Was ich lustig finde

1. Deutsche, die in fremdsprachige Länder reisen und dort wie selbstverständlich deutsch reden, Schnitzel und Bier von einer deutschsprachigen Speisekarte bestellen, in einer Disco sturzbesoffen zu Jürgen Drews tanzen, aber es vollkommen inakzeptable finden, wenn in Deutschland nicht deutsch gesprochen wird.

2. Die Deutsche Bahn, wenn Sie in Anbetracht von mehreren vor Hitze kollabierten Menschen in einem ICE-Wagen mit defekter Klimaanlage darauf verweist, dass doch alle anderen ICEs funktionieren.

3. Die Suchmaschine Google, die wenn ich „Zentralrat der Juden“ als Suchbegriff eingebe, mir sofort eine Anzeige präsentiert mit den Worten: „Sind Sie Jude? Genetische Herkunftsanalyse zeigt, ob Sie jüdische Wurzeln haben.“

4. Bernd Ulrich von der ZEIT, der sich zwar total viele Sorgen macht wegen der Thesen von Thilo Sarrazin, weil er damit am rechten Rand fische, aber ganz sorglos Thilo Sarrazin bei Maybrit Illner einen Brunnenvergifter nennt und so eines der schlimmsten antisemitischen Stereotypen benutzt. Besonders komisch ist die Sache, weil Bernd Ulrich nur deshalb seinen Posten bei der ZEIT behalten kann, weil Thilos Sarrazin kein Jude ist. Sind es seine Gene?

5. Zeitungen, die wenn eine Ausgabe des Abonnements nicht geliefert wurde, mit dem großzügigen Angebot kommen, man müsse nicht für die nicht erbrachte Leistung zahlen. Na, Danke vielmals.

6. Guido Westerwelle, der Ewigkeiten brauchte, sich von Jürgen W. Möllemann zu distanzieren und gerne auch mit der gemäßigten Hamas sprechen möchte, aber Thilo Sarrazin kritisieren konnte, bevor sein Buch überhaupt auf dem öffentlichen Markt war.

7. Nochmal Guido Westerwelle, der im Kommentar zu vier von der Hamas ermordeten Israelis, beide Seiten zur Besonnenheit aufruft.

8. Ulrich Deppendorf, wenn er auf die Frage der Sendung ARD Buffet, was denn ein Höhepunkt in seiner Zeit als Journalist gewesen sei, unter anderem antwortet: „Als die beiden Türme in New York eingestürzt sind“; ganz so als seien die Gebäude einfach so eingestürzt, ganz ohne Fremdeinwirkung. Komischer ist nur die immer wieder aufkommende Floskel „im KZ gestorben“ statt „im KZ ermordet“.

9. Das Argument, ein Verbot der Burka ginge gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Was ist mit dem Selbstbestimmungsrecht des Mannes? Oder gilt das Verbot nur für Frauen?

10. Deutsche, die die USA für ein Land halten, in dem die christlichen Kirchen zu viel Macht haben, aber selbst in einem Land leben, das im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten Religionsunterricht an staatlichen Schulen und vom Staat verordnete kirchliche Feiertrage hat, Steuern für die Kirche eintreibt, staatlich subventionierte Krankenhäusern, Kindergärten und Altenheimen unter kirchlicher Hand das Recht einräumt, Angestellte zu entlassen, wenn sie sich scheiden lassen oder in „Sünde“ leben und mir als Theaterleiter in NRW das Theaterspielen an Karfreitag unter Androhung einer empfindlichen Geldstrafe verbietet.

***

Nachtrag: Für all die Leserinnen und Leser, die sich besonders über Punkt 1 aufregen, wie man in der Kommentarspalte unten nachlesen kann, sei dieser Artikel empfohlen: „Deutschland erlache!“ Es würde mich freuen, wenn hier alle ihre Kommentare so verfassen könnten, dass es Freude und Spaß macht, sie zu lesen. Dann ist uns allen geholfen.

Ich lade auch alle Gäste ein, selbst ein paar Sachen in die Kommentarspalte zu schreiben, die sie lustig finden. Germanpsycho zum Beispiel findet in seinem Kommtar vom 3. September 2010 um 5:34 pm Blogger lustig, die den Unterschied zwischen Urlaub und Immigration nicht kennen.

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Israel, Respekt!

Zwei Tage vor Beginn direkter Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern sind bei einem Anschlag im Westjordanland vier israelische Staatsbürger von der Hamas getötet worden. Ein Sprecher der Hamas sagte der Nachrichtenagentur AP, seine Organisation habe den Anschlag ausgeführt, um die Aufnahme von Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern zu verhindern.

Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad hat den Anschlag zwar unverzüglich verurteilt, aber dies kann nicht darüber hinwegtrösten, dass die Aufnahme von Friedensverhandlungen israelische Bürger zunächst einmal in Gefahr bringt.

Im Krieg und im Konflikt leben sowohl Israelis als auch Palästinenser in Lebensgefahr. In Zeiten der Friedensverhandlung jedoch erhöht sich die Lebensgefahr für Israelis. Für Palästinenser bedeutet somit allein die Aufnahme von Friedensverhandlungen mehr Sicherheit, während es für Israel mehr Gefahr bedeutet.

Dennoch hält Israel an der Absicht fest, mit den Palästinensern in Friedensverhandlungen zu treten, so sehr glaubt Israel an die Macht der Verständigung. So sehr sehnt sich das israelische Volk nach Frieden, dass es bereit ist, menschliche Opfer für den Frieden in Kauf zu nehmen. Die israelischen Behörden hatten schon im Vorfeld befürchtet, dass militante Palästinenser versuchen könnten, mit Angriffen auf Israelis die neuen Gespräche zu sabotieren.

Wenn schon die bloße Absicht des Eintritts in eine Verhandlung, die die Möglichkeit des Erreichens eines Friedens lediglich in Aussicht stellt, das israelische Volk in Gefahr bringt, dann kann ich nur schaudernd erahnen, was Israel noch alles während den Friedensverhandlungen ertragen werden muss. Israel allerdings scheint bereit zu sein, die Last zu tragen. Mir fehlen die Worte in Anbetracht solch menschlicher Größe.

In der christlichen Welt werden Menschen, die sich so benehmen zu Heiligen erklärt. Im Judentum spricht man von קדוש. In der Heiligkeit zeigt sich die Verbindung zu G’tt. In diesem Sinne: In tiefem Respekt verneige ich mich vor Israel.

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Eine Marlene Dietrich des Islams

Hätte der Deutsche Bundestag im Jahr 2001 alle Juden aus Algerien, Ägypten, Irak, Libanon, Libyen, Syrien, Jemen, Saudi-Arabien und Jordanien zu einem Konzert nach Deutschland eingeladen, wieviele Plätze hätte Deutschland reservieren müssen? Nicht viele. Das Konzert hätte unter der Reichstagskuppel stattfinden können, denn dort gab es genug Plätze für alle Juden aus der Region. Es waren gerade mal rund 600 Juden.

Hätte der Deutsche Bundestag auch noch die Juden aus Marokko und Tunesien eingeladen, so hätte die Weser-Ems-Halle mir ihren 8000 Plätzen genug Platz geboten.

Zur Staatsgründung der Bundesrepublik Deutschland wäre es dem Bundestag noch unmöglich gewesen, alle Juden aus den oben genannten Ländern einzuladen, denn zu der Zeit lebten noch 850.000 Juden in der Region. In den letzten Jahrzehnten ist der Bevölkerungsanteil durch brutale Vertreibung um über 840.000 Menschen geschrumpft. Hier ein paar Zahlen.

1948 lebten in Marokko 265.000 Juden. Im Jahr 2001 waren es 5.700. 1948 lebten in Tunesien 105.000 Juden. Im Jahr 2001 waren es 1.500. 1948 lebten in Jemen 55.000 Juden. Im Jahr 2001 waren es zweihundert. 1948 lebten in Algerien 140.000 Juden. Im Jahr 2001 waren es null.

Die Länder Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen erklären heute stolz, dass überhaupt keine Juden mehr in ihrem Land leben. Auch die Hamas und die Fatah betonen immer wieder ihre Absicht, keinen Juden in einem möglichen Palästina zu akzeptieren. Vor der Staatsgründung der Bundesrepublik Deutschland gab es diese Absicht auch in Nazi-Deutschland. Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen haben den Traum Hitlers verwirklicht und die Hamas arbeitet daran.

Kann mir daher bitte mal jemand erklären, warum ausgerechnet Israel das am meisten kritisierte Land in Deutschland ist? Ist es die Absicht Israels, alle Palästinenser, Christen und Moslems vom Staatsterritorium zu vertreiben? Nein! Ist Israel eine Demokratie unter den Werten der Freiheit, Mitbestimmung und Gleichberechtigung? Ja! In Israel tanzen Schwule und Lesben offen und frei auf der Straße. In Jemen, Iran, Saudi-Arabien, Mauretanien und Sudan mit dem Tode bestraft werden.

Alle Länder, die „judenfrei“ sind, alle Länder, in denen Homosexuelle mit dem Tode bestraft werden, sind islamische Republiken oder Diktaturen. Der Islam als Ideologie ist somit offensichtlich Teil des Problems.

Nicht jeder Moslem kann mit dem islamischen Fundamentalismus ist einen Topf geworfen werden. Es ist schließlich auch nicht jeder Jude für die Politik Israels und jeder Katholik für die Beschlüsse des Vatikans verantwortlich. Der Vatikan formt jedoch das Bild des Katholizismus und Israel repräsentiert das Judentum. Deshalb kann einem Katholiken der Papst und einem Juden Israel nicht egal sein. Einem Moslem können die islamischen Republiken ebenfalls nicht egal sein. Es ist schließlich seine Religion, die dort genutzt wird.

Als sich Deutschland einst anschickte, „judenfrei“ zu werden, als es sich aufmachte, Homosexuelle zu verfolgen, da erklärten unter anderem Albert Einstein, Thomas Mann, Sophie Scholl und Marlene Dietrich, dass sie mit diesem Deutschland nichts mehr zu tun haben wollten.

Thomas Mann verließ das Land und Marlene Dietrich unterstütze die USA im Krieg gegen Deutschland. Sophie Scholl rechtfertigte in ihren Flugblättern indirekt das Recht Englands, Bomben auf Deutschland zu werfen und Albert Einstein drängte (etwas zu leichtfertig, wie er später in seinen Memoiren zugab) den amerikanischen Präsidenten sogar zur Entwicklung der Atombombe, um etwas gegen Deutschland in der Hand zu haben.

Sie alle waren Deutsche und dennoch haben sie sich in Zeiten des brutalen deutschen Auswuchses gegen ihre Heimat gestellt.

Kein Moslem, der seine Religion des Friedens liebt, kann zu den Verbrechen, die im Namen seiner Religion verübt werden, schweigen.

Es wird Zeit, dass die Scholls und Manns des Islams ihre Stimmen erheben, sonst werden irgendwann die Einsteins und die Dietrichs des Islams kommen müssen.

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Ärzte in Grenzen

Tankred Stöbe, der Präsident des deutschen Zweigs der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ hat in einem epd-Gespräch über das Engagement seines Hilfswerk in den Überschwemmungsgebieten im islamischen Pakistan gesagt, es sei selbstverständlich, dass seine Kolleginnen in Pakistan Kopftücher trügen, um auch von der Bevölkerung akzeptiert zu werden. Zudem würden Frauen in Pakistan nur von Ärztinnen behandelt. Der Respekt vor der Kultur gehe sogar soweit, dass eine Frau gar nicht behandelt werde, so dies der Ehemann wünscht.

Was?

Ich bin ja bereit, einiges an kulturellen Eigenarten zu tolerieren und zu akzeptieren, aber es gibt Grenzen!

Eine Frau kann verlangen, von einer Frau mit Koptuch behandelt zu werden – Ja!
Eine Frau kann verlangen, nicht von Männern behandelt zu werden – Ja!
Eine Frau kann und darf sogar ihre eigene Behandlung ablehnen – Ja!

Aber: Die Entscheidung fällt die Frau!

Der Name „Ärzte ohne Grenzen“ ist nichts weiter als ein Witz. Diese Ärzte haben Grenzen. Die Grenze ist der radikale Islam! Vor ihr machen die Ärzte halt und lassen Frauen verrecken, wenn es die Männer so wollen.

Als Argument wird gerne angeführt, eine Frau, die sich gegen den Willen ihres Mannes behandeln lässt, würde dadurch den tödlichen Zorn ihres Mannes erwecken. Mag sein, aber genau diese Entscheidung, ob sie die Konsequenzen tragen möchte, muss die Frau selbst fällen. Niemand darf ihr diese Entscheidung abnehmen, nicht ihr Mann, nicht die Ärzte, kein Kulturversteher, kein Kulturkritiker, niemand!

Es ist und bleibt die Entscheidung der Frau, ob sie sicherheitshalber schon tot sein möchte, bevor ihr Mann sie umbringt oder ob sie es darauf ankommen lässt und sich dem Zorn ihres Mannes ausliefert in der Hoffnung, ihn zu überleben.

Aber vielleicht freut sich der Mann auch darüber, dass seine Frau überlebt hat und schickt vor lauter Freude den Glauben zur Hölle, der beinahe seiner geliebten Frau das Leben gekostet hätte.

Wie sagte schon Hedwig Dohm vor über hundert Jahren:

„Die Menschenrechte haben kein Geschlecht!“

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Kein Jude ohne Krummnase

Der M.C. des Judenhasses ist zurück: Der Betreiber der Anti-Israel-Wand vor dem Kölner Dom hat seine Installation aufgebaut – diesmal sogar mit staatsanwaltschaftlicher Erlaubnis.

Am 21. Januar 2010 hatte ich Strafanzeige gestellt gegen den Betreiber wegen des Verdachts auf Volksverhetzung, da er an seiner Anti-Israel-Wand nicht nur einseitig und verleumderisch Israel „kritisiert“, sondern zur Verdeutlichung seiner Überzeugung eine antisemitische Karikatur ausgestellt hatte, auf der ein Jude zu sehen war, der ein Kind isst und sein Blut trinkt.

Meine Strafanzeige wurde von den Kölner Fraktionen der Grünen, der CDU und der FPD, sowie von Teilen der Linken und der SPD unterstützt. Die Menschenrechtsorganisation Simon-Wiesenthal-Center gab ihre Unterstützung bekannt und sogar ein Gesandter Israels meldete sich kritisch und vor allem öffentlich zu Wort und nannte die Klagemauer „Den Hass im Herzen der Stadt“.

Bei soviel eindeutiger Unterstützung war ich mir sicher, dass die Kölner Staatsanwaltschaft meiner Anzeige folgen und einen Prozess wegen Volksverhetzung machen würde, schließlich wurde der § 130 StGB genau für einen solchen Fall in Kraft gesetzt. Vor 50 Jahren wurde der § 130 StGB als unmittelbare Reaktion auf eine Serie von antisemitischen Straftaten novelliert. Im Oktober 1994 kam die Holocaustleugnung als expliziter Straftatbestand hinzu; zuvor war sie rechtlich nur als Beleidigung zu greifen. Vor fünf Jahren fanden schließlich auch die Billigung, Leugnung und Verharmlosung des Nationalsozialismus ihren Eingang in die Bestimmung. Somit ist der § 130 StGB in seiner jetzigen Form exakt wegen Deutschlands Anfälligkeit für Antisemitismus ins Leben gerufen worden.

Dir Anti-Israel-Wand erfüllte sogar exemplarisch die Kriterien, die für eine Volksverhetzung notwendig sind. Der dort mehrfach artikulierte Vergleich „Wie früher die Deutschen mit den Juden – so heute die Israelis mit den Palästinensern“ ist eine klare und unverhohlene Verharmlosung des Holocausts, die er mit seiner Anti-Israel-Wand fast täglich unüberhörbar über die Domplatte plärrt. Die Karikatur ist ebenfalls ganz klar antisemitisch.

Die Kölner Staatsanwaltschaft jedoch sah das anders. Für sie war die Karikatur nicht antisemitisch sondern lediglich „Israel-kritisch“. Die dargestellte Person auf der Karikatur sei nämlich kein Jude, sondern ein Israeli:

„Typisch für antijüdische Bilddarstellungen zu allen Zeiten ist die Verwendung von bestimmten anatomischen Stereotypen, die den Juden schlechthin charakterisieren sollen. Dabei werden insbesondere Gesichtsmerkmale überzeichnet, um den Juden als hässlich, unansehnlich und rassisch minderwertig erscheinen zu lassen (jüdische „Krummnase“, etc.) Einer solchen Bildsprache wird sich vorliegend nicht bedient.“

Mit anderen Worten: Keine Krummnase – Kein Jude – Kein Antisemitismus!

Der israelische Gesandte Emmanuel Nahshon erklärt im Kölner Stadtanzeiger:

„Eines Tages, hoffentlich bald, wird es Frieden geben zwischen Israelis und Palästinensern. Wir werden gemeinsam mit Gewalt und Konflikt fertig werden. Doch zuvor haben Tausende Kinder und Jugendlichen die Abscheulichkeit dieser „Klagemauer“ gesehen. Sie wurden vergiftet von diesem Samen des Hasses, der einen Juden als Monster zeigt und dazu geeignet ist, Intoleranz und Hass wachsen zu lassen. Haben wir nicht endlich genug gesehen? 800 Jahre und einige Schritte liegen zwischen dem Hass von gestern und dem Hass von heute.“

***

Die vollständige Begründung der Kölner Staatsanwaltschaft (Aktenzeichen 121 Js 105/11):

„Das in Rede stehende Plakat erfüllt die Voraussetzung einer Volksverhetzung nicht.

Es ermangelt der Abbildung einer tauglichen Erklärung, die geeignet wäre, den Anforderungen an die tatbestandlichen Voraussetzungen zu genügen. Dem in die Plakataktion eigebetteten Bild müsste ein Erklärungsgehalt beizumessen sein, der eindeutig und unmissverständlich und damit zweifelsfrei einen solchen strafrechtlich relevanten Inhalt vermittelt.

Dabei kommt es nicht darauf an, wie ein einzelner Betrachter die mit dem Bild vermittelte Äußerung versteht, sondern wie ein objektiver, unvoreingenommener und verständiger Dritter, bzw. das verständige Durchschnittspublikum den Erklärungsgehalt unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles und der Verkehrsanschauung auffassen würde. Dabei genießen Meinungen den Schutz der Meinungsfreiheit, ohne dass es dabei auf deren Begründetheit, Werthaltigkeit oder Richtigkeit ankäme. Sie verlieren ihren Schutz auch dann nicht, wenn sie scharf und überzogen geäußert werden. In öffentlichen Angelegenheiten gilt die Vermutung zugunsten der freien Rede (BVerfG 7, 198, 208, ständige Rspr).

Einer Erklärung darf eine Bedeutung nicht beigemessen werden, die sie schon objektiv nicht hat. Ferner bleibt entscheidend zu berücksichtigen, dass im Falle einer Mehrdeutigkeit des Erklärungsgehalts solange nicht von einer allein strafrelevanten Deutung auszugehen ist, bis andere Deutungsmöglichkeiten auszuschließen sind. (BVerfG 93, 266, 293 ff.)

Es ist ein wesentliches konstituierendes Merkmal einer offenen demokratischen Gesellschaft, die vom konkurrierenden Meinungskampf in politischen Fragen geprägt ist, dass scharfe gegensätzliche Meinungsäußerungen, die auch auf die Hervorrufung von Emotionen ausgerichtet sind, aufeinanderprallen; wobei der mündige Bürger dazu aufgerufen ist, sich ein eigenes Urteil über die Begründetheit und die Qualität der jeweiligen Meinungskundgaben zu bilden. Die staatlichen Strafverfolgungorgane haben bei der Beurteilung einer möglichen strafrechtlichen Relevanz größte Zurückhaltung zu üben.

Vor dem Hintergrund der zuvor dargelegten Anforderungen der Rechtsprechung ist aus der Sicht des verständigen Durchschnittsbürgers dem beanstandeten Plakat in der Gesamtschau der ausgestellten Bilddokumente ein eindeutiger Erklärungsinhalt dahin beizumessen, die militärische Vorgehensweise Israels als vermeintlich brutal, unmenschlich u.a. anzuprangern.

Das Plakat zielt nicht auf „die Juden“ schlechthin als Gegenstand des Protestes ab, sondern auf die israelische Militärpolitik und deren Unterstützung durch die Us-amerikanische Regierung. Abbildung und Symbolik lassen jedenfalls eine solche Deutung zweifelsfrei zu. Das Kleinkind soll die Schwäche und Wehrlosigkeit der Palästinenser im Gaza-Streifen symbolisieren, die wehrlos sind und mit „Rückendeckung“, Billigung o.ä. der US-Amerikaner von Israel auf grausame Art „zerfleischt“ werden. Dass Israel gemeint ist, ergibt sich zwingend daraus, dass der abgebildete männliche Torso in den Nationalfarben Israels und der Davidstern – gleich dem der israelischen Nationalfahne – in blau und weißem Hintergrund auf dem Latz gezeigt wird. Zudem stellt die Betitelung einen eindeutigen Zusammenhang im Kontext der übrigen Bilder (Protest gegen die Militärpolitik Israels bzw. gegen dessen militärische Vorgehensweise im Gaza-Streifen) her. Die bildliche Gestaltung der Gabel in den US-amerikanischen Nationalfarben bringt insoweit auch fraglos eine „Protegierung“ bzw. Unterstützung der israelischen Militärpolitik durch die US-amerikanische Politik zum Ausdruck. Die Ohnmacht der Palästinenser soll mit der Abbildung eines kindlichen Körpers nachhaltig symbolisiert werden.

Ausgehend von dieser sich allein aufdrängenden Deutung ist nicht „der Jude“ bzw. sind nicht „die Juden“ schlechthin Gegenstand der Abbildung. Es wird sicherlich nicht verkannt, dass gerade das spezielle Plakat mit der Darstellung der „Verspeisung eines Kleinkindes“ für den religionsgeschichtlich interessierten und gebildeten Betrachter, insbesondere aber für jüdische Mitbürger schmerzliche Erinnerungen an die antijüdischen Ritualmordlegenden aus dem Mittelalter und an hetzerische Bilddarstellungen von Juden als Zerrbild eines „Untermenschen“ aus der Zeit des Nationalsozialismus wachrufen kann.

Einer näheren Betrachtung dürften solche Assoziationen allerdings nicht standhalten.

Typisch für antijüdische Bilddarstellungen zu allen Zeiten ist die Verwendung von bestimmten anatomischen Stereotypen, die den Juden schlechthin charakterisieren sollen. Dabei werden insbesondere Gesichtsmerkmale überzeichnet, um den Juden als hässlich, unansehnlich und rassisch minderwertig erscheinen zu lassen (jüdische „Krummnase“, etc.) Einer solchen Bildsprache wird sich vorliegend nicht bedient.

Für eine strafrechtliche Beurteilung ist daher nicht von einer eindeutigen und unzweifelhaften Deutung des Plakats im Sinne einer verunglimpfenden Charakterisierung des Juden im Allgemeinen auszugehen. Jedenfalls ist eine solche Zielsetzung dem Beschuldigten in subjektiver Hinsicht auch nicht nachzuweisen.

Ausgehend von dem diesseits erkannten Erklärungsinhalt der Ausstellung greift W. H. nicht wahllos alle Juden auf der Welt und deshalb auch nicht die in Deutschland lebenden Juden als Teil der inländischen Bevölkerung an. Nur diese wird von der Strafvorschrift des § 130 StGB geschützt.

Die Bilddokumentation auf der „Klagemauer“ richtet sich gegen andere Staaten und deren Bürger, namentlich Israel und die USA. Dass Israel gemeint ist, ergibt sich neben der kontextualen Einbettung daraus, dass der abgebildete Torso in den Nationalfarben Israels und der Davidstern – gleich dem der israelischen Nationalfahne – in blau und weißem Hintergrund auf dem Latz gezeigt wird. Durch Beschimpfung fremder Staaten sind im Übrigen jedoch auch weder deren in Deutschland lebenden Staatsangehörige als Teil der hiesigen Bevölkerung angegriffen, noch Teile der deutschen Bevölkerung, die sich dem anderen Staat besonders verbunden fühlen (vgl. zum Ganzen Fischer, a.a.O., Rn4).

Da das Tatbestandsmerkmal „Teile der Bevölkerung“ entfällt, ist schon allein deshalb der Tatbestand der Volksverhetzung nicht erfüllt.

Ungeachtet dessen erscheint ein weiteres Erfordernis, nämlich die Eignung zur Störung des öffentlichen Friedens, fraglich. Gestört ist der öffentliche Friede nämlich nur dann, wenn eine allgemeine Unruhe in der Bevölkerung innerhalb der Bundesrepublik, mindestens aber unter einer beträchtlichen Personenzahl eintritt bzw. zu befürchten ist. Konkrete Anhaltspunkte für die Annahme, die Plakataktion eines notorischen, auch in anderen Belangen zum Fanatismus neigenden „Weltverbesserers“ könne das Vertrauen der Juden in die Rechtssicherheit erschüttern, sind nicht ersichtlich. Es bestehen keine Anzeichen dafür, dass das psychische Klima in der Bevölkerung gegenüber jüdischen Mitbürgern nachhaltig beeinträchtigt werden könnte oder ist. Das unzweifelhaft umstrittene, als drastisch makaber, geschmacklos und anstößig zu qualifizierende Plakat vermag es nicht, die Stimmungslage in breiten Teilen der Bevölkerung gegenüber jüdischen Bürgern zu verschlechtern. Auch in diesem Sinne wird sich der aufgeschlossene mündige Bürger ein der objektiven Bedeutung eines Einzelgängers zukommendes Urteil bilden können. Die mediale Aufmerksamkeit, die das Plakat (im Nachhinein) gefunden hat, und das eher als gering zu bewertende Anzeigenaufkommens führen zu keiner anderen Einschätzung.

Nach alldem war das Verfahren bei allem Respekt vor gegenteiligen Rechtsauffassungen und Verständnis für die ausgelöste persönliche Betroffenheit aus Rechtsgründen einzustellen.“

***

Auch eine spätere Anzeige von mir wurde von der Kölner Staatsanwaltschaft abgelehnt. Ich hatte Anzeige erstattet, weil der Betreiber der Installation über einen langen Zeitraum nahezu täglich vor dem Kölner Dom auf Plakaten Israel mit Hitler verglichen und Juden als ein „erpresserisches Volk“ bezeichnet hatte, das angeblich schon seit hunderten von Jahren die Welt erpressen soll.

Unzählige Menschen sahen dieses Parolen, schließlich ist der Platz vor dem Kölner Dom Deutschlands meist besuchter Ort. In einem Beschluss vom 12.05.2011 (Aktenzeichen 121 Js 105/11) erklärte die Kölner Staatsanwältin Odendahl jedoch:

„Ungeachtet dessen erscheint ein weiteres Erfordernis, nämlich die Eignung zur Störung des öffentlichen Friedens, fraglich. Gestört ist der öffentliche Friede nämlich nur dann, wenn eine allgemeine Unruhe in der Bevölkerung innerhalb der Bundesrepublik, mindestens aber unter einer beträchtlichen Personenzahl, eintritt bzw. zu befürchten ist.“

Deutlicher konnte es die Staatsanwältin nicht sagen. Weil es in Köln keine Unruhe gibt, wenn vor dem Kölner Dom judenfeindliche Parolen verbreitet werden, durfte der Hass weiter verbreitet werden.

Stellen wir uns nur mal vor, auf der Kölner Domplatte hätten sich nahezu täglich Menschen zu einer Demonstration versammelt, auf der Muslime ausschließlich als Terroristen und Mörder dargestellt werden. Stellen wir uns weiter vor, diese Demonstration wäre mit Karikaturen versehen gewesen, auf der Muslime zu sehen sind, die kleine Kinder essen und sich an ihrem Blut laben. Stellen wir uns weiterhin vor, in Köln wäre ein Anti-Islam-Kongress geplant gewesen. Obwohl, dass müssen wir uns gar nicht vorstellen, denn diesen Kongress gab es und wir wissen, was die Bürgerinnen und Bürger Kölns gemacht haben. Sie versammeln sich und zeigten dieser Feindlichkeit die rote Karte, alles unter dem wunderbaren Kölner Motto „Arsch huh, Zäng ussenander!“

Am 20. September 2008 gab es unter dem Motto „Köln stellt sich quer“ eine Neuauflage der Aktion „Arsch huh, Zäng ussenander!“ auf der Domplatte in Köln. Anlass war der Versuch der Wählergruppe Pro Köln, in Köln ein als „Anti-Islamisierungs-Kongress“ bezeichnetes europaweites Treffen von Rechten zu inszenieren. Zehntausende Menschen versammelten sich in der Kölner Innenstadt, um dagegen ein Zeichen zu setzen. Das Treffen von Pro Köln wurde so erfolgreich verhindert.

Jene Zehntausende, die sich 2008 versammelten, um gegen eine einseitige Verurteilung des Islams und seiner Länder zu demonstrieren, die an einem Tag in Köln geplant war, jene Zehntausende schwiegen jahrelang überlaut zu der Tatsache, dass auf der Kölner Domplatte fast täglich gegen Juden und deren Land agitiert wurde.

Arsch hoch? Zähne auseinander? Nicht für Juden!

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Grabsteinsprüche

„Hier ruhen meine Gebeine,
ich wollt‘, es wären Deine!“

Dieser Satz dürfte wohl mit zu den bekanntesten Grabsteinsprüchen gehören. Tapfer im Nirgendwo präsentiert eine Liste weiterer schöner Grabsteinsprüche:

“Rate mal, wo ich jetzt bin.”

“Ich sehe was, was Du nicht siehst!”

“Bis bald!”

“Ich hab’ mir das hier unten auch ein bißchen anders vorgestellt.”

“Veilchen sehen auch von unten scheiße aus!”

“Laaaaaaangweilig!”

“Bitte werfen Sie eine Münze ein!”

“Ich bin dann mal weg!”

„Betreten des Rasens verboten!“

“Ich wär jetzt sogar lieber in Düsseldorf.”

“Kann mich mal wer kratzen?”

“Das prangere ich an!”

“Und ich sach noch!”

“Erster!”

“Na! Jetzt glaubt ihr, dass ich krank war?”

“Hier liege ich, ich kann nicht anders!”

“Ich steh’ direkt hinter Dir!”

“Wer früher stirbt, ist länger tot.”

“Glotz’ nicht so!”

“Grab’ mich aus ich bin der Frühling!”

“Ich komm Dir gleich da hin!”

“Ich verwese hier so langsam wie möglich. Spiel mal einer die Orgel!”

“Hier könnte Ihre Werbung stehen.”

“[Strg]-[Alt]-[Entf]”

“The person You are calling is temporarily not available!”

“Leider ist dieser Grabsteinspruch in Ihrem Land nicht verfügbar.”

“Hier ruht Gerd Buurmann. 42 Personen gefällt das!”

“Lol”

“Freundschaftsanfrage abbrechen”

Oder ganz einfach:

“Buh!”

Oder aber ich gönne mir drei Gräber mit drei Grabsteinen und diesen drei Sprüchen:

“Hier liegt ein Hütchenspieler!”

“Oder hier?”

“Oder hier?”

***

Liebe Leserinnen und Leser,

die letzten Worte gehören diesmal Heinrich Heine:

Mein süßes Lieb, wenn du im Grab,
Im dunkeln Grab wirst liegen,
Dann will ich steigen zu dir hinab,
Und will mich an dich schmiegen.

Ich küsse, umschlinge und presse dich wild,
Du Stille, du Kalte, du Bleiche!
Ich jauchze, ich zittre, ich weine mild,
Ich werde selber zur Leiche.

Die Toten stehn auf, die Mitternacht ruft,
Sie tanzen im luftigen Schwarme;
Wir beide bleiben in der Gruft,
Ich liege in deinem Arme.

Die Toten stehn auf, der Tag des Gerichts
Ruft sie zu Qual und Vergnügen;
Wir beide bekümmern uns um nichts,
Und bleiben umschlungen liegen.
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Duitsland vandaag

In de nacht van 1 op 2 augustus 2010 werd de Joodse begraafplaats in Aken geschonden. Onbekenden hebben over een afstand van 40 meter hakenkruisen en leuzen op de grafstenen geklad, o.a. ”Vrijheid voor Palestina”. De Aachener Zeitung heeft over dit voorval bericht, verzwijgt in het internetartikel echter de leuze ”Vrijheid voor Palestina”. Op navraag van de website Tapfer im Nirgendwo heeft de verantwoordelijke redacteur bevestigd, dat hij op de hoogte was van de leuze. Waarom hij deze dan niet in zijn artikel heeft genoemd, blijft zijn geheim.

Met deze actie wordt het jaar 2010 in Duitsland met nog een Jodenvijandige aanslag uitgebreid.

Januari 2010: Op het Domplein in Keulen wordt openlijk een karikatuur tentoongesteld, waarop een Jood te zien is, die een kind opeet en zijn bloed drinkt.

Mei 2010: Er wordt een brandaanslag gepleegd op de synagoge in Worms.

Mei 2010: Op Twitter verschijnen steeds meer antisemitische schrijfsels.

Juni 2010: In Hannover worden Joden openlijk met stenen bekogeld.

Juni 2010: Op Facebook zijn steeds meer oproepen te lezen om de Joden te vergassen en uit te roeien.

Zodoende is 2010 het jaar met de ergste Jodenvijandige aanslagen sinds het nationaalsocialisme.

En wat doet de Duitse Bondsdag?

Die besluit bijvoorbeeld niet met algemene stemmen een veroordeling van antisemitische gewelddadigheden in het eigen land en denkt erover na wat er tegen deze brutale vorm van Jodenhaat op Duitse straten zou kunnen worden ondernomen, maar neemt met algemene stemmen een besluit aan dat de politiek van Israël betreft. In plaats van dus verantwoordelijkheid te nemen voor het actuele geweld tegen Joden in het eigen land, neemt de Duitse Bondsdag liever een besluit, dat eisen stelt aan het enige Joodse land ter wereld.

Het wordt onbehaaglijk in Duitsland, niet alleen vanwege de aanslagen, maar vooral vanwege het oorverdovende zwijgen. In Duitsland branden synagogen, worden Joodse begraafplaatsen geschonden en Joden met stenen bekogeld en wat gebeurt er?:

Politici zwijgen!

Journalisten zwijgen!

Filosofen zwijgen!

Kunstenaars zwijgen!

Buren zwijgen!

Zelfs vrienden zwijgen!

Mijn grootouders hebben mij zulke verhalen verteld. Ik was er zeker van, dat zoiets nooit meer in Duitsland kan gebeuren. Ik heb me waarschijnlijk vergist.

Ik moet toegeven, ik heb mijn familie en mijn vrienden in de VS een telegram gestuurd met de woorden:

”Start worrying. Details to follow.”

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Deutschland heute

In der Nacht vom 1. auf den 2. August 2010 wurde der jüdische Friedhof in Aachen geschändet. Unbekannte haben über eine Fläche von vierzig Metern Hakenkreuze und die Parole „Freiheit für Palästina“ geschmiert. Die Aachener Zeitung hat über diesen Vorfall berichtet, verschweigt in dem Internet-Artikel allerding die Parole „Freiheit für Palästina“. Auf Nachfrage von Tapfer im Nirgendwo hat der zuständige Redakteur bestätigt, dass er Kenntnis über die Parole hatte. Warum er dies dann nicht in seinem Artikel erwähnt hat, bleibt sein Geheimnis.

Mit dieser Aktion wird das Jahr 2010 in Deutschland um einen weiteren judenfeindlichen Anschlag erweitert.

Mai 2010: Auf die Synagoge in Worms wird ein Brandanschlag verübt.

Juni 2010: In Hannover werden Juden öffentlich mit Steinen beworfen.

Januar 2010: Auf der Kölner Domplatte wird eine Karikatur offen zur Schau gestellt, auf der ein Jude zu sehen ist, der ein Kind isst und sein Blut trinkt. (Tapfer im Nirgendwo berichtete als erstes.)

Juni 2010: Auf Facebook häufen sich die Rufe nach der Vergasung und Vernichtung aller Juden. (Tapfer im Nirgendwo berichtete mit als erstes.)

Mai 2010: Auf Twitter häufen sich antisemitische Einträge. (Tapfer im Nirgendwo berichtete mit als erstes.)

2010 ist somit das Jahr mit den schlimmsten judenfeindlichen Anschlägen seit dem Nationalsozialismus.

Und was macht der Deutsche Bundestag?

Er beschließt nicht etwa einstimmig eine Verurteilung der antisemitischen Gewalttaten im eigenen Land und überlegt, was gegen diese Form des brutalen Judenhasses auf deutschen Strassen unternommen werden könnte, sondern er beschließt einen einstimmig Beschluss, der die Politik Israels betrifft. Statt also Verantwortung zu übernehmen für die aktuelle Gewalt gegen Juden im eigenen Land, verabschiedet der deutsche Bundestag lieber einen Beschluss, der Forderungen an das einzige jüdische Land der Welt richtet. (Tapfer im Nirgendwo berichtete mit dem Artikel „Ich klage an“.)

Es wird ungemütlich in Deutschland, nicht nur wegen der Anschläge, sondern ganz besonders wegen des ohrenbetäubenden Schweigens. In Deutschland brennen Synagogen, werden jüdische Friedhöfe geschändet und Juden mit Steinen beworfen und was geschieht:

Politiker schweigen!
Journalisten schweigen!
Philosophen schweigen!
Künstler schweigen!
Nachbarn schweigen!
Sogar Freunde schweigen!

Meine Großeltern haben mir von solchen Geschichten erzählt. Ich war mir sicher, dass sowas nie wieder in Deutschland geschehen kann. Ich hab mich wohl geirrt.

Ich muss gestehen, ich habe meiner Familie und meinen Freunden in den USA ein Telegramm geschickt mit den Worten:

„Start worrying. Details to follow.“

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Gibt es einen strafenden Gott?

Es ist so sicher wie das Alaaf im Kölner Karneval. Wenn es irgendwo auf der Welt zu einer Katastrophe kommt, gibt es immer einen Narren, der darin eine Strafe Gottes sieht. Da stellt sich mir die Frage: Gibt es einen strafenden Gott? Ich habe in der Bibel geblättert und bin zu folgender Erkenntnis gekommen: Ja!

Laut תּוֹרָה hatte vor über 5770 Jahren eine Frau namens Eva den Mut, sich ihres Verstandes zu bedienen. Was Immanuel Kant im 18. Jahrhundert fordern sollte, hatte diese Eva schon Jahrtausende vor Kant gewagt: Sie hatte den Mut, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Bis zu diesem Mut hatte Gott in absoluter Selbstgefälligkeit geherrscht. Mit dem Menschen kommunizierte er nur in Form von Befehlen – tu‘ dies nicht, tu‘ das nicht. Adam und Eva hielten sich daran. Zwischen richtig und falsch konnten sie somit unterscheiden.

Die Fähigkeit zur Unterscheidung von Gut und Böse aber lag noch uneingeschränkt in Gottes Hand. Die Möglichkeit zur Erlangung dieser Fähigkeit hing jedoch bereits als Frucht an einem Baum mit den Namen עץ הדעת טוב ורע (Baum der Erkenntnis von Gut und Böse). Von dieser Frucht hatte Eva gewagt zu essen. Seitdem ist Gott nicht mehr Alleinherrscher in Moralfragen und muss im Menschen einen ebenbürtigen Partner in Sachen Moral erkennen. Die Beziehung zwischen Gott und Mensch war somit kein Verhältnis mehr zwischen Befehlsgeber und Befehlsempfänger, sondern wurde zu einer echten Partnerschaft. Allerdings gehört zu jeder Partnerschaft neben Liebe und Respekt auch die Eifersucht. So kam die Eifersucht ins Spiel. Gott wurde eifersüchtig und setzte Adam und Eva erstmal vor die Tür. Sowas kommt in den besten Partnerschaften vor.

Adam und Eva verließen das Gefängnis mit dem Namen Eden. Sie betraten das weite Feld der Freiheit. Der Garten Eden war ein Gefängnis, vielleicht das schönste aller bekannten Gefängnisse, aber nichtsdestotrotz ein Gefängnis. Schon der Begriff „Garten Eden“ ist ein Ausdruck für den Gefängnischarakter des Ortes. Das Wort „Eden“ geht auf das hebräische Nomen עֵדֶן (‛edæn) zurück, das einen Ort der Wonne bezeichnet. Ursprünglich dürfte es sich um den Eigennamen einer Landschaft handeln („Wonneland“), in der ein von G’tt selbst angelegter Garten lag. Das Wort „Garten“ wiederum leitet sich etymologisch von Gerte (indogermanisch gher und später ghortos) ab. Gemeint sind Ruten, die früher – ineinander verflochten – den Garten umfriedeten, also Zäune. „Garten Eden“ bedeutet somit „eingezäuntes Wonneland“. Genau diesen Ort haben Adam und Eva verlassen.

Immanuel Kant beschrieb dieses Verlassen im 18. Jahrhundert so:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenenVerstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“

Für Gott begann von diesem Moment an eine lange Leidensgeschichte, in der er langsam lernte, auf seinen absoluten Machtverlust in Moralfragen klar zu kommen – nicht ohne einige Rückfälle natürlich. Sein größter Rückfall dürfte wohl die Große Flut gewesen sein. Als ihm eines Tages alles zu viel wurde mit der Menschheit, da fasst er den grausamen Plan der „Endlösung der Menschheitsfrage“, indem er Wasser aus den Duschbrausen des Himmels sprudeln lies, um die ganze Menschheit zu ertränken. (Den Tod der Tiere hat Gott dabei wohl als Kollateralschaden in Kauf genommen.) Allerdings hatte sich Gott in der Zeit der Zwangsehe mit der Menschheit tatsächlich in ein paar Exemplare verliebt. Eben jene lies er am Leben, erzählte ihnen vom Plan der Vernichtung und riet ihnen, eine Arche zu bauen. So überlebte Noah und seine Familie.

Die ganze Sache mit der Vernichtung der Menschheit war Gott im Nachhinein wohl ein bißchen peinlich, denn er versprach, nie wieder eine solche „Endlösung“ der Menschheitsfrage zu planen. Stattdessen schloss Gott einen ewigen Bund mit dem Menschen Noah und bekundete diesen Bund sogar mit einem Regenbogen am Himmel. Ein bißchen kitschig, ich weiß, aber Gott hatte sich offenkundig ernstlich verliebt, da passiert sowas schon mal.

Seinen nächsten Rückfall hatte Gott mit seinem Blitzkrieg gegen die beiden Städte Sodom und Gomorrah, die er buchstäblich dem Erdboden gleich machte. Spannend an dieser Geschichte ist vor allem die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen Abraham. An diesem Punkt der Beziehung Mensch-Gott wird nämlich zum ersten Mal deutlich, dass Gott eine wahre und vor allem respektvolle Partnerschaft mit den Menschen eingegangen ist, denn Abraham ist hier in der Lage mit Gott erfolgreich zu handeln.

Gottes Absicht war es eigentlich, die beiden Städte vollkommen zu vernichten. Er war bereit, den Tod vieler Unschuldiger als Begleitschaden hinzunehmen. Doch da kam Abraham und es entwickelte sich folgender Dialog:

Abraham: „Willst du wirklich den Bewährten raffen mit dem Frevler? Vielleicht sind fünfzig Bewährte anwesend drin in der Stadt, willst du die wirklich raffen?“

Gott: „Finde ich in Sodom fünfzig Bewährte, drin in der Stadt, will ichs all dem Ort tragen um ihretwillen.“

Abraham: „Da habe ich mich doch vorgewagt zu meinem Herrn zu reden, und ich bin ja Staub und Asche, vielleicht fehlen an den fünfzig fünf – willst du um die fünf all die Stadt verderben?“

Gott: „Nicht will ich verderben, finde ich dort fünfundvierzig.“

Abraham: „Vielleicht finden sich dort nur vierzig.“

So geht es dann noch ein bißchen weiter, bis Abraham Gott tatsächlich auf ganze zehn Menschen runtergehandelt hat. Das nenne ich mal eine gewachsene Partnerschaft!

Auf diese Geschichte geht übrigens die jüdische Tradition des מנין zurück. Im Judentum braucht es einen Minjan, eine Gruppe von mindestens zehn im religiösen Sinne mündigen Juden, um einen vollständigen jüdischen Gottesdienst abzuhalten.

Der Gott der Bibel ist somit ein eifersüchtiger und strafender Gott, aber er ist es, weil er uns Menschen ernst nimmt und uns als Partner akzeptiert, statt uns zu Untergebenen zu degradieren. Strafbar und mündig sein gehören nun mal zusammen. Es heißt ja nicht umsonst: strafmündig. Im strafenden Gott spiegelt sich somit die Freiheit des Menschen wieder. Übrigens, der Gott der Tora ist nicht strafender als der Gott des Evangeliums. Der Gott des sogenannten neuen Testaments ist nicht versöhnlicher als der Gott des sogenannten alten Testaments.

Manche Christen behaupten, das jüdische Testament sei ein Buch der Rache und stellen ihm ganz selbstergriffen das christliche Testament als vermeintliches Buch der Nächstenliebe entgegen. Als Kronzeuge bemühen diese Christen stets die biblische Stelle „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Dieses Zitat gehört jedoch zu den am meisten missverstandenen Geboten. Es beginnt schon damit, dass in der Bibel nicht „Auge um Auge“ sondern „Auge für Auge“ steht.

Der Spruch עין תּחת עין ist Teil eines Rechtssatzes aus Sefer ha-Berit in der Tora. In der Bibel ist diese Stelle als Ex 21, 23–25 gekennzeichnet. Die korrekte Übersetzung lautet: „… so sollst du geben Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.“

Dieser Satz bedeutet eben nicht, dass Gleiches mit Gleichem vergolten werden soll, sondern die Formel verlangt vom Täter einen angemessenen Schadensersatz in allen Fällen von Körperverletzung. Mit dieser Formel wurde somit die im Alten Orient verbreitete Blutrache eingedämmt und durch eine Verhältnismäßigkeit von Vergehen und Strafe abgelöst. Die talmudische Erklärung der Tora, auf der die jüdische Tradition aufbaut, kommt zu dem Schluß (Traktat Bava Qamma 83b-84a), dass der Verlust eines Auges schlichtweg nicht durch die Wegnahme eines anderen Auges kompensiert werden kann. Die Formel kann somit eben nicht als „Wie du mir, so ich dir“ verstanden werden, sondern führt unter Bezugnahme auf den Rechtsgrundsatz der Gleichheit aller vor dem Gesetz (Leviticus 24, 22) vielmehr einen Ausgleichsanspruch ein. Anstelle der drakonischen Aufrechnung wird in mit der Formel mäßigend zwischen den Streitparteien vermittelt.

Mithin liegt die Bedeutung der Norm „Auge um Auge“ in einer realistischen Evaluation der tatsächlich im Schadensfall verletzten Rechtsposition. Im Talmud wird sogar der Schadensersatz definiert. Er setzt sich aus fünf Komponenten zusammen (Traktat Bava Qamma, Mischna 8,1):

Ersatz des materiell entstandenen Schadens
Schmerzensgeld
Heilungskosten
Ersatz des Arbeitsausfalls
Wiedergutmachung der Beschämung

Viele Christen jedoch sehen diesen Kontext nicht und faseln stattdessen beharrlich von einem „Prinzip der Rache“, das aus diesem Zitat sprechen soll und erklären zudem, das Evangelium sei im Gegensatz ein Buch der Nächstenliebe. Dabei übersehen sie geflissentlich, dass es auch im Evangelium mal ganz schön unversöhnlich zugeht:

„Glaubet nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit der Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.” (Mt 10, 34-35)

“Es ging eine große Menge mit Jesus; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.” (Lukas 14, 25-26)

“Wenn deine Hand dich zum Bösen verführt, dann hack sie ab! Es ist besser, du gehst verstümmelt in das ewige Leben als mit beiden Händen in das unauslöschliche Feuer der Hölle. Wenn dich dein Fuß auf Abwege führt, dann hack ihn ab! Es ist besser für dich, mit nur einem Fuß zum ewigen Leben zu kommen, als mit beiden Füßen geradewegs in die Hölle zu marschieren. Wenn dich dein Auge zur Sünde verführt, dann reiß es heraus. Es ist viel besser, einäugig in Gottes neue Welt zu gelangen, als mit zwei gesunden Augen schließlich ins Feuer der Hölle geworfen zu werden. Dort wird die Qual nicht enden und das Feuer nicht verlöschen.” (Markus 9, 43-49)

Der Gott der Christen und der Gott der Juden tun sich nicht viel, wenn es um Rache geht! Gott, ob christlich oder jüdisch, ist mal eifersüchtig und mal versöhnlich. Ich würde sogar sagen, der Gott der Christen ist unversöhnlicher als der Gott der Juden. Der Gott des Evangeliums straft nämlich in brutalster Weise, wie es die Offenbarung des Johannes zeigt, in der sich die Schere zwischen Gottes Liebe und Gottes Hass extrem öffnet. Bei Johannes lesen wir, dass der Gott des Evangeliums nicht nur bis in alle Ewigkeit liebt, sondern auch bis in alle Ewigkeit straft. Trifft Gottes Strafe in den Fünf Bücher Mose nur die lebenden Menschen, so trifft die Strafe Gottes im Evangelium auch alle toten Menschen und zwar bis in alle Ewigkeit. Es ist erschreckend, was für Strafen der christliche Gott für alle Ewigkeit bereithält. Mit der christlichen Hölle hat sich der neutestamentarische Gott ein ewiges Konzentrationslager gesetzt. Ein versöhnlicher Gott sieht anders aus.

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Keine Zensur!

Seit einigen Tagen erreichen mich böse Mails mit dem Vorwurf, ich würde hier auf Tapfer im Nirgendwo Zensur üben. Weil ich es leid bin, allen persönlich zu antworten, werde ich hier nun ganz öffentlich Stellung beziehen:

Es findet keine Zensur auf Tapfer im Nirgendwo statt!

Eine Zensur würde bedeuten, dass ich verboten bekäme, auf Tapfer im Nirgendwo über gewisse Dinge zu schreiben. Das ist nicht der Fall.

Zensur würde ebenfalls stattfinden, wenn ich gezwungen wäre, auf Tapfer im Nirgendwo über gewisse Dinge zu schreiben oder gewisse Kommentare zu veröffentlichen. Auch das ist nicht der Fall.

Ich kann und darf selbst entscheiden, worüber ich schreibe und welche Kommentare ich zulasse. Das ist Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit.

Wer behauptet, ich würde Zensur üben, weil ich manchmal gewisse Kommentare lösche, hat nicht im Ansatz verstanden, worum es bei der Zensur geht. Zensur ist der Eingriff in die künstlerische und journalistische Selbstbestimmung eines Menschen. Mich zu zwingen, in meinen Artikeln oder auf meinem Blog, Texte zu veröffentlichen, die ich nicht in meiner persönlichen Sphäre dulden möchte, ist ebenso eine Zensur, wie es ein Verbot ist!

Es ist Zensur, mich zu zwingen, Kommentare, die mir zuwider sind, auf meinem Blog zu dulden.

Ich verbiete niemandem seine Meinung. Das Internet ist ein weites Feld. Jeder Mensch kann seine Meinung veröffentlichen und verbreiten, nur eben nicht bei mir!

My blog is my castle!

Ebenso wie ich in meinem Zuhause selbst entscheide, wen ich über meine Türschwelle lasse und wen nicht, so entscheide ich auf meinem Blog, wen ich in meine gute Kommentarstube lasse. Das ist Kunst-, Meinungs- und Pressefreiheit.

Die Redaktion entscheidet, was gedruckt wird und was nicht. Niemand sonst. Kein Staat. Keine Gesellschaft. Kein Nachbar. Nur die Redaktion. Auf Tapfer im Nirgendwo bin ich die Redaktion: Gerd Buurmann.

Wo kämen wir denn da hin, wenn sich beispielsweise die Zeugen Jehovas Eintritt in meine Wohnung erzwingen würden mit dem Vorwurf, ich übte Zensur, wenn ich sie nicht reinlasse. Es ist immer noch meine Entscheidung, wem ich Zutritt in mein Blogzuhause gewähre.

In diesem Sinne: Ich lade alle Menschen ein, mit mir zu diskutieren. Alle Kommentare werden grundsätzloch sofort frei geschaltet. Nur auffällige Kommentare kommen in die Warteschleife. Außerdem werden alle Kommentare, die mir nicht gefallen, gelöscht.

Die Gründe einer Löschung orientieren sich dabei an keine Zensur, sondern nur meine ganz persönliche Kunst-, Meinungs- und Pressefreiheit.

Eine Zensur findet somit auf Tapfer im Nirgendwo nicht statt!

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