Natalie Portman: Peking ja, Jerusalem nein

Natalie Portman hat sich dazu entschieden, die chinesische Regierung in ihrer anti-demokratischen Propaganda zu unterstützen, aber eine freie Organisation in Israel boykottiert sie, weil die Veranstalter es gewagt haben, den amtierenden und demokratisch gewählten Premierminister des Landes einzuladen.

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„Kippa Colonia – Köln trägt Kippa“ am 25. April um 18 Uhr vor dem Kölner Dom

Kippa Colonia
Köln trägt Kippa

Eine Solidaritätsaktion
am 25. April 2018 um 18 Uhr
vor dem Kölner Dom, Domkloster 4

Unter dem Motto „Berlin trägt Kippa“ ruft die Berliner Jüdische Gemeinde für Mittwoch, den 25. April in der Hauptstadt Berlin zu einer Solidaritätsaktion auf.

Köln ist dabei! Wir zeigen in aller Offenheit und an unserem prominentesten Platz, nämlich vor unserem geliebten Dom, unsere Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde. Wir stellen uns gegen Antisemitismus. Der Dom ist in unserer Mitte, ebenso wie die jüdische Gemeinde! Wir alle sind Köln!

Wer Juden angreift und anfeindet, greift nicht nur unsere jüdischen Nachbarn und Freunde an, er greift uns an. Wenn Menschen in Deutschland angegriffen werden, weil sie Kippa tragen, dann tragen wir alle Kippa.

Am 25. April 2018 tragen wir alle Kippa!

Für den 25. April habe ich (Gerd Buurmann) eine Demonstration vor dem Kölner Dom angemeldet. Ich bemühe mich, genug Kippot bereitzustellen. Es wäre aber wunderbar, wenn jene, die eine Kippa besitzen, ihre eigene mitbringen könnten. Wer mehrere Kippot hat, möge mehrere mitbringen. Kippa Colonia!

Die Synagogen-Gemeinde Köln unterstützt die Solidaritätsaktion und hat sich bereit erklärt, ein paar Kippot zur Verfügung zu stellen. Auch die FDP in Köln hat Kippot aus Berlin bestellt.

Vielleicht zeigen sich auch an anderen Orten Deutschlands Menschen mit Kippa. Es wäre wunderbar, wenn am Mittwoch um 18 Uhr überall in Deutschland Menschen eine Kippa tragen.

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Kippa und Kopftuch – Der Unterschied

Am 17. April 2018 wurde auf offener Straße in Berlin ein arabischer Israeli, der eine Kippa trug, von einem arabischen Syrer mit einem Gürtel angegriffen und geschlagen. Der Angreifer brüllte dabei auf arabisch „Jude! Jude!“ Er meinte es als Beleidigung.

Ein paar Tage später schrieb Khola Maryam Hübsch dazu für die Zeit einen Kommentar unter dem Titel „Religionsfreiheit muss für alle gelten“. In diesen Kommentar kritisierte sie, dass so ein Aufheben um den Israeli gemacht wurde: „Jede kopftuchtragende Frau erlebt alltäglich Angriffe. Erlebt ein Kippaträger dasselbe, schreit das ganze Land. Das ist inkonsequent.“

Nicht alles, was hinkt ist ein Vergleich. Der junge Mann in Berlin wurde angegriffen und geschlagen, weil er ein Kippa trug. Heute jedoch werden in vielen muslimischen Gemeinden Frauen verfolgt, geächtet, geschlagen und im Namen einer merkwürdigen „Ehre“ ermordet, wenn sie kein Kopftuch tragen. Viele islamisch geprägten Staaten unterstützen diese Barbarei sogar.

Wenn Männer geschlagen und verfolgt werden, weil sie eine Kippa tragen, sollte man als Mensch, der keine Kippa trägt, mal darüber nachdenken, aus Solidarität eine Kippa zu tragen. Wenn Frauen geschlagen und verfolgt werden, weil sie kein Kopftuch tragen, sollten Frauen mit Kopftuch vielleicht mal darüber nachdenken, das Kopftuch aus Solidarität mit den geschundenen Frauen abzulegen.

Das ist aber nur ein Vorschlag. Jeder und jede soll tragen, was er oder sie für richtig hält. Es darf auch alles gesagt werden, selbst so ein hanebüchener Vergleich, wie ihn Khola Maryam Hübsch getätigt hat. Die Kippa ist ein Symbol religiöser Bescheidenheit vor Gott. Das Kopftuch aber muss von Frauen in vielen islamischen Ländern getragen werden, um zu verhindern, dass ihr bloßer Anblick Männer zu Tieren macht. Diese Länder sperren lieber alle Frauen weg und stecken sie in Gefängnisse aus Stoff, statt die barbarischen Männer unschädlich zu machen.

Das Kopftuch ist eine erzwungene Verhüllung, ein Verbot sich zu zeigen. Die Kippa jedoch ist kein Verbot, sondern ein Zeichen der Verbundenheit. Kein Mann wird geprügelt und verfolgt, wenn er keine Kippa trägt.

Es ist nicht wichtig was auf dem Kopf ist, sondern was darin ist. Bei Frau Hübsch scheint noch gut Platz im Oberstübchen zu sein, denn sie sieht den offensichtlichen Unterschied nicht.

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Eine schonungslos ehrliche Dokumentation – „Allein unter Flüchtlingen“

Die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ mit Tuvia Tenenbom zeigt schonungslos, wie in Deutschland Flüchtlinge in ihrer Hoffnungslosigkeit missbraucht werden, damit sich Deutsche als neue Herrenmenschen der Moral feiern können. Die Dokumentation ist schonungslos schmerzhaft, dabei teilweise bitter komisch und daher so unfassbar wichtig. Sie ist sieben Tage lang in der Mediathek des SWR abrufbar:

https://swrmediathek.de/player.htm?show=663f0010-4499-11e8-ba49-005056a10824

Für die Dokumentation hat Tuvia Tenenbom ohne Erlaubnis in Flüchtlingslagern gedreht und mit den Flüchtlingen dort gesprochen. Es ist erdrückend, deprimierend und menschenunwürdig, was er dort hört und erleben muss. Er sieht Kälte, Nässe und Kot. Er sieht Lager, wo Menschenmassen zusammengepfercht werden. Es gibt dort keine Privatsphäre gibt. Krankheiten breiten sich in den Lagern aus. Überall herrschen Lärm und Grelligkeit. Wer diesen Ort sieht, kann nur noch sagen, was Tuvia einst in seinem lesenswerten Buch „Allein unter Flüchtlingen“ über diesen Ort der unmenschlichen Menschlichkeit gesagt hat:

„Ich muss mich sammeln und darüber nachdenken, was ich gerade gesehen habe. Ich habe nicht damit gerechnet, das zu sehen, was ich sah. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ein Land wie Deutschland Menschen so behandelt. Ein Teil von mir möchte weinen, der andere will einfach nur schreien. Traurig ist das, sehr traurig.“

Es ist ein schrecklicher Ort, den wir in der Dokumentation zu sehen bekommen. Man fragt sich, ob es den Deutschen, die die Flüchtlinge einst klatschend tränengerührt und selbstergriffen patriotisch Willkommen geheißen haben, überhaupt um die Flüchtlinge ging oder doch vielmehr nur um die Pflege des eigenen angekratzten Images? Beim Schauen der Dokumentation hat man das Gefühl, in Deutschland werden Flüchtlinge benutzt, damit Deutsche ihr schlechtes Gewissen beruhigen können.

Immer wieder hört Tuvia Tenenbom, deutsche Politiker, Studenten und Vereinsvorsitzende sagen, man habe mehr Flüchtlinge als alle anderen Länder aufgenommen, weil man damit das schlechte Gewissen beruhigen wolle, wegen Hitler, Auschwitz, den Nazis und so. Aiman Mazyek bringt es sogar fertig und erklärt, einst seien Juden mit deutschen Zügen zu den Gaskammern transportiert worden und jetzt würden Flüchtlinge wiederum mit Zügen nach Deutschland gebracht. Damit, so erklärt Mazyek, würden die Deutschen endlich der Weltgemeinschaft zeigen können:

„Ein Gefühl, wir können es richtig machen. Wir haben es falsch gemacht und wir haben sehr falsch gemacht. Jetzt machen wir es richtig!“

Darum geht es also! Mir fallen dabei erneut Worte von Tuvia Tenenbom ein, die er in seinem Buch „Allein unter Flüchtlingen“ niedergeschrieben hat:

„Was mir am meisten auf die Nerven geht, ist, dass diese guten Deutschen alles andere als gut sind. Schleichen Sie sich doch bei Gelegenheit mal in ein Flüchtlingslager und machen Sie sich selbst ein Bild. Schauen Sie sich die maroden Zustände an, riechen Sie den Gestank, machen Sie sich bewusst, wie hier Feinde zusammengepfercht werden, kosten Sie von dem Essen und verschaffen Sie sich einen Eindruck von den elenden Zuständen, unter denen die Flüchtlinge hier in jedem Augenblick, an jedem Tag, in jedem Monat leben. Das einzige, was an dieser ganzen Willkommenskultur-PR-Maschinerie wie geschmiert funktioniert, ist das, was auch im letzten Jahrhundert prima geklappt hat: die perfekte Organisation der Transporte.“

In der Dokumentation sehen wir ebenfalls Tuvias verzweifelten Versuch, Hilfe für eine Frau zu organisieren, die schwer traumatisiert und kriegsversehrt unter inakzeptablen Bedingungen hausen muss und keine ärztliche Hilfe bekommt. Offen bekommt er von einer Flüchtlingshelferin erklärt, dass den Flüchtlingen in Deutschland nicht geholfen wird, weil ihnen nicht geholfen werden kann. Es seien einfach zu viel!

Die Obergrenze ist schon lange erreicht. Deutschland will es nicht wahr haben. Den Preis zahlen die Flüchtlinge.

Diese Flüchtlinge sind durch Krieg traumatisierte Menschen, die aus zerbrochenen Clanstrukturen stammen, zusammengehalten von einer autoritären Religion, gegründet von einem patriarchalen Feldherren! Diese Menschen brauchen individuelle Hilfe und intensive Betreuung. Diese Menschen in überfüllte enge Räume und Zelte zu zwängen, nicht selten zusammen mit Menschen aus Ländern und Kreisen, mit denen sie in der Heimat im Krieg lagen, ist das Gegenteil von Hilfe. Es ist ein Fortführen des Kriegs mit anderen Mitteln!

Diesen Menschen zu helfen, ist eine harte und verantwortungsvolle Arbeit. Sie verlangt, dass man sich der eigenen Grenzen bewusst wird. In einem Land, in der durch Krieg traumatisierte Menschen in Lager gepfercht werden, ist die Obergrenze erreicht! Es ist deutscher Größenwahn zu glauben, man könne ohne Obergrenze helfen und deutscher Größenwahn hat auf der Welt nicht gerade den besten Ruf.

In Deutschland bestimmt das komplizierte Verhältnis der Deutschen zu sich selbst den Umgang mit der Flüchtlingssituation. Man könnte überspitzt sagen: Hitler bestimmt die deutsche Flüchtlingspolitik. Es gibt deutlich bessere Gründe, um hilfsbereit zu sein.

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Das glaube ich nicht!

Adam Armush ist Israeli. Als es zu Besuch in Deutschland war, sagte ihm ein Freund, in Deutschland sei man nicht sicher, wenn man in der Öffentlichkeit eine Kippa trage.

„Das glaube ich nicht!“

Am 17. April 2018 starte er daher mit seinem Freund ein Experiment. Er lief mit einem Freund die Raumerstraße in Prenzlauer Berg entlang und trug dabei eine Kippa, obwohl er kein Jude ist, sondern zu den zwanzig Prozent Israelis gehört, die keine Juden sind. Er wollte prüfen, wie die Lage für Juden im Deutschland des Jahres 2018 sei.

Drei junge Männer wurden auf die beiden jungen Männer mit Kippa aufmerksam. Einer von ihnen brüllte auf Arabisch „Jude! Jude!“. Er zog seinen Gürtel und schlug auf den Mann mit der Kippa ein. In der Hoffnung, den Angreifer abzuschrecken, zog der Angegriffene sein Handy und filmte den Täter.

Jetzt weiß Adam Armush, wie schrecklich es ist, in diesen Tagen als Jude durch Berlins Straßen zu laufen. Jakob Augstein sagt zu dieser ganzen Angelegenheit:

„Wie gestört ist unsere Wirklichkeit, dass jemand auf die Idee kommt, das Tragen der Kippa als Provokation zu nutzen – und damit auch Erfolg hat! Deprimierend. Deutschland 2018.“

Ich frage mich jedoch: Wie gestört muss jemand sein, dass er auf die Idee kommt, das Tragen der Kippa sei eine Provokation?

Die Antwort darauf lautet: Sehr gestört! Man muss so gestört sein, dass man entweder auf die Idee kommt, seinen Gürtel zu ziehen, um auf offener Straße auf einen Mann mit Kippa einzuschlagen oder man muss so gestört sein, dass man zur Tastatur greift, um vor einem Millionenpublikum auf einen Mann, der eine Kippa trägt, einzuschreiben.

Für Jakob Augstein ist schon das Tragen einer Kippa eine Provokation. Schon die pure Existenz eines Menschen, der für jüdisch gehalten werden kann, erklärt er zu einer Störung der Wirklichkeit. Juden stören und provozieren durch ihre pure Existenz. Das ist es, was Jakob Augstein insinuiert. Das ist es, was einen echten Judenhasser und Antisemiten ausmacht.

Jakob Augstein lässt seit Jahren kaum eine Möglichkeit aus, verbal auf Israelis einzuschlagen. Das macht ihn in meinen Augen zu einem Mann, der ebenso gefährlich ist wie der Junge, der seinen Gürtel in Berlin zog. Jakob Augstein ist jedoch weit einflussreicher.

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Für ein autoritäres Theater. Das Theater Konstanz wappnet sich für die totale Mobilmachung

Ein Beitrag von Lasse Stodollick in Zusammenarbeit mit Sandra Kreisler.

Das Theater Konstanz hat derzeit auffällig viel überregionale Berichterstattung.

Der Plan, die Farce „Mein Kampf“ der Theaterlegende George Tabori unter der Regie des Comedian Serdar Somuncus aufzuführen hat – und so wurde es wohl vorausgesehen – nicht für diese Aufmerksamkeit ausgereicht. Und so entstand die Idee, bereits mit dem Ticketverkauf zu provozieren.

Das Spektakel (Debord) beginnt im Foyer, wie das Theater – mittlerweile abgeschwächt – preisgibt: „Mit dem regulären Erwerb einer Eintrittskarte in der Kategorie ihrer Wahl bieten wir Ihnen an, im Theatersaal einen Davidstern als Zeichen der Solidarität mit den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu tragen. Sie haben auch die Möglichkeit kostenlos ins Theater zu gehen: Für eine Freikarte erklären Sie sich bereit, im Theatersaal ein Hakenkreuz-Symbol zu tragen. Die Symbole erhalten Sie vor der Vorstellung am Einlass zum Zuschauerraum. Mit Verlassen des Zuschauerraums sind die Symbole abzugeben.“

Und weil auch das nicht genug schien, um ausreichend Propaganda zu machen, wurde die Premiere just auf den 20. April, Hitlers Geburtstag, gelegt.

Es ist natürlich ein promotechnischer Coup. Aber mit diesem Coup hat sich das Theater auch eingehandelt, zahlreiche Menschen auf längere Zeit vom Theater fern zu halten. Jüdinnen und Juden zum Beispiel hat Theaterleiter Christoph Nix wohl endgültig vergrault. Kein Schaden! Gibt es doch in der Bodenseeregion ausreichend Touristen, ausreichend andere Leute, die man ins Theater holen kann, was macht es aus, eine kleine Minderheit vor den Kopf zu stossen? Bereits Tage vor der Premiere haben sich immerhin gut 50 Leute bereit erklärt, für lau und mit Hakenkreuz zu kommen – was zwar zumindest für die moralische Untiefe dieser Leute spricht, aber die Qualität des Publikums, so scheint es, ist derzeit sowieso kein Kriterium, es geht um Verkäufe, der „Echo“ macht es vor.

Aufgrund der medialen und nicht durchwegs zustimmenden Berichterstattung setzte man also noch eine Pressekonferenz an, um sich zu erklären. (Ähnlich vielleicht, dem Beisitzer des „Echo“, der zwar den Preis an die offenen Antisemiten und Gewalthetzer Kollegah und Farid Bang mit absegnete, aufgrund des folgenden Shitstorms aber dann doch zurücktrat, um Gesicht zu wahren.)

Unglücklicher Weise jedoch geriet diese „Pressekonferenz“ endgültig zu einer die Hintergründe und Geisteshaltung der beiden Theatermacher Nix und Somuncu entlarvenden Show. Anstatt künstlerische Gedanken und Überzeugungen zur Diskussion zu stellen, erklärte etwa Somuncu, Journalisten würden nicht richtig arbeiten. Hätten sie das getan, gäbe es keine Beanstandung. Statt der Armbinden haben wir es wohl mit der „Lügenpresse“ zu tun.

Vorab waren sich Nix und sein Referent daher einig, dass sie auf der Seite der vordringlich jüdischen Stimmen stehen würden. Immerhin sei der noch adoleszente Nix einmal auf einer Anti-NPD-Demonstration verdroschen worden und wüsste nun, wie man sich als Opfer fühlt. Er scheint auch die weit verbreitete Annahme zu teilen, als Deutscher könne man Juden vorschreiben, wie sie zu denken, zu fühlen und sich zu äußern haben.

Zunächst hörte der Besucher der Pressekonferenz, dass eine „wertvolle und wichtige“ Debatte zu führen sei. Nix schloss sich direkt an. Gegenwärtig (!) sei jüdisches Leben nicht geschützt. Als „ehrlicher“ Makler mit Opfererfahrung predigte er, dass eine „dialektische Umkehr“ vonnöten sei. Die Gegner der Demokratie, hier nannte er einen ebenso rechtsradikalen wie relativ unbedeutenden Internetblog (prinzeugen), und nicht das Theater seien zu attackieren. Man sei ja schliesslich auch selbst verletzt, daher sei austeilen wichtig. Dass es auch wichtig ist, wie und gegen wen man austeilt blieb ungesagt.

Somuncu bezeichnete dann im Sinne der anfangs geforderten Debatte schnurstracks sowohl die gesamte Presse als auch die Hakenkreuzkritischen lokalen jüdischen und kulturellen Gesellschaften und Verbände als „unwissentlich“, „marginal“ und „oberflächlich“. Später brüllte er „Unehrlichkeit“ in den Raum. Einen Akademiker, den Somuncu namentlich anging, bezichtigte er gar undemokratischer Methoden. Die angedrohte Klage interpretierte er nicht als demokratisches Verfahren, sondern als „Drohbrief“. Zum Glück vermochte der Dramaturg zu beruhigen: Wir wissen nicht, was Tabori wollte, aber wir wissen, was er wollte – so postulierten er und Nix.

Die gesamte Pressekonferenz bestand nicht nur aus glatter und populistischer Blabla-Rhetorik, sie legte offen, dass Kritik und Diskurs in den Augen der Theatermacher eine ziemliche Einbahn sind. Zwar ein Katalysator von Diskursen, aber für die Replik nicht mehr zuständig.

Bereits der Nobelpreisträger Imre Kertész prognostizierte eine Erlebnispark-Kultur der Shoa – und das Konstanzer Theater bemüht sich, ihm Recht zu geben. Nicht bei der Bemängelung und Aufarbeitung dieser Art der Zombiefizierung von ernsthaftem Diskurs und wacher Erinnerungskultur, sondern beim Bau derselben. Die oberflächliche Eventisierung von Erschütterung ist ein Zeichen der Zeit, bei dem Nix und Somuncu für ordentlichen Presserummel offenbar gerne mittun. Intellektuelles, künstlerisch anspruchsvolles und überregional bedeutendes Theater sieht indes anders aus.

Der Tiefpunkt dieser Rechtfertigungstiraden scheint erreicht, wenn nationalsozialistische Zeichen als „vieldeutig“ bezeichnet werden. Da darf man die Gräuel der nationalsozialistischen Willkür- und Schreckensherrschaft gerne zur Disposition stellen.

Wenn alle Werte gleich sind, ist Kannibalismus eben nur noch eine Frage des guten Geschmacks.

Ja, Kunst muss alles dürfen. Sie muss aber nicht alles müssen. Aber vor allem: Wenn sie als Kunst gesehen werden will, sollte sie schlicht Oberflächliche Erregungsökonomie vermeiden.

Ernsthafte Bedenken abzutun, jüdische Verbände abzuwerten und sich zu wundern, dass über bestimmte Sachverhalte nicht vernünftig zu debattieren ist, ist eine Fortsetzung der Geschmacklosigkeit. Ein Kompromiss war möglich, er wurde diesmal aber nicht angestrebt. Noch 2015 hatte Nix übrigens in einem umstrittenen Fall türkischen Nationalisten beigegeben – nun, vermutlich ist ihm klar, dass Juden nicht gleich mit Gewaltattacken kontern, wenn ihnen was nicht passt. Und was Juden nicht passt, ist der Mehrheitsgesellschaft schon länger billig. Das ist das Kleingeld, das man heute in der Provinz künstlerisch drucken lässt.

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(TINSAK TINLS)

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Es reicht!

Eine klare Ansage von Simone Schermann.

Es reicht! Es ist für deutsche Juden schon lange nicht mehr zu ertragen und dennoch ist das vielen nichtjüdischen Deutschen offensichtlich völlig egal – ganz wie schon vor 80 Jahren. Antisemitismus und der Hass auf Juden bemächtigt sich immer mehr öffentlicher Räume. Die neueste Steigerung: Am Mittwoch, dem 18. April 2018, peitschte in Berlin ein junger arabischer Mann aus Syrien einen anderen jungen arabischen Mann aus Israel auf offener Straße aus, weil er ihn für einen Juden hielt. Natürlich, warum auch nicht. Wir sind in Deutschland.

Vor einigen Tagen wurde der Tag des Gedenkens an Holocaust und Heldentum Jom haScho’a begangen, nur in Israel, nicht in Deutschland. Im Land der Täter und Erfinder der Endlösung der Judenfrage verlieh an dem Tag eine deutsche Jury einem bekennenden und fanatischen Israel-, Juden-, Frauen und ganz allgemein Menschenhasser einen Preis.

Vermutlich wurde da ein Preis für die beste antisemitische Kunst 2018 in Deutschland verliehen und die Enkel der Täter von einst saßen im Saal und schauten zu. Zunächst war der Saal still beim Auftritt der zu ehrenden Primitivlinge. Ein wenig fröstelte der ein oder andere Zuschauer, schließlich wurde an dem Tag Skandalöses geboten. Aber sie waren dabei, haben zugeschaut, mitgemacht und mitgefeiert.

Vermutlich haben einige von den Texten des zu feiernden Fieslings nichts gewusst, wie schon vor 80 Jahren. Denn man hört ja keine deutsche Musik. Daran wird’s gelegen haben.

Wer stand auf und ging? Niemand! Warum eigentlich nicht? Ganz einfach: Es ist deutsche Kunst die dort prämiert wurde, arabischer Judenhass in deutscher Sprache. Man kann es auch so sehen: Der Islam gehört wirklich zu Deutschland.

Diese Form islamischer Unkultur fügt sich nahtlos ein in einem Land, in dem christliche Unkultur lange Zeit den Judenhass gepredigt hat. Dieser kunstvoll und mit einer anderen Religion im Nacken gestaltete Hass gehört wohl zum Besten, was deutsche Kunst heute zu bieten hat. Sie wurde jedenfalls prämiert. Beides ergänzt sich und wird eins. Die Großväter haben eben nicht ganze Arbeit geleistet, da bleibt noch etwas zu tun.

Über den TV-Äther lief mit der Echo-Verleihung eine Momentaufnahme des Zustands der Deutschen, eine repräsentative Momentaufnahme dieser Republik. Es war ein ehrliches Gesicht, diese Fratze. Orientalisches Machotum im Geist von Selbstherrlichkeit und neuem Herrenmenschentum schaute in deutsche Wohnzimmer hinein. Das ist okay so, das passt schon, wie wir später von Jan-Josef Liefers erfahren werden. Die Gedanken sind ja so dermaßen frei, also „auch die Kunst, das muss man aushalten“.

Diese Kunst bestand an diesem Abend aus einer Allianz aus offen zur Schau getragenem und mit Skandalmarketing gewürztem Antisemitismus und deutscher Trivialkunstinstitutionen. Es ist eine alte Allianz, eine lange Zeit christlich geprägte heilige Allianz. Heute werden neue Allianzen geschmiedet, alles im Namen der Toleranz. Alles andere wäre Islamophobie!

Am 30. November 1941 besprachen der Großmufti von Jerusalem, Mohammad Amin Al-Husseini und Adolf Hitler in Berlin nichts weniger als die Zukunft der Juden im Nahen Osten. Auf die „Endlösung der Judenfrage“ konnten sich beide Herrenmenschen schnell einigen. Damit wurde eine historische Allianz zwischen Nazi-Deutschland und den islamischen Arabern, den Vorläufern der heutigen „Palästinenser“ gegründet. Der Plan scheiterte.

Rommel wurde vor El-Alamein von der britischen 8. Armee zurückgeschlagen, der Mufti wurde nicht arabischer Führer von Hitlers Gnaden und er musste flüchten – nach Deutschland versteht sich. Dort durfte er über Radio Berlin seine Hetzparolen verbreiten, wo al-Husseini immer wieder zum Heiligen Krieg gegen die Juden aufrief. Das Ergebnis war der Beginn der deutsch-arabischen Freundschaft in Form der Judenvernichtung als gemeinsames Projekt.

Von damals führt eine gerade Linie zu heute: Am Yom HaShoa-Tag gibt es heute eine Spezialausgabe der Echo-Verleihung! Ausgezeichnet wird heute aber nicht nur muslimischer Judenhass. Viel wichtiger ist die Zurschaustellung und das Zelebrieren von deutscher Selbstherrlichkeit und Gleichgültigkeit als neue alte Normalität. Sie sind halt ein bisserl konservativ, die Deutschen, und lassen nicht so gerne ab von alten Traditionen. Böse Menschen singen böse Lieder.

Einige hundert „Jan-Josef-Liefers“ ergötzen sich an der primitiven Show der Dumpfbacken-Hass-Rapper. Es ist die Verbrüderung im Geiste, die Toleranz des Bösartigen, das Wegschauen der Kulturrelativisten, die hier wieder auferstehen. So sieht es aus, wenn sich deutsche Kulturschaffende mit arabischen Großmäulern verbrüdern.

Mit einer Ausnahme, Campino, der mit zitternder Hand, seinen Protestzettel vorlas. Ich sage Dir eines, lieber Campino. So schlecht, wie du dich da oben auf der Bühne offenbar gefühlt hast, ich habe mit der gelitten. Mindestens so verloren wie Du auf der Bühne fühlen sich Juden heute in Deutschland. Tagtäglich. Und zunehmend!

Jüdischen Deutschen bleibt nur noch, schonmal ihre Flucht aus Deutschland zu planen. Rechtzeitig. Denn zum großen Glück ist eine Sache heute anders. Heute gibt es tatsächlich eine Zuflucht. Sie heißt Israel.

Deutschland hat sich trotz anders lautender Schutzbehauptungen schon längst mit Antisemitismen aller Art arrangiert. Seine Politiker sind glänzende Vorbilder. Schulz gratulierte Abbas für seine „inspirierende Rede“ im Parlament der Europäischen Union, in der Abbas Juden in Israel der Brunnenvergiftung bezichtigte. Eine klare antisemitische Lüge. Auch damals stand niemand auf und ging.

Ex-Außenminister Gabriel wollte sich vor einem geplanten Treffen mit dem Ministerpräsidenten Israels zunächst einmal mit isrealfeindlichen NGOs beraten und wunderte sich dann, dass Netanyahu lieber ganz auf das Treffen mit diesem besonders trampelpferdartigen Gast verzichtete. So sind sie halt die Israelis, man kann sie noch so schön beschimpfen, sie halten einfach nicht die andere Wange hin. Sie sind scheinbar keine Christen. Skandal!

Die Echo-Verleihung war ein Abend voller Mitläufer, Wegschauer, Mitmacher und progressiver Latentantisemiten. Deutschland, Du hast Dich leider nicht sehr verändert. Du hast nichts gelernt, besonders nicht der Teil von Dir, der mit der Musik der Dumm-Rapper später noch gemeinsam Spaß hatte.

Die Ahnung wird so zur Gewissheit: Würde es heute zum Schwur kommen, würdet ihr schon wieder wegschauen, mitlaufen, mitmachen und allem „von nichts wissen“. Denn auch jetzt duckt ihr Euch verschämt weg, alle die ihr dabei wart.

Eines ist klar, gäbe es eine „neue Judenvernichtung“ aufzuarbeiten, würden sich viele „Künstler“ darum reißen, den neuen Hitler zu spielen oder seine Opfer. Da gäbe es dann gewiss Preise für. Statt des Horst-Wessel-Lieds gibt es auch schon die modernere Fassung der Begleitmusik: der bewährte und prämierte Judenhass-Rapp.

Schon vor einigen Jahren hatte sich Angela Merkel öffentlich als Buchkritikerin zu erkennen gegeben. Sie kritisierte Sarrazins Buch. Cem Özdemir verteidigte die Haltung der Kanzlerin später in einer Debatte mit Henryk Broder bei Maybrit Illner mit den Worten: „Die Kanzlerin wollte Schaden von Deutschland abwenden“.

Zudem fiel in dieser Sendung der Satz, die Kanzlerin habe „im Kontext der Menschlichkeit“ gehandelt.

Henryk Broder kommentierte die Buchkritiker-Kanzlerin als „eine Version der Reichsschrifttumskammer“, wenn eine Kanzlerin Buchempfehlungen abgibt.
Stellt sich nun ernsthaft noch die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört? Natürlich tut er das. Denn wie sagte Kollegah im deutsche Fernsehen: „Wir sind die Gewinner!“

Die gemeinsamen Gewinner entscheiden, was Juden auszuhalten haben!

Frau Merkel hat Juden nicht in ihrem Zielfernrohr, wenn es ihr um Menschlichkeit geht. Das doppelt Traurige ist: Was Juden in Deutschland auszuhalten haben, ist symptomatisch für den Zustand der deutschen Demokratie.

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(TINSIS)

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Die Zeit berichtet über „gerechtfertigten“ Judenhass

Es gibt Ankündigungen, da bleibt einem die Spucke weg. Diese Ankündigung der Zeit gehört definitiv dazu:

„Kann „muslimischer“ #Antisemitismus gerechtfertigter sein als der von christlich sozialisierten Europäern? Ja, findet David Ranan.“

Judenhass hat eine lange Geschichte und wurzelt sowohl im Christentum als auch im Islam. Alle Ideologien, die sich gegen Juden richten, finden fruchtbare christliche oder muslimische Böden vor. Kein Hass ist gerechtfertigter.

Das Wort Antisemitismus ist historisch gesehenen der pseudo-wissenschaftliche Versuch, dem alten religiösen Judenhass ein neues modernes Gewandt zu geben. Das Wort taucht in der Mitte des 19. Jahrhundert erstmals auf und wird dann zu einem nicht unerheblichen Teil von dem Journalisten Wilhelm Marr (1819-1904) geprägt. Marr griff das Wort auf und rechtfertigte damit eine rassistische Ausgrenzung der Juden. Er gehörte dem extrem linken Flügel der radikal-demokratischen Partei um 1848 an und war erklärter Atheist. In seiner Überzeugung waren die Juden schuld am Liberalismus, weil er sich den jüdisch konnotierten Kapitalinteressen verschrieben habe. In Berlin erschien im Februar 1879 Marrs Propagandaschrift “Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet”, die noch im selben Jahr zwölf Auflagen erlebte. In dieser Schrift grenzt sich Marr deutlich von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptet stattdessen, dass die Juden eine fremde Rasse von „Parasiten“ seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreibe.

Marr prägte wesentliche Klischees und Schlagworte, die weit über seinen persönlichen Erfolg hinaus weiterwirkten und die Diskussion um die „Judenfrage“ bestimmten. So legte er 1880 mit seiner Schrift “Goldene Ratten und rothe Mäuse” die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in “Mein Kampf” vertrat. Mit pseudo-wissenschaftlicher Akribie wurde der Judenhass von Wilhelm Marr intellektuell gerechtfertigt und dadurch brutalisiert. Die Zeit hätte damit vermutlich getitelt:

„Kann „linker“ #Antisemitismus gerechtfertigter sein als der von christlich sozialisierten Europäern? Ja, findet Wilhelm Marr.“

Auch viele Religionskritiker und Aufklärer waren glühende Judenhasser. Voltaire zum Beispiel schreibt über Juden:

„Sie wurden alle mit rasendem Fanatismus im Herzen geboren, so wie die Bretonen und Deutschen alle blond sind.“ / „Mich würde nicht im mindesten wundern, wenn diese Leute eines Tages gefährlich würden für das Menschengeschlecht.“ / „Ihr übertrefft sämtliche Nationen mit euren unverschämten Märchen, eurem schlechten Benehmen und eurer Barbarei. Ihr habt es verdient, bestraft zu werden, denn das ist euer Schicksal.“

Die Zeit hätte damit vermutlich getitelt:

„Kann „aufgeklärter“ #Judenhass gerechtfertigter sein als der von christlich sozialisierten Europäern? Ja, findet Voltaire.“

Der Judenhass hat eine lange christliche Geschichte. Schon in den frühen christlichen Texten finden sich judenfeindliche Passagen. Ein typisch Beispiel für das gespaltene Verhältnis vieler Christen zu Juden ist die Karfreitagsfürbitte für Juden. Seit dem 6. Jahrhundert bitten Christen bei Gott darum, den Schleier vom Herzen der “treulosen” Juden zu nehmen und ihnen die christliche Erkenntnis zu schenken, um sie so der „Verblendung ihres Volkes“ und der „Finsternis” zu entreißen. Eine zaghafte Kritik an der traditionellen Judenfürbitte wurde erst nach dem Holocaust formuliert.

Den christlichen Höhepunkt erreichte die Brutalität des Judenhasses jedoch durch die Reformation. Martin Luther erklärte in seinem Werk „Von den Jüden und ihren Lügen”:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ forderte Martin Luther jene Dinge, die im 20. Jahrhundert am Wannsee in Berlin zur deutschen Staatsräson unter Hitler werden sollten:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“

Die Zeit hätte damals vermutlich geschrieben:

„Kann „reformierter“ #Judenhass gerechtfertigter sein als der von katholisch sozialisierten Europäern? Ja, findet Martin Luther.“

Auch der Islam ist bekannt für seinen Hass auf das Judentum. Viele Muslime sind fest davon überzeugt, dass die Welt friedlich wäre, wenn nur alle den Islam annehmen würden. Es verwundert daher nicht, dass auch im Islam ein brutaler Judenhass zu finden ist. In einer im 21. Jahrhundert gehaltenen Predigt befasst sich Scheich Ibrahim Madhi mit einer Hadith-Stelle, in der Mohammed die perfekte Welt erst nach dem Tod aller Juden verorten kann.

Mohammed sagt dort: „Die Stunde wird nicht kommen, bis ihr gegen die Juden solange kämpft, und bis der Stein, hinter dem sich der Jude versteckt hat, spricht: „Du Muslim, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, so töte ihn.”

Sheich Ibrahim Madhi interpretiert: Der Prophet sagt: ‘Die Juden werden gegen euch kämpfen, und Allah wird Euch als Herrscher über sie setzen.’ Wir blasen sie in die Luft in Hadera, wir blasen sie in die Luft in Tel-Aviv und in Netanya. Und auf diese Weise wird Allah uns als Herren über diese Rotte hergelaufener Landstreicher setzen. Wenn ein Jude sich hinter einem Stein oder einen Baum versteckt, dann werden der Stein oder der Baum sagen: Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm und töte ihn…“

Als die Nazis ihren mordenden Judenhass propagierten, ging Heinrich Himmler ein Bündnis mit Teilen des Islams ein, u.a. mit dem Mufti Al Husseini. Dieses Bündnis wird noch heute von islamischen Organisationen als heilig angesehen, der Hitlergruß ist gängige Praxis bei der Hamas wie bei der Hisbollah, wie man hier sehen kann und das Hakenkreuz gehört zum „palästinensischen Widerstand“ wie man hier sehen kann.

Mehrere islamische Staaten, unter ihnen Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen sind nach wie vor stolz darauf, „judenfrei“ zu sein. Sie haben geschafft, woran Hitler gescheitert war.

Die brutalsten judenfeindlichen Ausschreitungen in Europa haben mittlerweile allesamt einen islamistischen Hintergrund.

Am 21. Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi von einer Gruppe muslimischer Einwanderer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen gefoltert, weil er Jude war. Er erlag seinen Verletzungen.

Am 19. März 2012 wurden vier Menschen vor einer jüdischen Schule in Toulouse getötet, weil sie Juden waren. Drei der Opfer waren Kinder.

Im Jahr 2014 wurden in Brüssel im Jüdischen Museum drei Menschen durch einen Islamisten ermordet. Im gleichen Jahr riefen Islamisten auf deutschen Straßen dazu auf, Juden zu vergasen!

Mireille Knoll, die am 28. Dezember 1932 geboren wurde und als Jüdin den Holocaust überlebt hatte, wurde am 23. März 2018 in Paris brutal abgeschlachtet und verbrannt. Das Wort „Holocaust“ kommt aus dem Altgriechischen (ὁλόκαυστος / holókaustos) und bedeutet: „Vollständig verbrannt“. Mireille Knoll überlebte zwar den Holocaust, aber im Jahr 2018 wurde sie verbrannt, weil sie Jüdin war.

In der Nacht zum 4. April 2017 wurde ebenfalls in Paris die 66-jährige Jüdin Sarah Lucy Halimi von einem 27-jährigen Mann schlafend in ihrem Bett mit diversen Messerstichen gemeuchelt und dann vom Balkon ihrer Wohnung im 3. Stock auf die Straße geworfen. Der Täter schrie während der Tat „Allahu Akbar!“ Im späteren Verhör erklärte der Täter, der Koran habe ihm den Auftrag gegeben und er habe ganz bewusst die Frau getötet.

Nachdem einer der Terroristen rund um den Anschlag auf Charlie Hebdo im Januar 2015 in einem jüdischen Supermarkt in Paris Geiseln genommen und vier Menschen getötet hatte, rief er den französischen Sender BFMTV an, um seine Forderungen zu verbreiten. Der Sender fragte: “Haben Sie das Geschäft aus einem bestimmten Grund ausgesucht?” Die Antwort kam prompt: “Ja. Die Juden!”

Und die Zeit titelt:

„Kann „muslimischer“ #Antisemitismus gerechtfertigter sein als der von christlich sozialisierten Europäern? Ja, findet David Ranan.“

Es gibt eine Menge Verbindungen zwischen Mohammed, Luther und Hitler. Sie sollten nicht gerechtfertigt werden. Judenhass ist erschreckend wandelbar. Der christliche Judenhass war ein Antijudaismus. Antijudaisten nannten Juden Kindermörder, verfolgten sie und griffen ihre Synagogen an. Antijudaismus ist der Hass auf das Judentum als Religion.

Mit der Aufklärung nahm der christliche Antijudaismus ab. An seiner Stelle nahm der Antisemitismus den Platz ein. Antisemiten erklärten Juden zu einer minderwertigen Rasse nannten Juden Kindermörder, verfolgten und ermordeten sie und griffen ihre Synagogen an. Antisemitismus ist der Hass auf das Judentum als Rasse.

Als der Antisemitismus aufkam, kannten viele Menschen nur den klassischen Antijudaismus, den sie nicht mehr als so große Gefahr ansahen. Das Christentum hatte seine absolute Macht eingebüßt. In Deutschland wurden Juden Ende des 19. Jahrhunderts vollwertige Bürger des Deutschen Kaiserreichs. Als der Antisemitismus aufkam, wurde er fahrlässig unterschätzt und teilweise sogar gerechtfertigt. Deshalb konnte er wüten.

Mit dem Ende des Nationalsozialismus nahm auch der Antisemitismus langsam ab. An seine Stelle trat der Antizionismus. Antizionisten nennen Israelis Kindermörder, verfolgen und ermorden sie und greifen Synagogen in der ganzen Welt an. Sie boykottieren Israel, foltern Juden, erschießen Kinder, ermorden und verbrennen Holocaustüberlebende, hetzten Kinder gegen Juden auf, brüllen auf offener Straße, Juden seien Schweine, die vergast werden sollen und lassen keine Gelegenheit aus, gegen Israel zu hetzen und Davidsterne zu verbrennen. Antizionismus ist der Hass auf das Judentum als Nation.

Wer ihn rechtfertigt, brutalisiert ihn!

***

Nachtrag: Die Zeit rudert zurück und bittet um Entschuldigung:

Schiefgegangen. Ja, kann man so sagen.

Besonders schiefgegangen ist es, weil die Zeit „muslimischer“ in Anführungszeichen gesetzt hat, aber nicht „gerechtfertigter“.

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Unangenehme Dokumentationen werden in Deutschland nur nach Mitternacht gesendet

Wieder einmal versuchen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, eine unangenehme Dokumentation zu versenden.

Im Jahr 2017 hatten die Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten noch versucht, die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner gar nicht erst zu senden, weil ihnen das Ergebnis nicht gefiel, im Jahr 2018 aber handeln sie klüger und versenden die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ mit Tuvia Tenenbom auf dem SWR in der Nacht vom 19. auf den 20. April 2018 um 0:50 Uhr, damit ist ja keiner sieht.

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten haben dazu gelernt. Sie wissen, dass eine Weigerung, eine Dokumentation zu zeigen, einen Skandal auslösen kann. Als arte und WDR sich im Jahr 2017 geweigert hatten, den Bericht „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ zu senden, brach eine Welle der Empörung los, nachdem Tapfer im Nirgendwo die Verantwortlichen zur Sendung der Dokumentation aufgefordert hatte. Nur sehr widerwillig wurde daraufhin die Dokumentation gesendet.

Diesmal macht es der SWR anders. Er sendet die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ mit Tuvia Tenenbom, bei der ebenfalls Joachim Schroeder involviert war, einfach zu einer Zeit, wo niemand mehr zuschaut. Dabei ist die Dokumentation so immens wichtig, wird dort schließlich die Unmenschlichkeit gezeigt, mit der in Deutschland Flüchtlinge behandelt werden.

Tuvia Tenenbom hat für die Dokumentation ohne Erlaubnis in Flüchtlingslagern gedreht und mit den Flüchtlingen dort gesprochen. Es ist erdrückend, deprimierend und menschenunwürdig, was er dort hört und sieht. Er sieht Kälte, Nässe und Kot. Wir sehen Lager, wo Menschenmassen zusammengepfercht werden, an dem es keine Privatsphäre gibt und wo sich Krankheiten ausbreiten. Überall herrschen Lärm und Grelligkeit. Wer diesen Ort der Unmenschlichkeit sieht, kann nur noch sagen, was Tuvia einst in seinem lesenswerten Buch „Allein unter Flüchtlingen“ über diesen Ort der unmenschlichen Menschlichkeit gesagt hat:

„Ich muss mich sammeln und darüber nachdenken, was ich gerade gesehen habe. Ich habe nicht damit gerechnet, das zu sehen, was ich sah. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ein Land wie Deutschland Menschen so behandelt. Ein Teil von mir möchte weinen, der andere will einfach nur schreien. Traurig ist das, sehr traurig.“

Es ist ein schrecklicher Ort, den wir in der Dokumentation zu sehen bekommen. Man fragt sich, ob es den Deutschen, die die Flüchtlinge einst klatschend, tränengerührt und selbstergriffen patriotisch Willkommen geheißen haben, überhaupt um die Flüchtlinge ging oder doch vielmehr nur um die Pflege des eigenen angekratzten Images? Beim Schauen der Dokumentation hat man das Gefühl, in Deutschland werden Flüchtlinge benutzt, damit Deutsche ihr schlechtes Gewissen beruhigen können.

Immer wieder hört Tuvia Tenenbom, deutsche Politiker, Studenten und Vereinsvorsitzende sagen, man habe mehr Flüchtlinge als alle anderen Länder aufgenommen, weil man damit das schlechte Gewissen beruhigen wolle, wegen Hitler, Auschwitz, den Nazis und so. Aiman Mazyek bringt es sogar fertig und erklärt, einst seien Juden mit deutschen Zügen zu den Gaskammern transportiert worden und jetzt würden Flüchtlinge wiederum mit Zügen nach Deutschland gebracht. Damit, so erklärt Mazyek, würden die Deutschen endlich der Weltgemeinschaft zeigen können:

„Ein Gefühl, wir können es richtig machen. Wir haben es falsch gemacht und wir haben sehr falsch gemacht. Jetzt machen wir es richtig!“

Darum geht es also! Mir fallen dabei erneut Worte von Tuvia Tenenbom ein, die er zwar nicht in der Dokumentation sagt, weil sie dann gewiss nicht gesendet worden wäre, wir kennen ja unsere öffentlich-rechtlichen Pappenheimer, die er aber in seinem Buch „Allein unter Flüchtlingen“niedergeschrieben hat, das es in Deutschland jedoch nur zensiert zu lesen gibt:

„Was mir am meisten auf die Nerven geht, ist, dass diese guten Deutschen alles andere als gut sind. Schleichen Sie sich doch bei Gelegenheit mal in ein Flüchtlingslager und machen Sie sich selbst ein Bild. Schauen Sie sich die maroden Zustände an, riechen Sie den Gestank, machen Sie sich bewusst, wie hier Feinde zusammengepfercht werden, kosten Sie von dem Essen und verschaffen Sie sich einen Eindruck von den elenden Zuständen, unter denen die Flüchtlinge hier in jedem Augenblick, an jedem Tag, in jedem Monat leben. Das einzige, was an dieser ganzen Willkommenskultur-PR-Maschinerie wie geschmiert funktioniert, ist das, was auch im letzten Jahrhundert prima geklappt hat: die perfekte Organisation der Transporte.“

Diese Worte sind vollkommen angemessen, wenn man erst einmal gesehen hat, wie in Deutschland Flüchtlinge behandelt werden. In der Dokumentation sehen wir Tuvias verzweifelten Versuch, Hilfe für eine Frau zu organisieren, die schwer traumatisiert und kriegsversehrt unter inakzeptablen Bedingungen hausen muss und keine ärztliche Hilfe bekommt. Offen bekommt er von einer Flüchtlingshelferin erklärt, dass den Flüchtlingen in Deutschland nicht geholfen wird, weil ihnen nicht geholfen werden kann. Es seien einfach zu viel!

Wer die Dokumentation sieht, erkennt, die Obergrenze ist schon lange erreicht. Den Preis zahlen die Flüchtlinge. Es ist eine Schande, dass diese Dokumentation zu einer Zeit gesendet wird, wo kaum noch jemand zuschaut. Es ist wichtig, dass die selbstergriffen und tränengerührt stolzen Deutschen endlich sehen, dass sie Flüchtlinge für ihr Gewissen missbrauchen.

Die Flüchtlinge sind durch Krieg traumatisierte Menschen, die aus zerbrochenen Clanstrukturen stammen, zusammengehalten von einer autoritären Religion, gegründet von einem patriarchalen Feldherren! Diese Menschen brauchen individuelle Hilfe und intensive Betreuung. Diese Menschen in überfüllte enge Räume und Zelte zu zwängen, nicht selten zusammen mit Menschen aus Ländern und Kreisen, mit denen sie in der Heimat im Krieg lagen, ist das Gegenteil von Hilfe. Es ist ein Fortführen des Kriegs mit anderen Mitteln!

Diesen Menschen zu helfen, ist eine harte und verantwortungsvolle Arbeit. Sie verlangt, dass man sich der eigenen Grenzen bewusst wird. In einem Land, in der durch Krieg traumatisierte Menschen in Lager gepfercht werden, ist die Obergrenze erreicht! Es ist deutscher Größenwahn zu glauben, man könne ohne Obergrenze helfen und deutscher Größenwahn hat auf der Welt nicht gerade den besten Ruf.

In Deutschland bestimmt das komplizierte Verhältnis der Deutschen zu sich selbst den Umgang mit der Flüchtlingssituation. Man könnte überspitzt sagen: Hitler bestimmt die deutsche Flüchtlingspolitik. Ich sag mal so, es gibt deutlich bessere Gründe, um hilfsbereit zu sein.

Die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ zeigt schonungslos, wie in Deutschland Flüchtlinge in ihrer Angst und Hoffnungslosigkeit missbraucht werden, damit sich Deutsche als neue Herrenmenschen der Moral feiern können. Die Dokumentation ist schonungslos, schmerzhaft und so unfassbar wichtig. Ein Skandal, dass sie am 20. April 2018 um 0:50 Uhr gesendet wird.

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Next year in Jerusalem!

All of the countries participating in the Eurovision Song Contest 2018 have chosen their songs. My absolute favorite is Netta Barzilai who performs „Toy“ by Doron Medalie and Stav Bege, who were already responsible for the successful Israeli contributions in 2015 and 2016. They wrote an electro-pop song with an oriental touch special for Netta Bazilai.

„Toy“ is an unpretentious song of the #metoo movement. Netta Barzilai says herself that her performance was inspired by the #metoo movement.

Women who assertively defend their physical self-determination and vocally address sexual assaults are often denounced as „hysterical chickens“. But Netta Barzilai won’t let herself be insulted. She does what others in the emancipation movements have done before: she twists the insult.

Just as homosexuals have reclaimed the word „gay“, Netta Barzilai transforms the
insult „chicken“ into a song of wonderful sounds and rhythms, where the cackling becomes a she calls on women to defend themselves with self-confidence and put disrespectful men in their place.

I hope this song will win, especially in the year of the #metoo debate and the
70th anniversary of the State of Israel, a country where the word „Jew“ is not an insult, as in so many places in Europe and the Arab world, but where one is proud to be a Jew, a woman, a homosexual or all of them together!

Please help this marvellous work of art win, so that on May 12, 2018 it’ll be:

„Next year in Jerusalem!“

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