auf die kalten Höhn, mit ihren heißen Herzen sich geflüchtet. So wie der Schnee dort oben nimmer schwindet, so schwand auch nie die Glut in unsrer Brust; wie jene Berge nie und nimmer wanken, so wankte nimmer unsre Glaubenstreue; und wie von jenen Bergen Felsenblöcke öfters herunter rollen, allzerschmetternd, so stürzten wir von jenen Höhen oft, zermalmend, auf das Christenvolk im Tal; und wenn sie sterbend röchelten, die Buben, wenn ferne wimmerten die Trauerglocken, und Angstgesänge dumpf dazwischen schollen, dann klang’s in unsre Ohren süß wie Wollust.”

Ein Mann, der das Verbrennen von Büchern kritisiert, hat selbst unzählige Menschen geschlachtet. Für Hassan ist das Verbrennen des Korans eine Todsünde, aber das Morden von Christen klingt in seinen “Ohren süß wie Wollust.”

Kommt uns das bekannt vor? Islamisten, die außer sich geraten, wenn ihre Religion beleidigt wird, es aber vollkommen akzeptabel finden, im Namen der Religion zu morden. Die Islamisten von heute unterscheiden sich in nichts von den Islamisten damals! Das Abendland hat sich jedoch geändert. Im Abendland herrschen nicht mehr absolute, christliche Monarchen, sondern demokratisch gewählte Regierungen, die sich der Aufklärung verpflichtet haben. Dem Kalifat steht heute kein christliches Reich mehr gegenüber, sondern der Westen, ein multikultureller, aufgeklärter und demokratischer Komplex.

Die Frage ist somit: Wie wird sich der Westen verhalten? Natürlich kann der Westen nicht wie die christlichen Reiche im Mittelalter mit ebenbürtiger fanatischer Kraft gegen den Islam zu Felde ziehen, das verbietet schon allein die kritische Vernunft der Aufklärung, aber es muss eine Strategie geben, um dem weltumfassenden Herrschaftswillen des „Islamischen Staates“ etwas entgegenzusetzen.

Die Zeiten haben sich geändert, für das Christentum mehr als für den Islam! Noch heute darf Mekka, einer der heiligsten Orte des Islams, nur von Muslimen betreten werden. In Mekka, wie in ganz Saudi-Arabien, wird die Abkehr vom Islam mit dem Tod bestraft. Homosexualität und Blasphemie wird ebenfalls mit dem Tod bestraft. Wer Ehebruch begeht wird gesteinigt. Wer Sex vor der Ehe hat, wird ausgepeitscht. Dieben wird die Hand abgehackt, Räubern Hand und Fuß. All diese Strafen gehören zum Repertoire des „Islamischen Staates“. Man stelle sich nur mal vor, im Vatikan, dem katholischen Pendant von Mekka, würde all das passieren!

Das Christentum von damals ist Geschichte. Der Islam von damals ist jedoch immer noch unter uns. Der Westen tut gut daran, schleunigst eine Strategie zu entwickeln, wie er mit dieser Bedrohung umzugehen gedenkt.

6. Argument: Die Nazis!

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„Die Fundamentalgegner aller Religionen aber bitte ich, sich einmal anzusehen, was unter atheistischen Ideologien geschah: Der Nationalsozialismus mordete direkt mindestens 30 Millionen Menschen.“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Es gibt eine Religion, mit der kamen die Nazis erstaunlich gut zurecht. Heinrich Himmler zum Beispiel sagte:

„Ich muss sagen, ich habe gegen den Islam gar nichts, denn er erzieht mir in dieser Division namens Handschar seine Menschen und verspricht ihnen den Himmel, wenn sie gekämpft haben und im Kampf gefallen sind. Eine für Soldaten praktische und sympathische Religion!“

Auch Adolf Hitler war dem Islam sehr zugeneigt:

„Auch das Regime der Araber in Spanien war etwas unendlich Vornehmes: die größten Wissenschaftler, Denker, Astronomen, Mathematiker, einer der menschlichsten Zeiträume, eine kolossale Ritterlichkeit zugleich. Als dann später das Christentum dahin kam, da kann man nur sagen: die Barbaren. Die Ritterlichkeit, welche die Kastilier haben, ist in Wirklichkeit arabisches Erbe. Hätte bei Poitiers nicht Karl Martell gesiegt: Haben wir schon die jüdische Welt auf uns genommen – das Christentum ist so etwas Fades –, so hätten wir viel eher noch den Mohammedanismus übernommen, diese Lehre der Belohnung des Heldentums: Der Kämpfer allein hat den siebenten Himmel! Die Germanen hätten die Welt damit erobert, nur durch das Christentum sind wir davon abgehalten worden.“

Im Jahr 1941 trafen sich Adolf Hitler und der Großmufti von Al-Quds (Jerusalem), Hadsch Muhammad Amin al-Husseini, bei einem Berliner Empfang. Dort zeigte es sich, dass die Nazis den Großmufti als den zukünftigen Anführer aller Araber und Moslems betrachteten. Er wurde im prächtigen Schloss Bellevue untergebracht. Al-Husseini erhielt für seine persönlichen Bedürfnisse und für seine politische Arbeit eine Geldsumme, die heute dem Wert von zwölf Millionen Dollar pro Jahr entspricht. Diese Geldmittel wurden durch den Verkauf des Goldes erbracht, das man Juden abgenommen hatte. Al-Husseini folgte dem Muster und verlangte ein Büro in einer enteigneten jüdischen Wohnung. Sein Mitarbeiterstab wurde in einem halben Dutzend weiterer Häuser untergebracht, die die Nazis für sie bereitstellten. Zusätzlich stellte man al-Husseini eine Suite im Berliner Luxushotel Adlon und für die Ferien schöne Appartements im Hotel Zittau und im Schloss Oybin in Sachsen zur Verfügung. Derart gut untergebracht wurde verhandelt. Es ging um die „Endlösung der Judenfrage“.

Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, „judenrein“ haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen befahl Hitler die Konferenz am Wannsee, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der ersten Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvenichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Was waren noch mal die Argumente von Jürgen Todenhöfer?

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Die Christoph Harting Challange

Als Christoph Harting am 13. August 2016 Gold bekam für seine Leistung bei den Olympischen Spielen in der Disziplin Diskus und für ihn die deutsche Nationalhymne gespielt wurde, da alberte er herum, pfiff zur Melodie und machte Faxen.

Es gibt unendlich viele Arten, wie man sich zur deutschen Nationalhymne und zu deutschen Nationalsymbolen verhalten kann, Christoph Harting jedendalls hat in weniger als einer Minute der deutschen Hymne und der deutschen Fahne all das zurückgegeben, was notorische Spaßbremsen, verantwortungslose Untertanen und vorwurfsvolle Miesepeter diesen Symbolen in den letzten 100 Jahren geraubt haben: Leichtigkeit, Ironie und Freude.

Es muss nicht immer Strammstehen sein! Christoph Harting hat für mich die Farben schwarz, rot und gold sympathisch gemacht, indem er gezeigt hat, dass diese Farben zu Individualität, Freiheit und Unangepasstheit passen. Für die Leute aber, die behaupten, sein Verhalten sei in irgendeiner Art respektlos gewesen, halte ich folgende vier Zeilen von Heinrich Heine bereit:

„Auch deine Fahne gefällt mir nicht mehr,
Die altdeutschen Narren verdarben
Mir schon in der Burschenschaft die Lust
An den schwarzrotgoldnen Farben.“

Respektlos sind eher jene, die Christoph Harting jetzt schlechtes Benehmen attestieren. Schlecht benehmem sich hier nur die Verurteilenden!

Danke, Christoph Harting, Du bist ein Deutscher, mit dem ich gerne Deutscher bin. Daher mache ich jetzt auch Faxen zur deutschen Hymne. Warum? Weil ich es kann! Das macht mich stolz. Stolz, ein Deutscher zu sein!​

Ich rufe alle Menschen auf, sich dieser Christoph Harting Challange anzuschließen. Macht Faxen zur Hymne und teilt es in den sozialen Medien! Warum? Weil wir es können. Weil Deutschland knorke ist!

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Die 27-jährigen Männer mit Schweizer Staatsbürgerschaft

Heute hat ein Mensch in der Schweiz im Kanton St. Gallen mehrere Zugreisende angegriffen und teilweise schwer verletzt. Die Person griff mehrere Personen mit einem Messer an. Sie verschüttete zudem brennbare Flüssigkeit in der Bahn und zündete Menschen an. Aus der Presse erfährt man bisher folgende Dinge über die Person:

Die Person ist ein Mann.
Sie ist 27 Jahre alt.
Sie hat die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Der Pressekodex verlangt, dass in der Berichterstattung über Straftaten die Zugehörigkeit der Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Gruppen nur dann erwähnt wird, „wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.“

Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Tat und dem Alter der angreifenden Person, ihrer Staatsangehörigkeit und ihrem Geschlecht? Es gibt keinen Zusammenhang! Daher ist diese Form der Berichterstattung sexistisch, altersdiskriminierend und länderdiskriminierend.

Weder das Alter, noch das Geschlecht, noch die Staatsbürgerschaft der Person steht in einem Zusammenhang mit der Tat. Darum sollte all das nicht erwähnt werden!

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Frage zum Pressekodex 

Bitte schickt diese Frage an die ARD, an das ZDF und an alle anderen Medien, die so merkwürdig berichten!

Heute hat ein Mensch in der Schweiz im Kanton St. Gallen mehrere Zugreisende angegriffen und teilweise schwer verletzt. Die Person griff mehrere Personen mit einem Messer an. Sie verschüttete zudem brennbare Flüssigkeit in der Bahn und zündete Menschen an. Aus der Presse erfährt man bisher folgende Dinge über die Person:

Die Person ist ein Mann.
Sie ist 27 Jahre alt.
Sie hat die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Der Pressekodex verlangt, dass in der Berichterstattung über Straftaten die Zugehörigkeit der Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Gruppen nur dann erwähnt wird, „wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.“

Ich frage daher, welcher Zusammenhang besteht zwischen der Tat und dem Alter der angreifenden Person, ihrer Staatsangehörigkeit und ihrem Geschlecht? Es gibt keinen Zusammenhang. Daher ist diese Form der Berichterstattung sexistisch, altersdiskriminierend und länderdiskriminierend.

Weder das Alter, noch das Geschlecht, noch die Staatsbürgerschaft der Person steht in einem Zusammenhang mit der Tat. Darum sollte es nicht erwähnt werden!

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Das Doping unserer Kindheitshelden

Kann man es den jungen Athletinnen und Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio wirklich Übel nehmen, dass Doping Thema ist? Sie sind schließlich groß geworden mit Kindheitshelden, die vorgemacht haben, wie großartig Doping ist.

Was wäre wohl aus dem kleinen, aufmüpfigen, gallischen Dorf geworden, hätte Miraculix mit seinem Zaubertrank die Bewohner nicht gedopt? Asterix und Obelix wären römisch geworden. In dem schönen gallischen Dorf hätten fortan nur noch römische Sprache und Sitten geherrscht. Gottlob, die Gallier waren gedopt, die Römlinge wurden vertrieben, Majestix mit seinem Dorf gewann und sie sind gallisch geblieben. Nur dank des Dopings des Druiden Miraculix!

Was wäre wohl aus der Gummibärenbande ohne Grammis Zaubertrank geworden? Zwar sorgte Grammis Trank für die Gummibären lediglich dafür, dass sie hüpfen konnten wie ein Gummiball, aber einem Menschen verlieh der magische Trank kurzzeitig übermenschliche Kräfte. Ohne diesen Zaubertrank hätte die Gummibärenbande und deren menschliche Freunde rund um den Knappen Cavin niemals auch nur den Hauch einer Chance gehabt gegen den bösen Herzog Igzorn von Drekmoor und seinen Ungeheuern. Ohne Doping wäre das Königreich Dunwin dem bösen Herzog Igzorn hilflos ausgeliefert gewesen und auch Gummi Glen wäre unter die Herrschaft Todwards und den übrigen Ungeheuern gekommen.

Auch Harry Potter ist ohne Doping nicht denkbar. Die Liste der Substanzen, die dort konsumiert werden ist schier unendlich. Es seien hier nur ein paar genannt: Das sonnengoldgelbe Euphorie-Elixier löst euphorische Stimmung aus; der Gripsschärfungstrank fördert die Geisteskraft und Konzentrationsfähigkeit; der Invigoration Draught ist ein klassischer Stärkungstrank und der Plappertrank bewirkt, dass alle, die ihn trinken, Unsinn daherreden. Es ist geradezu erstaunlich wie oft und gerne sich die Kinder in den Romanen von Joanne K. Rowling dopen.

Mich wundert da das Doping in Rio nicht!

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Rio 2016 oder Berlin 1936

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„Israel kümmert sich mehr um Palästinenser als ihre eigene Führung.“

Eine Erklärung von Benjamin Netanjahu.

Ich werde jetzt etwas sagen, dass einige von Ihnen nicht glauben werden, aber ich werde es trotzdem sagen, weil es wahr ist: Israel kümmert sich mehr um Palästinenser als es ihre eigene Führung tut.

Das klingt unfassbar, oder? Berücksichtigen Sie jedoch dies:

Vor einigen Tagen musste die Welt feststellen, dass die Hamas, die Terrororganisation, die im Gazastreifen herrscht, mehrere Millionen US-Dollar von humanitären Organisationen wie World Vision und den Vereinten Nationen gestohlen hat.

Unschuldigen und armen Palästinensern wurde lebenswichtige Hilfe, die verschiedenste Länder auf der ganzen Welt gespendet hatten, verweigert. Die Hamas nutzt diese gestohlenen Mittel nun, um eine Kriegsmaschine aufzubauen, die Juden ermorden soll.

Denken Sie darüber einmal nach und lassen Sie das auf Ihre Gedanken wirken:

Die Hamas raubte von palästinensischen Kindern die notwendige Hilfe, um unsere Kinder zu töten! Ich frage daher, wer kümmert sich mehr um die Palästinenser?

Ist es das Land Israel, das jeden Tag die Zufuhr der humanitären Hilfe in den Gazastreifen ermöglicht oder ist es die Hamas, die den palästinensischen Kindern genau diese Hilfe wegnimmt?

Ist es Israel, das verwundete Palästinenser aus dem Gazastreifen in seinen Krankenhäusern behandelt oder ist es die Hamas, die verletzte Palästinenser daran hindert, Hilfe zu erhalten?

Stellen Sie sich nur mal vor, wo wir heute alle sein könnten, wenn sich die palästinensische Führung dermaßen um die Hilfe für ihre eigenen Menschen he kümmert hätte, wie sie sich um die Schädigung unserer Bürger bemüht.

Das palästinensische Volk hat Besseres verdient!

Darum bekunde ich heute mein tiefes Mitgefühl mit den unschuldigen Palästinensern und mit den Ländern, die es gut gemeint haben und großzügig finanzielle Mittel gespendet haben, um ihnen zu helfen.

Der Zynismus und die Grausamkeit der Hamas schadet uns alle. Es schadet den Frieden!

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BDS will keinen Frieden!

Man kann nicht reden mit einer Person, die man boykottiert und man kann keinen Frieden schließen mit einer Person, mit der man nicht redet.

BDS will keinen Frieden!

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Zwischen Militärputsch und Machtgier

Ein Bericht über die „Odyssee des Bösen“ von Dinçer Gücyeter.

Ein Tag nach meiner Ankunft in der Türkei, am 15. Juli 2016 um 22:30 Uhr, sprachen alle Sender von einem Militärputsch. Im 21. Jahrhundert ist eine Machtübernahme ​dieser Art abstrakt, unvorstellbar. Die Türkei musste in ihrer Geschichte oft unter Eingriffen des Militärs leiden. Dieser Putsch jedoch war schlecht organisiert, zum Scheitern verurteilt.

Zwei Stunden später animierte Erdogan über diverse Medien sein Volk, auf die Straßen zu rennen und das halbe Land ging mit Fahnen auf die Strasse. Wer sich versteckte, war Erdogan und seine Truppe!

Zur Morgenstunde hatte fast alles wieder seinen normalen Lauf. Die Bilanz: Hunderte von Menschen hatten ihr Leben verloren. Der Sündenbock war die Gülen-Truppe, bis 2014 der unverzichtbare Partner der AKP– Regierung.

Am 16. Juli zeigte diese Auferstehung sein wahres Gesicht. Überall, in jeder Ecke sah und hörte man eine gewaltige Erdogan-Propaganda. Die AKP-Politiker kamen aus ihren Löchern heraus. Die bekannte Demagogie-Maschinerie wurde gestartet. Erdogan und seine Partei schlüpften in ihre Opferrolle. Neue Feinde waren für ein Regime, das seine Macht auf subjektiven Wertvorstellungen aufbaut, ein unbezahlbares Futter. Es ist gelungen.

Das Volk stürmte auf die Strassen, die Lobeshymnen an Erdogan machten einen taub. Der Mann, der seit langer Zeit das Land ins Chaos trieb, wurde nun als Führer, Oberkommandant, Retter bejubelt! Die gesamte Presse hatte ein Sendeprogramm von oben bekommen und sprach (schweigte) aus einem Kanal.

Bis heute wurden Tausende von Menschen festgenommen. Die Hexenjagd geht weiter. Nicht nur die Putschteilnehmer, viele andere, die sich dem Erdogan-Wahnsinn verweigert haben, werden abgestempelt und kommen hinter Gittern. Eine goldwerte Möglichkeit, die ausgenutzt werden muss.

Mehrere haben ihre Arbeitsstellen verloren. Angeblich waren sie Mitglieder einer Gülen-Gewerkschaft oder ihre Kinder haben eine Gülen-Schule besucht. Das Ziel ist, diese Stellen nun mit Parteianhängern zu füllen. Erschreckend ist, dass die AKP bis vor kurzer Zeit sehr eng mit der Gülen-Gruppe und anderen islamischen Sekten zusammengearbeitet hat. Prüfungsfragen für den Einstieg in die Unis wurden ausgetauscht, Wahlpropaganda von AKP wurden von der Gülen-Gruppe stark unterstützt. Beide Seiten arbeiteten eng zusammen für einen neuen islamischen Staat. Diese korrupte Koalition wird nun unter den Teppich gekehrt. Wie immer schweigt der Fanatismus über die eigenen Sünden.

Die Todesstrafe war zwei Tage lang das Hauptthema. Die Diskussion geht weiter. Das Bündnis ist gebrochen, die Brüder und Schwestern der Gülen-Sekte sind nun Vaterlandsverräter und sollen auf dem Weg zum demokratischen Machtstaat vernichtet werden. Das alles könnte man teilweise verstehen, wenn die AKP nicht aus dem gleichen Topf fressen würde. Die Justiz wird entmündigt, Verfassungsrecht ist nur noch eine alte Notiz auf dem Papier.

Die Medien, 95% abhängig, fordern das Volk jeden Abend auf, die Strassen zu sperren, um die Demokratie zu überwachen. Vor allem die Beamten sind verpflichtet an Ort und Stelle zu sein. Täglich werden sie per SMS benachrichtigt, wie es weiter geht. Wer sich weigert kann mit einer Kündigung rechnen. Nicht nur die Arbeitsstelle geht verloren, auch die Diplome, Meisterbriefe, Zeugnisse werden ungültig gemacht.

Heute noch werden unter Gebetsrufen auf grossen Plätzen Hymnen gesungen, überall hängen Erdoganfahnen. Bühnen werden aufgebaut, die Hodschas beten für den grossen Führer, für den Retter der Demokratie. Sündenböcke werden zum Teufel gejagt.

Die Machtgier eines Mannes wird mit Unterstützung der Medien und des leichtsinnigen Volkes ununterbrochen gepflegt. Szenen, die Deutschland vor achtzig Jahren blind ertragen musste. Alles, auf dem Weg zum Ein-Mann-Regime ist Recht! Die Minderwertigkeitskomplexe eines Volkes werden mit proben Machtsprüchen übertuscht.

Ich und noch viele andere, die sich für dieses Land Demokratie, friedliches Zusammenleben, geistige/ethische Entwicklung gewünscht haben, müssen jeden Tag diesen Wahnsinn ertragen. Diese Enttäuschung ist unerträglich. Sehen zu müssen, dass ein Land mit vielen wunderbaren Kulturen vom barbarischen Wahnsinn verdorben wird, ist eine Art Gefangenschaft, die ich vorher nie erfahren habe und auch niemandem wünsche.

Viele Freunde fragen, wie es mir in der Türkei geht. Schwer, sehr schwer fällt es mir, darauf eine Antwort zu geben. In diesem Land sind meine Eltern auf die Welt gekommen, mit der Sprache dieses Landes wurde ich großgezogen. Die Sprache, die Menschen hier, die kulturelle Vielfalt habe ich all die Jahre sehr ins Herz geschlossen.

Heute versuche ich, mit einem gesunden Menschenverstand all das Passierte zu verstehen. Es will mir nicht gelingen.

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Vor ein paar Tagen erst habe ich erfahren, dass in Köln am 31. Juli eine Versammlung von AKP Anhängern für die Demokratie in der Türkei organisiert wurde. Hunderte Erdogan-Fans kamen aus allen Bundesländern, um ihren „Führer“ zu unterstützen. In einer Stadt, wo die Demokratie ganz groß geschrieben wird, eine Stadt, die ein Beispiel für Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und die Würde des Menschen ist, wurde der Propagandaort einer verlogenen Masse!

Da fragt man sich, warum diese Fanatiker, die ihr Leben in Deutschland führen, sich nicht den Verstand nehmen und sich über diese Missetat Gedanken machen. Die Freiheit dazu haben sie ja. Die Erpressung in der Türkei brauchen sie nicht zu dulden.

Wenn man in all den Jahren keine Lehre aus der Geschichte gezogen und sich in keinster Weise angepasst hat, wenn die Bedingungen für ein besseres, freieres Leben schwer fallen, versteckt man sich sehr gerne in Demagogie. Es ist ein Trauerspiel, wenn Menschen in einem demokratischen Land von den schönen Seiten des Lebens profitieren und dann unüberlegt auf der Fläche des Fanatismus tanzen. Diese große Lücke, diese gescheiterte Aufmerksamkeit (Selbstfindung) führt leider dazu, die Scheinmacht der AKP als Wundpflaster zu tragen.

Schade, sehr schade, dass Köln, die Bühne für dieses Drama wurde. Die türkische Presse berichtet, dass die Oberbürgermeisterin die Liveübertragung einer Erdogan-Redeauf auf einem riesigen Bildschirm nicht genehmigt hat. Deutschland soll damit die Demokratie blockiert haben. Man lernt viel von dem AKP-Zirkus. Auch das hartnäckige Fremdschämen!

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(TINDIN)

Veröffentlicht unter Fremde Feder | Kommentare deaktiviert für Zwischen Militärputsch und Machtgier