Offener Brief von Gerd Buurmann an das ECHO-Team

Sehr geehrte Damen und Herren der Deutschen Phono-Akadamie,

ich muss Ihnen wohl Kunst- und Meinungsfreiheit erklären.

Diese Freiheiten ermöglichen es mir, andere Menschen und ihre Einstellungen zu hören. So erfahre ich, was Menschen denken und kann dann wiederum meine Freiheiten nutzen, um mich zu diesen Äußerungen zu verhalten. Dadurch zeige ich, wie ich zu solchen Äußerungen stehe.

Ich kann Äußerungen ignorieren, missbilligen oder loben. Ich kann gewissen Ansichten und Äußerungen sogar Preise geben oder sie mit Nominierungen ehren. Kunst- und Meinungsfreiheit bedeuten jedoch nicht, dass ich Preise vergeben muss. Ich kann. Ich darf. Ich muss nicht.

Sie haben sich dazu entschieden, Kollegah & Farid Bang mit dem Album „Jung Brutal Gutaussehend 3“ für den Echo in den Kategorien „HipHop/Urban National“ und „Album des Jahres“ zu nominieren. Das ist Ihre Freiheit. Ich verteidige diese Freiheit, denn Sie ermöglicht mir zu sehen, wo Sie stehen.

Alles Liebe,
Gerd Buurmann
Mitglied im Artikel 5 Club

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14 Antworten zu Offener Brief von Gerd Buurmann an das ECHO-Team

  1. zeckenzange schreibt:

    Hier mal `ne standesgemäße Antwort auf die künstlerischen Ergüsse der Preisverdächtigen (auch wenn die Echoloten sich dann wie Bill Murray bei „Lost in Translation“ vorkommen dürften):

  2. Capricorna schreibt:

    Die Darbietungen (besser Ergüsse) dieser „Künstler“ sind wohl wirklich vom dem hohen Gut des Rechts auf freie Meinungsäußerung gedeckt. So weit, aber auch so gut?
    Dass Opfer der Nazi-Vernichtungslager mal so locker-flockig in einen Song eingebaut werden, ist für mich ein offener Bruch mit allen Konventionen, die in einer offenen und demokratischen Bürgergesellschaft gelten sollten. Dass das auch noch mit einem Preis ausgezeichnet werden soll, ist eine Schande.
    Und dass die von vielen Rappern getextete Gewalt gegen Frauen und Homosexuelle, dabei ganz einfach durchgeht, erstaunt mich dann auch nicht mehr. Das sind halt grenzwertige „Lyrics“ von wütenden, jungen Männern, denen man die Teihabe an der Gesellschaft verweigert und die man durch noch größerre Anstrengungen in diese zurückholen muss. Nein, no way! Um es mal in der Sprache zu sagen, die diese Honks gut verstehen: „Eins in die Fresse!“

  3. besucher schreibt:

    Was Kollegah in Ram`Allah [ https://www.youtube.com/embed/AOqNrC_ILIM?autoplay=1&modestbranding=1&controls=1&autohide=0 ] geleistet hat, schaffen Sie in zehn Leben nicht, Herr Buurmann. Seien Sie liberaler, weiten Sie ihren Blick und lernen Sie, Fehler zu verzeihen! Ihre Ergebenheit gegenüber Frau Armlänge schlägt Ihnen auch niemand ständig über den Kopf, oder? 😉

    • Capricorna schreibt:

      Beindruckend und deprimierend. Aber was wollen Sie damit jetzt eigentlich sagen? Dass Menschen Mauern zwischen sich errichten (müssen)? Keiner hier wird das bejubeln. Das alles hat aber nichts damit zu tun, dass „Künstler“ für einfach nur widerwertige Texte ausgezeichnet werden sollen. Bleiben Sie also bitte beim Thema!

      • besucher schreibt:

        Keiner hier wird das bejubeln.

        Hier werden durch dass Verbreiten von Beiträgen wie Eine Stellungnahme der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte selbst eindeutige Kriegsverbrechen [ https://youtu.be/Kq0YuTzjN9U ] bejubelt. 😉

        • A.Bundy schreibt:

          Zurück unter’n Stein, du schmieriger Denunziant.

        • Capricorna schreibt:

          @besucher: Sie wissen aber schon, wann die Stellungnahme der IDF hier gepostet wurde? Und dass dadurch Kriegsverbrechen bejubelt würden, ist schon eine harte Anschuldigung. Aber keine Frage, dieses Video bzw. dieser Vorfall ist schockierend und wirft für mich viele Fragen auf.

          In der Jerusalem Post ist aber gerade zu lesen, dass der Mann, auf den geschossen wurde, sich zu dem Vorfall geäußert habe. Er sei am Bein verletzt worden. Wenn ich das alles richtig verstanden habe. Er ist also, Gott sei Dank, und das meine ich ehrlich, noch am Leben: http://www.jpost.com/Arab-Israeli-Conflict/Palestinian-shot-by-Israeli-sniper-on-video-says-wasnt-instigating-violence-549513

          Es macht schon einen Unterschied, ob man jemanden gezielt in den Kopf schießt, wie es hieß, denn das ist Tötungsabsicht, oder „nur“ am Bein verletzt. Einmal abgesehen davon, ob die Maßnahmen, die die IDF in solchen Situationen ergreift, immer angemessen sind. Darüber lässt sich streiten. Was für mich aber keinen Unterschied macht, sind die Kommentare beteiligter IDFler, die in diesem Video zu hören sind. Die sind einfach nur widerlich und zeigen, dass es in der israelischen Armee charakterlich und moralisch verkommene Individuen gibt. Wie in jeder Armee. Dumm nur, oder vielmehr vermessen, wenn man sich als die „moralischste Armee der Welt“ bezeichnet. Das zeugt schon von gehöriger Selbstüberschätzung und nährt geradezu das Anlegen von „Doppelstandards“, wie es einige „Israelkritiker“ machen.

          • besucher schreibt:

            Und dass dadurch Kriegsverbrechen bejubelt würden, ist schon eine harte Anschuldigung.

            Wer eine Armee (die an dieser Stelle nicht zu operieren hat, da es dafür wesentlich fähigere Kräfte gibt) auf Zivilisten feuern lässt und das rechtfertigt, begeht und ermöglicht Kriegsverbrechen. Die Schutzbehauptung, das wären alles Terroristen, ist dabei eine weitere Lüge. David Ben Gurion, der wohl kaum im Verdacht steht, Israelkritiker gewesen zu sein, sagte sinngemäss: Das Schicksal Israels hängt von zwei Bedingungen ab: von seiner Stärke und seiner Rechtschaffenheit. Stark ist das Land kurz vor seinem siebzigsten Geburtstag geworden, aber ist es noch gerecht? Handelt es noch nach seinen eigenen Prinzipien, die gerade jedem mit der Pflicht zum Militärdienst aufgegeben werden? purity of arms [tohar ha neshek] ist keine Phrase, sondern ein Gesetz, das zu befolgen ist. Kommt jemand dem Gesetz nach, der seine Soldaten auf Zivilisten wie auf Übungsziele schiessen lässt? Nein, wie Sie selbst sehr richtig geschrieben haben. Wenn Soldaten auf zivile Ziele feuern, ist das nicht hinnehmbar.

    • A.Bundy schreibt:

      War ja sonnenklar, dass der schmierige Denunziant @beschmutzer von den vermeintlichen ‘Leistungen’ seines judenhassenden Kollegahs im Geiste voll auf begeistert sein würde. Gleich und gleich gefällt sich halt.

    • Wolfgang Scharff schreibt:

      @besucher

      Der von Ihnen verlinkte Film ist genau für die richtigen Idioten gemacht; für gewisse
      Israelkritiker, denen jedes selbständige Denken fremd ist. Bei Min. 7:30 heißt es:
      „Allen Palästinensern geht´s scheiße, aber hier geht’s den Leuten so richtig scheiße, weil die haben keine Häuser.“
      Die anschließende Begehung führt dann mitten durch die Häuser, welche die Leute angeblich nicht haben.

    • Praecox schreibt:

      Der besonders ekelhafte Film eines zornigen Narziss auf seinem Erlösertrip.

      ca. 01:02:00
      Kollegah. „Yes. That’s my intention.“

      Was ist seine Intention?

      „to show that the isreali story is wrong.“

      Zu zeigen, dass die Palästinenser die Opfer und die Israelis die wahren Täter sind.

      Und dann legt er noch einen Kranz in Arafats Mausoleum nieder…

      Der Typ ist ein Judenhasser, den Echo hat er verdient.

  4. caruso schreibt:

    Ob die Damen und Herren der Deutschen Phono-Akademie Deine Worte begreifen, lieber Gerd, da habe ich meine Zweifel. Aber hoffen wir. Bin neugierig, ob, wann und was für eine Antwort Du bekommst.
    lg
    caruso

  5. Richard Grünert schreibt:

    Toleranz mit der Intoleranz ist eine tödliche Angelegenheit. „Die Toleranten werden vernichtet und die Toleranz mit ihnen“ (Karl Popper).

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