Sexismus im Strafgesetzbuch

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Ich habe da mal eine Frage an die Juristinnen: Haben Frauen in Deutschland ein Exhibitionistensonderrecht? Der Paragraf 183 StGB spricht schließlich nur von Männern:

„§ 183
Exhibitionistische Handlungen

(1) Ein Mann, der eine andere Person durch eine exhibitionistische Handlung belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

(3) Das Gericht kann die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe auch dann zur Bewährung aussetzen, wenn zu erwarten ist, daß der Täter erst nach einer längeren Heilbehandlung keine exhibitionistischen Handlungen mehr vornehmen wird.“

Erst im Absatz vier taucht erstmals das Wort Frau auf:

„(4) Absatz 3 gilt auch, wenn ein Mann oder eine Frau wegen einer exhibitionistischen Handlung

1. nach einer anderen Vorschrift, die im Höchstmaß Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe androht, oder

2. nach § 174 Abs. 2 Nr. 1 oder § 176 Abs. 4 Nr. 1

bestraft wird.“

Es ist doch recht komisch, dass Frauen erst im Absatz vier erwähnt werden. In diesem Absatz wird zwar für Männer und Frauen erklärt, was für sie im Falle von Absatz drei gelten kann, aber Absatz eins macht klar, dass Absatz drei nicht für Frauen gilt. Es ist somit nett aber vollkommen egal, was für Frauen im Absatz drei gilt, weil es sie nicht betrifft.

Warum also stellt das deutsche Gesetz nur männlichen Exhibitionismus unter Strafe? Ich könnte aus dem Stand eine Menge sexistische Werbeplakate nennen, auf denen sich halb bis nackte Frauen auf Autos, vor Elektrogeräten und mit Yoghurts räkeln, von denen ich mich durchaus belästigt fühle. Es belästigt mich auch manchmal, ungefragt auf Reeperbahn anzüglich angesprochen zu werden. Allerdings belästigt es mich nicht, wenn eine Frau in der Öffentlichkeit stillt oder Frauen mit ihren nackten Körpern für Selbstbestimmung demonstrieren. Nicht jede Nacktheit ist eine Belästigung, aber es gibt weiblichen Exhibitionismus der nervt, belästigt und nicht selten sexistisch ist. Daher ist es einfach nicht hinnehmbar, dass das Strafgesetz eine Tat nur dann unter Strafe stellt, wenn sie von Männern begangen wird. In einem Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm vom 8. November 2012 (Az. III-3 RVs 67/12) heißt es sogar:

„Eine exhibitionistische Handlung im Sinne der vorgenannten Vorschrift liegt nach der höchstrichterlichen und obergerichtlichen Rechtsprechung, der sich der Senat anschließt, sowie der in der Literatur überwiegend vertretenen Auffassung nur dann vor, wenn der (männliche) Täter einem anderen ohne dessen Einverständnis sein entblößtes Glied in der Absicht vorweist, sich allein dadurch oder zusätzlich durch die Reaktion des anderen sexuell zu erregen, seine Erregung zu steigern oder zu befriedigen (BGH, Urteil vom 5. September 1995 – 1 StR 396/95 – ; BGH bei Holtz, MDR 1983, 619 [622]; BayObLG, NJW 1999, 72; OLG Düsseldorf, NStZ 1998, 412; OLG Bamberg, BeckRS 2011, 07219; Laufhütte/Roggenbuck in: Leipziger Kommentar zum StGB, 12. Aufl., § 183 Rdnr. 2; SK-StGB/Wolters, § 183 Rdnr. 2; Fischer, a.a.O., § 183 Rdnr. 5).“

Nur dann liegt eine exhibitionistische Handlung vor? Eine Frau begeht also keine exhibitionistische Handlung, wenn sie ihre entblößte Vagina in der Öffentlichkeit herzeigt, um sich dadurch Erregung zu verschaffen und zu befriedigen? Was ist mit Frauen, die sich einen Schwanz haben machen lassen? Dürfen sie den vorzeigen? Sie sind schließlich keine männlichen Täter!

Das ist purer Sexismus! #aufschrei

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Die größte Friedensdemo

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Das schöne und unterhaltende an dem Eurovision Song Contest ist die Ungerechtigkeit. Es geht schließlich um Geschmäcker und Vorlieben, und die haben bekanntlich herzlich wenig mit objektiven Maßstäben zu tun. Nicht wenige behaupten, bei dem Eurovision Song Contest gehe es gar nicht um die Musik, sondern um Politik. So ganz falsch ist das nicht, aber genau darin liegt die Kraft des Eurovision Song Contest.

Im Jahr 1955 wurde der Eurovision Song Contest ins Leben gerufen. Es war zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit kamen ein paar Menschen auf die Idee, einen Wettbewerb zu veranstalten, bei dem die Länder, die noch vor kurzem im Krieg miteinander lagen, statt Bomben sich nun Lieder um die Ohren hauen sollten. Die Länder, die sich einst spinnefeind waren, schoben sich nun Punkte fürs Singen zu.

Ich verstehe daher nicht, warum Jahr für Jahr die sogenannte Balkan Connection dramatisiert wird. Ja, es gibt sie, diese Connection. Kroatien und Bosnien und Herzegowina tauschen regelmäßig die zwölf Punkte aus. Serbien gibt die zwölf Punkte meistens nach Bosnien und Herzegowina. Montenegro nach Mazedonien, Mazedonien nach Albanien und Albanien nach Griechenland. Griechenland hat generell das beste Netzwerk, denn es bekommt gleich aus sechs Ländern regelmäßig die Höchstpunktzahl. Die Länder San Marino, Malta, Zypern, Bulgarien, Rumänien und Albanien haben bisher am häufigsten Griechenland ihre zwölf Punkte gegeben. Was ist daran so schlimm?

Der Balkan wird nicht selten als brodelnder Konfliktherd beschrieben. Es ist daher doch wunderbar, dass sich beim Eurovision ausgerechnet die Menschen gegenseitig hohe Punkte zuschustern, die eigentlich im Konflikt stehen. Hier wird Musik zur friedensstiftenden Maßnahme.

Der Eurovision Song Contest ist und bleibt die größte regelmäßig stattfindende Friedensdemo der Welt.

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#aufschrei

„Ja, ich war ziemlich viel früher Objekt als ich es als Mann jemals gewesen bin. Das stimmt! Das Tolle ist, für mich war das ja immer auch ein Witz, ich konnte darüber lachen – jetzt stelle ich mir aber gerade vor, das passiert mir jeden Tag oder würde mir jeden Tag passieren, dass jeder Mann glaubt, mir einen Kommentar geben zu können, wie ich aussehe und wie attraktiv ich auf ihn wirke, ich glaube, spätestens nach der 48. Stunde in der Klamotterie hätte ich die Schnauze gestrichen voll und würde vermutlich ein wenig ungehalten werden.“

Das ist mein Fazit, als ich vor einigen Wochen, lange bevor es die aktuelle Sexismus-Debatte in Deutschland gab, in einem Selbstversuch für den WDR unter dem Titel „Rollentausch“ geschaut habe, was geschieht, wenn Mann als Frau durch die Welt geht. Gesendet wurde dieser Beitrag dann als die Debatte in vollen Zügen lag. Ich hätte nie gedacht, dass die Reduzierung auf das Äußere als Frau so schnell und so radikal vor sich geht. Sogar meine Rollentauschkollegin und ausgezeichnete Journalistin Carolin Courts, die zeitgleich als Mann unterwegs war, bemerkte ein wenig überrascht:

„Mir ist aufgefallen, dass viele Menschen, nachdem sie bereits wussten, dass es sich bei Ihnen nicht um eine biologische Frau handelt, sich trotzdem eingeladen gefühlt haben, Ihnen mitzuteilen, wo Sie auf der Attraktivitäts-Skala liegen. Das hat mit mir niemand gemacht. Niemand hat zu mir gesagt: „Du bist aber kein besonders schöner Mann.“

Männern passiert sowas eben deutlich seltener als Frauen. Diese Erkenntnis hat die lieben Männin aber natürlich nicht davon abgehalten, mir auch mal kräftig an die Brüste zu langen.

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Was in dem Moment nur ein Spaß unter Freundinnen war, kann sehr schnell ernst werden. Ich muss gestehen, zum ersten Mal in meinem Leben verspürte ich bei dem Gedanken, in meinem weiblichen Äußern nachts durch einen dunklen Park zu gehen, Ängste, die ich vorher noch nie verspürt hatte. Auf einmal merkte ich, dass es für Frauen zu gewissen Zeiten und an nicht wenigen Stellen in diesem Land, regelrechte No-Go-Areas gibt.

Viele Männer machen sich diese Situation für Frauen nicht klar, wenn sie allzu schnell anzügliche Kommentare von Männern gegenüber Frauen als harmlose Sprechakte abtun. Ein Afrikaner ist sensibler, wenn es um Rassismus geht, ein Jude wenn es um Antisemitismus geht und eine Frau, wenn es um Sexismus geht, denn sie wissen, wie es sich anfühlt, das Ziel zu sein. Die Debatte über den alltäglichen Sexismus ist also nötig.

Es geht darum, dass viel zu viele Frauen sich von Männern Kommentare über ihr Äußeres anhören müssen, weil Männer glauben, in diesen Angelegenheiten Experten zu sein, deren Meinungen ungefragt und jederzeit gelten. Es gibt aber auch alleinerziehende Männer die sich ungewünschte Erziehungs-Ratschläge von Frauen anhören müssen, weil Frauen glauben, darin Expertinnen zu sein. Es geht eben um den alltäglichen Sexismus. Es sind Stiche, die einem zeigen wollen, wo man mit seinem Geschlecht angeblich hingehört und wie man sich mit seinem Geschlecht zu verhalten habe. Stiche, die dann an die Gewalt erinnern, die auch schon im Kampf der Geschlechter angewandt wird.

Erst jüngst wurde bei Anne Will eine Frau interviewt, die als Praktikantin Einblicke in den sexistischen Alltag des Bundestags gab. Während des Interviews trug sie eine blaue Kapuze über dem Kopf, weil sie nicht erkannt werden wollte. Sie schämte sich für den Sexismus, der ihr widerfahren ist. Eine solche Reaktion ist nicht untypisch. Viele Opfer reagieren so auf das Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins. Ich kenne dieses Gefühl selbst nur zu gut und weiß wie schwer es ist, aus dieser Lethargie der falsch empfunden Scham zu entfliehen. Aber es ist wichtig, diese Scham abzuschütteln, damit die Täter keine Macht mehr über die eigene Person haben. Schämen sollen sich die Täter!

Also, Mädels und Jungs, nehmt die blauen Kapuzen ab und Holla Back!

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Man wird Israel ja wohl noch loben dürfen

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Mit letzter Tinte,
unter Freunden,
gerade wir als Deutsche,
trotz oder besser gerade wegen der Vergangenheit,
das lasse ich mir von niemandem verbieten
und das muss man einfach auch aushalten können:

Man wird Israel ja wohl noch mal loben dürfen!

Im Verlauf des Jahres 2012 behandelten israelische Krankenhäuser aus humanitären Gründen mehr als 28.000 palästinensische Araber; darunter waren 21.000 Kinder. Israel trug dafür die Kosten.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, wo ein Araber den Staat verklagen kann und gewinnt!

Israel gehört zu den führenden Ländern in der Weltkinderhilfe.

Israel ist das einzige Land der Welt, in dem der Wald größer und die Wüste kleiner wird.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, das Katastrophenhilfe anbietet.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten mit klarer Presse- und Kunstfreiheit

Israel ist führend im Recyceln von Wasser.

Israel ist führend in der Gewinnung von ökologischer Energie.

Israel ist neben Jordanien das einzige Land im ganzen Nahen Osten wo Araber schwul sein dürfen.

Wie sagte Jürgen Domian einst:

„Ich möchte nicht als Deutscher und schon gar nicht meine Generation und die Jungen schon überhaupt nicht, auf die Vergangenheit reduziert werden und ich nehme mir auch absolut das Recht heraus, die israelische Regierung zu loben und würde mich da massiv verwahren gegen, dass das gegen die Palästinenser ist. Ich habe einfach manchmal den Eindruck, dass tendenziell in unseren Medien zu israelkritisch berichtet wird und dass das Vorbildliche, was innerhalb des israelischen Staats passiert, dass das gar nicht so transportiert wird, wie es eigentlich sein müsste.”

Dem kann ich nur noch eins hinzufügen:

Auf der ganzen Welt ist Kritik an Israel und am Judentum erlaubt. Es wird vielleicht hier und da Widerspruch geben, vor allem dort wo Meinungsfreiheit herrscht, aber verboten ist diese Kritik nirgendwo. Kritik am Islam und an national-islamistischen Regierungen jedoch ist nicht überall erlaubt. Nicht selten bezahlt man in manchen Regionen Kritik am Islam mit dem Tod.

Dennoch gehört Kritik an Israel zum Standardrepertoire vieler Medien und Politiker, in freieren Ländern auch zum Repertoire von Politikerinnen. In vielen Ländern ist Israel die am meisten kritisierte Nation, seien es nun freie oder unfreie Ländern, sei es nun Deutschland oder der Iran.

Warum also verbringen viele Menschen so viel Zeit damit, eine Kritik zu üben, die eh überall zu vernehmen ist? Warum werden nicht viel mehr und öfter die Regime kritisiert, in denen eben diese Kritik verfolgt wird? Wenn etwas unsere Solidarität braucht, dann nicht Kritik an Israel, die eh überall zu hören ist, sondern Kritik am Islam, die an manchen Orten lebensgefährlich ist.

In Israel kann jeder Bürger das eigene Land kritisieren, im Iran nicht. In Israel kann ein palästinensischer Bürger Kritik an Israel und der Hamas üben. Im Gaza-Streifen kann der selbe Bürger jedoch nur Kritik an Israel üben. Für Kritik an der Hamas kann er dort mit dem Tod bestraft werden.

Ich habe manchmal das Gefühl, vielen Menschen, die Israel kritisieren, sind Araber in Wirklichkeit egal. Sie wollen nur ihrem Hobby nachgehen: Juden kritisieren; und nirgendwo haben Juden das Land, die Politik, die Kultur und die Wissenschaft schließlich mehr im Griff als in Israel. Deshalb kritisieren sie Israel!

Araber, die unter den national-islamistischen Regimen leiden, sind ihnen herzlichen egal. Diesen Kritiker tun nicht arabische Opfer leid, sondern sie hassen vielmehr jüdische Täter!

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Siedlungen

Geben Sie auf Google mal „Siedlungen“ ein, schon der zweite Treffer beschäftigt sich mit „jüdischen Siedlungen“.

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Wenn Sie eine gesonderte Suche für Nachrichten machen, bekommen Sie sogar fast ausschließlich Ergebnisse mit „jüdischen Siedlungen“.

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Was ist los, gibt es etwa keine anderen Siedlungen mehr, über die es sich zu berichten lohnt? Ich habe da von einer autonomen Siedlung gehört, die sich in Dänemark befindet und sich als unabhängig versteht, was der Staat Dänemark komischerweise duldet. Wer hätte es gedacht. Siedlungen können geduldet werden. Die Siedlung heißt übrigens „Freistaat Christiania“ und hat sogar eine Flagge:

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Der Gründer dieser Siedlung schreibt: „Christiania ist das Land der Siedler. Es ist bis jetzt die größte Chance eine Gesellschaft von Null aufzubauen – und dabei nichtsdestotrotz die vorhandenen Konstrukte weiter zu nutzen. Ein eigenes Elektrizitätswerk, ein Badehaus, eine gigantische Sporthalle, wo all die Friedenssuchenden würdevoll meditieren können – und Yogazentrum. Hallen, in denen sich Theatergruppen zu Hause fühlen können. Gebäude für Kiffer, die zu paranoid und schwach sind um sich abzuhetzen…Ja, für jene, die fühlen, wie das Pionierherz schlägt, kann kein Zweifel an dem Zweck von Christiania aufkommen. Es ist der Teil der Stadt, der vor uns geheim gehalten wurde – allerdings nicht mehr.“

In dem Leitbild der Siedlung heißt es: „Das Ziel von Christiania ist das Erschaffen einer selbst-regierenden Gesellschaft wo alle und jede Person selbst für das Wohlergehen der gesamten Gemeinschaft verantwortlich ist. Unsere Gesellschaft soll ökonomisch selbsttragend sein und, als solche, ist es unser Bestreben unerschütterlich in unserer Weltanschauung zu sein, dass psychologische und physische Armut verhindert werden kann.“

Für mich klingt das doch sehr nach einem Kibbuz. Die Bewohner dieses Freistaats können vermutlich froh sein, keine Juden zu sein, denn dann wäre diese Siedlung mit Sicherheit schon längst geräumt worden und die Vereinten Nationen hätten sich auch schon eingeschaltet. Ein paar Auseinandersetzungen gab es schon:

Am 14. Mai 2007 drangen von der Polizei begleitete Arbeiter der Forst- und Naturbehörde in Christiania ein und rissen die Überreste eines kleinen, verlassenen Gebäude ab. Sie trafen auf wütende Christianiten. Straßensperren wurden gebaut und LKWs, die die Überreste der Gebäude abtransportierten, wurden sabotiert, damit sie sich nicht mehr fortbewegen können. Die Polizei drang mit einem Großaufgebot an Beamten in die Freistadt ein und traf auf massive Gegenwehr. Einwohner warfen Steine und schossen Feuerwerkskörper auf die Polizeifahrzeuge. Sie errichteten zudem Barrikaden außerhalb von Christiania. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Einwohner ein und zahlreiche Verhaftungen wurden durchgeführt. Ein Aktivist schlich sich hinter den Polizeibefehlshaber und goss einen Eimer Urin und Fäkalien über ihn. Da Jugendliche die Eingänge nach Christiania verbarrikadierten und die Polizei mit Steinen und Molotowcocktails bombardierten, zogen sich die Unruhen bis in die frühen Morgenstunden. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, die Barrikaden zu stürmen, zog sich die Polizei zurück und gab letztendlich auf.

Am 24. April 2005 wurde ein 26-jähriger Einwohner von Christiania bei einem gewalttätigen Übergriff einer Gang auf der Pusher Street getötet und drei weitere verletzt. Der Grund dafür war ein Kleinkrieg über den Cannabismarkt in Kopenhagen.

Am 29. Oktober 2008 fand eine Räumung des zweiten Stockes eines Hauses names Vadestedet statt, und führte zu einem eintägigen Aufstand, bei dem unter anderem für 25 Minuten eine Brücke blockiert wurde. Am nächsten Tag arbeiteten Christianiten daran, den zweiten Stock zu renovieren.

Am 24. April 2009 wurde einem 22-jährigen Mann von einer Granate, die in die Menschenmenge beim Cafe Nemoland geworfen wurde, der Kiefer abgerissen. Vier oder fünf weitere Personen hatten kleinere Verletzungen am Rücken und an den Beinen. Der Täter wurde nie gefunden.

Das sind Nachrichten zu einer Siedlung, die sich mitten in Europa befindet! Sogar Henryk M. Broder und Hamed Abdel-Samad haben diese Siedlung einmal besucht. Ihr Bericht liest sich abenteuerlich:

„Christiania liegt zwar mitten in Kopenhagen, ist aber eine No-go-Area, in der die dänischen Gesetze nicht gelten. Und genau das ist es, was die Besucher anzieht, eine praktizierte Anarchie, in der jeder tun und lassen kann, was er für richtig hält und in der nur ganz wenige Verbote gelten, unter anderem das, Hunde an der Leine zu führen. (…) Die Verbotsschilder sind unübersehbar groß, eine Kamera auf weißem Grund im roten Kreis, wie ein Parkverbot. Es gibt freilich in Dänemark kein Gesetz, das einem das Fotografieren auf öffentlichen Plätzen verbietet. Also fotografiere ich als erstes die Fotoverbotszeichen. Danach das Rauchen-Verboten-Schild an der Tür zu einer Kneipe. (…) Plötzlich stehen ein paar muskulöse junge Männer vor uns. Zuerst denke ich, sie wollen uns etwas verkaufen, aber sie machen schnell klar, dass sie es sind, die etwas haben möchten: meine Kamera. Ich verweigere die Herausgabe. Die nachfolgende Unterhaltung ist kurz und endet damit, dass ich am Boden liege und sehe, wie meine Nikon in einer alten Öltonne landet, aus der Flammen schlagen, was ökologisch sicher nicht die beste Art ist, Hightech-Artikel zu entsorgen.

Uns bleibt nur der Rückzug. Wir halten ein Taxi an und lassen uns zum nächsten Polizeirevier fahren. Es liegt im Stadtteil Amagar, etwa zehn Autominuten von Christiania entfernt. In der unmittelbaren Nähe der Freistadt gibt es nicht einmal einen Notrufautomaten.Ich habe die naive Vorstellung, dass die beiden Polizisten, die wir antreffen, mit uns nach Christiania fahren sollten, damit ich die Täter identifizieren kann. Sören Nielsen und sein Kollege Henning Petersen schauen mich an, als hätte ich ihnen vorgeschlagen, sich nach Kabul versetzen zu lassen. „Wir gehen da nicht rein“, sagt der eine, „sogar in Zivil müssen wir fürchten, erkannt zu werden“, meint der andere. Und: „Wir müssten mindestens 50 Leute haben, sonst machen die uns alle.“

In Anbetracht der Tatsache, dass Dänemark Soldaten nach Afghanistan geschickt hat, um dort die Freiheit zu verteidigen, wirkt diese Kapitulation im eigenen Land doch sehr amüsant.

Ich persönlich würde ja lieber öfter Nachrichten aus dieser Siedlung hören, aber irgendwie schafft sie es nicht in die Hauptnachrichten. Das schaffen nur die „jüdischen Siedlungen“ und sie werden dabei immer und ständig kritisiert. Mittlerweile ist der Begriff „jüdische Siedlung“ zu einem Trumpf der Israelkritiker geworden. Kaum noch jemand wagt es, die Kritik an „jüdischen Siedlungen“ zu kritisieren. Ob Augstein oder Domian, ob Merkel oder Obama, alle kritisieren „jüdische Siedlungen“. Ist die Lage wirklich so eindeutig? Der Freistaat Christiania hat mich mutig gemacht. Ich wage einfach mal, die Kritik an „jüdischen Siedlungen“ zu kritisieren:

In Deutschland brüllen die Neonazis: “Deutschland den Deutschen. Ausländer raus!” Die Hamas brüllt: “Palästina den Palästinensern. Juden raus!” Sollten in Deutschland jemals wieder Neonazis an die Macht kommen, werde ich nicht Ausländer dafür kritisieren, in Deutschland Siedlungen zu bauen, selbst dann nicht, wenn sie diese Siedlungen zur Not mit Waffengewalt gegen die hasserfüllte Politik der Neonazis verteidigen. Ich werde in diesen Ausländern viel eher Alliierte sehen. Genauso sehe ich es im Nahen Osten. Solange es dort Regionen gibt, deren Regierungen rufen “Juden raus!”, werde ich nicht Juden dafür kritisieren, dort zu siedeln, um sich diesem Hass entgegenzustellen. Kein Land hat das Recht, Juden zu vertreiben. Es sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein, dass ein Jude Bürger jedes Landes sein kann. So selbstverständlich ist es aber nicht.

Stellen wir uns mal vor, Deutschland hätte im Jahr 2001 alle Juden aus Algerien, Ägypten, Irak, Libanon, Libyen, Syrien, Jemen, Saudi-Arabien und Jordanien ein, wieviele Karten hätte die deutsche Regierung versenden müssen? 600! Mehr Juden gab es nämlich 2001 in diesen Ländern nicht. Hätte Deutschland auch noch die Juden aus Marocco und Tunesien eingeladen, so wäre die Weser-Ems-Halle mir ihren 8000 Plätzen ein ausreichender Ort gewesen, damit alle Gäste einen Platz gefunden hätten.

All die genannten Länder haben in den letzten Jahrzehnten fast alle Juden vertrieben. Lebten 1948 in den Regionen noch 850.000 Juden, so schrumpfte der Bevölkerungsanteil bis 2001 um 840.000 Juden. Sie wurden alle vertrieben! Die Länder Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen erklären sogar stolz, dass überhaupt keine Juden mehr in ihrem Land leben. Auch die Hamas und die Fatah betonen immer wieder ihre Absicht, keinen Juden in einem möglichen Palästina zu akzeptieren.

In Israel jedoch dürfen alle Bürger Häuser und Siedlungen bauen, ob sie nun Palästinenser, Juden, Christen, Moslems oder Athisten sind und sie tun es auch. 20,5 Prozent aller Israelis sind Araber. Das ist israelische Siedlungspolitik und sie ist mir deutlich sympathischer als die palästinensische.

So, nun habe ich es gewagt, „israelische Siedlungen“ zu verteidigen. Jetzt bin ich mal gespannt, welche Keulen auf mich eindreschen werden.

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Ich sehe was, was Du nicht siehst …

… und das ist: eine Beleidigung!

Tapfer im Nirgendwo präsentiert eine Auswahl von Beleidigungen, die für einige Wirbel gesorgt haben. Ihre Aufgabe ist es, die Beleidigung zu finden. Viel Vergnügen!

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Finden Sie die Beleidigung in einem Spielzeug von LEGO. Es ist ein Bausatz des Jabba’s Palace aus dem sechsten Teil der Star Wars Serie. Die Folge wurde in den frühen Achtzigern produziert. Jabba’s Palace von LEGO ist dem Original von Star Wars „so realistisch wie möglich nachgebaut“, so Katharina Sasse, Junior Public Relations Manager von EUC Brand Relations (LEGO Deutschland). Ein österreichischer Vater jedoch sah darin Hass und meldete sich in der bei der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich, nachdem seine Schwester seinem Sohn Jabba’s Palace zu Weihnachten geschenkt hatte. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich war sofort mit dem Vater einer Meinung und sah in dem Spielzeug „pädagogischen Sprengstoff“ und stellte pädagogisch verwerfliche Mängel und kulturell fragliche Assoziationen am Produkt fest. Ein Bild von dem Spielzeug finden Sie hier.

Auflösung: Bei genauerer Betrachtung sind das fertig zusammengebaute LEGO-Haus und der dazugehörige Turm ein „1:1-Abklatsch“ der Hagia Sophia in Istanbul oder der Moschee Jami al-Kabir in Beirut und eines Minaretts. Die Figur im Turm, der als Krimineller mit Axt und Sturmgewehr dargestellt wird, ist eindeutig ein Vorbeter. Jabba wiederum wird als Terrorist dargestellt, der es liebt, Wasserpfeife zu rauchen und seine Opfer töten zu lassen. Es ist offensichtlich, dass für die Figur des hässlichen Bösewichts Jabba und die ganze Szenerie rassistische Vorurteile und gemeine Unterstellungen gegenüber den Orientalen und Asiaten als hinterlistige und kriminelle Persönlichkeiten (Sklavenhalter, Anführer von Verbrecherorganisationen, Terroristen, Verbrecher, Mörder, Menschenopferung) bedient wurden.“

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Finden Sie die Beleidigung in diesem Logo der Olympischen Spiele 2012 in London:

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Das iranische Nationale Olympische Komitee beschwert sich über das Logo, weil es in ihren Augen „rassistisch“ sei und drohte sogar damit, die Olympischen Spiele in London zu boykottieren. Bahram Afsharzadeh, der Generalsekretär des iranischen NOC, schrieb sogar: „Es besteht kein Zweifel darüber, dass, sollten Sie diesen Fall ignorieren, Sie damit rechnen müssen, dass einige Länder den Spielen fern bleiben werden, insbesondere Iran.“

Auflösung: Die taz schrieb: Der iranische Antisemitismus, gepaart mit Verfolgungswahn, hat ein neues Ventil: Das iranische Nationale Olympische Komitee beschwert sich über das Logo für Olympia 2012 in London. Das Logo erinnere an das Wort „Zion“, der biblische Name von Jerusalem.“

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Finden Sie die Beleidigung in einem Spielzeug von McDonald’s, das im Happy Meal zu finden war: Es war der blauer Power Ranger, der auf einem Bein stand und mit dem anderen Fuß kräftig auf den Boden stampfte, wenn ein kleiner Hebel betätigt wurde. Ein Bild von dem Spielzeug finden Sie hier. In Saudi-Arabien führte diese Figur zu Protesten, da es angeblich den Propheten Mohammed beleidigte. In einer Erklärung war sogar von einer „wilden Attacke auf den noblen Propheten“ die Rede und der Ruf nach „der strengst möglichen Bestrafung des Restaurants“ wurde laut, der nicht abebben sollte, bis die Sache geklärt sei. Die saudischen Ableger von McDonald’s reagierten sofort reagiert und nahmen das Spielzeug vom Markt.

Auflösung: Auf dem Boden, auf den der blaue Power Ranger stampft, sind ein paar Linien zu sehen. Einige mögen darin vielleicht die Narbe von Harry Potter erkennen, andere eine Schlange, ganz wenige nur eine Krakelei, aber ganz offensichtlich ist damit das arabische Wort محمد gemeint, was Mohammed bedeutet. Der blaue Power Ranger trampelt somit auf den Namen des Propheten herum. McDonald’s hätte das wissen müssen. Ist ein wenig kulturelle Sensibilität denn echt zu viel verlangt?

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Finden Sie die Beleidigung in einem Spielzeug von Burger King. Im Jahr 2005 löste die Verpackung eines Softeis‘ von Burger King bei einem Developement Manager einen Sturm des Protests aus. Der Manager sagte sogar, die Beleidigung zwinge ihn dazu, zum Jihad zu greifen. Das Bild der Verpackung ist hier zu sehen. Burger King hat die Verpackung des Eis‘ sofort zurück gezogen, was den Muslim Council dazu veranlasst hat, von einer „sensiblen und schnellen Reaktion“ zu sprechen.

Auflösung: Auch wieder ganz leicht. Der unbedarfte Betrachter mag in den Schlangenlinien auf der Verpackung die Form eines Softeis‘ erkennen, aber in Wirklichkeit handelt es sich dabei natürlich um das arabische Wort الله, was Allah bedeutet. Aber lassen wir es den Manager selbst erklären: Das ist mein Jihad. Wie können Sie sagen es sei nur ein drehender Wirbel zu sehen? Wenn Sie es nur nach rechts drehen, beleidigen Sie alle Muslime!“ Jawohl, er hat „alle Muslime“ gesagt. Da hat aber jemand eine hohe Meinung von sich und eine ganz geringe Meinung von allen Muslimen.

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Ich hoffe, Ihnen hat das Spiel Freude gemacht!

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Schnapp den Juden

Am 11. Januar 2013 traf ich Tuvia Tenenbom spätnachmittags in Köln. Das Magazin ttt machte eine Bericht über ihn und sein Buch „Allein unter Deutschen“ und suchte dafür einen deutschen Theatermacher, der bereit war, sich mit ihm vor der Kamera zu unterhalten. Die Wahl fiel auf mich. Es war ein kurzes aber intensives Gespräch. Drei Zigarettenlängen haben wir miteinander geredet und gelacht. Es waren seine Zigaretten. Er raucht Menthol.

Leider war Tuvia Tenenbom in Eile. Er musste noch den Zug nach Magdeburg bekommen, weil er dort am nächsten Tag eine angemeldete Nazidemo besuchen wollte. Ich versuchte, ihm abzuraten, die Nazishow in Deutschland sei nicht mehr das, was sie mal war, sagte ich, die Choreographie sei schlampiger und die Kostüme hässlicher geworden, aber er wollte unbedingt hin. Ich wünschte ihm also viel Spaß und wir verabschiedeten uns. Das Gespräch endete mit dem Satz „Finally, someone who’s read my Book.“

Was Tuvia Tenenbom am nächsten Tag in Magdeburg erlebte, kann er am Besten selbst erzählen:

„Ich versuchte, die Neonazidemo zu infiltrieren. Ich mischte mich unter die Neonazis. Die Kameras des Bayrischen Rundfunks und den Produzenten wusste ich hinter mir. Ich machte zunächst den „Heil Hitler“, aber sofort kamen ein paar Neonazis auf mich zu und versuchten, mich zu beschützen. Sie sagten mir, dass es besser sei, den Gruß nicht in der Öffentlichkeit zu machen. Die Polizei, derer viele, sahen zu, intervenierten aber nicht. Ich wiederum argumentierte mit meinen neuen Freunden, dass in einer Demokratie jeder machen könne, was ihm gefällt.

Im Verlauf des Gesprächs versuchten einige Nazis das Team des Bayrischen Rundfunks am Filmen zu hindern. Es folgte eine Auseinandersetzung. Plötzlich erkannte einer meiner neuen Freunde das kleinen Mikrofon an meinem Kragen, das ich für das Team des Bayrischen Rundfunks tragen musste und realisierte, dass das Team und ich Teil der selben Gruppe waren. Sie versuchten mich wegzustoßen, aber ich wehrte mich. Die Polizei sah zu. Dann aber rief einer der Nazis zur Polizei: „Er hat den Hitlergruß gemacht!“ Er wollte, dass die Polizei sich um mich kümmert. Die Polizei kümmerte sich. Sie nahm mich fest.

Von der Gruppe entfernt sagte ich der Polizei: „Kommt schon, ich bin jüdisch!“ Ihre Reaktion: „Sie sind also ein Linker, ein Agent Provokateur. Ihren Ausweis, bitte!“ Das Gespräch nahm seinen Lauf, während mein Ausweis einem Kollegen gereicht wurde, um mein Vorstrafenregister zu überprüfen. Schließlich wurde ich frei gelassen.“

Das war vor über zwei Wochen. In der Zwischenzeit war die Polizei von Sachsen-Anhalt nicht untätig. Sie hat Ermittlungen aufgenommen. Folgenden Brief hat Tuvia Tenenbom inzwischen erhalten:

„Sehr geehrter Herr Tenenbom,

im Polizeirevier Magdeburg wird unter der Tagebuch-Nummer: MD RKD SG5 1/827/2013 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gemäß § 86a StGB (Strafgesetzbuch) gegen Ihre Person durchgeführt. Demnach stehen Sie im dringenden Tatverdacht, am Samstag, 12.01.2013 gegen 12:55 Uhr in der Landeshauptstadt Magdeburg, Schilfbreite, in einer Menschengruppe, die an dem angemeldeten, rechts orientierten Aufzug “Ehrenhaftes Gedenken…” teilnehmen wollte, den so genannten „Hitlergruß“ gezeigt zu haben!

Hiermit erhalten Sie die Gelegenheit, sich auf den beigefügten Formularen, siehe Dateianhang „Tevia_Tenenbom.PDF“ zum Sachverhalt zu äußern. Bitte beachten Sie, dass Sie keine Angaben zur Sache machen müssen, jedoch verpflichtet sind, die erforderlichen Angaben zu Ihrer Person zu machen!

Ich bitte Sie um eine Bestätigung des Eingangs dieser eMail und um eine zeitnahe Beantwortung der oben genannten Beschuldigtenanhörung.

Mit freundlichem Gruß
Im Auftrag
Tonak, KHK
PD Sachsen-Anhalt Nord
PRev. Magdeburg
RKD / SG 5 – Ermittlungen“

Bevor ich jetzt was zu dieser Farce sage, möchte ich erst einmal Tuvia Tenenbom zu Wort kommen lassen:

„So ist es nun mal: Club 88 und viele ähnliche Gruppierungen stehen groß und aufrecht für Jahre und Jahre und Jahre. Aber sagen Sie nicht, die Behörden in Deutschland täten nicht ihr Bestes im Kampf gegen Nazis. Sie tun es. Sie haben mich geschnappt.“

Das ist Deutschland. Nicht der Hass auf Juden, der meistens durch den Hitlergruß artikuliert wird, ist verboten, sondern der Gruß an sich.

In Deutschland sind somit Bilder, Symbole und Grüße verboten, nicht aber der Hass, für den diese Bilder, Symbole und Grüße meistens stehen. Die absurde Logik in Deutschland lautet also: Nicht der Hass auf Juden ist verboten sondern Hakenkreuze. Und wenn ein Jude glaubt, sich in Deutschland über Nazis lustig machen zu können, indem er den Hitlergruß macht, dann geht der Nazi eben zur Polizei und sorgt dafür, dass der Jude verschwindet.

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„Tits are worse than Hitler“

That’s the case: You cannot show nipples on facebook. If you want the picture of a nude woman to fit the rules of facebooks, you can hide the nipples behind nazi swastikas. Everything is fine then. No harm done! The facebook policy is pretty clear on this: Tits are worse than Hitler!

A picture of a dressed woman who worshippes Hitler remains online, but a picture of a topless woman who praises Mother Theresa gets deleted immediately.

Dear Facebook, you need to rethink your priorities and principles urgently!

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Ein kleiner Mailverkehr

Über zwölf Jahre verfasste Henryk M. Broder jeden Freitag einen Kommentar für den RBB-Hörfunksender Radioeins. Als Aussagen von Jakob Augstein, der ebenfalls Kolumnist des Senders ist, vom Simon-Wiesenthal-Center auf die Liste der zehn antisemitischsten Verunglimpfungen des Jahres 2012 gewählt wurde und nicht wenige Medien dafür Henryk M. Broder zum Sündenbock erklärten, weil er Jakob Augstein einmal „meinen Lieblings-Antisemiten“ genannt hatte, setzte Radioeins den Kommentar von Broder für ein Woche ab und sendete stattdessen ein „Experten-Interview“ zum Antisemitismus-Vorwurf gegen Augstein.

Dieses Verhalten erklärte Broder in der Online-Ausgabe der Welt als illoyal und sachlich durch nichts zu rechtfertigen. In dem Artikel heißt es:

„Das sei keine gute Idee, sagte ich, wenn der Kommentar ausfällt, würden die Zuhörer das als eine Distanzierung des Senders von mir verstehen. Davon könne keine Rede sein, sagte der Redakteur, man könne nur „an so einem Tag nicht über ein x-beliebiges Thema“ mit mir reden, da würden sich die Zuhörer fragen, „warum sagt er nichts über Augstein?“ – „Weil ich mich in dem Freitagskommentar noch nie zu einer Sache geäußert habe, in die ich selber verwickelt war“, sagte ich. Der Redakteur machte wieder eine Pause. Das Argument schien ihm einzuleuchten. „Wir bereden das noch mal in der Redaktion, und ich melde mich wieder bei Ihnen.“

Eine Stunde später rief mich der Redaktionsleiter an, ein netter Mann mit schwäbischem Migrationshintergrund.

„Also, Herr Broder“, sagte er, „wir haben beschlossen, dass es dabei bleibt“. – „Wobei?“, fragte ich. „Wir lassen den Kommentar mit Ihnen ausfallen und reden stattdessen mit einem Antisemitismusexperten. Und nächste Woche unterhalten wir uns dann in aller Ruhe, wie es weitergeht.“ – „Wenn Sie das machen“, sagte ich, „gibt es nichts, worüber wir uns nächste Woche unterhalten könnten. Ihr Verhalten ist illoyal mir gegenüber und sachlich durch nichts zu rechtfertigen.“ – „Jetzt setzen Sie mich doch nicht so unter Druck“, sagte der Redaktionsleiter, „wir haben uns doch immer gut verstanden.“

So ging es noch eine Weile hin und her, bis wir beide beschlossen, dass es nichts mehr zu besprechen, gibt und einander einen schönen Abend wünschten.“

Auch David Serebrjanik hat diesen Artikel gelesen und schrieb daraufhin eine Mail an Radioeins. Tapfer im Nirgendwo präsentiert den Mailverkehr, der sich daraus entwickelt hat:

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Geehrte Damen und Herren des RBB,

eine kurze und offene Frage: Sind Sie komplett meschugge geworden, einen Journalisten von solchem Format und Qualität aus Ihren Reihen zu verlieren?

Wenn es darum geht, einen verrückten Pseudojournalisten und Judenhasser Ken Jebsen zu feuern – DA lassen Sie sich viel Zeit. Einen ehrlichen, mutigen und Rückgrat besitzenden Journalisten zum Hinschmeißen zu bewegen – das geht viel schneller, nicht wahr?

Gratuliere dazu!

David Serebrjanik

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Sehr geehrter Herr Serebrjanik,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 16.01.2013

Gern möchte ich Ihnen einige erklärende Worte zu diesem Vorgang schreiben. Radioeins hat Henryk M. Broder seit 1999 als Kommentator beschäftigt. Er konnte dort immer frei seine Meinung äußern und hat häufig durchaus spannende Kontroversen ausgelöst. Am vergangenen Freitag wollte und musste sich radioeins auf Grund der aktuellen Situation mit dem Thema „Augstein und Simon Wiesenthal Zentrum“ beschäftigen. Da die Position von Herrn Broder zu Herrn Augstein schon lange bekannt war, suchte die Redaktion einen Experten zu dem Thema, dessen Meinung noch nicht gehört wurde. So interviewten die Kollegen der Morgensendung Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Direktor des Moses Medelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam. Henryk M. Broder fand dieses Verhalten von radioeins illoyal, weil er damit an diesem Freitag keinen Sendeplatz erhalten hatte. Diesen Vorwurf kann ich nicht nachvollziehen. Seine Tätigkeiten als freier Kommentator hat Herr Broder auf eigenen Wunsch niedergelegt. Die Kolleginnen und Kollegen von radioeins bedauern den Verlust von Herrn Broder als Kommentator und haben sich bei Ihm für die jahrelange gute Zusammenarbeit bedankt.

Freundliche Grüße,

Robert Skuppin
Programmchef radioeins
Beste Grüße

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Geehrter Herr Skuppin,

danke ebenfalls für Ihre Antwort. Sie ist leider in keinem einzigen Punkt befriedigend (einschließlich des Datum-Irrtums: meine Mail an Sie war nicht vom 16-ten, sondern vom 9-ten Januar 2013). Sie schildern aufwendig das, was bestens aus der Presse bekannt ist. Der Hinweis darauf, seine Tätigkeiten als freier Kommentator habe Herr Broder auf eigenen Wunsch niedergelegt, ist überhaupt nicht hilfreich. Ich habe in meiner Anfrage mit keinem Wort behauptet, radioeins hätte Herrn Broder gefeuert.

Ich schließe mich der Bezeichnung „illoyal“ komplett an, was Ihre Entscheidung angeht. Sie ist obendrauf opportunistisch und völlig politisch korrekt. Ich bin in den letzten Lebensjahren der Sowjetunion in derselben geboren und habe noch einiges an ihrem „politischem Stil“ mitbekommen, auch hat mein Vater mir sehr viel darüber erzählt. Ihre Entscheidung und die nichtssagende Erklärung dieser Entscheidung erinnert mich sehr an die Erlebnisse und Erzählungen aus der SU. Vielleicht könnten Sie ja etwas darüber nachdenken.

Beste Grüße,

David Serebrjanik

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Sehr geehrter Serebrjanik!

Ich glaube darüber muß ich nicht nachdenken.
Die SU war ein totalitärer Staat, in der es keine Demokratie, keine Menschenrechte und auch keine Pressefreiheit gab.
Die souveräne Entscheidung einer Programmredaktion, mit dem Verhalten einer Diktatur zu vergleichen ist absurd.
Vielleicht hätte ihr Vater Ihnen mehr erzählen sollen!

Mit freundlichen Grüßen

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Lieber Herr Skuppin,

jeder Vergleich hinkt. Aber in jeder politischen, oder politisch motivierten Handlung steckt auch ein Körnchen der Freiheit, oder des Totalitarismus.

Besten Gruß.

David Serebrjanik

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Sehr geehrter Herr Serebrjanik!

Entschuldigung ihr Vergleich hinkte nicht, – der hatte nicht mal Beine!
Und richtig: radioeins war frei in seiner Entscheidung, genau wie Herr Broder!
Ich bedauere seine allerdings, aber ich respektiere sie auch.
Und viele Kontroversen wären niveauvoller, wen sie mit Respekt vor dem anderen geführt würden und nicht mit:
„…sind sie komplett meschugge geworden..“!

Grüße
Robert Skuppin

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Lieber Herr Skuppin,

ich bewundere Ihre Geduld und die Tatsache, dass Sie erst bei der dritten Mail an mich auf meinen groben und niveaulosen Einstieg, der so allen Umgangsformen, die ein zivilisierter Mensch an den Tag legen sollte, widerspricht, Bezug nehmen. Aber dieser Einstieg hat gewirkt – Sie antworten mir schon wie gesagt zum dritten Male und versuchen mir so eindringlich klar zu machen, wie ich mich doch irre mit meinen Vergleichen und Vorwürfen. Gut. Mag sein, dass ich mich irre. Aber ich würde abschließend noch eine kurze Frage an Sie stellen wollen: haben Sie vielleicht nur einen kurzen Moment lang darüber gezweifelt, ob Ihre Entscheidung doch nicht ganz ok war? Und dass Herr Broder vollkommen recht hatte, als er bei radioeins abgedankt hat?

Das Programm von radioeins ist doch sicher nicht so unflexibel und starr, dass man den sicher großartigen Antisemitismus-Experten nicht an einem anderen Zeitpunkt des Tages hätte zu Wort bitten können? Deswegen verstehe ich Ihre erste Antwort schon so ganz und gar nicht.

Abschließend: Sie sind mir hoffentlich nicht bös, wenn ich unseren Dialog an den Blog tapferimnirgendwo.com zur Veröffentlichung weitergegeben habe?

Beste Grüße,

David Serebrjanik

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Es war eine rauschende Nacht

Am 10. Dezember 2012 habe ich die Kunst gegen Bares in Köln mal in einem ganz edlen Outfit moderiert. Mir hat es Spaß gemacht und der Comedian Chris Tall war so aus dem Häuschen, dass er sich vor Geilheit die Kleider vom Leibe reißen musste. Es war eine rauschende Nacht. So ist Kunst gegen Bares! Hier ein paar Fotos des Abends von Tom Wolff:

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