Eskalation ist gut

Am 10. Mai 2018 um kurz nach Mitternacht wurde Israel angegriffen. Iranische Al-Quds-Einheiten feuerten mehrere Raketen von Syrien aus auf die Golanhöhen ab. Israel erwiderte den Angriff mit gezielten Zerstörungen von iranischen Militäreinrichtungen wie Munitionsdepots, militärischen Unterkünften und Stellungen.

Die Tagesschau titelt zu dem Thema: „Gefährliche Eskalation in Nahost“

Die iranische Regierung lässt keinen Zweifel an ihrem Hass auf Israel. Offen wird mit der Vernichtung gedroht und es werden judenfeindliche Lügen verbreitet. Am 20. Dezember 2005 zum Beispiel erklärte Dr. Hassan Hanizadeh auf dem iranischen Sender Jaam-E Jam2 TV:

„Im Jahre 1883, wurden vor dem jüdischen Pessachfest um die 150 französische Kinder auf grausamste Weise in den Vororten Paris ermordet. Spätere Untersuchungen haben ergeben, dass die Juden diese Kinder getötet haben, um an ihr Blut zu kommen. Dieses Ereignis führte zu Unruhen im Paris der damaligen Zeit und die französische Regierung sah sich einem enormen Druck ausgesetzt. Eine ähnliche Sache ereignete sich in London, wo ebenfalls viele englische Kinder durch jüdische Rabbis ermordet wurden.“

Diese Menschen hassen Juden. Sie hassen an Juden, dass sie leben. Sie hassen, dass es sie gibt. Das Einzige, was Juden tun können, um bei solchen Menschen zur Deeskalation beizutragen, ist schlicht und ergreifend, nicht mehr zu existieren. Der Konflikt eskaliert jedoch und das ist auch gut so!

Der Konflikt eskaliert, weil Juden sich gegen die Vernichtung wehren.

Eine Situation eskaliert immer erst dann für beide Seiten, wenn sich die eine Seite dagegen wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden. Deeskalation heißt für Israel, aufhören, sich zu verteidigen, aufhören zu sein. Eskalation heißt, gegen die Vernichtung zu kämpfen, heißt zu leben.

Deshalb ist die Eskalation gut!

Solange der Iran erklärt, Israel vernichten zu wollen und sogar Angriffe auf Israel fährt, ist Eskalation gut. Solange der Konflikt eskaliert, existiert Israel. Solange eine Eskalation droht, können sich Juden verteidigen. Solange der Konflikt eskalieren kann, leben Juden.

Es gibt nur einen Weg, die Eskalation zu verhindern: Der Iran muss mit seinem Hass aufhören.

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„Vielen Dank!“

Ein Brief von Isabella Farkas, Abraham Lehrer, Dr. Felix Schotland und Gerschon Schwarzmann von der Synagogen-Gemeinde Köln.

Sehr geehrter Herr Buurmann, lieber Gerd,

wir, die Synagogen-Gemeinde Köln und ihre Mitglieder, wollen Dir/Ihnen für die Aktion „Kippa Colonia“ sehr herzlich danken.

Du hast in einer sehr kurzen Vorbereitungszeit alle wichtigen Gruppen der Stadt, der Kirchen, Parteien und Vereine zusammengetrommelt, die auch noch ihre eigenen Statements zum Antisemitismus vortrugen. Du hast es geschafft, 1000 Menschen zu mobilisieren, die Kippa tragend ihre Solidarität zu den Juden in Köln demonstrieren, die damit aber auch unsere freiheitliche Gesellschaft verteidigen wollen. Wie auch von uns gesagt, ist Antisemitismus eine Gefahr für die gesamte Gesellschaft und dieser geht über in die Ausgrenzung andere Minderheiten.

Lieber Gerd, wir könnten noch so viel mehr aufrechte Menschen wie Dich in unserer Gesellschaft in Köln gebrauchen, die so offen für die gute Sache einstehen und wehrhaft unsere demokratischen Werte verteidigen.

Du hast mit deiner Aktion „Kippa Colonia“ nicht nur der jüdischen Gemeinschaft einen wertvollen Dienst erwiesen, sondern auch der gesamten Gesellschaft in Köln und Deutschland.

Es ist gut zu wissen, dass man Freunde hat.

Shalom
Synagogen-Gemeinde Köln
Der Vorstand

***
(TINFS)

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Überall gibt es antisemitische Lines

An der ganzen Debatte um Kollegah und Farid Bang gibt es eine große Verlogenheit. Es ist die Doppelmoral, mit der diese Rapper abgekanzelt werden. Dabei haben antisemitische Lines in Deutschland Tradition. Nicht wenige Schöpfer antisemitischer Lines werden in Deutschland sogar mit Straßennamen geehrt. Wilhelm Busch zum Beispiel schrieb einst:

„Und der Jud mit krummer Ferse,
Krummer Nas und krummer Hos
Schlängelt sich zur hohen Börse,
Tiefverderbt und seelenlos. –“

Ist das Antisemitismus? Die Lines werden von Busch einem lyrischen Ich in den Mund gelegt, nämlich einem „frommen Sänger“, der sich im ironischen Ton über die allgemeine Sittenverderbnis beklagt. Die Lines können somit auch als Kritik an einer antisemitischen Haltung verstanden werden. In einem anderen Gedicht jedoch schreibt Busch im eigenen Namen:

„Kurz die Hose, lang der Rock,
Krumm die Nase und der Stock,
Augen schwarz und Seele grau
Hut nach hinten, Miene schlau –
so ist Schmulchen Schievelbeiner.
(Schöner ist doch unsereiner!)“

Wer glaubt, Farid Bang oder Kollegah könnten die Jugend verderben, sollte schleunigst auch Wilhelm Busch von der verführbaren Jugend fern halten. Martin Luther schrieb einst:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“

Martin Luther bekam zwar nie einen Echo Preis verliehen, aber er wurde im Jahr 2017 mit großem Echo gefeiert.

So begeistert wurde in Deutschland nur vor dem Jahr 1945 ein Judenhasser in einem Stadion gefeiert. Ein Jahr nachdem Luther so pompös gefeiert wurde, regt sich in Deutschland massiver Widerstand gegen Farid Band und Kollegah. Das ist verlogen.

Immer wieder wird gefragt, was alles zu Deutschland gehört. Antisemitismus gehört zu Deutschland! Er sollte es nicht, aber es ist so. Der Judenhass hat in Deutschland eine lange Tradition.

Mit Farid Bang und Kollegah ist der Judenhass nicht nach Deutschland gekommen. Abfällige Kommentare über Juden finden sich bei Richard Wagner, Immanuel Kant und sogar beim großen Goethe. Letzterer schrieb zum Beispiel:

„Ist der Vater auf Geld ersessen
Und nutzt sogar die Lampenschnuppen
Kriegen sie den Sohn in die Kluppen
Juden und Huren, die werden’s fressen.“

Juden und Huren. Diese zwei Themen finden sich auch häufig in der Texten von Farid Bang. Da steht er fest in der Tradition von Johann Wolfgang von Goethe. Eine Schule, die kein Problem damit hat, die Verse von Goethe zu unterrichten, sollte sich wenigstens auch mal die Zeit nehmen, jene Verse zu studieren, die heute von der Jugend zitiert aus auswendig gelernt werden.

Wer weiß, vielleicht schaffen es einige dieser zeitgenössischen Dichter in den deutschen Kanon und dann wird es in 250 Jahren heißen: „Jetzt ist aber auch mal gut mit den Vorwürfen. Sie waren doch auch nur Kinder ihrer Zeit und im 21. Jahrhundert war Antisemitismus eben überall. Das kann man denen doch heute nicht mehr vorwerfen.“

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Kollegah in Auschwitz

Farid Bang und Kollegah besuchen Auschwitz. Die beiden Rapper haben die Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees zu einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau angenommen. Ich frage mich allerdings, ob es klug ist, Antisemiten Auschwitz zu zeigen. Nicht, dass die da noch auf dumme Gedanken kommen.

Lesen Sie den ganzen Artikel auf der Achse des Guten. Hier klicken.

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German sympathies

Journalists at the German public service news program Tagesschau are not hesitant about calling North Korean leader Kim Jong-un a „dictator“. But I’m surprised that they always call Abbas the „Palestinian President“, when it should be „so-called Palestinian president“.

Presumably, a few journalists are simply revealing their sympathies and prejudices.

I have a question: when exactly was Abbas elected president and for how long?

And while we’re at it, Sigmar Gabriel calls Abbas his „friend“ and Mr. Gabriel was once the German Foreign Minister, and not just „so-called“.

***
Translation: William Wires
http://www.williamwires.com
http://www.facebook.com/William.Wires.Fine.Art

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Liebe Tagesschau, haben die Juden eine Mitschuld am Holocaust?

In der Tagesschau vom 1. Mai 2018 verlas Judith Rakers zwischen Minute 9:23 und 9:50 folgende Nachricht:

„Palästinenserpräsident Abbas hat den Juden eine Mitschuld an ihrer Ermordung durch die Nationalsozialisten gegeben. Vor dem palästinensischen Nationalrat sagte er gestern, der Holocaust sei nicht durch Antisemitismus ausgelöst worden, sondern durch das soziale Verhalten der Juden, etwa das Verleihen von Geld. Abbas betonte aber zugleich, die Palästinenser wollten einen eigenen Staat, um zusammen mit Israel in Frieden leben zu können.“

Sehr geehrte Damen und Herren der Tagesschau,

da dies Ihre ganze Nachricht zu dem Thema ist und Sie keine weitere Einordnung vorgenommen haben, habe ich eine wichtige Frage an Sie:

Haben die Juden eine Mitschuld an dem Holocaust? Was sind die Fakten?

Was meinen Sie? Ich würde es gerne von Ihnen wissen. Oder gebietet es Ihre Neutralität, darüber zu schweigen?

Und wo wir schon mal dabei sind, Sie nennen Abbas den „Palästinenserpräsidenten“. Warum sagen Sie nicht „Machthaber“ oder „sogenannter Palästinenserpräsident“? Oder anders gefragt: Wann genau wurde Abbas zum Präsidenten gewählt und für wie lange?

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

***

Die Antwort der Tagesschau:

Die Informationen über diese Rede, die am Vorabend in Ramallah vor dem Palästinensischen Nationalrat gehalten wurde, haben uns am Nachmittag des 1. Mai erreicht. Wir haben diese Äußerungen sofort als antisemitisch eingeschätzt und im Hinblick auf einen möglichen Aussöhnungsprozess zwischen Israelis und Palästinensern für eine Belastung. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, über die Rede möglichst schnell zu berichten. Da uns Reaktionen und weitere Informationen zu dem Zeitpunkt noch nicht vorlagen, haben wir uns zunächst auf eine streng nachrichtliche Berichterstattung beschränkt. Wir finden auch im Rückblick, die Äußerungen von Abbas sprechen für sich und sind grundsätzlich für die Zuschauer auch ohne weitere Informationen zu verstehen und einzuordnen.

Aber natürlich wäre es wünschenswert gewesen, hier ausführlicher zu berichten. Im Nachhinein haben wir uns die Frage gestellt, ob es nicht besser gewesen wäre, zunächst abzuwarten, wie Abbas‘ Äußerungen aufgenommen werden. Letztlich halten wir aber auch in der Nachbetrachtung unser Vorgehen für journalistisch vertretbar, vor allem, weil uns daran gelegen war, über den Inhalt der Rede so schnell wie möglich zu berichten.

Heute, am 2. Mai, haben wir nun weitere Informationen vorliegen. Auf unserer Webseite tagesschau.de gibt es nun einen Artikel mit Reaktionen auf die Rede, die nach unserer Ansicht auch zu einer besseren Einordnung des Gesagten dienen können.

Wir behalten uns auch eine mögliche weitere Berichterstattung in der Tagesschau vor.

Wir können aber natürlich Ihre Kritik nachvollziehen und verstehen. Anmerkungen wie Ihre helfen uns, die eigene Arbeit immer wieder zu überprüfen und noch besser zu werden. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns als kritischer Begleiter unserer Nachrichtenangebote erhalten blieben.

***

Meine Antwort darauf lautet:

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe allerdings noch eine Frage.

Der nordkoreanische Führer Kim Jong-un wird von der Tagesschau als „Machthaber“ bezeichnet, zudem sind Ihre Journalisten geschult im Gebrauch des Begriffs „sogenannt“. Daher wundere ich mich, dass Sie Abbas stets den „Palästinenserpräsidenten“ nennen. Wenigstens die Bezeichnung als „sogenannter Palästinenserpräsident“ wäre angebracht, meinen Sie nicht?

Daher frage ich: Wann genau wurde Abbas zum Präsidenten gewählt und für wie lange?

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann

PS: Sind die Juden nun selber schuld am Holocaust oder nicht?

***

Eine Antwort darauf kam nicht.

Tapfer im Nirgendwo gibt daher die Antwort:

Im Jahr 2005 wurde Abbas zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt. Seine Legislaturperiode endete am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne demokratische Legitimation an der Macht. Abbas ist somit seit Anfang 2009 kein Präsident mehr!

Tapfer im Nirgendwo gibt schon mal die Antwort, in der Hoffnung, dass auch die Tagesschau sie kennt:

Im Jahr 2005 wurde Abbas zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt. Seine Legislaturperiode endete am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne demokratische Legitimation an der Macht. Abbas ist somit seit Anfang 2009 kein Präsident mehr!

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ES REICHT!

Die Rede des Vorsitzenden der Synagogen-Gemeinde Köln, Felix Schotland, gehalten am 25. April 2018 vor dem Kölner Dom auf der Kundgebung Kippa Colonia.

Liebe Mitstreiter, liebe Freunde!

Ihr setzt ein Zeichen, ein Zeichen für die Demokratie hier in Deutschland und ein Zeichen gegen Antisemitismus. Ich sage hier klar und deutlich :

ES REICHT!

Wir haben genug gesehen.

Wir können es nicht mehr ertragen, dass wir, weil wir Juden sind, angefeindet werden.

Es ist nicht auszuhalten, dass unsere Kinder, nur weil sie Juden sind, in den Schulen gemobbt, ausgegrenzt und mittlerweile sogar körperlich angegriffen werden.

ES REICHT!

Es kann nicht sein, dass der Fall eines Brandanschlags auf eine Synagoge, nämlich die in Wuppertal, nicht als antisemitisch, sondern als Anti Israelisch eingestuft wird.

Eine Synagoge ist wie eine Kippa etwas, das mit dem Judentum fest und unwiederbringlich verbunden ist. Und was hat ein G‘tteshaus, eine Synagoge in Wuppertal mit dem Staat Israel zu tun?

ES REICHT!

In einem Land mit einer freiheitlich, demokratischen Grundordnung, zeigt die Stärke des Antisemitismus wie ein Seismograph, wie es um die Gesellschaft und den Zustand der Demokratie bestellt ist.

Je stärker dieser Antisemitismus zum Vorschein kommt, desto mehr ist diese Grundordnung in Gefahr, desto schneller werden andere Gruppen der Gesellschaft, Minderheiten wie Ausländer, Schwarze, Schwule, Lesben oder Behinderte ausgegrenzt. Dann ist es auch zur Frauenfeindlichkeit nicht mehr weit. Diese Bedrohung betrifft letztendlich alle Menschen in unserem Deutschland.

ES REICHT!

Inzwischen wird ganz unverhohlen offen und direkt antisemitisches Gedankengut verbreitet und Judenfeindlichkeit ist bei uns in Deutschland in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Unter dem Deckmantel der Israelkritik mit den Worten „Man wird ja wohl mal sagen dürfen…“ wird ganz offen das Existenzrecht des Staates Israel, dessen 70sten Geburtstag wir gerade feiern, angezweifelt.

Aber nicht nur das, sondern die Juden in Deutschland werden damit bedroht. Das bisher ungestrafte Verbreiten von Antisemitismus in sozialen Netzwerken muss geächtet und von den Betreibern unterbunden werden.

ES REICHT!

Wir müssen umdenken, gerade in unseren Geschichtsbüchern kommen Juden in Deutschland erst ab 1933 vor. Das ist echter Quatsch und trägt nicht zum Kennenlernen bei. Juden sind in Köln bereits das erste Mal im Jahre 321 erwähnt!

ES REICHT!

Diesmal werden wir nicht schweigen, diesmal stehen wir Juden zusammen gegen die Kräfte, die unsere Demokratie zerstören wollen, die uns an den Rand drängen wollen. Es ist ein Kampf, den wir gemeinsam führen müssen. Und dass Ihr alle gekommen seid, ist ein erster Schritt in diesem herausfordernden Kampf.

Ich danke Euch dafür!

Und es ist ein gutes Zeichen, dass wir als Juden jetzt nicht alleine stehen, sondern wir sehen und erleben dürfen, dass wir in diesem Land Freunde haben.

Und wir wünschen uns, dass es immer mehr werden.

***
(TINFS)

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Kaffeekränzchen mit Antisemiten

Ein offener Brief an Bundespräsident Steinmeier von Malca Goldstein-Wolf.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Steinmeier,

in Anbetracht der Tatsache, dass der Antisemitismus in Deutschland ansteigt, jüdischen Männern davon abgeraten wird, auf offener Straße eine Kippa zu tragen, aus Angst vor tätlichen Übergriffen und Judenhass sogar schon die Grundschulen erreicht hat, sollte sich der Träger des höchsten Amtes im Land ganz besonders dafür einsetzen, jüdisches Leben in Deutschland zu schützen.

Ich gebe es offen zu, Herr Steinmeier, Ihr
Verhalten in der Vergangenheit hat mein Vertrauen in Ihre Person nicht gerade bestärkt. Als Außenminister haben Sie mit dem Unterzeichnen des Iran Abkommens die Existenz Israels in hohem Maße gefährdet. Als Bundespräsident verneigen Sie sich, ohne Not, vor dem Judenmörder und Terroristen Arafat und legen einen Kranz an seinem Grab nieder. Nun aber, überschreiten Sie weitere Grenzen des Unerträglichen, in dem Sie den Chef der antisemitischen Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS), M. Khalilzadeh, die den Berliner Al-Quds-Marsch zur Vernichtung Israels organisiert, nächsten Montag ins Schloss Bellevue einladen.

Die IGS steht laut Erkenntnissen der Bundesregierung der islamistischen Führung des Iran nahe. So wird der Vorsitzende des Verbandes Mahmood Khalilzadeh dem politisch-religiösen Establishment des Iran zugerechnet. Unter den Mitgliedsorganisationen der IGS befinden sich extremistische Vereine wie das Islamische Zentrum Hamburg (IZHDir) und es gibt Hinweise auf Verbindungen einiger Mitgliedsorganisationen zur islamistisch-terroristischen Hisbollah.

Es sind genau diese „Gesten“, ähnlich wie die Kranzniederlegung an Arafats Grab, die Judenhass schüren und das von dem Mann, der das höchste Amt im Land bekleidet. Und jetzt kommen Sie mir bitte nicht mit „Diplomatie“. Einen Mörder zu huldigen oder einen Antisemiten zu legitimieren, indem ihn der Bundespräsident empfängt, ist nicht diplomatisch, sondern ganz klar zu verurteilen. Hier genau ist Schluss mit lustig, Herr Bundespräsident!

Auch wenn wir in der Minderheit sind, heißt das nicht, dass wir Juden uns alles gefallen lassen müssen und letztendlich vertreten Sie in Ihrem Amt die Interessen aller Bürger!

Den Judenhass bekämpfen zu wollen, den man selbst schürt, ist eine Farce!

Frank Walter Steinmeier, Sie missbrauchen Ihr Amt und werfen Juden den Antisemiten zum Fraß vor! Ihr Verhalten ist absolut inakzeptabel und ich fordere Sie dazu auf, Ihre Verantwortung gegenüber Juden und Israel (man sagt, dies wäre in Deutschland Staatsräson!) als Bundespräsident, Demokrat und anständiger Mensch gerecht zu werden!

Kein Mullah-Appeasement, kein Kaffeekränzchen mit Antisemiten, stattdessen sollten Sie sich in Ihrer Funktion als Repräsentant meines Landes klar und deutlich positionieren, für Menschenrechte und Anstand, gegen Rassismus und Antisemitismus!

Shalom,
Malca Goldstein-Wolf

***

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Für wen spricht der Zentralrat der Muslime eigentlich?

Wenn in Deutschland ein Vertreter der muslimischen Gemeinde gesucht wird, fällt die Entscheidung nicht selten auf den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Für wen spricht er eigentlich?

Zentralrat der Muslime! Das klingt seriös und bedeutsam, das klingt wie Zentralrat der Juden in Deutschland. Der Vergleich ist aber nicht zulässig!

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat über 100.000 Mitglieder. Schätzungsweise 150.000 Juden leben in Deutschland. Der Zentralrat der Juden vertritt somit zwei Drittel aller Juden in Deutschland. Der Zentralrat der Muslime hat nicht mal 20.000 Mitglieder. In Deutschland leben jedoch über 4,5 Millionen Muslime.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland vertritt unter 0,5% aller Muslime in Deutschland.

Die Namensgebung als Zentralrat der Muslime ist somit irreführend. Dieser kleine und für die Mehrheit der Muslime völlig unbedeutende Verein insinuiert mit dem Namen eine Kompetenz, die vergleichbar sein soll mit dem Zentralrat der Juden. Das ist jedoch ein Etikettenschwindel!

Die größte muslimische Organisation in Deutschland ist die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (DİTİB). DİTİB errichtet und unterhält Moscheen und Unterrichtsstätten, bildet Prediger aus und organisiert kulturelle Veranstaltungen. DİTİB untersteht der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten der Türkei, welches dem türkischen Ministerpräsidentenamt angegliedert ist. Der Vorsitzende der DİTİB ist in Personalunion auch türkischer Botschaftsrat für religiöse und soziale Angelegenheiten. Zudem werden die an staatlichen theologischen Hochschulen in der Türkei ausgebildeten Imame der DİTİB für fünf Jahre nach Deutschland geschickt und sind de facto Beamte des türkischen Staates, von dem sie auch bezahlt werden.

DİTİB erklärt auf ihrer Homepage: „Umfragen zufolge, vertritt die DITIB über 70% der in Deutschland lebenden Muslime.“

Selbst wenn die Zahl zu hoch gegriffen ist und davon darf ausgegangen werden, so vertritt dennoch keine deutsche Organisation mehr Muslime als DİTİB . Wenn es somit eine Organisation gibt, die die Kompetenz hat, so für Muslime in Deutschland zu sprechen wie es der Zentral der Juden für Juden in Deutschland macht, dann ist es DİTİB. Das mag vielen nicht gefallen, aber es ist so.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Report München berichteten im Jahr 2015, dass radikale Islamisten in DİTİB-Moscheen aktiv seien. Im April 2018 wurde bekannt, dass in verschiedenen DİTİB-Moscheen in Deutschland Kinder im Vorschulalter in Soldatenuniformen und mit türkischen Fahnen Kriegsszenen nachspielen mussten. Diese DİTİB vertritt die Mehrheit der Muslime in Deutschland.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland vertritt nicht mal 0,5 Prozent aller Muslime in Deutschland. Die Partei Mensch Tier und Umwelt wurde bei der letzten Bundestagswahl mit 0,8% gewählt.

Warum wird der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime überhaupt von seriösen Medien eingeladen? Ebenso gut kann man ein Politiker der V-Partei³ – Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer als Vertreter der deutschen Politik oder einen Reichsdeutschen als Sprecher für Deutschland einladen.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime ist für den Islam so repräsentativ wie ein Mormone für das Christentum. Wer glaubt, Aiman Mazyek würde für den Islam sprechen, glaubt auch, Cherry Coke spricht für Kirschen.

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Kippa Colonia

Tapfer im Nirgendwo präsentiert Bilder von der Solidaritätskundgebung Kippa Colonia am 25. April 2018 vor dem Kölner Dom am Römerbogen.

Den Ort der Kundgebung hatte ich ganz bewusst gewählt. Der Römerbogen ist nämlich der Rest des alten römischen Nordtors der Stadt. Durch dieses Tor gingen Juden bereits ein und aus, bevor es den ersten Karnevalsverein in Köln gab. Die jüdische Gemeinde ist die älteste Gemeinde in Köln und wird erstmals im Jahr 321 schriftlich erwähnt. Köln wurde gegründet, da gab es noch keine Christen, Juden schon.

Der Kölner Dom wurde unter anderem unter der Vizepräsidentschaft des jüdischen Dichters Heinrich Heine zu Ende gebaut. Im Kölner Dom hängen Fenster, die von der jüdischen Familie Oppenheimer gestiftet wurden. Auf diesen Fenstern ist die Kölner Synagoge abgebildet. Der Eingang des Kölner Doms wird von Juden bewacht. Dort stehen Statuen von Abraham, Jakob, Moses, Salomon, David, Maria, Anna, Joachim, Josef, Jesus und vielen anderen Juden.

Juden sind nicht nur ein Teil der Stadt Köln, sie haben die Stadt entscheidend geprägt und dies schon in den frühen Anfängen.

Es ist für mich eine klare Sache, öffentlich in Erscheinung zu treten, wenn die Selbstverständlichkeit in Zweifel gezogen wird oder in Gefahr gerät, dass Juden und Jüdinnen nicht nur ein Teil unserer Gesellschaft sind, sondern diese entscheidend und vor allem schon in den Anfängen geprägt und mitgestaltet haben, lange bevor es eine deutsche Nation gab, der erste Karnevalsverein durch Köln zog, eine Moschee in Berlin stand, ja, bevor Berlin oder Frankfurt überhaupt einmal schriftlich erwähnt wurden.

Wer Juden angreift, greift unsere Geschichte und Identität an. Wer Juden angreift, greift mich an.

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