Don’t lose your head about Islam

In Montfavet, a town near the southern French city of Avignon, a man shouting „Allahu akbar“ threatened several people with a pistol. On the same day in a church in Nice, France, several people were injured and killed by a man who repeatedly shouted „Allahu Akbar“. He stormed the Basilica of Notre-Dame armed with a knife and stabbed the visitors inside the church. He also cut off the head of a 60-year-old woman.

The number of people in France who have had their heads cut off in 2020 in the name of Allah great is increasing.

You can engage in debate with Muslims, but just be careful not to lose your head.

Dear Muslims,

again, people in France have been brutally murdered by a man who claims to have committed his deeds in the name of Allah and Islam. The murderer calls himself a Muslim. He even considers himself to be a true Muslim, entitled to murder for Islam. He decapitates people in order to please Mohamed.

Muslims around the world take to the streets en masse to demonstrate against Mohamed caricatures. Why don’t Muslims take to the streets when people are murdered and heads are cut off in the name of Mohamed?

Does your faith seriously consider it more perverse to sketch a likeness of Mohamed than to decapitate a fellow human being? If that is truly your belief: to protest cartoons more than to protest murder in the name of Islam, then Islam is despicable.

Islam has massive problems. However, the problems are not caricaturists, critics and mockers, but all those Muslims who spread hatred and use violence in the name of their god, including all those Muslims who remain silent or even justify the violence. It’s not the satirists of Islam who should be criticized, but rather the fundamentalists of Islam.

I don’t care what Islam means. I just want the killing to stop. I want to live in peace. I want not to care about Islam. Don’t dare explain what Islam is supposed to mean. Instead, make sure you stop the Muslims who use Islam to murder.

Don’t force me to discuss Islam, but rather go to the terrorists and talk to them. It’s your Islam that’s instrumental in murder, not my criticism of Islam.

I know Christians who have left their church for much less.

Those who remain in the Islamic community without raising their voice against murder in the name of Islam, those who criticize caricatures but remain silent in the face of murder, those who declare that the freedom of the Enlightenment provokes the hatred of the fundamentalists, are complicit in the slaughter of human lives.

Translation: William Wires

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Den Kopf über den Islam verlieren

In Montfavet, einem Ort in der Nähe der südfranzösischen Stadt Avignon, hat ein Mann mehrere Menschen mit einer Pistole bedroht und dabei „Allahu akbar“ gerufen. Am selben Tag wurden in einer Kirche im französischen Nizza mehrere Menschen von einem Mann verletzt und getötet, der dabei immer wieder „Allahu Akbar“ brüllte. Er stürmte mit einem Messer bewaffnet die Basilika Notre-Dame und stach im Inneren der Kirche auf die Besucher ein. Er schnitt zudem einer 60-jährigen Frau den Kopf ab.

Die Zahl derer, denen in Frankreich im Jahr 2020 der Kopf zum Ruf, dass Allah groß sei, abgeschnitten wurde, steigt somit.

Man kann schon mit Muslimen diskutieren, man muss nur aufpassen, darüber nicht den Kopf zu verlieren.

Liebe Muslime,

wieder wurden Menschen in Frankreich bestialisch ermordet von einem Mann, der erklärt, seine Taten im Namen Allahs und des Islams begangen zu haben. Der Mörder bezeichnet sich selbst als Muslim. Er glaubt sogar, ein wahrer Muslim zu sein, berechtigt, für den Islam zu morden. Er schneidet Menschen die Köpfe ab, weil er glaubt, damit Mohamed zu dienen.

Weltweit gehen Muslime in Massen auf die Straße, um dagegen zu demonstrieren, dass Mohamed gezeichnet wird. Warum gehen Muslime nicht mindestens in ebenso großer Weise auf die Straße, wenn im Namen Mohamds gemordet und Köpfe abgeschnitten werden?

Sagt euer Glaube etwa ernsthaft, dass es perverser ist, ein Bild von Mohamed zu malen, als einem Menschen bestialisch den Kopf abzuschneiden? Wenn das Euer Glaube ist, wenn der muslimische Protest gegen die Morde in Frankreich nicht größer ist als der Protest gegen die Karikaturen in Frankreich, dann ist der Islam verabscheuungswürdig.

Der Islam hat massive Probleme. Die Probleme sind jedoch nicht Karikaturisten, Kritiker und Spotter, sondern all die Muslime, die im Namen ihres Gottes Hass verbreiten und Gewalt ausüben, sowie all die Muslime, die dazu schweigen oder die Taten gar rechtfertigen.

Nicht die Spotter des Islams gehören kritisiert, sondern die Eiferer des Islams.

Mir ist es egal, was der Islam bedeutet. Ich will einfach nur, dass das Morden im Namen des Islams aufhört. Ich will, dass ich in Ruhe leben kann. Ich will, dass mir der Islam egal sein kann. Ich will den Islam einfach nur tolerieren können. Ich will, dass alle Laien auf dem Gebiet des Islams, keine Angst vor dem Islam haben müssen.

Erklärt nicht mir, was der Islam bedeutet. Sorgt stattdessen dafür, dass die Muslime, die den Islam nutzen, um zu morden, damit aufhören. Zwingt nicht mich zum Dialog, sondern die Terroristen. Es ist Euer Islam, der zum Morden verwendet wird, nicht meine Kritik am Islam.

Ich kenne Christen, die ihre Kirche für deutlich weniger verlassen haben.

Wer jetzt noch in der islamischen Gemeinschaft verbleibt, ohne die Stimme gegen das Morden im Namen des Islams zu erheben, wer jetzt noch Karikaturen kritisiert, aber schweigt im Angesicht des Mordens, wer erklärt, die Freiheit der Aufklärung provoziere den Hass der Fundamentalisten, der macht sich mitschuldig an dem Schlachten von Menschenleben.

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Deutsche Bahn: „Das geht leider nicht!“

Da ich als Künstler im ganzen Land gebucht werde, fahre ich oft und viel mit der Bahn. Am 4. November 2020 hätte ich eigentlich in Bayern meinen „Nathan-Komplex“ gezeigt, aber aufgrund des Lockdowns, der am 28. Oktober 2020 beschlossen wurde, wird daraus nun nichts.

Als Künstler bin ich sehr darauf bedacht, gut zu haushalten, da es nicht immer nur fette Jahre im Leben eines Theatermenschen gibt. Daher buche ich die Fahrten zu meinen Auftritten immer so früh wie möglich. Auch für Bayern habe ich eine sehr günstige Fahrt für 73,80 Euro bei der Deutschen Bahn gebucht, allerdings unter der Vorgabe eines sogenannten Super Sparpreises, was bedeutet, dass eine Stornierung ausgeschlossen ist.

Pacta sunt servanda. So lautet das Prinzip der Vertragstreue.

Natürlich bin ich verpflichtet, meinen im Vertrag stehenden Pflichten nachzukommen. Die Deutsche Bahn kann nichts dafür, dass die deutsche Regierung mir das Theaterspielen verboten hat. Die Bahn fährt und ich hab gebucht, Corona hin oder her.

Dennoch habe ich die Deutsche Bahn mal angerufen und meinen Fall geschildert. Ich hatte irgendwie die Hoffnung, die Deutsche Bahn würde vielleicht Kulanz zeigen. Meine Hoffnung wurde enttäuscht.

„Das geht leider nicht“, sagte die Frau am Telefon mit einer Stimme, die zeigte, dass es ihr wirklich leid tut.

Schade.

Ich wäre schon sehr begeistert gewesen, hätte die Deutsche Bahn gesagt, dass aufgrund der schwierigen Situation beschlossen wurde, dass alle Reisen, die in den Lockdown fallen, storniert werden können, auch die Super Sparpreise. Für die Deutsche Bahn wäre das nur ein kleiner Schritt der Programmierung, aber für viele von der Krise betroffenen Menschen ein großer Schritt der Hilfe.

Vielleicht bewegt sich bei der Deutschen Bahn ja doch noch was. Ein Rest Hoffnung bleibt immer zurück, so wie der leere Kaffeepappbecher im Abteil.

Nachtrag: Ein Leser von Tapfer im Nirgendwo hat mir die Summe von 73,80 Euro überwiesen. Lieber B.B., sollten Sie mal in Köln sein, gebe ich Ihnen gerne eine private Führung durch Köln. Melden Sie sich einfach. Vielen, vielen Dank.

Nachtrag 2: Die Deutsche Bahn hat geantwortet:

„Sehr geehrter Herr Buurmann,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage verstehen wir Ihren Wunsch nach Erstattung gut und haben Ihre eingereichten Unterlagen sorgfältig durchgesehen.

Für alle Buchungen von Zügen, die weiterhin fahren, gelten grundsätzlich die tariflichen Stornierungsbedingungen. Darüberhinausgehende Kulanzen gibt es nicht.

Sowohl die Flexpreise als auch die Sparpreise sind im Rahmen der regulären Tarifkonditionen stornierbar. Damit hat ein Großteil unserer Angebote bereits heute sehr großzügige Stornierungskonditionen. Unsere Kunden entscheiden sich seit Beginn der Corona-Pandemie auch zunehmend für diese stornierbaren Angebote.

Bei den Super Sparpreisen ist die Stornierung ausgeschlossen. Wir möchten unseren Kunden aber auch in Coronazeiten die Möglichkeit geben, sich für ein sehr günstiges Angebot zu entscheiden und bieten daher weiterhin den Super Sparpreis an. Wir weisen aber im Buchungsprozess – etwa auf bahn.de – explizit darauf hin, dass es sich hierbei um ein nicht stornierbares Angebot handelt und empfehlen seit dem Frühjahr auch aktiv die Buchung eines stornierbaren Angebots. Wir gehen davon aus, dass sich unsere Kunden bewusst dafür entscheiden, auf die Stornierbarkeit zugunsten eines günstigen Preises zu verzichten.

Die Stornierungskonditionen bleiben daher aktuell unverändert. Vor dem Hintergrund der weiterhin unbeständigen Gesamtsituation sind die Risiken, die aktuell bei Reisen im In- und Ausland auftreten können, bekannt. Dies sollte bei der Reiseplanung – auch von Zugreisen – entsprechend berücksichtigt werden.

Ihrem Wunsch nach einer Erstattung können wir daher in diesem Fall leider nicht entsprechen.

Unabhängig von allen tariflichen Bedingungen stehen jedem Reisenden im Falle von Verspätung oder Ausfall des gewählten Zuges die Rechte aus der europäischen Fahrgastrechte-Verordnung – insbesondere auch die Erstattung des Fahrpreises – zu.

Wir bitten Sie hierfür um Ihr Verständnis.“

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Faktencheck zu Donald Trump

Über Donald Trump wurden die unfassbarsten Lügen verbreitet. Viele Lügen halten sich bis heute, wie zum Beispiel die Behauptung, er habe Nazis „feine Leute“ genannt. Tapfer im Nirgendwo stellt einige Falschaussagen richtig.

„Die haben alle Aids.“

Dieser Satz wird Donald Trump unterstellt. Es wird behauptet, er habe ihn in einem Gespräch im Oval Office gesagt. Die älteste Behauptung dieser Aussage stammt nach meiner Recherche von zwei Journalisten der New York Times am 23. Dezember 2017. Das Weiße Haus wies diese Behauptung umgehend als falsch zurück. Auch für die Aussage über die Hütten in Afrika gibt es keine Beweise.

„Ku-Klux-Klan und die Neonazis sind sehr gute Leute.“

Das hat Donald Trump nicht gesagt. Er sagte sogar das genaue Gegenteil. Er sagte:

„Wir verurteilen auf das Schärfste diese ungeheure Darstellung von Hass, Bigotterie und Gewalt. (…) Es gab einige sehr schlechte Leute in dieser Gruppe, aber es gab auch Leute auf beiden Seiten, die sehr feine Leute waren (…) und ich spreche nicht von den Neonazis und den weißen Nationalisten, weil sie total verurteilt gehören.“

„Es ist ein großartiger Tag für uns alle.“

Donald Trump hat nicht gesagt, der Tod von George Floyd sei „ein großartiger Tag für uns alle“.

Ich kann nur vermuten, dass damit die folgende Aussage gemeint ist: „Es ist ein großartiger Tag für George Floyd.“ Mit diesem Satz nahm Donald Trump Bezug auf eine die Anstrengungen seiner Administration, Rassismus zu bekämpfen und das Leben von schwarzen Menschen in Amerika zu verbessern. Nach dem Tod von George Floyd erklärte Donald Trump:

„Ich verstehe den Schmerz, den Menschen verspüren. Der Tod von George Floyd auf den Straßen von Minneapolis ist eine schwere Tragödie. Es hätte niemals geschehen dürfen. Es hat Amerikaner im ganzen Land mit Schrecken, Zorn und Trauer erfüllt. Wir unterstützen das Recht der Bürger auf friedliche Proteste und wir hören ihre Appelle. Die Stimmen gesetzestreuer Bürger müssen gehört werden können – sehr laut gehört werden! Wir stehen zusammen mit der Familie Floyd, mit allen friedlichen Demonstranten und mit jedem gesetzestreuen Bürger, der für ein anständiges Miteinander, Sicherheit und Geborgenheit ist.“

„Dreckslochländer“

Mit diesem Ausdruck hat Donald Trump nicht die Einwanderer beleidigt. Er hat mit dem Begriff vielmehr deutlich gemacht, dass die Einwanderer gute Gründe dafür haben, ihre Heimat zu verlassen und in die Vereinigten Staaten von Amerika einzureisen, da ihre Herkunftsländer von korrupten, brutalen und menschenverachtenden Regimen zu „shithole countries“ gemacht wurden.

„Man kann gar nicht glauben, wie schlimm diese Menschen sind, das sind keine Menschen, das sind Tiere, und wir bringen sie wieder außer Landes.“

Die Behauptung, Donald Trump habe mit diesem Satz Migranten gemeint, ist eine Lüge, die erstmals auf Facebook auftaucht. Dort jedoch wurde die Behauptung als „falsche Nachricht“ markiert.

Donald Trump sprach von Mara Salvatrucha (MS 13). Unter dieser Bezeichnung wird eine Vielzahl von brutalen Banden zusammengefasst, die in Nord- und Mittelamerika auf äußerst aggressive und gewaltbereite Art agieren. Mord, Vergewaltigung und Kindesmissbrauch gehören zu den mannigfaltigen Verbrechen dieser Banden. Sie meinte Donald Trump.

„Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger.“

Mit dieser Aussage meinte Donald Trump ebenfalls nicht die Mexikaner an sich, sondern ebenfalls lediglich kriminelle Mexikaner. Die schärfste Kritik in Richtung Mexiko formulierte Trump als er noch kein Präsident war, aber für das Amt kandidierte. Im Juni 2015 erklärte er, die mexikanische Regierung würde mit ihrer verfehlten Politik dafür sorgen, dass schlechte Mexikaner illegal in die Vereinigten Staaten von Amerika kommen:

„Es ist wahr, sie sind die besten und anständigsten. Wenn Mexiko seine Leute schickt, schickt das Land nicht die Besten. Sie schicken nicht Dich. Sie schicken nicht Dich. Sie schicken die Leute, die viele Probleme haben, und sie bringen diese Probleme mit. Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und einige, nehme ich an, sind gute Leute.“

Donald Trump sagt über Mexikaner lediglich, was für alle Menschen gilt: Die Verbrecher sind die schlechten Mexikaner.

Trump kritisiert jedoch deutlich, dass es die mexikanischen Behörden zulassen, dass zu viele kriminelle Mexikaner illegal ihren Weg in die Vereinigten Staaten von Amerika finden:

„Aber ich spreche mit Grenzschutzbeamten und sie sagen uns, was wir bekommen. Und der gesunde Menschenverstand erkennt es. Sie schicken uns nicht die richtigen Leute.“

„Ich mag es nicht, wenn N… mein Geld zählen..“

Für diesen Satz gibt es keinen belastbaren Beleg.

Donald Trump erklärt immer wieder, ein entschiedener Gegner von Rassismus zu sein. Es ist es sehr wichtig, dass über die Situation der schwarzen Bevölkerung in den USA berichtet wird. Unter anderem deswegen gibt er Menschen wie Nikki Haley, Tim Scott, Daniel Cameron, Vernon Jones, immer wieder eine große Bühne.

„Schwarze Menschen sind faul.“

Auch für diesen Satz gibt es keine belastbare Quelle. Donald Trump erklärt stattdesssen:

„Wir leben alle unter den gleichen Gesetzen, unabhängig von der Farbe unserer Haut. Wir alle salutieren der selben große Flagge und wir sind alle von dem selben allmächtigen Gott geschaffen. Wir müssen uns lieben, Zuneigung zueinander zeigen und uns zusammenschließen, um Hass, Bigotterie und Gewalt zu verurteilen. Wir müssen die Bande der Liebe und Loyalität wiederentdecken, die uns als Amerikaner zusammenbringen. Rassismus ist böse und diejenigen, die in diesem Namen Gewalt verüben, sind Kriminelle und Schläger, darunter der KKK, Neonazis, weiße Supremacisten und andere Hassgruppen, die gegen alles verstoßen, was uns als Amerikaner am Herzen liegt.“

Wie ist es zu erklären, dass über einen Mann, der so deutliche Worte gegen Rassismus findet, derart viele Lügen verbreitet werden? Es ist nur mit einem tief empfundenen Hass zu erklären.

Es gibt Menschen, die haben gute Gründe, Trump zu wählen. Andere haben gute Gründe, ihn nicht zu wählen. Es gibt aber keinen guten Gründe, Lügen zu verbreiten. Für Hass und Hetze gibt es keine Entschuldigung.

Es sollte die Aufgaben von Journalistinnen und Journalisten sein, Hass und Hetze mit Aufklärung zu begegnen. Dieser aufklärerischen Aufgabe bin ich hiermit nachgekommen.

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Donald Trump und die „Feine Leute“-Lüge

„Ich spreche nicht von den Neonazis und den weißen Nationalisten, weil sie komplett verurteilt gehören.“

Dieser Satz stammt von Donald Trump. Er sprach die Worte am 15. August 2017. Es war genau der Tag, an dem er gesagt haben soll, unter den Neonazis und den weißen Nationalisten habe es „feine Leute“ gegeben. Diese Behauptung ist eine der geschmacklosesten Lügen, die nach wie vor über Donald Trump verbreitet werden. Was geschah wirklich?

Am 11. August 2017 fanden in der Stadt Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia Demonstrationen rund um eine Statue von Robert E. Lee statt. Er war ein General und der militärische Berater von Jefferson Davis. Davis war Mitglied der Partei der Demokraten und Präsident der Konföderation der Südstaaten. Im Amerikanischen Bürgerkrieg kämpften sie gegen die Vereinigten Staaten von Amerika (Nordstaaten) unter der Präsidentschaft des Republikaners Abraham Lincoln. In diesem Krieg ging es unter anderem um die Abschaffung der Sklaverei. Die Republikaner waren für die Abschaffung der Sklaverei, die Demokraten für die Beibehaltung der Sklaverei. Robert E. Lee kämpfte somit auf der Seite von Sklavenhaltern.

Im Juni 2015 wurde in der Kirche von Charleston im US-Bundesstaat South Carolina ein rassistischer Terroranschlag verübt, bei dem neun Menschen während einer Bibelstunde erschossen wurden. Diese Gräueltat sorgte dafür, dass in der Gesellschaft intensiv darüber diskutiert wurde, was mit Denkmäler geschehen solle, die Persönlichkeiten der Konföderation ehren. Einige Kommunen entschieden sich dazu, diese Denkmäler aus dem öffentlichen Raum zu entfernen.

Um zu verstehen, was das bedeutet, möchte ich folgende Analogie aufstellen. Am 9. Oktober 2019 verübte ein Rechtsextremist in Halle einen Anschlag auf eine Synagoge und tötete zwei Menschen. Judenhass ist ein zentraler Bestandteil der rechtsextremen Ideologie. Dieser Hass hat eine lange Geschichte. Beim Nürnberger Prozess erklärte der nationalsozialistische Herausgeber des judenfeindlichen Hetzblattes „Der Stürmer“, Julius Streicher:

„Antisemitische Presseerzeugnisse gab es in Deutschland durch Jahrhunderte. Es wurde bei mir zum Beispiel ein Buch beschlagnahmt von Dr. Martin Luther. Dr. Martin Luther säße heute sicher an meiner Stelle auf der Anklagebank. In dem Buch ‚Die Juden und ihre Lügen‘ schreibt Dr. Martin Luther, die Juden seien ein Schlangengezücht, man solle ihre Synagogen niederbrennen, man soll sie vernichten.“

Tatsächlich gehört Martin Luther zu den Autoren der schlimmsten Dinge, die jemals über Juden geschrieben wurden. In seiner Abhandlung „Über die Jüden und ihre Lügen“ erklärte er:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ forderte er:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.“

Von Martin Luther stehen überall in Deutschland Denkmäler herum. Was wäre wohl in Deutschland los, würde nach judenfeindlichen Gewalttaten beschlossen, diese Denkmäler aus dem öffentlichen Raum zu entfernen? Es würde mit Sicherheit zu Demonstrationen kommen und unter den vielen „feinen Leuten“ auf beiden Seiten wären gewiss auch einige Gewalttäter.

Diese Analogie hinkt etwas, da Robert E. Lee nie so rassistische Dinge geschrieben hat, wie Martin Luther judenfeindliche Schriften verfasst hat, aber die Analogie hilft zu verstehen, warum es in den USA zu Demonstrationen kam. Die eine Seite demonstrierte für die Entfernung der Statue von Lee und die andere Seite plädierte dafür, die Statue stehen zu lassen. Über diese beide Seiten erklärte Donald Trump, dass es „feine Leute“ auf beiden Seiten gäbe. Er machte jedoch deutlich, dass er damit ausdrücklich nicht die Neonazis und die weißen Nationalisten meinte:

„Wir verurteilen auf das Schärfste diese ungeheure Darstellung von Hass, Bigotterie und Gewalt.“

Donald Trump ist Republikaner. Dennoch erklärte er, dass es auf der Seite jener, die ein Denkmal rund um eine Persönlichkeit der Geschichte der Partei der Demokraten verteidigen, durchaus „feine Leute“ gäbe. Um seine Position zu verdeutlichen, nutze er weitere Beispiele:

„George Washington war ein Sklavenhalter. Werden nun die Statuen von George Washington entfernt? Was ist mit Thomas Jefferson?“

Donald Trump machte klar, dass jede historische Persönlichkeit Makel hat und es deshalb sowohl auf der Seite jener, die Denkmäler entfernen wollen, weil sie sich auf die Makel konzentrieren, als auch auf der Seite jener, die die Denkmäler erhalten wollen, weil sie sich auf die positiven Errungenschaften konzentrieren, „feine Leute“ gibt.

Leider mischten sich unter die „feinen Leute“ auch gewalttätige Subjekte, die klar zu verurteilen sind, unter anderem rechtsextreme Demonstranten, die sich unter dem Motto „Vereinigt die Rechte“ versammelt hatten. Darunter waren Mitglieder des Ku-Klux-Klans, Neonazis, White Nationalists und White-Supremacy-Anhänger.

Nach dem offiziellen Ende der Demonstration fuhr ein Neonazi vorsätzlich mit seinem Auto in eine Gruppe von Demonstranten und tötete dabei eine 32-jährige Frau und verletzte neunzehn weitere Menschen. Diese Extremisten verurteilte Donald Trump unmissverständlich:

You had some very bad people in that group, but you also had people that were very fine people, on both sides (…) and you had people — and I’m not talking about the neo-Nazis and the white nationalists — because they should be condemned totally. But you had many people in that group other than neo-Nazis and white nationalists.“

Donald Trump hat somit nicht gesagt, es gäbe „feine Leute“ unter Neonazis und weißen Nationalisten. Er hat sogar das genaue Gegenteil gesagt.

Donald Trump hat nicht behauptet, die Demonstrationen in Charlottesville seien „überwiegend friedlich“ gewesen. Er hat die Gewalttäter deutlich verurteilt, aber deshalb nicht jene Demonstranten in Verantwortung genommen, die ihrem Protest für oder wider einer Statue friedlich Ausdruck verliehen hatten.

Warum also wird behauptet, er habe erklärt, es könne feine Neonazis geben?

Hass!

Es gibt Menschen, die hassen Donald Trump so sehr, dass sie bereit sind, jede Lüge über ihn zu glauben und zu verbreiten. Sie schrecken dabei vor keiner Geschmacklosigkeit zurück.

Wer behauptet, Donald Trump würde davon überzeugt sein, es gäbe „feine Leute“ unter Neonazis, behauptet damit, er wäre ein solch durch und durch böser Mensch, dass er sogar erklärt, unter Menschen, die seine Enkelkinder töten wollen, seien feine Leute.

Alle Enkelkinder von Donald Trump sind Juden. Glaubt etwa wirklich jemand, Donald Trump sei der Meinung, unter Menschen, die seine eigenen Enkelkinder bis aufs Blut hassen, seien „feine Leute“? Wie sehr vom Hass verkommen muss man sein, um sowas zu erlügen oder ungeprüft zu verbreiten?

Die „Feine Lüge“-Lüge gehört zu den widerwärtigsten Lügen, die über Donald Trump verbreitet werden. Wer sie teilt und verbreitet ist ein Demagoge.

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Ohne Furcht oder Vorliebe

Tapfer im Nirgendwo präsentiert die erste Rede von Amy Coney Barrett als Richterin des Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten in deutscher Übersetzung.

Vielen Dank.

Ich danke Ihnen allen, dass Sie heute Abend hier sind, und Präsident Trump, dass Sie mich als Richterin des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten ausgewählt haben. Es ist ein Privileg, darum gebeten zu werden, meinem Land in diesem Amt zu dienen, und daher stehe ich heute Abend hier, wahrhaft geehrt und demütigt.

Vielen Dank auch an den Senat für die Zustimmung zu meiner Ernennung. Ich bin dankbar für das Vertrauen, das Sie mir entgegengebracht haben und ich verspreche Ihnen und dem amerikanischen Volk, dass ich meine Pflichten nach besten Kräften erfüllen werde.

Dies war ein strenger und gründlicher Bestätigungsprozess und ich danke Ihnen allen, besonders Mehrheitsführer McConnell und dem Vorsitzenden Graham, dass Sie mir bei der Positionierung geholfen haben. Mein herzlicher Dank gilt den Mitarbeitern des Weißen Hauses und des Justizministeriums, die unermüdlich daran gearbeitet haben, mich bei dieser Zeit zu unterstützen. Ihre Ausdauer ist bemerkenswert, und ich war die Begünstigte davon.

Jessie und ich sind auch den vielen Menschen sehr dankbar, die unsere Familie in den letzten Wochen unterstützt haben. Durch materielle und immaterielle Weise haben Sie diesen Tag möglich gemacht. Jesse und ich sind tief bewegt von Ihrer Großzügigkeit.

Ich habe im letzten Monat viel Zeit im Senat verbracht, sowohl in Sitzungen mit einzelnen Senatoren als auch in den Tagen der Anhörungen vor dem Justizausschuss des Senats. Der Bestätigungsprozess hat mir besonders einen der grundlegenden Unterschiede zwischen der Bundesjustiz und dem Senat der Vereinigten Staaten deutlich gemacht und es ist vermutlich der dringlichste, der Einfluss politischer Überzeugungen.

Es ist die Aufgabe einer Senatorin, ihre politischen Präferenzen zu verfolgen. Es wäre eine Pflichtverletzung, wenn sie ihre politischen Ziele beiseite legen würde. Im Gegensatz dazu ist es aber die Aufgabe einer Richterin, sich ihren politischen Präferenzen zu widersetzen. Es wäre eine Pflichtverletzung für sie, sich ihnen hinzugeben.

Bundesrichter stehen nicht zur Wahl, daher gibt es keine Grundlage für die Behauptung, die Präferenzen der Bundesrichterin müsse die des Volkes widerspiegeln. Diese Trennung von Pflicht und politischer Präferenz ist der große Unterschied der Justiz bei der Gewaltenteilung.

Eine Richterin erklärt sich nicht nur unabhängig vom Kongress und vom Präsidenten, sondern auch von ihren privaten Überzeugungen, die sie sonst in anderen Umfeldern bewegen mögen. Der Justizschwur erfasst das Wesentliche der Justizpflicht: Die Rechtsstaatlichkeit muss immer die Kontrolle behalten.

Meine amerikanischen Mitbürger,

obwohl wir Richter uns keiner Wahl stellen müssen, arbeiten wir dennoch für Sie. Es ist Ihre Verfassung, die die für Sie so zentrale Rechtsstaatlichkeit und Unabhängigkeit der Justiz festlegt. Der Eid, den ich heute Abend feierlich geleistet habe, bedeutet im Kern, dass ich meine Arbeit ohne Furcht oder Vorliebe erledigen werde und dies unabhängig von den politischen Gewalten und meinen eigenen Einstellungen. Ich liebe die Verfassung und die demokratische Republik, die sie erschafft, und ich werde mich der Erhaltung dieser Verfassung widmen.

Vielen Dank.

***

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Menschenrechte kennen keine Bedingungen

Als im November 1918 Frauen in Deutschland das Wahlrecht erhielten, bekamen sie dieses Menschenrecht nicht unter der Vorgabe, dass sie nur gewisse Parteien wählen dürfen. Sie erhielten das selbstverständliche Recht der Demokratie, sich bedingungslos für jede Partei entscheiden zu dürfen.

Man muss sich nicht benehmen oder ein guter Mensch sein, um im Besitz der Menschenrechte zu sein. Die Menschenrechte gelten ausnahmslos für alle und immer.

Hätten Frauen in Deutschland im Jahre 1918 das Wahlrecht nicht erhalten, so wären alle Frauen unschuldig gewesen an den Entscheidungen der kommenden Wahlen. Im Besitz des Wahlrechts jedoch wurden sie verantwortlich und nicht wenige Frauen sollten sich für eine faschistische Partei entscheiden.

Das Geschlecht macht eine Person ebensowenig zu einem besseren Menschen wie die Hautfarbe. Frauen und Männer wählten Hitler. Frauen und Männer waren im Widerstand. Es ergibt daher überhaupt keinen Sinn, wenn jemand sagt: „Ich als Frau“, „Ich als Deutscher“ oder „Ich als Schwarzer“.

Natürlich werden Gedanken durch Erfahrungen beeinflusst und selbstverständlich sind diese Erfahrungen auch verbunden mit der Hautfarbe, dem Geschlecht und dem Glauben, in dem eine Person erzogen wurde. Dennoch wird jede politische Ansicht letztendlich aus dem persönlichen, individuellen und freien Denken erschaffen.

Es gibt Situationen der Angst und der Unterdrückung, die ich als weißer Mann nicht kenne. Ich kenne nicht die spezielle Angst von Frauen, nachts allein im Parkhaus zu sein. Ich weiß nicht, wie es ist, aufgrund meiner Hautfarbe für minderwertig gehalten zu werden. Ich weiß aber, dass alle Menschen in der Lage sind, sich von ihren Einflüssen und Prägungen zu emanzipieren. Sie können all die geistigen Ablagerungen der Vergangenheiten hinterfragen und sich die eigenen Ängste und Privilegien bewusst machen, um dann zu einer Erkenntnis zu gelangen, für die man dann unabhängig vom Aussehen und der Herkunft die ganz persönliche Verantwortung übernehmen muss. Diese persönliche Verantwortung kann niemand nehmen, kein Vorbild, keine Heldin, keine Partei und kein religiöser Führer.

Man muss sich nicht benehmen, um als Mensch anerkannt zu werden.

Jeder Mensch, unabhängig von Hautfarbe und Geschlecht, hat das Recht, sich für das Eine oder für das Andere zu entscheiden. Jeder Mensch darf sich anständig oder unanständig benehmen, ohne dabei die Menschenrechte zu verlieren oder auf eine Gruppenzugehörigkeit reduziert zu werden.

Wer sagt, eine Frau oder ein schwarzer Mensch müsse auf eine gewisse Art und Weise denken oder wählen, ist ein Sexist und Rassist.

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Heinrich Heine verstößt gegen Twitters Gemeinschaftsstandards

Twitter hat ein Zitat von Heinrich Heine gesperrt, weil es gegen die „Gemeinschaftsstandards zu Hassrede und Herabwürdigung“ verstoßen soll.

Die von Twitter gesperrte Aussage von Heinrich Heine lautet:

„Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja durch einen Blick. Die Knechtschaft ist in ihm selbst, in seiner Seele; schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte. Man muß die Deutschen von innen befreien, von außen hilft nichts.“

Tapfer im Nirgendwo präsentiert weitere Zitate von Heinrich Heine. Mögen sie mannigfaltig auf Twitter geteilt werden.

Über Katholiken schreibt Heine:

“Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch.”

Über Protestanten schreibt Heine:

“Aber wer soll da Wunder tun, dacht ich, als ich mal in Hamburg eine protestantische Kirche besah, die zu der ganz kahlen Sorte gehörte, wo nichts als braune Bänke und weiße Wände sind und an der Wand nichts als ein schwarz Täfelchen hängt, worauf ein halb Dutzend weiße Zahlen stehen. Du tust dieser Religion vielleicht unrecht, dacht ich wieder, vielleicht können diese Zahlen ebensogut ein Wunder tun wie ein Bild von der Mutter Gottes oder wie ein Knochen von ihrem Mann, dem heiligen Joseph, und um der Sache auf den Grund zu kommen, ging ich gleich nach Altona, und besetzte eben diese Zahlen in der Altonaer Lotterie, die Ambe besetzte ich mit acht Schilling, die Terne mit sechs, die Quaterne mit vier und die Quinterne mit zwei Schilling. Aber, ich versichere Sie auf meine Ehre, keine einzige von den protestantischen Nummern ist herausgekommen. Jetzt wußte ich, was ich zu denken hatte, jetzt dacht ich, bleibt mir weg mit einer Religion, die gar nichts kann, bei der nicht einmal eine Ambe herauskömmt – werde ich so ein Narr sein, auf diese Religion, worauf ich schon vier Mark und vierzehn Schilling gesetzt und verloren habe, noch meine ganze Glückseligkeit zu setzen?”

Über Juden und Christen schreibt Heine:

“Welcher Recht hat, weiß ich nicht –
Doch es will mich schier bedünken,
Dass der Rabbi und der Mönch,
Dass sie alle beide stinken.”

Über religiöse Menschen schreibt Heine:

„Ein kleines Harfenmädchen sang.
Sie sang mit wahrem Gefühle
Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
Gerühret von ihrem Spiele.

Sie sang von Liebe und Liebesgram,
Aufopfrung und Wiederfinden
Dort oben, in jener besseren Welt,
Wo alle Leiden schwinden.

Sie sang vom irdischen Jammertal,
Von Freuden, die bald zerronnen,
Vom jenseits, wo die Seele schwelgt
Verklärt in ew’gen Wonnen.

Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.“

Über den Kommunismus schreibt Heine:

“Dieses Bekenntnis, dass die Zukunft den Kommunisten gehört, dieses Bekenntnis machte ich im Ton der Besorgnis und äußersten Furcht, und -ach! das war keineswegs Verstellung!

Wahrhaftig, nur mit Schauder und Schrecken denke ich an die Zeit, da diese finsteren Bilderstürmer zur Herrschaft gelangen werden; mit ihren schwieligen Händen werden sie erbarmungslos alle Marmorstatuen der Schönheit zerbrechen, die meinem Herzen so teuer sind; sie werden all jene Spielereien und phantastischen Nichtigkeiten der Kunst zerschmettern, die der Dichter so liebte; sie werden meine Lorbeerhaine zerstören und dort Kartoffeln anpflanzen; die Lilien, die weder spinnen noch arbeiten und doch ebenso herrlich gekleidet waren wie der König Salomo in seiner Pracht, sie werden ausgerissen werden aus dem Boden der Gesellschaft, es sei denn, sie nehmen die Spindel zur Hand; die Rosen, jene müßigen Bräute der Nachtigallen, wird das gleiche Geschick treffen; die Nachtigallen, jene unnützen Sänger, werden vertrieben werden, und – ach! – mein Buch der Lieder wird dem Gewürzkrämer dazu dienen, Tüten zu drehen, in die er den armen alten Frauen der Zukunft Kaffee und Tabak schütten wird.

Ach! Ich sehe all dies voraus, und ich bin von einer unaussprechlichen Traurigkeit ergriffen, wenn ich an den Untergang denke, mit dem das siegreiche Proletariat meine Verse bedroht, die mit der ganzen romantischen Welt vergehen werden.

Und dennoch, ich bekenne es mit Freimut, übt eben dieser Kommunismus, so feindlich er allen meinen Interessen und Neigungen ist, auf meine Seele einen Reiz aus, dem ich mich nicht entziehen kann; zwei Stimmen erheben sich in meiner Brust zu seinen Gunsten, zwei Stimmen, die sich nicht zum Schweigen bringen lassen wollen, die vielleicht im Grunde nur teuflische Einflüsterungen sind – aber was immer sie seien, ich bin davon besessen, und keine Macht der Teufelsbeschwörung kann sie bändigen.

Denn die erste dieser Stimmen ist die der Logik. Der Teufel ist ein Logiker! sagte Dante. Ein fürchterlicher Syllogismus hält mich umstrickt, und wenn ich diesen ersten Satz nicht widerlegen kann, ›dass alle Menschen das Recht haben zu essen‹, so bin ich gezwungen, mich allerlei anderen Folgerungen zu unterwerfen. Wenn ich daran denke, so laufe ich Gefahr, den Verstand zu verlieren. Ich sehe alle Dämonen der Wahrheit mich im Triumph umtanzen, und schließlich bemächtigt sich meines Herzens eine großmütige Verzweiflung, und ich rufe aus: sie ist schon seit langem gerichtet, verurteilt, diese alte Gesellschaft! Möge die Gerechtigkeit ihren Lauf nehmen! Möge sie zerbrochen werden, diese alte Welt, wo die Unschuld zugrunde ging, wo die Selbstsucht gedieh, wo der Mensch vom Menschen ausgebeutet wurde! Mögen sie von Grund auf zerstört werden, diese übertünchten Grabstätten, in denen die Lüge und die Verderbnis herrschen! Und gesegnet sei der Gewürzkrämer, der einst aus meinen Geschichten Tüten drehen wird, um Kaffee und Tabak für die armen, alten Weiber hineinzuschütten, die sich vielleicht in unserer jetzigen Welt der Ungerechtigkeit eine solche Annehmlichkeit haben versagen müssen – Fiat Justitia, Pereat Mundus!

Die zweite der beiden gebieterischen Stimmen, die mich umstricken, ist noch mächtiger und noch infernalischer als die erste, denn sie ist die des Hasses, des Hasses, den ich gegen eine Partei hege, deren schrecklicher Gegner der Kommunismus und die aus diesem Grunde unser gemeinsamer Feind ist. Ich spreche von der Partei der so genannten Repräsentanten der Nationalität, von jenen falschen Patrioten, deren Vaterlandsliebe in nichts anderem besteht als in einer idiotischen Abneigung gegen das Fremde und gegen die Nachbarvölker, und die jeden Tag ihre Galle verspritzten… “

Über Aachen schreibt Heine:

“Zu Aachen langweilen sich auf der Straß’
Die Hunde, sie flehn untertänig:
“Gib uns einen Fußtritt, o Fremdling, das wird
Vielleicht uns zerstreuen ein wenig.”

Ich bin in diesem langweil’gen Nest
Ein Stündchen herumgeschlendert.
Sah wieder preußisches Militär,
Hat sich nicht sehr verändert.

Es sind die grauen Mäntel noch
Mit dem hohen, roten Kragen –
(Das Rot bedeutet Franzosenblut,
Sang Körner in früheren Tagen.)

Noch immer das hölzern pedantische Volk,
Noch immer ein rechter Winkel
In jeder Bewegung, und im Gesicht
Der eingefrorene Dünkel.

Sie stelzen noch immer so steif herum,
So kerzengerade geschniegelt,
Als hätten sie verschluckt den Stock,
Womit man sie einst geprügelt.”

Über Köln schreibt Heine:

“Die steinernen Häuser schauten mich an,
Als wollten sie mir berichten
Legenden aus altverschollener Zeit,
Der heil’gen Stadt Köllen Geschichten.

Ja, hier hat einst die Klerisei
Ihr frommes Wesen getrieben,
Hier haben die Dunkelmänner geherrscht,
Die Ulrich von Hutten beschrieben.

Der Cancan des Mittelalters ward hier
Getanzt von Nonnen und Mönchen;
Hier schrieb Hochstraaten, der Menzel von Köln,
Die gift’gen Denunziatiönchen.

Die Flamme des Scheiterhaufens hat hier
Bücher und Menschen verschlungen;
Die Glocken wurden geläutet dabei
Und Kyrie eleison gesungen.

Dummheit und Bosheit buhlten hier
Gleich Hunden auf freier Gasse;
Die Enkelbrut erkennt man noch heut
An ihrem Judenhasse.”

Über Kölsch schreibt Heine:

„Er (Heines Vater) redete den Dialekt Hannovers, wo, wie auch in der südlichen Nachbarschaft dieser Stadt, das Deutsche am besten ausgesprochen wird. Das war ein großer Vorteil für mich, daß solchermaßen schon in der Kindheit durch meinen Vater mein Ohr an eine gute Aussprache des Deutschen gewöhnt wurde, während in unserer Stadt selbst jenes fatale Kauderwelsch des Niederrheins gesprochen wird, das zu Düsseldorf noch einigermaßen erträglich, aber in dem nachbarlichen Köln wahrhaft ekelhaft wird. Köln ist das Toskana einer klassisch schlechten Aussprache des Deutschen, und Kobes klüngelt mit Marizzebill in einer Mundart, die wie faule Eier klingt, fast riecht.

In der Sprache der Düsseldorfer merkt man schon einen Übergang in das Froschgequäke der holländischen Sümpfe. Ich will der holländischen Sprache beileibe nicht ihre eigentümlichen Schönheiten absprechen, nur gestehe ich, daß ich kein Ohr dafür habe. Es mag sogar wahr sein, daß unsere eigene deutsche Sprache, wie patriotische Linguisten in den Niederlanden behauptet haben, nur ein verdorbenes Holländisch sei. Es ist möglich.“

Über Göttingen schreibt Heine:

„Die Stadt selbst ist schön, und gefällt einem am besten, wenn man sie mit dem Rücken ansieht.“

Über deutsche Patrioten schreibt Heine:

„Deine Fahne gefällt mir nicht mehr,
Die altdeutschen Narren verdarben
Mir schon in der Burschenschaft die Lust
An den schwarzrotgoldnen Farben.”

„Fatal ist mir das Lumpenpack,
Das, um die Herzen zu rühren,
Den Patriotismus trägt zur Schau
Mit allen seinen Geschwüren.

Schamlose schäbige Bettler sind’s,
Almosen wollen sie haben –
Ein’n Pfennig Popularität
Für Menzel und seine Schwaben!“

Über den Penis schreibt Heine:

„Gott, der Schöpfer der Natur,
Warum schuf er einfach nur
Das skabröse Requisit,
Das der Mann gebraucht, damit
Er fortpflanze seine Rasse
Und zugleich sein Wasser lasse?
Teurer Freund, ein Duplikat
Wäre wahrlich hier vonnöten,
Um Funktionen zu vertreten,
Die so wichtig für den Staat
Wie fürs Individuum,
Kurz fürs ganze Publikum.
Eine Jungfrau von Gemüt
Muß sich schämen, wenn sie sieht.
Wie ihr höchstes Ideal
Wird entweiht so trivial!
Wie der Hochaltar der Minne
Wird zur ganz gemeinen Rinne!
Psyche schaudert, denn der kleine
Gott Amur der Finsternis,
Er verwandelt sich beim Scheine
Ihrer Lamp – in Mankepiß.“

Über seine Feinde schreibt Heine:

„Ich habe die friedlichste Gesinnung. Meine Wünsche sind: eine bescheidene Hütte, ein Strohdach, aber ein gutes Beet, gutes Essen, Milch und Butter, sehr frisch, vor dem Fenster Blumen, vor der Tür einige schöne Bäume, und wenn der liebe Gott mich ganz glücklich machen will, lässt er mich die Freude erleben, dass an diesen Bäumen etwa sechs bis sieben meiner Feinde aufgehängt werden. Mit gerührtem Herzen werde ich ihnen vor ihrem Tode alle Unbill verzeihen, die sie mir im Leben zugefügt – Ja, man muß seinen Feinden verziehen, aber nicht früher, als bis sie gehenkt worden.

Ich bin nicht vindikativ – ich möchte gern meine Feinde lieben; aber ich kann sie nicht lieben, ehe ich mich an ihnen gerächt habe – dann erst öffnet sich ihnen mein Herz. Solange man sich nicht gerächt, bleibt immer eine Bitterkeit im Herzen zurück.“

Über seine eigene Leserschaft schreibt Heine:

“Selten habt ihr mich verstanden,
Selten auch verstand ich euch,
Nur wenn wir im Kot uns fanden,
So verstanden wir uns gleich.”

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(TINHH)

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Was möchte uns Andreas Püttmann damit sagen?

Andreas Püttmann ist Politikwissenschaftler, Journalist und Publizist. Am 18. Oktober 2020, kurz nach einem bestialischen Mord an einem französischen Lehrer, dem der Kopf auf offener Straße angeschnitten wurde, weil er es gewagt hatte, im Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit eine Karikatur des umstrittenen Propheten Mohamed zu zeigen, kommentierte er auf Twitter:

„Muss zu jedem extremistisch motivierten Mord in Europa gefälligst jeder eine Stellungnahme der Abscheu abgeben? Zumal dann, wenn erhebliche und/oder selbst extreme Teile der Öffentlichkeit solche Taten selektiv gezielt gegen eine ganze Religionsgemeinschaft instrumentalisieren?“

Diese Aussage von Herr Püttmann ist höchst fragwürdig. Niemand instrumentalisiert in diesem ganzen Horror eine ganze Religionsgemeinschaft mit Ausnahme des Täters selbst. Er hat bei seiner Tat „Allahu Akbar“ gerufen. Er glaubte, mit seiner Tat den Islam zu repräsentieren. Das muss ernst genommen werden.

Es gibt zwar Muslime, die erklären, Islam bedeute Friede, aber es gibt auch Millionen Muslime, die sich zu der Überzeugung entschieden haben, einen Frieden könne es ausschließlich im Islam geben und alle, die nicht zum Islam gehören, dürften um des lieben Friedens Willen verfolgt, unterdrückt und ermordet werden. Zur Zeit vereint keine andere Religion so viele Menschen hinter staatlich gefördertem Hass und Intoleranz wie der Islam. In allen Ländern, in denen Homosexualität mit dem Tod bestraft wird, wird dies von islamischen Regierungen vorgeschrieben.

Im Jahr 2013 wurde eine Befragung unter Muslimen durchgeführt. In Pakistan und Jordanien glaubten über 80% aller Muslime, die Scharia sei Gottes direkter Wille, in Afghanistan, Ägypten und Gaza über 70%. In Afghanistan und im Irak bevorzugten über 90% die Scharia über ein bürgerliches Gesetz, in Malaysia, Bangladesh, Marokko, Gaza, Niger und Dschibuti über 80%. Die Todesstrafe für Diebstahl fanden in Afghanistan und Pakistan über 80% angemessen, in Gaza und Ägypten 70% aufwärts.

Diese Muslime instrumentalisieren eine ganze Religionsgemeinschaft. Niemand sonst!

Es ist nicht die Aufgabe von Nicht-Muslimen zu erklären, was der Islam bedeutet. Muslime müssen das tun und es sind ihre Handlungen, die das Bild vom Islam bestimmen.

Wenn im Namen des Islams Verbrechen begangen werden, braucht es keine Christen wie Andreas Püttmann, die erklären, was der angeblich „wahre Islam“ bedeutet, ganz so, als sei ein terroristischer Anschlag eine Einladung zum Islamunterricht. Nach religiös motivierten Anschlägen braucht es kritische Analysen, die auch vor religiösen Gefühlen nicht halt machen.

Wenn uns Christen einreden wollen, Islam bedeute Frieden, dann stellen sie sich gegen all die Muslime, die das offensichtlich anders sehen. Diese Arroganz ist nichts anderes als eine moderne Version des Kreuzzugs, besonders dann, wenn die christliche Definition des Islams so klingt, als sei der Islam im Grunde nichts anderes als das Christentum. Dem ist nicht so.

Mohamed hat im Gegensatz zu Jesus eine Menge Menschen getötet. Mohamed war von Beruf Soldat und bis ans Ende seines Lebens ein überzeugter Feldherr! Jesus war ein Pazifist, der mit Huren, Sündern und Trinkern abhing und gerne mal Wein trank. Mohamed trank keinen Alkohol. Unterschiedlicher können zwei Menschen nicht sein.

Menschen können glauben, was sie wollen, solange sie mir nicht gefährlich werden, allerdings rufen jene, die Menschen Köpfe abschneiden, Frauen steinigen, Homosexuelle hängen und Juden schlachten, dabei oft den Namen Allahs und erklären, alles im Namen des Islams zu tun. Nicht wenige Muslime weltweit feiern diese Taten und verteilen Süßigkeiten aus Begeisterung über diese Schändungen.

Der radikale Islam ist ein Problem innerhalb des Islams. Die menschenfeindlichen Interpretationen des Korans und die daraus resultierenden mörderischen Praktiken können daher nur von Muslimen selbst beendet werden. Es ist einzig und allein ihre Verantwortung. Es bringt rein gar nichts, zu sagen, das alles habe nichts mit dem Islam zu tun.

Wer Islamismus und Islam trennen möchte, kann auch gleich versuchen, Alkoholismus von Alkohol zu trennen. So wie ein Alkoholiker bereit sein muss, sein Problem zu erkennen, bevor ihm geholfen werden kann, so muss auch ein Islamist zunächst sein Problem erkennen.

Der Islam muss so in Frage gestellt wird wie einst das Christentum. Das geht nur mit Aufklärung, Kritik, Spott und Hohn und all das muss von innen kommen. Was die Welt jetzt braucht sind Mohammed-Karikaturen von Muslimen, die die muslimische Welt in Frage stellen, so wie einst Voltaires Karikaturen die christliche Welt in Aufruhr versetzt haben. Wir brauchen geistige Hämmer, die den Islam zerschlagen, so wie einst Nietzsche auf das Christentum einschlug. Ist das islamophob? War die Aufklärung christophob?

Aufklärung tut weh. Wer jedoch glaubt, er müsse Muslime vor diesen Schmerzen schützen, erklärt damit, Muslime seien schwächer, dümmer oder unfähiger mit Kritik umzugehen als Christen. Wer Muslime schützen möchte vor Kritik, erklärt sie zu geistigen Mündeln, die intellektuell unfähig sind, mit Kritik umzugehen. Das ist jedoch purer Rassismus.

So wie Christen für ihre Religion verantwortlich sind, sind Muslime für den Islam verantwortlich. Der Satz „Islamisten sind keine Muslime“ ist so dämlich wie diese Sätze:

„Nazis waren keine Deutsche.“
„Kreuzritter waren keine Christen.“
„Alkoholiker sind keine Trinker.“

Als Andreas Püttmann höflich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Kritik am Islam nach der abscheulichen Tat in Frankreich durchaus angebracht sei, konterte er mit dieser Aussage:

„Stellen Sie sich das mal für einen Moment in den 30er Jahren vor, bei einem Verbrechen mit jüdischem Täter. Die Abscheulichkeit der Tat steht doch völlig außer Frage. Ich äußere mich nicht zu jedem Mord oder Anschlag, schon gar nicht, um irgendjemand etwas politisch zu beweisen.“

Diese Aussage lässt fassungslos zurück. Was möchte uns Andreas Püttmann damit sagen?

Möchte Andreas Püttmann etwa behaupten, die Judenverfolgung im Dritten Reich wäre gerechtfertigt gewesen, wenn ein Jude in der 30er Jahren einem Christen den Kopf abgeschnitten hätte? Oder möchte er behaupten, Muslime seien in Deutschland heute so diskriminiert wie Juden einst in den dreißiger Jahren? Glaubt er gar, Juden hätten jemals solch brutale Taten begangen wie Muslime in den letzten Jahrzehnten, die dabei den Namen ihres Gottes gebrüllt haben?

Es sind Muslime, die im tiefen Bekenntnis ihres Glaubens den Namen ihres Gottes rufen, während sie morden, in Hochhäuser fliegen, in Weihnachtsmärkte fahren, Juden abschlachten und kritischen Lehrern die Köpfe abschneiden. Niemals haben Juden solche Gräueltaten begangen, weder heute noch vor hundert Jahren.

Am 21. Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi von einer Gruppe muslimischer Einwanderer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen gefoltert, weil er Jude war. Er erlag seinen Verletzungen. Am 19. März 2012 wurden vier Menschen vor einer jüdischen Schule in Toulouse von einem Mann getötet, der sich als Kämpfer des Islams verstand. Drei der Opfer waren Kinder. Am 24. Mai 2014 wurde ein israelisches Paar und eine französische Besucherin im Jüdischen Museum in Brüsselerschossen. Der Mörder glaubte, es im Namen Allahs zu tun. Am selben Tag wurden in Frankreich zwei Juden, die aus einer Synagoge kamen, brutal zusammengeschlagen. Die Täter glaubten, damit dem Propheten zu gefallen.

Diese Muslime instrumentalisieren eine ganze Religionsgemeinschaft.

Nachdem einer der Terroristen rund um den Anschlag auf Charlie Hebdo in einem jüdischen Supermarkt in Paris Geiseln genommen und vier Menschen getötet hatte, rief er den französischen Sender BFMTV an, um seine Forderungen zu verbreiten. Der Sender fragte: “Haben Sie das Geschäft aus einem bestimmten Grund ausgesucht?” Die Antwort kam prompt: “Ja. Die Juden!”

Dieser Muslim instrumentalisierte eine ganze Religionsgemeinschaft.

In der Stadt Odense in Dänemark wurden Ende 2008 zwei Israelis angeschossen. Ein paar Wochen später am 8. Januar 2009 rief auf den Straßen in Oslo ein überwiegend muslimischer Mob “Tötet die Juden!” und “Schlachtet die Juden ab!” In Hannover wurden im Jahr 2010 Juden von muslimischen Kindern und Jugendlichen mit Steinen beworfen. Welche Vorbilder haben diese Kinder? in Offenbach ein Rabbiner in einer Einkaufspassage angegangen. Auf Facebook werden seit Jahren täglich Rufe nach der Vergasung und der Vernichtung aller Juden laut. Im Sommer 2014 fanden Demonstrationen in Deutschland statt, die überwiegend von Muslimen besucht wurden und auf denen „Juden ins Gas“ gerufen wurde. In Berlin brüllte der Mob sogar „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“

All diese Muslime instrumentalisieren eine ganze Religionsgemeinschaft.

Bei all diesen Taten gegen Juden, die in den letzten Jahren von Muslimen begangen wurden, im festen Glauben daran, damit ihrer Religion zu genügen, ist die Aussage von Andreas Püttmann höchst problematisch und vor allem unverständlich.

Wie auch immer Andreas Püttmann seine Aussage gemeint hat, jede mögliche Interpretation bewegt sich zwischen geschmacklos und judenfeindlich.

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Ein Verderben im Lande

Am 18. Oktober 2020 erhielt Benedikt Brechtken eine Nachricht mit freundlichen Grüßen von Twitter:

Aufgrund einer Beschwerde zu einem Inhalt auf seinem Account hatte Twitter den betroffenen Inhalt überprüft und beschlossen, diesen Beitrag für Deutschland zu sperren: „Gemäß entsprechender Gesetze und unserer Richtlinien hat Twitter den gemeldeten Inhalt in Deutschland zurückgezogen.“

Um was für einen Inhalt handelt es sich?

Man muss sich außerhalb der Grenze von Deutschland befinden, um diesen Inhalt noch sehen zu können. Wenn man nicht in Deutschland lebt, sieht man, dass es sich um diesen Inhalt handelt:

Da stellt sich mir die Frage, welches Gesetz sorgt dafür, dass ich diesen Inhalt in Frankreich, Schweden, Polen, Belgien und vielen anderen Ländern sehen kann, nicht aber in Deutschland?

Da Twitter keine weiteren Informationen bietet, bleibt mir nur die Spekulation.

Im Strafgesetzbuch steht unter §166: „Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Interessant bei dieser Formulierung ist, dass der öffentliche Friede nicht mal gestört sein muss, es reicht, wenn die Handlung geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören. Im Koran steht in Sure 5:

„Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, dass, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einen Menschen das Leben hält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach beginnen viele von ihnen Ausschreitungen im Lande. Der Lohn derer, die gegen Allah und seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden und dass ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.“

Kurz zusammengefasst bedeutet dies folgendes:

„Wir haben den Juden verordnet, wer tötet, tötet eine ganze Welt. Für Euch aber gilt, wenn jemand ein Verderben im Lande anrichtet, dann hackt ihnen die Hände und Füße ab.“

Offenkundig stört der Koran mit diesen Worten nicht den öffentlichen Frieden, denn er kann frei und ohne Auflagen öffentlich vertrieben werden. Dafür wird Kritikern des Islams jedoch oft vorgeworfen, den öffentlichen Frieden durch ihre Kritik zu stören.

Der Ausdruck „Verderben im Lande“ ist in etwa so klar definiert wie „öffentlicher Friede“. Weniger ungenau und geradezu konkret werden Koran und Strafgesetzbuch jedoch, wenn es darum geht, was mit den Leuten geschehen soll, die ein „Verderben im Lande“ anrichten oder den „öffentlichen Frieden“ stören. Das Strafgesetzbuch sieht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vor. Der Koran jedoch sieht Vertreibung, Kreuzigung oder wechselweise Hände und Füße abhacken vor, je nach Stimmungslage und ortsüblicher Tradition.

§166 StGB wird oft als ein Paragraf missverstanden, der die Gotteslästerung unter Strafe stellt. Das macht dieser Paragraf jedoch mitnichten. In Deutschland ist es selbstverständlich erlaubt, Gott zu lästern. Auch Religionen dürfen verballhornt und ins Lächerliche gezogen werden, selbst unter Verwendung obszöner Worte und unter Zuhilfenahme von polemischen Bildern. Charlie Hebdo ist in Deutschland nicht verboten.

§166 StGB gibt dem Staat nicht das Recht, inhaltlich, ästhetisch oder moralisch über Meinungen und Aussagen zu Religionen und Gott zu urteilen. Das Beschimpfen von Religionen und Weltanschauung ist nicht verboten. Allerdings gibt dieser Paragraf dem Staat die Möglichkeit, das Beschimpfen von Bekenntnissen zu ahnden, wenn damit der „öffentliche Friede“ gestört wird. Das bedeutet, je unentspannter und gewaltbereiter Mitglieder einer Religionsgemeinschaft auf Urteile über ihren Glauben reagieren, umso eher ist der „öffentliche Friede“ in Gefahr.

§166 StGB ist klassische Täter-Opfer-Umkehr in ein Gesetz gegossen.

Der Mord an den Filmemacher Theo van Gogh im Jahr 2004, die brutalen Ausschreitung nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in Dänemark im Jahr 2005, die Morde an die Künstlerinnen und Künstler von Charlie Hebdo im Frühjahr 2015 und die brutale Ermordung von Samuel Paty zeigen, dass es eine Menge Muslime gibt, die die Sure 5 des Korans als Rechtfertigung für Gewalt auslegen. Sie stören den „öffentlichen Frieden“ um gegen jene vorzugehen, die „Verderben im Lande“stiften.

Mit §166 StGB werden nicht jene belangt, die zur Gewalt greifen, sondern jene, gegen die sich die Gewalt richtet.

So wie es Menschen gibt, die Frauen das Tragen eines zu kurzen Rocks vorwerfen, wenn sie vergewaltigt wurden, so macht §166 StGB die Kritiker von Religionen zu Tätern, wenn sich durch ihre Aussagen Fanatiker bemüßigt sehen, zur Gewalt zu greifen.

So wie es Länder gibt, die Frauen zwingen, sich zu verhüllen, da sie andernfalls den „öffentlichen Frieden“ mit ihren „Reizen“ stören würden, so verhüllt §166 StGB Aussagen über Religionen, wenn es Menschen gibt, die diese Aussagen als Beschimpfungen wahrnehmen und sich dadurch so gereizt fühlen, dass der „öffentliche Friede“ in Gefahr ist.

§166 StGB ist ein Kopftuchzwang fürs Verballhornen.

Das Strafgesetzbuch honoriert die Gewaltbereitschaft religiöser Fanatiker und extremer Ideologen.§166 StGB lädt notorisch beleidigte Leberwürste der Religionen geradezu ein, eine Störung der öffentlichen Ruhe herbeizuführen, um dadurch ihren Willen einer missverstandenen Ehre durchzusetzen.

Was immer uns Fundamentalisten glauben machen wollen, Worte, Bilder, Kunstwerke und Zeichnungen vermögen es nicht, den öffentlichen Frieden zu stören. Es sind religiöse Menschen, die den öffentlichen Frieden stören, wenn sie nicht in der Lage sind, mit harscher Kritik, wüstem Spott und bitterer Polemik ebenso umzugehen wie Politikerinnen, Schauspieler, Köche, Lehrerinnen und alle anderen Menschen.

Nicht die Kritiker mit den zu kurzen Röcken sind das Problem, sondern die religiösen Vergewaltiger mit ihren fundamentalistischen Überzeugungen.

Kein Gott braucht das deutsche Strafgesetzbuch. Ein Gott, der das deutsche Strafgesetz braucht, um seine Macht zu manifestieren, ist ein armseliger Gott.

Sollte Twitter nicht aufgrund von §166 StGB den Inhalt für Deutschland gesperrt haben, welches Gesetz könnte es dann sein?

Am 30. Juni 2017 verabschiedete der 18. Deutsche Bundestag in Anwesenheit von weniger als hundert Abgeordneten das Netzwerkdurchsetzungsgesetz.

Vielleicht ist es auch das Netzwerkdurchsetzungsgesetz.

Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz werden soziale Netzwerke wie Twitter unter empfindlicher Strafandrohung in die Position einer privatisierten Exekutive gezwungen, um als Beliehener des Staates in Abwesenheit einer Rechtssprechung pro­phy­lak­tisch Aussagen zu löschen, die angeblich, vermutlich oder vielleicht gegen das deutsche Gesetz verstoßen sollen.

Mit diesem Gesetz werden private Unternehmen mit Zwang zu einer Aufgabe verpflichtet, an der sie nur scheitern können. Dieses Gesetz sorgt dafür, dass Unternehmen wie Twitter im Zweifel kritische Aussagen zu kriminellen Aussagen erklären und sperren, um nicht mit dem deutschen Gesetz in Konflikt zu kommen.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz sorgt für eine massive Einschränkung in die Presse- und Meinungsfreiheit aus Angst vor (Sprach)-Terror.

Gerade in einem Land, in dem es einen Paragrafen wie §166 StGB gibt, ist ein Netzwerkdurchsetzungsgesetz hoch problematisch, denn es gibt repressiven Gruppen die Möglichkeit durch massives Melden von Inhalten Kontrolle darüber zu erlangen, welche Meinungen veröffentlicht werden.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist zwangs-privatisierte Zensur!

Wo sich der Mensch einer kollektiven Ideologie unterwirft, wo das Individuum in einem Mob verschmilzt und sich in der Legion der Vielen auflöst, wird es gefährlich. Der Mob lässt andere Meinungen nicht zu und erklärt stattdessen, Worte seien Gewalt, nur um so dann tatsächliche physische Gewalt gegen den Redner rechtfertigen zu können. Der Mob erklärt jeden Abweichler und jeden Kritiker zu einer Gefahr, gegen die auch Gewalt angewendet werden darf. Es ist schließlich Notwehr.

Der Mob beherrscht die Netzwerke.

Es gilt: Bringe nur genug Menschen gegen Dich auf und eine Sperrung wird sehr wahrscheinlich. Das ist auch der Grund, warum in sozialen Netzwerken so oft offen judenfeindliche Beiträge nicht gelöscht werden, während schon leicht islamkritische Beiträge verschwinden.

Es gibt über 1,6 Milliarden Muslime auf der Welt, aber nicht mal 16 Millionen Juden. Auf einen Juden kommen hundert Muslime. Es ist viel leichter, eine große Anzahl von Muslimen zu finden, die sich durch eine Aussage beleidigt fühlen und mag sie noch so harmlos sein, als eine große Anzahl von Juden, die sich durch eine Aussage beleidigt fühlen und mag sie noch so brutal sein.

Immer wieder kommt es bei vor, dass vollkommen akzeptable Kritik am Islam in sozialen Medien gelöscht wird und die Kritiker mit langen Sperren belegt werden, während offen judenfeindliche Aussagen nicht gelöscht werden. Über 1,6 Milliarden Muslime weltweit eigenen sich offensichtlich besser für das Schaffen eines Mobs als 16 Millionen Juden.

In einer aufgeklärten Demokratie herrschen nicht die Masse und der Mob, sondern die Vernunft und das Menschenrecht.

Die Grundrechte des Einzelnen können nicht durch eine Mehrheit abgeschafft werden. Judenhass fand und findet oft eine Mehrheit und war und ist dennoch immer falsch.

Der Mantel des Schweigens ist für die Redefreiheit das, was der Schleier und das Kopftuch für die Rechte der Frau ist. Jede Frau darf selbst entscheiden, ob sie einen Schleier tragen möchte und jeder Mensch darf selbst entscheiden, ob und zu was er schweigen und reden will. Es darf keinen Zwang geben, weder für den Schleier noch für den Mantel des Schweigens und unter keinen Umständen darf es einem Mob überlassen werden, darüber zu entscheiden, was gesagt werden darf.

Das Gefühl der Masse darf nie über die Vernunft des Individuums siegen.

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