„Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“

Es gibt Menschen, die schreiben den Satz Bertolt Brecht zu. Manche behaupten sogar, der Satz ginge wie folgt weiter: „Und dann kommt der Krieg zu euch.“ 

Das stimmt nicht!

Der Satz „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ stammt ursprünglich von Carl August Sandburg. Er war ein US-amerikanischer Dichter, Journalist und Historiker und lebte von 1878 bis 1967. Bekannt ist er besonders durch seine Biographie von Abraham Lincoln, für die er den Pulitzer-Preis gewann. Sein bekanntester Satz stammt allerdings aus dem Buch „The people, Yes“. Dort heißt es:

„The first world war came and its cost was laid on the people.
The second world war — the third — what will be the cost.
And will it repay the people for what they pay?…
The little girl saw her first troop parade and asked,
‘What are those?’
‘Soldiers.’
‘What are soldiers?’
‘They are for war. They fight and each tries to kill as many of the other side as he can.’
The girl held still and studied.
‘Do you know … I know something?’
‘Yes, what is it you know?’
‘Sometime they’ll give a war and nobody will come.’“

Laut Harpo Marx soll jedoch schon vor Carl Sandburg jemand diese Geschichte erzählt haben, nämlich der Schriftsteller Thornton Wilder. In seiner Autobiographie „Harpo speaks“ schreibt Marx:

„My favorite Thornton Wilder story was the one about the time a little girl asked him what war was. Wilder replied, „A million men with guns go out and meet another million men with guns, and they all shoot and try to kill each other.“ She thought that over, then said, „But supposed nobody shows up?“

Die amerikanische Frauenzeitschrift „McCall’s“ formulierte dann 1966 im Schatten des Vietnamkrieges die Schlagzeile: „Suppose They Give a War, and No One Came?“. Ein Anti-Kriegs-Poster aus dem Jahr 1969, auf dem weiße Tauben zu sehen waren, die in einer Blumenwiese auf Waffen sitzen, nahm dann diese Schlagzeile auf. Auf dem Poster stand: „What if they gave a war and nobody came …“

So kam der Satz dann nach Deutschland, wo er schnell in folgender Übersetzung benutzt wurde: „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“.

Irgendwann wurde der Satz fälschlicherweise Bertolt Brecht zugeschrieben. Ein anonymer Scherzkeks kam dann später auf die Idee, den Satz „Und dann kommt der Krieg zu euch“ hinzuzufügen und hängte diesem Satz gleich noch ein wahres Gedicht von Bertolt Brecht an:

„Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt,
und lässt andere kämpfen für seine Sache,
der muss sich vorsehen:
denn wer den Kampf nicht geteilt hat,
der wird teilen die Niederlage.
Nicht einmal Kampf vermeidet,
wer den Kampf vermeiden will:
denn es wird kämpfen für die Sache des Feinds,
wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.“

Das Gedicht stammt aus dem Werk „Koloman Wallisch Kantate“. So entstand also das folgende Gedicht:

„Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin,
und dann kommt der Krieg zu euch.
Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt,
und lässt andere kämpfen für seine Sache,
der muss sich vorsehen:
denn wer den Kampf nicht geteilt hat,
der wird teilen die Niederlage.
Nicht einmal Kampf vermeidet,
wer den Kampf vermeiden will:
denn es wird kämpfen für die Sache des Feinds,
wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.“

Das Gedicht ist somit nicht von Bertolt Brecht, sondern ein lyrischer Cocktail aus Carl Sandburg, Bertolt Brecht, Thornton Wilder, einem anonymen Scherzkeks und einem Schuss Marx, Harpo, nicht Karl!

Veröffentlicht unter Literatur | Kommentare deaktiviert für „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“

Differenzieren bei Lanz

Lieber Markus Lanz,

wenn Sie einen Mann einladen, der in jungen Jahren von katholischen Geistlichen missbraucht wurde, dann sorgen Sie doch bitte dafür, dass in der Runde niemand sitzt, der dem Opfer erklärt, er solle bei all seinem erfahrenen Leid doch bitte differenzieren, da er sich sonst den Vorwurf gefallen lassen müsse, mit seinen Aussagen das Christentum zu beleidigen. Das Gleiche gilt übrigens auch für eine muslimische Frau!

Am 10. Februar 2016 war Sabatina James zu Gast bei Markus Lanz. Sie berichtete von ihrem Leben als Muslimin, wie sie in Pakistan zwangsverheiratet werden sollte und von der Gewalt, die muslimische Frauen in ähnlichen Situationen immer wieder erleben müssen. Vor einigen Jahren konvertierte Sabatina James zum Christentum, was ihr ein Todesurteil eingebrachte. Seitdem hat sie keinen festen Wohnsitz mehr, da sie ständig auf der Flucht ist. Ohne Sicherheitskräfte kann sie keinen einzigen Schritt mehr in der Öffentlichkeit machen, da sie jederzeit und überall umgebracht werden kann. Sabatina James ist ein ständiger Binnenflüchtling in Deutschland.

Trotz all der Drohungen und Gefahren führt Sabatina James heute eine Stiftung, die Flüchtlingen hilft, der Hölle familiärer Gewalt zu entfliehen und erklärt ihr Engagement mit ihrer eigenen Erfahrung.

„Ich bin damals nach Deutschland gekommen, um hier als Frau meine Menschenrechte wahrnehmen zu können. Und ich stelle fest, das geht hier auch nicht mehr, weil Deutschland auch die Täter Willkommen heißt. Und ich werde auf Deutschlands Bahnhöfen von den Islamisten angesprochen und gewarnt. Und es gibt einen Polizisten, der mir das auch letztens gesagt hat, das machen sie, um Ihnen zu sagen, dass sie ganz nah kommen können, wenn sie wollen. Und wir kriegen tatsächlich auch Todesdrohungen. Also eine der Drohungen, die letztens gekommen ist, war: ‚Achte auf Deinen Kopf und schau, dass Dein Haus unter Polizeischutz gestellt ist.‘ Das war jetzt nicht nur an mich alleine, sondern an unsere Leute gerichtet, die mitarbeiten an der Aufklärung über den Islam. Das ist die Realität in Deutschland und ich glaube, die Meinungsfreiheit ist deswegen auch faktisch nicht mehr gewährleistet. Das Problem ist, dass wir mit dem antidemokratischen Islamismus eine rassistische und sexistische Ideologie herholen.“

Mit in der Runde bei Markus Lanz saß der ehemalige Nahost-Korrespondent Ulrich Kienzle. Seine Aufgabe bestand darin, die Erfahrungen von Sabatina James zu relativieren.

Kienzle: „Genau an dieser Stelle möchte ich schon widersprechen. Dass sie hier frei reden können, spricht doch gegen das, was sie gerade gesagt haben.“

James: „Ich kann hier nicht frei sprechen, weil ich hier mit einem Personenschützer da bin.“

Kienzle: „Sie können hier doch sagen, was sie wollen. Das kann Ihnen doch niemanden verbieten.“

James: „Hier bin ich da mit einem bewaffneten Personenschützer. Ich kann mich nicht mehr frei auf Deutschlands Straßen bewegen. Ich lebe unter einem Opferschutzprogramm und ich bin immer wieder darüber erstaunt, mit was für einer Leidenschaft die Islamisten verteidigt werden und soviel Einsatz bekomme ich für die Opfer nicht!“

Mit diesen Worten traf Sabatina James einen Nagel auf den Kopf. Immer wieder, wenn Gewalttaten im Namen des Islam verübt werden, werden im öffentlichen Diskurs die Opfer weitestgehend ignoriert und stattdessen sofort eine Debatte über den Islam gestartet, die dann größtenteils aus der gebetsmühlenartigen Beteuerung besteht, die Täter hätten den Islam nicht verstanden. Markus Lanz zum Beispiel relativierte reflexartig: „Da gehen uns jetzt gerade etwas die Begrifflichkeiten durcheinander. Islam ist ja nicht Islamismus, also das muss man klar und sauber trennen.“ Kienzle reagierte sofort: „Es gibt den Islam nicht.“ „Genau“, betonte daraufhin Markus Lanz. Niemand sagte: „Was es nicht gibt, kann man auch nicht beleidigen oder verleumden. Frau James, fahren sie daher fort.“ Stattdessen fachsimpelte Ulrich Kienzle weiter:

„Es gibt unheimlich verschiedene Strömungen im Islam. Es gibt ganz gefährlichen Islam und es gibt friedfertigen Islam, zum Beispiel in Indonesien, dort funktioniert Demokratie. Es ist das größte islamische Land der Welt und da funktioniert es. Aber, ich meine, was Sie erlebt haben, ist schrecklich, aber …“

Hier breche ich kurz ab, denn es gibt „aber“, die gehören sich einfach nicht. Ulrich Kienzle hätte schlicht und ergreifend sagen sollen: „Was Sie erlebt haben ist schrecklich. Punkt!“ Stattdessen aber maßregelte er Sabatina James:

„Dass der Eindruck entsteht, dass man sozusagen immer in Todesgefahr schwebt, das finde ich sollte in dieser Gesellschaft bei uns nicht so sein. Und wir sollten uns auch wehren gegen bestimmte Tendenzen, die es gibt.“

Ich übersetze mal: Hören Sie, Frau James, wenn ihre Erfahrungen den Eindruck erwecken, dass es Frauen im Islam gibt, die unterdrückt werden und daher auf der Flucht sind, dann sollten sie lieber die Fresse halten!

Diese Haltung kenne ich nur zu gut! In meiner Kindheit war ich Messdiener in dem kleinen Dorf Haren-Erika. Dort habe ich die komplette katholische Erziehung erhalten: Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung, Missbrauch, das volle Programm. Der Missbrauchsskandal wurde sogar deutschlandweit bekannt. Im Jahr 1996 berichtete der Spiegel:

„Im Zollgrenzörtchen Haren-Erika an der holländischen Grenze sind die Straßen wie mit dem Lineal gezogen. Die Bewohner dulden kein Unkraut in ihren Rosenbeeten, und die Zierzäune vor ihren Haustüren sind immer frisch gelackt.

Auffallend ist auch ein Kruzifix aus massivem Stein, das sich vor dem Gehöft des Bauern Josef Bonnarens erhebt. Bonnarens ist ein handfester Anfangsfünfziger im karierten Baumwollhemd und zählt zu den Dorfpatriarchen von Haren-Erika. Er gehört zu den Schlüsselfiguren einer Tragödie, die fast zehn Jahre unter Verschluss gehalten wurde und die die rund 1000 Erikaner nun doch mit voller Wucht getroffen hat.

Jahrelang hatte der Dorfpfarrer der Marienkirche ihm anvertraute Kommunionskinder und Meßdiener sexuell mißbraucht. Bonnarens war schon früh über einen der ersten Fälle informiert.

Doch der Mann schwieg. Und er schweigt bis heute. Wie er schweigt das ganze Dorf.

Die Bürger von Haren-Erika wünschen sich, daß diese furchtbare Geschichte nicht wahr ist, obwohl der Täter gestanden hat. Sie wollen nicht glauben, daß vorgefallen ist, wofür ihr ehemaliger Gemeindepfarrer Alois Bruns, 64, am vergangenen Mittwoch zu – überaus milden – zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde: Von 1987 bis 1995 hat der Geistliche 14 Jungen aus dem Ort 227mal sexuell bedrängt, hat sie unsittlich berührt und gestreichelt. Und das, was vor Gericht verhandelt wurde, ist nur ein Teil der Vorgänge in Haren-Erika, wie aus der Anklageschrift hervorgeht.

Zunächst offenbarten sich über 20 Geschädigte, doch dann war ein Teil der Eltern plötzlich „nicht mehr an Strafverfolgung interessiert“, heißt es bei der Polizei. Die gläubigen Bürger von Haren-Erika hatten am Ende doch mehr Respekt vor ihrer Kirche, die den Geistlichen schützen wollte, erklärt Friedrich Lücken, Anwalt betroffener Eltern, den Mechanismus. Das alles sei doch „aufgebauscht“, lautet nun die gängige Formel im Ort.

Es fing an im April 1987. Die Nachricht erreichte Bonnarens, damals noch stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, telefonisch: Ein achtjähriger Junge war vom Pfarrer der Marienkirche mißbraucht worden und sei nun völlig verstört, erklärte eine Verwandte des Buben. Der Priester hatte das Kind nach dem Kommunionsunterricht dabehalten, es auf seinen Schoß gesetzt, Hose und Unterhose heruntergezogen und sein Geschlechtsteil betastet.

„Überlegen Sie sich das gut mit der Anzeige, wenn Sie in Zukunft friedlich in Erika leben wollen“, rieten Bonnarens und der Kirchenvorstandsvorsitzende den Eltern unmißverständlich.“

An diesen Herrn Bonnarens muss ich jedes Mal denken, wenn einem Menschen, der von sexualisierter Gewalt innerhalb familiärer oder religiöser Kreise berichtet, erklärt wird, er solle differenzierter sein. Ich war daher froh, dass Sabatina James diese Worte an Ulrich Kienzle richtete:

James: „Erzählen Sie das den Opfern, die zu uns kommen, die genauso nicht frei leben können wie ich, weil sie ständig darauf achten müssen, wo könnte ein Verwandter von mir leben, der mir nach dem Leben trachtet. Das ist das Problem! Wenn man selber noch nicht mit der Scharia in Konflikt geraten ist, kann man wunderbar erzählen.“

Kienzle: „Aber das mit Ihrer Hochzeit hat ja gar nichts mit Scharia zu tun.“

James: „Erzählen Sie das meinem Vater und überzeugen Sie ihn davon!“

Damit traf Sabatina James den zweiten Nagel auf den Kopf. Viel zu oft wird Opfern religiöser Gewalt erklärt, was die Religion bedeuten soll, aber viel zu selten den Tätern. Warum muss sich in einer Talkshow eine Frau, die Opfer von islamischen Fundamentalismus wurde und nun als ständiger Flüchtling vor islamischen Terror das Leben in Deutschland fristen muss, erklären lassen, was der Islam bedeutet? Wenn Ulrich Kienzle der Islam so wichtig ist, dann soll er mit jenen sprechen, die dem Islam schaden. Es sind die Täter! Nicht die Opfer. Die Täter erklären, ihre unmenschlichen Taten im Namen des Islams zu tun! Wem das nicht gefällt und wer den Islam retten möchte, soll mit den Tätern reden und ihnen erklären, was der Islam bedeutet. Es ist geschmacklos, Opfern religiöser Fanatiker Nachhilfeunterricht in Religionslehre zu geben. Sabatina James weiß, wovon sie redet, sie hat es erlebt!

„Man sagt zu uns Ausländern: ‚Intergriert Euch!‘ Dann wollen sich auch manche integrieren, bekommen jeden Tag den Arsch voll dafür in den Parallelgesellschaften und werden am Ende noch hingerichtet mit der Begründung, sie habe gelebt wie eine Deutsche!“

Markus Lanz aber wusste es besser und erklärte:

„Es ist so wahnsinnig schwer mit der Wahrheit im Moment, da hat Herr Kienzle vollkommen recht. Es gibt unglaublich viele Gerüchte und jeder kann sich im Moment auch seine eigene Wahrheit sehr leicht und einfach zusammenbasteln. Der Eindruck, der entsteht und da hat Herr Kienzle natürlich recht, ist, da draußen wabert etwas, eine schlimme Paralleljustiz, wir haben das Alles nicht mehr im Griff. So ist es natürlich nicht! Das, wovon Sie reden, dass sind Fehlgeleitete, das sind in meinen Augen auch keine Religiösen, das sind Wahnsinnige, das sind Fanatiker. Wir reden nicht von der Mehrheit der Muslime. Wir reden nicht von den zahllosen Türken, beispielsweise, die in diesem Land leben, irgendwann in dieses Land gekommen sind, mit deren Integration wir in aller Regel gute Erfahrungen gemacht haben. Viele von denen sind an diesem Punkt auch Opfer. Ich will einfach nur sagen, das hat in Wahrheit mit der Religion nicht so viel zu tun.“

Dafür, dass Markus Lanz „genau“ gesagt hat, als Ulrich Kienzle erklärte, es gäbe den Islam nicht, kann er aber ziemlich klar erklären, was in seinen Augen der Islam ist. Am 10. Februar 2014 erklärten Markus Lanz und Ulrich Kienzle, zwei Männer mit christlichem Hintergrund, Sabatina James, eine Frau, die im Islam groß geworden ist, was der Islam bedeutet. Sabatina James aber wusste aus eigener Erfahrung eine andere Geschichte zu erzählen:

„Mir geht es um die Opfer. Da werden Kinder verheiratet mit Segen des Mullahs, da wird zum Prügeln von Frauen aufgefordert und gerechtfertigt, bei ‚ungehorsamen‘ Frauen, da werden Hinrichtungen beschlossen und durchgeführt durch die Hilfe sogenannter Friedensrichter, die Jagd auf flüchtige Frauen machen, wenn sie flüchten und von Zuhause weggehen, weil sie die Gewalt nicht mehr aushalten. Dann werden die Mädchen von diesen Friedensrichtern gefunden, wieder zurück gebracht und dann hat das Opfer die Möglichkeit, sich zu unterwerfen oder es wir liquidiert.“

Und es ist keine Ausnahme:

„Was Sie hier sagen, Herr Kienzle, klingt wunderbar bei einer Sendung von Markus Lanz, aber sagen sie das auf Al Jazeera. Überzeugen Sie meine Eltern. Überzeugen Sie die Islamische Staatengemeinschaft dazu, die offen proklamiert, sechsundfünfzig islamische Staaten proklamieren offen in der ‚Islamischen Menschenrechtserklärung‘, dass Nicht-Muslime und Frauen rechtlich keine Gleichstellung bekommen dürfen. Sechsundfünfzig islamische Staaten sind antidemokratisch. Das ist Mehrheit! Das ist nicht Minderheit! Das ist kein Einzelfall! Nicht ich sage, dass die Gewalt aus dem Islam entstammt, sondern die Begründer der großen islamischen Rechtsschulen sagen das. Die islamischen Quellentexte sagen das. Jede Menge Islamgelehrter sagen das heute. Die Islamische Staatengemeinschaft sagt das heute. Ich kritisiere nur, dass diese Dinge heute noch gelehrt, geglaubt und nicht bekämpft werden. werden

An dieser Stelle meldete sich Imam Ulrich al Kienzle vom christlichen Stamme wieder zu Wort:

„Auch hier bitte ich zu differenzieren. Die vier Rechtsschulen, die es im Islam gibt, verurteilen Leute wie Sie zum Tode. Es gibt aber eine Ausnahme, die Hanbalitische. Dort dürfen Frauen nur ein Leben lang ins Gefängnis.“

Sabatina James‘ Reaktion auf diese Differenzierung war köstlich: „Das ist aber schön“, sagte Sie und Kienzle stimmte zu: „Das ist schön, ja“, und fügte hinzu: „Es geht ums differenzieren!“

Immer wieder, wenn christlich sozialisierte Menschen erklären, was der Islam bedeuten soll, stelle ich fest, dass ihre Definition schwer nach christlicher Lehre klingt. Im Grunde christianisieren diese Menschen den Islam. Früher nannte man so ein Verhalten Imperialismus oder Missionierung, heute aber Differenzierung. Also gut, dann differenziere ich mal; der Unterschied besteht also darin: Der radikale Islam tötet Frauen, die dem Islam den Rücken kehren, während der moderate Islam sie nur lebenslang wegsperrt.

Was bedeutet „moderater Islam“ überhaupt? Religionen sind nicht moderat. Sie sind immer radikal! Ein Buch mit dem Anspruch Gottes Wort zu sein, kann nicht moderat sein. Dafür ist Gott selbst zu radikal! Alle Religionen sind immer nur dann tolerant, wenn sie keine staatliche Macht haben. Das Christentum wurde tolerant, nachdem die Aufklärung gesiegt hatte. Zurück ins Mittelalter möchte ich nicht. Dafür fürchte ich das Christentum zu sehr. Ich fürchte auch den Islam, denn ich weiß, wozu Religionen im Stande sind. Sogar im aufgeklärten Christentum war ich als Kind nicht sicher.

Jeder Mensch kann glauben, woran er will. Christen sollen meinetwegen ihre Nonnen verschleiern und Muslime keine homosexuellen Imame ernennen, aber ich verlange, dass es mir scheißegal sein kann, welcher Religion ein Mensch angehört und dass ich frei über diese Religion reden und lachen darf. Und noch was: Bedauerlicher Einzelfall mich am Arsch! Ich erwarte, dass man die Erfahrung eines Menschen, der in religiöser Unterdrückung aufgewachsen ist, ernst nimmt, ohne diesen Menschen ein zweites Mal zu missbrauchen, indem man ausgerechnet ihm erklärt, das habe nichts mit der Religion des Täters zu tun, in dessen Namen er glaubt und erklärt zu handeln.

Markus Lanz beendete die Diskussion mit den Worten, „Wir nehmen mit: Besonnenheit ist das Wort, das wir in den Mittelpunkt der ganzen Geschichten stellen sollte.“ Kienzle stimmte zu. Ich widerspreche!

Wenn es um Menschenrechte geht, gibt es keine Besonnenheit. Es geht schließlich um die Freiheit, um die Freiheit von Frauen. Die Feministin Hedwig Dohm erklärte bereits im 19. Jahrhundert: „Menschenrechte haben kein Geschlecht!“ Sie forderte nichts weniger als die politische, finanzielle und gesellschaftliche Gleichberechtigung von Frauen. Sie nannte sich deshalb ganz bewusst und nicht minder stolz eine Radikalfeministin. Besonnene Feministinnen, die nur ein paar Verbesserungen im Leben der in Ungleichberechtigung gehaltenen Frauen forderten, waren ihr zuwider. Es waren keine besonnenen Feministinnen, die das Leben von Frauen in Europa befreit haben, es waren radikale Feministinnen, die eine ganze Hälfte der Bevölkerung befreit haben! Darum gelten die letzten Worte in diesem Artikel Sabatina James, die mit nur vier Worten den Grund für ihr Handeln erklärt:

„Ich wollte frei sein!“

Veröffentlicht unter Christentum, Deutschland, Europa, Feminismus, Islam, Liberalismus, Philosophie, Politik | Kommentare deaktiviert für Differenzieren bei Lanz

Bauer wird Frau!

Das Trifolium, besser bekannt als Kölner Dreigestirn, besteht aus Prinz, Bauer und Jungfrau. Sie sind die offiziellen Regenten über das närrische Volk und repräsentatives Aushängeschild während einer Session des Kölner Karnevals. Die darstellenden Personen werden jährlich neu bestimmt.

Traditionellerweise besteht das Dreigestirn nur aus Männern. Da die Stadt Köln jedoch seit 2015 erstmals in ihrer zweitausendjährigen Existenz eine Oberbürgermeisterin hat, die sogar als erste Frau Mitglied in dem Traditionsverein Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V. geworden ist, besser bekannt als Rote Funken, wird es Zeit, dass Frauen auch ins Dreigestirn kommen. Die Zeit ist reif!

Es wäre allerdings unnärrisch, wenn die Jungfrau von einer Frau dargestellt werden würde. So einen humorlosen Versuch gab es bereits im Kölner Karneval und soll nicht wiederholt werden. Nein, die Jungfrau muss männlich bleiben! Es gibt daher nur eine jecke Lösung.

Der Bauer im Kölner Dreigestirn soll fürderhin von einer Frau dargestellt werden.

Das ist Emanzipation, wie man sie von Köln erwartet und ist eine würdige und überfällige Anerkennung der Frauen in der Geschichte Kölns!

Wer unterstützt mich in diesem Anliegen? Bitte teilt alle diesen Vorschlag und bittet das Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V., sich mit diesem Vorschlag auseinanderzusetzen.

Veröffentlicht unter Deutschland, Feminismus, Kunst, Philosophie, Politik, Spaß | Kommentare deaktiviert für Bauer wird Frau!

Das Weltwunder von Gaza

In einem Bericht des ARD Studio Tel Aviv unter dem Titel „Gaza im Winter“ sagt der Korrespondent Markus Rosch, in Gaza Stadt lebten über 100.000 Menschen auf 12 Quadratmetern.

Das sind über 8333 Menschen auf einem Quadratmeter. Wenn Menschen richtig eng zusammen stehen, können mit etwas gutem Willen und wenn Karneval in Köln oder Rushhour in Tokio ist, 10 Menschen auf einem Quadratmeter Platz finden. Es müssen also über 833 Menschen übereinander stehen, damit 8333 Menschen auf einem Quadratmeter Platz finden können. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Körpergröße eines Mennschen in Gaza Stadt von 1,68 Meter erreicht man so schon eine Höhe von 1400 Metern. Das sind bereits 393 Meter mehr als sich das höchste Gebäude der Welt in den Himmel streckt.

Der Kingdom Tower in Saudi-Arabien ist lediglich lächerliche 1007 Meter hoch. In Gaza Stadt jedoch wurde bereits eineinhalb Kilometer hoch gebaut, wie wir jetzt in einem Nebensatz des ARD Studio Tel Aviv erfahren durften. Das höchste Gebäude der Welt steht somit in Gaza Stadt!

Das Komische ist nur, kaum jemand weiß davon. Wie kann das sein?

Wenn das nicht an den Juden liegt! Mit Sichhereit nutzen die Juden schon seit Jahren ihren Einfluss in den Medien, um der Welt vorzuenthalten, dass das achte Weltwunder in Gaza Stadt steht! Sowas machen die Juden ja schon mal. Sieht ihnen ähnlich. Die sperren schließlich auch 100.000 Menschen auf nur 12 Quadratmetern.

Ich möchte dem ARD Studio Tel Aviv zu Gute halten, dass die Journalisten dort schlecht in Mathematik sind und Zahlen und Fakten nicht checken, bevor sie sie in die Welt senden, vor allem dann nicht, wenn es um Israel geht, denn keine Horrorzahl ist so absurd, als dass die ARD sie nicht senden würde, weil man dort Juden vermutlich so ziemlich alles zutraut. Deshalb nehme ich mal an, es sind 100.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern. Dann aber hätte das ARD Studio Tel Aviv die Zahl in einen Kontext stellen müssen.

In Tel Aviv leben knapp 70.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern, in München über 55.000 Menschen, in New York Stadt knapp 130.000 Menschen, in Tokio fast 180.000 Menschen und in Paris sogar über 250.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern! 100.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern ist eine ganz normale Größe für eine Stadt und wenn Gaza Stadt den Frieden mit Israel nicht immer wieder gebrochen hätte und vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2015 über 7500 Raketen auf Israel abgefeuert hätte, und die Milliarden von Euro, die Jahr für Jahr nach Gaza geflossen sind, in den Aufbau von wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Infrastruktur gesteckt hätte, denn in den Aufbau kriegerischer Infrasturktur, wie dem Bau von Terrortunneln und Kriegszellen, dann wäre Gaza Stadt heute auch eine lebenswerte Metropole wie Tel Aviv.

Veröffentlicht unter Israel, Nachrichten, Palästina | Kommentare deaktiviert für Das Weltwunder von Gaza

Die ungehaltene Rede von Henriette Reker

Die Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e. V., besser bekannt als Rote Funken, sind das älteste Traditionscorps im Kölner Karneval. Sie wurden im selben Jahr gegründet wie das Festkomitee Kölner Karneval und Die Große von 1823 Karnevalsgesellschaft. Die Roten Funken nahmen als Garde bereits am 10. Februar 1823 am ersten Kölner Rosenmontagszug teil.

Seit der Gründung sind die Roten Funken ein reiner Männerverein. Laut Satzung aber wird der jeweilige Oberbürgermeister der Stadt Köln automatisch Mitglied. Seit 2015 ist der Oberbürgermeister jedoch eine Frau: Henriette Reker.

Darum wurde Henriette Reker jetzt als Oberbürgermeisterin das erste weibliche Mitglied der Roten Funken und durfte beim Regimentsappell im Maritim mit den Rekruten den Eid auf die Fahne schwören: „Bei Öllig, Böckem, ähde Nötz …“

Hätte ich eine Rede für Henriette Reker zu diesem Novum schreiben dürfen, sie wäre kurz aber klar ausgefallen:

„Liebe Jecken,

oft bin ich für meinen Ausspruch mit der Armlänge gescholten worden. Jetzt aber weiß ich, wie wir das Problem mit der Gewalt gegen Frauen am besten lösen können. Wir machen es einfach wie die Roten Funken und lassen keine Frauen rein! Wo keine Frauen, da auch kein Angriff auf Frauen!

Kölle Alaaf!“

So ähnlich jedenfalls halten es viele Männervereine mit dümmlichen Kostümen, mögen sie nun Alaaf, Helau oder Allah brüllen.

Stellen wir uns mal vor, es gäbe in Köln einen Verein, der nur Weiße und Kölner Oberbürgermeister aufnehmen würde, was wäre von einem schwarzen Oberbürgermeister zu halten, der gut gelaunt zur Vereinsparty geht?

Veröffentlicht unter Feminismus, Nachrichten | Kommentare deaktiviert für Die ungehaltene Rede von Henriette Reker

Das Weltwunder von Gaza

In einem Bericht des ARD Studio Tel Aviv unter dem Titel „Gaza im Winter“ sagte der Korrespondent Markus Rosch, in Gaza Stadt lebten über 100.000 Menschen auf 12 Quadratmetern.

Das sind über 8333 Menschen auf einem Quadratmeter. Wenn Menschen richtig eng zusammen stehen, können mit etwas gutem Willen und wenn Karneval in Köln oder Rushhour in Tokio ist, 10 Menschen auf einem Quadratmeter Platz finden. Es müssen also über 833 Menschen übereinander stehen, damit 8333 Menschen auf einem Quadratmeter Platz finden können. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Körpergröße eines Mennschen in Gaza Stadt von 1,68 Meter erreicht man so schon eine Höhe von 1400 Metern. Das sind bereits 393 Meter mehr als sich das höchste Gebäude der Welt in den Himmel streckt.

Der Kingdom Tower in Saudi-Arabien ist lediglich lächerliche 1007 Meter hoch. In Gaza Stadt jedoch wurde bereits eineinhalb Kilometer hoch gebaut, wie wir jetzt in einem Nebensatz des ARD Studio Tel Aviv erfahren durften. Das höchste Gebäude der Welt steht somit in Gaza Stadt!

Das Komische ist nur, kaum jemand weiß davon. Wie kann das sein?

Wenn das nicht an den Juden liegt! Mit Sichhereit nutzen die Juden schon seit Jahren ihren Einfluss in den Medien, um der Welt vorzuenthalten, dass das achte Weltwunder in Gaza Stadt steht! Sowas machen die Juden ja schon mal. Sieht ihnen ähnlich. Die sperren schließlich auch 100.000 Menschen auf nur 12 Quadratmetern.

***

Ich möchte dem ARD Studio Tel Aviv zu Gute halten, dass die Journalisten dort schlecht in Mathematik sind und Zahlen und Fakten nicht checken, bevor sie sie in die Welt senden, vor allem dann nicht, wenn es um Israel geht, denn keine Horrorzahl ist so absurd, als dass die ARD sie nicht senden würde, weil man dort Juden vermutlich so ziemlich alles zutraut. Deshalb nehme ich mal an, es sind 100.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern. Dann aber hätte das ARD Studio Tel Aviv die Zahl in einen Kontext stellen müssen.

In Tel Aviv leben knapp 70.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern, in München über 55.000 Menschen, in New York Stadt knapp 130.000 Menschen, in Tokio fast 180.000 Menschen und in Paris sogar über 250.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern! 100.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern ist eine ganz normale Größe für eine Stadt und wenn Gaza Stadt den Frieden mit Israel nicht immer wieder gebrochen hätte und vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2015 über 7500 Raketen auf Israel abgefeuert hätte, und die Milliarden von Euro, die Jahr für Jahr nach Gaza geflossen sind, in den Aufbau von wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Infrastruktur gesteckt hätte, denn in den Aufbau kriegerischer Infrasturktur, wie dem Bau von Terrortunneln und Kriegszellen, dann wäre Gaza Stadt heute auch eine lebenswerte Metropole wie Tel Aviv.

Bei einer internationalen Geberkonferenz vor über einem Jahr in Kairo sind Hilfszusagen für den Wiederaufbau im Gazastreifen in Höhe von rund 4,3 Milliarden Euro gemacht worden. Die EU erklärte, insgesamt 450 Millionen Euro bereitzustellen. Die USA gaben rund 168 Millionen Euro an. Das Emirat Katar, das im Jahr 2022 die Fußballweltmeisterschaft austragen wird, gab an, 792 Millionen Euro bereitzustellen. Wer jedoch glaubt, das Geld wird zum Frieden verwendet, der irrt.

Das Geld zum „Wiederaufbau“ wird gebraucht, um Krieg gegen Israel zu führen!

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Israel, Palästina, Politik | Kommentare deaktiviert für Das Weltwunder von Gaza

Acht Gründe, warum der Zwang zum Rundfunkbeitrag falsch ist

Sind Menschen, die kein Fernsehen schauen, dumm? Braucht es das Fernsehen, um sich zu bilden? Nein! Der Zwang zum Rundfunkbeitrag kann daher verschwinden. Fernsehen ist nur eine Alternative unter vielen Medien und muss daher nicht besonders gefördert werden. 

1. Es ist nur Fernsehen!

Wer sich heute politisch bilden möchte, macht nicht die Glotze an, sondern geht ganz modern ins Internet oder liest ganz altmodisch Zeitungen und Bücher. All diese Medien kommen ganz ohne staatlich erzwungene Zwangsabgabe aus. Das Fernsehen kann das auch.

2. Jede Nachricht ist zugleich auch Meinung!

Objektivität ist nicht etwas, das der Staat schaffen kann. Der Staat kann Objektivität nur schützen, indem er als Hüter der Grundrechte aller auftritt. Der Staat muss das Recht auf freie Meinung verteidigen, auch wenn die Meinung nicht allen Bürgerinnen und Bürgern gefällt. Der Staat darf daher keinen Sender bevorzugen.

Jede Nachricht ist allein schon deshalb Meinung, weil vorher entschieden wurde, über dieses Ereignis zu berichten, während andere Ereignisse unter den Tisch gefallen sind. Es ist zudem Meinung, weil darüber entschieden wurde, wer zu diesem Thema reden darf. Kein Staat darf bestimmen, welche Zeitungen wahrhaft objektiv sind. Ein Staat darf seine Bürgerinnen und Bürger nicht zwingen, gewisse Medien zu abonnieren.

3. Der Staat darf seine Bürger nicht zum Kauf von konkreten Marken zwingen!

Stellen Sie sich mal vor, der Staat würde bestimmen, dass jeder Bürger verpflichtet wird, eine gewisse Zeitung zu kaufen. Er muss sie zwar nicht lesen, aber dennoch kaufen. Stellen Sie sich vor, der Staat gäbe acht Großbäckereien das Recht, von jedem Bürger und von jeder Bürgerin zehn Euro im Monat einzuziehen, damit die Versorgung von Brot sichergestellt ist. Unvorstellbar? Wenn es um Fernsehen geht, macht der Staat genau das.

Der deutsche Staat hat mit ein paar Pay-TV-Sendern einen sogenannten Rundfunkstaatsvertrag geschlossen, der besagt, dass jeder Bürger, der in Deutschland gemeldet ist, dazu verpflichtet wird, das Angebot dieser Sender zu bezahlen. Der Staat hilft sogar aktiv beim Eintreiben dieser Gelder. ARD und ZDF sind Pay-TV Sender mit Kaufzwang.

Das bedeutet, dass eine Bürgerin sogar gezwungen wird, eine Sendung zu finanzieren, die sie inakzeptabel sexistisch findet und ein Mann wird gezwungen, eine Sendung zu finanzieren, die er für unerträglich rassistisch hält.

Jeder Sender darf veröffentlichen, was er will, aber jeder Mensch darf auch entscheiden, ob er dafür zahlen möchte. Kein Unternehmen hat das Recht, fremde Portmonees zu öffnen und Geld mit Zwang zu entnehmen. Das darf nur der Staat und diese Abgaben heißen Steuern.

4. Zweckgebundene Steuern sind verfassungswidrig!

Der sogenannte Rundfunkbeitrag ist im Grunde eine Wohnsteuer, denn jeder Bürger, der irgendwo zwischen vier Wänden und einem Dach gemeldet ist, unabhängig davon ob er einen Fernseher besitzt oder nicht, ist zur Zahlung des Rundfunkbeitrags verpflichtet. Diese Abgabe geht dann direkt an den Beitragsservice, der das Geld verteilt. Die Wohnsteuer ist somit eine zweckgebundene Steuer.

Zweckgebundene Steuern sind in Deutschland jedoch verfassungswidrig. Die deutsche Steuerpolitik sieht vor, dass es keine direkte Gegenleistung für gezahlte Steuern geben darf. Alle Steuergelder in Deutschland haben in einem gemeinsamen Topf zu landen. Aus diesem Topf finanziert der Staat seinen Haushalt. Wenn sich der Staat ein paar eigene Staatssender gönnen will, müsste er sie eigentlich aus dem allgemeinen Topf der Steuern zahlen. Die Wohnsteuer müsste somit in den allgemeinen Topf fließen. Sie tut es aber nicht. Die Rundfunkgebühr ist somit eine mit dem Rundfunkvertrag getarnte Einziehung einer zweckgebundenen Steuer.

Die öffentlich-rechtlichen Sender sind jedoch nicht befugt, Steuern von mir zu erheben! Sie repräsentieren mich nicht. Nur eine demokratisch gewählte Regierung hat das Recht, Steuern zu erheben, aber kein Unternehmen.

Die Infrastruktur des Landes wird mit Steuern finanziert, die aber nicht zweckgebunden erhoben werden dürfen. Stattdessen einem Unternehmen das Recht auf eine Steuereintreibung unter dem Deckmantel eines Zwangbeitrags zu geben, ist mehr als fragwürdig.

5. Die Gefahr des Fernsehens als Propagandamittel ist Dank des Internets gebannt!

Kuba, Venezuela, China, Saudi-Arabien haben allesamt Regime, die nicht gerade demokratisch sind und überall dort gibt es gut strukturiertes Staatsfernsehen. Fernsehen ist ein Massenmedium. Wenige Sender erreichen viele Menschen. Eine einzige Sendung wird von Millionen Menschen gesehen. Fernsehen ist daher das perfekte Medium für Propaganda.

Es gibt keine Neutralität in der Berichterstattung. Jedes Buch, jeder Verlag, jeder Blog, jeder Sender wird von Interessen geleitet. Auch die Tagesschau ist subjektiv. Sie wird von Menschen gemacht. Menschen haben Meinungen, Einstellungen und Interessen. Die eigene Subjektivität zu dementieren, ist so verlogen wie die Behauptung, die Wahrheit könne sich nur im staatlichen Zwang durchsetzen und somit gegen die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger, also gegen die Demokratie. Eine Presse, die dem Gemeinwohl untersteht, die unabhängig sein soll und das Volk zwingt, für die vermeintliche Unabhängigkeit zu zahlen und die vom Staat in privat und öffentlich-rechtlich eingeteilt wird, ist nicht frei.

Einst wurde die Rundfunkgebühr eingeführt, um damit staatlichen Einfluss auf das Fernsehen zu verhindern. Dies war notwendig, da das Fernsehen ein Massenmedium war, das noch keine Konkurrenz hatte. Es gab Zeiten, da war die Tagesschau das einzige aus beweglichen Bildern bestehende Nachrichtformat der Bundesrepublik. Heute sieht das ganz anders aus. Mit dem Aufkommen des Internets hat sich die Situation sogar grundlegend geändert. Von dem Fernsehen geht keine Gefahr der Massenmanipulation mehr aus. Stattdessen behindert nun ausgerechnet der Rundfunkbeitrag die Entfaltung der Vielfalt.

6. Der Rundfunkbeitrag ist unmoralisch!

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten produzieren diverse politische Magazine und Satiresendungen. In manchen Sendungen werden gewöhnliche Bürgerinnen und Bürger kritisiert, vorgeführt, veralbert und manchmal sogar beleidigt. Das alles ist kein Problem. Auch auf privaten Sendern und in anderen Medien wird sowas gemacht. Dort werden die kritisierten, vorgeführten, veralberten und manchmal sogar beleidigten Menschen jedoch nicht dazu gezwungen, für diese Beleidigungen auch noch zu bezahlen.

Jede Sendung darf mit jedem Menschen hart ins Gericht gehen, aber jeder Sender sollte den Anstand haben, die in die Mangel genommene Person nicht auch noch dazu zu zwingen, für diese Behandlung zu bezahlen.

Die öffentlich-rechtlichen Sender zwingen angegangene Menschen dazu, die mediale Waffe zu finanzieren, mit der sie konfrontiert werden. Zu fürchten haben diese Sender nichts, denn die konfrontierte Person verfügt gar nicht über die medialen Mittel, sich effektiv verteidigen zu können. Der Sender ist stärker. Dafür sorgt der Staat. Der Rundfunkbeitrag finanziert die Angreifer, nicht die Angegriffenen.

7. Der Rundfunkbeitrag ist Machtmissbrauch!

In der Politik geht es um Macht. Die Frage nach dem Umgang mit Macht ist daher ein notwendiges moralisches Thema für jeden politischen Menschen. Mediale Reichweite ist Macht. Je mehr Reichweite ein Mensch hat, umso mächtiger ist er. Wer die Macht hat, Teil des Sprachrohrs der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu sein, bekommt dadurch extrem viel Reichweite.

Durch das öffentlich-rechtliche Systeme werden Megaphone an ausgewählte Akteure verteilt, die dann dadurch Millionen Follower auf Twitter, Facebook, Instagram und anderen sozialen Netzwerken generieren können und dadurch ihre Macht ausbauen. Wer eine solche Macht inne hat, kann damit anderen Menschen empfindlich schaden. Diese Macht zu missbrauchen, ist für Menschen, die etwas in der Gesellschaft bewegen oder verändern wollen, sehr verführerisch.

8. Öffentlich-rechtliches Fernsehen zerstört Vielfalt und Qualität!

Als Argument für den Zwang, Rundfunkgebühren zu zahlen, wird oft angeführt, damit würde Qualität gefördert, da es sonst nur noch RTL und Sat1 zu sehen gäbe. Das Argument ist jedoch Quatsch. Das Gegenteil stimmt. Das Privatfernsehen in Deutschland ist nur deshalb so schlecht, weil es die Zwangsgebühren gibt!

Stellen Sie sich einen Platz vor, an dem es fünf verschiedene Restaurants gibt. Jedes Restaurant hat seinen eigenen wunderbaren Stil. An dem Platz herrscht kulinarische Vielfalt. Doch auf einmal kommt der Staat und verpflichtet alle Bürgerinnen und Bürger des Landes, einem Restaurant regelmäßig einen Beitrag zu überweisen.

Was passiert?

Vier Restaurants sehen sich plötzlich einem verzerrten Wettbewerb ausgesetzt. Das fünfte Restaurants ist jedoch ohne Konkurrenz. Die Kasse klingelt dort bereits, bevor ein Gast ein Gericht gegessen hat, ja, sogar bevor dort überhaupt etwas bestellt wurde.

Was passiert?

Das fünfte Restaurant kann jetzt ohne Probleme seine Gerichte günstiger anbieten. Die anderen Restaurants jedoch müssen weiterhin ausschließlich mit ihrem erwirtschaften Geld auskommen. Besserer Produkte können sie nicht einkaufen. Dem Preisdruck müssen sie jedoch dennoch folgen.

Was passiert?

Eingespart wird das geringere Einkommen durch Lohnkürzungen bei den Köchen. Die besten Köche kündigen daraufhin und gehen zu dem fünftem Restaurant, da dort nicht gespart werden muss. Ersetzt werden sie durch weniger talentierte Köche. Zudem müssen auch die Waren etwas billiger eingekauft werden, um weiterhin konkurrieren zu können. Die Qualität leidet und weniger Gäste kommen. Irgendwann gibt es nur noch vier billige Fressbuden und das fünfte Restaurant, dessen Qualität ebenfalls stetig sinkt, da es keine Konkurrenz mehr gibt.

Was passiert, wenn ich nun frage, ob es gerecht ist, dass es einen Restaurantbeitrag für das eine Restaurant gibt?

Die Antwort des fünften Restaurants lautet: „Ach Du kaltes Herz, wie kannst Du nur so eine Frage stellen? Du siehst doch, was hier los ist. Wenn wir jetzt aufhören würden, den Restaurantbeitrag zu erheben, dann gäbe es uns nicht mehr und hier wären nur noch Imbissstuben und Frittenbuden. Der Restaurantbeitrag garantiert die Qualität! Ohne den Beitrag gäbe es doch nur noch Dreck zu fressen.“

Mit dieser Antwort geht das kalte Herz nach Hause, bestellt eine Pizza, liest ein Buch und surft im Internet. Am nächsten Tag denkt die Regierungspartei über eine Regulierung des Internets nach, während zeitgleich der Rundfunkbeitrag erhöht wird, weil immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten der öffentlich-rechtlichen Anstalten in Rente gegangen sind.

Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern fließt heute immer weniger Geld in Produktionen, da immer mehr Geld in der Bürokratie versickert. Der WDR ist mittlerweile eine Rentenkasse mit angeschlossenem Sendebetrieb.

Die Qualität des deutschen Fernsehens ist nur deshalb so mäßig, weil es Rundfunkgebühren gibt! Wären die Filme, Serien und Shows bei den öffentlich-rechtlichen Sendern wirklich außerordentlich gut, man müsste mich nicht mit geballter staatlicher Gewalt dazu zwingen, diese Werke zu kaufen.

***

Ein immer wieder vorgetragener Vorwurf lautet, mit meiner Ablehnung des Rundfunkbeitrags würde ich Extremisten das Wort reden. Dieser Vorwurf ist eine Ungeheuerlichkeit.

Wenn ich ein freies Unternehmen nicht mag, muss ich dort nicht einsteigen, wenn ich ein Produkt nicht mag, muss ich es nicht kaufen; an die Gesetze des Staates jedoch muss ich mich halten. Am logischen Ende jeder staatlichen Forderung befindet sich die Waffe!

Das letzte Mittel jeder staatlichen Forderung ist die Gewalt und manchmal missbraucht der Staat seine Gewalt. Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum mir mit Waffengewalt vorgeschrieben wird, welche Fernsehsender ich zu finanzieren habe. Ich plädiere für mehr staatlichen Pazifismus in dieser Angelegenheit. Mich deshalb in die Ecke von Extremisten zu stellen, ist nur schwer zu ertragen.

Es ist kein Zeichen von Extremismus, Gewalt zu kritisieren, vor allem dann nicht, wenn sie genutzt wird, um einen Menschen dazu zu zwingen, gewisse Fernsehsender zu finanzieren. Wer einen Menschen mit Gewalt zwingt, gewisse Fernsehprogramme zu bezahlen, sollte wenigstens den Anstand haben, seine Kritik an dem Zwang nicht zu diffamieren.

Ich bin nicht derjenige, der hier Gewalt ausübt. Ich bin kein Extremist. Nicht der muss sich rechtfertigen, der Gewalt kritisiert, sondern der, der sie ausübt.

Egal, welche Argumente die Befürworter der momentanen Rundfunkgebührenregelung vorbringen, sie verteidigen jene, die mich mit Gewalt zwingen, das zu finanzieren, was sie für gut, schön und richtig erachten.

***

Ein weiteres Argument der Verteidiger des Zwangs zum Rundfunkbeitrag lautet, ohne die Öffentlich-Rechtlichen würde alles noch viel schlimmer werden. Dieses Argument ist mir besonders aus zwischenmenschlichen Beziehungen bekannt. Dort sind es allerdings für gewöhnlich die Brutalen, die behaupten: „Ohne mich wird es Dir noch viel, viel dreckiger gehen.“

Wer heute behauptet, die öffentlich-rechtlichen Sender seien notwendig, um eine moralische Instanz zu haben, die uns vor dem sicheren Untergang bewahrt, klingt wie jemand, der vor langer Zeit aus Furcht vor der Freiheit des Individuums, sich seines eigenen Verstandes ohne Anleitung eines Dritten zu bedienen, die Notwendigkeit eines gerechten Königs oder edlen Fürsten verteidigte.

***

Der Inhalt und die Qualität der Sendungen ist völlig irrelevant zur Beurteilung der Rechtmäßigkeit des öffentlich-rechtlichen Systems. Selbst ein edler Fürst macht mich nicht zum Anhänger der Aristokratie. Sogar ein König mit den schönsten Kleidern und Gedichten lässt mich nicht an den Vorzügen einer demokratischen Republik zweifeln.

Ein Mann kann der beste Liebhaber der Welt sein, er kann die besten Qualitäten haben, wenn er mein Nein nicht akzeptiert, ist und bleibt es eine Vergewaltigung.

Ich zwinge Sie nicht, mich zu finanzieren. Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, dennoch in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

Veröffentlicht unter Liberalismus, Politik | Kommentare deaktiviert für Acht Gründe, warum der Zwang zum Rundfunkbeitrag falsch ist

Neues von der Klagemauer 

Frauen und Männer dürfen es jetzt gemeinsam tun!

Erst jüngst besuchte ich die Klagemauer in Jerusalem. Dort angekommen erkannte ich, dass es zwei getrennte Bereiche an der Klagemauer gibt, einen für Männer und einen für Frauen. Ich drehte daher spontan diesen Film:

Fehler
Dieses Video existiert nicht

Danach ging ich zur Klagemauer und steckte den Zettel der Frau in die Wand. An der Klagemauer hörte ich die jüdischen Männer beten und aus der Ferne den Ruf eines Muezzins.

Fehler
Dieses Video existiert nicht

Während meiner Reise führte ich viele Gespräche. In manchen Gesprächen fragte ich, ob es nicht möglich sei, noch einen dritten Teil an der Klagemauer einzurichten, wo Männer und Frauen gemeinsam beten können. Männer und Frauen könnten so immer noch seperat beten, aber es gäbe eben noch ein weiteres Angebot. Mir wurde gesagt, dass diese Frage seit Jahrzehnten immer wieder verhandelt wird, aber bisher ohne Ergebnis für einen gemischtgeschlechtlichen Bereich.

Ich betete also für einen solchen Bereich, kann ja nicht schaden. Was soll ich sagen, meine Gebete wurden erhört! Die israelische Regierung hat beschlossen, an der Klagemauer einen solchen Bereich einzuführen!

Ein 900 Quadratmeter großer Bereich im südlichen Abschnitt der Klagemauer soll noch vor dem Sommer fertiggestellt und für das gemeinsame Gebet freigegeben werden.

Jetzt kann ich mit meiner Frau alle Orte in Israel gemeinsam genießen. Das ist Israel!

Sämtliche Orte des Nahen Ostens, wo ich nicht hin darf, weil ich entweder den falschen Glauben, die falschen Freunde oder den falschen sexuellen Lebensstil habe, befinden sich jetzt ausserhalb der Wirkungsmacht Israels. Ach, nähmen sich diese Orte doch nur Israel als Beispiel denn zum Feind.

Auch für die Konservativen und Orthodoxen ist es so besser, denn jetzt können Sie sich endlich aus freien Stücken und mit freiem Willen dazu entscheiden, nicht mit dem anderen Geschlecht zusammen zu beten. Bisher war ihnen diese Wahl verwehrt, da sie nicht frei entscheiden konnten, sondern mit dem eigenen Geschecht beten mußten. Diese Zeiten sind vorbei! Jetzt können sie sich frei für ihren Glauben entscheiden. Das ist Emanzipation!

Veröffentlicht unter Feminismus, Israel, Nachrichten | Kommentare deaktiviert für Neues von der Klagemauer 

Carrie from Iran

Do you remember the movie „Carrie“ by Brian De Palma? The film is an adaptation of a novel by Stephen King, and deals with the character of Carrie White, whose mother Margaret has fallen into a religious mania after the death of her husband. Carrie never had any sex education. When Carrie experiences her first menstruation in the shower after gym class, she panics because the blood represents sin in her mind. The film clearly shows how oppressive religious fanaticism can be; in the film it leads to Carrie committing mass murder.

In an information leaflet from the Ministry of Education, Science, Youth and Culture of Rhineland-Palatinate from 2011 one reads:

„Sex education is a shared responsibility between parents and school. According to § 1 (3) SchulG (State Education Laws) sex education is part of overall interdisciplinary school education. A claim for exemption from sex education does not exist, inclusive religious reasons. That is settled case law. Sex education programs in schools are designed with consideration to the principles of moderation and tolerance. Schools must respect different value systems (see Policies for Sex Education from June 22, 2009, Official Gazette p. 193).

Parents will be informed in good time before the start of sex education classes concerning the objectives, the content and form. In the context of parent-teacher conferences, but also in individual meetings, parents’ concerns may be jointly discussed whereby solutions acceptable to all parties can be found. It is reassuring for parents to know that during their child’s instruction a sensitive approach to language and carefully chosen media is guaranteed.“

The leaflet bears the name „Muslim youth in school“ and also deals with the concerns of parents, when their daughters go on school trips. The leaflet proposes:

„Parents should always be involved in finding solutions. Good experiences have been made when former pupils, trainee teachers, Muslim mothers or older siblings come along on school trips as escorts because they are familiar with the language and culture. Such measures soothe worried parents and build a trustful environment.“

Good idea! From fundamentalist circles of a culture in which an older brother may restore the supposedly lost honor of a sister and the family by resorting to murder, it’s a good idea to have an older sibling go along on a class trip in order to prevent the younger girl’s contact with supposed sinfulness. It would be nothing less than a catastrophe if a Muslim girl in the absence of her parents and siblings may discover during a class trip that women have equal rights and have a body that she may want to feel free with. This just can’t be and must be prevented.

When a work group on religion cooperates with the Ministry of Women to develop a school curriculum, we end up with a program which includes the views of religious fanatics like Carrie’s mother. With such compromising, we’re not far off from complete submission to religious fanatics.

In the sad month of November 2013, art curator Manfred Reichel took six artworks of nudes down from their wall hooks, out of respect for the religious feelings of Muslims who also frequent an exhibition hallway in the municipal adult education center in Charlottenburg-Wilmersdorf. Juliane Witt (Die Linke), a councilwoman –competent in cultural affairs- from the Berlin district of Marzahn-Hellersdorf, explained the decision to remove the nudes: Marzahn-Hellersdorf stands for both „freedom of art and intercultural exchange“. Thus, Juliane Witt reduces the human right of freedom of art to a bargaining chip at the carnival of cultures.

At the United Nations, the human right to freedom of art is also just a bargaining chip. During negotiations in Geneva in 2013 on the Iranian nuclear program, the marble relief „The Creation of Man“ was veiled out of consideration for the Iranian delegation. The sight of naked people would not have been acceptable for the Iranian delegation; therefore works of art were covered in order to create a „neutral“ background.

In 2016 the president of Iran, Hassan Rouhani met Italian Prime Minister Matteo Renzi on the Capitol Hill in Rome to conclude multibillion dollar contracts, mainly in the energy, aviation and rail transport, health and agriculture sectors. Out of “respect for Iranian culture and Rohani’s beliefs“ the authorities had several nude statues in Capitol Hill museums hidden from view in specially made wooden boxes. That’s kowtowing to religious fanatics! When Iranian fundamentalists come to Europe, Europe veils its art and when European politicians travel to Iran, European politicians veil themselves. It’s only one culture that gets all the respect.

What would happen if Hassan Rohani visits France? Will the Mona Lisa get a headscarf painted on her?

In January 2015, when Green Party politicians, Claudia Roth and her colleague from the CSU, Dagmar Wöhrl arrived in Iran, both, of course, wore headscarves. The Iranian media were very excited about that visit. The Iranian news agency Fars reported on the meeting as follows:

„TEHRAN (FNA) – Iranian Parliament Speaker Ali Larijani in a meeting with Vice-President of the German Bundestag Claudia Roth in Tehran on Sunday cautioned against the desecration of religious sanctities on the pretext of the freedom of speech, saying that such moves cause intense hatred among nations. ‘Insulting the divine religions and prophets on the pretext of the freedom of speech will provoke sentiments and hatred in the world,’ Larijani said during the meeting.”

Whoever doesn’t care about freedom of art probably doesn’t think much about freedom of speech!

„The vice-president of the German Bundestag, for her part, underlined the need for making the two countries‘ parliaments more active for enhancing bilateral ties, and said, ‘There are many capacities which can be utilized by Iran and Germany to help establish stability and tranquillity and eradicate violent acts.’ Earlier this month, the French satirical magazine once again published a sacrilegious cartoon of Islam’s Prophet Mohammad (PBUH), only a week after gunmen murdered eight journalists and four others at its offices in Paris. The move has hurt the sentiments of over a billion Muslims throughout the world and caused angry protests in many world states. The Iranian foreign ministry deplored the publication of the blasphemous Cartoon, describing it as a ‘provocative’ and ‘insulting’ move. ‘We condemn provocative moves and in our view, the weekly’s action is insulting and we condemn it completely since it will provoke and hurt Muslims‘ feelings across the world and will create a sequence of extremism in the world,’ Foreign Ministry Spokeswoman Marziyeh Afkham said in Tehran.”

Tehran says it wasn’t the murder of cartoonists; rather it was the caricatures drawn by the murdered artists that violated the moral sense of over one billion Muslims. Claudia Roth and Dagmar Wöhrl both sat there with their heads covered with the required scarves, listening.

For years now, we’ve been experiencing the whittling away of enlightened values ​​in the Western world. The appeasers call it respect. I call it groveling to the mothers of girls like Carrie. If we don’t start rethinking, we may soon face a final showdown by the Carries of the Muslim world.

(Translation by William Wires)

Veröffentlicht unter In English | Kommentare deaktiviert für Carrie from Iran

Carrie aus dem Iran

Kennen Sie den Film „Carrie“ von Brian De Palma? Der Film ist eine Adaption eines Romans von Stephen King und handelt von dem Mädchen Carrie White, dessen Mutter Margaret seit dem Tod ihres Mannes einem religiösen Wahn verfallen ist. Eine sexuelle Aufklärung hat Carrie daher nie erhalten. Als bei Carrie die erste Menstruation nach dem Sportunterricht unter der Dusche einsetzt, hält sie die Blutung für einen Ausdruck von Sünde und gerät darüber in Panik. Der Film macht auf beklemmende Weise deutlich, wohin religiöser Fanatismus führen kann, nämlich in einen Massenmord, den Carrie am Ende des Films vollführt.

In einem Faltblatt des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2011 heißt es:

„Sexualerziehung ist eine gemeinsame Aufgabe von Eltern und Schule. Nach § 1 Abs. 3 SchulG befähigt die schulische Sexualerziehung als Teil der Gesamterziehung zu verantwortungsbewusstem geschlechtlichem Verhalten und wird fächerübergreifend durchgeführt. Ein Anspruch auf Befreiung vom Sexualkundeunterricht besteht nicht, auch wenn dafür religiöse Gründe angeführt werden. Dies ist ständige Rechtsprechung. Der Sexualkundeunterricht ist so ausgestaltet, dass den Grundsätzen der Zurückhaltung und Toleranz Rechnung getragen wird. Die Schule soll die unterschiedlichen Wertevorstellungen respektieren und darauf Rücksicht nehmen. (Vgl. Richtlinien zur Sexualerziehung vom 22.06.2009, Amtsbl. S. 193).

Eltern werden rechtzeitig vor Beginn der Sexualerziehung über die Ziele, den Inhalt und die Form der Sexualerziehung informiert. Im Rahmen von Elternabenden, aber auch in Einzelgesprächen können die Bedenken der Eltern gemeinsam diskutiert und Lösungen, die für alle Beteiligten akzeptabel sind, gefunden werden. Es ist für Eltern oftmals beruhigend zu wissen, dass in diesem Unterricht auf einen sensiblen Umgang mit der Sprache geachtet wird und die Medien behutsam und sorgfältig ausgewählt werden.“

Das Faltblatt trägt den Namen „Muslimische Kinder und Jugendliche in der Schule“ und behandelt das Problem, das besorgte Eltern haben, wenn sie daran denken, was geschehen kann, wenn ihre Töchter auf Klassenfahrt gehen. Das Faltblatt schlägt daher vor:

„In jedem Fall sollten bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten die Eltern einbezogen werden. Gute Erfahrungen wurden gemacht, wenn ehemalige Schülerinnen, Lehramtsanwärterinnen, muslimische Mütter oder ältere Geschwister als Begleitpersonen mitfahren, da sie mit der Sprache und der Kultur vertraut sind und dies für die Eltern vertrauensbildend wirkt und somit bzgl. ihrer Bedenken eine Beruhigung sein kann.“

Gute Idee! In einer Kultur, in der es in fundamentalistischen Kreisen schon mal dazu kommen kann, dass ein älterer Bruder die vermeintlich verlorene Ehre der Schwester und Familie damit wieder herstellt, dass er die Schwester ermordet, ist es ein guter Gedanke, ein älteres Geschwisterteil zur Klassenfahrt mitzunehmen, um einen Kontakt der Schwester mit dem vermeintlich Sündhaften zu verhindern. Es wäre geradezu eine Katastrophe, wenn ein muslimisches Mädchen bei einer Klassenfahrt in Abwesenheit ihrer Eltern und Geschwister entdecken würde, dass Frauen gleichberechtigt sind und Frauen einen Körper haben, der ihnen Lust und Freiheit versprechen kann. Das darf nicht sein und muss verhindert werden.

Wenn eine Arbeitsgruppe Religion mit dem Ministerium für Frauen eine gemeinsame Lösung sucht, dann kommt dabei der Vorschlag raus, dass religiöse Fanatiker wie die Mutter von Carrie darüber mitentscheiden dürfen, wie der Lehrplan ihrer Töchter gestaltet wird. Ist dieser Schritt erst einmal vollzogen, ist der nächste Schritt zur Kapitalution nicht mehr weit.

Im traurigen Monat November 2013 wurden unter dem Kurator Manfred Reichel in einem Flur der Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf sechs Aktbilder aus Rücksicht vor den religiösen Gefühlen von Muslimen abgehängt. Die zuständige Kulturstadträtin des Bezirks Marzahn-Hellersdorf, Juliane Witt (LINKE), erklärte zu der Entscheidung, die Aktbilder zu entfernen, Marzahn-Hellersdorf stehe für beides, „Freiheit der Kunst und interkulturelle Öffnung“. Juliane Witt erklärte somit das Menschenrecht der Kunstfreiheit zu einer Verhandlungsmasse auf dem Jahrmarkt der Kulturen.

Auch bei den Vereinten Nationen ist das Menschenrecht auf Kunstfreiheit nur eine Verhandlungsmasse. Als die Vereinten Nationen in Genf im Jahr 2013 über das iranische Atomprogramm verhandelten, verhüllten die Gastgeber der Vereinten Nationen das Marmorrelief „Die Erschaffung des Menschen“ aus Rücksicht auf die iranische Delegation. Der Anblick nackter Menschen wäre für die iranische Delegation nicht zumuttbar gewesen, daher entschied man sich für einen „neutralen“ Hintergrund und verhüllte das Kunstwerk.

Im Jahr 2016 besuchte der Präsident des Irans, Hassan Rohani, den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi auf dem Kapitolshügel in Rom, um milliardenschwere Verträge abzuschließen, hauptsächlich in den Sektoren Energie, Luft- und Bahnverkehr, Gesundheit und Landwirtschaft. Aus „Respekt für die iranische Kultur und den Glauben Rohanis“ ließen die Behörden mehrere nackte Statuen in den Museen auf dem Kapitol verhüllen und nagelten die Skulpturen in schrankähnliche Konstruktionen ein. Das ist mal ein Kriechen vor religiösen Fanatikern. Wenn iranische Fundamentalisten nach Europa kommen, verhüllt Europa seine Kunstwerke und wenn europäische Politikerinnen in den Iran reisen, dann verhüllen sich die europäischen Politikerinnen. Es kann eben nur eine Kultur auf beiden Seiten respektiert werden.

Was geschieht eigentlich, wenn Hassan Rohani Frankreich besucht? Bekommt die Mona Lisa dann ein Kopftuch gemalt?

Im Januar 2015 besuchten die Grünen-Politikerin Claudia Roth und ihre Kollegin von der CSU, Dagmar Wöhrl, den Iran und trugen dabei selbstverständlich Kopftuch. Die iranischen Medien waren ganz aus dem Häuschen über diesen Besuch. Die Nachrichtenagantur Fars berichtet wie folgt von dem Treffen:

TEHERAN (FNA) – der iranische Parlamentspräsident, Ali Laridschani, warnte bei einem Treffen mit der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth, in Teheran am Sonntag vor der Schändung religiöser Heiligtümer unter dem Vorwand der Freiheit der Rede und sagte, dass solche Bewegungen den Hass zwischen den Nationen intensivieren (…) Beleidigung der göttlichen Religionen und Propheten unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit provozieren Gefühle von Hass in der Welt“, sagte Laridschani während der Sitzung.

Wer die Freiheit der Kunst nicht ehrt, hält auch von der Freiheit der Rede nicht viel!

„Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, für ihren Teil, unterstrich die Notwendigkeit der aktiven Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen den Parlamente beider Länder und sagte: „Es gibt viele Kapazitäten, die vom Iran und Deutschland genutzt werden können, zur Schaffung von Stabilität und Ruhe, sowie zur Beseitigung Gewalttaten. Das französische Satiremagazin veröffentlichte ein Sakrileg in Form einer Karikatur des Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm), nur eine Woche nachdem Bewaffnete acht Journalisten und vier andere Menschen in dem Büros in Paris getötet hatten. Die Entscheidung des Satiremagazins hat die Gefühle der über eine Milliarde Muslime in der ganzen Welt verletzt und verursachte wütende Proteste in vielen Staaten der Welt. Das iranische Außenministerium bedauert die Veröffentlichung der blasphemische Karikatur, die sie als „Provokation“ und „beleidigend“ einstufen. „Wir verurteilen die provokative Entscheidung und unserer Ansicht nach ist die Aktion der Wochenzeitung beleidigend. Wir verurteilen sie vollständig, da es provozierend ist und die Gefühle der Muslime der ganzen Welt verletzt. Es wird eine Folge von Extremismus in der Welt schaffen“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums Marziyeh Afkham in Teheran.“

In Teheran wurde erklärt, nicht der Mord an Karikaturisten verletzte das Moralgefühl von über einer Milliarde Muslime, sondern die Karikaturen der ermordeten Künstler. Claudia Roth und Dagmar Wöhrl saßen dort, verhüllten Hauptes und hörten zu.

Seit Jahren erleben wir in der westlichen Welt eine Aufgabe der aufgeklärten Werte. Die Beschwichtiger nennen es Respekt. Ich nenne es Kriecherei vor den Müttern Carries. Wenn nicht bald ein Umdenken stattfindet, werden die Carries der muslischen Welt zum finalen Showdown ausholen.

Veröffentlicht unter Europa, Feminismus, Islam, Kunst, Liberalismus, Nachrichten, Philosophie, Politik | Kommentare deaktiviert für Carrie aus dem Iran