„Du hast hier nichts verloren!“

Ein Bericht von Oliver Geffers.

Ich war in der Nacht zum 28. Februar 2016 auf der HomOriental in Köln. Es sollte ein schöner Abend werden, so dachte ich mir. Ich hatte mich mit meinen Freunden verabredet. Wir gingen rein, wir tanzten, wir waren fröhlich und lachten.

Am Anfang war die Tanzfläche leer, so dass ich als Neuszene-Gänger einfach mal Platz hatte, mir Gleichgesinnte anzuschauen und von ganzer Seele zu tanzen.

Es wurde voller und ich bemerkte, wie mich immer mehr Blicke trafen. Vollkommen okay, denn ein Mensch moseanischen Glaubens mit Kippah auf dem Kopf sieht man in Deutschland halt nicht oft. Doch dann fing es an. Als ich im Raucherraum war, packte mir jemand einfach so in die Hose, ein anderer unters T-Shirt. Ich wehrte mich und hörte nur: „Das kleine Judenkind soll sich nicht anstellen!“

Wutentbrannt verließ ich den Raum. Als ich wieder auf der Tanzfläche war, schubsten mich zwei Typen drei Mal hin und her und sprachen etwas auf arabisch, von dem ich nur das Wort „Jehudit“ (Jüdin) verstand.

Ich ging weiter. Ein weiterer Mann kam auf mich zu und fragte, warum ich hier sei. „Bist du Jude“, fragte er und fügte hinzu: „Dann hast du hier nichts verloren.“

Ich verließ daraufhin die Party. Es war die 58. Nacht in Köln nach Silvester.

***

Anmerkung von Gerd Buurmann: Die HomOriental findet im Kölner Club Venue statt, wo ich auch oft und gerne verkehre, allerdings bei der Poptastic. Ich fragte daher einen Freund, der die HomOriental kennt, was er von der ganzen Sache hält. Seine Antwort:

„Mich wundert das leider nicht so sehr. Auf der Poptastic ist das weniger ein Problem, auf der HomOriental schon. Das ist ein Unterschied! Du musst wissen: Auf der HomOriental treffen sich all die muslimischen und arabischen Klemmschwestern, die ihre Neigungen nie so öffentlich zeigen würden, aber da. Klar haben die Vorurteile. Da kochen die Emotionen hoch!“

Ich schlage vor: Beim nächsten Mal gehen wir alle mit Kippah zur HomOriental!

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(TINOG)

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Kölner Bürgerzentrum feiert die Intifada

Am 27. Februar 2016 fand im Kölner Bürgerzentrum Alte Feuerwache eine „Feier zum 47. Jubiläum der DFLP“ statt. Was die DFLP ist, erklärte das Bürgerzentrum ein Tag vor der Party auf seiner Facebook-Seite so:

„Die DFLP ist eine linke Partei“, erklärt die Alte Feuerwache fügt hinzu: „Sie wird nicht als Terrorgruppe betrachtet, sondern als eine Befreiungsorganisation.“

Die sogenannte „Befreiungsorganisation“ DFLP (جبهة ديمقراطية لتحرير فلسطين) hat in ihrer Geschichte mehrere tödliche Bombenanschläge verübt. Am 1. September 1970 verübte die DFLP ein Attentat auf König Hussein von Jordanien. Er entkam jedoch dem Anschlag im Gegensatz zu über zwanzig Kindern vier Jahre später. Bei einer Geiselnahme in einer Schule in der nordisraelischen Stadt Ma’alot im Jahr 1974 wurden 21 Schulkinder von Sprengfallen der DFLP getötet und mehr als sechzig weitere Schüler verletzt. Das Bürgerzentrum aber erklärt:

„Die DFLP steht nicht auf der Liste der Terrorgruppen.“

Die NPD auch nicht. Wann darf sie im Bürgerzentrum Alte Feuerwache auftreten? Der Gruß jedenfalls ist der Selbe, wie dieses aktuelle Bild der DFLP aus Gaza beweist:img_3133

Diese DFLP feiert das Bürgerzentrum Alte Feuerwache und das auch noch unter dem Motto: „Solidarität mit der Intifada“. Was Intifada bedeutet, erklärte der Kleriker Muhammed Salah “Abu Rajab” am 9. Oktober 2015 in der Al-Abrar Moschee in Rafah: „Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!”

Die Intifada ruft „Stecht die Juden ab“ und das Bürgerzentrum Alte Feuerwache in Köln feiert das mal richtig derbe ab und zeigt Solidarität.

Der Sprecher der Hamas, Mushir Al-Masri, erklärt am 9. Oktober 2015 vor einer jubelnden Menge:

“Die Jerusalem Intifada wurde ins Leben gerufen, und so Allah will, wird sie unumkehrbar sein. Das Messer ist unsere Wahl! Das Messer symbolisiert die Schlacht um die Westbank und um Jerusalem.”

Die Intifada ruft „Das Messer ist unsere Wahl“ und das Bürgerzentrum Alte Feuerwache in Köln lädt zum Tanz der Messer!

Am 17. September 2015 erklärte auch Mahmud Abbas von der Fatah, was Intifada bedeutet:

“Wir begrüßen jeden Tropfen Blut, der um Jerusalems Willen vergossen wurde. Dieses Blut ist rein, es ist pures Blut, vergossen für Allah und für seinen Willen. Jeder Märtyrer wird einen Platz im Paradies finden und jeder Verwundete von Allah belohnt werden.”

Von Allah gibt es Lohn und von dem Bürgerzentrum Alte Feuerwache eine Party, co-finanziert von der Stadt Köln, die dem Bürgerzentrum Fördergelder gibt, das dann die Intifada feiert, in deren Namen unzählige Juden mit Messern auf offener Straße abgestochen, mit Autos an der Bushaltestelle überfahren, von Bomben in Geschäften zerissen, von Gewehren in Cafés erschossen und mit Beilen in Synagogen abgeschlachtet wurden. Wenn das kein Grund für eine Party ist? Das Bürgerzentrum erklärte auf ihrer Facebook-Seite am 26. Februar 2016:

„Die Palästinensische Gemeinde hat eine über viele Jahre andauernde gute Beziehung zur Alten Feuerwache; regelmäßig werden Räume für verschiedene – öffentliche wie interne – Anlässe genutzt. Sowohl die Organisation als auch die bisherigen Veranstaltungen gaben keinerlei Anlass zur Kritik.“

Dann feiert mal schön!

***

Nachtrag: Nur eine Partei im Kölner Rat verurteilte die Aktion umgehend. Der FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite erklärte:

„Wir Kölner Freien Demokraten sind entsetzt, dass ein städtisch finanziertes Bürgerzentrum wie die Alte Feuerwache ganz bewusst ihre Tore für eine antisemitische Veranstaltung öffnet. Die Verherrlichung des Tötens einer ganz bestimmten Religions- und Volksgruppe kann nicht als durch Meinungsfreiheit gedeckte Kritik durchgehen. Wehret den Anfängen! Antisemitische Hetze in Kölner Bürgerzentren darf es einfach nicht geben und muss zu Konsequenzen führen.

Die FDP teilt darum auch die Kritik der Kölnischen Gesellschaft für Christlich -Jüdische Zusammenarbeit, die die Veranstaltung in der Alten Feuerwache als „offen und gezielt antisemitisch“ scharf verurteilt und einer Überprüfung des städtischen Zuschusses an das Bürgerzentrum einfordert. Wir können dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Jürgen Wilhelm, nur beipflichten, wenn er in seiner Kritik ausführt, dass es nicht angeht, „dass unter dem Deckmantel der demokratischen Meinungsäußerung Antisemitismus und damit ein Stück Volksverhetzung mit Steuergeldern subventioniert wird.“

Ansonsten gab es ein paar persönliche Stellungnahmen. Volker Beck von den Grünen erklärte zum Beispiel:

„Ich erwarte von der Feuerwache eine Erklärung: eine Unterstützung von terroristischer Intifida und Angriffen auf jüdische Israelis ist inakzeptabel. So etwas hat in einem städtisch finanzierten Bürgerzentrum nichts verloren.“

Auch die Kölner Presse schwieg sich über den Vorfall aus. Der WDR schwieg. Nur in der Kölnischen Rundschau fand sich ein kleiner Beitrag.

Es gab ein paar kleinere Organisationen, die sich gegen die Veranstaltung ausgesprochen hatten, darunter das Bündnis gegen Antisemitismus und die Deutsch-Israelische Gesellschaft. Es gab sogar eine Kundgebung gegen die Terrorparty. Es waren aber gerade mal siebzig Leute da!

Liebe Kölnerinnen und Kölner,

Was ist los in Eurer Stadt? Gefällt Euch der Terror gegen Juden so sehr, dass Ihr ihn jetzt sogar mit Euren Bürgerzentren fördert? Habt Ihr wieder die Kunst des Schweigens für Euch entdeckt? Gilt „Arsch huh, Zäng ussenander“ nicht für Juden?

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„Shalom und Willkommen im ehrlichen, völkischen Wahn.“

Ein Kommentar von Elisabeth Lahusen.

Eine junge Frau soll sich ihren Wohnort nicht aussuchen dürfen, weil sie Jüdin ist und daher ein Friedenshindernis sei, weil sie als Jüdin dort wohnt, wo Antisemiten keine Juden haben wollen.

So steht es in dem Artikel „Chaya Tal. Warum eine deutsche Jüdin im Westjordanland lebt“ von Jennifer Bligh.

Was in dem Artikel nicht steht: Was genau unterscheidet Chaya von der Tochter und dem Sohn der ersten Frau des Vaters der Autorin dieses denkwürdigen Ignorantenpamphlets? Jennifer Blighs Vater war nämlich vor der Ehe mit ihrer Mutter mit einer Israelin verheiratet und zeugte mit ihr zwei Kinder.

Jennifer Bligh hatte das Glück, in einem postnationalsozialistischen Deutschland leben zu dürfen, das von alliierten Truppen davor geschützt wurde, wieder faschistisch zu werden. Ihre Halbgeschwister Orit und Yuval hätten im faschistischen Deutschland genau so wenig eine Überlebenschance gehabt, wie in einem von der Hamas oder der Fatah regierten Palästina. Aber Jennifer findet offenbar, dass in Judäa und Samaria keine Juden wohnen sollen, einfach, weil sich Judenhasser das so wünschen.

Soll es tatsächlich nach Meinung der offensichtlich rassisch reinen Jennifer Bligh und nach Ansicht der Redaktion des Bento auf der Welt Orte geben, in denen Juden nicht wohnen dürfen? Und wenn ja, wie erklärt Jennifer das dann ihren Halbgeschwistern?

Sorry, Ihr Lieben, Ihr hattet leider die falsche Mutter, also wird man Euch leider ermorden, wenn ihr Euch hier aufhaltet, wo ich gerne den völkisch gesäuberten Palästinenserstaat hätte?

Jennifers Halbschwester hat sie mit offenen Armen aufgenommen: „Komm, wir fahren zu mir, da hast du ab jetzt immer ein Zuhause.“

Jennifer findet überhaupt nichts dabei, dass ein Palästina gegründet werden soll, in dem nette Menschen wie ihre Halbschwester kein Lebensrecht hätten. Ist Orit weniger wert als Jennifer? Jennifers Halbbruder Yuval hat vermutlich in der Armee gedient. Wäre es Jennifer lieber, wenn die IDF einen der vielen Kriege verloren hätte und ihr Halbbruder gefallen wäre? Ihre Nichten und Neffen, pardon, „Halbnichten“ und „Halbneffen“, damit wir bloß im Rassenschema bleiben, auf das Jennifer offenbar so viel Wert legt, sollen also nicht in Judäa oder Samaria leben und vermutlich findet sie es auch schlimm, dass diese jungen Menschen in der IDF dienen und damit ihr, der nichtjüdischen Journalistin, auch die Freiheit verschaffen, sie für minderwertig erklären zu dürfen.

Pressefreiheit wird ja in Hamastan auch nicht gerade großgeschrieben. Oder ist Jennifer auch das egal? Würde sie ihrer Definition von Frieden auch freudig die Pressefreiheit opfern?

Das Leben ihrer Halbgeschwister und die eigene Existenzgrundlage sind ihr beide weniger wert, als das, was sie unter Frieden versteht. Hat sie sich wirklich klargemacht, was das heißt? Wissen Jennifers Halbgeschwister, wie Jennifer über sie denkt? Man wird ja wohl noch fragen dürfen. Und wenn wir schon mal dabei sind, zu fragen, dann interessiert mich auch Jennifer Blighs Definition von „Frieden“.

Ist „Frieden“ dort, wo Homosexuelle an deutschen Baukränen hängen, wo Regimekritiker gefoltert und ermordet und Frauen rechtlos sind? Ist „Frieden“ ein Synonym für Appeasement mit Mördern? Würde sie auch einem Herrn Goebbels in den verlängerten Rücken gekrochen sein, wenn der ihr für Mord an Juden „Frieden“ versprochen hätte, genau wie sie der Hamas und der Fatah auf den Leim geht, die ein Friedenshindernis in der reinen Existenz jüdischer Nachbarn sehen?

Wie Jennifer Bligh, deren Vater in erster Ehe mit einer Israelin verheiratet war, bei Bento ihren Friedenswunsch zu Papier bringt –ist denkwürdig. Lange nicht mehr so etwas schonungslos Ehrliches gelesen. Manche Autorinnen sind so ehrlich, sie veröffentlichen sogar ihre eigene Diagnose und die der Redaktion gleich mit.

Wie auch immer man zu derart offenem Judenhass steht, Ehrlichkeit wird man Jennifer Bligh jedenfalls nicht absprechen können. Shalom und Willkommen im ehrlichen, völkischen Wahn.

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(TINEL)

 

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Chaya Tal, Jüdin und Friedenshindernis

Ich bin schon oft mit Judenhass in Berührung gekommen, nicht selten in Form von Hassmails, die mir seit Jahren zugeschickt werden, dass aber mal vor meinen Augen eine gute Freundin fertig gemacht wird, einzig und allein weil sie Jüdin ist, das hätte ich nie gedacht. Dann aber kam Jennifer Bligh.

Für das Magazin Bento hat Jennifer Bligh einen Artikel verfasst, der einen erschreckend offenen Judenhass zur Schau stellt. Jennifer Bligh darf sich rühmen, mit diesem Artikel das selbstgerechteste Urteil über einen Juden gefällt zu haben, seit Shakespeares Portia. Schon der erste Satz zeigt, wie die Autorin tickt:

„Chaya Tal, 24, behindert mit ihrem Wohnort den Friedensprozess.“

Chaya Tal ist eine gute Freundin von mir. Sie wurde in Russland geboren, wuchs jedoch in Deutschland auf. Sie selber beschreibt sich wie folgt:

„Durchs Leben wurde ich gebracht von meiner “jiddischen Mamme”. Geprägt wurde ich vor Allem von schwedischen Kindermärchen, deutscher Nachkriegsliteratur, hebräischer Sprache, israelischen Liedern, jemenitischer Geschichte und dem jüdischen Religionsgesetz. Ich habe eine besondere Liebe zum Schreiben, zu Katzen, Musik, Wandern, Politik, Couchsurfing, Reparaturarbeiten, Sauberkeit und elektrischen Werkzeugen.“

Das klingt wirklich wie ein böses jüdisches Weib, das allein durch seine Existenz den Frieden bedroht.

Ich kann mir nur zu gut vorstellen, wie Chaya regiert hat, als ihr vorgeworfen wurde, sie sei ein Friedenshindernis. Sie wird gelacht haben. Sie tat es auch. Dieses Lachen war für Jennifer Bligh jedoch ein Anlass, Chaya zu diffamieren und das Lachen als „unschön“ zu bezeichnen. Für Judenhasser lachen Juden immer „unschön“.

„Chaya lacht unschön auf. „Ich soll ein Friedenshindernis sein?“ Die meisten Siedler seien doch überhaupt nicht militant, einzelne Gruppen würden einfach nur herausgenommen und falsch dargestellt. Was sie dabei ignoriert: Es geht gar nicht darum, wie manche Siedler sich verhalten. Sie alle, egal ob freundlich oder militant, verstoßen mit ihren Siedlungen gegen internationales Recht.“

Was Jennifer Bligh hier ignoriert: Chaya verstößt nur aufgrund einer Sache gegen das sogenannte „internationale Recht“, weil sie Jüdin ist und es wagt, im Westjordanland zu leben. „Westjordanland“, so nennt Jennifer Bligh den Ort. Ich nenne das Gebiet jedoch so, wie es schon seit Jahrhunderten heißt: Judäa und Samaria.

Judäa und Samaria gehörten einst zu Jordanien, dem Land, das sich zu über 80 Prozent auf palästinensischen Boden befindet und wo im Gegensatz zu Israel Palästinenser nicht die volle Staatsbürgerschaft besitzen. Davor wurde das Gebiet vom Völkerbund verwaltet. Davor gehörten Judäa und Samaria zum Osmanischen Reich, davor zum Römischen Reich und davor, wie das Wort „Judäa“ schon vermuten lässt, zu einem Jüdischen Reich. Das jüdische Volk ist das älteste noch heute existierende Volk im Nahen Osten. Juden sind die Ureinwohner des Nahen Ostens!

Heute gehören die Gebiete Judäa und Samaria zu keinem Staat. Es ist ein umstrittenes Gebiet. Dennoch siedeln dort Menschen: Araber, Juden, Israelis, Staatenlose. Manche siedeln in Häusern, andere in Zelten. Chaya ist somit eine Siedlerin unter vielen. Sie ist jedoch Jüdin und für Menschen wie Jennifer Bligh sind Siedler illegal, wenn sie jüdisch sind. Gegen arabische Siedler hat sie nichts! Damit haben wir das Hauptproblem direkt vor uns:

Als „illegal“ werden nur die Siedler bezeichnet, die Juden sind! Das Problem, das viele Menschen mit diesen Siedlern haben, ist ihr Jüdischsein!

Die radikale Hamas erklärt in ihrer Gründungscharta die Vernichtung aller Juden zur Pflicht aller Muslime! Auch die Fatah ist von dieser Pflicht überzeugt. Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah bekräftigte Mufti Muhammad Hussein, der von Mahmud Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt wurde, die These, dass es Frieden nur bei der Vernichtung aller Juden geben könne. Wer jedoch glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen. Wer brüllt “Juden raus aus meinem Land, meiner Stadt, meiner Nachbarschaft“, will keinen Frieden mit Juden, sondern einen Frieden von Juden.

Jennifer Bligh wünscht sich einen Frieden von Juden, so wie er im Jahre 2005 in Gaza exekutiert wurde. Im Jahr 2005 wurde der Gazastreifen der palästinensischen Verwaltung übergeben. Daraufhin wurden alle Juden innerhalb weniger Tage aus dem Gazastreifen vertrieben. Am Morgen des 12. September verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Gaza schloss einen Frieden von Juden, aber nicht mit Juden. Deshalb feuerte die Hamas in den folgenden Jahren auch unzählige Raketen auf Israel ab, in dem Willen, so viele Juden wie möglich zu töten. Ein Minister der Hamas brachte die eigene Politik 2010 mit diesen Worten auf den Punkt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Für diese Menschen sind Juden schon allein deshalb ein Friedenshindernis, weil sie leben. Der Name Chaya ist Hebräisch und bedeutet “die Lebendige”. Vermutlich stört Jennifer Bligh genau das, dass Chaya Tal lebendig ist.

Frieden kann es für Jennifer Bligh nur geben, wenn Chaya vertrieben wird! So sehen es auch viele Araber. Deshalb hat in Alon Schewut auch vor wenigen Wochen ein palästinensischer Attentäter auf Autos geschossen, die sich an der Kreuzung stauten. Hier verschwanden vor rund eineinhalb Jahren auch drei Jugendliche beim Trampen, später wurden sie erschossen. Alon Schewut muss zudem Bushaltestelle so sichern, dass kein Auto in die Menge fahren und Menschen töten können. Zu viele Menschen wollen dort Juden töten, weil sie leben und durch ihre pure Existenz „den Frieden stören“.

Überall in Jerusalem dürfen Muslime siedeln. Sie sind kein Friedenshindernis! Juden jedoch, die siedeln und Häuser bauen, sind für Jennifer Bligh ein Friedenshindernis!

Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis! Für viele arabischen Extremisten und erschreckend vielen westlichen Beobachtern jedoch ist die pure Existenz von Juden schon ein Friedenshindernis.

Für Araber, die Frieden mit Juden schließen wollen, sind jüdische Siedlungen kein Problem, sondern Garant für die Möglichkeit eines Friedens! Chayas Hand bleibt deshalb weit ausgestreckt; wie es in der Unabhängigkeitserklärung Israels steht:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbstständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Jennifer Bligh ist derart von ihren Ressentiments erfüllt, dass sie es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. An einer Stelle schreibt sie zum Beispiel:

„Aus Chayas Sicht gibt und gab es keinen palästinensischen Staat.“

Falsch! Nicht nur aus Chayas Sicht hat es niemals einen palästinensischen Staat gegeben, sondern aus objektiver Sicht! Es gab noch nie einen Staat Palästina. Es gibt keine eigenständige palästinensische Sprache, keine unabhängige palästinensische Kultur und keine palästinensische Währung. Es gibt aber eine Menge Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen und Nationalitäten, die durch den Umstand vereint werden, dass sie in einem Gebiet leben, das Palästina genannt wird. Der mit Abstand größte Teil dieses Gebiets liegt im heutigen Jordanien. Weitere Gebiete Palästinas sind Golan, Gazastreifen, Westjordanland und Gebiete von Ägypten und Saudi-Arabien. Nur ein sehr kleiner Teil Palästinas befindet sich in Israel, aber alle, die in dem Gebiet leben, mögen es nun Jordanier, Israelis, Araber, Juden, Christen oder Moslems sein, sind Palästinenser! In dem 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts war das Wort „Palästinenser“ sogar ein Synonym für Jude!

Heute gibt es in der Region Palästina die unterschiedlichsten Länder. Nur eines dieser Länder ist demokratisch: Israel! Obwohl Juden seit Jahrtausenden im Nahen Osten leben, werden sie von Judenhassern als illegale Fremde bezeichnet und Jennifer Bligh spielt mit auf diesem Klavier der Judenfeindlichkeit. Sie schreckt nicht mal vor offenen Lügen zurück:

„Chaya kann entscheiden, wo sie lebt, die Einwohner der palästinensischen Gebiete können das nicht.“

Das stimmt schlicht und ergreifend nicht! Araber und Muslime dürfen überall im Nahen Osten leben. In Israel stellen sie sogar zwanzig Prozent der Bürgerschaft. Juden jedoch ist das Leben im Gazastreifen und in weiten Bereichen der palästinensischen Autonomie verboten! Israel ist das einzige Land der Welt, dass jüdische Bürger nicht sicher über den Landweg verlassen können. Chaya aber lässt sich nicht einschüchtern und vertreiben. Sie bleibt!

„Wir werden nicht flüchten, nur weil uns jemand das Leben schwer macht.“

Jennifer Bligh kann das so gar nicht verstehen und betont:

„Chaya sieht das anders – und ist damit Teil des Problems: „Ich bin überzeugt, dass wir zu diesem Land gehören“, sagt sie.“

So denkt es in Jennifer Bligh. Eine Jüdin, die sich nicht vertreiben lässt, ist „Teil des Problems“. Vermutlich fordert sie auch in Deutschland alle Muslime und Araber auf, den Nahen Osten Deutschlands zu verlassen, zum
Beispiel Dresden, Bautzen, Heidenau und Clausnitz, weil ihre pure Existenz dort den Frieden stört. Ich kann kaum Jennifer Blighs nächsten Artikel erwarten. Vermutlich wird sie dort „aufdecken“, dass Chaya Brunnen vergiftet und Christenbabys isst, alles unter der Überschrift: „Chaya Tal ist unser Unglück!“

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„Gotteslästerung ist ein Menschenrecht!“

„Wir pilgern mit Martin Luther: Auf nach Rom! Die Papstsau Franz umbringen. Reformation ist geil!“

„Kirche sucht moderne Werbeideen. Ich helfe. Unser Lieblingskünstler: Jesus – 2000 Jahre rumhängen und immer noch kein Krampf!“

„Christliche Eltern! Wenn dieser schreiende Bettnässer Euch auch noch verflucht, sollt Ihr ihn lynchen! Jesus will es! Nach Matthäus 15,4. Macht ein neues Kind!“

Solche Sprüche klebt der pensionierte Mathelehrer Albert Voß auf die Heckscheibe seines Autos. Am 25. Februar 2016 wurde er deswegen vom Amtsgericht in Lüdinghausen verwarnt, wegen Gotteslästerung. Er muss eine Geldbuße von 500 Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar eine Geldstrafe von 3000 Euro gefordert. Die Richerin urteilte: „Das ist eine öffentliche Beschimpfung der christlichen Kirche“ und entschied, dass daher die auf die Heckscheibe geklebten Sprüche nicht von der Kunstfreiheit gedeckt seien.

Im Februar 2006 hatte das Amtsgericht Lüdinghausen schon mal ein über die Grenzen der Provinz hinaus bekanntes Urteil gefällt. Ein Mann war zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden, weil er die Worte „Koran, der heilige Koran“ auf Toilettenpapier gestempelt hatte und diese Druckerzeugnisse dann an mehrere Fernsehsender, Moscheen und islamische Kulturvereine verschickt hatte.

So sieht es aus, nicht nur im Iran und in Saudi-Arabien maßen sich weltliche Gerichte an, Gott zu vertreten und sein Lästern zu ahnden, nein, auch in Deutschland wird diese Tradition gepflegt. Der sogenannte Gotteslästerungsparagraf besagt:

„Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Egal ob es einen Gott gibt oder nicht, §166 StGB ist ein Skandal. Gibt es Gott, ist §166 pure Gotteslästerung. Ein Gott nämlich, der das deutsche Strafgesetz braucht, um seine Macht zu manifestieren, ist ein armseliger Gott. Gott braucht kein Amtsgericht in Lüdinghausen! Gibt es keinen Gott, so erklärt §166 widerum, dass es untersagt ist, unsichtbare Freunde zu beleidigen. Mein Freund Harvey spitzt da direkt die Ohren!

§166 StGB lädt notorisch beleidigte Leberwürste geradezu ein, eine Störung der öffentlichen Ruhe herbeizuführen. Was immer Fundamentalisten jedoch glauben machen möchten, Worte, Bilder, Kunstwerke und Zeichnungen vermögen es nicht, Religionsausübungen zu stören. Religiöse Menschen müssen harsche Kritik, Spott und Polemik ebenso ertragen können wie Politikerinnen, Schauspieler, Köche, Lehrerinnen und alle anderen Menschen. Warum genießen gläubige Menschen einen besonderen Schutz, kritische Menschen jedoch nicht? Albert Voß hat recht:

„Gotteslästerung ist für mich ein Menschenrecht, das muss sein, damit man alles diskutieren kann. Also Gotteslästerung so verstanden, dass man in der Gesellschaft offen über alles reden kann.“

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Netanjahu zur LGBT-Community

„Ich weiß, dass es heute hier sehr wichtige und ausführliche Debatten zu dem Thema LGBT gibt. Deshalb bin ich auch außerplanmäßig heute hier zugegen um den Mitgliedern der LGBT-Community nur einen Satz zu sagen: ‚Jeder Mensch ist nach dem Bild Gottes geschaffen‘ – das ist die Grundidee vom Menschen, die unsere Nation schon vor Jahrtausenden bestimmt hat. Und es ist zugleich das Prinzip, dass das Leben unseres Volkes heute zu bestimmen hat!“ (Benjamin Netanjahu)

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Habt Ihr gar keinen Stolz?

In einem kleinen Ort in Sachsen, der sich Clausnitz nennt, stellten sich am 19. Februar 2016 über hundert hasserfüllte Menschen einem Bus mit Flüchtlingen in den Weg und grölten „Weg mit Euch!“ In dem Bus befanden sich Kinder. Sie weinten, weil ihnen der Zorn des Mobs so brutal entgegenschlug.

Im Februar 2016 bedrohten erwachsene Menschen und riefen dabei „Wir sind das Volk!“ Die Typen, die dort die letzten Reste menschlichen Anstands fahren ließen und sich an Kinder vergingen, nennen sich selbst “patriotische Deutsche”. Wenn ich diese Deutschen sehe, freue ich mich, dass es in Deutschland den Artikel 5 gibt und rufe: „Leck mich am Arsch Deutschland!“ Gegen diese Deutsche gehe ich auf die Straße, demonstriere, schreibe Artikel, wehre mich und bin sogar niemandem böse, wenn er aus Protest die deutsche Fahne nimmt und sie verbrennt. Wenn sich Deutsche deshalb beleidigt fühlt, frage ich nur: Habt Ihr gar keinen Stolz?

Während der Mob in Clausnitz Kinder verängstigte, stand die Polizei hilflos daneben und konnte nicht anders, als die Kinder mit Gewalt aus dem
Bus zu zerren, um sie in Sicherheit zu bringen. Das führte jedoch dazu, dass die Kinder gezwungen wurden, durch die Masse des Hasses zu gehen.

Immer öfter offenbart sich in Deutschland die Hilflosigkeit der Polizei, die ihrerseits von der Politik eingelassen wurde. In der Silvesternacht 2015/16 verlor die Kölner Polizei kurzfristig die Kontrolle über den Kölner Hauptbahnhof, so dass es zu unzähligen Gewalttaten kam, zum großen Teil in sexualisierter Form. Trotzdem erklärte die Kölner Polizei in einem Polizeibericht vom 1. Januar 2016 noch, die Kölner Nacht sei „friedlich“ und „entspannt“ gewesen.

Eine ähnlich spektakuläre Fehleinschätzung findet man in einem Bericht der Essener Polizei vom 18. Juli 2014, in dem eine Demonstration als „friedlich“ bezeichnet wird, in der Hakenkreuze gezeigt wurde, Hitlers Taten gegen Juden gefeiert wurden und unter anderem „Scheiß Jude, brenn!“ gebrüllt wurde.

Im Oktober 2015 wiederum verlor die Kölner Polizei kurzzeitig die Kontrolle über eine rechtsradikale Demonstration. Ein Bild von der Demonstration zeigt einen umgeworfenen Polizeibus und drumherum zum Teil vermummte Männer.

Am 12. Juli 2014 war die Polizei in Frankfurt so überfordert, dass sie hasserfüllten Demonstranten sogar ein Polizeiauto mit Lautsprecher zur Verfügung stellte, damit sie “Kindermörder Israel” brüllen konnten. Neben dem Polizeiauto lief ein Mann mit einem Schild herum, auf dem geschrieben stand: „Ihr Juden seid Bestien“

In Deutschland formiert sich ein Hass auf den Straßen und die Polizei scheint hilflos.

Am 13. November 2015, als bei dem fürchterlichen Anschlag in Paris 130 Menschen ermordet und über 350 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, befand ich mich in Israel. Ich saß auf einer Parkbank in Jaffa, dem arabischen Teil von Tel Aviv, und trank eine Flasche Bier, die ich in einem Kiosk gekauft hatte, während ein Muezzin von einem Minarett zum Gebet rief, als auf meinem Handy die Nachricht auftauchte, dass etwas schlimmes in Paris geschehen sei.

Der Terror, der am 13. November 2015 in Paris zuschlug, ist eine Gefahr, mit der sich Israel seit Jahrzehnten beschäftigen muss, dennoch gibt es in Israel nichts, was dem deutschen Umgang mit Terrorismus auch nur Nahe kommt.

In Deutschland leben rund fünf Prozent Muslime. In Israel jedoch leben über zwanzig Prozent Muslime! Wenn in Deutschland eine Moschee gebaut werden soll, gehen unzählige Deutsche auf die Straße und demonstrieren dagegen. Wenn ein Muezzin in Deutschland von einem Minarett zum Gebet rufen möchte, sehen „deutsche Patrioten“ das Ende des Abendlandes nahe und lassen die muslimische Religionspraxis teilweise einfach verbieten. In Israel gehören Moscheen zur Selbstverständlichkeit! In Israel ruft der Muezzin zum Gebet, während ich im Schatten des Minaretts gelassen ein Bier trinke und mir von einem Moslem, der erst jüngst in Deutschland war, erklären lasse, dass das Leben in Israel für einen Moslem tausend Mal besser ist als das Leben in Deutschland, wo Muslime als radikal Fremde angesehen werden und wo es muslimische Stadtviertel gibt, in denen Muslime so verwahrlost leben, dass man sich in Israel dafür schämen würde. In Israels Metropolen demonstrieren nicht jede Woche zehntausend Menschen wie in Dresden gegen eine Islamisierung und lassen dabei jeden Anstand fahren.

Natürlich gibt es in Israel auch Ängste und Bedenken und die Terroristen, die in Israel wüten und morden, erklären, dass sie ihre Taten im Namen Allahs begehen, aber das bedeutet für Israel nicht, muslimischen Staatsbürger ihre Grundrechte zu nehmen. In Israel können und dürfen muslimische Staatsbürger alles tun, was ihre jüdischen Mitbürger auch tun können. In Deutschland sieht das anders aus. Dort werden Christen gegenüber Muslimen staatlich bevorzugt und zwar aufgrund eines Staatsvertrags, der am 20. Juli 1933 zwischen dem Heiligen Stuhl und dem damaligen Deutschen Reich unter Adolf Hitler abgeschlossen wurde.

Obwohl sich Israel seit über sechzig Jahren mit Krieg und Terror konfrontiert sieht, hat Israel an den Prinzipien der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit festgehalten. Das ist einzigartig! Noch nie in der ganzen Menschheitsgeschichte hat es ein demokratisches Land gegeben, das in seiner Existenz bedroht war und sich über Jahre hinweg gegen die erklärten Versuche zur kriegerischen Vernichtung des Volkes wehren musste, ohne dabei die eigene Demokratie abzuschaffen.

In Europa gab es in den letzten Monaten die ersten Vorspiele zu den Akten der Gewalt, die in Israel nur allzu bekannt sind. Dennoch kam es in Europa bereits jetzt zu einer beispiellosen Eskalation der Gewalt und Abschaffung von Prinzipien. In Deutschland werden unzählige Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. Länder wie Polen und Ungarn erklären, Muslime seien unerwünscht. Tausende von Menschen gehen in Dresden und andernorts gegen Muslime auf die Straßen. Grenzen werden geschlossen und die Möglichkeit von Schießbefehlen an Grenzen von Politikerinnen der AfD ins Spiel gebracht. Zur selben Zeit werden auf Politiker Anschläge verübt. In Chemnitz wurde Sprengstoff gegen ein Parteibüro der AfD geworfen und in Arnsberg auf ein Parteibüro der AfD geschossen. In Karlsruhe wurde sogar auf einen Menschen geschossen, weil er Werbung für die AfD gemacht hatte.

Hier offenbart sich das ganze Dilemma. Während in Clausnitz über hundert Männer die letzten Reste menschlichen Anstands fahren lassen und „Ausländer raus“ brüllen, wobei sie natürlich selbst definieren, wer alles Ausländer ist, rufen die Brüder im Geiste in Karlsruhe „Nazis raus“ und entscheiden dabei ebenfalls selbst, wer Nazi ist, was für sie dann schon Legitimation genug ist, zur Waffe zu greifen und auf Mitglieder einer Partei zu schießen, weil sie glauben, sie dürften entscheiden, wer in Deutschland Grundrechte besitzt, nämlich nicht jene, die sie zum Nazi erklärt haben.

Als ich gerade schrieb „Leck mich am Arsch, Deutschland“, da erwähnte ich Artikel 5 und betonte, wie froh ich bin, dass es diesen Artikel gibt. Die Mütter und Väter des Grundgesetz’ wussten eben, dass nichts gefährlicher sein kann als ein autoritärer Staat, der den freien Diskurs verhindert. Ob eine Meinung gefährlich ist und somit das Grundrecht eingeschränkt werden muss, dürfen in einem freiheitlich-demokratischen Staat ausschließlich die Gerichte entscheiden und nicht irgendwelche Vollhonks! Das nennt sich Gewaltenteilung! Die Gewaltenteilung zu missachten ist Bürgerwehr PEGIDA Style.

Deutschland hat viel weniger ein Problem mit Flüchtlingen als viel mehr ein Problem mit sich selbst. Im Umgang mit islamischen Terror, der auf westdeutschen Straßen brüllt, dass Juden verbrannt werden sollen und deutschem Terror, der auf ostdeutschen Strassen brüllt, dass Ausländer raus sollen, wird Deutschland zeigen, wie souverän das Volk im Umgang mit komplizierten Herausforderungen ist. Wer nämlich glaubt, das Problem lösen zu können, in dem er „Ausländer raus“ brüllt, liegt genauso daneben wie jemand, der glaubt, alles sei wieder friedlich, wenn man nur die AfD verbietet.

Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Frieden aufrecht zu halten, ist keine Kunst. In den ersten Jahrzehnten hat Deutschland das recht passabel hingekriegt, wenn auch mit Unterstützung der Alliierten, die stets ein nötiges und wachsames Auge auf Deutschland hatten. Seit einigen Jahren jedoch breitet sich Unfrieden in Deutschland aus und es sind solche Zeiten der Krise, in denen sich eine Nation bewährt.

Israel vollführt das Kunstwerk der Einhaltung rechtsstaatlicher und demokratischer Prinzipien länger als Deutschland, und das obwohl sich das kleine Land seit seiner Gründung im Krieg befindet, an dessen Ende die sogenannten „radikalen“ Feinde das ganze jüdische Volk ausrotten wollen, während die sogenannten „moderaten“ Feinde nur die Vernichtung des Staates Israel im Auge haben. Dennoch wird Israel ausgerechnet von Deutschland kritisiert. Viele deutsche Kritiker geben Israel neunmalkluge Vorschläge und behandelt das Land wie ein gewöhnliches westeuropäisches Land, ganz so, als mache es keinen Unterschied, ob sich ein Land im Frieden befindet oder in einem Krieg, an dessen Ende die Feinde nur die totale Vernichtung des Landes akzeptieren können.

Es war so leicht und selbstgefällig, Israel zu kritisieren, als Deutschland noch im sanften Schlaf des verlogenen Friedens dämmerte. Jetzt aber wird langsam deutlich, dass Israel all die Jahre von einem Land kritisiert wurde, in dem Juden von muslimischen Terroristen bedroht werden, weil sie Juden sind, Muslime von muslimischen Terroristen bedroht werden, weil sie angeblich keine wahren Muslime sind, Deutsche gegen Muslime hetzen, weil sie angeblich keine wahren Deutschen sind, Christen Privililegien genießen, die andere Religonsgemeinschaften in Deutschland nicht haben, Anschläge auf Politiker verübt werden, weil sie angeblich Nazis sind und Anschläge auf Flüchlingsheime verübt werden, weil dort angelich nur Terroristen hausen. Die Polizei und die Politik kapituliert nicht selten vor all diesen Formen des Terrorismus‘. Eine denkbar schlechte Ausgangsposition, um Israel Ratschläge zu erteilen!

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Netanjahu zu Gast in Deutschland

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu war im Februar 2016 in Deutschland zu Gast. Besonders auffällig bei diesem Staatsbesuch war die Tatsache, dass es diesmal erstaunlich wenig Kritik in Richtung Israel gab. Sogar sonst so israelkritische Medien und Parteien hielten sich mit neunmalklugen Besserwissereien auffällig zurück. Angela Merkel räumte sogar ein, dass „sicherlich jetzt nicht der Zeitpunkt“ sei, „einen ganz umfassenden Fortschritt zu machen.“ Was war der Grund für das Steckenlassen des deutschen Zeigefingers in Richtung des so oft als unartig empfundenen Israels?

Am 13. November 2015, als der Anschlag in Paris 130 Menschen in den Tod riss und über 350 Menschen zum Teil schwer verletzte, war ich in Israel. Viele meiner deutschen Freunde waren damals besorgt, weil ich im vom Terror gezeichneten Israel weilte. Der Terror schlug jedoch in Europa zu.

Ich saß auf einer Parkbank in Jaffa, dem arabischen Teil von Tel Aviv, und trank eine Flasche Bier, die ich in einem Kiosk gekauft hatte, während ein Muezzin von einem Minarett zum Gebet rief, als auf meinem Handy die Nachricht auftauchte, dass etwas schlimmes in Paris geschehen sei.

Was am 13. November 2015 in Paris geschehen ist, findet in Israel seit Jahrzehnten immer mal wieder statt. Auch Übergriffe, wie sie in der Silvesternacht in ganz Europa, aber intensiv in Köln stattgefunden haben, erlebt Israel in zum Teil brutal bewaffneter Form immer mal wieder.

Seit einiger Zeit und seit der Silvesternacht sogar in besonders aggressiver Form agitieren und demonstrieren in Deutschland regelmäßig mehrere tausend sogenannte “patriotische Europäer” gegen Muslime! In Israel gibt es nichts, was dem deutschen Phänomen PEGIDA auch nur Nahe kommt. Israel pflegt einen deutlich besseren Umgang mit den unterschiedlichen Religionen.

In Deutschland leben rund fünf Prozent Muslime. In Israel jedoch leben über zwanzig Prozent Muslime! Wenn in Deutschland eine Moschee gebaut werden soll, gehen unzählige Deutsche auf die Straße und demonstrieren dagegen. Wenn ein Muezzin in Deutschland von einem Minarett zum Gebet rufen möchte, sehen „deutsche Patrioten“ das Ende des Abendlandes nahe und lassen die muslimische Religionspraxis teilweise einfach verbieten.

In Israel gehören Moscheen zur Selbstverständlichkeit! In Israel ruft der Muezzin zum Gebet, während ich im Schatten des Minaretts gelassen ein Bier trinke und mir von einem Moslem, der erst jüngst in Deutschland war, erklären lasse, dass das Leben in Israel für einen Moslem tausend Mal besser ist als das Leben in Deutschland, wo Muslime als radikal Fremde angesehen werden und wo es muslimische Stadtviertel gibt, in denen Muslime so verwahrlost leben, dass man sich in Israel dafür schämen würde.

Natürlich gibt es in Israel auch Ängste und Bedenken und die Terroristen, die in Israel wüten und morden, erklären, dass sie ihre Taten im Namen Allahs begehen, aber das bedeutet für Israel nicht, muslimischen Staatsbürger ihre Grundrechte zu nehmen. In Israel können und dürfen muslimische Staatsbürger alles tun, was ihre jüdischen Mitbürger auch tun können. In Deutschland sieht das anders aus. Dort werden Christen gegenüber Muslimen staatlich bevorzugt und zwar aufgrund eines Staatsvertrags, der am 20. Juli 1933 zwischen dem Heiligen Stuhl und dem damaligen Deutschen Reich unter Adolf Hitler abgeschlossen wurde und das Verhältnis zwischen dem Deutschen Reich und der römisch-katholischen Kirche regelt. Dieses sogenannte Reichskonkordat wird noch heute für die Bundesrepublik Deutschland als gültig betrachtet und dürfte somit der einzige noch gültige faschistische Staatsvertrag in Europa sein!

Was am 13. November 2015 in Paris geschehen ist, ist eine Situation, mit der sich Israel seit über sechzig Jahren konfrontiert sieht. Dennoch hat Israel in diesen sechzig Jahren an den Prinzipien der Demokratie und Rechtstaatlichkeit festgehalten. Das ist einzigartig! Noch nie in der ganzen Menschheitsgeschichte hat es ein demokratisches Land gegeben, das in seiner Existenz bedroht war und sich über Jahre hinweg gegen die erklärten Versuche zur kriegerischen Vernichtung des Volkes wehren musste, ohne dabei die eigene Demokratie abzuschaffen.

In Europa gab es in den letzten Monaten die ersten Vorspiele zu den Akten der Gewalt, die in Israel nur allzu bekannt sind. Dennoch kam es in Europa bereits jetzt zu einer beispiellosen Eskalation der Gewalt und Abschaffung von Prinzipien. In Deutschland werden unzählige Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. Länder wie Polen und Ungarn erklären, Muslime seien unerwünscht. Tausende von Menschen gehen in Dresden und andernorts gegen Muslime auf die Straßen. Grenzen werden geschlossen und die Möglichkeit von Schießbefehlen an Grenzen ins Spiel gebracht. Zur selben Zeit werden auf Politiker Anschläge verübt. In Chemnitz wurde Sprengstoff gegen ein Parteibüro geworfen und in Arnsberg auf ein Parteibüro geschossen. In Karlsruhe wurde sogar auf einen Menschen geschossen, weil er Werbung für eine Partei machte.

Es war so leicht und selbstgefällig, Israel zu kritisieren, als Europa noch im sanften Schlaf des verlogenen Friedens dämmerte. In der Vergangenheit verglichen deutsche Kritiker Israel oft mit westeuropäischen Länder, ganz so, als mache es keinen Unterschied, ob sich ein Land im Frieden befindet oder in einem Krieg, an dessen Ende die Feinde nur die totale Vernichtung des Landes akzeptieren können. So langsam dämmert es jedoch vielen Deutschen, dass es einen Unterschied macht!

Demokratie und Rechtstaatlichkeit im Frieden aufrecht zu halten, ist keine Kunst. Deutschland gelingt das recht passabel seit über sechzig Jahren. Israel jedoch vollführt dieses Kunstwerk seit über sechzig Jahren im Krieg. Bisher bekam Israel dafür überwiegend Kritik, weil zu viele Menschen empathielos waren und nicht nachempfinden konnten, was es bedeutet, sich in einem Krieg zu befinden und wie schwer es ist, in einem Krieg nicht die Menschlichkeit zu verlieren.

Jetzt schlagen die ersten terroristischen Bomben in Europa ein und lassen erahnen, was in Israel seit Jahrzehnten kriegerische Realität ist. Jetzt, wo Europa spürt, was Israel seit über sechzig Jahren erleben muss, wandelt sich manch eine Kritik in Staunen. Auf einmal erkennen immer mehr Europäer, dass Israel ein Vorbild sein kann, wie man mit Krieg, Terrorismus, Hass und dem Aufruf und steten Versuchen eines Völkermords umgehen kann, ohne dabei die eigene Rechtstaatlichkeit über Bord zu werfen und den Glauben an die Gültigkeit der Menschenrechte zu verlieren.

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The crusade argument

Whenever we in the West are confronted with the brutality of the „Islamic State“, the mass executions, the beheadings carried out with butcher knives, the public live burning of people, the throwing of homosexuals from rooftops, the public stoning and all the other barbaric acts, all recorded on the technical equipment of the West and transmitted in the world using the infrastructure of the West, there is always someone who blurts out: „The Christians were not much better. Just think of the Crusades!“

OK, let’s discuss the Crusades!

The Crusades were preceded by a brutal Islamic expansion which began in the 7th century. Large areas were conquered militarily and entire populations were subjugated under Islamic rule. Christian areas were then settled by Arab-Muslim conquerors in the Middle East, in North Africa and in Italy. The island of Sardinia was conquered and then Rome was attacked in 846, whereby the Basilica of St. Peter was destroyed. Spain and Portugal were also conquered by the early „Islamic State“. Under the reign of the Caliph al-Hakim, the destruction of the Holy Sepulchre of Christ, one of the most significant sanctuaries of Christianity, occurred in 1009.

The First Crusade was an answer to Byzantine Emperor, Alexios I Komnenos’ request for military support against Islamic expansion. On November 27, 1095, Pope Urban II finally rallied Christians at the Council of Clermont for a crusade to recapture the so-called „Holy Land“.

Does that sound familiar? People ask for help against an „Islamic State“ which is raging with unbridled barbarism?

Urban II called upon Christians to push the Muslims out of the Middle East and to reclaim the holy places of Jerusalem. Back then, the „Islamic State“ didn’t face a West with enlightened democracies, but rather several absolutist Christian monarchies. At that time, many Christians were at least as fanatical and fundamentalist as many Muslims were then and still are today!

After the capture of Jerusalem in 1099, crusaders who died in battle were hailed as martyrs. The Church emphasized the religious dimensions of the crusades by making participation an honorable „penance“, which was allegedly promulgated directly from God through the Pope’s words. Crusaders even made legally binding vows, similar to a pilgrimage commitment. They firmly believed in an honorable death for the Church and God. Many Christians were religious warriors as many Muslims were then and still are today.

During the Crusades, fundamentalists faced off against fundamentalists. It was a brutal, chaotic period in which all principles of reason were thrown overboard. The chaos of those times is clearly described in Heinrich Heine’s play, „Almansor“.

The play takes place in the 15th century, several centuries after the first Crusades. The rule of the early „Islamic State“ in Spain and Portugal was being terminated by Christian knights under the inquisitorial Cardinal Mateo Ximenes de Cisneros. The piece vividly describes the horrors and irrationality of this religious war.

The most famous dialogue is between two Muslims upon an act of provocation, a public burning of the Quran:

Almansor: We heard that the terrible Ximenes, at the market place of Granada – my tongue freezes in my mouth – threw the Quran into a flaming pyre!

Hassan: That was but a prelude; where they burn books, they will ultimately burn people also.

The craziness of this dialogue is the fact that the Muslim, Hassan, as a brutal religious fanatic, thinks it worse when a copy of the Quran is burned than if people were slaughtered. At one point he says:

„To those fighters once I had joined in the mountains, the cold sneer, fled with flaming heart. Just as the snow up there, never do the embers in our breast disappear; as those mountains never move, so never wavered our faithfulness; and how often we rolled down from those mountains as crushing stone boulders, from those heights to the Christian people in the valley; and when they died gasping, as distant whimpering mourning bells, and fear chants dully, the sound was a sweetness in our ears.“

A man, who criticizes book burning, slaughtered people. For Hassan burning a copy of the Quran is a mortal sin, but the killing of Christians resonates „sweetness in his ears“.

Does that sound familiar? There are those Islamists who are immeasurably indignant when their religion is insulted, but find it perfectly acceptable to kill in the name of religion. The Islamists of today are no different from the Islamists back then! The West, however, has changed. In the West, no longer do absolutist Christian monarchs rule; instead we have democratically elected governments that are committed to the Enlightenment. The Caliphate no longer faces a Christian empire, but rather a multicultural, democratic and enlightened West.

The question remains: How should the West react?

Of course, the West can not recruit fanatical warriors as Christian kingdoms did in the Middle Ages to combat Islam. Critical reasoning of the Enlightenment prohibits that, but the West needs a strategy to counter the „Islamic State’s” plan for world-wide domination.

Times have changed, more so for Christianity than for Islam!

Even today, Mecca, one of the holiest places in the Islamic world, may only be entered by Muslims. In Mecca, as in all of Saudi Arabia, apostasy is punishable by death; homosexuality and blasphemy, also. A person who commits adultery is stoned. Those who have sex before marriage are flogged. The hands of thieves are chopped off, also the hands and feet of robbers. All these legal punishments also belong to the repertoire of the „Islamic State“. Imagine if all that would occur at the Vatican, the Catholic equivalent of Mecca!

Christianity of the past is history. However, Islam of that time, unchanged, is still with us. Today, there’s a crusade going on, but it’s an Islamic crusade. The West would do well to quickly develop a strategy on how it intends to confront this threat.

(Translation: William Wires)

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Der Dritte Weltkrieg hat längst begonnen!

In Europa gibt es die arrogante Haltung, Europa sei der Mittelpunkt der Welt. Es gibt Europäer, die sind belustigt, wenn ein Amerikaner nicht die Hauptstadt von Frankreich oder Deutschland benennen kann, während sie selber keinen blassen Schimmer haben, was die Hauptstädte der Elfenbeinküste und Ghana sind.

Aus dieser Arroganz kommt auch die Haltung, einen Krieg nur dann als Weltkrieg zu bezeichnen, wenn Massen in Europa sterben, so wie einst im Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Heute sterben jedoch wieder Massen! Allerdings nicht in Europa.

Das Reich, das diesmal die Welt unterjochen will, hasst Juden so sehr wie einst das Reich im Zweiten Weltkrieg, das sich das Deutsche Reich nannte. Das Reich, das heute die Welt in einen Krieg stürzt, nennt sich Islamischer Staat. Ob der Staat wirklich islamisch ist, ist so wichtig wie die Frage, ob das Deutsche Reich wirklich deutsch war oder die Nazis Deutschland nur falsch verstanden hatten.

Das Deutsche Reich konnte lange Zeit ungehindert an der Vernichtung das jüdischen Volks arbeiten. Der Islamische Staat jedoch wird daran gehindert. Israel sei Dank! Und was macht der Rest der Welt. Wegschauen und währenddessen Israel kritisieren!

Das kleine Land Israel wurde von den Vereinten Nationen mittlerweile mit mehr Resolutionen belegt als alle anderen der Staaten der Welt zusammen! Hätte es Israel und die Vereinten Natioen bereits 1938 gegeben, vermutlich hätten die Vereinten Nationen selbst damals Israel kritisiert und nicht das Deutsche Reich; wenn das Deutsche Reich nicht sogar dem UN-Menschenrechtsrat vorgestanden hätte, so wie heute Saudi-Arabien dem UN-Menschenrechtsrat vorsitzt, ein Land, das sich von der mörderischen Praxis des Islamischen Staats lediglich darin unterscheidet, dass Saudi-Arabien als Mitglied der Vereinten Nationen mordet und währenddessen gemeinsam mit so ziemlich allen anderen Ländern Israel verdammt.

Der Zweite Weltkrieg wurde von den Alliierten nicht geführt, weil das Deutsche Reich Juden vernichtete. Die Welt schaute zu. Er wurde aus anderen Gründen geführt. Bis zum Ende gehörte die Verhinderung des Völkermords an Juden nicht zum Kriegsziel der Alliierten.

Der Dritte Weltkrieg heute wird auch nicht geführt, weil Juden vernichtet werden sollen. Das zu verhindern, muss Israel ganz alleine stemmen (und wird dafür von den Vereinten Nationen kritisiert).

Der Dritte Weltkrieg wird geführt, weil wieder einmal ein Reich brutal zur Weltherrschaft greift. Dieser Krieg hat zwar schon abermillionen Opfer gefordert, aber eben noch nicht in Europa. Das heißt aber noch lange nicht, dass es den Krieg nicht gibt.

Der Dritte Weltkrieg hat längst begonnen!

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