Mit Entsetzen nehmen wir die Nachricht zur Kenntnis, dass in italienischen Krankenhäusern aufgrund von Alter darüber entschieden wird, wem geholfen werden kann.
In Deutschland ist man darum bemüht, alles dafür zu tun, dass solch grausame Entscheidungen bei uns nicht gefällt werden müssen. Dabei werden ebenso grausame Entscheidungen in Deutschland bereits gefällt und zwar täglich.
In Italien geschieht es, dass wenn ein 70-Jähriger und ein 40-Jähriger dringende Pflege benötigen, dem 70-jährigen Patienten nicht geholfen wird, da nicht genügend Mittel vorhanden sind. Das der alte und der junge Mensch beide Italiener sind, zählt nicht mehr.
In Deutschland ist nicht das Alter der Grund der Diskriminierung, es ist die Nationalität.
Obwohl Italien gerade dringend Hilfe braucht, weil zur Zeit in Italien die meisten Menschen weltweit an dem Coronavirus sterben, wird der Nation von Deutschland aus nicht geholfen, weil die Mittel für potentielle deutsche Patienten gebraucht werden.
Italien ist der 70-jährige und Deutschland der 40-jährige Patient. Das beide Europäer sind, zählt nicht mehr.
Wir sind in der Grausamkeit der Pandemie längst angelangt.
„Aber die Mittel werden hier gebraucht! Wir müssen doch jetzt schauen, dass den Menschen, die hier leben, geholfen wird. Ich finde den Vergleich schwierig, gerade jetzt in dieser schweren Zeit. Ich glaube, wir sind das letzte Land, das Hilfe verweigert. Nur dieses Mal geht es einfach nicht.“
Ja, das stimmt. Das ist allerdings genau der Grund, warum jetzt auch manch einem alten Patienten nicht mehr geholfen werden kann. Es ist die Grausamkeit der Pandemie.
Wir müssen alles dafür tun, dass diese Grausamkeit aufhört.
Netzfund: „Von europäischer Solidarität war in den vergangenen Wochen wenig bis nichts zu spüren. In der Corona-Ansprache der Bundeskanzlerin fiel das Wort Europa am Mittwoch kein einziges Mal. Wie nah, darf man fragen, sind sich denn die angeblich so dicken Freunde Deutschland und Frankreich im Angesicht einer existenziellen Bedrohung? Wie nah sind sich Deutsche und Italiener, wenn es um mehr geht als um die Planung des Toskanaurlaubs? Was bleibt von der Italienliebe, wenn der Nachbar wirklich Hilfe braucht? Die Italiener werden jedenfalls so schnell nicht vergessen, dass von den deutschen und französischen Nachbarn wenig bis keine Hilfe kam, als das Coronavirus bei ihnen längst wütete.“
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Die momentane Situation rund um COVID-19 trifft freischaffende Künstlerinnen und Künstler mitten ins Mark. Daher habe ich eine persönliche Bitte an Sie.
Auf alle selbstständig arbeitenden Künstlerinnen und Künstler kommen jetzt harte Zeiten zu. Das in vielen Fällen eh schon am Existenzminimum geführte Leben wird durch die Ausfälle im Theaterbereich auf eine harte Probe gestellt.
Kunst und die Arbeit von kunstschaffenden Menschen ist wertvoll.
Aufgrund des Virus werden Sie in den nächsten Tagen weniger ausgehen und vermutlich kein Theater besuchen. Sie würden mich sehr glücklich machen, wenn Sie die so freigewordene Zeit nutzen, um im Internet zu schauen, ob Sie dort Kontakt zu einem Künstler oder einer Künstlerin ihrer Vorliebe aufnehmen können.
Wenn es eine Dichterin, einen Musiker, eine Kabarettistin, einen Stand-Up-Comedian, eine Schauspielerin, einen Tänzer, eine Slam Poetin oder irgendeine andere Person gibt, deren Kunst sie wertschätzen, weil die Kunst etwas bei Ihnen bewegt hat und sei es auch nur ein Lachen oder eine Träne gewesen, dann kontaktieren Sie diesen Menschen und bitten ihn um die Möglichkeit, ihm einen kleinen Beitrag zu überweisen.
Wen es auch nur 10,- Euro sind, oder vielleicht 20,-, 50,- oder 100,- Euro, diese Geste wird unglaublich viel bewegen. Die Kunst ist eh schon ein hartes Brot, aber die kommenden finanziellen Ausfälle werden viele freie Künstlerinnen und Künstler vor große Herausforderungen stellen.
Wenn Sie immer schon mal Danke sagen wollte für die Kunst, die sie bewegt hat, so ist jetzt der richtige Augenblick gekommen.
Ich bin auch Künstler. Selbst wenn ich nur von einem Menschen angeschrieben werde, der mir etwas Geld überweisen möchte, so wird mir damit schon geholfen sein. In Zeiten der Ungewissheit ist schon ein kleines Pflaster der Zuversicht und Solidarität sehr wirksam.
Unterstützen Sie einen Künstler oder eine eine Künstlerin Ihrer Wahl.
Sollten Sie diese Aktion unterstützen, teilen Sie diesen Text gerne mit dem Hashtag #CoronaKunst
Sollten Sie eine Künstlerin oder ein Künstler sein, der oder die etwas Hilfe gebrauchen kann, nutzen Sie diesen Hashtag: #CoronaKünstler oder #CoronaKünstlerin
So weiß jeder, dass Sie von dieser Aktion wissen und muss Sie nur noch fragen, wie auf auf welches Konto er oder sie die Überweisung tätigen soll. Es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten, wenn Sie gebraucht wird.
Lassen Sie diese Aktion ein Virus für die Kunst und für das Leben werden.
#CoronaKunst soll sich größtmöglich verbreiten, damit es so viel Hilfe wie möglich geben kann.
Lassen Sie sich infizieren von der Hilfsbereitschaft.
Wie schmutzig muss die Arbeit gewesen sein, die die türkische Regierung für Deutschland gemacht hat? Sehr schmutzig, wie wir jetzt sehen.
Jeder selbstverliebte Wolkenkuckucksprinz, der sicher in seinem ökologisch artgerechten Garten lustwandeln möchte, bevor er abends bei Bio-Wein und lokalem Walnussbrot darüber philosophiert, was es bedeutet, ein gutes und gerechtes Leben zu führen, muss die schmutzige Arbeit zur Sicherung seines Ökosystems delegieren.
In der Türkei hatte Europa und vor allem Deutschland einen willigen Gastarbeiter für das schmutzige Staatsgeschäft der Grenzsicherung gefunden. Der deutsche Prinz sagte, es gäbe keine Obergrenze in der Flüchtlingsfrage und der türkische Gastarbeiter sorgte dafür, dass der deutsche Prinz das weiter glauben konnte. Jetzt hat Erdoğan beschlossen, diese Arbeit nicht mehr zu vollrichten und die Öffnung der Grenzen seines Landes zu Griechenland angekündigt: „Wir werden unsere Tore nicht für Flüchtlinge schließen.“
Jetzt muss Europa die Arbeit wieder selber tun und das bedeutet, dass die Frage erneut aufkommen wird: Was ist die Obergrenze?
Kein Raum hat unendliche Kapazität. Die Obergrenze für Flüchtlinge liegt dort, wo ein Land nicht mehr in der Lage ist, sich um die Flüchtlinge zu kümmern. Nur wer weiß, wieviel Hilfe er geben kann, kann auch helfen.
Als Ende 2015 am Münchener Hauptbahnhof eine ungewohnt hohe Zahl von Flüchtlingen ankam und sie von applaudierenden Deutschen empfangen wurden, da fielen überall die Sätze: „Jetzt zeigt Deutschland sein freundliches Gesicht“ und „Auf dieses Deutschland bin ich stolz!“
Mir waren die Deutschen, die das selbstergriffen patriotisch und tränengerührt stolz in die Kameras sagten, von Anfang an suspekt. Ich hatte nämlich das Gefühl, dass es ihnen gar nicht um die Flüchtlinge ging, sondern nur um ihr eigenes Image! Sie benutzten die Flüchtlinge, um ihr eigenes schlechtes Gewissen zu beruhigen. Wäre es ihnen um die Flüchtlinge gegangen, sie hätten sich der Verantwortung stellen müssen, die mit der Hilfsbereitschaft einhergeht: Die Frage nach der Grenze der eigenen Kapazität.
Es herrschte in Deutschland von Anfang an eine grenzenlose Naivität im Umgang mit der Flüchtlingssituation. Die Flüchtlinge, die aus Syrien und anderen Kriegsgebieten kamen, waren durch Krieg traumatisierte und brutalisierte Menschen, die aus zerbrochenen Clanstrukturen stammten, zusammengehalten von einer autoritären Religion, gegründet von einem patriarchalen Feldherren. Sie in überfüllte, enge Räume und Zelte zu zwängen, nicht selten zusammen mit Menschen aus Ländern und Kreisen, mit denen sie in der Heimat im Krieg lagen, ist das Gegenteil von Hilfe. Es ist ein Fortführen des Kriegs mit anderen Mitteln. In einer Gemeinde, in der hoch traumatisierte und brutalisierte Flüchtlinge in Lager gepfercht werden, ist die Obergrenze erreicht.
Idealisten handeln nach dem Motto: „Ich will morgens in den Spiegel schauen können!“ Menschen aber, die wirklich helfen wollen, leben nach dem Motto: „Ich will morgens aus dem Fenster schauen können!“
Europa ist eine Figur der griechischen Mythologie. Eine weitere bekannte Figur ist Ikarus! Er war der Sohn des Dädalus und wurde zusammen mit seinem Vater von König Minos im Labyrinth des Minotauros auf Kreta gefangen gehalten. Zur Flucht erfand Dädalus Flügel für sich und seinen Sohn, indem er Federn mit Wachs an einem Gestänge befestigte. Vor dem Start schärfte er Ikarus ein, nicht zu hoch und nicht zu tief zu fliegen, da sonst die Hitze der Sonne beziehungsweise die Feuchte des Meeres zum Absturz führen würde. Zuerst ging alles gut, aber dann wurde Ikarus übermütig und stieg so hoch hinauf, dass die Sonne das Wachs seiner Flügel schmolz, woraufhin sich die Federn lösten und er ins Meer stürzte. Der verzweifelte Dädalus benannte die Insel, auf der er seinen Sohn beigesetzt hatte, zur Erinnerung an sein Kind Ikaria.
All die Bilder, die uns jetzt schockieren, hat es vorher auch schon gegeben. Sie haben uns damals jedoch einfach nicht interessiert, weil die schmutzige Arbeit der Grenzsicherung von türkischen Gastarbeitern verrichtet wurde.
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Um dem Trubel des Kölner Karnevals zu entfliehen, reiste ich in den Norden Frankreichs nach Dunkerque auf der Suche nach etwas Ruhe. Hier mein Bericht:
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Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat alle Karnevalstermine für heute abend abgesagt. Sie nimmt stattdessen an der Demo „Köln gegen Rechts“ vor dem Kölner Dom teil. Sie erklärt:
„Nach dem furchtbaren rassistischen Mordanschlag in Hanau mit zehn Toten, vielen Verletzten und dem unfassbaren Leid, das über Familien und Freunde der Opfer und die ganze Stadt Hanau gebracht wurde, ist es mir wichtig, als Oberbürgermeisterin der Stadt Köln ein Zeichen zu setzen“, begründet Henriette Reker ihre Absage. „Ich werde deshalb am Freitagabend um 18 Uhr auf dem Roncalliplatz an der Demo von ‚Köln gegen Rechts‘ teilnehmen. Wir müssen gemeinsam gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf die Straße gehen.“
Apropos Kölner Dom. Als das Richter-Fenster von Gerhard Richter im Südquerhausfenster des Kölnern Doms am 25. August 2007 im Rahmen einer Messfeier eingeweiht wurde, da dauerte es nicht lange, bis sich Kardinal Meisner zu dem neuen Fenster äußerte.
„Wenn wir schon ein neues Fenster bekommen, soll es auch deutlich unseren Glauben widerspiegeln. Und nicht irgendeinen“, ließ der Kardinal in einem Interview mit der Express verlauten und fand sogar noch deutlichere Worte. Das Fenster passe „eher in eine Moschee oder ein anderes Gebetshaus“ als in die gotische Kathedrale. Was Kardinal Meisner bei seinen Ausführungen jedoch nicht bedacht hatte: Im Jahr 1965 war der Kölner Dom eine Moschee.
Als in den 1960er Jahren muslimische Gastarbeiter nach Deutschland kamen, gab es in Köln noch kein Haus, wo die Gläubigen zu Allah beten konnten. Darum stellte der Kölner Dom kurzerhand seine beiden nördlichen Seitenschiffe islamischen Gottesdiensten türkischer Arbeitsmigranten zur Verfügung. Die Gebetsbänke wurden weggeräumt und die Gebetsteppiche ausgerollt!
Am 3. Februar 1965 betraten rund 400 türkische Gastarbeiter mit zusammengerollten Gebetsteppichen unter ihren Armen den Kölner Dom, um das Ende des Ramadans zu feiern. Jene Muslime, die sich keinen Teppich leisten konnten, hatten Zeitungen mitgebracht. Auf den Steinfliesen des Kölner Doms breiteten sie ihre Gebetsteppiche und Zeitungen aus und neigten ihr Haupt gen Mekka. Ein Imam leitete den Gottesdienst im Schatten der Kerzen, Kreuze, Altäre, Statuen und in Anwesenheit des Kölner Kardinals Joseph Frings. Am 3. Februar 1965 erschallte erstmals das Gebet „Allahu akbar“ im Kölner Dom. Die ZEIT titelte am 12. Juni 1965:
„Muselmanen beten im Kölner Dom“
Die damalige Dompropstei betonte Journalisten gegenüber, dass das Bereitstellen von Möglichkeiten für die Gottesdienste Andersgläubiger in Kölner Kirchen durchaus „nichts Ungewöhnliches“ sei.
Das Wort Moschee bedeutet „Ort der Niederwerfung“. Der Kölner Dom wurde somit im Jahr 1965 die höchste Moschee Europas mit 157 Metern. Die Muslime nahmen die Moschee dankend an, indem sie nach den Gebeten Geld in den Opferstock warfen. Die Muslime befolgten im Kölner Dom somit vier der fünf Säulen des Islams: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten und Almosen.
Somit war der Kölner Dom mal eine Moschee. Das Richter-Fenster mit einer Fläche von 113 m² auf der 11.263 Farbquadrate in 72 Farben mit den Maßen 9,6 cm x 9,6 cm nach dem Zufallsprinzip angeordnet sind, hängt somit durchaus am richtigen Platz.
Der Mörder von Hanau war ein verrückter Terrorist. Was waren seine Überzeugungen?
In einem YouTube-Video erklärte der Täter auf Englisch, die Vereinigen Staaten von Amerika seien „unter der Kontrolle unsichtbarer, geheimer Gesellschaften.“ Diese Gesellschaften, so behauptete er, nutzten „unbekannte, böse Methoden wie Gedankenkontrolle und halten eine moderne Form der Sklaverei aufrecht“. Er behauptete weiter, in den USA gäbe es „tiefe, unterirdische Militärbasen“ und fügte hinzu: „In einigen davon beten sie den Teufel selbst an. Sie missbrauchen, foltern und töten kleine Kinder in unglaublicher Menge.“
Noch deutlicher wurde er in einem Text, den er auf Deutsch auf seiner Webseite veröffentlicht hatte. Dort erklärt er, dass in Deutschland „das Beste und Schönste entsteht und herauswächst, was diese Welt zu bieten hat“ und verurteilt „das schlechte Verhalten bestimmter Volksgruppen.“
Er fragt sich, „warum solche Volksgruppen überhaupt in meinem Land sind“ und stellt fest, diese Menschen seien „äußerlich instinktiv abzulehnen und haben sich zudem in ihrer Historie nicht als leistungsfähig erwiesen“. Er behauptet: „Andere Rassen und Kulturen wiederum haben hierbei nicht nur keinen Beitrag geleistet, sondern sind destruktiv – vor allem der Islam.“
Er fordert, „dass folgende Völker komplett vernichtet werden müssen: Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Israel, Syrien, Jordanien, Libanon, die komplette saudische Halbinsel, die Türkei, Irak, Iran, Kasachstan, Turkmekistan, Usbekistan, Indien, Pakistan, Afghanistan, Bangladesh, Vietnam, Laos, Kambodscha bis hin zu den Philippinen.“
Der Verfasser gibt auch tiefe Einblicke in sein Privatleben. Er sei unfreiwillig zölibatär und führt aus, „dass ich ein Leben lang keine Frau/Freundin hatte, die letzten 18 Jahre ausschließlich deshalb nicht, da ich mir eben keine Frau nehme, wenn ich weiß, dass ich überwacht werde.“
Er erzählt von einem erfolglosen Date während des Studiums. Er ist sich sicher, dass ein amerikanischer Geheimdienst an seiner Einsamkeit Schuld trägt: „Der Geheimdienst der mich bereits ein Leben lang beobachte, wusste um diese „Achillesferse“, zudem hatte ich offen eine Kriegserklärung an diese mir unsichtbaren und unbekannten Personen ausgesprochen. Im Oktober 2000 begann ich mein BWL-Studium in Bayreuth auch mit der Hoffnung dort endlich eine attraktive Frau kennenzulernen. Zunächst sollte ich nicht enttäuscht werden, da eine junge Studentin vom äußeren her meinen Vorstellungen entsprach. Allerdings war dieses Treffen, ebenso wie das Nicht-Zusammenkommen, von dieser „Geheimorganisation“ gesteuert, was mir aber zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt war.”
Völlig wirr wird der Mann, wenn er davon erzählt, dass amerikanische Geheimdienste ihn abhören und dabei sogar Ideen für Filme bekommen haben, die dann „Hollywood“ realisiert hätten: „Die Geheimorganisation, die mich überwacht, nimmt Einfluss darauf, welche Hollywoodfilme gedreht werden bzw. welche Inhalte verfilmt werden. Ein weiterer Gesprächsinhalt mit meinem Kollegen aus der Banklehre drehte sich auch um Filme und ich erwähnte einige Dinge, die ich gerne im Kino sehen würde.“
Neben einigen Filmen mit Sharon Stone und Tom Cruise reklamiert er für sich, die Serie „Prison Break“ erfunden zu haben: „Mit der Fernsehserie „Prison Break“ ist dies entsprechend umgesetzt worden –sehr gut sogar wie ich finde. Ich habe somit rückblickend damals unwissentlich die Grundidee geliefert, aber natürlich weder das Drehbuch geschrieben, noch die Schauspieler ausgewählt, noch sonstige Dinge zur realen Umsetzung dieser Staffel beigetragen.“
Außerdem ist er sich sicher, dass der Anschlag auf das World Trade Center vom 11. September 2001 „von den USA selbst ausgeführt wurde“, allerdings aufgrund einer Inspiration durch ihn. Er beschreibt, wie er irgendwann anfing, in seiner Wohnung laut zu reden, um mit der Geheimorganisation zu kommunizieren. Erst sprach er nur über friedliche Dinge und erklärte zum Beispiel, Jürgen Klinsmann solle Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft werden, aber irgendwann wurde er weniger friedlich:
„Während des Sommersemesters, als ich in der Wohnung mit den vermuteten Zuhörern sprach, sagte ich unter anderem, dass dieser Umstand, dass ich überwacht werde – ich deute bereits an, dass ich beabsichtige mich dagegen entsprechend zur Wehr zu setzen – zur Not würde ich mit einem Flugzeug in ein Gebäude fliegen, um die entsprechende Aufmerksamkeit zu erringen – in die Weltgeschichte eingehen wird und einmal Hollywood-Filme nach mir gedreht werden würden. Wie richtig ich damals beim Aussprechen dieser Worte lag, wurde mir erst später klar. Denn nicht nur nach dem 11. September 2001 wurden Filme aufgrund meiner Inspiration gedreht, sondern die Hollywood-Connection bestand bereits vorher.“
Sogar die Mauer zwischen den USA und México und der Slogan „America First“ seien seine Ideen gewesen: „Meine Strategie wird aktuell in den USA umgesetzt! Dies ist eine große Ehre für mich!“
Irgendwann, so erklärt es der Verfasser dieser verrückten Geschichte, wurde ihm klar, dass er gar nicht laut sprechen müsse, um mit der Geheimorganisation Kontakt aufzunehmen, da sie die Fähigkeit besäße, „Gedanken zu lesen und sich in das Gehirn eines anderen Menschen einklinken zu können“. Diese Fähigkeit würde sogar „von der gleichen Organisation filmisch verarbeitet, die über diese Fähigkeit verfügt“. Als Beweis führt er den Film „Kuck mal wer da spricht“ an: „Im Film kann der Zuschauer die Gedanken der Kleinkinder mithören – in der Realität können diese Menschen von mir bzw. von jedem Menschen die Gedanken lesen.“
Am Ende seines Wahntraktats erklärt der Mann, der am 19. Februar 2020 Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Said Nessar El Hashemi, Mercedes K., Can Gülcü, Bilal Gökçe, Sedat Gürbüz, Kaloyan Velkov, Menschen mit Träumen, Hoffnungen und Wünschen, sowie seine eigene Mutter und sich selbst tötete, „wenn ich damit richtig liege, dass ich überwacht werde, dann gibt es Krieg! Aus all den genannten Gründen blieb mir also nichts anderes übrig, so zu handeln, wie ich es getan habe, um die notwendige Aufmerksamkeit zu erlangen. Dieser Krieg ist als Doppelschlag zu verstehen, gegen die Geheimorganisation und gegen die Degeneration unseres Volkes! Menschen kommen und gehen. Das was bleibt ist das Volk! Schaut euch in Zukunft genau an, wer das Volk ist.“
Zusammenfassung: Der Mörder ist für „Prison Break“, den 11. September 2001, die aktuelle Politik des amerikanischen Präsidenten und für Jürgen Klinsmann als Nationaltrainer verantwortlich. Die arabischen Nationen und der jüdische Staat müssen vernichten werden, Hollywood betreibt Gedankenkontrolle und eine Geheimorganisation regiert die Welt, während in geheimen Militärbasen in Amerika der Teufel angebetet und Kinder gefoltert und getötet werden. Dafür sind Deutsche die Besten und Schönsten und vor allem keine destruktive Rasse wie der Islam. Mit einer Frau hatte er niemals intimem Verkehr, was bedeutet, dass sich seine deutsche Überlegenheit nicht fortpflanzen konnte.
Das Video und die Texte des Mörders sind Aufzeichnungen eines anti-amerikanischen Wahnsinnigen, der mit antisemitischen Verschwörungstheorien, wie sie aus hasserfüllten Traktaten wie den „Protokollen der Weisen von Zion“ bekannt sind, seinen rassistischen Hass und seine Erfolglosigkeit bei Frauen zu rechtfertigen sucht.
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Dieses Bekenntnis, dass die Zukunft den Kommunisten gehört, dieses Bekenntnis machte ich im Ton der Besorgnis und äußersten Furcht, und -ach! das war keineswegs Verstellung!
Wahrhaftig, nur mit Schauder und Schrecken denke ich an die Zeit, da diese finsteren Bilderstürmer zur Herrschaft gelangen werden; mit ihren schwieligen Händen werden sie erbarmungslos alle Marmorstatuen der Schönheit zerbrechen, die meinem Herzen so teuer sind; sie werden all jene Spielereien und phantastischen Nichtigkeiten der Kunst zerschmettern, die der Dichter so liebte; sie werden meine Lorbeerhaine zerstören und dort Kartoffeln anpflanzen; die Lilien, die weder spinnen noch arbeiten und doch ebenso herrlich gekleidet waren wie der König Salomo in seiner Pracht, sie werden ausgerissen werden aus dem Boden der Gesellschaft, es sei denn, sie nehmen die Spindel zur Hand; die Rosen, jene müßigen Bräute der Nachtigallen, wird das gleiche Geschick treffen; die Nachtigallen, jene unnützen Sänger, werden vertrieben werden, und – ach! – mein Buch der Lieder wird dem Gewürzkrämer dazu dienen, Tüten zu drehen, in die er den armen alten Frauen der Zukunft Kaffee und Tabak schütten wird.
Ach! Ich sehe all dies voraus, und ich bin von einer unaussprechlichen Traurigkeit ergriffen, wenn ich an den Untergang denke, mit dem das siegreiche Proletariat meine Verse bedroht, die mit der ganzen romantischen Welt vergehen werden.
Und dennoch, ich bekenne es mit Freimut, übt eben dieser Kommunismus, so feindlich er allen meinen Interessen und Neigungen ist, auf meine Seele einen Reiz aus, dem ich mich nicht entziehen kann; zwei Stimmen erheben sich in meiner Brust zu seinen Gunsten, zwei Stimmen, die sich nicht zum Schweigen bringen lassen wollen, die vielleicht im Grunde nur teuflische Einflüsterungen sind – aber was immer sie seien, ich bin davon besessen, und keine Macht der Teufelsbeschwörung kann sie bändigen.
Denn die erste dieser Stimmen ist die der Logik. Der Teufel ist ein Logiker! sagte Dante. Ein fürchterlicher Syllogismus hält mich umstrickt, und wenn ich diesen ersten Satz nicht widerlegen kann, ›dass alle Menschen das Recht haben zu essen‹, so bin ich gezwungen, mich allerlei anderen Folgerungen zu unterwerfen. Wenn ich daran denke, so laufe ich Gefahr, den Verstand zu verlieren. Ich sehe alle Dämonen der Wahrheit mich im Triumph umtanzen, und schließlich bemächtigt sich meines Herzens eine großmütige Verzweiflung, und ich rufe aus: sie ist schon seit langem gerichtet, verurteilt, diese alte Gesellschaft! Möge die Gerechtigkeit ihren Lauf nehmen! Möge sie zerbrochen werden, diese alte Welt, wo die Unschuld zugrunde ging, wo die Selbstsucht gedieh, wo der Mensch vom Menschen ausgebeutet wurde! Mögen sie von Grund auf zerstört werden, diese übertünchten Grabstätten, in denen die Lüge und die Verderbnis herrschen! Und gesegnet sei der Gewürzkrämer, der einst aus meinen Geschichten Tüten drehen wird, um Kaffee und Tabak für die armen, alten Weiber hineinzuschütten, die sich vielleicht in unserer jetzigen Welt der Ungerechtigkeit eine solche Annehmlichkeit haben versagen müssen – Fiat Justitia, Pereat Mundus!
Die zweite der beiden gebieterischen Stimmen, die mich umstricken, ist noch mächtiger und noch infernalischer als die erste, denn sie ist die des Hasses, des Hasses, den ich gegen eine Partei hege, deren schrecklicher Gegner der Kommunismus und die aus diesem Grunde unser gemeinsamer Feind ist. Ich spreche von der Partei der so genannten Repräsentanten der Nationalität, von jenen falschen Patrioten, deren Vaterlandsliebe in nichts anderem besteht als in einer idiotischen Abneigung gegen das Fremde und gegen die Nachbarvölker, und die jeden Tag ihre Galle verspritzten.
*** (TINHH)
Veröffentlicht unterFremde Feder|Kommentare deaktiviert für Mit Schauder und Schrecken
Ohne Stern findet man heutzutage in Deutschland als Opfer einfach nicht mehr statt. Wer was auf sich hält, klebt sich einen gelben Stern auf die Brust.
Jeder erlebt seinen ganz privaten Holocaust. Der Trend geht mittlerweile sogar zum Zweitholocaust.
Auf einer Demonstration in Karlsruhe gegen die geltenden Corona-Maßnahmen im November 2020 schilderte ein elfjähriges Mädchen in einer Rede ihre aktuelle Situation und erklärte, da sie ihren Geburtstag nicht „normal“ feiern konnte und „mucksmäuschenstill“ sein musste, habe sie sich wie Anne Frank gefühlt.
Bei einer Demonstration eine Woche später in Hannover erklärte eine 22-jährige Frau aus Kassel:
„Ich fühle mich wie Sophie Scholl, da ich seit Monaten hier aktiv im Widerstand bin, Reden halte, auf Demos gehe, Flyer verteile und auch seit gestern Versammlungen anmelde.“
Die Nazis sind immer die Anderen. Während eines Aufmarschs in Dresden im Februar 2020 hielt Kathrin Oertel ein Plakat mit dieser Aufschrift hoch: „Alliierte Befreiung = Holocaust am deutschen Volk“
Angewidert von diesem „Holocaustneid“ präsentiert Tapfer im Nirgendwo eine Liste der unglaublichsten Vergleiche:
„Ich kann immer noch nicht begreifen, warum der dänische Zoo die schöne junge gesunde Giraffe getötet hat. Ja, sie hatten „Gründe“, so wie die Nazi-Ärzte.“
„Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“
„Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.“
„In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. In der Weltwirtschaftskrise von 1929 hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager.“
„Ich war mir an dem Tag, da Trump es ankündigte, sicher, dass er gewählt werden würde, und ich sagte, es wird so werden wie bei Hitler und die Mexikaner sind die neuen Juden.“
„Es war falsch, Juden zu töten. Genauso FALSCH ist es, dass jedes Jahr (allein in Deutschland) über 1.000.000.000 Tiere für die Fleischindustrie getötet werden.”
„Vor 87 Jahren fing man an, Menschen mittels Gas zu töten. Heute fängt man damit an, Menschen unter Zwang zum impfen. Vor 87 Jahren wurden Menschen gezwungen, sichtbar einen Stern zu tragen. Heute sollen Menschen einen Immunitätsausweis tragen.“
Das beeindruckendste Opfer jedoch ist Sedika Weingärtner. Sie hat das schlechte Betriebsklima in ihrem Büro mit Auschwitz verglichen und kommt zu dem Ergebnis, Auschwitz war weniger schlimm:
„Kein Jude in diesem Land musste jemals solche seelischen Qualen erleiden wie ich.”
Unpassende Vergleiche sind schlimmer als Hitler!
Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.
Mila Oriol ist ein selbstbewusstes und stolzes 16-jähriges Mädchen aus Frankreich. Auf Instagram hat sie einige Videos veröffentlicht. Nicht alle können mit ihrem Selbstbewusstsein etwas anfangen.
Nachdem ein Mann sie als „dreckige Lesbe“ beleidigt hatte, weil ihm ihre offen erklärte Homosexualität nicht gefiel und er seine Abneigung mit seiner muslimischen Religion gerechtfertigt hatte, erklärte Mila: „Ich verabscheue die Religion. Der Islam ist eine Religion des Hasses. Eure Religion ist Scheiße!“
Diese Aussage wurde dem 16-jährigen Mädchen zum Verhängnis. Nach ihrer Verteidigung wurde der jungen Frau von diversen Männern mit Mord und Vergewaltigung gedroht. Die Drohungen wurden so gefährlich, dass sie einige Zeit nicht mehr zur Schule gehen konnte und unter Polizeischutz gestellt werden musste.
Mila Oriol hat nichts anderes getan, als „Nein!“ zum Islam zu sagen und Nein heißt Nein!
Was Mila Oriol über den Islam gesagt hat, haben auch schon erwachsene Männer über das Christentum geschrieben. Die Wortwahl dieser Männer war teilweise nicht weniger drastisch als die Worte der jungen Frau.
Im Jahr 1927 zum Beispiel erschien das Werk „Warum ich kein Christ bin“ von Bertrand Russel. Er schrieb „mit vollster Überzeugung, dass die in ihren Kirchen organisierte christliche Religion der Hauptfeind des moralischen Fortschrittes in der Welt war und ist.”
Heinrich Böll schrieb, der deutsche Katholizismus sei “mies bis dreckig, in seinen Methoden dumm bis dreist.”
Albert Camus schrieb: “Unmoralisch ist das Christentum.”
Alle drei Männer bekamen einen Literaturnobelpreis. Was bekommt Mila Oriol? Mord- und Vergewaltigungsdrohungen!
Rassismus ist die Verurteilung eines Menschen aufgrund seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse jedoch nennt sich Kritik. Kritik ist kein Rassismus. Kritik war und ist der Motor der Aufklärung!
Mila Oriol ist eine Stimme der Aufklärung, eine teilweise vulgäre, aber nichtsdestotrotz eine Stimme der Aufklärung.
Wenn eine Religion nicht mehr kritisiert und beleidigt werden darf, wird sie totalitär. Das Recht auf Blasphemie sorgt dafür, dass Religionen menschlich bleiben. Wer sagt, der Soldat Mohammed, der vor eineinhalb Jahrtausenden gelebt hat, dürfe nicht karikiert werden, jedoch schweigt, wenn ein Bäcker aus Mekka hingerichtet wird, weil er Allah beleidigt hat, ist ein fundamentalistischer Fanatiker und hat jeden vulgären Spott verdient. Ein Moslem, der den Koran wörtlich nimmt und sein Leben nach einem mordenden Feldherren aus der Mitte des ersten Jahrtausends ausrichtet, darf sich nicht wundern, wenn er verarscht wird.
Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich seinen Glauben kritisiere, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch aber ist mehr als die Summe seiner Ideen.
Mila Oriol hat unsere vollste Unterstützung verdient. Wer bewusst zu Mila schweigt, verrät die Aufklärung und steht in der Feigheit jener, die einst neben den Scheiterhaufen standen und zuschauten wie die Menschen verbrannt wurden, die es gewagt hatten, das Christentum zu kritisieren und zu beleidigen.
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Münster – Vor einiger Zeit veröffentlichte ich einen Artikel über einige Menschen, nach denen in Deutschland Straßen benannt sind. In dem Artikel schrieb ich, was diese geehrten Persönlichkeiten so alles gesagt und getan hatten. Bei manchen Worten und Taten, verschlug es mir die Sprache.
Georg Enders las meinen Artikel und schrieb daraufhin eine Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe und fragte, warum es in Münster einen Heinrich-Lersch-Weg gibt.
Lersch war Mitglied der NSDAP. Sein Spruch „Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen!“ wurde 1935 ein Motto der Nationalsozialisten. Lersch hielt Vorträge vor der Hitlerjugend und vor anderen nationalsozialistischen Organisationen. Am 19. August 1934 unterzeichnete er einen Aufruf der Kulturschaffenden anlässlich der sogenannten Volksbefragung zur Vereinigung des Amtes des Reichskanzlers und Reichspräsidenten in der Person von Adolf Hitler und schwur Hitler öffentlich „treueste Gefolgschaft“.
Markus Lewe antwortete Georg Enders und erklärte in einem Brief, er sähe für eine Umbenennung „momentan keine Veranlassung“, da er über bessere Informationen verfüge. In seinem Schreiben betont er: „Diese Argumente stammen nicht aus Wikipedia, sondern sind ausnahmslos mit wissenschaftlichen Standards aus den Originalquellen ermittelt worden.“
Aus Briefen gehe zum Beispiel hervor, „dass Lersch es für nötig hielt, sich mit dem neuen Regime anzufreunden, um die persönliche Existenz zu sichern.“ Na, wenn das kein Grund ist, der NSDAP beizutreten. Ein Briefpartner soll sogar gewusst haben, dass Lersch auf das, „was der Nationalsozialismus in den ersten Jahren als „Volksgemeinschaft“ anbot, hereingefallen ist.“ Ach so, dann ist Lersch also eigentlich ein Opfer der Nazis. Der Arme!
Kein Wunder, dass sich diese Informationen nicht auf Wikipedia finden. Briefe in denen irgendwelche Menschen erklären, Mitglieder der NSDAP, die Vorträge vor Nazis hielten und sogar ein sogenanntes „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“ gegenüber Adolf Hitler abgaben, seien eigentlich nur arme Opfer, die auf die Nazis „hereingefallen“ seien, haben natürlich einen ganz eigenen wissenschaftlichen Wert. Da kann Wikipedia nicht mithalten.
Lewe betont zudem, dass es im Todesjahr von Lersch, 1936, Probleme gab, dem Verstorbenen ein Ehrenbegräbnis zu geben. Lersch hatte sich wohl etwas zu sehr auf das Wort „Sozialismus“ in „Nationalsozialismus“ fokussiert und war daher in den Verdacht „kommunistischer Gesinnung“ gekommen. Ein Ehrengrab gab ihm die nationalsozialistische Führung jedoch letztendlich doch.
Der Oberbürgermeister von Münster stellt fest, zwar seien „durch weitere intensivierte Quellen Recherche eine NSDAP-Mitgliedschaft Heinrich Lersch nachgewiesen“, aber: „Die Parteizugehörigkeit alleine stellte kein Kriterium für eine Umbenennung dar, sondern die Frage, ob eine Person als „aktive Stütze“ des NS-Regimes anzusehen ist.“
Wenn eine Parteizugehörigkeit bei der NSDAP nicht ausschließt, in Münster einen Weg zu Ehren benannt zu bekommen, so schlage ich folgenden Kompromiss vor:
Sehr geehrter Oberbürgermeister von Münster,
benennen Sie den Heinrich-Lersch-Weg einfach in Oskar-Schindler-Weg um. Nach Oskar Schindler ist in Münster noch keine Straße benannt. Sollte die Stadt Münster dieser Umbenennung zustimmen, so bin ich zufrieden und Sie haben immer noch einen Weg, der nach einem Mitglied der NSDAP benannt ist.
Einverstanden?
Veröffentlicht unterDeutschland|Kommentare deaktiviert für NSDAP-Parteizugehörigkeit ist kein Grund für Weg-Umbenennung
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