„Das muss Israel nicht hinnehmen“

Außenminister Guido Westerwelle hat in einem Interview mit dem Deutschlandfunk zu der momentanen Lage im Nahen Osten nötige und deutliche Worte gefunden:

„Die Ursachen dieser Eskalation sind die von der Hamas zu verantwortenden Raketenangriffe aus Gaza, die erheblichen Schaden und auch viele Opfer auf israelischer Seite verursacht haben. Israel hat das Recht, sich zu verteidigen, und hat auch das Recht, seine Bürger zu schützen. Gleichzeitig muss alles getan werden, um eine weitere Eskalation zu verhindern und vor allen Dingen auch zivile Opfer zu vermeiden. Deshalb rate ich und rufe auch dazu auf, dass alle Beteiligten sich ihrer Verantwortung bewusst sind und dass wir aus der Logik einer Eskalation wieder herauskommen. Wir müssen vor allen Dingen jetzt umsichtig und deeskalierend Einfluss nehmen. Die Verantwortung aber für diese jüngste Zuspitzung trägt Hamas, mit den durch nichts zu rechtfertigenden Raketenangriffen, und diese Raketenangriffe müssen sofort beendet werden. Nur so wird ein Ende der Gewalt möglich sein. Das muss Israel nicht hinnehmen. (…) Und ich will auch noch mal sagen: Wir sollten nicht übersehen – ich bin selbst ja in Gaza gewesen, ich war der erste westliche Außenminister, der Gaza wieder besucht hat -, dass natürlich auch diese Schritte, die Israel gemacht hat, auch die Öffnungsschritte für Gaza, die Israel gemacht hat, dass diese Schritte augenscheinlich auch missbraucht worden sind, und das muss auch zur Kenntnis genommen werden. (…) Wenn man mal da gewesen ist, weiß man, wie verletzlich und auch wie empfindlich natürlich die kleinen Distanzen dort sind, die große Nähe bei Gaza und Südisrael sind. Das ist ja wirklich Tür an Tür, was dort stattfindet. Und dass Israel die eigenen Bürger schützen muss, auch die Kinder, die dort leben, die Familien, die dort in der Umgebung leben, das sollte man, wenn man das diskutiert und bespricht, auch ganz ernsthaft mit erörtern. Also ich sage das noch einmal mit großer Klarheit: Die Verantwortung für diese Zuspitzung trägt Hamas, das ist eine Terrororganisation, die mit durch nichts zu rechtfertigenden Angriffen diese Eskalation bewirkt hat.“

Veröffentlicht unter Deutschland, Israel, Politik | Kommentare deaktiviert für „Das muss Israel nicht hinnehmen“

„Der ist schuld am Kriege!“

So sah das Osmanische Reich 1830 aus:

20121115-164734.jpg

So sah das Osmanische Reich 1913 aus:

20121115-164825.jpg

So sah das Osmanische Reich 1920 aus:

20121115-164951.jpg

Wie Sie sehen, verlor das Osmanische Reich in relativ kurzer Zeit viele Gebiete. Nicht wenige neue arabische Länder beanspruchten diese Gebiete für sich und erklärten eine Unabhängigkeit. Einige Gebiete wurden von dem Völkerbund verwaltet. Neben all den muslimischen Gebietsansprüchen wurde auch dem jüdischen Volk ein Teil des ehemaligen Osmanischen Reichs für eine Unabhängigkeit zugesprochen. Der Völkerbund segnete alles ab. Bis zur Staatsgründung sollten allerdings noch ein paar Jahrzehnte vergehen.

In dieser Zeit wurden Juden immer wieder Opfer brutaler Pogrome der muslimischen Mehrheitsgesellschaft. Die bekanntesten Pogrome an Juden durch Muslime in dieser Zeit sind die Nabi-Musa-Unruhen, die Unruhen in Jaffa und das Massaker von Hebron. Unter dem Führer Amin el-Husseini fand schließlich die erste große Kampagne der Muslimbrüder gegen Juden statt. Mit Parolen wie “Nieder mit den Juden” wurde das Ziel artikuliert, die arabischen Länder von jüdischen Menschen zu “säubern”. Amin el-Husseini war ein enger Freund Himmlers, seine Politik wurde von den Nazis finanziell und durch Waffenlieferungen unterstützt. Für die Verabschiedung der Nürnberger Rassegesetze erhielt Hitler Glückwünsche aus der gesamten arabischen Welt. Viele arabische Länder riefen für sich Hitlers Ziel aus, „judenrein“ zu werden. Einigen arabischen Ländern ist es im Laufe der Zeit sogar gelungen. Was Hitler in Deutschland nicht erreicht hat, haben sie erreicht. Folgende Nationen sind „judenrein“ und stolz darauf: Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen.

Die Gründungscharta der Hamas fordert die Vernichtung des ganzen jüdischen Volkes (Artikel 7) und die Zerstörung Israels (Artikel 13). Minister der Hamas rufen zur Vernichtung aller Juden auf, die sie öffentlich, auf Plätzen, in Moscheen und im Fernsehen, als Ungeziefer und Bakterien bezeichnen, deren Kehlen durchgeschnitten und Familien ermordet gehören.

Der Krieg gegen Juden hörte in Europa 1945 auf. In der arabischen Welt jedoch ging der Krieg gegen Juden weiter. Als sich 1948 das israelische Volk in einem winzig kleinen Raum endlich unabhängig erklärte, so wie es ihnen der Völkerbund schon 1917 garantiert hatte und es arabische Länder wie selbstverständlich bereits getan hatten, da wurde der kleinen und jungen Nation am Tag der Unabhängigkeitserklärung von der arabischen Welt der Vernichtungskrieg erklärt und die Juden in der arabischen Welt mit Pogromen überzogen, wie die Pogrome von Aleppo, Kairo und Aden. Sämtlichen Nicht-Juden in Israel wurde von muslimischen Führern geraten, das junge Land Israel zu verlassen, da Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien eine totale Vernichtung aller Juden planten. Die Nicht-Juden die in Israel blieben, wurden israelische Staatsbürger mit allen Rechten und Pflichten. Die Nicht-Juden aber, die das Land verließen, in der Hoffnung die Kriegstreiber gegen Israel würden aus dem Land ein großes Auschwitz machen, wurden später zu „palästinensischen Flüchtlingen“ hochgejazzt. Als es schließlich mit der Vernichtung aller Juden nicht geklappt hatte, wurden jene Juden, die es gewagt hatten, sich zu wehren und somit nicht vernichtet wurden, zu „Besatzern“ erklärt. Diese Beleidigung der Überlebenden als Besatzer hat mittlerweile auch wieder in Europa den Judenhass gesellschaftsfähig gemacht.

Der Krieg gegen Juden in der arabischen Welt geht weiter. Seit über 60 Jahren nun schon muss sich der kleine Staat Israel mit seinen gerade mal acht Millionen Bürgerinnen und Bürgern, die in Grenzen leben, die enger sind als die des Bundeslands Hessen, gegen einen Vernichtungskrieg verteidigen. Schauen Sie sich mal auf dieser Karte an, wie die Region aussieht. Die islamischen Länder sind grün gekennzeichnet. Erkennen Sie mit welcher Farbe die jüdischen Gebiete der Welt markiert wurden?

20121115-184046.jpg

Die Farbe ist rot! Rot markiert also den Bereich in der folgendes Gesetz herrscht: „Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

„Moslemfreie“ Gebiete gibt es nicht, „judenfreie“ Gebiete schon. Sie sind übrigens auf der Karte oben ebenfalls allesamt grün gekennzeichnet! Grün sind auch auch die Gebiete, in denen Homosexuelle hingerichtet und Frauen gesteinigt werden, wenn sie keine Ganzkörperverhüllung tragen wollen. Grün sind auch jene Gebiete markiert, aus denen sämtliche Raketen abgefeuert wurden, die seit Jahrzehnten fast täglich auf Israel heruntergekommen sind. Grün sind die Gebiete, aus denen die Selbstmordattentäter kommen, und grün sind die Gebiete, die jene Terroristen finanzieren, die Israel vernichten wollen. Israel jedoch ist nur ein kleiner roter Punkt, für das menschliche Auge kaum sichtbar. Allerdings ist es umgeben von einem grünen Teppich des Hass‘.

In Europa war der Teppich einst braun; heute ist der Teppich grün. Deutschland konnte sich mittlerweile von dem judenhassenden Braun weitestgehend befreien. Hoffentlich wird sich auch der Islam bald von seinem judenhassenden Grün befreien können, ohne dazu zu gezwungen werden, wie einst Deutschland durch die Alliierten. Ich komme gerade aus Dresden. Ich weiß, wovon ich spreche.

20121115-185932.jpg

In Israel genießen Schwule und Lesben staatliche Gleichberechtigung. Homosexuelle dienen in der Armee, eine Transsexuelle hat bereits zwei mal das Land beim Eurovision Song Contest vertreten, in Jerusalem fand eine der bisher drei einzigen World Gay Prides statt und Tel Aviv wurde jüngst von einer American Airlines zum besten Reiseziel für Schwule gekürt. Der Spiegel berichtet folgerichtig: „Es ist einer der wenigen Orte im Nahen Osten, an dem sich Homosexuelle öffentlich küssen dürfen: Zehntausende zogen bei der jährlichen Schwulenparade durch Tel Aviv in Richtung Mittelmeerstrand – leicht bekleidet, tanzend und sehr bunt.“

In der Nachbarschaft von Israel sieht es vergleichbar düster aus?

Im Irak ist Homosexualität verboten, im Libanon droht eine Freiheitsstrafe, im Omam, in Ägypten und Syrien drohen drei Jahre Haft, in Libyen fünf Jahre, in Kuwait sieben Jahre, in Bahrain zehn Jahre und im Iran, Jemen, in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten steht auf Homosexualität die Todesstrafe! Israel ist ein aufgeklärter Staat umgeben vom tiefsten Mittelalter.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, wo ein Araber den Staat verklagen kann und gewinnt!

Israel gehört zu den führenden Ländern in der Weltkinderhilfe.

Israel ist das einzige Land der Welt, in dem der Wald größer und die Wüste kleiner wird.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, das Katastrophenhilfe anbietet.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten mit klarer Presse- und Kunstfreiheit

Israel ist führend im Recyceln von Wasser.

Israel ist führend in der Gewinnung von ökologischer Energie.

Israel ist neben Jordanien das einzige Land im ganzen Nahen Osten wo Araber Schwänze lutschen dürfen.

Ich will nicht behaupten, Israel sei frei von Fehlern, aber es gibt wahrlich keinen Grund, das Land ständig zu kritisieren. Es gibt sogar viele mehr Gründe für Lob! Israels ist die einzige Demokratie des Nahen Ostens, und obwohl sich das Land seit über sechzig Jahren in einem Krieg um die Existenz befindet, hat es die rechtsstaatlichen Prinzipien in einer Art und Weise geachtet, wie es einzigartig ist in der ganzen Geschichte der Menschheit. Noch nie in der ganzen Weltenexistenz hat ein Land über sechzig Jahre mit der Bedrohnung der Auslöschung durch seine Nachbarn gelebt und dennoch an die Prinzipien der Bürgerfreiheit festgehalten. Seit über sechzig Jahren schon ist Israel Opfer von Terroranschlägen. Wie würde wohl die deutsche Regierung bei vergleichbarem Terror reagieren? Die Antwort hat Deutschland selbst gegeben!

Am 13. Oktober 1977 wurde das deutsche Flugzeug Landshut der Lufthansa mit seinen 82 Passagieren entführt. Die Entführer waren der palästinensische Terrorist Zohair Youssif Akache, der sich Captain Martyr Mahmud nannte, die palästinensische Terroristin Souhaila Andrawes, sowie Nabil Harbi und Hind Alameh. Am 18. Oktober um 0:05 Uhr MEZ stürmte das GSG-9-Kommando unter Führung Ulrich Wegeners in der Operation Feuerzauber die in Mogadischu gelandete Landshut. Während der siebenminütigen Aktion wurden drei der vier Geiselnehmer getötet, lediglich Souhaila Andrawes überlebte. Außerdem wurden ein GSG-9-Mann und eine Flugbegleiterin verletzt. Um 0:12 Uhr MEZ konnte der mitgereiste Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt den erfolgreichen Abschluss der Aktion melden.

Die deutsche Regierung hat mit aller nötigen Härte gehandelt und sich auf keinen Deal mit den Terroristen eingelassen. In Israel ist jeden Tag Mogadischu! Für Israel ist jeder Moment ein Kriegszustand, an dessen Ende für die meisten Feinde die Vernichtung Israels und für nicht wenige Feinde die Vernichtung aller Juden steht. Wir müssen uns nur mal ein wenig das arabische Fernsehen anschauen, was dort über Juden berichtet wird und schon wird klar, in welcher Gefahr alle Juden der Region leben. Wiam Wahhab zum Beispiel liebt Fußball. Er war einst ein libanesischer Minister und gab am 4. Juli 2010 auf dem Sender Al-Jadid/New TV kund: „Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben. Hahahahaha!“

Zappen wir weiter:

Ägypten: „Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“ (Al-Nas TV, 8. Januar 2008)

Katar: „Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!“ (Qatar TV, 9. Januar 2009)

Gaza: „In aller Kürze, so sind die Juden: Als Muslim ist unser Blut voller Rachsucht gegen sie und sie kann nur mit der Vernichtung der Juden gestillt werden, so Gott will. Sie haben mehrmals versucht, unseren Propheten zu töten.“ (Al-Aqsa TV, 28. Februar 2008)

Katar: „Immer wieder hat Gott Strafen über die Juden kommen lassen. Die letzte Strafe wurde von Hitler ausgeführt. Bei allem, was er ihnen angetan hat, und die Juden übertreiben bei der Beschreibung dieser Taten, hat Hitler die Juden nur an ihren gerechten Platz gesetzt. Es war die göttliche Strafe für sie!“ (Al-Jazeera TV, 30. Januar 2009)

Ägypten: „Der größten Feinden eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!“ (Al-Rahma TV, 9. Januar 2009)

Saudi-Arabien: „Juden sind Schweine und Affen! Gott sagt das!“ (Ein kleines Mädchen auf Iqra TV, 7. Mai 2002)

Mohammed Mera wurde in diesem Umfeld groß, bevor er beschloss, Kinder zu töten, weil sie Juden waren. Mohamed Merah tötete unter anderem drei jüdische Kinder mit gezielten Kopfschüssen. Sie waren unwürdig zu leben, weil sie Juden waren. Nach der Bluttat wäre eigentlich Sorge um das Judentum angebracht gewesen, aber in Deutschland sorgte man sich lieber um die Täter.

Die Tagesschau zum Beispiel fragte: „Werden die fünf Millionen französischen Muslime durch die Morde von Toulouse noch weiter an den gesellschaftlichen Rand gedrängt?“ Der Rektor der Großen Moschee in Paris mahnte: “Man darf die zu 99,9 Prozent friedliche muslimische Religion nicht mit der kleinen Gruppe von Leuten verwechseln, die entschlossen sind, eine Bluttat zu verüben.”

Nehmen wir den Rektor der Grossen Moschee in Paris mal beim Wort. 1,3 Milliarden Muslime gibt es schätzungsweise auf der Welt. Es gibt allerdings gerade mal nur 15 Millionen Juden weltweit. Sagen wir also mal, nur 0,1% aller Muslime seien fanatische Judenhasser, bereit eine Bluttat zu begehen. Das mag manchen Muslimen und manchen Christen vielleicht beruhigen, aber für Juden ist das alles andere als beruhigend. Denn bei auch nur 0,1% judenfeindlicher Muslime, die bereit sind, ein Blutbad zu begehen, kommt ein solcher wahnsinniger Judenhasser auf zehn Juden. Jeder Minjan auf der Welt hat somit einen persönlichen Todfeind, der dort Amoklaufen könnten. Sehr beruhigend klingt das nicht.

Während in der arabischen Welt die Propaganda gegen Juden seit Jahrzehnten auf Hochtouren läuft, versucht sich in Israel die deutliche Mehrheit an der Bewahrung von Menschlichkeit und Empathiefähigkeit; und dass obwohl auf Israel fast täglich Bomben und Raketen abgefeuert werden. Allein in den letzten Tagen wurden über hundert Raketen auf Israel abgefeuert – über hundert Raketen auf eine Fläche in der Größe von Hessen. Wie würde wohl Berlin auf hundert Raketen reagieren? Vermutlich würde die deutsche Regierung zur Verteidigung greifen. Genau das hat Israel getan. Israel verteidigt sich! Die deutschen Medien aber, die bei gleichen Maßstäben in den letzten sechzig Jahren hätten wöchentlich „Angriff auf Israel“ titeln müssen, was sie jedoch nicht taten, sondern die Angriffe auf Israel regelmäßig ignorierten, sprechen jetzt nicht von einer Verteidigung Israels sondern brüllen: „Israel greift an!“

„Israel greift an“ schreibt der Stern, die Baseler Zeitung, die Zeit, die Frankfurter Rundschau, der Spiegel, das Handelsblatt, die Süddeutsche und „Nahostexperte“ Lüders sagt auf Deutschlandfunk, die Hamas verhalte sich „sehr kooperativ im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ und vermutet, die israelische Regierung habe diesen Konflikt angezettelt, um eine Wahl zu gewinnen.

Man höre und staune: Nicht der Hass der Hamas, die Propaganda der islamistischen Medien, die Liebe zu Hitler und seiner „Endlösung der Judenfrage“, nicht die erklärten Kriege, Terroranschläge und seit sechzig Jahren regelmäßig auf Israel abgefeuerten Bomben und Raketen sind Schuld am Krieg im Nahen Osten, sondern eine jüdische Regierung unter Netanjahu, die in der Tradition der „Weisen von Zion“ nichts anderes als verschwörerische Machtabsichten im Sinne haben soll. Für Lüders ist es eben der Jude, der hinter allem steht.

Wenn ich mir so diese Experten und die Mehrheit der Medien in Deutschland anschaue, so werde ich das Gefühl nicht los, dass für eine Menge Menschen in diesem Land noch folgende Überzeugung der Nazis Geltung hat:

20121115-214905.jpg

***

Nachtrag vom 3. August 2014:

Seit Tagen feuert Gaza tausende Raketen auf Israel ab! Israel ist so groß wie Hessen. Die Hamas wirft Raketen auf Schulen, Hospitäler, Atomkraftwerke, Altenheime, Moscheen, Synagogen und Kirchen ab! Das Ziel jeder Rakete der Hamas ist es, so viele Israelis jeden Alters und Geschlechts zu töten wie möglich. Die Motivation für den Angriff auf Zivilisten gibt die Hamas in ihrer Charta: „Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“ (Artikel 7)

Die Intention jeder Rakete der Hamas ist Massenmord!

Der versuchte Massenmord der Hamas gelingt jedoch nicht, weil Israel die Drohung der Vernichtung ernst genommen und ein hervorragendes Abwehrsystem errichtet hat. Das israelische Abwehrsystem verhindert den von der Hamas intendierten Massenmord.

Israel hat immer wieder klar gemacht, dass es den Versuch eines Massenmords nicht dulden wird. Das jüdische Volk lässt sich nicht mehr abschlachten. Israel ist bereit zur Verteidigung! Diese Ansage hätte die Hamas mal lieber ernst genommen!

Jetzt, da der Hamas der Massenmord an Juden nicht gelingt, versteckt sie sich hinter der eigenen Bevölkerung. Es ist erbärmlich!

Weil es der Hamas nicht gelingt, israelische Schulen, Hospitäler, Altenheime, Moscheen, Synagogen und Kirchen zu vernichten, sorgt sie jetzt dafür, dass Hospitäler, Energiewerke, Altenheime und Moscheen in Gaza vernichtet werden. Synagogen in Gaza können nicht mehr vernichtet werden. Sie wurden schon allesamt im September 2005 zerstört, als alle Juden aus Gaza vertrieben wurden! Seit 2005 gibt es keinen einzigen israelischen Siedler, keinen jüdischen Menschen mehr, der in Gaza lebt, was viele nicht daran hindert, immer noch israelischen Siedler in Gaza, die es seit 2005 nicht mehr gibt, und die israelische Besatzung von Gaza, die es seit 2005 nicht mehr gibt, für den Krieg verantwortlich zu machen. Judenhass war immer schon ein Gerücht über Juden!

Die Hamas beschießt israelische Schulen, Hospitäler, Atomkraftwerke, Altenheime, Moscheen, Synagogen und Kirchen und nutzt die Hospitäler, Energiewerke, Altenheime und Moscheen in Gaza als Schutzschild für die Waffen, die sie auf israelische Schulen, Hospitäler, Atomkraftwerke, Altenheime, Moscheen, Synagogen und Kirchen abfeuert, wissend, dass diese Hospitäler, Energiewerke, Altenheime und Moscheen in Gaza dann legitime Kriegsziele werden.

Es ist so eindeutig, dass die Hamas Kinder und Frauen mordet, dass es nur mit Judenhass erklärt werden kann, wenn jemand „Kindermörder Israel“ und „Frauenmörder Israel“ ruft. Keine einzige Rakete und Bombe Israels wird mit der Absicht abgeschossen, Zivilisten zu töten, sondern nur mit der klaren Ansage, die Hamas mit ihrem Vernichtungswillen zu entmachten. Jede Rakete der Hamas jedoch hat zum Ziel so viele Menschen, auch Kinder, wie möglich zu töten. Daher ist jeder, der „Kindermörder Israel“ und „Frauenmörder Israel“ brüllt, ein Judenhasser!

Es müsste nur eine Rakete in dem Willen, so viele Deutsche wie möglich zu töten, auf Deutschland abgefeuert werden und der Ort des Abschusses dieser Rakete würde dem Erdboden gleich gemacht werden!

Wer fordert, man müsse Hamas und Israel gleichermaßen kritisieren, hat etwas Grundlegendes nicht verstanden: Für den Tod der Menschen in Gaza ist die Hamas verantwortlich, die übrigens schon vor dem Beginn des Krieges eifrig in Gaza gewütet und gemordet hat. Für das Leben in Israel jedoch ist Israel verantwortlich, denn Israel konnte bisher die Raketen des Massenmords abfangen.

Hätte die Hamas all das Geld, das die Raketen und Tunnel gekostet haben, genutzt, um Gaza aufzubauen, so stünden in Gaza nicht nur noch alle Hospitäler, Altenheime und Moscheen, sie wären auch noch perfekt ausgestattet. Bei all dem Geld, das Gaza bekommen hat, müsste Gaza eigentlich zu den reichsten Gebieten des Nahen Ostens gehören! Der Wunsch, Israel zu vernichten und der Hass auf Juden, hat jedoch das ganze Geld verschlungen. Nicht Israel und Juden sind eine Gefahr für Palästinenser, sondern der Hass auf Israel und der Hass auf Juden!

Hass bringt keinen Wohlstand! Das weiß auch Israel. Israel hätte den Gazastreifen tausend mal lieber zum Geschäftspartner als zum Feind.

Die Hamas fordert in der Gründungscharta die Vernichtung Israels. Es wird der Hamas nicht gelingen! An dem Hass werden nur noch mehr Menschen sterben. Warum also nicht einfach auf das Angebot Israels eingehen? Das Angebot wurde 1948 von Israel formuliert und bleibt bestehen:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

***

Stell Dir vor, Du befindest Dich unter einer Kuppel und pausenlos schießen Leute auf diese Kuppel in der Hoffnung, sie zu zerstören und Dich zu treffen.

Stell Dir vor, sie brüllen, Dich töten zu wollen.

Stell Dir vor, sie verbünden sich und schreiben eine Charta, in der sie erklären, Dich töten zu wollen.

Stell Dir vor, Du hast eine Waffe unter der Kuppel. Ab und zu rufst Du unter der Kuppel hervor: „Ich schieße gleich!“ Du gibst sogar die Richtung an, in die Du schießen wirst, obwohl es Deine Verteidigung schwächt, weil Deine Feinde dann wissen, wo sich die Kuppel einen Spalt öffnen wird; aber Du möchtest nicht, dass Unschuldige sterben, deshalb sagst Du Deine Verteidigung an.

Stell Dir vor, Du schießt unter der Kuppel hervor. Du schießt so oft, bist die Schießerei auf die Kuppel endlich aufhört.

Stell Dir vor, irgendwann ist Ruhe. Nach einiger Zeit kommst Du aus der Kuppel hervor. Fändest Du es gerecht, dann angeschnauzt zu werden, weil Du geschossen hast?

Stell Dir vor, die Leute, die auf Dich geschossen haben, haben bewusst Kinder in die Richtungen gestellt, in die Du geschossen hast?

Stell Dir vor, Du wirst plötzlich Kindermörder genannt. Wie würdest Du Dich fühlen? Wie gingest Du mit dem Gefühl um, dass aus einer Waffe in Deiner Hand eine Kugel kam, die ein Kind getötet hat? Du wärest unschuldig. Klar! Das würdest Du Dir immer wieder einreden und Du hättest Recht damit, aber Du würdest dennoch weinen. Du könntest es Deinen Feinden nie verzeihen, dass sie nicht wenigstens ihre Kinder mehr geliebt haben, als sie Dich hassen.

Stell Dir vor, hinter den Leuten, die auf die Kuppel geschossen haben, waren Menschen mit Kameras, die alles gefilmt haben. Sie haben auch gefilmt, wie einige Deiner angekündigten Schüsse Kinder getroffen haben.

Stell Dir vor, sie sagen: „Wir haben alles gefilmt. Sie waren doch sicher unter Ihrer Kuppel! Niemand ist unter der Kuppel gestorben. Sie aber haben viele Menschen erschossen! Kinder und Zivilisten. Das war unverhältnismäßig!“

Stell Dir vor, aus aller Welt ereilte Dich nun Kritik, weil Du Zivilisten getötet hast.

Stell Dir vor, ein Friedensaktivist nennt Dich Kriegstreiber. Was würdest Du so einem Schlaumeier erwidern?

Stell Dir vor, Du findest heraus, dass Deine Feinde ihre Kinder nur deshalb in Dein Schussfeld gestellt haben, weil sie genau diese Kritik an Deine Verteidigung provozieren wollten.

Stell Dir vor, sie haben Ihre Kinder in den Tod durch Deine Waffe geschickt, weil sie die Bilder wollten, um damit Deine Verteidigung wie Aggression aussehen zu lassen.

Stell Dir vor, dass alles ein perfider Plan war, aus Hass geboren, um Dich zu schwächen, weil der nächste Angriff schon geplant ist. Das Bündnis mit der Charta, die zu Deiner Ermordung aufruft, besteht schließlich immer noch.

Was würdest Du zu den Menschen sagen, die diese Bilder gemacht haben und damit Deinen Feinden genau das gegeben haben, was sie wollten, um ihren Hass zu befeuern und wofür sie ihre Kinder in den Tod geschickt haben?

Du würdest zu diesen Menschen hingehen und mit Tränen in Augen rufen:

„Ihr habt die Kinder auf dem Gewissen!“

Veröffentlicht unter Antisemitismus | Kommentare deaktiviert für „Der ist schuld am Kriege!“

Kennen Sie den Unterschied?

Kennen Sie den Unterschied zwischen diesen beiden Bildern?

Bild 1)
20121105-152347.jpg

Bild 2):

20121105-152411.jpg

Auf beiden Bildern sehen Sie einen Davidstern, jedoch ist er einmal gelb und einmal blau.

Die Farbe Blau symbolisiert im Judentum Gott, Glauben und Offenbarung. Die Farbe Gelb jedoch wurde über die Jahrhunderte genutzt, um Juden in Europa diskriminierend zu kennzeichnen. Im späten Mittelalter zum Beispiel kam der gelbe Ring auf. Seit dem 13. Jahrhundert mussten Juden in vielen Ländern und Regionen Europas ein Stoffstück in Kreis-, Ring- oder manchmal auch Rechteck-Form außen sichtbar – meist vorn in Brusthöhe – auf der Kleidung tragen. Diese sogenannte Judentracht diente der Ausgrenzung und Kontrolle der jüdischen Minderheit und erleichterte in Verbindung mit der Ghettoisierung ihre Auffindung, auch im Falle von Pogromen.

20121105-170043.jpg

Ähnliche Kleiderordnungen waren im Islam schon seit dem frühen 8. Jahrhundert für Juden üblich. Ihre Kennzeichnungspflicht begann 717 mit einem Befehl von Kalif Umar II. Die Art des Kennzeichens war anfangs nicht festgelegt und variierte. 807 befahl Kalif Hārūn ar-Raschīd in Persien für Juden dann einen gelben Gürtel.

Der blaue Davidstern ist somit ein Symbol des Stolz‘ und der Liebe zum Judentum. Der gelbe Davidstern jedoch ist ein Symbol der Verachtung und des Hass‘ auf Juden. Das Tragen des gelben Sterns für Juden wurde ab September 1939 im besetzten Polen und ab dem 1. September 1941 im Deutschen Reich und in weiteren von Deutschen besetzten Gebieten durch den Reichsinnenminister verordnet. Das Zeigen des blauen Davidsterns jedoch wird seit Januar 2009 in einigen Gebieten und Regionen Europas temporär verboten oder als in der Öffentlichkeit unerwünscht erklärt.

Januar 2009: Deutsche Polizisten stürmen eine private Wohnung, um eine unerwünschte Israelfahne zu entfernen, die im Fenster hängt.

September 2009: Eine Studentin wird für das Zeigen einer Israelfahne bei einer Demonstration in Bochum im Januar 2009 zu einer Geldstrafe von 300,- Euro verurteilt.

März 2010: In Kassel untersagt das Ordnungsamt das Zeigen der Israelfahne, da sich Passanten davon gestört fühlen könnten.

März 2011: Bei einer Demonstration vor dem Berliner Hauptbahnhof, auf der zu einem Boykott gegen Israel aufgerufen wurde, entfernt die Polizei eine Israelfahne und nimmt zwei Menschen in Gewahrsam, weil sie sich weigern, ihre friedliche Solidaritätsbekundung mit Israel zu unterlassen.

November 2012: Die Stadt Kopenhagen erklärt die Flagge Israels bei einem Fest der Kulturen zur einzigen Nationalflagge, die unerwünscht ist.

So war es übrigens an allen oben genannten Beispielen: Während das Zeigen von palästinensischen Flaggen oder das Zeigen von Fahnen der terroristischen Vereinigungen Hamas und Hisbollah, die für die Vernichtung Israels stehen und judenreine Staaten fordern, wurde das Zeigen der Israelfahne untersagt. Bei einigen Demonstrationen wurden sogar Rufe nach dem Mord und der Vergasung von Juden laut. Dennoch wurden nicht die Demonstrationen des Hass‘ aufgelöst, sondern das solidarische Zeigen des blauen Davidsterns untersagt. Noch deutlicher kann es nicht gemacht werden: Judenhass ist freie Meinung, Solidarität mit Juden unter Umständen nicht! Wenn es also einen Unterschied gibt zwischen dem gelben und dem blauen Davidstern, dann diesen:

Zwischen 1939 und 1945 wurden Juden in einigen Regionen Europas gezwungen, den gelben Judenstern als Zeichen des Hass‘ gegen Juden zu tragen, während es Juden seit 2009 in einigen Regionen Europas verboten oder abgeraten wird, den blauen Davidstern als Zeichen des Stolz und der Liebe zu tragen. Während Juden also damals gezwungen wurden, sich nur in Schande zu zeigen, so ist es ihnen heute verboten, sich stolz zu zeigen. Es hat sich wenig getan in der alten Welt. Europa! Europa!

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Deutschland, Europa, Israel, Philosophie, Politik | Kommentare deaktiviert für Kennen Sie den Unterschied?

Rettung für Multikulti

Seit einiger Zeit steckt Multikulti in der Krise. Es scheint einfach unmöglich zu sein, alle Kulturen der Welt zu einer gemeinsamen Veranstaltung zu bewegen. Die Stadt Kopenhagen in Dänemark jedoch unternimmt jetzt einen neuen Anlauf zur Völkerverständigung und hat dafür einen geradezu brillant einfachen Plan entworfen: Kopenhagen erklärt einfach ein Land zum Feind aller anderen Länder. Wenn der Feind deines Feindes dein Freund ist, dann braucht es logisch betrachtet nur einen Feind für alle und schon sind alle Freunde. Wenn das keine einfache Lösung ist!

Jetzt fehlt nur noch ein Land. Ein einziges Land! Mal überlegen. Welches Land würde passen? Hat jemand eine Idee? Deutschland? Somalia? Japan? Iran? Welches Land eignet sich am Besten als Opfer zur Endlösung der Multikultifrage? Aber natürlich! Dänemark hat’s!

In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen findet bald ein Festival der Vielfalt statt. Bei dem Straßenfest sollen vor allem kulturelle und kulinarische Stände die Vielfalt der in Kopenhagen und Dänemark lebenden Menschen zeigen. Jeder Nation ist es dabei selbstverständlich gestattet, die jeweilige Landesflagge zu zeigen – jeder Nation bis auf einer. Seitens des Rathauses wurde festgelegt, dass beim Straßenfest keine Fahnen Israels gezeigt werden dürfen. Die jüdischen Teilnehmer wurden eindringlich davor gewarnt, bei ihren Ständen israelische Fahnen oder sonstige Symbole des jüdischen Staates zu zeigen: „Es ist besser, wenn Sie auf das zeigen israelischer Fahnen oder Symbole verzichten.“

Israel! Na klar! Geht doch! Hätte ich aber auch gleich drauf können, schließlich hält der Hass auf Israel auch schon seit Jahren die Vereinten Nationen zusammen! Ein Drittel aller Resolutionen und Entscheidungen, die der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen seit seinem Bestehen verabschiedet hat, richtet sich gegen Israel. In nur 0,1089% der gesamten Weltbevölkerung – dies ist der prozentuelle Anteil der Israelis auf der Erde – sehen die Vereinten Nationen ein Volk, dem ganz besondere Aufmerksamkeit zu Teil werden muss. 99,9% der Welt haben weniger Resolutionen als die restlichen 0,1%. Zu diesen 99,9% gehören der Iran, Afghanistan, Nord-Korea, China, Russland, Weißrussland, die Ukraine, ach, was zähl ich auf: Alle anderen Länder! Sämtliche Diktatoren der Welt können somit Schunkelposition einnehmen und gemeinsam singen: „Zusammen sind wir immer noch harmloser als Israel!“ Multikulti ist gerettet! Danke Dänemark!

Veröffentlicht unter Europa | Kommentare deaktiviert für Rettung für Multikulti

Was ist Antisemitismus?

Der Begriff Antisemitismus bezeichnet eine pauschale Ablehnung der Juden und des Judentums. Allerdings sind auch viele Muslime und Christen Semiten. Warum also heißt es immer Antisemitismus und nicht viel mehr Judenhass?

Der Judenhass hat eine lange Geschichte und wurzelt sowohl im Christentum als auch im Islam. Alle staatlichen Ideologien, die sich gegen Juden richteten oder richten, streuten oder streuen ihre judenhassende Saat in einen fruchtbaren christlichen oder muslimischen Boden.

Das Wort Antisemitismus ist historisch gesehenen der pseudo-wissenschaftliche Versuch, dem alten religiösen Judenhass ein neues modernes Gewandt zu geben. Als im Zuge der Aufklärung immer mehr Menschen die Kostüme der christlichen Dogmen und Fundamentalismen abgelegt hatten, erkannten sie schnell, dass sie zwar nackt waren, aber auch, dass sie immer noch keine Juden mochten. Der Judenhass war in langer und traditionellen Ausübung so tief in den Herzen mancher Menschen verankert, dass der Judenhass als Relikt der Religion Eingang in das neue Zeitalter der Aufklärung hielt.

Das Wort Antisemitismus ist historisch gesehenen der pseudo-wissenschaftliche Versuch, dem alten religiösen Judenhass ein neues modernes Gewandt zu geben. Das Wort taucht in der Mitte des 19. Jahrhundert erstmals auf und wird dann zu einem nicht unerheblichen Teil von dem Journalisten Wilhelm Marr (1819-1904) geprägt. Marr war der Überzeugung, die Juden seien schuld am Liberalismus, weil er sich den sogenannten jüdisch konnotierten Kapitalinteressen verschrieben hätten. In Berlin erschien im Februar 1879 Marrs Propagandaschrift “Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet”, die noch im selben Jahr zwölf Auflagen erlebte. In dieser Schrift grenzt sich Marr deutlich von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptet stattdessen, dass die Juden eine fremde Rasse von „Parasiten“ seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreibe. Diesen Paradigmenwechsel von Religion zu Rasse verdeutlichte er durch den Begriff „Antisemitismus“.

Marr prägte wesentliche Klischees und Schlagworte des Antisemitismus‘. So legte er 1880 mit seiner Schrift “Goldene Ratten und rothe Mäuse” die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in “Mein Kampf” vertrat.

Am 9. Oktober 2019 griff ein Terrorist die Synagoge in Halle an. Seine Motivation war ganz in der Tradition des Antisemitismus. Er verabscheute die Moderne, die Frauenemanzipation und vor allem „den Juden“, den er in einem Manifest zum allgemeinen Sündenbock für so ziemlich alles erklärte, was in seiner eigenen kranken Welt schief gelaufen war. Für Judenhasser dieser Art tragen Juden Schuld an allem. Sie sind gleichermaßen am Kommunismus und am Kapitalismus schuld. Sie sind Schuld, wenn Frauen vergewaltigt werden und wenn sie sich emanzipieren. Sie hassen Juden, weil sie überhaupt existieren, vollkommen egal wie.

War es bei dem religiösen Judenhass noch möglich, dass ein Jude Christ werden konnte, um der Verfolgung zu entgehen, sind Juden für den Antisemiten ewige Juden und daher nur durch ihre physische Vernichtung zu entfernen.

Dennoch speist sich der neue, rassistische Judenhass nach wie vor durch den alten christlichen Judenhass. Ohne ihn hätte selbst Hitler seinen judenfeindlichen Wahn niemals umsetzen können. Die judenfeindliche Tendenz des Christentums zeigt sich unter anderem während der Karfreitagsfürbitte für Juden. Seit dem 6. Jahrhundert bitten Christen bei Gott darum, den Schleier vom Herzen der “treulosen” Juden zu nehmen und ihnen die christliche Erkenntnis zu schenken, um sie so der „Verblendung ihres Volkes“ und der „Finsternis” zu entreißen. Eine zaghafte Kritik an der traditionellen Judenfürbitte wurde erst nach der Shoa formuliert. Seit 1956 veränderte der Vatikan sie schrittweise. Israles Erwählung zum Gottesvolk wird seitdem stärker betont, aber um die Treue der Juden wird nichtsdestotrotz weiterhin gebetet.

Einen weiteren traurigen Höhepunkt fand diese Brutalität in dem Reformator Martin Luther und seinem Werk „Von den Jüden und ihren Lügen”:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ fordert Martin Luther jene Dinge, die im 20. Jahrhundert am Wannsee in Berlin zur deutschen Staatsräson unter Hitler werden sollten:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“

Martin Luther hat Texte verfasst, die es locker mit „Mein Kampf“ aufnehmen können. Es ist daher fast lächerlich, von einer christlich-jüdischen Zusammenarbeit in Europa zu sprechen. Die christlich-jüdische Zusammenarbeit in Europa bestand zum größten Teil aus einer Verfolgung von Juden durch Christen. Auch der Islam ist bekannt für seinen Hass auf das Judentum. Viele Muslime sind fest davon überzeugt, dass die Welt friedlich wäre, wenn nur alle den Islam annehmen würden. Es verwundert daher nicht, dass auch im Islam ein brutaler Judenhass zu finden ist. In einer erst jüngst gehaltenen Predigt des Sheich Ibrahim Madhi in der Sheik ‘Ijlin Moschee befasst sich der Redner mit einer Hadith-Stelle, in der Mohammed die perfekte Welt erst nach dem Tod aller Juden verorten kann.

Mohammed sagt dort: „Die Stunde wird nicht kommen, bis ihr gegen die Juden solange kämpft, und bis der Stein, hinter dem sich der Jude versteckt hat, spricht: „Du Muslim, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, so töte ihn.”

Sheich Ibrahim Madhi interpretiert: Der Prophet sagt: ‘Die Juden werden gegen euch kämpfen, und Allah wird Euch als Herrscher über sie setzen.’ Wir blasen sie in die Luft in Hadera, wir blasen sie in die Luft in Tel-Aviv und in Netanya. Und auf diese Weise wird Allah uns als Herren über diese Rotte hergelaufener Landstreicher setzen. Wenn ein Jude sich hinter einem Stein oder einen Baum versteckt, dann werden der Stein oder der Baum sagen: Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm und töte ihn…“

Wenn man in Europa schon von einer Zusammenarbeit zweier Religionen sprechen möchte, so wäre die Rede von einem christlich-islamischen Abendland weit angemessener. Als die Nazis ihren mordenden Judenhass propagierten, ging Heinrich Himmler ein Bündnis mit Teilen des Islams ein, u.a. mit dem Mufti Al Husseini. Dieses Bündnis wird noch heute von islamischen Organisationen als heilig angesehen, der Hitlergruß ist gängige Praxis bei der Hamas wie bei der Hisbollah, wie man hier sehen kann.

Natürlich gab es auch christlichen und muslimischen Widerstand und auch er definierte sich aus der Religion, aber der Hass entsprang eben der selben Quelle. Als sich Deutschland brutal gegen Juden wendete, gab es überwiegend nur ein lautes Schweigen und teilweise sogar ein aktives Mitlhelfen der christlichen und islamischen Religionen. Das war gelebte christlich-islamische Zusammenarbeit. Heute haben sich die Christen zwar von ihrem radikalen Judenhass verabschiedet, aber unter Muslimen gibt es ihn leider noch. Mehrere islamische Staaten, unter ihnen Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen sind nach wie vor stolz darauf, „judenfrei“ zu sein. Sie haben geschafft, woran Hitler gescheitert war.

Zudem haben die brutalsten judenfeindlichen Ausschreitungen in Europa mittlerweile oft einen islamistischen Hintergrund. Am 21. Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi von einer Gruppe muslimischer Einwanderer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen gefoltert, weil er Jude war. Er erlag seinen Verletzungen. Am 8. Juli 2014 griff ein arabischer Mann ein 17-jähriges jüdisches Mädchen auf einer Straße in der Nähe des Pariser Nordbahnhof tätlich an und sprühte ihr Pfeffer-Spray ins Gesicht. Im gleichen Monat wurde ebenfalls in Paris ein Brandanschlag auf eine Synagoge verübt. Im selben Monat kam es in vielen Städten Deutschland zu Demonstrationen, bei denen die Vergasung von Juden gefordert wurde. Am 19. März 2012 wurden vier Menschen vor einer jüdischen Schule in Toulouse getötet, drei der Opfer waren Kinder. Im Jahr 2014 wurden in Brüssel im Jüdischen Museum drei Menschen durch einen Islamisten ermordet. Im gleichen Jahr riefen Islamisten auf deutschen Straßen dazu auf, Juden zu vergasen!

Es gibt eine Menge Verbindung zwischen Mohammed, Luther und Hitler. Die Verbindung mag vielen schmerzen, sie ist verstörend, aber deshalb nicht minder real und kann nicht geleugnet werden.

Aber auch viele Religionskritiker und Aufklärer waren glühende Judenhasser. Voltaire zum Beispiel schreibt über Juden: „Sie wurden alle mit rasendem Fanatismus im Herzen geboren, so wie die Bretonen und Deutschen alle blond sind“. An einer anderen Stelle schreibt er: „Mich würde nicht im mindesten wundern, wenn diese Leute eines Tages gefährlich würden für das Menschengeschlecht.“ Er spricht sich sogar für eine Bestrafung aller Juden aus: „Ihr übertrefft sämtliche Nationen mit euren unverschämten Märchen, eurem schlechten Benehmen und eurer Barbarei. Ihr habt es verdient, bestraft zu werden, denn das ist euer Schicksal.“

Voltaire stand mit seinem Judenhass keineswegs allein da. Der Judenhass ist keineswegs eine Ausnahme oder ein Randphänomen der Aufklärung. Er ist sogar erschreckend wandelbar.

Der christliche Judenhass nannte sich Antijudaismus. Antijudaisten nannten Juden Kindermörder, verfolgten sie und griffen ihre Synagogen an. Antijudaismus ist der Hass auf das Judentum als Religion. Mit der Aufklärung nahm der christliche Antijudaismus ab. An seiner Stelle nahm der Antisemitismus den Platz ein. Antisemiten erklärten Juden zu einer minderwertigen Rasse nannten Juden Kindermörder, verfolgten und ermordeten sie und griffen ihre Synagogen an. Antisemitismus ist der Hass auf das Judentum als vermeintliche Rasse.

Als der Antisemitismus aufkam, kannten viele Menschen nur den klassischen Antijudaismus, den sie nicht mehr als so große Gefahr ansahen. Das Christentum hatte seine absolute Macht eingebüßt. In Deutschland wurden Juden Ende des 19. Jahrhunderts vollwertige Bürger des Deutschen Kaiserreichs. Als der Antisemitismus aufkam, wurde er fahrlässig unterschätzt. Deshalb konnte er wüten.

Mit dem Ende des Nationalsozialismus nahm auch der Antisemitismus langsam ab. An seine Stelle trat eine neue Form des Judenhass: der Antizionismus. Antizionisten erklären Juden zu einem Volk, dass nichts aus dem Holocaust gelernt haben soll. Antizionisten nennen Juden Kindermörder, verfolgten und ermordeten sie und greifen ihre Synagogen an. Antizionismus ist der Hass auf das Judentum als Nation. Antizionismus als sekundärer Antisemitismus bezeichnet. Antisemitismus ist jedoch bereits sekundärer Antijudaismus. Der Hass auf Israel ist somit nichts weiter als tertiärer Judenhass!

Ob nun aber Antijudaismus, Antisemitismus oder Antizionismus, in allen drei Fällen ist die Definition von Judenhass gleich. Henryk M. Broder hat es auf die einfache Formel gebracht:

“Ein Judenhasser ist, wer an Juden kritisiert, was er an anderen Menschen nicht kritisiert.”

Wie einst der Antisemitismus unterschätzt wurde, wird heute der Antizionismus unterschätzt. Viele Menschen in der Bundesrepublik Deutschland, in der Juden so gleichberechtigt sind, wie sie es einst im Deutschen Kaiserreich waren, für das einige Juden sogar in der Armee gekämpft hatten, haben immer noch nur das Phänomen des Antisemitismus‘ im Kopf.

Die hysterische Kritik gegen Israel ist purer Antizionismus, weil sie an Israel kritisiert, was sie allen anderen Ländern der Welt durchgehen lässt. Zudem ist die Kritik sinnlos! Die Hamas hasst Israel nämlich nicht aufgrund eines bestimmten Handels. Sie hasst Israel, weil Israel überhaupt handeln kann, egal wie. Es ist die pure Existenz Israels, die nicht erwünscht ist.

Klassische Antisemiten bedienen sich daher bei dem Antizionismus, um ihren Hass ausleben zu können. Im Wahlkampf für das Europäische Parlament im Jahr 2019 warb die Partei Die Rechte mit dem Wahlspruch: “Israel ist unser Ungück!“ Im Oktober 2019 zogen siebzig Neonazis durch die Dortmunder Nordstadt und riefen dabei Parolen wie  „Palästina hilf uns doch, Israel gibt es immer noch“ und „Nie wieder Israel“. In der Nacht vom 27. auf den 28. März 2011 wurden in Aachen jüdische Einrichtungen mit Hakenkreuzen beschmiert und dazu der Slogan: „Freiheit für Palästina“.

Der Antizionismus wird in Deutschland so fahrlässig unterschätzt wie einst der Antisemitismus. Im Juni 2014 wurde ein Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal verübt. Das Gericht verurteilte die Täter zu milden Strafen und begründete das niedrige Strafmaß mit der Feststellung, es gäbe keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat, da die Täter erklärt hatten, dass sie Palästinenser seien und lediglich die Aufmerksamkeit auf den Gaza-Konflikt lenken wollten.

Im Oktober 2019 versuchte ein Mann mit einem Messer bewaffnet die Synagoge in Berlin zu stürmen. In Haft blieb er allerdings nur kurzzeitig, da die Staatsanwaltschaft erklärte, Gefahr sei nicht in Verzug gewesen. Auch der Anschlag auf die Synagoge in Halle ein paar Tage später wurde nicht von der Polizei gestoppt. Sie war an dem Tag nicht vor der Synagoge anwesend, obwohl im Inneren mit Jom Kippur der höchste Feiertag der Juden begangen wurde. Der Anschlag wurde vereitelt von einer Holztür, die wie ein Wunder verschlossen blieb.

Juden leben gefährlich und oft scheitert der deutsche Staat daran, Juden zu schützen. Aber so wie Juden den Antijudaismus und den Antisemitismus überlebt haben, so werden sie auch den Antizionismus überleben. Der Antijudaismus hatte einst mit Luther einen bedeutenden deutschsprachigen Unterstützer. Der Antisemitismus hatte in Hitler seinen besten Verbündeten. Heute schauen wir mit Unverständnis auf diese Zeiten zurück und fragen uns, wie eine solche einseitige Hetze sich gesellschaftlich Bahn brechen konnte. In ferner Zukunft wartet auch auf den Antizionismus dieses Unverständnis. Die Frage ist, wie entscheidet sich Deutschland diesmal?

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Christentum, Islam, Philosophie | Kommentare deaktiviert für Was ist Antisemitismus?

Die neuen Propheten

Die Penetranz, mit der viele Klimawandelwarner nach jedem Hurrikane oder nach jeder Flut gleich Schuld zuweisen, hat den Charme vieler Evangelikaler erreicht, die sofort Homosexualität und sexuelle Promiskuität für die Naturkatastrophen verantwortlich machen. Die einen rufen „Das ist die Strafe Gottes für Eure Sünden“ und die anderen nehmen schlicht das Wort Gott aus der Anklage raus: „Das ist die Strafe für Eure Sünden!“

Mit der Warnung vor dem Klimawandel kommt die moderne Wissenschaft so nah an die religiöse Prophetie heran, wie selten zuvor. Viele Menschen, die damals mit den rohen Gewalten der Natur konfrontiert waren, versuchten der beängstigen Sinnlosigkeit der Zerstörung durch die Natur dadurch zu begegnen, dass sie den Sünder Mensch für die Katastrophe verantwortlich machten. Heute machen nicht weniger Menschen die sogenannten Umweltsünden der Menschheit zum Grund für Naturkatastrophen. Dabei wird jedoch geflissentlich ignoriert, dass die Erde schon in anderen Jahrhunderten der Menschheit viel wärmer war als heute, dass es in Europa Zeiten stärkerer Stürme und Fluten gab als heute und dass es Zeiten gab, in denen es weit weniger Eis an den Polen gab als heute. Die Wikinger zum Beispiel lebten in Grönland an Orten, die heute tief unter Eis liegen. Die Klimakatastrophen sind heute nicht brutaler als zu jeder anderen Zeit. Naturkatastrophen gab es schon, bevor der Mensch in Sünde lebte oder CO2 produzierte.

Damals wie heute stehen die Menschen hilflos vor der Macht der Natur und suchen nach Erklärungen für das Unerklärliche. Viele Menschen wollen einfach irgendwie Schuld sein an der Katastrophe. Sie glauben, die Situation so besser ertragen zu können. Sie benehmen sich wie die verlassene Person, die bei der Trennung immer wieder fragt, was sie denn falsch gemacht habe, in der Hoffnung, so die Situation erträglicher zu machen. Daher haben auch die Propheten von heute immer noch genug Ohren, in die sie ihre apokalyptischen Gedanken flüstern können, so wie einst die dunklen Herrschaften des Mittelalters, die auf ihren Kisten in den pestverseuchten Gassen standen und ihren Dogmen brüllten.

Dogmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich jeder Skepsis verweigern. Das Gegenteil zum Dogma ist die Theorie. Die Theorie verweigert sich nicht dem Zweifel, sondern sie fordert ihn. Weil der Mensch nie sicher sein kann, ob er eine Wahrheit gefunden hat, ist es die Aufgabe der Wissenschaft nicht so sehr um den Beweis sondern vielmehr um die Widerlegung von Theorien bemüht zu sein. Beim Versuch zu beweisen, wird nämlich nur betrachtet, was eine Theorie stützt, nicht jedoch, was ihr widerspricht. Dadurch besteht die Gefahr des Dogmatismus, denn Dogmatiker vermeiden, ihre Meinungen der kritischen Prüfung auszusetzen. Sie suchen nur nach Bestätigungen. Alle Ereignisse und Phänomene werden so interpretiert, dass sie in die Theorie passen. Widersprechendes wird ausgeblendet, uminterpretiert oder als irrelevant abgetan. Der Zweifel wird sanktioniert. Die Theorie jedoch fordert den Zweifel. Die norwegische Philosophin Wiki Pedia sagt dazu:

„Der maßgeblich von Karl Popper entwickelte Kritische Rationalismus beinhaltet eine Wissenschaftstheorie, der zufolge sicheres oder rechtfertigbares Wissen nicht möglich ist und daher auch nicht das Ziel der Wissenschaft sein kann. Stattdessen fasst der Kritische Rationalismus Wissenschaft als methodisches Vorgehen durch Versuch und Irrtum auf, bei dem Hypothesen und Theorien sich beständig durch Überprüfung bewähren müssen. Der Forscher versucht seine Hypothesen zu verallgemeinern, zu verfeinern und sie durch Experimente in Frage zu stellen, um ihre Schwächen herauszufinden, so dass sie durch neue, verbesserte Hypothesen ersetzt werden können. Im Unterschied zu positivistischen Richtungen geht der Kritische Rationalismus auch bei nachhaltiger Bewährung einer Theorie nicht davon aus, dass dies ein Argument für die Theorie ist oder die Theorie begründet. Er ist jedoch der Auffassung, dass durch die ständige Fehlerkorrektur eine Annäherung an die Wahrheit möglich ist und die Wahrheit sogar erreicht werden kann, der Forscher jedoch nicht sicherstellen kann, dass das der Fall ist. Trotz dieses Eingeständnisses behält der Kritische Rationalismus den absoluten Wahrheitsbegriff der Korrespondenztheorie bei und distanziert sich vom Relativismus.“

Ich habe die Theorie, dass sich ein hoher CO2-Ausstoß selbstverständlich auf das Klima auswirkt, wie Vulkanausbrüche, die schon seit der Entstehung der Erde das Klima beeinflussen, aber ich zweifele doch sehr stark daran, dass jede Klimakatastrophe gleich ein Resultat eines menschgemachten Klimawandels sein soll. Das Klima hat sich immer schon gewandelt, schon vor der Menschheit und es wird sich auch nach der Menschheit wandeln. Es wird mal wärmer sein und mal kälter. Es wird Eiszeiten geben und Wärmeperioden. Grund genug also, nicht auf jede Panikmache nach jedem Hurrikane hereinzufallen.

Nicht selten ertönt in dem Moment, da eine wissenschaftliche Theorie zum Dogma wird der Chor der Masse: „Alle wichtigen Wissenschaftler sagen das!“ Man muss jedoch kein Einstein sein, um auf eine solche Aussage die passende Antwort zu finden: „Das Richtige braucht nur einen Wissenschaftler!“ Es waren immer die Gelehrten, die Studierten, die Bischöfe, die behaupteten, ihre Studien hätten bewiesen, dass das ungebildete Volk sich ändern müsse, um Schlimmeres zu bewahren. Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, ich kenn auch die Herren Verfasser; ich weiß, sie tranken heimlich Wein und predigten öffentlich Wasser. Sie schüren die Panik, um damit Politik zu machen!

Es gab schon Fluten bevor der Mensch die Ehe brach und es gab schon Hurrikans bevor der Mensch Auto fuhr.

Veröffentlicht unter Nachrichten, Philosophie, Politik | Kommentare deaktiviert für Die neuen Propheten

Der Sprung in die Tiefe

Es gibt Menschen, die erst dummes Zeug von sich geben und dann einen Fallschirmsprung machen und es gibt Leute, die erst einen Fallschirmsprung machen und dann dummes Zeug reden. Zu der zweiten Gruppe gehört Felix Baumgartner.

Zwei Wochen nachdem er die Rekorde der höchsten Ballonfahrt und des höchsten Fallschirmsprungs gebrochen und mit seinem Sprung aus der Stratosphäre den Überschallsprung geschafft hat, äußert er sich nun auch politisch. Es scheint als drohe uns nach Ärtze ohne Grenzen und Schriftsteller für den Frieden nun auch Fallschirmspringer gegen Demokratie. Seine Aussage lautet:

„Du kannst in einer Demokratie nichts bewegen. Wir würden eine gemäßigte Diktatur brauchen, wo es ein paar Leute aus der Privatwirtschaft gibt, sie sich wirklich auskennen.“

Ich wette, für diese Aussage wird Felix Baumgartner einiges an Hohn und Spott einstecken müssen. Ein shit storm ist garantiert. Ich möchte in diesem drohenden Sturm jedoch nicht einstimmen, sondern stattdessen zeigen, dass es in Deutschland bereits Strukturen gibt, die dem „glückseligen“ Prinzip Felix‘ folgen. Dabei werde ich einfach zwei Beispiele aus der Kultur nehmen, die zeigen, dass in den meisten deutschen Dichtern und Denkern kleine Baumgartners aus Österreich stecken.

Beispiel 1: „Du kannst in einer Demokratie keine Kunst machen. Wir brauchen eine gemäßigte Diktatur, wo es ein paar Leute aus der Kultur gibt, sie sich wirklich auskennen.“

Noch heute entscheidet die Politik mit der Vergabe von Subventionen darüber, was gute Kunst sein soll und was nicht. Das Nachsehen haben dabei alle die Künstlerinnen und Künstler, deren Kunst als nicht förderwürdig erklärt wurde, da sie dennoch in der Publikumsgunst mit den Eintrittspreisen der geförderten Kunst konkurrieren müssen. Ein Theater wie das Metropol Theater in Köln, das keinen Cent an staatlichen Förderung bekommt, kann es sich einfach nicht erlauben, höhere Preise zu nehmen als das Theater der Keller ein paar Meter weiter, das sich die günstigen Eintrittspreise jedoch nur leisten kann, da es mit über 100.000 Euro im Jahr gefördert wird. Das Resultat: Preisdruck, Wertrückgang und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen entstanden durch die Ideologie, ein kleines Diktat könne die Kultur besser führen als die Demokratie es zum Erblühen bringen kann. Aber auch die Qualität der Kunst leidet unter dem Diktat. Allerdings verschlechtert sich nicht die Qualität der unsubventionierten Theater, da dort Menschen mit Herzblut und Hingabe arbeiten, die beiden einzigen Gründe, warum Theatermenschen ohne Subventionen überhaupt noch in den Käfig der subventionierten Theaterlandschaft steigen; die Qualität der subventionierten Theater nimmt rapide ab. Subventionierte Theater bekommen ihr Geld von jenen Leuten, die nicht in ihr Theater gehen. Ihre Produktionen sind schon bezahlt bevor der erste Vorhang überhaupt auf geht. Diesen Theater kann das Publikum scheißegal sein. Und so ist es in den meisten Fällen auch.

Nun kann eingewendet werden, nur der Staat könne elitäre Kunstwerke fördern. Nein! Wenn es eine Gruppe gibt, die elitäre Kunst fördern kann, dann die Elite selbst. Ich habe in meinen fast zwanzig Jahren Kulturerfahrung erlebt, dass jene Menschen, die einen hohen künstlerischen Anspruch haben, sich in der Regel auch einen hohen Lebensstandard leisten. Ich finde es einfach unanständig, wenn sich Menschen in exklusiver Abendgarderobe nach dem Abendessen in einem Sterne-Restaurant mit einem Luxusauto vor die Oper fahren lassen, um dann dort Karten zu erhalten, die zum großen Teil von der Gemeinschaft bezahlt wurden. Wenn eine Karte für das Musical „Rent“ auf den billigsten Plätzen teurer ist, als Plätze im Parkett in der Millionsten Inszenierung von der Oper „La Bohème“, dann haben wir eine unerträgliche Ungerechtigkeit in der Kultur erreicht.

Beispiel 2: „Du kannst in einer Demokratie kein Fernsehen machen. Wir brauchen eine gemäßigte Diktatur, wo es ein paar Leute gibt, sie sich wirklich auskennen.“

Die öffentlichen-rechtlichtlichen Anstalten sind das einzige Pay-TV in Deutschland, das von allen Bürgerinnen und Bürgern des Landes, die einen Fernseher besitzen, verlangen, dass sie das „Angebot“ kaufen. Diese Bezahlsender haben es somit geschafft, für sich einen Kaufzwang in Deutschland zu erstreiten. Aus dem „Angebot“ wird somit ein Gebot und die Politik fördert diese Erpressung auch noch. Die Absurdität dieser Politik wird allein dann schon deutlich, wenn man nur einmal annimmt, es gäbe für andere Medien, für die es einen Zwang zum Kauf gibt. Stellen wir uns also mal vor, jede Person, die ein Buch liest oder auch nur besitzt, müsse dadurch schon Geld an einen öffentlich-rechtlichen Verlag bezahlen oder eine Person, die eine Zeitung liest oder nur abonniert hat, müsste dadurch schon Gebühren an eine öffentlich-rechtliche Zeitungsanstalt leisten. Absurd!

Begründet wird dieser Zwang zum Kauf unter anderem mit der Notwendigkeit von staatlich organisiertem Fernsehen zur Förderung von Programmen, die zwar qualitativ hochwertig seien, aber bei der Masse nicht ankämen. Mal ganz abgesehen davon, dass wir hier von Sendern sprechen, die sich in Anbetracht von “Wetten, dass”, dem “Musikantenstadl”, “Monitor”, “Verbotene Liebe” und dem “Tatort” bei der Frage der Qualität doch sehr weit aus dem Fenster hängen, ist dies genau die Rethorik wie wir sie von Fürsten und Königen der Monarchie kennen. Das Volk sei in der Mehrheit zu dumm, um sich für das Wahre, Schöne und Richtige zu entscheiden und brauche deshalb einen edlen Fürsten, der das Elitäre verteidigt und die Masse zwingt, diese Elite zu finanzieren!

Währenddessen sind alle anderen Sender in Deutschland dazu verdammt, so billig wie möglich zu produzieren, da sie sonst nicht gegen das Staatsfernsehen bestehen können. Pay-TV hat überhaupt keine Chance, selbst Qualität zu produzieren, da die allmächtige Müllhalde der öffentlich-rechtlichen Sender alle Möglichkeiten des privat produzierenden Pay-TVs verschlingt. Das weltweit für seine Mittelmäßigkeit bekannte deutsche Fernsehen hat nur deshalb keine HBO-Qualität oder Kunstwerke im Stil von „Lost“ oder „HIMYM“, weil es den Gebührenzwang gibt.

Das meiste Geld fließt auch bei dem Staatsfernsehen nicht in Qualität. Wer einfach so Geld in den Arsch gesteckt bekommt, der scheißt auf Qualität. Soll ich Ihnen mal zeigen, wo das meiste Geld der Gebühreneinzugszentrale hingeht? In die monströse Bürokratie, die es braucht, um dieses kafkaeske Wirrwarr zu verstehen:

20121029-133140.jpg

Das sind genau die Mäuler jener Ungeheuer, die gestopft werden müssen, wenn eine kleine Diktatur glaubt, sie müsse für das Gute, Schöne und Wahre kämpfen, da es die Demokratie angeblich nicht könne.

Genau deshalb regt mich auch die momentane Debatte um die Notwendigkeit von staatlich vorgeschriebenem Mindestlohn auf, da es unzählig viele Akteuere in der Debatte gibt, die behaupten, es gäbe Politiker in Deutschland, die gegen Mindestlohn seien. Blödsinn! Newsflash: Ich habe noch nie auch nur ein Mitglied einer Partei, die im deutschen Bundestag vertreten ist, getroffen, der oder die behauptet, es wäre akzeptabel, wenn ein Mensch weniger Geld für seine Arbeit bekommt als ihm oder ihr zusteht. Alle sind für Mindestlohn! Wir reden hier aber von staatlich vorgeschriebenen Mindestlohn und da sind einige dagegen und das aus guten Gründen.

Grund 1: Ein Staat, der er sich anmaßt, darüber zu entscheiden, was für ein Lohn einem Menschen reichen muss, ist derselbe Staat, dessen sozialdemokratische Partei dann einen Sarrazin hervorbringt, der kalt vorrechnet, warum und wie man sich mit 3,76 Euro am Tag „völlig gesund, wertstoffreich und vollständig ernähren“ kann.

Grund 2: Wenn ein Staat zu sehr eingreift, profitieren am Ende nur jene, die wohlhabend genug sind, sich einen Expertenstab zu leisten, der sich im Wust der Sonderregelungen zurechtfindet.

Grund 3: Je mehr sich die Politik kümmert, je höher steigt die Gefahr, dass die Umkümmerten in eine Abhängigkeit geraten, aus der sie irgendwann nicht mehr selbstständig herausfinden.

Grund 4: Es st doch geradezu pervers, wenn ein Staat zunächst mit seinem Eingreifen in den Wettbewerb dafür sorgt, dass es zu einer himmelschreienden Ungerechtigkeit kommt, um dann jene Akteure, die nicht von der staatlichen Führung profitieren und so zu einem Preisdruck gezwungen wurden, nun dazu zu verpflichten, ebenso schnell zu laufen wie jene, die mit staatlichen Mitteln gedopt wurden.

Ich finde es einfach unanständig davon auszugehen, die Friseurmeisterin würde ihren Angestellten nur deshalb so wenig Lohn geben, weil sie eine böse Ausbeuterin ist. Es stimmt einfach nicht, dass ich als Schauspieler teilweise deshalb für Hungerlöhne arbeite, weil meine Regisseurinnen und Produzenten Schweine sind. Sie zahlen nur aus einem Grund so wenig: Weil sie das Geld einfach nicht haben!

Wenn Sie also für Mindestlohn sind, dann gehen Sie einfach öfter in kleine unsubventionierte Theater und zahlen dort statt den ausgewiesenen 16 Euro pro Karte einfach mal 25 Euro. Stimmt so! Oder bei der Friseurin, die Ihnen für 6 Euro die Frisur gemacht hat, geben Sie 10 Euro Trinkgeld. Stimmt so! Eine Chefin kann eben nicht mehr Lohn zahlen als sie einnimmt. Rufen Sie also nicht nach dem Staat, der ja für diese Misere mitverantwortlich ist, gehen Sie einfach öfter raus, wenn Sie es sich leisten können und sagen: Stimmt so!

Wer in der momentanen Situation ernstlich dem Staat das Recht geben möchte, Mindestlohn festzulegen, holt zum Todesstoß gegen all jene Menschen aus, die von eben jenem Staat in eine himmelschreiende Ungerechtigkeit geworfen wurden. Sowas geschieht eben, wenn eine kleine Gruppe von vermeintlichen Experten glaubt, sie könne jenseits der Demokratie Dinge besser machen.

Im Grunde steckt in so manchem Menschen ein kleiner Felix Baumgartner, jedoch leider nicht der fallschirmspringende sondern der politische.

Veröffentlicht unter Deutschland, Kunst, Liberalismus, Nachrichten, Politik, Theater | Kommentare deaktiviert für Der Sprung in die Tiefe

Nicht verwechseln

Deutschland in den 1930ern:

Deutschland heute:

***

Am 4. Oktober 2012 gab der israelische Givatron-Chor im Rahmen einer Veranstaltung des größten israelischen Umweltorganisation ein Konzert in der evangelischen Pauluskirche in Berlin, als plötzlich rot-schwarz gekleidete Pro-Palästina-Aktivisten aufsprangen, brüllten, Transparente entrollten und Flugblätter unter die Menge streuten. Sie konnten es einfach nicht ertragen, dass Juden in Deutschland auftraten, ohne dabei Israel zu kritisieren.

Ich habe schon zwei Mal Veranstaltungen des Jüdischen Nationalfonds moderiert, einmal in Köln im Rahmen einer Geburtstagsfeier des Kölner Kunstwerks Ma’alot und einmal in Gießen im Rahmen eines Konzerts von Esther Ofarim. Bei beiden Veranstaltungen habe ich im Vorfeld erschreckend viel Hass erleben müssen. Immer wieder wurden Sympathisanten der Veranstaltung angeschrieben, sich von der Veranstaltung zu distanzieren, Schirmherren bekamen den Rat, ihre Schirmherrschaft zurückzunehmen, Medien wurden aufgerufen, die Veranstaltungen „kritisch zu begleiten“ und alle Teilnehmer wurden Ziel übelster Unterstellungen. Der Hauptvorwurf: Wie können Juden und Israelis feiern und sich nicht kritisch zu Israel äußern.

Ich muss an dieser Stelle unweigerlich an den sozialdemokratischen Bürgermeister von Malmö, Ilmar Reepalu, denken, der ernsthaft empfahl, die Jüdische Gemeinde in Malmö könne den Hass, der ihr entgegenschlage, dadurch erheblich abschwächen, dass sie deutlich genug Abstand nähme von Israels Gewalt gegen die zivile Bevölkerung im Gazastreifen.

Als der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch die Schirmherrschaft einer Kunstaktion des Jüdischen Nationalfonds übernahm, da sah er sich plötzlich einer organisierten Briefkampagne ausgesetzt, die ihn aufforderte, Abstand von der Schirmherrschaft zu nehmen. Er blieb! Bevor er aber bei der Auktion in der Bonner Kirche St. Remigius seine Rede begann, fragte er sicherheitshalber ins Publikum: „Ich wollte nachfragen, ob einige der Briefeschreiber anwesend sind.“ Eine ältere Dame meldete sich: die ehemalige Lehrerin Edith Lutz. „Da nur einer der Kritiker anwesend ist“ sagte Nimptsch, „stehe ich Ihnen nach meiner Eröffnungsrede für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.“ Was er wohl gemacht hätte, wenn es mehr Kritiker gegeben hätte.

In den frühen 1930er durften Juden wie die Mitglieder der Comedian Harmonists in Deutschland noch singen, solange sie einfache, schlichte und alberne Lieder sangen, dann waren sogar die Nazis milde gestimmt. Heute aber müssen sich Juden in Deutschland schon dezidiert israelkritisch geben, sonst werden ihre Auftritte gestört und verhindert. Das ist wohl der Unterschied zwischen Deutschland in den Dreißigern und Deutschland heute.

Veröffentlicht unter Deutschland | Kommentare deaktiviert für Nicht verwechseln

An der Sprache

20121023-134852.jpg

Eine Politik, die Unzufriedenheit, Ressentiments, Ängste und aktuelle Konflikte ausdrückt oder instrumentalisiert, indem sie Gefühle anspricht und einfache Lösungen vorstellt, wird gerne als Populismus bezeichnet. Ich habe jedoch mit der Bezeichnung dieser Politik als Populismus ein Problem.

Zunächst einmal, ja, das Volk hat ein Recht darauf, Unzufriedenheit und Ängste zu artikulieren, das sind Bürgerrechte, und, ja, die Politik hat die Verpflichtung, darauf einzugehen. Warum aber werden nun gerade jene, die die Ängste instrumentalisieren und einfache Lösungen anbieten als Populisten bezeichnet und nicht jene, die gemeinsam mit dem Volk um Lösungen streiten und Wege finden? Ist das Volk so schlecht? Ist Demokratie so ungehörig? Im NRW-Wahlkampf 2012 sagte der CDU-Kandidat Norbert Röttgen einst:

„Bedauerlicherweise entscheiden die Wähler darüber.“

Das Wort Populismus kommt vom lateinischen populus und bedeutet: Volk. Das Wort Demokratie stammt von dem griechischen δῆμος [dēmos], „Volk“ und κρατία [kratía], „Herrschaft“ und bedeutet somit: „Herrschaft des Volkes“. Der Duden wiederum erklärt in der 21. Auflage den Begriff Populismus als opportunistische Politik, die die Gunst der Massen zu gewinnen sucht.

Bisher hat sich jeder Wahlkampf in einer Demokratie dadurch ausgezeichnet, dass Parteien und Kandidatinnen versucht haben, Mehrheiten zu gewinnen und eine so große Masse zu erreichen, wie sie nötig ist, um eine Regierung zu bilden. Was ist bitte in diesem Zusammenhang so schlimm am Populismus? Wann genau, wurde Populismus, der im Grunde doch Motor einer Demokratie ist und zeigt, dass die Mehrheit in der Lage, Politik zu gestalten, zu einem Begriff, mit dem eine Politik beschrieben wird, die versucht, die Masse zu instrumentalisieren?

Die Masse kann ein Problem darstellen, keine Frage. Nicht selten geht das Individuum in der Masse unter. Das positive Gegenstück zu der leicht verführbaren Masse ist jedoch die aufgeklärte Mehrheit. Warum aber benutzen wir den Begriff Populismus nicht für die aufgeklärte Mehrheit sondern nur für den negativen Gegenpart der tauben Masse?

Winston Churchill hat am 11. November 1947 im Unterhaus gesagt: „Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“

Es gibt bei all der berechtigten Kritik an der Masse auch Grund für ein Lob an die demokratische Mehrheit und sie kann ebenfalls mit dem Begriff Populismus bezeichnet werden, wie der Populist Caucus des Demokraten Bruce Braley in Iowa beweist. Dort haben sich Bürgerinnen und Bürger versammelt, um für eine gerechte Steuerstruktur, faire Löhne, sichere und zugängliche Alters- und Gesundheitsversorgung, bessere Bildung, Verbraucherschutz, mehr Arbeitsplätze und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu streiten. Das ist Populismus!

Apropos gleiche Wettbewerbsbedingungen, in Deutschland gibt es ein Phänomen, das des deutschen Angst vor der demokratischen Mehrheit nur allzu deutlich macht: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der von allen Besitzern eines Empfängers Gebühren verlangt. Die Absurdität dieser Institution wird schon klar, wenn man einfach mal annimmt, es gäbe für andere Medien auch so ein Gesetz. Stellen wir uns also mal vor, jede Person, die ein Buch liest oder auch nur besitzt, müsse dadurch schon Geld an einen öffentlich-rechtlichen Verlag bezahlen. Stellen wir uns mal vor, jede Person, die eine Zeitung liest oder nur abonniert hat, müsste dadurch auch Gebühren an eine öffentlich-rechtliche Zeitungsanstalt leisten. Albern? Klar! Wer jedoch Pay TV kauft oder auch nur einen Fernseher besitzt, selbst wenn er dort keine öffentlich-rechtlichen Programme schaut, muss die Gebühren bezahlen. Begründet wird dieser Zwang zum Kauf unter anderem mit der Notwendigkeit von staatlich organisiertem Fernsehen zur Förderung von Programmen, die zwar qualitativ hochwertig seien, aber bei der Masse nicht ankämen.

Mal ganz abgesehen davon, dass wir hier von Sendern sprechen, die sich in Anbetracht von „Wetten, dass“, dem „Musikantenstadl“, „Monitor“, „Verbotene Liebe“ und dem „Tatort“ sehr weit aus dem Fenster lehnen, ist dies genau die Rethorik wie wir sie von Fürsten und Königen der Monarchie kennen. Das Volk sei in der Mehrheit zu dumm, um sich für das Wahre, Schöne und Richtige zu entscheiden und brauche deshalb einen edlen Fürsten, der das Elitäre verteidigt und die Masse zwingt, diese Elite zu finanzieren! Was aber, wenn die Mehrheit doch in der Lage ist, gutes Programm zu machen?

Wenn das deutsche Volk seit einigen Jahrzehnten unter Nachhilfe der Alliierten einigermaßen gelernt hat, einen Staat zu machen, dann dürfte dieses Volk auch ohne Bevormundung über das eigene TV-Programm entscheiden können. Die Alliierten haben dem deutschen Volk mittlerweile die Staatsführung anvertraut. Es wird Zeit, dass uns auch die GEZ in die Mündigkeit entlässt.

Bevor es aber so seit ist, können wir uns wenigstens darauf einigen, dass eine Politik, die Unzufriedenheit, Ressentiments, Ängste und aktuelle Konflikte ausdrückt oder instrumentalisiert, indem sie Gefühle anspricht und einfache Lösungen vorstellt, zwar kritikwürdig ist, diese Politik aber nicht zwingend populistisch genannt werden muss? Wir sind das Volk, wie es einst auf den Straßen Leipzig so schön populistisch klang.

Veröffentlicht unter Deutschland, Philosophie | Kommentare deaktiviert für An der Sprache

Slamt doch einfach!

Am 20. Oktober fand in Berlin ein interreligiöser Poetry Slam statt, bei dem jugendliche verschiedener Religionen auf der Bühne der Urania ihre Texte unter dem Motto: „I-Slam – We,Slam“ performten. Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein sagt dazu:

„Ich sehe das als wunderbare Möglichkeit, im Spiegel der anderen Religionen die Schönheit der eigenen Religion zu entdecken.“

An dem Projekt wirkte unter anderem auch die Initiative I,Slam mit, die jungen, talentierten Muslimen die Möglichkeit gibt, gehört zu werden, wenn sie sich zu gesellschaftlichen, politischen oder religiösen Themen äußern wollen. I,Slam formuliert es auf der Homepage so:

„Das ist die Grundidee des i,Slam! Es gibt so viele begabte, muslimische Jugendliche, die nicht wissen, wohin mit ihren Texten, ihren Ideen, ihrer Meinung. Wer also Lust hat, ein Teil dieser Bewegung zu werden, dem schenken wir unsere Aufmerksamkeit und bieten ihm inschaAllah die Plattform zur Entfaltung seiner Kreativität.“

Im Vorfeld des Poetry Slams in Berlin am letzten Samstag fand die Code-of-Ethics-Konferenz statt. Sie wurde von einer Initiative junger, gläubiger, aktiver Muslime, Juden, Christen und Bahai geleitet, in der Absicht, einen Wertekodex zu erstellen, mit dessen Hilfe ein friedvolles Zusammenleben aller Religion erreicht werden soll.

Das klingt ja alles schön und gut, aber darf ich Euch jungen, gläubigen Menschen mal einen kleinen, bescheidenen Rat geben, wie ihr wahrlich ein friedvolles Zusammenleben aller Religionen erreichen könnt? Hört einfach auf, Eurer Umwelt ständig Euren Glauben unter die Nase zu reiben!

Seit Jahren schon organisiere ich die Offene Bühne Show Kunst gegen Bares. In der Show feiern wir mal Weihnachten, mal Rosh Hashana, mal Noruz oder was sich manch eine Religion sonst noch so lustiges ausgedacht hat. Ich war zudem schon bei vielen Poetry Slams von „Reim in Flammen“ bis „word up“ zu Gast. Soll ich Euch mal was verraten? Immer und überall waren stets Menschen unterschiedlichsten Glaubens auf der Bühne! Aber wisst Ihr, was der Unterschied ist zwischen all diesen Poetry Slams und Eurem „I-Slam – We,Slam“. Bei uns ist es egal, welcher Religion jemand angehört oder nicht. Wir sind interreligiös, weil wir es ganz einfach sind, weil die Welt so ist. Bei uns kommen nicht gläubige Christen, Muslime, Juden und Bahai zusammen, sondern, egal wie kitschig das jetzt auch immer klingen mag: Menschen. Bei uns muss man nicht mal gläubig sein. Geht auch ohne! Niemand geht bei uns hausieren mit dem Erzoberosterhasen, an den er glaubt oder mit der Art von Fleisch, die er nicht isst. Bei uns herrscht jeden Abend ein friedliches Zusammenleben!

Was mich an dieser dezidiert interreligiösen Veranstaltung in Berlin stört ist die Selbstverständlichkeit, mit der dort Religionen definiert werden. Muss ich etwa gläubig sein, um dort mitmachen zu dürfen. Darf ein gebürtiger Moslem Texte gegen den Propheten dichten oder ein gebürtiger Jude gegen Beschneidung texten? Haben all die offensiv zu ihrer Religion stehenden Zuschauer ein Anrecht auf Beleidigtsein und wenn ja, entscheidet dann dieses Beleidigtsein über das Programm? Wie interreligiös und tolerant ist eigentlich „I-Slam – We,Slam“? Dürfen auch gläubige Scientologen mitmachen oder hört da das We,Slam auf? Oder slamen we also Ihr dann auf die Ungläubigen? Ich hab da mal ne Frage:

Warum slamt Ihr nicht einfach?

Warum fällt es so vielen Menschen nur so unglaublich schwer, einfach nur Christ, Jude oder Moslem zu sein, ohne daraus gleich ein Alleinstellungsmerkmal zu machen, das nach gesonderten Konferenzen, Veranstaltungen und Konzerten schreit?

Slamt doch einfach!

Veröffentlicht unter Kunst, Literatur, Philosophie | Kommentare deaktiviert für Slamt doch einfach!