Ich klage an: Den Deutschen Bundestag

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Deutschen Bundestages,

mit Erstaunen habe ich Ihren einstimmigen Beschluss vom 30. Juni 2010 zur Kenntnis genommen, in dem der Deutsche Bundestag die Bundesregierung auffordert, die Forderung nach einer internationalen Untersuchung des israelischen Einsatzes gegen die sogenannte  „Solidaritätsflotte“ zu unterstützen, die die Blockade des Gazastreifen durchbrechen wollte.

Es kommt selten vor, dass CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne und Linke einer Meinung sind. Der letzte bedeutende einstimmige Beschluss, an den ich mich erinneren kann, wurde im September 2009 gefasst und zwar mit der längst überfälligen Rehabilitierung sogenannter Kriegsverräter. 64 Jahre nach Kriegsende beschloss der Bundestag einstimmig, die entsprechenden Urteile der NS-Justiz aufzuheben.

Es ist bezeichnend, dass der Deutsche Bundestag 64 Jahre dafür gebraucht hat. Bei diesem Tempo dürfte es schon im Jahre 2074 soweit sein, dass der Deutsche Bundestag einen einstimmigen Beschluss zur judenfeindlichen Hamas oder dem iranischen Diktator Ahmadinedschad fasst.

Während es „lediglich“ der Wunsch Ahmadinedschads ist, die Existenz Israels zu beenden, hat sich die Hamas das ganz große Ziel gesetzt: die Vernichtung aller Juden. In der Gründungscharta harta der Hamas heißt es:

„Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“

Die Mitglieder der Hamas sind die Nazis von heute. Sie stellen sich stolz in die Tradition der Muslimbruderschaft, die unter Hitler die Nazis für sich entdeckt hat. Die Nazis von der Hamas hassen Juden und wünschen sich nichts mehr als ihre Vernichtung.

Sie haben Juden schon gehasst, bevor es die Blockade gegen den Gazastreifen gab.
Sie haben Juden schon gehasst, bevor der Gazastreifen von Israel besetzt wurde.
Sie haben Juden noch gehasst, nachdem der Gazastreifen geräumt wurde.
Sie haben Juden gehasst, bevor israelische Siedlungen gebaut wurden.
Sie haben Juden gehasst, nachdem israelische Siedlungen geräumt wurden.
Sie haben Juden gehasst, bevor Israel angefangen hat, sich zu verteidigen.
Sie haben Juden sogar schon gehasst, bevor es Israel überhaupt gab.

Für diese Nazis ist es egal, was Israel tut oder unterlässt, Die pure Existenz von Juden ist schon ein Problem für sie. Nichts kann diesen Judenhass stoppen oder mildern, nichts ausser Wehrhaftigkeit.

Sehr geehrte Damen und Herren des Deutschen Bundestages,

genau diese Wehrhaftigkeit greifen Sie nun an. Obwohl Sie nicht in der Lage sind, einen einstimmigen Beschluss zu dem Vernichtungswunsch der Hamas oder Ahmadinedschad zu fassen, ist es Ihnen möglich einen Beschluss gegen Israels Verteidigung zu fassen. Wenn es die Juden in Israel wagen, sich nicht einfach abschlachten zu lassen, wenn sie sich verteidigen, dann plötzlich ist der Bundestag von einer fraktionsübergreifenden Einigkeit beseelt.

Dabei scheint es Ihnen völlig egal zu sein, dass die Hamas die “Hilfsgüter“ die auf den Schiffen der “Freedom Flotilla” waren, gar nicht haben wollte, da es sich größtenteils um abgelaufene Medikamente und anderen Schrott handelte, den die edlen Spender lediglich loswerden wollten, wohl um „die Sperrmüllgebühr nicht bezahlen zu müssen“, wie Henryk M. Broder vermutete. Die sogenannte Hilfsflotte war eher ein Kriegsschiff, mit der erklärten Absicht, Israel derart zu schwächen, dass das verfassungsmäßig erklärte Ziel der Hamas, nämlich die totale Vernichtung Israels und aller Juden näher rückt.

In dem Beschluss des Deutschen Bundestags heißt es:

„Israels legitime Sicherheitsinteressen müssen gewahrt bleiben. Das setzt voraus, dass der Raketenbeschuss aus Gaza sofort aufhört und dass durch ein Grenzkontrollregime Waffenlieferungen nach Gaza unterbunden werden, wie es der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit Resolution 1860 (2009) gefordert hat. Das Existenzrecht Israels muss allgemein anerkannt werden, insbesondere durch die Hamas.
Aber …“

Sehr geehrte Damen und Herren des Deutschen Bundestages,

wäre Ihnen wirklich eine Stein aus Barbarossas Krone gefallen, wenn sie Ihrer Forderung nach dem Recht auf Israel zu exisitieren und dem Stopp des Raketenbeschusses aus Gaza kein einschränkendes Aber hätten folgen lassen?

Aber die Blockade Gazas ist kontraproduktiv und dient den politischen und Sicherheitsinteressen Israels letztlich nicht. Das erklärte Ziel der Freilassung des von Kräften der Hamas widerrechtlich festgehaltenen Angehörigen der israelischen Streitkräfte Gilad Shalit ist bislang nicht erreicht.“

Sehr geehrte Damen und Herren des Deutschen Bundestages,

Wie kommen Sie nur zu dieser Behauptung? Die Blockade ist überhaupt nicht kontraproduktiv!

Die Hamas fordert die Vernichtung aller Juden und stellt sich somit in die Tradition der Muslimbruderschaft, die diese Vernichtung schon vor der Staatsgründung Israels gefordert hat und zusammen mit Hitlers Nationalsozialisten sogar aktiv an der „Endlösung“ gearbeitet hat.

Mit der Blockade vereitelt der Staat Israel diese Realisierung der Vernichtung. Seit der Blockade hat es weniger Angriffe auf Israel gegeben. Was soll daran kontraproduktiv sein?

Der Hass auf Juden war bereits da, bevor die Blockade errichtet wurde. Ein Hass, der auf die Vernichtung eines ganzes Volkes abzielt, kann auch nicht mehr gesteigert werden. Das einzige, was noch schlimmer ist als dieser Hass ist die Umsetzung des Hasses. Das aber weiß Israel zu verhindern.

Der Deutsche Bundestag aber nennt diese Verteidigung kontraproduktiv. Diese einseitige und beispiellose Verurteilung Israels durch den Deutschen Bundestag klage ich an!

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Nazi of Jood

Wanneer werden voor het laatst in Duitsland de ramen van een Iraanse kiosk ingegooid om zo tegen de Iraanse regering en Ahmadinejad te protesteren?

Wanneer hebben Joden in Duitsland voor het laatst stenen naar dansende Palestijnen gegooid om zo een signaal af te geven tegen Hamas en diens wens tot vernietiging van Israël?

Wanneer hebben Joden in Duitsland voor het laatst een moskee in brand gestoken om de aandacht te vestigen op het geweld in het Midden-Oosten?

Wanneer werd er op Facebook en in Duitse straten voor het laatst van joodse zijde en in het Duits massaal en gedirigeerd opgeroepen tot de vernietiging van Israël?

Het antwoord is gemakkelijk. Zoiets is in Duitsland nooit gebeurd! Nog nooit is het in Duitsland tot anti-islamitische en islamofobe onlusten van joodse zijde gekomen. Nooit!

Echter:

In Hannover werden joodse dansers met stenen bekogeld. In Worms werd een synagoge in brand gestoken. In Rostock werden de ramen van een joods gemeentehuis ingegooid. Op Facebook en in Duitse straten klinkt steeds vaker de islamitische en Duitse roep naar de vergassing van de Joden.

Kwam het in Europa ooit tot aanvallen van joodse zijde op moslims om zodoende te wijzen op de verklaarde vernietigingswil van veel islamisten tegen Joden?

Ook hier is het antwoord gemakkelijk: daartoe kwam het in Europa nooit! Hoewel er een niet te ontkennen vernietigingswil van vele moslims tegen de Joden bestaat, vindt er geen enkele vorm van joods geweld plaats tegen moslims in Europa.

Echter:

In Frankrijk werd een Jood door moslims ontvoerd, gemarteld en vermoord, omdat hij een Jood was. Ook werden in Frankrijk synagogen door moslims in brand gestoken. In Zweden groeit de haat tegen Joden vooral onder moslims. In Engeland zorgt islamitische Jodenhaat voor een record aan antisemitisme.

Dan vraag ik me toch af:

Als het in Europa bewijsbaar nooit tot overvallen van Joden op moslims is gekomen, als er dus geen joodse haat tegen moslims bestaat, maar dat het in Europa steeds vaker tot overvallen van moslims op Joden komt en er zodoende wel degelijk islamitische haat tegen Joden bestaat, waarom zou dat in het Midden-Oosten dan anders zijn?

Ook in het Midden-Oosten groeit de haat enorm:

In de Israëlische onafhankelijkheidsverklaring wordt gezegd:

”Wij reiken, zoals het goede buren betaamt, in vrede en vriendschap de hand aan alle omringende landen en hun volkeren en nodigen hun uit samen te werken met het soevereine Joodse volk in hun eigen land. De staat Israël is bereid haar deel bij te dragen in een gezamenlijk streven naar vooruitgang voor het gehele Midden-Oosten.”

In het handvest van Hamas wordt gezegd:

”Hamas heeft ernaar verlangd Gods belofte ten uitvoer te leggen, hoeveel tijd dat ook kost. Mohammed … zei: “De dag des oordeels zal niet komen, totdat de Joden zich achter rotsen en bomen verstoppen, die zullen zeggen: ‘O moslims, o Abdullah, achter mij zit een Jood, kom hier en dood hem’.”

Dit is de originele tekst uit het handvest van Hamas, een terreurorganisatie, die in tegenstelling tot Israël de Gazastrook beheerst, houdt van de Hitlergroet, in kinderprogramma’s kinderen verleidt tot het plegen van zelfmoordaanslagen en dagelijks raketten op Israël afvuurt, bij voorkeur op kleuterscholen.

We hebben het hier overigens over Gaza, dat in de media graag wordt omschreven als één grote openluchtgevangenis, waaruit ons echter deze mooie beelden bereiken.

Er bestaat geen enkele joodse televisiezender, die moslims als kindermoordenaars laat zien of ze kakkerlakken en varkens noemt, maar op islamitische zenders wordt vrolijk tot haat tegen Joden aangezet.

Bij al deze overweldigende feiten over het heersende antisemitisme onder moslims bij gelijktijdig gebrek van moslimhaat aan joodse zijde, kan men zich afvragen, hoe het serieus tot een discussie in Duitsland kan komen, waarin er over wordt gefilosofeerd of moslims de Joden van tegenwoordig zijn – de historicus Wolfgang Benz heeft deze absurde discussie veroorzaakt.

Er bestaan vooroordelen over moslims. Daarover is geen twijfel mogelijk. Maar deze vooroordelen komen uit dezelfde hoek, waarin ook veel vijanden van de Joden zitten. Het is de hoek van de xenofobie, de angst voor het vreemde. Moslims en Joden hebben in dezelfde mate te lijden onder deze haat.

Maar, als moslims net als Joden het slachtoffer van deze vooroordelen worden, zijn enkele moslims bovendien ook daders als het om antisemitisme gaat. De ergste overvallen op joodse instellingen in de laatste tijd hebben allemaal een islamistische achtergrond.

Dan vraag ik me af hoe het serieus tot deze discussie kon komen: ”Zijn de moslims de Joden van vandaag?”

Wat een onzin! De Joden zijn de Joden van vandaag. Hun synagogen worden aangestoken (Worms), hun gemeentehuizen worden aangevallen (Rostock) en ze worden met stenen bekogeld (Hannover) – en altijd is er een islamitische achtergrond.

Ik durf daarom een andere vergelijking te maken en zou het fijn vinden als er in het medialandschap net zo heftig over zou worden gediscussieerd als de uitspraak van Wolfgang Benz: ”Zijn de moslims de nazi’s van vandaag?”

Gezien de feiten vind ik deze vraag minstens zo wijs en origineel als die van Dr. Benz en hij is net zo gemakkelijk te beantwoorden: Nee! ”De moslims” zijn per slot van rekening net zo’n constructie als ”de Joden”. Net zomin dat alle Joden voor het gedrag van individuele Joden verantwoordelijk gemaakt kunnen worden, kunnen alle moslims niet verantwoordelijk worden gemaakt voor individuele moslims.

Desondanks kan niet worden verzwegen, dat het Duitsland van Hitler en de Moslimbroederschap in 1936 een bondgenootschap hebben gesloten en dat daarmee in ieder geval de Moslimbroederschap tot de nazi’s van gisteren gerekend kan worden.

”Zijn de moslims de nazi’s van vandaag?”

Een overdonderende vraag met een onvoorstelbaar domme vergelijking. Maar helaas is deze vergelijking noodzakelijk om te wijzen op de domheid van de geprovoceerde vraag van Dr. Benz te wijzen: ”Zijn de moslims de Joden van vandaag?”

Omdat we nu toch bezig zijn met het maken van domme vergelijkingen, hier ter afsluiting mijn Top-10 van de beste vergelijkingen, omdat ze de slechtste vergelijkingen zijn:

10)  ”Wat de staat Israël tegenwoordig met de Palestijnen doet, is in principe ook niets anders dan datgene wat de nazi’s in het Derde Rijk met de Joden hebben gedaan.”

9)  ”Adolf Hitler was een charismatische spreker. Oskar Lafontaine is dat ook!”

8 )  ”Helmut Schmidt spreekt verder nog van plichtsbesef, berekenbaarheid, maakbaarheid, standvastigheid. Dat zijn secundaire deugden. Heel precies gezegd: daarmee kan men ook een concentratiekamp leiden.”

7)  ”Eerst Herodes, die de kinderen van Bethlehem liet vermoorden, daarna o.a. Hitler en Stalin, die miljoenen mensen laten vernietigen, en nu, in onze tijd, worden ongeboren kinderen met miljoenen vermoord.”

6)  ”In iedere crisis wordt naar schuldigen gezocht, naar zondebokken. In de economische crisis van 1929 waren in Duitsland de Joden de pineut, nu zijn het de managers.”

5)  ”In de jaren-30 waren het de Joden. Nu zijn het de scientologen.”

4)  ”Laten we eens kijken naar de leefomstandigheden in de Gazastrook: dat lijkt steeds meer op een reusachtig concentratiekamp.”

3)  ”De Holocaust op uw bord.”

2)  ”We willen in geen geval eieren van concentratiekampkippen!”

1)  De eerste plaats is voor: Sedika Weingärtner!

Dr. Benz, de beurt is aan u!

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Nazi oder Jude?

Werden in Deutschland Fenster iranischer Kioske eingeworfen, um so gegen die iranische Regierung zu demonstrieren?

Werden in Deutschland Steine auf tanzende Palästinenser geworfen, um so ein Zeichen gegen die Hamas zu setzen?

Werden in Deutschland Moscheen angegriffen, um auf die Gewalt im Nahen Osten aufmerksam zu machen?

Nein! Aber:

In Hannover wurden jüdische Tänzer mit Steinen beworfen. In Worms wurde eine Synagoge angezündet. In Rostock wurden die Fenster eines jüdischen Gemeindehauses eingeworfen. Auf Facebook und auf deutschen Strassen häufen sich muslimische, deutsche Rufe nach der Vergasung von Juden.

Kam es in Europa jemals zu Angriffen von jüdischer Seite auf Muslime, um so auf den erklärten Vernichtungswillen vieler Islamisten gegen Juden hinzuweisen?

Nein! Aber:

In Frankreich wurde ein Jude von Muslimen entführt, gefoltert und ermordet weil er Jude war. Ebenfalls in Frankreich werden Synagogen von Muslimen angezündet. In Schweden wächst der Hass auf Juden besonders unter Muslimen. In England sorgt muslimischer Judenhass für ein Antisemitismus-Rekordhoch.

Wenn es in Europa nachweislich nie zu Angriffen von Juden auf Muslime gekommen ist, es aber in Europa vermehrt zu Angriffen von Muslimen auf Juden kommt, warum soll es im Nahen Osten anders sein?

Auch im Nahen Osten ist das Hassgefälle massiv.

In der Israelischen Unabhängigkeitserklärung heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden den und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf.“

In der Charta der Hamas heißt es:

„Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“

Bei all diesen Fakten, wie konnte soweit kommen, dass in Deutschland darüber philosophiert wird, ob Muslime die Juden von heute sind? Es gibt Vorurteile gegen Muslime, das steht ausser Frage. Aber diese Vorurteile kommen aus der selben Ecke, in der auch viele Feinde der Juden hocken. Es ist die Ecke der Xenophobie, der Angst vor dem Fremden. Unter diesem Hass haben Muslime und Juden gleichermaßen zu leiden.

Aber, während Muslime wie Juden Opfer dieser Vorurteile werden, sind einige Muslime zudem auch Täter, wenn es um Antisemitismus geht. Die schlimmsten Übergriffe auf jüdische Einrichtungen der letzten Zeit haben allesamt einen islamistischen Hintergrund.

Die Muslime sind nicht die Juden von heute. Die Juden sind die Juden von heute. Ihre Synagogen werden angezündet (Worms), ihre Gemeindehäuser werden attackiert (Rostock) und sie werden mit Steinen beworfen (Hannover) – und immer gibt es einen muslimischen Hintergrund. Deshalb sollte man eher fragen:

„Sind die Muslime die Nazis von heute?“

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Freiheit für Gaza

Sonntag, 13. Juni 2010. Es ist 14:30 Uhr. Ich stehe in einer Menge von Menschen vor dem Kölner Dom und jubele der Rednerin auf der Tribüne zu. Sie ruft: „Freiheit für Gaza!“ Ein tosender Applaus brandet in der Menge auf. Die Rednerin fährt fort: „Freiheit für Gaza von Krieg und Terrorismus!“ Wieder erklingt ein stürmischer Applaus auf dem Roncalliplatz. „Freiheit für Gaza von Gewalt gegen Homosexuelle und Andersgläubige!“ Der Applaus ebbt nicht ab und schwillt sogar noch an, als die Rednerin ihre Stimme erhebt und ruft: „Freiheit für Gaza von der Hamas!“

Ich befinde mich zusammen mit mehr als 1000 Menschen (laut Polizeiangabe) vor dem Kölner Dom und demonstriere friedlich aber laut für die Freiheit Gazas, ganz unter dem Motto der Veranstaltung: Fairplay für Israel – für Wahrheit und Solidarität“.

Ein Polizist, der neben mit steht, sagt zu seinem Nachbarn: „Das ist mal eine Musterdemo. So muss es laufen!“ Vermutlich muss der Polizist auch gerade an jene Demonstration denken, die eine Woche zuvor auf dem Roncalliplatz stattgefunden hatte. An dem Tag hielten etwa 300 Demonstranten, die gegen Israel protestierten, die Polizei in Atem. Die Demonstranten schwenkten die in der EU verbotenen Fahnen der Terroristengruppe Hamas; eine rechtsextreme Partei, die laut eigener Verfassung die totale Vernichtung aller Juden fordert. Ein junger Mann, der an der Demonstration vorbeikam, wurde von einem Mann aus der Menge aggressiv gefragt: „Bist Du Jude?“ Als der so angesprochene erwiderte, er sei Deutscher, wurde der junge Mann von der Polizei entfernt und erhielt aus Sicherheitsgründen (sic!) einen Platzverweis.

Heute schwenken über 1000 Menschen friedlich ihre Fahnen und rufen „Lang lebe Israel“. Diese Demonstranten geben ihre Hoffnung nicht auf. Sie glauben weiter an die Möglichkeit des Friedens.

Die Veranstalterin der Demonstration, Michaele Fuhrmann, hatte schon vor knapp vier Jahren zu einer zentralen Kundgebung in Köln eingeladen. Damals betete sie gemeinsam mit den Anwesenden für Gilad Schalit, einem israelischen Soldaten, der am 25. Juni 2006 durch militante Palästinenser in Israel entführt wurde und anschließend über die Demarkationslinie an einen unbekannten Ort im Gazastreifen gebracht wurde.

Heute, am 13. Juni 2010 haben wir wieder für Gilad Schalit gebetet, da er immer noch von der Hamas gefangen gehalten wird.

Über 1000 Menschen setzten ein Zeichen der Verbundenheit mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten und bezeugten ihre Solidarität mit Israel. Es war ein schöner Tag für Demokratie, Toleranz und Menschenrechte und ein schöner Tag für alle Palästinenser, die sich nach Freiheit und Frieden sehnen.

Die Freunde der Palästinenser fanden sich am 13. Juni in Köln bei der Demonstration „Fairplay für Israel“. Die angeblichen Freunde Palästinas aber arbeiten mit den Mördern der Palästinenser (Hamas) zusammen oder veranstalten Demonstrationen, auf denen Rufe nach totaler Vernichtung Israels hörbar sind. Aber auf dem Roncalliplatz erklang am 13. Juni der Ruf nach Freiheit.

„Freiheit für Gaza von der Hamas“

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Offener Brief an PI-News

Sehr geehrte Damen und Herren von PI,

ich habe mir mal erlaubt, auf Ihrer Seite vorbeizuschauen und ich kann nur sagen: Ich bin entsetzt!

Auf der Frontseite von PI ist eine Karikatur zu sehen, auf der ein Mensch mit Turban, Bart und Koran als Schwein dargestellt wird, der von einer blonden Europa in die Türkei getreten wird.

PI zeigt mir mal wieder, warum mein Blog Tapfer im Nirgendwo heißt. Ich bin tausend Mal lieber Tapfer im Nirgendwo als auch nur in der Nähe Ihres Bunkers.

Ihre Seite verspricht auf der Frontseite vollmundig „proamerikanisch, proisraelisch, gegen die Islamisierung Europas und für Grundgesetz und Menschenrechte“ zu sein.

Darf ich Ihnen als Blogger, der Tapfer im Nirgendwo steht, mal ein kleines Geheimnis verraten: Wären Sie wahrhaftig für das Grundgesetz und die Menschrechte, so würde sich die Kampfansage „Gegen die Islamisierung Europas“ erübrigen. Die Sharia hat nämlich mit der Aufklärung nur sehr wenig bis gar nichts zu tun und deshalb reicht es schon, sich klar und deutlich für die Freiheit der Aufklärung auszusprechen. Genauso wie die Aufklärung immer im Widerstreit mit christlichen Fundamentalisten stand und manchmal immer noch steht, steht jeder religiöse Wahn dem Gedanken der Modernen entgegen. Andere Religionen werden bei Ihnen aber nicht gesondert angeführt. Meine Oma sagt zu sowas: „Das riecht nicht gut. Das würd ich nicht essen.“

Was Sie mit vielen Extremisten gemeinsam haben ist die offensive negative Kampagne. Sie brüllen lautstark, wogegen sie sind. Aber dieses Gebrüll wäre unnötig, würden Sie es ernst meinen mit Ihrer Behauptung: „Für das Grundgesetz und die Menschenrechte.“

PI lebt von einem Feindbild, das es sich selber schafft und das kritisiere ich stark. Ich habe auch viele Feinde, aber diese Feinde haben mich ausgesucht, ich nicht sie.

Manche Parteien machen gegen Moscheen Front. Warum? Ich bin nicht gegen eine Moschee, ich bin für Freiheit und Aufklärung.

Ich bin nicht gegen Palästina. Ich bin für die Demokratie.

PI-News stellt einen Türken als Schwein dar. Ich bin nicht gegen die Türkei. Ich bin für Menschenrechte!

Meine Kritik geht immer an das Individuum als handlungsfähige selbstverantwortliche Instanz. Sie soll, sie darf, sie muss kritisiert werden. Wenn mir da auch mal eine grobe Verallgemeinderung widerfährt, wie z.B. „die Medien“ (das passiert mir schon mal) oder „die Deutschen“ (da bin ich halt in dem Heinischen Zwiespalt), dann entschuldige ich mich und sage:

Ich mache Fehler. Ich versuch mich zu bessern. Das nennt man Leben! Verantwortliches Leben.

Sehr geehrte Damen und Herren von PI-News,

dieses verantwortliche Leben vermisse ich bei Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann

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Die Auschwitzkeule

und wie sie entdeckt wurde.

Am 11. Oktober 1998 wurde in Frankfurt am Main eine der bedeutendsten Funde in der Geschichte Deutschlands gemacht. Unter allgemeiner Begeisterung grub Dr. Martin Walser in der Paulskirche die Auschwitzkeule aus. Seit dieser Entdeckung, die in ihrer Bedeutung der Entdeckung Trojas in nichts nachsteht, hat die Auschwitzkeule einen Siegeszug durch ganz Deutschland angetreten. Heute gibt es kaum noch eine Person in Deutschland, die sich vor der Auschwitzkeule nicht fürchtet. Was in Walsers Worten noch so klang: „Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule“, hörte sich später bei dem TAZ-Journalisten Bodemann wie so an: „Vor allem in Deutschland kann der Antisemitismusvorwurf tödlich sein, und so hüten sich viele Juden wie Nichtjuden davor, den Mund aufzumachen.“

Die Auschwitzkeule hat gesiegt! Überall in Deutschland sitzen verzweifelte Menschen in den Exilen ihrer Deutschen Wohnzimmer. Gerne würde sie etwas Kritisches sagen, zum Beispiel über Israel, aber die Auschwitzkeule droht ihnen. Deutschland ist ein in Knechtschaft gehaltenes Land, in dem Israel nicht kritisiert werden darf. Jede Form der Kritik an die politische Ausnutzung des Holocausts auch und gerade durch die Juden in Deutschland und der ganzen Welt wird im Keim erstickt. In keiner deutschen Zeitung findet sich auch nur kleinste Hinweise auf politische Verfehlungen Israels. Norman Finkelsteins Buch „Die Holocaust Industrie“ ist in Deutschland de facto käuflich nicht zu erwerben.

Halt
Stehengeblieben!
Achtung!

Spätestens jetzt gilt es, diese weltweit berühmt geworden deutschen Worte zu brüllen.

Das soeben beschriebene Szenario gibt es nicht, im Gegenteil: Israelkritik findet sich in jeder deutschen Tageszeitung und das nicht nur ab und zu, sondern fast wahrhaft täglich. Die Angst vor Israel ist in der Bevölkerung nicht nur sehr hoch, sondern sie wird auch laut und gut vernehmlich artikuliert. 65% der Deutschen erklärten laut einer durch die ZEIT am 4.11.2003 veröffentlichen Umfrage der EU, dass Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden darstelle. Die Zeitungen kommen zudem nicht nach, die Leserbriefe mit israelkritischen Inhalten nachzudrucken und Menschen wie Norman Finkelstein werden zur besten Sendezeit in Talk-Shows eingeladen.Man fühlt sich in Deutschland wie in einem Land, in dem sieben von zehn Menschen behaupten, erst kürzlich von einem Raumschiff entführt worden zu sein. Anstatt nun aber diese Sieben einfach zum nächsten Nina Hagen-Konzert zu schicken, gelangen sie ungefiltert in die Leserbriefspalten deutscher Zeitungen. Kritik an Israel ist in Deutschland nicht nur möglich, sondern des Deutschen Zeitvertreib. Die Solidarität mit Israel jedoch wird regelmäßig in Deutschland behördlich sanktioniert. Folgende Entscheidungen wurden in den letzten Jahren in deutschen Gerichten gefällt:

Da eine Frau in Bochum öffentlich eine Israel-Flagge gezeigt hatte, wurde sie zu einer Geldstrafe von € 300,- verurteilt. In Duisburg stürmte die Polizei eine private Wohnung, um eine Israel-Flagge, die an dem Fenster der Wohnung befestigt war, zu entfernen. In Köln ist derweil das Zeigen einer Karikatur erlaubt, auf der ein Jude ein Kind verspeist. Juden und Israelis dürfen in Deutschland beleidigt werden, das ist Meinungsfreiheit, jüdischer und israelischer Stolz jedoch werden schon mal behördlich beschränkt, da hört die Freiheit auf. Das ist jedoch nicht typisch deutsch sondern gilt auch international.

In den Vereinten Nationen findet sich eine geradezu manische Fixiertheit auf Israel. Während dort 99,9% der Weltbevölkerung mit Milde beäugt werden, bekommen die restlichen 0,1%, die einen israelischen Pass besitzen, eine Sonderbehandlung zu spüren. Obwohl nur 0,22% aller Menschen jüdisch sind, hält sich der wackere Glaube vom starken und stets präsenten Juden. Es ist fast amüsant, wieviele Menschen an die Macht der Juden glauben. Fragt man diese Menschen, wie es um den Einfluss der Holländer (0,25% der Gesamtbevölkerung), der Deutschen (1,22%), der Chinesen (19,5 %), der Muslime (19,26%) oder der Christen (31,11%) bestellt ist, schauen sie nur verwirrt, ganz so als habe man gerade eine völlig absurde Frage gestellt. Nur die Frage nach dem Einfluss der Juden ist nicht absurd. Die Juden sind halt etwas ganz besonderes. Und weil sie etwas ganz besonders sind, müssen sie sich auch ganz besonders benehmen. Solange sie sich abschlachten lassen, werden sie von allen geliebt; aber wehe, sie fangen an, sich zu wehren, dann hört der Spaß auf. Der Israel-Gaza-Konflikt ist dafür das beste Beispiel.

Obwohl die sogenannte gemäßigte palästinensische Autonomieregierung unter Abbas die Todesstrafe für alle Palästinenser bestätigten lies, die Land an Juden verkaufen, ganz gleich ob sie einen israelischen Pass besitzen oder nicht, findet sich dazu keine Verurteilung von Seiten der Vereinten Nationen. Für die gemäßigte Palästinenserorganisation ist eben nur ein Palästina ohne Juden ein gutes Palästina. Wenn das gemäßigt ist, wie sieht dann erst radikal aus? Radikal ist es, Raketen auf Israel abzufeuern. Das macht die Hamas regelmäßig, während die Minister der Hamas folgende Reden halten:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Die Vereinten Nationen schweigen dazu! Sie schweigen auch dazu, dass die „Protokolle der Weisen von Zion“ in Ägypten (2002) und im Libanon (2004) als Fernsehserie gezeigt wurden. In den palästinensischen Autonomiegebieten ist das judenhassende Machwerk sogar Lehrstoff in der 10. Jahrgangsstufe. Kleine Kinder werden im palästinensischen Fernsehen zudem dazu erzogen, Juden töten zu wollen. Die Hamas hat die „Protokolle der Weisen von Zion“ sogar als Begründung in ihre Charta im Artikel 32 aufgenommen. In Artikel 7 erklärt die Hamas sogar:

„Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“

Was von der Hamas nur gefordert wird, ist in vielen anderen Ländern schon Realität. In Ägypten, im Irak, im Libanon, in Syrien und in Jemen lebten im Jahr 2001 gerade mal 600 Juden. Die Länder Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen erklärten 2001 sogar stolz, dass überhaupt keine Juden in ihrem Land leben. Im Jahr 1948 lebten in der ganzen Region noch 850.000 Juden. So gut wie alle wurden vertrieben! Werden diese Länder dafür kritisiert? Erklingt ein öffentlicher Aufschrei? Nein! Die Welt ist leider zu sehr damit beschäftigt, Israel zu kritisieren.

Wir fassen zusammen: Die Bücherregale schwappen vor lauter Israelkritik über. Das deutsche Volk und die Vereinten Nationen belehren mehrheitlich und regelmäßig laut vernehmlich Israel. Leserbriefe mit kritischem Inhalt werden wie selbstverständlich gedruckt. Dennoch glaubt die Mehrheit der Deutschen fest daran, mundtot zu sein – ein geradezu beispielhafter Salto Teutonale. Mit Schaudern und Zittern möchte man da fragen: Wenn das der Deutsche Mundtod ist, was passiert wohl erst, wenn die Deutschen geschwätzig werden?

Bleibt nur die Frage: Wer schwingt sie eigentlich, diese Auschwitzkeule? Blöde Frage. Die Antwort haben uns doch schon „Die Protokolle der Weisen von Zion“ gegeben. Der Jude natürlich! Er schwingt sie und ist deshalb auch selber schuld am Antisemitismus! Das wußte schon Jürgen Möllemann. In einem ZDF-Interview aus dem Jahre 2003 sagte er:

„Ich fürchte, dass kaum jemand den Antisemiten, die es in Deutschland leider gibt und die wir bekämpfen müssen, mehr Zulauf verschafft hat als Herr Scharon und in Deutschland ein Herr Friedman mit seiner intoleranten und gehässigen Art, überheblich. Das geht so nicht, man muss in Deutschland Kritik an der Politik Scharons üben dürfen, ohne in diese Ecke geschoben zu werden.“

Es muss aber gar nicht immer nur um Israel gehen, damit irgendjemand einem Juden die Auschwitzkeule in die Hand drückt, nur um sich dann vor ihm auf den Boden zu werfen, um jammernd „nicht schlagen!“ zu rufen, damit seine Freundin endlich mal sieht, was für ein großes Arschloch dieser Jude doch ist. In einer Debatte um den Bau eines jüdischen Museums in der Altstadt von Köln schaltete sich im Juli 2008 der Chefredakteur des Kölner Stadtanzeigers Franz Sommerfeld in das Gespräch ein und stellte auf prominenter Seite seiner Zeitung fest

„Jeder Versuch, städteplanerische Entscheidungen durch Hinweis auf die deutsche Schuld gegen Kritik zu immunisieren, spielt denen in die Hände, die die Vernichtung der Juden relativieren und auf antisemitische Reflexe spekulieren.“

Die Auschwitzkeule verbreitet in den Exilen Deutscher Wohnzimmer Angst, Schrecken und vor allem ein um sich greifendes Beleidigtsein. Jeder Antisemitismusvorwurf, ob angemessen oder nicht, wird mit der Empörung der Ehrverletzung weit von sich gewiesen. Die Deutschen, die die Auschwitzkeule entdeckt haben, sind fast so schnell beleidigt wie die Islamisten, die am 30. September 2005 die Mohammed-Karikaturen in der Dänischen Jyllands Posten gefunden hatten. Die Macht des Beleidigtseins inspirierte unzählige fanatisierte Islamisten zu weltweiten Protesten mit Flaggenverbrennungen, Gewalttaten und über hundert Toten. Während Islamisten hinter jeder Kritik am Islam und hinter jedem Versuch, dem Propheten Mohamed ein Gesicht zu geben, eine Beleidigung wittern, die die Ehre des Islams verletzt, sehen manche Deutschen hinter jeder Kritik am Antisemitismus und hinter jedem Versuch, dem Antisemitismus durch Vergleiche mit der Geschichte ein Gesicht zu geben, die böse Absicht der Beleidigung und Ehrverletzung.

Viele Deutsche Nicht-Juden (ein komisches, aber nicht untypisches Wort der deutschen Sprache) machen sich mit diesem Trick zu Opfern des Nationalsozialismus und können so mit den Deutschen Juden endlich auf gleicher Augenhöhe diskutieren. Endlich sind alle in Deutschland Opfer und niemand muss mehr einen Juden um seinen Holocaust beneiden. Jetzt haben alle unter den Nazis gelitten. In der Schule wird die neue deutsche Jugend mit dem Nationalsozialismus gequält. Die Geschichtslehrer deportieren die Schülerinnen und Schüler regelmäßig nach Dachau, um sie dort zu zwingen, ein Lager zu besichtigen. Dies nimmt die Jugend so mit, dass sie ihr Trauma nur noch durch Verdrängung und Abstumpfung überwinden können. ¼ aller Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 17 Jahren gaben laut einer repräsentativen Umfrage von Alphons Silbermann aus dem Jahre 2000 an, keine Ahnung zu haben, was Auschwitz ist.

Die deutsche Vergangenheitsbewältigung ist ein wahres Wirtschaftswunder und gehört neben Autos und Bier zum wichtigsten Wirtschaftsgut des Exportweltmeisters Deutschland. Man überlege sich einmal, wie dramatisch die Arbeitslosenzahlen in Deutschland aussähen, wenn es all die Arbeitsplätze in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten, in den Holocaustforschungsinstituten und Universitäten der Antisemitismusforschung nicht geben würde. Berlin wäre um eine ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeiten ärmer. Berlin ohne Holocaust Mahnmal. Undenkbar! Von diesem Stelenfeld hat Altkanzler Gerhard Schröder einst gesagt, es sei ein Mahnmal, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“ Beneiden! Eine wahrhaft deutsche Neid-Debatte.

Die deutsche Vergangenheitsbewältigung hat es geschafft, dass einige in Deutschland wieder stolz sind auf den Holocaust; natürlich nicht auf die Perfektionierung des Massenmordes selbst, aber schon irgendwie auf die Perfektionierung der Bewältigung des Massenmordes.

Hätte es den Holocaust nicht geben, dann hätte das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Günter Grass niemals „Die Blechtrommel“ geschrieben und somit vermutlich auch nie den Nobelpreis für Literatur erhalten. In 55 Jahren von der SS zum Nobelpreis, das schafft nur Günter! Volker Schlöndorff hätte somit auch niemals „Die Blechtrommel“ verfilmen können und daher nie den Oscar für diesen Film erhalten.

So gut wie alle Oscars für den deutschsprachigen Raum sind Resultate der Vergangenheitsbewältigung: Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ und Christoph Waltz Oscar für die Rolle eines Nazis. Wenn es eine Holocaust-Industrie gibt, dann ist Deutschland der Hauptaktionär! Wer einmal in Berlin war und sich in den Hotels die Reiseführer angeschaut hat, erkennt sofort, woran Berlin verdient: „Third Reich Tour“ und „Hitler’s Berlin“ sind die wohl beliebtesten Stadtführungen.

In Deutschland wurde die Vergangenheitsbewältigung so sehr perfektioniert, dass viele Deutsche der ganzen Welt jetzt sogar Nachhilfe in Sachen Vergangenheitsbewältigung geben. Da wird die USA getadelt, weil sie mit „den Indianern“ nicht so vorbildlich umgeht, wie „die Deutschen“ mit „den Juden“ und auch Israel bekommt Nachhilfe in Sachen völkische Aussöhnung mit den Palästinensern, denn „gerade die Juden müssten es doch besser wissen.“ Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. So avanciert Auschwitz vom Ort der industriellen Massenvernichtung von Menschen zu einer sittlich-bildenden Lehranstalt für Juden.

Aber was bitte gibt es aus Auschwitz zu lernen? Dass man Menschen nicht millionenfach vergast? Dass Juden auch Menschen sind? Dass man lieb zueinander sein sollte? Dass man sich wehren darf, wenn man verfolgt wird? Dass man Menschen, die andere Menschen vergasen, den Krieg erklärt? Dass man wahnsinnige Menschen mit allen Mitteln entwaffnet? All dies sollte man auch ohne Auschwitz wissen. Auschwitz ist keine Nachhilfe für moralisch Sitzengebliebene, sondern schlicht ein unvergessbares und unverzeihliches Verbrechen, aus dem es nichts zu lernen gibt!

Dr. Martin Walser aber hat etwas aus Auschwitz gelernt und sagte zu Ignatz Bubis, der es damals gewagt hatte, ihm nicht zu seiner Ausgrabung der Auschwitzkeule zu gratulieren: „Ich habe mich schon mit dem Thema beschäftigt, da waren Sie noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt.“ Diesen Satz muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Ignatz Bubis, der 1944 im Zwangsarbeitslager Tschenstochau gefangen gehalten wurde und dessen Vater im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde und dessen Bruder und Schwester durch die Nationalsozialisten vernichtet wurden, mußte sich von Dr. Martin Walser, dessen Eintritt in die NSDAP auf den 30. Januar 1944 fällt und der das Ende des 2. Weltkrieges als Soldat der Wehrmacht erlebte, sagen lassen, wie man mit dem Holocaust umgeht – und zu dem Zeitpunkt war die Auschwitzkeule gerade erst gefunden.

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Die Portias der „Israelkritik“

Der Philosoph Isaiah Berlin hat den Antisemitismus einst als ewigen Schnupfen beschrieben, der zwar unausrottbar sei, aber nicht unbedingt tödlich. Ebenfalls auf ihn zurück geht die schelmische Formulierung: Ein Antisemit sei jemand, der Juden mehr hasst, als es strikt notwendig ist.

Diese Definition ist so pointiert, wie zutreffend. Es gibt daneben allerdings noch eine weitere Form des Antisemitismus, die sehr wirksam ist, weil selten erkannt und darum kaum ernst genommen: der Philosemitismus. Philosemitismus ist eine Art lieb gemeinter Antisemitismus, der Juden nicht mehr hasst als strikt notwendig, sondern mehr liebt. Das Zerrbild erfährt diese Form des Antisemitismus‘ in dem Drama Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing.

Nathan der Weise, der aufgeklärte, gute Jude, der jenseits aller menschlichen Eigenarten und Schwächen Sinnbild geworden ist für den verständnisvollen, vergebenden und vor allem unreligiösen Juden. Während allen Charakteren in Lessings Stück Schwächen und religiöse Eigenarten zugesprochen bekommen, thront die Idee des Nathans über alle Figuren und wird so zu einer bloßen Schablone.

Nicht auszumalen, wenn Nathan der Weise auf einmal menschliche Züge bekäme, wenn er Gefühle, ja Zorn und Rache entwickeln würde. Nathan der Weise ist ein Jude, der in der christlichen Welt gerade deshalb so beliebt ist, weil er mehr Idee denn Mensch ist. So erstrebenswert die Ideen der Aufklärung auch sind, so sehr hat es dem Judentum geschadet, dass Dank Lessings Stück diese Ideen speziell auf das Judentum projiziert wurden und sie somit wie keine andere Religion oder Kultur zur Einhaltung dieser Prinzipien verpflichtet wurde. Gerade hier ist eine der Wurzeln des lieb gemeinten Antisemitismus zu finden, der Juden solange toleriert, wie sie sich in Einhaltung der aufklärerischen Prinzipien zu Opfern der bösen Welt machen lassen.

Solange Juden in Ablehnung von Gewalt zu Opfern werden, solange sie wie Nathan der Weise höchstens ihre Rhetorik als Waffe einsetzen, wenn Ihnen die Worte Tut nichts! Der Jude wird verbrannt!“ entgegengeschmettert werden, solange sie eben ganz friedlich bleiben, solange sind sie den christlichen Mitmenschen Willkommen. Sobald sie aber beginnen, sich zu wehren, schlägt die angebliche Sympathie in bittere Antipathie um.

Der Jude hat verständnisvoll und vor allem vergebend zu sein, um von seiner Umwelt geliebt zu werden. Es ist genau diese Anforderung der christlichen Welt an Juden, die Shakespeares Jude Shylock in „Der Kaufmann von Venedig“ zum Verhängnis wird. In dieser Komödie, die 150 Jahre vor „Nathan der Weise“ verfasst wurde, finden wir einen Juden, der wie alle anderen Figuren ein ganz gewöhnlicher Mensch ist, der sich irgendwann schlicht weigert, die Schmach der Unterdrückung einfach so hinzunehmen. Wie sehr diese Figur auch in der Rezeptionsgeschichte von klassischen Antisemiten zum Zerrbild des zornigen, gierigen Juden verstellt wurde, so leicht ist es dennoch zu erkennen, wenn man das Stück einfach nur liest, was schon Heinrich Heine erkannte, dass nämlich Shylock ein wahrer, ein ehrlicher Mann ist, dem Unrecht geschieht und der sich daher folgerichtig wehrt. Wie sehr Heinrich Heine die Figur des Shylocks und somit auch das Stück „Der Kaufmann von Venedig“ mochte, wird allein schon an der Tatsache deutlich, dass er eines seiner berühmtestes Gedichte, nämlich „Die Lore-Ley“ mit den Anfangsworten dieser Komödie von Shakespeare beginnen lässt: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin.“

Während sämtliche Christen in dieser Komödie von Shakespeare nicht in der Lage sind, ihre eigenen christlichen Prinzipien zu leben, fordern sie von dem Juden eben genau diese Verhaltensweise und bestrafen ihn umso heftiger, als sich herausstellt, dass er den christlichen Geboten nicht unbedingt folgen möchte oder kann. Shylock will und kann nicht besser sein als alle anderen Menschen. Er ist kein Übermensch und bringt dies auch mit folgenden Worten auf den Punkt:

Hat nicht ein Jude Augen? Hat nicht ein Jude Hände, Gliedmaßen, Werkzeuge, Sinne, Neigungen, Leidenschaften? Mit derselben Speise genährt, mit denselben Waffen verletzt, denselben Krankheiten unterworfen, mit denselben Mitteln geheilt, gewärmt und gekältet von eben dem Winter und Sommer als ein Christ? Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen? Sind wir euch in allen Dingen ähnlich, so wollen wir’s euch auch darin gleich tun. Wenn ein Jude einen Christen beleidigt, was ist seine Demut? Rache. Wenn ein Christ einen Juden beleidigt, was muss seine Geduld sein nach christlichem Vorbild? Nu, Rache.

Shylock ist im Gegensatz zu Nathan ein Mensch, mit Gefühlen und Ängsten. Wie jeder Mensch, der bedroht oder angegriffen wird, will er sich verteidigen, sein Leben schützen und zur Not auch seine Umwelt in Angst und Schrecken versetzen, so dies die einzige Möglichkeit ist, das eigene Leben zu bewahren.

Genau diese Menschlichkeit wird Juden heutzutage verwehrt. Auch heute nimmt es die christliche und seit neustem immer vehementer auch die muslimische Welt den Juden übel, dass sie es wagen, menschlich zu sein. Es reicht schon ein Blick in die Organisation der Vereinten Nationen, um zu sehen, welche Fratze der lieb gemeinte Antisemitismus annehmen kann. Ein Drittel aller Resolutionen und Entscheidungen, die der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen seit seinem Bestehen verabschiedet hat, richtet sich gegen Israel.

In der Vereinten Nationen findet sich diese Ideologie des lieb gemeinten Antisemitismus, der von Juden mehr verlangt als von dem Rest der Welt in ganz besonderem Maße. In einer geradezu manischen Fixiertheit auf nur 0,1089% der gesamten Weltbevölkerung, denn dies ist der prozentuelle Anteil der Israelis auf der Erde, sieht die UN ein Volk, dem ganz besondere Aufmerksamkeit zu Teil werden muss. Während also 99,9% der Welt mit geradezu christlicher Milde beäugt werden, müssen die restlichen 0,1% den vollen Zorn der Aufklärung auf ihre Schultern laden. Die Vereinten Nationen sind somit nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems.

Bei dem lieb gemeinten Antisemitismus kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Der lieb gemeinte Antisemitismus lobt Juden gerne bis über den goldenen Klee und macht sie so zu besseren und vor allem überlegeneren Menschen. Sobald sie aber aufhören, Musterjuden zu sein, die ihre Kräfte zur Verwirklichung einer für die Christen besseren Welt einsetzen, schlägt die Bewunderung in Furcht und Ablehnung um. Dann plötzlich sind es die rastlosen Juden, die überall alles unterwandern und dominieren. Was für den alten Antisemitismus „Die Protokolle der Weisen von Zion“ waren, ist für den modernen und lieb gemeinten Antisemitismus „Die Israel-Lobby“.

Alle Juden der Welt zusammengenommen ergeben gerade mal 0,22% der Gesamtbevölkerung. 99,78% der Bevölkerung werden somit von Nicht-Juden gestellt. Dennoch hält sich der wackere Glaube vom starken und vor allem stets präsenten Juden. Es ist geradezu amüsant wieviel Menschen an die Macht der Juden glauben. Wenn man diese Menschen nun fragt, wie es denn um den Einfluss der Holländer (0,25% der Gesamtbevölkerung), der Deutschen (1,22%), der Chinesen (19,5 %), der Muslime (19,26%) oder der Christen (31,11%), bestellt sei, schauen diese Menschen nur ganz verwirrt, ganz so als habe man gerade eine völlig absurde Frage gestellt. Nur die Frage nach dem Einfluss der Juden ist selbstverständlich nicht absurd. Die Juden sind halt etwas ganz besonderes. Und weil sie etwas ganz besonders sind, müssen sie sich auch ganz besonders benehmen. Sie sollen brav und anständig sein, wie ein wohlerzogenes Kind, das zur Vergewaltigung zum lieben Onkel geschickt wird. Solange sich Juden schön abschlachten lassen, werden sie von allen geliebt; aber wehe, sie fangen an, sich zu wehren, dann hört der Spaß auf. Der Israel-Gaza-Konflikt von Anfang 2009 ist dafür das beste Beispiel.

Zwar erlaubt es das Völkerrecht, dass eine Nation sich zu Wehr setzen darf, wenn Bomben auf ihr Territorium abgefeuert werden, aber für Israel gilt das nicht. Obwohl das Land vom Gazastreifen aus monatelang mit Bomben beworfen wurde, begann für die Weltöffentlichkeit die Katastrophe erst, als Israel anfing, sich zur Wehr zu setzen. Die Weltöffentlichkeit war geradezu empört über die Unverschämtheit der Israelis, sich nicht einfach so abschlachten zu lassen. Nathan der Weise griff zum Messer, geradeso wie es Shylock in „Der Kaufmann von Venedig“ tat und ebenso, wie es jeder normale Mensch getan hätte.

Alle Nationen der Welt haben stets ihr Recht auf Selbstverteidigung genutzt, manchmal sogar mit bitteren Folgen für die Zivilbevölkerung (z.B. USA nach Pear Harbor oder England nach dem Blitz 1940/41), aber Israel darf das eben nicht. Dabei ist Israel das einzige Land in der Geschichte der Menschheit, das bei einer vergleichbaren Bedrohung so human reagiert hat. Kein Land der Gegenwart und der Geschichte hat jemals 1000 Bomben geschluckt, bevor es sich zur Wehr gesetzt hat und kein Land ist nach einem solchen Angriff jemals so bedacht gegen seine Feinde vorgegangen wie Israel.

Jedes zivile Opfer ist ein Opfer zu viel, das ist klar, aber jedes andere Land hätte, wenn es monatelang bombardiert worden wäre, irgendwann den Ort aus dem die Bomben kommen dem Erdboden gleich gemacht und zwar von der Luft aus. Nur Israel schickt seine Jungs und Mädchen als Bodentruppen in die Gefahr des Gazastreifens, um so die Zahl der Toten unter den Zivilisten klein zu halten. Eine geradezu einzigartige Vorgehensweise in der grausamen Geschichte der menschlichen Kriege. Man nenne mir nur ein Land, ein einziges, das anders, das besser gehandelt hat, ein Land, das anders, das besser handeln würde als Israel. Von Israel wird jedoch nicht erwartet, es besser zu machen, sondern perfekt. Israel muss ein Nathan der Weise sein, denn Israel ist der Jude unter den Staaten.

Juden dürfen auf keinen Fall auffallen. Zur Not müssen sie ganz einfach verschwinden, wie Shylock. Als Shylock sich weigert, das Prinzip der Vergebung zu leben, wird er von Portia, die ebenfalls jede Vergebung fahren lässt, brutal bestraft.

Im vierten Akt von Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ spricht Shylock seine letzten Sätze und taucht im fünften und finalen Akt einfach nicht mehr auf. Im letzten Akt ist Venedig judenrein, so wie es die Nazis einst mit der ganzen Welt vor hatten und wie es die Hamas heute für Palästina fordert. Ständig ist von palästinensischen Organisationen, aber auch von vielen europäischen und amerikanischen Regierungen die Forderung zu vernehmen, erst einmal mögen alle jüdischen Siedler verschwinden, bevor ein palästinensischer Staat gegründet werden könne, denn nur ein „judenreines“ Palästina sei ein wahres Palästina. Man stelle sich mal vor, in Europa würde ein Staat, der deutsche gar, fordern, alle Juden mögen ihre Häuser, Immobilien und Grundstücke aufgeben. Diese Forderung würde einen Aufschrei auslösen (hoffe ich wenigstens). Aber der Hamas gesteht man dieses Recht zu, eine Organisation deren erklärtes Ziel es ist „alle Juden ins Meer zu treiben“.

Wer einem palästinensischen Staat das Recht gibt, jüdische Siedler zu vertreiben, gesteht dem Land im Grunde zu, Juden zu deportieren.

Warum aber ist es für einen möglichen zukünftigen palästinensischen Staat unzumutbar, jüdische Bürger zu tolerieren?

Warum ist es schlimmer Häuser zu bauen, denn Häuser zu bebomben?

Warum ist es akzeptabler, Juden zu hassen, statt Siedler zu sein?

Warum wird im Jahre 2010 ein Brandanschlag auf eine deutsche Synagoge verübt, wenn Juden in Palästina Siedlungen bauen?

Warum müssen israelische Regierungen immer erklären, dass sie für eine Zwei-Staaten-Lösung sind, obwohl in den letzten 30 Jahren nicht ein palästinensischer Vertreter für eine solche Lösung eingetreten ist, geschweige denn einen Frieden mit Israel angeboten hat?

Warum wird Israel für die Grenzpolitik zum Gazastreifen kritisiert, eine Grenze, die sich regelmäßig für Hilfsgüter öffnet, während Ägypten für die fest geschlossene Grenze zum selben Gazastreifen nicht kritisiert wird?

Warum soll Israel seine Grenze zum verfeindeten Gazastreifen öffnen, während Agypten die Grenze zum selben aber befreundeten Gazastreifen geschlossen halten darf?

Warum fordert niemand von einem zukünftigen palästinensischen Staat, dass er Frauen und Männer, Homos und Heteros, Juden und Palästinenser mit gleichen Rechten und Pflichten vor dem Gesetz ausstattet?

Und schließlich:

Warum wird von Israel erwartet ein Nathan zu sein, wenn sich Palästina wie ein Shylock benimmt?

„Sind wir euch in allen Dingen ähnlich, so wollen wir’s euch auch darin gleich tun.“

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Dankbarkeit ist ein Geschenk

Es ist unmöglich, Dankbarkeit und Entschuldigung einzufordern. Wahrhafte Dankbarkeit und die Bitte um Verzeihung müssen immer von Herzen kommen. Sie dürfen mit keiner anderen Absicht versehen sein, als mit der Anerkennung des Anderen als ein Antlitz, dem diese Haltungen gebühren. Sie können nur in der Form des Geschenks erscheinen.

Wenn von einem Menschen verlangt wird, sich zu entschuldigen, wenn von ihm verlangt wird, dankbar zu sein, dann wird ihm durch die Aufforderung die Möglichkeit genommen, wahren Dank zu spenden oder eine ehrliche Entschuldigung zu sprechen.

Ist die Forderung nach Dankbarkeit oder nach Verzeihung erst einmal ergangen, wird der Aufgeforderte immer den Ruch mit sich tragen, seinen Dank oder seine Bitte um Verzeihung nur formuliert zu haben, weil es von ihm verlangt wurde.

Jeder Ruf nach Dankbarkeit nimmt sogleich die Möglichkeit der Dankbarkeit.

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Auschwitz war nur ein schlechtes Büro!

Es kann bekanntlich alles mit allem verglichen werden, Christen mit Kakerlaken (beide leben auf dem Planeten Erde), Muslime mit Hunden (beide essen) und Juden mit Schweine (beide trinken). Jedesmal kann der Vorwurf der Geschmacklosigkeit des Vergleichs mit der originellen Antwort entkräftet werden, ein Vergleich sei keine Gleichstellung, sondern nur eine Verdeutlichung, eine kleine Übertreibung, um auf etwas ganz besonderes aufmerksam zu machen.

Der Preis für den abenteurlichsten Vergleich geht an die Managerin Sedika Weingärtner! Sie hat die Firma Siemens auf zwei Millionen Euro Schadensersatz verklagt, weil sie dort „schlimmer behandelt wurde als Juden im 3. Reich.“ Sedika Weingärtner klagt: „Kein Jude in diesem Land musste jemals solche seelischen Qualen erleiden wie ich.“

Was? Ich kann nicht glauben, was ich dort lese. Das darf doch alles nicht wahr sein! Nur zwei Millionen Euro? Nur lächerliche zwei Millionen Euro Wiedergutmachung für eine Behandlung, die schlimmer ist, als alles, was in diesem Land jemals irgendeinem Juden angetan wurde?

Sedinka Weingärtner ist wahrhaft ein Vorbild für Versöhnung und Menschlichkeit. Obwohl sie schlimmeres erleben musste, als Menschen in Konzentrationslagern, Deportationszügen und Gaskammern, obwohl ihre Nächte schlimmer waren als jede Pogromnacht, obwohl jeder Gang vom Parkplatz zum Büro ein reiner Todesmarsch gewesen sein muss, verlangt sie nur zwei Millionen Euro von ihren Peinigern.

„Ach“, wird jetzt manch einer seufzen, „wären doch bloß die Juden auch so versöhnlich wie Sedika Weingärtner. Seit über sechzig Jahren nerven Juden jetzt schon mit ihrem Gejammer, stellen Forderungen über Forderungen, und alles, obwohl sie nicht mal ansatzweise so viel Leid ertragen mussten wie Sedika Weingärtner. Dennoch gibt sich Sedika Weingärtner, die „schlimmer behandelt wurde als Juden im 3. Reich“, mit nur zwei Millionen Euro Schadensersatz zufrieden. An Sedika Weingärtner sollten sich die Juden wirklich ein Vorbild nehmen!“

Ja, Sedika Weingärtner ist wahrhaft schlimmes angetan worden. Es soll nun hier zitiert werden (Menschen mit schwachen Nerven sei geraten, nicht mehr weiter zu lesen):

Sedika Weingärtner wurde systematisch von Besprechungen ausgeschlossen, mit einem alten PC abgespeist, in ein kleines Büro gesetzt und mit übermäßig viel Arbeit eingedeckt. Sie wurde mit den Worten „Dreck“ und „Schlamperei“ beschimpft und musste folgende Beleidigungen ertragen: „Du läufst hier wie ein Walross rum“ und „Du bringst als Frau ein derartiges Potenzial an Widerstand mit, dass jeder Mann dadurch seine Ehre beleidigt und verletzt fühlt.“ Zudem wurden ihr Männerwitze erzählt! Das muss man sich mal vorstellen! Männerwitze! Da regt man sich ernsthaft über Zyklon B auf, und eine Frau wie Sedika Weingärtner muss Männerwitze ertragen? Wenn man bedenkt, dass das Leben eines so unbedeutenden Mannes wie Itzhak Stern in „Schindlers Liste“ verfilmt wurde, wenn Tragödien wie das Leben von Sedika Weingärtner in deutschen Büros nur darauf wartet, erzählt zu werden.

Ja, so ist es mit Vergleichen, sie sind zwar immer möglich, führen aber manchmal zu solchen inhaltlichen Katastrophen, dass man sie besser unterlassen sollte. In dem Fall Sedinka Weingärtner ist der Vergleich jedenfalls so offensichtlich problematisch, dass ihn sicherlich jeder Mensch und vor allem jeder Journalist mit Vehemenz kritisieren würde. Sollte man meinen, aber die Realität sieht anders aus.

Thomas Fromm von die Süddeutschen Zeitung schreibt einen Artikel mit der Überschrift „Ausländisch, weiblich, gemobbt“, in der er nur einmal in einem Nebensatz auf die „angeblichen Verharmlosung des Holocaust“ zu sprechen kommt. Dabei spricht er von eine „angeblichen“ Verharmlosung, ganz so, als sei der Vergleich von Auschwitz mit einem schlechten Büro keine wirkliche Verhamlosung. Ansonsten ergibt sich Thomas Fromm wortreich in der Beschreibung der Vorwürfe, die zum „größten Mobbing-Prozess, der jemals in Deutschland verhandelt wurde“, geführt haben.

Simone Schmollack von der TAZ geht noch einen Schritt weiter. Die Verharmlosung des Holocaust ist ihr in ihrer Titelgeschichte nicht mal mehr ein Nebensatz wert; sie verschweigt diese Tatsache vollkommen. Simone Schmollock braucht eine deutsche Heldin ganz nach ihrem Geschmack und eine solche deutsche Heldin glaubt sie, in Sedinka Weingärtner gefunden zu haben, ein weibliches Opfer, das mit seinem Lebenslauf das Herz jeder TAZ-Journalistin so hoch schlagen lässt, wie das preussische Herz beim Rufen des Namens „Barbarossa“ im Kyffhäuser. Die TAZ strengt alle ihre Kräfte an, um die von ihr entworfende deutsche Heldin von jedem braunen Gestank zu befreien.

In diesem Zusammenhang möchte ich nun auch einen Vergleich anstellen. Denk ich an Simone Schmollock, so denke ich an jene deutsche Journalisten, die in den 60er Jahren alles daran gesetzt haben, um deutsche Politiker von ihrem braunen Gestank zu befreien. Ganz spontan kommt mir dabei auch Beate Klarsfeld
in den Kopf, die am 7. November 1968 den deutschen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger auf dem CDU-Parteitag in Berlin ohrfeigte und dies mit seiner NS-Vergangenheit begründete. „Ach,“ denke ich so bei mir, „wenn ich so an Frau Klarsfeld denke und sehe Sedika Weingärtner vor meinen Augen, wünscht ich mir, es gäb auch für Weingärtner eine Klarsfeld, um sie für ihre Verharmlosung mal so richtig abzuwatschen.“ Ja, Simone Schmollock benimmt sich wie jene deutsche Journalisten, die auf dem rechten Auge blind sind.

Aber dies ist natürlich nur ein Vergleich und keine Gleichstellung.

***

Die Anwälte von Sedika Weingärtner Frank Jansen und Klaus Michael Alenfelder gehen davon aus, dass sie gewinnen werden. Sie richten sich aber auf einen langen Prozess ein. „Fünf Jahre“, so schätzt Klaus Michael Alenfelder. Sollten sie wirklich gewinnen, dann hat die Firma Siemens genau den Fall, den sie braucht, um Sedika Weingärtner auf mindestens fünf Millionen Euro Schadensersatz erfolgreich zu verklagen, da die Beleidigung, Siemens sei schlimmer als Auschwitz, unzweifelhaft ein beispielloses Mobbing ist und die Aussage, Sedika Weingärtner laufe rum wie ein Walross, toppt – wenn auch nur minimal, (ich will hier ja nicht zu sehr vergleichen, denn die Singularität der Tragödie von Sedika Weingärtner muss selbstverständlich gewahrt bleiben).

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"fremdstämmige deutsche Frauenrechtsaktivisten"

„Der Erfolg von Necla Kelek und Seyran Ates beruht darauf, dass sie ein klares Feindbild haben.“ Dies schreibt Daniel Bax in der taz.

Dabei verschweigt Daniel Bax jedoch, dass Frau Kelek und Frau Ates lediglich gegen ihre Feinde anschreiben. Kelek und Ates jedoch werden von ihren Feinden mit dem Tod bedroht.

Das Feindbild einer Kelek und Ates ist somit immer noch von Respekt erfüllt, denn Kelek und Ates schreiben, diskutieren und streiten ganz zivilisiert mit ihren Feinden. Viele Feinde der beiden Frauen jedoch würden ihre beiden Feindinnen lieber tot sehen.

Dies ist ein so offensichtlicher Unterschied, dass es mir nicht schwer fällt, mich in Anbetracht dieser beiden verfeindeten Lager ganz klar auf die Seite von Ates und Kelek zu werfen.

Feridun Zaimoglu sieht das jedoch ganz anders. Er schreibt: „Die Hysterie und die Polemik, mit der heute fremdstämmige deutsche Frauenrechtsaktivisten die Ressentiments schüren, vergiftet das soziale Klima. Ich finde sie erbärmlich. Sie ducken nach oben und treten nach unten. Es gibt ein schönes Wort dafür: Opportunismus.“

Herr Zaimoglu kann froh sein, dass es sich bei den „fremdstämmigen deutschen Frauenrechtsaktivisten“ um aufgeklärte Menschen handelt. Manch anderer Mensch würde sich bei diesen Worten Zaimoglus so beleidigt fühlen, dass er vesuchen würde, Zaimoglus Kopf mit einer Axt zu spalten.

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