Und wieder droht mir eine Klage!

Ein Mann, der sich Tilman Knechtel nennt und behauptet, der Autor des Buches “Die Rothschilds – Eine Familie beherrscht die Welt“ zu sein, hat mir geschrieben, weil in den letzten Tagen die negativen Bewertungen seines Buchs auf Amazon in die Höhe geschnellt sind und es seiner Meinung nach mein Blog sei, der ihn das negative Feedback beschert hat, da ich diesen Artikel veröffentlicht habe.

(Lieber Tilman Knechtel,

Ich habe damit nichts zu tun. Es waren die Rothschilds!)

In der Mail beteuert Tilman Knechtel „das Gegenteil von einem Nazi“ zu sein, was immer das auch sein mag. Ich hingegen sei höchstwahrscheinlich „wie 99% aller verstrahlten, vom Staat subventionierten Künstler ein Linker“. Offenkundig ist Tilman Knechtel kein Leser meines Blogs!

Dann kommt er zum Punkt und erklärt, gerade mit seinem Verleger telefoniert zu haben, der mich vermutlich am Montag abmahnen werde, da in seinem Buch keinerlei Antisemitismus zu finden sei und man daher meinen Beitrag als „Verleumdung“ verstehen könne und der Verlag normalerweise solche Verfahren gewinne. Er selbst habe nichts mit der Abmahnung zu tun und habe sich sogar mit dem Verleger gestritten, um ihn von seiner Mahnung abzubringen, dennoch solle ich sicherheitshalber meinen Beitrag schnell vom Netz nehmen und mich entschuldigen. Es sei nicht seine Idee und deshalb probiere er, mich zu warnen.

(Lieber Tilman Knechtel,

Danke für die Warnung, aber von dem Telefonat mit Ihrem Verleger wusste ich bereits vor Ihrer Mail. Der Mossad hatte mir bereits im Auftrag der Rothschilds ein Mitschnitt des Telefonats zugesandt. Keine Angst, ich werde das Gespräch nicht veröffentlichen und Ihr sehr peinliches Geheimnis werde ich auch nicht ausplaudern. Versprochen!)

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Ein Leben im Krieg

Lieber Pierre Heumann,

die Überschrift zu Ihrem Nachruf auf Ariel Scharon im Spiegel lautet: „Ein Leben wie ein Krieg“. Ich habe da mal eine Frage:

Es ist nur eine Konjunktion, ein Adjunktor, um genau zu sein, aber ich verstehe die Konjunktion in der Überschrift nicht. Ich meine das Wort „wie“.

Ariel Scharon lebte ein Leben im Krieg! Fast alle Länder, die Israel im November 1947 den Vernichtungskrieg erklärt haben, haben diese Kriegserklärung bis heute nicht zurückgenommen. Das kleine Wörtchen „wie“ ist somit etwas irreführend. Sie hätten das Wörtchen „wie“ besser weggelassen. Wie? Na, so:

„Ein Leben im Krieg“

Das ist nämlich die traurige Wahrheit: Seit über 65 Jahren leben die Bürgerinnen und Bürger des Staates Israel im Krieg. Kinder, ob männlich oder weiblich, werden groß in Zeiten des Krieges; Menschen, ob homosexuell oder heterosexuell, lieben sich im Krieg; Gläubige, ob Muslim, Christ oder Jude, beten zu Gott, während fast täglich Raketen auf Israel niedergehen; in Israel ist es nicht wie im Krieg, es ist Krieg! Ein Krieg, an dessen Ende die Feinde nur die Vernichtung Israels sehen können, ein Krieg, in dem alle Kinder wissen, dass sie sich, wenn sie erwachsen sind, gegen Feinde wehren müssen, die alle Juden vernichten wollen. Es ist ein totaler Krieg gegen Israel, ein Krieg, den Ariel Scharon nie gewollt hat, sondern der dem Volk, dem Ariel Scharon einst als Ministerpräsident vorstand, erklärt wurde!

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„It had always been one of my convictions that Jews and Arabs could live together. Even as a child it never occurred to me that Jews might someday be living in Israel without Arabs, or separated from Arabs. On the contrary, for me it had always seemed perfectly normal for the two people to live and work side by side. That is the nature of life here and it always will be…. though Israel is a Jewish nation, it is, of course, not only a Jewish nation… I begin with the basic conviction that Jews and Arabs can live together. I have repeated that at every opportunity, not for journalists and not for popular consumption, but because I have never believed differently or thought differently, from my childhood on. I am not afraid of Arabs. I feel I can live with them. I believe I understand their problems. I know that we are both inhabitants of this land, and although the state is Jewish, that does not mean that Arabs should not be full citizens in every sense of the word.“ (Ariel Scharon)

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Antisemitismus auf Amazon

Auf Amazon wird ein ganz besonders antisemitisches Buch von Tilman Knechtel wie folgt angekündigt:

„Es gibt eine unsichtbare Macht auf diesem Planeten, die seit mehr als zwei Jahrhunderten völlig unbehelligt am Rad der Geschichte dreht. Die Familie Rothschild kontrolliert aus dem Hintergrund die Knotenpunkte zwischen Politik, Wirtschaft und Hochfinanz. Lange konnten sie sich in behaglicher Sicherheit wiegen, denn die Geheimhaltung stand seit jeher im Mittelpunkt ihrer Strategie. Doch nun fliegt ihr Schwindel auf, die Mauer des Schweigens beginnt zu bröckeln, immer mehr Menschen wachen auf und erkennen die wahren Drahtzieher hinter den Kulissen des Weltgeschehens! Fernab von abenteuerlichen Verschwörungstheorien identifiziert dieses Buch die Familie Rothschild als Kern einer weltweiten Verschwörung der Hochfinanz, deren Kontrollnetz sich wie Krakenarme um die ganze Erdkugel geschlungen hat und sich immer fester zusammenzieht. Sie erzeugen systematisch Krisen, mit denen sie ihre Macht weiter ausbauen. An ihren Händen klebt das Blut aller großen Kriege seit Beginn der Französischen Revolution. Ihre ganze Menschenverachtung bewiesen sie, indem sie die Nationalsozialisten finanzierten und Millionen Angehöriger ihrer eigenen Glaubensgemeinschaft in den Tod schickten. Doch ihr Blutdurst ist noch lange nicht gestillt: Ihr Ziel ist ein alles vernichtender Dritter Weltkrieg und eine Weltregierung, gesteuert aus Jerusalem. Entdecken Sie die Tricks und Strategien der Familie Rothschild, ihre Organisationen, ihre Banken, ihre Agenten. Erfahren Sie mehr über die wahren Ursprünge von Nazismus, Kommunismus und Zionismus. Erkennen Sie die direkte Einflussnahme der Rothschilds auf politische Schwergewichte von der englischen Königsfamilie bis zu amerikanischen Staatspräsidenten. Finden Sie heraus, wie es möglich sein kann, dass die Geschicke der Welt von einer einzigen Familie zentral gesteuert werden. Dieses Werk wird Ihnen die Augen nicht nur öffnen, sondern weit aufreißen. Auf 320 Seiten werden hunderte von Zusammenhängen erschlossen, die Ihnen die Mainstream-Medien mit aller Macht verschweigen wollen. Die wahren Feinde der Menschheit zu indentifizieren, die Kriege, Versklavung, Unterdrückung und Verarmung erst möglich machen, ist das Ziel dieses Buches. Lernen Sie die allmächtigen Rothschilds kennen!“

Hier wird ein Buch nicht beschrieben. Hier wird eine antisemitische Schmiererei in den Himmel gelobt und geradezu mystisch verklärt.

Die Werbung auf Amazon bedient sich sogar einer antisemitischen Bildsprache. Nazismus und Zionismus werden zusammengebracht und es wird behauptet, die Welt werde von Jerusalem aus gesteuert und zwar im Namen einer jüdischen Familie aus der „Hochfinanz“, die ihre Arme wie eine „Krake“ im „Blutdurst“ über die Welt ausbreiten soll.

Auf Amazon wird ebenfalls das Hörbuch zu dem antisemitischen Buch angeboten. Wer in die Hörprobe reinhört, “erfährt“, dass die Rothschilds „abgrundtief böse“ und „grundlegend andersartige Vertreter der menschlichen Spezies“ sind, die in „lächerlicher Extravaganz“ leben, nach einem „Trick des Teufels“ agieren, Diplomaten und Huren kaufen, das Postwesen kontrollieren, einen eigenen Geheimdienst haben und an „satanischen Ritualen“ teilnehmen. Hören Sie einfach mal in die Hörprobe rein, da erfahren Sie das alles und sogar noch viel mehr, nämlich dass die Rothschilds ihre Briefe auf „Judendeutsch“ verfassen sollen.

Amazon darf selbstverständlich jedes Buch feilbieten. Es gehört zur Aufklärung, Bücher nicht zu verbieten. Es ist aber Amazons Verantwortung, wie ein Buch ankündigt wird. Ein Nazi würde das Buch über die Rothschilds nicht anderes beschreiben.

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Hochzeitstag

Am 4. Juli 2000 haben meine Frau und ich uns das erste Mal geküsst. Am 4. Januar 2008 haben wir geheiratet. Morgen ist also mein Hochzeitstag! Ein hervorragender Grund, hier Tapfer im Nirgendwo ein paar Fotos meiner Frau zu veröffentlichen, die mir besonders gut gefallen:

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Alle Jahre wieder

Es ist der 31. Dezember 2013. Noch ein paar Stunden bis Mitternacht. Jedes Jahr frage ich mich wieder: Wer ist eigentlich auf diese Tradition gekommen?

Hey, Wolfgang, ich hab da eine super Idee für Silvester. Wir treffen uns bei mir zu Hause, kübeln uns die Rübe weg und wenn wir um Mitternacht dann alle so richtig schön hackeduddeldicht sind, dann schnappen wir uns hochexplosives Zeug und jagen es hoch. Vielleicht haben wir ja Glück und die Nachbarn machen auch mit. Das wird bestimmt lustig!

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Liebe Femen,

ich habe mir mal diese Szene angeschaut:

In der Sendung von Markus Lanz sprangen zwei halbnackte Frauen auf die Bühne, die ihre Brüste als Fußbälle angemalt hatten und brüllten „Boykott FIFA-Mafia“. Dahinter gingen zwei angezogene Männer mit Schildern in den Händen an der Bühne vorbei. Nachdem die halbnackten Frauen ihre Titten eine Zeit lang im ZDF zeigen durften, wurden sie abtransportiert. Markus Lanz holte währenddessen einen der beiden Männer zu sich, um ihn reden zu lassen. Bei Femen sind Frauen also die, die sich ausziehen und Männer die, die argumentieren.

Was genau ist daran feministisch?

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Dreck fressen

“Ungerechtigkeit gedeiht nämlich gerade dort, wo Wettbewerb eingeschränkt wird, durch Protektionismus, Korruption oder staatlich verfügte Rücksichtnahme auf Einzelinteressen.”
(Joachim Gauck)

Stellen Sie sich einen Platz vor, an dem es fünf verschiedene Restaurants gibt. Jedes Restaurant hat seinen eigenen Stil. An dem Platz herrscht kulinarische Vielfalt. Was könnte diesem Paradies gefährlich werden? Staatliche Subventionen!

Irgendwann entdeckt die Politik ihr Herz für die kulinarischen Künste und beginnt damit, eines der fünf Restaurants zu fördern. Vier Restaurants sehen sich auf einmal einem verzerrten Wettbewerb ausgesetzt, da das fünfte Restaurants plötzlich ein Konkurrent ist, bei dem die Kasse bereits klingelt, bevor dort überhaupt etwas bestellt wurde. Das subventionierte Restaurant kann jetzt ohne Probleme an den Preisen drehen, seine Gerichte günstiger anbieten und dazu noch in bessere Produkte investieren. Die anderen Restaurants müssen weiterhin ausschließlich mit ihrem erwirtschaften Geld auskommen. Besserer Produkte können sie nicht einkaufen, aber dem Preisdruck müssen sie dennoch folgen, besonders jetzt, da das subventionierte Restaurant in der Qualität etwas besser geworden ist. Eingespart wird das geringere Einkommen durch Lohnkürzungen bei den Köchen.

Die besten Köche kündigen daraufhin und gehen zu dem subventionierten Restaurant, da dort nicht gespart werden muss. Ersetzt werden sie durch weniger talentierte Köche. Zudem müssen auch die Waren etwas billiger eingekauft werden, um weiterhin konkurrieren zu können. Die Qualität leidet. Weniger Gäste kommen. Ein Restaurant wird zu selten besucht und muss schließen. Da sind es nur noch vier Restaurants.

„Kein Problem“, sagt die Politik, „wir können ja noch ein weiteres Restaurant subventionieren.“

Alle Restaurants stellen einen Antrag auf Unterstützung und auf einmal gibt es zwei subventionierte Restaurants am Platz. Dann kommt der Sommer. Alle Restaurants stellen ihre Stühle raus. Da denkt sich die Politik: „Momentchen mal, die Konzessionen für die Außengastronomie haben wir auch schon lange nicht mehr geprüft und zwei Restaurants am Platz haben schließlich deutlich mehr Geld als früher, da sollten wir doch schleunigst mal wieder einen Besuch abstatten.“

Das Ordnungsamt und die Bauaufsichtsbehörde schicken ihre Leute los. Sie reden was von Sicherheit, sagen, sie dächten nur an die Kunden und vor allem, lieber jetzt etwas pingeliger als später das Nachsehen. Ein Restaurant kann sich die neuen und teueren Anforderungen nicht leisten und muss schließen. Da sind es nur noch drei Restaurants.

„Tja,“ sagt die Politik, „wir würden ja gerne helfen, aber wir haben das Geld im Moment leider nicht.“

In der Kommune läuft es finanziell irgendwann alles andere als gut. Den subventionierten Restaurants müssen die Gelder gekürzt werden. Daraufhin demonstrieren die zwei subventionierten Restaurants. Einige Köche und Kellner legen sich vor das Rathaus uns rufen: „Die Küche stirbt!“ Die Presse berichtet: „Ab heute bleibt die Küche sozial kalt!“

Die Bevölkerung ist außer sich. Es hilft nichts. Die Subventionen werden gekürzt. Jetzt müssen auch die subventionierten Restaurants einsparen, trauen sich aber nicht, mit den Preisen hoch zu gehen. Stattdessen sparen sie bei den Köchen und bei den Waren. Die Löhne fallen. Die Qualität leidet.

Ein Restaurant hat sich mittlerweile so an die Subventionsgelder gewöhnt, dass es verlernt hat, unabhängig zu wirtschaften und plant sich in den Ruin. Da sind es nur noch zwei Restaurants.

Nur noch zwei Restaurants sind vor Ort, eines wird subventioniert, das andere Lokal nicht. An den Stellen, wo einst die anderen Gasthäuser waren, haben mittlerweile Fressbuden geöffnet. Einige sind zwar nicht sehr viel schlechter als das Restaurant, das nicht subventioniert wird, aber dafür deutlich billiger. Diesem Druck ist das Restaurant nicht lange gewachsen und muss schließen. Da gibt es nur noch ein Restaurant.

An dem Platz, an dem einst fünf gute Restaurants zu besuchen waren, steht jetzt nur noch ein Restaurant zwischen Imbissbuden. Irgendwann kommt eine Frau an den Platz und stellt die Frage, ob es eigentlich gerecht ist, dass dieses eine Restaurant subventioniert wird.

„Aber liebe Frau,“ sagt der Pressesprecher der Stadt, „wie können Sie nur so eine Frage stellen? Sie sehen doch, was hier los ist. Wenn wir jetzt aufhören würden, das Restaurant zu subventionieren, dann gäbe es hier nur noch Imbissstuben und Frittenbuden. Wir garantieren hier die Qualität! Ohne Subventionen müsste das einzige Restaurant am Platz schließen! Dann gäbe es dort nur noch Dreck zu fressen. Es ist unsere politische Pflicht, das Gute zu unterstützen.“

Die Frau geht nach Hause und bestellt sich eine Pizza. Am nächsten Tag erhöht die Kommune die Steuern.

***

Über drei Jahre leitete ich in Köln ein kleines Theater, vollkommen ohne Subventionen. Ich musste mit den Eintrittspreisen der überwiegend subventionierten Theater konkurrieren und dennoch Wege finden, meine Künstlerinnen und Künstler zu bezahlen. Ich nahm nur Geld von Menschen, die auch wirklich in mein Theater kamen

Subventionierte Theater bekommen ihr Geld von jenen Menschen, die nicht ins Theater gehen, denen das Geld über Steuern abgenommen wurde. Diese Theater interessieren sich nicht für das Publikum. Sie haben ihr Geld schon, ganz gleich ob Gäste kommen oder nicht. Bevor sich der Vorhang zum ersten Mal öffnet, ist bereits alles bezahlt. Dahinter kann also problemlos Scheiße sein – und ist es meistens auch.

Im Severins-Bürg-Theater wurde klassisches und modernes Theater gegeben, zum Beispiel Shakespeares Tragödie „König Lear“.

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Es wurde aber auch Verdis Oper „La Traviata“ in einer atemberaubenden Inszenierung von Burkhard Schmiester präsentiert.

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Über „La Traviata“ schrieb Henryk M. Broder:

„Ich war im Severins-Burg-Theater und hab dort eine Aufführung von La Traviata gesehen – mit vier Schauspielern! Das ist so, als würde man Ben Hur mit ein paar Schaukelpferden inszenieren. Aber es war grandios! Witzig, trashig und musikalisch professionell, obwohl das “Orchester” nur aus einer Klavierspielerin bestand.“

Es war nicht immer leicht, innerhalb der ungerechten Konkurrenzsituation zu bestehen, ich musste eine Menge Dreck fressen, aber es glückte. Am 15. März 2010 berichtete Deutschlandradio Kultur:

„Gerd Buurmann ist Schauspieler, Autor, Regisseur, Entertainer, Sänger und bei Bedarf auch Barmann. Alles im Severins-Burg-Theater in Köln, in dem er mit 33 Jahren künstlerischer Leiter ist. In den letzten zwei Jahren hat er die kleine Bühne in einen angesagten Kulturort verwandelt.“

In der Zeit als freier Theaterleiter habe ich eine ausgeprägte Skepsis gegenüber der Behauptung entwickelt, Subventionen würden die Kultur unterstützen. Ich habe genau die gegenteilige Erfahrung gemacht.

In Konkurrenz mit subventionierten Theatern kommt es bei den freien Theatern zu einem enormen Preisdruck, an dessen Ende unterbezahlte Schauspielerinnen und Schauspieler stehen. Ich zum Beispiel war ein Theaterleiter mit zwei Nebenjobs.

Subventionen sind nicht die Lösung, sondern Teil des Problems.

Ein Autor, der nicht selten in subventionierten Theatern gespielt wird, ist Bertolt Brecht. Von ihm stammt dieser Kinderreim:

„Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“

Was denken subventionierte Theatermacher, wenn sie diesen Kinderreim lesen? Ist ihnen klar, dass das Geld, das sie als Subventionen bekommen, ein anderes Theater eben nicht bekommen kann, und dass ihre Eintrittsgelder nur deshalb so gering sein können, weil ihre Theater mit Steuergeldern aufgestockt werden und daher Theater ohne Subventionen mit diesen Kampfeintrittspreisen konkurrieren müssen und das Geld bei ihren Künstlern einsparen müssen? Es gibt nicht wenige Schauspieler die frei nach Bert Brecht zu manch einer Theaterleiterin sagen können: „Wärst Du nicht subventioniert, wär ich nicht so schlecht bezahlt!“

***

Nachtrag: Ein zitierwürdiger Kommentar von Facebook:

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Verena Obst – Ein Nachruf

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Verena Obst
* 15.8.1947 in Kettwig
+ 20.11.2013 in Dakar

„Das schönste Denkmal, das ein Mensch sich wünschen kann, steht im Herzen seiner Mitmenschen.“

Mit diesen Worten von Albert Schweitzer nahmen Freunde und Familie Abschied von Verena Obst.

Von ihrem Tod erfuhr ich erst am 16. Dezember, als ein Brief einer sehr guten Freundin das ARTheater erreichte, das sie zusammen mit Verena fast jeden Montag besucht hatte, um dort die Kunst gegen Bares zu sehen. Verena saß stets in der ersten Reihe. Sie war voller Wärme und Liebe gegenüber allen Künstlerinnen und Künstlern. Ich werde nie die Art ihres Applauses vergessen. Sie saß am Rande des Stuhles, immer leicht zur Bühne gebeugt, mit glänzenden Augen. Ihr Applaus war eine einzigartige Mischung aus Verbeugung und Umarmung. Sie wird mir fehlen!

Dabei konnte Verena auch fordernd sein. Manch ein Stand Up Comedian reifte durch sie und ihren Anspruch. Ich weiß noch, wie lange Chris Tall brauchte, um sie für sich zu gewinnen. Eines Tages sagte er sogar: „Wenn sie heute wieder in der ersten Reihe sitzt, trete ich nicht auf!“ Er trat natürlich doch auf. Es sollte der Abend werden, an dem er Verena gewann. Es erfüllte ihn mit Stolz.

Verena war eine feste Größe im Publikum. Manchmal betrat sie sogar die Bühne. Auf dem Bild oben liest sie gerade mit Gudrun Höpker und mir die erste Szene aus Shakespeares „Macbeth“. Es ist schade, dass Verena so früh von uns gegangen ist, aber es ist schön, dass sie da war!

Verena, Du wirst immer in der ersten Reihe der Kunst gegen Bares sitzen.

Dank Dir!

20131217-191815.jpg (Fotos: Tom Wolff)

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Wodurch verwandelte sich der Frosch in einen Prinzen?

In den von den Brüdern Grimm gesammelten deutschen Märchen gibt es einige Frauenfiguren, die sich nicht als weibliche Vorbilder eignen. Dornröschen muss sich von dem Tag an, da sie blutet, still verhalten, bis ein Mann sie wach küsst. Schneewittchen ist auf ihr Aussehen reduziert und muss für kleine Männer schuften, bevor sie von einem deutlich größeren Mann in die Ehe geküsst wird.

Wie anders ist da die Prinzessin, deren goldene Kugel beim Spielen in einen Brunnen fiel. Ein Frosch bot sich darauf an, die Kugel wiederzuholen, wenn sie ihm dafür nur verspräche, seine Spielkameradin zu werden und Tisch und Bett mit ihm zu teilen. Die Prinzessin willigte ein. Als sie jedoch die Kugel zurück hatte, lief sie davon. Der Frosch folgte ihr und traf auf ihren Vater und König. Der Vater hörte den Frosch an und forderte schließlich von seiner Tochter die Einhaltung ihres Versprechens.

Das ist spannend. Nehmen wir an, der Vater wohnte, obwohl er König ist, in Deutschland, also einem Land, in dem Prostitution legal ist; nehmen wir weiter an, seine Tochter wäre volljährig und ein Frosch geschäftsfähig, ich weiß, wir nehmen da etwas viel an, aber müsste die Prinzessin dann mit dem Frosch ins Bett gehen? Sie hat schließlich in einen mündlichen Vertrag eingewilligt. Wenn sie sich weigert, mit dem Frosch zu schlafen, muss sie dann eine Entschädigung entrichten und wenn ja, in welcher Form? Darf der Vater sie zur Vertragserfüllung drängen oder ist er dann ein Zuhälter?

Die Brüder Grimm sind da sehr eindeutig: Sie muss es nicht!

Als der Frosch einfordert, dass die Prinzessin mit ihm ins Bett geht, wirft sie das Tier an die Wand. Im gleichen Augenblick verwandelte sich der Frosch in einen Prinzen. Man kann es gar nicht oft genug betonen, weil heute immer noch viele glauben, der Frosch sei geküsst worden.

Die Prinzessin hat den Frosch nicht geküsst! Sie hat den Frosch an die Wand geworfen!

Eine Frau muss nie und nimmer und unter keinen Umständen mit jemandem ins Bett, wenn sie nicht will. Ein Widerling ändert sich nicht, wenn man ihn küsst. Ein Widerling gehört an die Wand geklatscht! Nur wer Widerlingen nicht entgegenkommt, sondern sie konsequent an die Wand klatscht, wird vielleicht einen Prinzen finden. Wer sich mit einem Frosch einlässt, wird irgendwann selbst zum Frosch.

Viele Menschen, die gefragt werden, wie sich der Frosch im Märchen zum Prinzen verwandelt, glauben, dass es ein Kuss war. Da liegt das Problem. Zu viele Frauen glauben, einen aufdringlichen Frosch küssen zu müssen, statt ihn an die Wand zu klatschen. Darum gibt es heute vermutlich immer noch mehr aufdringliche Frösche als echte Männer.

Das Märchen lehrt uns, dass Gewalt manchmal die Lösung sein kann. Wer einen Menschen zur Intimität zwingen will, gehört an die Wand geklatscht!

Das Märchen ist übrigens das älteste Märchen der Brüder Grimm und taucht daher in fast allen Märchenbüchern als erstes auf. Allerdings ist der Name des Märchens nicht „Der Froschkönig“, sondern: „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich“.

Nachdem der Frosch wieder zum Prinzen geworden ist, wird er von seinem Diener Heinrich mit einer Kutsche abgeholt. Während der Fahrt springen dem treuen Diener aus Freude über die Erlösung seines Herrn mit lautem Krachen drei eisernen Bande entzwei, die er, der „eiserne Heinrich“, sich um sein Herz hatte legen lassen, nachdem sein Herr in einen Frosch verwandelt worden war.

»Heinrich, der Wagen bricht.« »Nein, Herr, der Wagen nicht, es ist ein Band von meinem Herzen, das da lag in großen Schmerzen, als Ihr in dem Brunnen saßt, als Ihr eine Fretsche wast«

Heinrich liebte den Prinzen so sehr! Tja, die besten Männer sind nun mal schwul. Liebe Frauen, dass ist nun leider Euer Problem.

20131216-182307.jpg (Foto: Tom Wolff)

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Ein Spaziergang mit der Frau

Da gehe ich nachts mit meiner Frau spazieren, gebe ihr mein IPhone, um mich nicht abzulenken und am nächsten Tag sehe ich auf meinem IPhone, dass sie schöne Bilder damit gemacht hat. Ab heute bekommt Viktoria Burkert immer mein IPhone, wenn ich mit ihr spazieren gehe.

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