Der Islam verdient einen Mindesthohn!

Warum schreiben jene, die „umstrittene Mohamed-Karikatur“ schreiben, nicht auch „der umstrittene Prophet Mohamed“ oder „der umstrittene Koran“?

Im Januar 2015 wurde ein großer Teil der Redaktion von Charlie Hebdo ausgelöscht, weil in der Zeitung gezeichnete Bilder von Mohamed erschienen waren. Im Oktober 2020 wurde einem Lehrer in Frankreich auf offener Straße der Kopf abgeschnitten, weil er im Unterricht eine Karikatur des umstrittenen Propheten Mohameds gezeigt hatte, um damit zu erklären, was Meinungsfreiheit bedeutet. Dies sind nur zwei von unzähligen Beispielen, wo Menschen ihr Leben ließen, weil sie den Islam kritisierten.

Es ist bemerkenswert, wie still die muslimische Welt ist, wenn im Namen Mohameds geschändet und gemordet wird, aber wie laut die muslimische Welt werden kann, wenn über Mohamed gelacht wird.

Kennen Sie dieses Kunstwerk?

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Es heißt „Piss Christ“ und stammt aus dem Jahr 1987. Es wurde von dem amerikanischen Künstler Andres Serrano gemacht und zeigt ein Kruzifix, das in einem Glas mit Urin schwimmt. Das Kunstwerk war Gewinner des „Awards in the Visual Arts“. Der Wettbewerb wurde vom Center for Contemporary Art’s organisiert und wurde mit staatlichen Mitteln gefördert. Der Künstler wurde nicht ermordet. „Piss Christ“ wurde sogar von der amerikanischen Regierung mit 15.000 Dollar gefördert.

Stellen wir uns mal vor, es gäbe auch einen „Piss Mohamed“. Arabische Minister würden ein Kopfgeld auf den Künstlern ausloben. Botschaften und Flaggen würden niedergebrannt. Die amerikanische Regierung würde aufgefordert werden, das Kunstwerk zu verdammen und das deutsche Feuilleton wäre außer sich vor Wut.

Fünf Tage nach einem Mordversuch auf Kurt Westergaard, der eine Mohammed Karikatur für die Jyllands Posten gezeichnet hatte, schrieb Eugen Röttinger von der Südwestpresse:

„Westergaard wollte bewusst provozieren. Und er provoziert, fern jeder Verantwortung unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit, munter weiter: Für ihn sponsort pauschal der Islam den Terror. Er ist mindestens (sic!) so verblendet wie sein Attentäter. Deshalb sind beide gefährlich.“

Nach dem mörderischen Anschlag auf die Künstler von Charlie Hebdo schrieb Bernd Matthies im Tagesspiegel, an dem Vorwurf, der getötete Chefredakteur von Charlie Hebdo, Stéphane Charbonnier, sei ein sturer Dickkopf gewesen, der seine Redaktion in den Tod getrieben habe, sei „irgendwie was dran“. Matthies fügte hinzu, die Redaktion Charbonniers habe „zur Eskalation beigetragen“, indem sie „auf jeden Protest, jede Drohung und schließlich den Brandanschlag 2011 mit neuem, schärferem Spott“ geantwortet habe.

Dieser Vorwurf Matthies ist wie der Vorwurf an eine vergewaltigten Frau, sie habe mit ihrer Kleidung zur Vergewaltigung beigetragen. So jedenfalls sehen es auch islamische Fundamentalisten, die ihre Frauen, wenn überhaupt, nur verhüllt aus dem Haus gehen lassen.

Das Recht auf Spott ist ein Menschenrecht, vor allem, wenn sich der Hohn gegen Herrschende richtet. Mit über 1,6 Milliarden Muslimen auf der Welt und mit diversen Ländern, die nach der Scharia leben, ist der Islam eine der mächtigsten Ideologien der Welt. Der Islam herrscht. Diesen herrschenden Islam mit beißendem Spott zu kritisieren, vor allem in Anbetracht der brutalen und unmenschlichen Verbrechen, die im Namen dieser Religion zum Teil von Staats wegen begangen werden, ist aufklärerische Pflicht.

Der Islam verdient einen Mindesthohn!

Eines der erfolgreichsten Musicals des Broadways ist „The Book of Mormon“. Es hat neun Antoinette Perry Auszeichnungen für exzellentes Theater erhalten. In dem Stück werden Mormonen radikal veralbert. Ein Lied des Musicals heißt: „Hasa Diga Eebowai!“ Es bedeutet: „Fick Dich Gott!“ und wird von Bewohnern eines durch einen brutalen Warlord unterdrückten Dorfs gesungen: „Fick Dich Gott in Deinen Mund, in Deinen Arsch, in Deine Fotze!“

Was würde wohl geschehen, wenn so über Allah gesungen werden würde?

Es gibt nicht nur verschiedene Kulturen. Kulturen sind nicht einfach nur verschieden, sie sind unterschiedlich. Es gibt bessere und schlechtere Kulturen. Meinungsfreiheit ist besser. Gleichberechtigung der Geschlechter und Freiheit der Kunst, Wissenschaft und Religion sind besser.

Religionen, deren Gläubige keine Ausschreitungen provozieren, keine Fahnen verbrennen, keine Todesurteile ausrufen und keine Morde verüben, nur weil ihr Glaube verarscht wird, sind besser als eine Religion, deren Gläubige das immer wieder tun.

Im Mai 2015 unterzeichneten hundertvierzig Autorinnen und Autoren einen offenen Brief, der sich gegen die Entscheidung des Verbands PEN aussprach, das Magazin Charlie Hebdo mit dem PEN/Toni and James C. Goodale Freedom of Expression Courage Award für Freie Meinung auszuzeichnen.

Der Brief erkläret, es sei zwar “klar und unbestritten”, dass der Mord von zwölf Menschen in den Redaktionsräumen von Charlie Hebdo “widerlich und tragisch” sei und das Karikaturen “sicherlich nicht durch Gewalt oder Mord” zu beantworten seien, aber, (immer dieses aber), Sie seien auch “besorgt”, weil “Teile der französischen Bevölkerung, die an den Rand gedrängt wurden, durch das Erbe des französischen Kolonialismus geprägt sind und einen großen Prozentsatz frommer Muslime enthalten”, die Karikaturen von Charlie Hebdo als “weitere Demütigung” ansehen könnten, gemacht, um “noch mehr Leid zu verursachen”. Die Unterzeichnenden bezeichnen die Karikaturen als anti-islamisch, anti-Maghreb und anti-arabisch.

War es somit nur ein Ausdruck erfahrener Demütigung, die den 18-jährigen Täter in Frankreich dazu gebracht hat, einem 47-jährigen Lehrer den Kopf abzuschneiden? Es braucht einen enormen Willen und viel Zorn, um einem Mann den Kopf abzuschneiden. Es bedarf extremer Kraftanstrengung, um einen Kopf mit Haut, Adern und Genick-Knochen vom Leib zu trennen. Das alles soll mit einem Gefühl der Demütigung durch Spott erklärt werden?

Immer wieder werden Flaggen verbrannt, Botschaften gestürmt, getobt, gewütet, gemordet und manche Leute haben Verständnis und sprechen von „umstrittenen Karikaturen“ und von einer „Demütigung“. Dieses Verständnis für den Islamismus ist purer Rassismus.

Während bei Christen allgemein davon ausgegangen wird, dass die Mehrheit sehr wohl mit harscher Kritik und sogar mit Beleidigungen des eigenen Glaubens leben kann, wird beim Islam wird so getan, als müssten aus Sorge um den Religionsfrieden Teile der aufgeklärten Freiheit aufgegeben werden. Das ist die Logik der Fanatiker und Rassisten.

Wer Muslimen nicht das selbe zumuten will wie Christen, ist ein Rassist.

Wer nach Einschränkungen der Meinungs- und Kunstfreiheit ruft, weil Muslime angeblich nicht ertragen können, was Christen selbstverständlich ertragen, ist ein Rassist.

Wer in Muslimen nur Menschen erkennt, die gar nicht anders können, als marodierend die Straßen zu stürmen, wenn Mohammed auch nur dargestellt wird, ist ein Rassist.

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Je suis Samuel

Auf offener Straße wurde nördlich von Paris in der französischen Gemeinde Conflans-Sainte-Honorine dem 47-jährigen Lehrer Samuel Paty der Kopf abgeschnitten. Der 18-jährige Täter benutzte dabei ein Messer.

Es braucht einen enormen Willen und viel Zorn, um einem Mann den Kopf abzuschneiden. Es bedarf extremer Kraftanstrengung, um einen Kopf mit Haut, Adern und Genick-Knochen vom Leib zu trennen. Was hat den jungen Täter so brutalisiert?

Der junge Täter fühlte sich zu seiner Tat verpflichtet, weil der Lehrer in seinem Unterricht über Meinungsfreiheit gesprochen und dabei als Beispiel ein paar Karikaturen von Mohamed angesprochen und gezeigt hatte. Dies empfand der junge Täter als so eine Schmach, dass er auf äußerst brutale Art den Lehrer tötete und seinen Kopf vom Körper trennte. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt zu dieser Tat:

„Einer unserer Bürger wurde heute ermordet, weil er Schülern die Freiheit der Meinungsäußerung, die Freiheit zu glauben und nicht zu glauben lehrte. Unser Landsmann wurde feige angegriffen, er wurde Opfer eines islamistischen Terrorangriffs.“

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Ist Corona ein Segen für den Frieden im Nahen Osten?

Inmitten der Corona-Krise wurde am 15. September 2020 vor dem Weißen Haus in der US-Hauptstadt Washington eine Erklärung des Friedens, der Zusammenarbeit und der konstruktiven diplomatischen sowie freundlichen Beziehungen zwischen dem Staat Israel und dem Königreich Bahrain, sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnet.

Der Friedensvertrag wurde von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, dem Außenminister von Bahrain, Abdullatif bin Raschid al-Sajani, dem Außenminister der Emirate Abdullah bin Zayid Al Nahyan, sowie von US-Präsident Donald Trump als Zeugen, unterzeichnet.

Ich bin mir sicher, dass dieser Frieden nur möglich wurde, weil die europäischen Nationen zu sehr mit der Bekämpfung des Coronavirus beschäftigt waren und daher keine Zeit hatten, sich zu sehr im Nahen Osten zu engagieren.

Selbstgerechte europäische Parlamentarierinnen und Parlamentarier torpedieren seit Jahrzehnten eine Lösung des Konflikts, indem sie erklären, ein Frieden im Nahen Osten sei nicht möglich, bevor nicht die Palästina-Frage geklärt sei. Sie setzen sich dabei für Lösungen ein, die von großen Teilen der arabischen Welt abgelehnt werden.

Seit einigen Monaten zwingt das Coronavirus die europäischen Nationen dazu, sich etwas mehr aus der ganzen Angelegenheit herauszuhalten und siehe da, kaum treten diese selbsternannten Friedensaktivisten etwas in den Hintergrund, folgt der Frieden auf dem Fuße.

Das größte Friedenshindernis im Nahen Osten war der Wunsch der europäischen Nationen, einen Frieden mitgestalten zu wollen.

Abdullah bin Said al-Nahjan sagte zur Unterzeichnung des Friedensvertrag:

„Ich stehe heute hier, um eine Hand zum Frieden auszustrecken und eine Hand zum Frieden zu erhalten. In unserem Glauben sagen wir: Oh Gott, du bist Frieden und von dir kommt Frieden. Die Suche nach Frieden ist ein angeborenes Prinzip, doch Prinzipien werden effektiv verwirklicht, wenn sie in Maßnahmen umgesetzt werden (…) Wir erleben bereits heute einen Wandel im Herzen des Nahen Ostens, der weltweit Hoffnung schenken wird (…) Wir erleben heute einen neuen Trend, der einen besseren Weg für den Nahen Osten schaffen wird.“

Damit steht er in Solidarität mit der Unabhängigkeitserklärung Israels, in der steht:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Ich wünsche mir inständig, dass die Corona-Krise bald vorbei ist, aber noch mehr wünsche ich mir, dass sich in Zukunft alle europäischen Länder im Umgang mit dem Nahen Osten so verhalten, als würde Corona noch wüten und sich einfach aus dem Konflikt raushalten.

Dies gilt auch für die amerikanischen Vertreter, die die Politik von John Kerry unterstützt haben. John Kerry war Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika unter Barack Obama und erklärte im Jahr 2016:

„Es wird keine separaten Friedenverträge zwischen Israel und der arabischen Welt geben. Ich möchte Ihnen das allen absolut klar machen. Ich habe einige berühmte Politiker in Israel gehört, die hin und wieder sagen: >Nun, die arabische Welt ist heute in einem anderen Zustand. Wir müssen nur auf sie zugehen. Wir können einige Dinge mit der arabischen Welt erarbeiten und dann werden wir mit den Palästinensern verhandeln.< Nein, nein, nein, und nein! Ich kann ihnen das versichern, sogar bestätigt sogar in den letzten Woche, da ich mit Führern der arabischen Gemeinschaft gesprochen habe. Es wird keine separaten Friedensverträge mit der arabischen Welt geben, ohne eine palästinensische Entwicklung und einen palästinensischen Frieden.“

Damit lag John Kerry falsch, falsch, falsch und falsch. John Kerry glaubte nicht an einen separaten Frieden, aber andere taten es. Und sie erhielten Frieden.

Im selben Jahr, als John Kerry erklärte, es könne keine separaten Friedensverträge zwischen Israel und der arabischen Welt geben, erklärte der Ministerpräsident Israels, Benjamin Netanjahu, vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen:

Aber jetzt werde ich Sie noch mehr überraschen. Sie werden feststellen, dass die größte Veränderung in der Haltung zu Israel anderswo stattfinden wird, nämlich in der arabischen Welt. Unsere Friedensverträge mit Ägypten und Jordanien sind Stabilitätsanker im sonst so unsicheren Nahen Osten. Und daher sage ich Ihnen noch etwas: Zum ersten Mal in meinem Leben, erkennen viele andere Staaten in der Region, dass Israel nicht ihr Feind ist, sie erkennen vielmehr, dass Israel ihr Verbündeter ist!“

Benjamin Netanjahu sagte im Jahr 2016, die arabische Welt könne eine natürliche Verbündete Israels werden, denn unsere gemeinsamen Ziele sind Sicherheit, Wohlstand und Frieden. Ich glaube daher, dass wir in den kommenden Jahren zusammenarbeiten werden, um diese gemeinsamen Ziele in offener Zusammenarbeit zu verwirklichen.

John Kerry sagte zu den Worten dieses „berühmten Politikers“ aus Israel: „Nein, nein, nein und nein!“

Als Donald Trump die Botschaft der Vereinigten Staaten nach Jerusalem verlegte und die Stadt als Hauptstadt Israels anerkannte, behauptete Kerry:

Das wird eine Explosion geben – eine absolute Explosion in der Region, nicht nur im Westjordanland und vielleicht sogar in Israel selbst, sondern in der gesamten Region.“

Kerry hatte Recht. Es gab eine Explosion. Eine Explosion des Friedens!

Die Explosion des Friedens wurde möglich, als die Partei von John Kerry in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht regierte und die Nationen in Europa besseres zu tun hatten, als ihre Kraft im Nahen Osten zu entfalten.

Mögen sich daher die selbsternannten europäischen Friedensstifter auch in Zukunft aus dem Nahen Osten heraushalten. Es wäre gut für den Frieden.

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Diese Corona-Regeln gelten für Köln

Tapfer im Nirgendwo fasst das Amtsblatt der Stadt Köln mit der Sondernummer 76 vom 9. Oktober 2020 zusammen. Folgende Verhaltensregeln gelten in Köln:

Nr. 1: In der Öffentlichkeit darf sich maximal eine Gruppe von 5 Personen treffen.

Nr. 2: In allen Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen der Stadt Köln, muss eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden, ebenso in der Altstadt, auf den Kölner Ringen, sowie auf dem linksrheinischen Rheinufer zwischen Mülheimer Brücke und Südbrücke und auf dem rechtsrheinischen Rheinboulevard.

Nr. 3: Die Mund-Nase-Bedeckung muss ebenfalls auf Märkten, in Hochschulen, bei außerschulischen Bildungsveranstaltungen, in Bibliotheken, bei Kulturveranstaltungen, bei Sportveranstaltungen, sowie bei sonstigen Veranstaltungen und Versammlungen innerhalb geschlossener Räume getragen werden. Dies gilt auch am Sitzplatz und zwar unabhängig davon, in welchen Verhältnis die Personen zueinander stehen, selbst wenn die Abstände von 1,5 Metern eingehalten sind oder die besondere Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist.

Nr. 4: Die Mund-Nase-Bedeckung muss ebenfalls in Zoos, Botanische Gärten, Garten- und Landschaftsparks, sowie auf Ausflugsfahrten mit Schiffen, Kutschen, historischen Eisenbahnen und ähnlichen Einrichtungen getragen werden.

Nr. 5: Die Mund-Nase-Bedeckung ist ebenfalls bei religiösen Zusammenkünften zu tragen. Das gemeinsame Singen ist verboten. Das Vorsingen ist erlaubt.

Nr. 6: Von 22 Uhr ist 6 Uhr ist das Trinken von Alkohol im öffentlichen Raum verboten. Ausgenommen hiervon ist der Konsum von alkoholischen Getränken im konzessionierten Bereich von Gaststätten, einschließlich Außengastronomie, während der jeweiligen Öffnungszeiten.

An Wochenenden ist das Trinken von Alkohol an folgenden Orten 58 Stunden lang verboten und zwar von freitags, 20 Uhr bis montags, 6 Uhr: Kölner Altstadt, Stadtgarten und Umgebung, Brüsseler Platz und Umgebungsstraßen, Schaafenstraße und Umgebung, Zülpicher Viertel und Rheinpromenade rechtsrheinisch.

Nr. 7: In der Gastronomie ist stets die besondere Rückverfolgbarkeit der Gäste sicherzustellen. Das heißt, die Gastronomin bzw. der Gastronom hat selbst oder durch Personal Name, Anschrift, Telefonnummer sowie die Dauer der Anwesenheit und zusätzlich durch einen Sitzplan zu erfassen, welche anwesende Person
wo gesessen hat. Die Daten sind nach dem Besuch für vier Wochen aufzubewahren.

Nr. 8: Für die Erfassung der Daten verantwortliche Person hat die gemachten Angaben unverzüglich auf Vollständigkeit und insbesondere auf offensichtlich missbräuchliche Angaben zu kontrollieren.

Nr. 9: Für Kulturveranstaltungen, Messen und Märkte wird die zulässige Anzahl an Zuschauenden auf ein Drittel der Regelauslastung beschränkt. Für Sportveranstaltungen wird die zulässige Anzahl an Zuschauenden auf ein Fünftel der Regelauslastung. Bei allen Veranstaltungen dürfen es jedoch höchstens 1.000 Teilnehmende sein. Bei standesamtlichen Trauungen sind maximal 25 Gäste zugelassen.

Nr. 10: Bei Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen ist die besondere Rückverfolgbarkeit und im Freien die einfache Rückverfolgbarkeit sicherzustellen.

Nr. 11: Für Kulturveranstaltungen, Sportveranstaltungen und Teilnehmenden an
sonstigen Versammlungen gilt, dass auch bei Sicherstellung der besonderen Rückverfolgbarkeit ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen allen Personen einzuhalten, es sei denn, es handelt sich um Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner, um Personen aus maximal zwei verschiedenen häuslichen Gemeinschaften, um die Begleitung minderjähriger und unterstützungsbedürftiger Personen oder um zwingend notwendige Zusammenkünfte aus betreuungsrelevanten Gründen.

Nr. 12: Der Betrieb von Zoologischen Gärten und Botanischen Gärten ist nur
gestattet, wenn unverzüglich nach Inkrafttreten dieser Allgemeinverfügung ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept vorgelegt wird.

Nr. 13: Die Anzahl von gleichzeitig in einem Geschäftslokal anwesenden Kundinnen und Kunden darf eine Person pro zehn Quadratmeter der Verkaufsfläche im Sinne des Einzelhandelserlasses NRW nicht übersteigen.

Nr. 14: Kontaktsport darf nur in einer Gruppe von maximal 30 Personen ausgeübt werden.

Nr. 15: Die Größe von Tagesausflügen, Ferienfreizeiten, Stadtranderholungen und Ferienreisen für Kinder und Jugendliche wird auf zehn Personen beschränkt.

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2000 Jahre jüdisches Leben am Rhein

Der im Jahr 2018 im Gemeindehaus der Synagoge Köln gegründete Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ hat zum Ziel, die Bedeutung der jüdischen Kultur und Geschichte für Deutschland und Europa wachzuhalten. Der Verein leistet wertvolle Arbeit und ich bin sehr dankbar dafür. Allerdings befinden sich im Namen des Vereins zwei Fehler:

Erstens: Es gibt nicht seit 1700 Jahren jüdisches Leben in Deutschland. Das ist sogar unmöglich, weil Deutschland noch gar nicht so lange existiert. Juden leben am Rhein länger als Deutsche.

Zweitens: Juden leben am Rhein schon länger als 1700 Jahre. Im Jahr 321 wird die jüdische Gemeinde in Köln lediglich erstmals schriftlich nachweisbar erwähnt.

Lange bevor in Europa das deutsche Volk in Erscheinung trat, lebten bereits Juden in den Städten, die heute zu Deutschland gehören, zum Beispiel Köln, Bonn, Worms, Speyer, Trier und Augsburg, um nur ein paar zu nennen.

Völker kommen und gehen. Sie entstehen, bestehen, verwehen. Nicht selten werden Völker von außen bestimmt. Das beste Beispiel dafür ist das deutsche Volk, das in den verschiedenen Sprachen verschieden bezeichnet wird. Die Finnen nennen Deutsche „Saks“, weil sie die Sachsen in ihrer direkten Nachbarschaft haben. Die Sachsen treten erstmals ab dem 3. Jahrhundert in Erscheinung. Die Franzosen wiederum nennen die Deutschen Alemannen, eine Volksbezeichnung, die ebenfalls erstmals im dritten Jahrhundert auftaucht. Die Polen nennen die Deutschen Niemieckis und die Engländer Germanen. Kaum ein Deutscher würde sich jedoch Germane nennen und nur wenige bezeichnen sich als Sachsen oder Alemannen. Die Deutschen nennen sich „deutsch“. Woher kommt jedoch das Wort „deutsch“?

„Deutsch“ komm von dem Wort „diutisc“ und bedeutet so viel wie „zum Volk gehörig“. Mit diesem Begriff wurde die nicht-romanischsprechende Bevölkerung jenseits der nördlichen Grenze des Römischen Reichs bezeichnet. Der erste wichtige Beleg für den Begriff ist eine Textstelle aus dem 4. Jahrhundert, eine Passage in der gotischen Bibelübersetzung des Bischofs Wulfila. In seiner griechischen Vorlage fand er als Gegenbegriff zu jüdisch den Begriff „ἐθνικός“ (zum Heiden-Volk gehörig). Die nichtjüdischen Völker, die noch christlich bekehrt werden sollten, wurden mit diesem Wort zusammengefasst. Wulfila übersetzt den Begriff ins Gotische und verwendete dazu das Wort „þiudisko“.

Mit diesem Begriff wurden alle nicht Latein sprechenden Stämme jenseits der römischen Grenze zu einem Volk subsumiert. Diese Stämme zeichneten sich dadurch aus, dass ihre Frageworte mit einen W-Laut anfingen. Das ist übrigens noch heute so. Die Frageworte der deutschen Sprachfamilie lauten: Wer, Wie, Was, Who, Why, Where, Waarom, Wat, Waar. Die romanischen Sprachen zeichnen sich durch Frageworte aus, die mit Q anfangen: Quand, Que, Qui, Quando, Quoi.

Diese Lautverschiebung wird in der Sprachwissenschaft „Erste Deutsche Lautverschiebung“ genannt und geschah ungefähr fünfhundert Jahre vor moderner Zeitrechnung. In dieser Zeit entstand ein neuer Sprachraum, der später der „deutsche“ Raum genannt wurde.

Dieser sprachliche Vorstellungsraum wurde zu einer Zeit erfunden, als bereits eine Synagoge in Köln stand, jedoch verstanden sich die unter diesem Begriff zusammengefassten Stämme nicht als ein Volk mit einer gemeinsamen Identität. Nicht wenige Stämme lagen im Krieg miteinander.

Nach dem Zusammenbruch des Antiken Römischen Reichs war Mitteleuropa für Jahrhunderte ein chaotisches Gebiet der Völkerwanderung mit Scharmützeln an jeder Ecke. Erst die Karolinger brachten wieder Ordnung in die Region, indem Karl der Große von der römisch-katholischen Kirche wieder zum Cäsar (Kaiser) gekrönt wurde. So entstand das karolingische Ostfrankenreich. Aus dem Westfrankenreich sollte sich später Frankreich entwickeln.

Aus dem Ostfrankenreich bildete sich im 10. Jahrhundert unter der Dynastie der Ottonen das Heilige Römische Reich heraus. Der Name „Sacrum Imperium“ ist für 1157 und der Titel „Sacrum Romanum Imperium“ für 1254 erstmals urkundlich belegt. Ab dem 15. Jahrhundert kam dann der Zusatz „Deutscher Nation“ hinzu, um das Reich vom Antiken Rom zu unterscheiden.

Als dieses Reich im frühen 19. Jahrhunderte aufhörte zu existieren, war Mitteleuropa wieder ein Flickenteppich mit dutzenden Landesvätern. „Deutschland“ war lediglich ein Vorstellungsraum. Der Traum einer deutschen Republik zerplatze in der gescheiterten Revolution 1848/49. Den Vorstellungsraum Deutschland dominierten stattdessen das Kaisertum Österreich, das Königreich Preußen, der Rheinbund und der Deutsche Bund unter der Führung Österreichs, der sich im Jahr 1815 gegründet hatte.

Der Deutsche Bund war ein Staatenbund, den die „souveränen Fürsten und freien Städte Deutschlands“ schlossen. Die Mitgliedes des Deutschen Bunds waren auch der Kaiser von Österreich und die Könige von Preußen, Dänemark und der Niederlande. In diesem Bund gärte der Wunsch nach einer deutschen Nation. Die Konkurrenz zwischen Österreich und Preußen um die Vorherrschaft im Bund spitzte sich zum deutschen Dualismus zu. Mit dem Deutschen Krieg und der Schlacht bei Königgrätz entschied Preußen 1866 die Vorherrschaft zu seinen Gunsten, führte die diversen Länder zu einem Reich zusammen und gab ihm den Namen „Deutsches Reich“, in Anlehnung an das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, um so eine jahrhundertlange Tradition der vermeintlichen Deutschen vorzugaukeln.

So wurde das deutsche Volk im Jahr 1871 erfunden.

Für das „Deutsche Reich“ wurde sogar ein Denkmal errichtet – oder besser gesagt: fertiggestellt. Um die Macht des neuen Deutschen Reiches zu dokumentieren, wurde eine über sechshundertjährige Baustelle fertiggestellt. Das Gebäude sollte daraufhin vier Jahre lang das höchstes Gebäude der Welt sein. Es ist der Kölner Dom.

Köln wurde somit 1871 deutsch. Davor war die Stadt mal römisch, mal französisch, mal preußisch. Kein Volk jedoch lebt länger in Köln als Juden. Die älteste Schrift, die jüdisches Leben in Köln dokumentiert, ist ein Dekret Kaiser Konstantins aus dem Jahre 321. In diesem Dekret heißt es:

„Allen Stadträten gestatten Wir durch allgemeines Gesetz, Juden in die Kurie zu berufen.“

In einer weiteren Urkunde von 341 ist vermerkt, dass die Synagoge mit kaiserlichen Privilegien ausgestattet wurde. Der Bau einer jüdischen Versammlungsstätte zeigt, dass zu dieser Zeit schon eine größere Gemeinde vorhanden war. Das Judentum gehört zu Köln, bevor das Christentum Teil der Stadt wurde. Das Judentum brachte die Geschichten von Noah, Abraham, Sarah, Rebecca, Moses, Adam und Eva an den Rhein.

Die Römer glaubten an an ihre Götter. Die Juden glauben an ihren einzigen Gott. In keiner deutschen Stadt steht mehr ein Tempel für die Götter Roms, aber überall stehen Synagogen. Das Judentum ist somit das älteste Volk und die älteste Gemeinde Deutschlands.

Wir feiern im Jahr 2021 also nicht 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, sondern knapp 2000 Jahre jüdisches Leben am Rhein.

Als sich das Christentum mit der Macht der römischen Kaiser über Europa ausbreitete und sich einige Jahrhunderte später unter diesem Teppich das deutsche Volk erfand, wurden Juden schnell zu den Erzfeinden des neuen Volks erklärt. Im Jahr 1096 kam es im Verlauf des Ersten Kreuzzuges zu mehreren Pogromen. Am 27. Mai 1096 fielen in Mainz Hunderte von Juden Gewaltexzessen zum Opfer.

Ähnliches geschah im Juli desselben Jahres in Köln. Im Jahre 1146 wurden mehrere Juden bei Königswinter von einem aufgebrachten christlichen Mob erschlagen, kurz vor Beginn des Zweiten Kreuzzuges. Nach dem Vierten Laterankonzil im Jahr 1215 waren alle Juden dazu angehalten, sich durch ihre Kleidung deutlich als Nichtchristen auszuweisen. Besonders die Farbe Gelb wurde genutzt, um Juden in Europa diskriminierend zu kennzeichnen. Juden wurden gezwungen, einen gelben Ring in Brusthöhe auf ihrer Kleidung zu tragen.

Aus dieser Stigmatisierung entwickelte sich später der gelbe Judenstern der Nazis. Ähnliche Kleiderordnungen waren im Islam schon seit dem frühen 8. Jahrhundert für Juden üblich. Ihre Kennzeichnungspflicht begann 717 mit einem Befehl von Kalif Umar II. Die Art des Kennzeichens war anfangs nicht festgelegt und variierte. 807 befahl Kalif Hārūn ar-Raschīd in Persien für Juden dann einen gelben Gürtel.

In den Jahren 1287 und 1288 kam es im Rheinland zu einer Verfolgungswelle gegen Juden. In Andernach, Altenahr, Bonn und Lechenich wurden Juden getötet und ihre Häuser geplündert. In den zwanziger Jahren des 14. Jahrhunderts wurde im Kölner Dom die sogenannte „Judensau“ auf einer der Stuhlwangen des Domchores angebracht. Sie befindet sich noch heute dort!

Trotz der Verfolgung prägten Juden das Gesicht Europas. Die bedeutsamste Prägung dürfte die Gründung der SchUM (hebräisch שו״ם) sein. SchUM war eine Art jüdische Hanse, nämlich ein Bund der jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz. Das Wort SchUM ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben ihrer mittelalterlichen, auf das Latein zurückgehenden hebräischen Namen: Schin (Sch) für Schpira (Speyer), Waw (U) für Warmaisa (Worms) und Mem (M) für Magenza (Mainz).

Die SchUM-Städte vertraten neben Handelsangelegenheiten auch eine gemeinsame Richtlinie bei der Auslegung der Religionsgesetze, die als Takkanot Schum (תקנות שו״ם) bekannt sind. Mit diesen Erlassen und den Talmudschulen, die unter den Juden in ganz Europa hohes Ansehen genossen, erlangten die SchUM-Städte Anfang des 13. Jahrhunderts eine führende Rolle im aschkenasischen Judentum. Aufgrund ihrer zentralen Bedeutung für die jüdischen Gemeinden in Zentraleuropa gelten sie sogar als Geburtsstätte der aschkenasischen religiösen Kultur.

Nach vier Jahrhunderten endete die große Zeit von SchUM um 1350, als diese Gemeinden infolge der Großen Pest und von Massakern ausgelöscht wurden. In der Folgezeit entstanden zwar wieder kleine Gemeinden, die jedoch nie mehr jene Bedeutung erlangten, die sie vorher hatten.

Aus Köln wurden im Jahr 1424 alle Juden vertrieben. Das Volk, das in Köln länger gesiedelt hatte als Christen, wurde zu illegalen Siedlern erklärt und vertrieben! Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit Napoleon und dem Code Civil, in dem das aufklärerische Ideal der Religionsfreiheit festgehalten wurde, kehrten Juden nach Köln zurück. Ein Jahrhundert später sollten sie jedoch wieder zu illegalen Siedlern erklärt werden, diesmal von den Nazis.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es viele jüdische Siedlungen in Europa. Sie wurden Schtetl genannt. Für die Nazis waren diese Schtetl jedoch illegale jüdische Siedlungen, die sie vernichteten und mit ihnen einen Großteil der jüdischen Bevölkerung Europas. Die Nazis erklärten, Juden könnten keine Deutsche sein, eine nationale Identität, die erfunden wurde, lange nachdem Juden bereits in deutsche Lande gesiedelt hatten.

Wenn man sich die Geschichte Kölns anschaut, so war das Leben dort unter den Römern, Franzosen und Amerikanern deutlich besser als unter den Preußen und Deutschen. Vielleicht hätte dieses Volk gar nicht erfunden werden müssen. Deutsche waren viel zu oft Besatzer und andere Völker viel öfter Befreier. Erst mit den Alliierten kehrte die Religionsfreiheit nach Deutschland zurück und Juden wurden nicht länger als illegal bezeichnet.

Juden und Deutsche sind keine Gegensätze. Juden gehören vielmehr zu den Mitbegründern des deutschen Volkes. Das Judentum ist die älteste noch heute praktizierte Religion Deutschlands.

Deutsch ist, wer Deutsch spricht, denkt und träumt. Juden gehören sogar zu den ersten Schrift-Deutschen. Die diversen deutschen Sprachen hatten nämlich lange kein eigenes Alphabet. Die deutsch Sprachen wurden gesprochen, nicht geschrieben. Es gibt aber zwei Alphabete, in denen die diversen deutschen Sprachen erstmals schriftlich niedergelegt wurden. Diese beiden Alphabete sind heute noch gebräuchlich für das Deutsche. Das überwiegend benutze Alphabet fast aller heute noch gesprochenen deutschen Sprachen ist Latein. Es gibt aber auch eine deutsche Sprache, die auf Hebräisch geschrieben wird: Jiddish.

„Warum ist es am Rhein so schön?“

Juden wissen es länger als Christen und Deutsche. Juden tranken ihren Wein auf die Schönheit des Rheins bereits, bevor es Christen und Deutsche taten. Dennoch wurden sie später von Deutschen und Christen vertrieben und ihre Bedeutung für die Kultur Europas negiert. 

Juden haben Europa geprägt und das schon seit 2000 Jahren.

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Honest Abe

In der TV-Debatte mit Mike Pence behauptete Kamala Harris folgendes:

„Im Jahr 1864 stand Abraham Lincoln zur Wiederwahl. Es waren 27 Tage vor der Wahl, als ein Sitz am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten offen wurde. Abraham Lincolns Partei war nicht nur für das Weiße Haus, sondern auch für den Senat verantwortlich. Aber der ehrliche Abe sagte: „Das ist nicht das Richtige. Das amerikanische Volk hat es verdient, die Entscheidung darüber zu treffen, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein wird, und dann kann diese Person auswählen, wer am höchsten Gericht des Landes den Rest seines Lebens dienen wird.“

“In 1864 Abraham Lincoln was up for reelection. And it was 27 days before the election. And a seat became open on the United States Supreme Court. Abraham Lincoln’s party was in charge not only of the White House but the Senate. But Honest Abe said, ‘It’s not the right thing to do. The American people deserve to make the decision about who will be the next president of the United States, and then that person will be able to select who will serve for a life time on the highest court of the land.”

Diese Behauptung stimmt so nicht!

Am 12. Oktober 1864 starb der Oberste Richter Roger B. Taney im Alter von 87 Jahren. Damit wurde sein Sitz vier Wochen vor den Präsidentschaftswahlen mitten im Bürgerkrieg frei.

Tatsächlich nominierte Lincoln den Nachfolger nicht sofort, sondern wartete bis nach der Wahl. Der Grund jedoch ist nicht der, den Kamala Harris behauptet.

Lincoln konnte den offenen Sitz am Obersten Gerichtshofs gar nicht vor der Wahl besetzen, da sich der Kongress seit dem 4. Juli des Jahres in einer Pause befand und erst am 5. Dezember wieder zusammen traf. Lincoln hatte schlicht keine Gelegenheit, einen Nachfolger zu benennen und diese Person vor der Präsidentschaftswahl vom 8. November 1864 vom Senat bestätigen zu lassen.

Zudem befand sich der republikanische Präsident Lincoln mitten in einem Bürgerkrieg gegen die rebellischen konföderierten Staaten unter der Präsidentschaft des Demokraten Jefferson Davis. Während die Republikaner für eine Abschaffung der Sklaverei kämpften, verteidigten die Demokraten die Sklaverei.

Lincoln versuchte, die Unterstützung von Demokraten zu finden, um so die Teilung des Landes zu beenden. Er erklärte daher einen Demokraten aus den Südstaaten zu seinem Vizepräsidenten. Sein Name war Andrew Johnson.

Dieser politische Schachzug löste verständlicherweise einige Tumulte aus. Unter anderem verließ Finanzminister Salmon P. Chase aufgrund dieser Entscheidung das Kabinett Lincolns. Chase war ein sehr bekannter und beliebter Republikaner und hatte selbst Interesse am Präsidentschaftsamt. Lincoln konnte daher einen Konkurrenten wie Chase im Wahlkampf nicht gebrauchen.

Daher ist es sehr interessant, dass Lincoln nach der Wahl eben diesen Chase umgehend als seinen Kandidaten für das Oberste Gericht an den Senat schickte. Es kann angenommen werden, dass Lincoln seinen innerparteilichen Konkurrenten Chase dadurch auf seine Seite zog, dass er ihm garantierte, ihn als Obersten Richter vorzuschlagen.

Chase wurde bestätigt und war bis zu seinem Tod im Jahr 1873 Oberster Richter der Vereinigten Staaten.

Honest Abe hat nicht gesagt: „Das ist nicht das Richtige. Das amerikanische Volk hat es verdient, die Entscheidung darüber zu treffen, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein wird, und dann kann diese Person auswählen, wer am höchsten Gericht des Landes den Rest seines Lebens dienen wird.“

Das hat Kamala Harris schlicht erfunden.

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Wir wollen nur unsere Arbeit tun!

Seit einigen Monaten dürfen die Theater in Deutschland wieder öffnen, wenn sie ein akzeptables Hygienekonzept vorweisen können. Ich spiele seit Juli wieder Theater.

Meine Aufführungen von Kunst gegen Bares im Kölner ARTheater fanden seit dem unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt. Es wurden lediglich die Hälfte der Plätze angeboten. Platzanweiser sorgten dafür, dass bei Ein- und Auslass die Mindestabstände eingehalten wurden. Die Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Gastes wurde sichergestellt. Das Personal des ARTheaters wurde somit verdoppelt, das Publikum jedoch halbiert.

Dies war finanziell für mich nur möglich, weil es gelang, unter den Umständen mindestens neunzig Prozent der angebotenen Stühle besetzt zu bekommen. Oft waren wir den Umständen entsprechend sogar ausverkauft. Das Publikum lechzt nach Kultur.

Es kam bei keinem der Aufführungen zu einer Infektionen. Nach meiner Kenntnis hat es bisher noch in keinem Theater in Deutschland eine Infektion gegeben.

Da die Neuinfektionen aber in Deutschland jetzt dennoch steigen, wird das Theater zur Rechenschaft gezogen. In der aktuellen Änderung der Allgemeinverfügung vom 2. Oktober 2020 zur regionalen Anpassung der Coronaschutzverordnung an das Infektionsgeschehen in der Stadt Köln vom 9. Oktober 2020 steht, dass die zulässige Anzahl an gleichzeitig anwesenden Besucherinnen und Besuchern in Theatern auf ein Drittel begrenzt wird. Für Kulturveranstaltungen gilt zudem, dass auch bei Sicherstellung der besonderen Rückverfolgbarkeit ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten sei und das maximal fünf Personen zusammensitzen dürfen, wenn sie aus einem Haushalt sind.

Mit diesen Auflagen macht ein kleines freies Theater mehr Verlust, wenn es öffnet, als wenn es geschlossen bleibt.

Die Bundesliga kann Geisterspiele veranstalten, die Infrastruktur dafür ist gegeben. Fernsehshows können ohne Publikum realisiert werden, denn das eigentliche Publikum sitzt vor der Mattscheibe. Subventionierte Theater können durch die Unterstützung von Kommunen und Länder mit diesen Auflagen unter schweren Umständen einigermaßen den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Freie Theater jedoch werden durch diese Auflagen zerstört.

Ich spüre in der Politik eine geradezu schmerzhafte Ignoranz gegenüber freien Theatern und eine krasse Missachtung all jener Theaterleiterinnen und Theaterleiter, die sich unabhängig und selbstständig finanzieren und innerhalb der Krise verantwortungsbewusst kleine Leuchtfeuer der Kultur entfacht haben.

Die momentane Situation ist für alle schwer, aber als freier Theatermensch fühle ich mich in dieser Krisensituation besonders hilflos und allein gelassen.

Ein Theater finanziert sich nicht nur über Eintrittsgelder, sondern auch darüber, dass die Menschen das Theater als Ort des Schauens gemeinsam erleben, sowohl im Zuschauerraum als auch an der Bar, wo besonders in den Pausen und nach der Aufführung ordentlich Umsatz gemacht wird.

Die momentanen Auflagen zerstören die freie Theaterszene, denn selbst bei vollkommener Auslastung macht ein kleines Theater durch diese Auflagen Verlust.

Bei diesen Auflagen fallen ausgerechnet jene freue Künstlerinnen und Künstler durchs Netz, die bisher erfolgreich und ohne große Subventionen dieses Land mit Kultur bereichert haben.

Aber nicht nur Theater sind betroffen. Die neuen Auflagen greifen auch in andere Freiheiten ein. In Köln ist mit der neuen Verfügung das Konsumieren von Alkohol im öffentlichen Raum zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Desweiteren ist an vielen Orten in Köln, wie zum Beispiel der Altstadt und dem Kwartier Latäng, der Verkauf von Alkohol außer Haus an Wochenenden von Freitag Abend bis Montag Morgen untersagt. Zudem muss in sämtlichen Fußgängerzonen der Stadt Köln, in den Einkaufsstraßen, in der Altstadt, auf den Kölner Ringen, auf dem linksrheinischen Rheinufer zwischen Mülheimer Brücke und Südbrücke und auf der rechtsrheinischen Rheinpromenade Mund-Nase-Bedeckung getragen werden. Ein gemeinsames Singen ist verboten. Außerdem gilt:

„Sofern Kontaktdaten zu erfassen sind, hat die für die Erfassung verantwortliche Person die gemachten Angaben unverzüglich auf Vollständigkeit und insbesondere auf offensichtlich missbräuchliche Angaben (pseudonyme Angaben) zu kontrollieren.“

Unter diesen Umständen werden viele Theater und andere Veranstaltungsräume nicht öffnen können.

Seit Monaten machen Künstlerinnen und Künstler des freien Theaters wie ich Überstunden, um Kultur sicher und verantwortungsvoll bereitzustellen und jetzt bekommen ausgerechnet wir eine Faust in die Fresse. Theaterspielleiter Torsten Schlosser vom Atelier Theater in Köln erklärt:

„Irgendwie fühle ich mich gerade viel zu rechtschaffen für diese Zeit. Denn während es in den letzten Wochen das junge Partyvolk auf den Ringen und der Zülpicher Straße und die Kölner Lokalpolitiker auf den Wahlpartys ordentlich haben krachen lassen, wollte ich nur meine Arbeit tun. Und mich dabei eigentlich an alle Regeln halten. Und jetzt kommt dieser Moment, wo in meinem Kopf dieser Ton zu hören ist, den wir alle von früher kennen, als Tor 3 aufging und der Zonk zum Vorschein kam. Oder eine Einbauküche.“

Wir wollen alle nur unsere Arbeit tun und Theaterarbeit ist systemrelevant!

Essen, trinken, atmen, all das tun Tiere auch. Wenn es etwas gibt, dass uns Menschen vom Tier unterscheidet, dann unsere Fähigkeit, Geschichten zu erzählen und Welten zu erdichten. Wenn es etwas gibt, dass uns Menschen als Menschen relevant macht, dann unsere Fähigkeit, Kunst zu schaffen.

Wenn wir diese Relevanz auf dem Altar der Angst opfern, dann sind wir keine Menschen mehr.

Wir dürfen einfach nicht aufhören, Menschen zu sein, nur weil wir voreinander Angst haben, da wir uns gegenseitig anstecken können. Wir müssen verantwortungsvoll sein füreinander und miteinander, aber wir dürfen uns gegenseitig nicht als zu vermeidende Bedrohungen wahrnehmen. Wir müssen einander zugewandt bleiben, neugierig und mutig. Menschen sind soziale Wesen. Wenn wir das aufgeben, dann hat die Pandemie gesiegt und wir sind keine Menschen mehr.

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Party im Büro

Tapfer im Nirgendwo präsentiert „Party im Büro“ von Viktoria Burkert.

Plötzlich sind alle jünger als du
und haben auch noch deine Träume erreicht.
Du sitzt vor dem Scherbehaufen Leben
und fragst dich: Wer war ich doch gleich?

Du hast jetzt ne Katze und achtest auf dein Gewicht,
du googelst dich selber und findest dich nicht,
irgendwas läuft hier ganz schön schief …

Warum bist du nicht froh?
Morgen ist Party im Büro,
da freun sich doch alle alle alle drauf seit Wochen,
der Jochen wird vierzig, das ist was zum Fröhlichsein,
jetzt schau doch nicht immer so traurig drein,
sei froh, dass du eine Stelle hast,
denn in der heutigen Zeit heißt das Sicherheit,
unbefristete Sicherheit.

Und wer ne Stelle hat,
macht nen Nudelsalat.
Für den Jochen und die Gisela,
die findet den Salat ganz wunderbar,
deinen unbefristeten Nudelsalat.

Früher, da warst du anders als jetzt,
den Kopf voll Konfetti, die Nase im Wind.
Du saßt kirchenessend in riesigen Bäumen,
die Zeit war, was kommt, noch nicht das, was zerrinnt. 

Du bist schon lang Single
und sagst, dir sei das ganz recht,
bist heimlich bei Tinder, doch hast nie ein Match,
irgendwie ist das nicht gerecht …

Warum bist du nicht froh?
Morgen ist Party im Büro,
da freun sich doch alle alle alle drauf seit Tagen,
der Hagen backt extra nen Kuchen für Jochens Fest,
das geht nicht, dass du dich jetzt hängen lässt,
traurig sein geht hier überhaupt nie,
denn das passt nicht zur Corporate Identity,
wenigstens gibt’s hier Identity.

Und wer Identity hat,
macht nen Nudelsalat.
Für den Jochen mit Gürkchen
und schneidet ein paar Putenbockwürsten,
in den identitären Nudelsalat.

Morgens im Starbucks, da fragt man dich nett:
Wie heißt du, ich schreib’s auf den Becher hier drauf?
Du sagst einen Namen, der ist gar nicht deiner
und setzt ein verwegenes Lächeln auf.

Du fährst mit der Bahn und dem Nudelsalat ins Büro,
am Eingang steht Jochen und sagt: Hallo,
stell den Salat auf den Tisch, du weißt wo, denn …

heute sind wir hier froh,
heute ist Party im Büro,
da freun wir uns alle, alle, alle riesig drauf,
der Haufen an Arbeit, der bleibt heute unberührt,
nicht dass da sonst jemand nen Drang verspürt,
nur heute ist alles anders hier,
wir feiern Jochen und uns von acht bis vier,
tanzen und lachen von acht bis vier.

Wir haben heute Spaß. Und heben das Glas
auf den Jochen und das Leben.
Du musst mir mal das Rezept geben
von deinem lebensbejahenden Nudelsalat.

Abends zu Hause putzt du dir die Zähne
und denkst: Ach, das Leben war doch gut bisher,
man muss seine Träume nicht unbedingt leben,
denn dann sind es ja keine Träume mehr.
 
Du gehst kurz ins Netz, schaust die Fotos von heute an,
der Jochen hat alles auf Facebook getan,
du klickst ‚gefällt mir‘ und fragst dich dann …

Warum bin ich nicht froh?
Heute war Party im Büro,
da hatten doch alle, alle, alle nen riesen Spaß,
jetzt lass doch das Grübeln es ist alles halb so wild,
du siehst fröhlich aus auf dem Partybild,
dann fehlt der Geschichte hier eben der Held,
dafür gibt es Urlaub und Weihnachtsgeld,
bezahlten Urlaub und Weihnachtsgeld,
das ist es, was dich hier hält,
und im Urlaub siehst du die Welt,
die Kollegen sind alle lieb,
später die Rente vom Betrieb,
vielleicht wirst du ein Häuschen baun,
siehste das ist doch auch ein Traum,
und es sind nur acht Stunden am Tag
und immer wieder der Nudelsalat,
immer wieder der Nudelsalat,
immer wieder der Nudelsalat,
immer wieder der Nudelsalat …

Musik und Text: Viktoria Burkert * Arrangement: Markus Schimpp * Produktion: Gerd Buurmann * Copyright: Viktoria Burkert

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(TINVB)

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Friedensnobelpreis für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen

Der Friedensnobelpreis 2020 geht an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Es wurde im Jahr 1961 von der UN-Generalversammlung und der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation beschlossen, um die Nahrungsmittelversorgung in Kriegs- und Katastrophengebieten zu sichern. Ein Kommentar zu dieser Preisverleihung von Heinrich Heine.

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.

Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.

Und wachsen uns Flügel nach dem Tod,
So wollen wir euch besuchen
Dort oben, und wir, wir essen mit euch
Die seligsten Torten und Kuchen.

***
(TINHH)

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Die Chose muss weitergehen

Ein Blick von Aviel Tromm auf die Lage ein Jahr nach dem Anschlag in Halle.

Es ist nun ein Jahr her, dass ein wahnsinniger Rechtsextremer versucht hat, in Halle die Synagoge zu stürmen, dabei scheiterte und dann zwei zufällig in der Nähe befindlichen Passanten kaltblütig ermordete. Seit diesem Terrorakt habe ich mich wohl überlegt zurückgehalten und mir angeschaut, was in Deutschland passiert.

Natürlich waren alle Bürger der Bundesrepublik geschockt. Für einen Besuch bei den vielen Kundgebungen gegen Antisemitismus hat es für die Mehrheitsbevölkerung aber dann doch nicht gereicht. Viele begnügten sich mit wohlfeilen Bildern auf Twitter und Facebook, ist im Herbst auch sicherlich gemütlicher.

Die Politik wiederholte ihr Credo, dass Antisemitismus in unserer Gesellschaft keinen Platz habe genauso redundant, wie die Matrazenwerbung im Fernsehen wiederholt wird. Am Ende der Empörungs- und Schockiertheitsarien wurden dann mehr Polizisten vor jüdischen Einrichtungen gestellt. Damit glaubte man wohl, den Antisemitismus in Schach halten zu können. Zumindest dachte man dies so lange, bis ein Jahr später ein weiterer Wahnsinniger in Hamburg mit einem Spaten auf einen Juden losging, der gerade aus der Synagoge kam.

Zwischen diesen Ereignissen war die Welt, in Bezug auf Juden, für fast alle in Deutschland in Ordnung. Doch war das wirklich so?

Für Demonstrationen gegen Antisemitismus wegen beschmierten Grabsteinen und ein paar Beleidigungen gegen Juden holt man niemanden vom gemütlichen Sofa runter. Doch womit dann? Ganz einfach mit der guten alten „Brunnenvergifterlegende“, denn für Juden sein, ist zu anstrengend, aber gegen Juden sein, immer gerne.

Man muss schon sehr naiv sein, um zu glauben, dass hier die Mehrheit der Deutschen aufsteht und vor Empörung gegen judenfeindlichen Wahnsinn vorgeht. Nein, nein, es sind die Antisemiten, die die Massen mitreißen, ob nun in sozialen Netzwerken, in Chatgruppen oder auf der Straße. Egal, ob in Berlin, Köln, Stuttgart oder Kiel, das Coronavirus macht es möglich.

Auf einmal ist es für Zehntausende völlig in Ordnung, laut auszusprechen, dass es die Juden sind, die den Virus in die Welt gesetzt haben, dass es ebenso die Juden sind, die alle zwangsimpfen und chippen wollen. Die Menschen glauben tatsächlich, dass hinter dem COVID-19-Erreger monetäre Interessen stehen und dass eben Juden, welche natürlich heimlich die Welt regieren, diese Interessen vertreten. Und mit ihren Marionetten an den Spitzen der großen Wirtschaftsnationen wird ihnen das auch gelingen, so die Gläubigen.

Erschreckend ist nicht, dass Menschen an so einen Mist glauben, erschreckend ist die Masse und die politische Heimat derer, die deshalb auf die Straße gehen. Darunter sind ganz klar Reichsbürger und Neonazis, aber auch Liberale, Grüne, Schwarze und auch Rote bis Dunkelrote. So hat ein kleines Virus es geschafft, dass Menschen aller politischen Farben sich vereinen und jede Woche gemeinsam demonstrieren.

Ist es nicht erschreckend oder auch ernüchternd, dass sich für so einen Unsinn reichlich Volk mobilisieren lässt, man aber auf einer Kundgebung für Würde, Anstand und friedliches Miteinander Glück hat, wenn man zweihundert Menschen zusammenbekommt. Was sagt uns das über ein Land, welches Anfang der 90er Jahre noch dafür gesorgt hat, dass zweihunderttausend Juden nach Deutschland kommen? Was sagt uns das über ein Land, dass permanent in Erinnerungssymbolik und Klezmer-Mollakkorden seufzend seine Vergangenheit betrauert und von sich selbst glaubt, wieder gut geworden zu sein, moralisch überlegen und natürlich durch die Vergangenheit belehrt?

Noch jemand Popcorn?

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https://www.paypal.me/gerdbuurmann

(TINAVT)

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