Lieber Sigmar Gabriel,

Stellen Sie sich mal vor, Sie sind im Krieg und einige Nachbarländer Deutschlands hätten die Absicht, Deutschland und alle Deutschen zu vernichten und erklärten dies sogar in ihren Chartas und Verfassungen. Stellen Sie sich vor, diese Länder würden Raketen und Granaten auf Deutschland abwerfen und Terroristen nach Berlin, Hamburg, München und Köln schleusen, um dort dann auf Passanten zu schießen, Zivilisten abzustechen und mit Beilen in Kirchen zu morden. Versuchen Sie einmal, sich vorzustellen, Deutschand sei in einem Krieg, in dem Deutschland das Leben aller seiner Bürgerinnen und Bürger tagtäglich verteidigen muss, weil die Feinde alle Deutschen vernichten wollen. Stellen Sie sich vor, Ihre Kinder müssten alle in einen Krieg ziehen, um zu verhindern, dass Ihre Familie ausgelöscht wird.

Stellen Sie sich das alles bitte einmal kurz mal vor.

Und jetzt stellen Sie sich vor, der israelische Außenminister käme in genau dieser Zeit nach Deutschland und würde sich dann mit Reichsdeutschen treffen wollen, die die Legitimität Ihres Landes in Frage stellen, sowie mit einer Organisation, die nachweislich lügt und verleumdet und die Deutsche Bundeswehr als Kriegsverbrecher bezeichnet. Stellen Sie sich zudem vor, der israelische Außenminister würde sich nicht mit Opferverbänden treffen wollen, sondern nur mit Kritikern Deutschlands.

***

Und nun nennen Sie mir ein westliches Land, das sich so ein Verhalten von Israel gefallen lassen würde.

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„Sie haben weggesehen!“

Ein Brief eines jüdischen Vaters an den Schulleiter der Friedenauer Gemeinschaftsschule in Berlin, wo ein Schüler über einen langen Zeitraum terrorisiert wurde, weil er Jude ist.

Es ist nun ein paar Wochen her. Ich wollte Gras über die Sache wachsen lassen, wahrscheinlich genau so wie Sie, aber es funktioniert nicht in meinem Fall. Wie es bei Ihnen aussieht weiß ich nicht.

Mit Fassungslosigkeit, Wut, Zorn und Bestürzung habe ich die Berichte über den antisemitischen Vorfall und den Zuständen an Ihrer Schule gelesen. Im Zuge der Aufarbeitung der schändlichen Vorkommnisse musste ich Ihr weinerliches Statement dazu lesen und diesen unsäglichen offenen Brief einiger Eltern, der im Nachhinein eine schallende, demütigende Ohrfeige für die Familie und den Jungen selbst ist.

Eines vorweg und diesen Schuh müssen Sie sich anziehen, die Eltern des jüdischen Schülers haben Ihrer Schule vertraut, Ihnen den wichtigsten Menschen, den sie haben, in Ihre Verantwortung und Obhut gegeben und Sie und Ihre Kollegen haben völlig versagt. Sie und Ihr gesamtes Schulkollegium sollten sich schämen! Ist Ihnen bewusst, was Sie, neben dem Schmerz, der Demütigung und dem Trauma mit Ihrer unfassbaren Ignoranz, Ihrer gefährlichen Passivität und Dummheit den Eltern, dem Jungen, aber auch mir angetan haben?

Ich möchte definitiv nicht pauschalieren, von mir aus nennen Sie mich Panikmacher, aber jüdische Kinder sind nun auch nicht mehr in den Schulen sicher und das bereitet mir große Sorgen. Warum auch mir? Ich bin Vater! Mein Sohn ist 13 und jüdisch. Der Umstand, dass mein Sohn jüdisch ist, zeigt mir auf, befeuert durch Ihre unterlassene Hilfeleistung, dass er in Zukunft viel um die Ohren haben wird.

Deutschland ist eine tolerante, weltoffene, nachsichtige, aufopferungsvolle Nation, nicht nur wenn es um Flüchtlinge, AfD, Nazis, linksautonome Faschisten und vor allem dem politisch, radikalisiertem Islam geht. Ja, das beweist Deutschland mir tagtäglich. Nur, gilt die Nachsichtigkeit, Weltoffenheit, Toleranz und Aufopferung auch für Juden? Ich meine den lebenden Juden, nicht den Gaskammer-Juden. An Ihrer Schule wohl eher nicht.

Sie gehören anscheinend auch zu der Sorte Mensch, die sich den toten Juden mehr verpflichtet fühlt, als den noch lebenden – oder, um beim Thema zu bleiben, den Juden, die auf Ihre Schule gehen. Wie oft waren Sie mit Ihren Schulklassen im Jüdischen Museum oder am Mahnmal der ermordeten Juden? Mehr als ein dutzend Mal? Wusste ich es doch!

Ich beobachte den wiedererstarkten Antisemitismus, vor allem in der muslimischen Community mit wachsender Sorge und nicht wie Sie als Unbetroffener. Ein jüdischer Schüler stand unter Ihrer Fürsorgepflicht und wurde über Monate offensichtlich von muslimischen Mitschülern gemobbt, drangsaliert, terrorisiert und letztendlich geschlagen wurde. Der Judenhass ist leider ein Normalzustand für mich. Ich kann nur präventiv dagegen vorgehen. Wollen Sie wissen, wie es präventiv in einer jüdischen Familie zugeht? Das sieht folgendermaßen aus: Ich bläue meinem Sohn mindestens zwei mal die Woche ein, Fremden niemals zu sagen, dass er jüdisch ist, auch nicht seinen Mitschülern in der Schule und vor allem nicht Muslimen, leider. Wenn ihn aus irgendwelchen Gründen, jemand fragen sollte, ob er jüdisch ist, dann soll er verneinen. Ich zwinge mein Kind zu lügen!

In seiner Schule wissen nur einige Lehrer Bescheid. Ich hoffe, das bleibt so. Den Judenstern wird ein Jude in Deutschland niemals los, das ist mir bewusst. Dass Ihr Schüler so offen mit seiner Religion umgegangen ist, bewundere ich zutiefst. Dazu braucht man definitiv Eier und das mit 14! Wenn Sie das nicht glauben, dann probieren Sie es doch mal aus. Gerne besorge ich Ihnen eine Kippa. Setzen Sie sie auf und ab geht es damit nach Neukölln oder Kreuzberg. Sozusagen *Inside Jews*. Ich freue mich jetzt schon auf Ihre Strafanzeigen gegen Unbekannt und Ihre Nahtod-Erfahrungsberichte.

Es ist für mich ein Normalzustand, mit der traurigen Gewissheit zu leben, dass mein Kind nicht immer dazugehören wird, weil es das Beispiel par excellence eines weltumspannenden Feindbildes ist – traurigerweise und fälschlicherweise. Mir ist vollkommen bewusst, dass mein Sohn sein Leben lang in ein dämonisches, fremdbestimmtes, stereotypisches Image gezwungen wird, das er niemals gänzlich abstreifen kann. Dies wurde auch Ihrem jüdischen Mitschüler zum Verhängnis, denn wie man teilweise aus der muslimischen Community an Ihrer Schule vernehmen kann, sind alle Juden Mörder, nicht wahr? Zuweilen ist der Jude sogar an der eigenen Misere schuld, obwohl man noch nie einem Juden über den Weg gelaufen ist. Hinter allem Verwerflichem und jeder weltumspannenden Bosheit wird in Zukunft auch mein Sohn dahinter stecken. Für viele wird er ein missgünstiger Jude sein, der versucht, seine perfiden Pläne durchzusetzen. Multitasking in satanischer Perfektion machen vermeidlich jeden Hebräer zu einem Katastrophenjunkie, so die Antisemiten.

Es ist für mich ein Normalzustand, dass der Begriff *Jude* in einschlägigen Kreisen als Schimpfwort missbraucht wird. Mittlerweile hat der Begriff *Jude* zu den altbekannten auch neue Synonyme bekommen. Demzufolge ist mein Sohn nowadays „ethnisch bedenklich“, ein „Ungläubiger“, ein „Imperialist“, ein „Zionist“ oder ein „Opfaaa“. In der muslimischen Szene wird mein Kind auch gerne als Nachkomme von Affen und Schweinen beschimpft. Mit den Affen könnten sie recht haben, aber das gilt ja wohl für uns alle.

Es ist für mich ein Normalzustand, mit der beunruhigenden Erkenntnis zu leben, dass mein Sohn vorsichtig geschätzt, die halbe Weltbevölkerung gegen sich haben wird, ob es ihm passt oder nicht. In einigen Ländern dieser Erde gilt er als geistiger Staatsfeind Nummer Eins und irgendwann muss ich ihm erklären, falls er sich zum Beispiel für den Iran interessiert, dass er sich das abschminken kann. Er wird dieses Land niemals bereisen können, denn dort herrscht ein Einreiseverbot für Israelis, demzufolge auch für Juden. Das Selbe gilt für Algerien, Bangladesch, Brunei, Irak, Kuwait, Libanon, Libyen, Malaysia, Oman, Pakistan, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, Vereinigte Arabische Emirate, Jemen, Neukölln und nun auch Ihre sagenhafte Friedenauer Gemeinschaftsschule.

Es ist für mich ein Normalzustand, damit zu leben, dass mein Sohn sich durchbeißen, um seine Akzeptanz kämpfen und um Verständnis ringen muss. Er muss damit zurechtkommen, mit anderen Maßstäben gemessen zu werden, ob er es will oder nicht! Mitleidsvolle Blicke, Ablehnung, Ausgrenzung, Denunziation, Anfeindungen, Benachteiligung, Vorurteile, Ressentiments, Hass, Beleidigungen und in manchen Fällen auch körperliche Gewalt, so geschehen an Ihrer Schule, sind grausame Ingredienzen, die das alltägliche Leben eines Juden schwer und risikoreich gestalten.

Ich erziehe mein Kind nicht in blanker Angst – aber in der Realität. Und diese Realität hat mich und die Eltern dieses Jungen eingeholt. Was nutzt es mir, mein Kind liberal, freigeistig, mit höchsten moralischen Werten zu erziehen, wenn die Welt da draußen gar nicht so ist? Und dennoch tue ich es! Davon können Sie mich mit Ihrer Untätigkeit nicht abhalten. Felsenfest bin ich davon überzeugt, dass der Humanismus, der an Ihnen und Ihrer Schule gänzlich spurlos vorbeigegangen ist, die Antwort auf vieles sein kann.

We wird mein Sohn reagieren, wenn er das erste Mal bewusst Feindberührung mit dem Judenhass machen wird? Wie wird er sich zu helfen wissen, wenn sein Vater, seine Mutter, ihn nicht davor beschützen können, wenn er ganz alleine auf sich gestellt ist, so wie Ihr ehemaliger Schüler? Sie haben an Ihrer Schule das zugelassen, wovor die meisten Eltern eines jüdischen Kindes am meisten Sorge haben. Sie, Ihr Lehrerkollegium, die Mitschüler, der Elternbeirat sie haben diesen Jungen im Stich gelassen!

Sie haben weggesehen, hinweggesehen, abgewunken, sich umgedreht, ihn fallen lassen, ihn ignoriert. Sie sind nicht eingeschritten, haben sich nicht schützend vor ihm hingestellt – schlimm, furchtbar, ohne Worte. Anstatt sich die Eltern dieser Schläger zur Brust zu nehmen, laden Sie die betagten Großeltern des Opfers in die Schule ein, um über den Holocaust zu sinnieren. Was für eine Demütigung! Ich mache den Großeltern keinen Vorwurf, Sie haben die Hand ausgestreckt und aus Liebe zu Ihrem Enkel gehandelt. Ich attestiere Ihnen mangelnde emotionale Intelligenz. Und dennoch Sie haben Empathie, aber darunter haben nicht alle Platz, zumindest keine Juden.

Sie haben diesen jüdischen Jungen einfach ziehen lassen. Was haben Sie unternommen, um ihn zu halten? Eventuell haben Sie es ja versucht, diese Schläger an einen Tisch zu setzen, um über das *Judenproblem* an Ihrer Schule zu diskutieren. Aber bestimmt ohne diesen jüdischen Jungen, denn das wäre für manchen Ihrer Schüler zuviel des Guten.

Würde mich nicht wundern, so wie es gerade um Deutschland steht, wenn der nächste Integrationsbambi an Ihre Schule geht. Wenn Sie und Konsorten glauben, dass Judenfeindlichkeit in unserer breiten Gesellschaft, vor allem aber in der muslimischen Community, zu einem salonfähigen, unwiderruflichen Normalzustand geworden ist, mit dem mein Sohn und andere jüdische Kinder sich in Zukunft lapidar abfinden müssen, dann liegen Sie falsch. Wenn Sie und vor allem einige Eltern an Ihrer Schule glauben, dass mein Sohn oder ein anderes deutsches jüdisches Kind den Kopf wegen des Nahostkonflikts hinhalten muss, dann liegen Sie auch alle falsch.

Mein Sohn ist deutsch und erst dann jüdisch. Das kann ja wohl nicht so schwer zu verstehen sein. Ich hoffe inständig, dass er nicht zu einem rigorosen, unabwendbaren Bekenntnis, respektive Positionierung, zu Israel gezwungen wird, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht und er seine Koffer packen muss.

Eine Frage geht mir oft durch den Kopf: Wird mein Kind sich hier angenommen und akzeptiert fühlen? Wird er seine Zukunft in diesem Land haben? Ich weiss es nicht. Ich kann diese Frage nicht beantworten. Diese Frage kann mir nur Deutschland beantworten.

Nun, was den jüdischen Jungen aus Ihre Schule betrifft, der ist wieder zurück nach Großbritannien. Damit haben Sie mir meine Frage mit Nein beantwortet. Aber, ich trotze Ihnen, denn Sie sind nicht *Deutschland*, auch nicht Ihr Lehrerkollegium und auch nicht die paar instrumentalisierten, verblendeten Mamas und Papas an Ihrer Schule. Deutschland ist viel mehr!

Eines möchte ich Ihnen, respektive Ihren Mitschülern, vor allem den Muslimen unter ihnen, abschliessend mitgeben – etwas pädagogisch sinnvolles: Ihr ehemaliger jüdischer Mitschüler ist keinesfalls ein *Opfer*. Er und mein Sohn haben etwas entscheidendes gemeinsam: Beide sind Nachfahren von Holocaustüberlebenden. Wer Nachfahre eines Holocaust Überlebenden ist, entspringt der Saat eines Helden!

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Die Grenze der „Sonderbehandlung“

Sehr geehrte Christiane Hoffmann,

heute, am 26. April 2017, erhielt ich einen Newsletter des Spiegels unter dem Titel „Morning Briefing“, für den sie als stellvertretende Leiterin des Hauptstadtbüros verantwortlich sind. Dort steht:

„Die historisch bedingte Sonderbehandlung Israels stößt mit der Regierung Netanyahu an ihre Grenzen.“

Das Wort Sonderbehandlung hat in Deutschland Tradition, wenn es um Juden geht. Ich habe daher sechs Fragen an Sie:

1. Frage: Wie sehen die Sonderbehandlungen aus, die Israel von Deutschland erhalten hat? Bitte nennen Sie mir ein paar Beispiele.

2. Frage: Unterzieht Der Spiegel Israel auch einer Sonderbehandlung? Wenn ja, wie sieht diese Sonderbehandlung aus?

Sie schreiben weiter: „Aber die historische Schuld kann nicht dazu führen, dass Deutschland es akzeptiert, wenn die israelische Regierung sich immer weiter von jenen Werten entfernt, die wir bisher für gemeinsam gehalten haben.“

3. Frage: Welche historische Schuld meinen Sie? Meinen Sie etwa die Sonderbehandlungen, die Juden einst in Deutschland erleben mussten?

4. Frage: Welche Werte meinen Sie? Etwa, die Werte, die viele Deutsche für selbstverständlich halten, während das Volk in Israel diese Werte verteidigen muss in einer Welt von Feinden, die das kleine Land Israel auslöschen möchten, während die Hamas in ihrer Gründungscharta erklärt, alle Juden weltweit vernichten zu wollen? Diese Forderung gab es einst auch in Deutschland aus. Sie nannte sich Endlösung!

5. Frage: Wie sollen Juden mit dieser Sonderbehandlung umgehen?

6. Frage: Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie es für einen Israeli sein muss, Europäern die Hand zu schütteln, die seit Jahrzehnten ein undemokratisches Regime finanzieren, das mit dem Geld Familien von terroristischen Judenmördern Renten zahlt?

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann

***

Die kurze Antwort:

„Die Formulierung „Sonderbehandlung“ ist in diesem Zusammenhang sicher sehr unglücklich, da haben Sie recht. Wir haben das inzwischen korrigiert.

Mit freundlichem Gruß
C. Hoffmann“

 

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German politician wants to humiliate Netanyahu

The German politician Martin Hans Sonneborn, a member of the European Parliament, wrote on April 25, 2017 via Facebook:

„That’s funny. For the first time I’m on Sigm. Gabriel’s side … I’d visit Netanjahu with a few bulldozers, cut off his water, and then humiliate him even further.“

Sigmar Gabriel is the Foreign Minister of Germany who on March 24, 2017 emphasized on Facebook his friendship with Mahmoud Abbas.

I’m Gerd Buurmann, a German theater artist, and I reply as follows:

If Netanjahu had lived in Frankfurt in 1938, you could have visited him with Sigmar Gabriel riding a bulldozer, cut off his water, and humiliate him further, but thank G_d, Netanyahu lives in Israel today and not in Germany. Therefore, he’s not at risk to suffer the „funny“ fantasies of a German politician.

Best regards,
Gerd Buurmann

PS: What exactly do you mean with “further humiliations”? Things like poisoning Israeli wells and making organic German bread from Jewish blood?

***

Translation: William Wires
http://www.williamwires.com
http://www.facebook.com/William.Wires.Fine.Art

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Sigmar Gabriel, sein Freund und sein Judenhass

Am 24. März 2017 schrieb Sigmar Gabriel auf Twitter:

„Habe meinen Freund Mahmoud Abbas getroffen. Dtl. steht zur Zwei-Staaten-Lösung & unterstützt den Aufbau staatlicher Strukturen in Palästina.“

Abbas sagte einst:

„In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Das ist Sigmar Gabriels Freund!

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Das ist Sigmar Gabriels Freund!

Im Jahr 2005 wurde Abbas zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt. Seine Legislaturperiode endete jedoch am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne Legitimation an der Macht.

Das ist Sigmar Gabriels Freund!

Im Jahr 2015 bezeichnete Abbas den Mord an einem israelischen Ehepaar durch palästinensische Terroristen als „heldenhaft“. Nicht wenige Judenmörder und deren Familien bekommen von Abbas‘ Fatah stattliche Renten für ihre terroristischen Bluttaten.

Das ist Sigmar Gabriels Freund!

Am 14. März 2012 schrieb Sigmar Gabriel auf Facebook:

„Ich war gerade in Hebron. Das ist für Palästinenser ein rechtsfreier Raum. Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“

Eine solche Kritik hat Sigmar Gabriel an seinen Freund nie getätigt. Daher trifft sich Sigmar Gabriel lieber mit „Breaking the Silence“ als mit einer der vielen Nichtregierungsorganisationen, die sich um die Opfer seines Freundes kümmern, die verfolgt und ermordet wurden von den terroristischen Schergen der Fatah, die mit deutschen Steuergeldern unterstützt werden. Ein deutscher Freund hilft, wo er kann.

Sigmar Gabriel ist doch ein Freund!

Nachdem ein Muslim beim Obersten Justizgerichtshof in Israel geklagt hatte, weil er vor einer Klinik in Tel Aviv ohne einen muslimischen Gebetsort im Freien habe beten müssen, teilte die Regierung Israels mit, die sechs größten medizinischen Zentren des Landes in Jerusalem, Tel Haschomer, Haifa, Tel Aviv, Beerscheba und Petak Tikva seien angewiesen worden, binnen eineinhalb Jahren Gebetsräume für Muslime einzurichten. Das Gesundheitsministerium hatte sogar bereits 2011 beschlossen, an staatlichen Kranken­häusern Gebetsräume für alle Religionen zu verordnen. Schon vor Einreichung der Klage hätten Kliniken in Haifa und in Tel Aviv muslimische Gebetsräume eingerichtet.

Das ist keine Apartheid!

Im Jahr 2016 gewann Lina Mahul, eine 19-jährige Araberin aus der nördlichen Hafenstadt Akko die israelische Ausgabe von „The Voice“.

Das ist keine Apartheid!

In Israel herrscht Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit und Wissenschaftsfreiheit. Die größte und einzige Parade für Schwulen und Lesben findet in Israel statt. Egal mit wem man schläft, woran man glaubt und welches Geschlecht man hat, in Israel stehen einem alle Ämter offen.

Das ist keine Apartheid!

Im israelischen Fernsehen wurde vor einiger Zeit ein Test mit versteckter Kamera unternommen, um zu schauen, wie die Menschen in Israel auf Diskriminierung reagieren. Ein Tankstellenverkäufer, weigerte sich, Araber zu bedienen. Die Gäste reagierten wie folgt:

Das ist keine Apartheid!

Im Gaza-Streifen, in Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen haben Juden nicht nur keinen Gebetsraum in Krankenhäusern sondern gar keine Aufenthaltserlaubnis. Diese Regionen sind allesamt stolz darauf, „judenrein“ zu sein. Jude sein ist in diesen Ländern und Gebieten schlicht und einfach verboten!

Das ist Apartheid! Aber Sigmar Gabriel schweigt. Sein Freund ist involviert!

Die Fatah und die Hamas sprechen allen Palästinensern, die sich systemkritisch, schwul, lesbisch, westlich, aufgeklärt oder feministisch geben, die elementarsten Grundrechte ab.

Das ist Apartheid! Aber Sigmar Gabriel schweigt. Sein Freund ist involviert!

Muhammad Abu Shahala wurde zum Tode verurteilt, weil er sein Haus an einen Juden verkauft hat. Laut einer Regelung der Fatah und der Hamas ist es Palästinensern verboten, Land an Juden zu verkaufen.

Das ist Apartheid! Aber Sigmar Gabriel schweigt. Sein Freund ist involviert!

Am 28. Februar 2010 sagte der stellvertretenden Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Das ist Apartheid! Aber Sigmar Gabriel nennt es nicht so!

Israel jedoch erklärt in seiner Unabhängigkeitserklärung:
„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Das ist keine Apartheid!

Es gibt knapp 1,694,000 Muslime, die friedlich mit Juden zusammenleben. Sie sind die Nachbarn, Arbeitskollegen, Lehrerinnen, Anwälte, Richterinnen, Abgeordneten, Polizisten, Feuerwehrmänner, Soldatinnen, Köche, Sexualpartner und vieles, vieles mehr von Juden. Sie lachen, leben, essen, weinen und streiten zusammen. Sie leben miteinander, nicht nur weil sie miteinander leben wollen, sondern weil sie miteinander leben müssen. Sie teilen sich die selbe Heimat. Sie sind in Treue verbunden mit den Bäumen, Flüssen, Bergen, Meeren, Seen, Städten, Dörfern und Wüsten ihrer Heimat, die sie oft in ihre Gebete einschließen. Sie sind eine Familie! Manche sind entfernte Verwandte, andere wiederum frisch nah Vertraute. 1,694,000 Muslime sagen Ja zu Juden und reichen die Hand zum Frieden.

Das ist keine Apartheid!

Jeder fünfte Israeli ist ein Moslem und 77 Prozent dieser Muslime geben laut einer repräsentativen Umfrage der Harvard Kennedy School an, in keinem anderen Land lieber leben zu wollen, als in Israel! Es gibt kaum ein anderes Land auf der Welt, das von Muslimen so geschätzt wird.

Das ist keine Apartheid!

In der Charta der Hamas steht jedoch:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“

Das ist Apartheid. Aber Sigmar Gabriel schweigt.

Stattdessen machte er einen Apartheidsvorwurf in Richtung Israel. Für ihn ihn es wichtiger, dem israelischen Premierminister zu sagen, dass es ein Problem ist, wenn Juden im Westjordanland Häuser und Siedlungen bauen, vermutlich weil das Gebiet ein Anrecht darauf hat, „judenrein“ oder „national befreit“ zu sein. Siedelnde Juden sind für Sigmar Gabriel das Problem, ebenso wie für seinen Freund, dem Judenhasser Abbas!

Was für eine Männerfreundschaft.

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Tschetscheniens Präsident erklärt, bis zum Beginn des Ramadans die schwule Gemeinschaft vernichten zu wollen

Tapfer im Nirgendwo hat bereits vor zwei Wochen über die brutale Verfolgungswelle gegen Homosexuelle in Tschetschenien berichtet. Homosexuelle Männer werden dort in Lager verschleppt, wo sie geschunden und gefoltert werden. Es ist sogar von von „tschetschenischen Konzentrationslagern für Homosexuelle“ die Rede.

In London haben mittlerweile Tausende Menschen gegen diese Verfolgung demonstriert. In Deutschland jedoch blieb ein ähnlicher Protest bisher aus. Viele haben von dieser ungeheuren Barbarei nicht mal Kenntnis genommen. Die Entertainerin Cassy Carrington zum Beispiel hat Menschen auf dem Kölner Rudolfplatz gefragt, ob sie von der brutalen Verfolgungswelle gegen Homosexuelle in Tschetschenien mitbekommen haben. Die Antworten waren ernüchternd.

Sämtliche Demonstrationen für die Rechte von Homosexuellen, die ich bisher in Deutschland erlebt und unterstützt habe, gingen von homosexuellen Menschen selbst aus. Warum ist das so?

Wo sind die heterosexuellen Bürgerinnen und Bürger, die ganz selbstverständlich und von sich aus auf die Straße gehen, um klar und deutlich zu sagen: Das sind unsere Brüder und Schwestern. Lasst sie in Ruhe! They are here. They are queer. Get used to it!

Wo ist der nicht-schwule Aufschrei?

Die Situation in Tschetschenien hat sich mittlerweile noch verschärft. Der britische Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten, Sir Alan Duncan, sagte im Parlament:

„Uns teilen Menschenrechtsgruppen mit, dass antischwule Kampagnen, sowie Tötungen vom Oberhaupt der tschetschenischen Republik, Ramzan Kadyrow, orchestriert werden. Einige Quellen berichten sogar davon, dass er die LGBT Gemeinschaft bis zum Beginn des Ramadans eliminieren will.“

Dieses Jahr beginnt der Ramadan am 26. Mai! Tschetschenien ist ein überwiegend muslimisches Gebiet. Weit über neunzig Prozent aller Tschetschenen sind Muslime, so wie das Oberhaupt Tschetscheniens. Ja, ich habe „Oberhaupt“ geschrieben. „Oberhaupt“ ist nämlich die offizielle Bezeichnung von Ramzan Kadyrow. Am 2. September 2010 ließ er vom tschetschenischen Parlament seine Bezeichnung von „Präsident“ in „Oberhaupt“ ändern. Nach Aussage Kadyrows stehe nur einer Person in der Russischen Föderation die Bezeichnung „Präsident“ zu, nämlich dem Staatschef und das ist Wladimir Putin. Da Tschetschenien aber eine autonome Republik in Russland ist, brauchte es einen passenden Titel für den Chef dieser Republik. Diskutiert wurden Vorschläge wie „Imam“ oder „Vater des Volkes“, aber am Ende einigte man sich auf „Oberhaupt“.

Wladimir Putin hat nach einem Treffen mit Ramzan Kadyrow erklärt, den „provozierenden“ Artikeln über die Homosexuellenverfolgung keinen Glauben zu schenken und beschuldigte stattdessen die internationalen Medien, einen „massiven Informationskrieg mit unwürdigsten Methoden zu führen.“ Er fügte hinzu: „Die Realität wird verzerrt. Es werden Versuche unternommen, unsere Gesellschaft, unseren Lebensstil und unsere Traditionen und Bräuche schwarz zu malen.“

Ein Sprecher des tschetschenien Oberhaupts wiederum erklärte:

„Diese Publikation ist eine absolute Lüge. Man kann nicht jemanden festnehmen und unterdrücken, den es in der Republik gar nicht gibt.“

Diese Antwort erinnert an den ehemaligen Präsidenten Irans, Mahmud Ahmadinedschad, der im Jahr 2007 an der Columbia-Universität in den Vereinigten Staaten von Amerika erklärte: „Im Iran gibt es keine Homosexuellen.“

Kadyrow selbst erklärt: „Homosexuelle sind schlimmer als Krieg.“ Er ist sich auch sicher, dass es keine Homosexuellen in Tschetschenien gibt und betont: „Auch wenn es solche Menschen in Tschetschenien gegeben hätte, hätten die Sicherheitsbehörden keine Probleme mit ihnen, denn ihre eigenen Verwandten hätten sie dorthin geschickt, woher niemand zurückkommt.“

Es ist ein trauriger Fakt, dass in allen Ländern, in denen Homosexualität mit dem Tod bestraft wird, der Islam herrscht. Alle Umfragen weltweit bestätigen es: Die deutliche Mehrheit aller Muslime findet, dass Homosexualität verboten sein muss. Sogar in aufgeklärten Ländern wie Großbritannien erklären 52% aller Muslime, dass Homosexualität verboten werden soll. Die Verfolgung von Homoexuellen durch muslimische Führer kann somit nicht kritisiert werden, ohne dabei die „religiösen Gefühle“ derer zu verletzen, die im Namen des Islams gegen Schwule zu Felde ziehen. Wer die Religion aus der Gleichung herausnehmen möchte, wird das Problem niemals lösen.

Ja, in allen Kulturen, Religionen und Ländern findet sich Schwulenhass. Aber nur ein sehr naiver Mensch kann behaupten, dass es keinen Unterschied gibt zwischen der heutigen islamischen und der nicht-islamischen Welt gibt. Mekka und Vatikanstadt sind nicht mal ansatzweise vergleichbar. Würden im Vatikan Homosexuelle von Dächern geworfen, Frauen gesteinigt und Ketzer enthauptet werden, es gäbe einen massiven Aufschrei. Tel Aviv und Teheran sind zwei unterschiedliche Welten! In Tel Aviv kann der Bürgermeister schwul sein, in Teheran baumelt er an einem Kran.

Wer Tschetschenien kritisiert legt sich mit einem Schlag mit Russland und mit dem Islam an. Aber es wird höchste Zeit, dass wir das tun! Es gibt genug schwule Russen und Muslime. Sie brauchen uns jetzt!

Ich rufe alle Russen auf, kritisiert Wladimir Putin, weil er im Namen Russlands zu der brutalen Schwulenverfolgung in Tschetschenien schweigt und die Gewalt hinnimmt. Ich rufe alle Muslime auf, kritisiert Ramzan Kadyrow, weil er im Namen des Islams Homosexuelle brutal verfolgen lässt. Und ich rufe zudem den Rest der Menschheit auf, mögt Ihr nun Männer oder Frauen lieben, protestiert laut gegen diese unfassbare Gewalt an unseren Freundinnen und Freunden diverser Ufern!

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Ein radikales Plädoyer für Meinungsfreiheit

„Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“

Dieser Satz wird oft fälschlicherweise Voltaire zugeschrieben. Er stammt jedoch von Evelyn Beatrice Hall (1868 – 1956). Sie war eine englische Schriftstellerin und verwendete den Satz in ihrer im Jahr 1903 erschienenen Biografie „The Life of Voltaire“ als Illustration der Philosophie von Voltaire. Die Behauptung, der Satz stamme von Voltaire, ist somit falsch, aber durch die Meinungsfreiheit geschützt.

Entweder gibt es Meinungsfreiheit oder es gibt sie nicht. So einfach ist das!

Oft höre ich, Meinungsfreiheit schließe keine Hassreden und Falschaussagen ein, aber genau das tut sie. Es ist die exakte Definition von Meinungsfreiheit, dass auch falsche Meinungen geäußert werden dürfen.

Was soll das überhaupt sein, Hassrede? Jeder Mensch hasst irgendwas. Ich zum Beispiel hasse Nazis und diese Meinung darf ich frei äußern. Hass ist eine menschliche Eigenschaft. Jeder Mensch hasst irgendwas, ob nun Rassismus, das neue Album von Madonna oder Brokkoli.

Das Wort „Hassrede“ ist ein völlig schwammiger Begriff. Wer mit dem Wort „Hassrede“ arbeitet, statt mit den juristisch klar definierten Begriffen „Beleidigung“ oder „Verleumdung“, und damit sogar das Recht auf freie Meinung einschränken will, nimmt die Verwässerung und Aushöhlung der Meinungsfreiheit in Kauf. 

Es gibt kein Zuviel an Meinungsfreiheit.

Es gibt jedoch ein Zuviel an Angst und ein Zuviel an Beleidigtsein. Gegen Meinungen, die schmerzen, mögen sie nun schmerzen, weil sie wahr sind oder weil sie unwahr sind, hilft nur die Gegenrede als zivilisierte Form der Verteidigung.

Eine Beleidigung, die in die Richtung eines Menschen gefeuert wird, beleidigt den Menschen nur, wenn er die Beleidigung in seinem Kopf annimmt. Eine Faust oder eine Kugel jedoch, die in die Richtung eines Menschen abgefeuert wird, verletzt oder durchlöchert den Kopf unabhängig von der Haltung des Menschen. Wer eine Beleidigung nicht hört, lebt. Wer eine Kugel nicht hört, stirbt. Das ist der Unterschied.

Wer glaubt, ein Mensch sei eine Gefahr, weil er spricht, glaubt auch, eine Frau sei eine Gefahr, wenn sie ohne Verschleierung aus dem Haus geht.

Die Zensur ist für die Redefreiheit das, was der Schleier für die Rechte der Frau ist. Jede Frau darf selbst entscheiden, ob sie einen Schleier tragen möchte, so wie jeder Mensch selbst entscheiden darf, ob und zu was er oder sie schweigen will. Es darf keinen Zwang geben, weder für den Schleier noch für den Mantel des Schweigens.

Meinungsfreiheit gilt auch für die Hassrede! Sonst müsste der Koran schon längst verboten worden sein, denn da stehen einige deutliche Aufrufe zur Gewalt drin.

Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie sehen in eine Kneipe einen Mann mit einem Hakenkreuz am Revers. Sie würden denken: „Oh, ein Nazi, dem gebe ich kein Bier aus.“ Jetzt stellen Sie sich aber mal vor, er trüge dieses Hakenkreuz nicht, weil es verboten wäre. Sie würden sich vielleicht hinsetzen, sich vorstellen und er würde Sie nicht mit „Heil Hitler“ begrüßen, weil das unter Hassrede fällt. Sie würden ein wenig plaudern, dabei das ein oder andere Bier trinken, vielleicht sogar ein Bier ausgeben, bis das Gespräch auf ein Thema fällt, bei dem Sie plötzlich merken: „Scheiße, ein Nazi!“ Dann aber ist es zu spät. Sie haben ihm bereits ein Bier ausgegeben. Alles nur, weil ein Verbot des Hakenkreuzes und des Sagens von „Heil Hitler“ Sie daran gehindert hat, den Mann sofort als das zu erkennen, was er ist. Ich möchte wissen, wie jemand drauf ist, bevor er zur Tat schreitet.

Meinungsfreiheit ist ein präventiver Schutzmechanismus.

Nur durch die Artikulation der Gedanken lerne ich das Innere eines Menschen kennen und kann so rechtzeitig entscheiden, ob ich mich vor ihm schützen sollte oder von ihm lernen kann. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden.

Wenn es Leuten schlecht geht, flüchten sie. Manche flüchten in andere Länder, andere flüchten in Ideologien. Einige Länder und Ideologien sind gut, andere weniger. Wer das Äußern einer Meinung verbietet, sorgt lediglich dafür, dass die Meinung nur noch gedacht wird. Aber nur weil ich jemanden nicht mehr höre, heißt das nicht, dass er die Sache nicht mehr denkt. Die Meinung wird lediglich erst sichtbar, wenn sie sich zu einer Handlung entwickelt hat. Dann aber ist es oft zu spät.

Andere Meinungen auszuklammern, ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden.

Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen!

Es gibt Menschen, die sind so frei von jedem Zweifel und so sicher, auf der richtigen Seite des Lebens zu stehen, dass sie Gewalt rechtfertigen oder billigend in Kauf nehmen, um ihre Gewissheit zu manifestieren. Jeder Mensch läuft Gefahr, in das Schussfeld dieser Selbstgerechtigkeit zu geraten.

„Wehret den Anfängen“ brüllen diese gerechten Putztruppen und meinen damit doch nur die Anfänge einer Zukunft, die sie aus ihrer Angst konstruieren. Aus Angst nehmen sie andere Menschen als Geisel ihrer Vermutung. Diese Angst ist die Wurzel des totalitären Denkens, die Gewalt über Gedanken als Präventivschlag ermöglicht.

Das Verbieten von Meinungen ist stets ein Präventivschlag!

Kann so ein Präventivschlag gerechtfertigt sein? Bei der Verleihung des Böll-Preises sagte Herta Müller einst: „Wenn Hassparolen spazieren gehen, dann geht auch irgendwann ein Messer spazieren.“

Wer mit diesem Satz Meinungen verbieten möchte, muss auch für ein Verbot des Korans plädieren, denn unzählige Terroristen sind mit den Parolen des Korans spazieren gegangen, bevor sie zum Messer griffen.

Messer gehen jedoch nicht spazieren, weil vorher Parolen spazierten, sondern weil jene, die die Parolen grölen, die Messer bereits in ihren Hosen haben, um sie in genau dem Moment herauszuholen, da sie in der Lage sind, die Parolen der Anderen zum Schweigen zu bringen. Und die Menschen gleich mit. Das Problem ist nicht die Meinungsfreiheit, sondern der Wille der Hassenden, die Meinungsfreiheit mit Gewalt abzuschaffen. Gedanken verschwinden nicht, nur weil sie nicht mehr gesprochen werden.

Aus Worten werden Taten. Das stimmt. Aber Worte müssen nicht gesprochen werden, um zu Taten zu werden. Es reicht, wenn sie gedacht werden. Daher bringt es gar nichts, Taten dadurch verhindern zu wollen, dass man die Artikulation der Worte verbietet. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Wer die Artikulation von gewissen Worten verbietet, verhindert dadurch nicht, dass die Worte zu Taten werden. Er verhindert jedoch, dass die Tat rechtzeitig erkannt und gebannt werden kann.

Nur wer die brutalen Gedanken hört, kann sich wehren.

Das Verbieten von Worten bringt rein gar nichts! Der Mensch, der in den Augen eines anderen Menschen ein Schwein ist, bleibt für ihn ein Schwein, auch wenn er es nicht mehr sagen darf und auch das Messer in der Hose verschwindet nicht, wenn einem der Mund verboten wird.

Worte können zu Taten werden. Gerade deshalb müssen die Worte artikuliert werden dürfen.

Das Problem in der Zeit des Nationalsozialismus war nicht, dass „Der Stürmer“ zu erwerben war, sondern die Tatsache, dass sich die Nationalsozialisten zunächst die persönliche und später auch die staatliche Gewalt nahmen, andere Meinungen und Zeitungen zu verbieten, die ohne Probleme die Ideologie der NSDAP hätten entlarven können.

Die Nationalsozialisten nutzen nicht die Meinungsfreiheit, um das Messer zu ziehen, sondern sie zogen die Messer, um die Meinungsfreiheit zu attackieren!

Nichts fürchten jene, die Unrecht haben, mehr als die Meinungsfreiheit! Darum erklärten auch die Nationalsozialisten in ihrem 25-Punkte-Program unter Punkt 23:

„Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewusste politische Lüge und ihre Verbreitung durch die Presse. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl verstoßen, sind zu verbieten. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen eine Kunst- und Literaturrichtung, die einen zersetzenden Einfluss auf unser Volksleben ausübt und die Schließung von Veranstaltungen, die gegen vorstehende Forderungen verstoßen.“

Aufgrund des „Gemeinwohls“, Meinungen kriminalisieren, Veranstaltungen schließen, Bücher verbieten und Zeitungen abschaffen. Das ist die Gedankenwelt der Nazis. Sie lässt sich so zusammenfassen: „Wenn die Lüge spazieren geht, geht irgendwann auch die Zersetzung spazieren.“

Die Nazis erklärten laut, welche Meinungen sie für eine Gefahr hielten und welche Schriften für sie „entartet“ waren. Sie waren zudem sehr laut darin zu erklären, wie diese Gewalt zu stoppen sei. 

Die Nazis erklärten Sprache zur Gewalt, nur um so dann gegen eben jene Menschen vorgehen zu können, die es wagten, so zu sprechen. Die Nazis unterstellten sprechenden Menschen Gewalt, nur um so ihre eigene, tatsächlich Gewalt gegen die Sprechenden als Notwehr zu tarnen.

Ein Staat, der sich das Recht nimmt, eine Meinung einzuschränken, weil sie Hass sei, der entscheidet auch darüber, wann eine Meinung Hass ist. Der Staat nimmt sich dieses Recht mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, nämlich mit Waffengewalt, mit der Waffe des Staates und seinen bewaffneten Beamten. 

Man sollte sich in Acht nehmen vor einem Staat, der im Namen des Friedens und der Liebe Meinungen einschränkt, denn dieser Staat neigt dazu, jeden Menschen zu einem hasssprechenden Kriegsaktivisten zu erklären, sobald er es auch nur wagt zu widersprechen.

In einer Demokratie wechseln sich Machtverhältnisse ständig. Jede Gruppierung kann an die Macht kommen. Auch Menschen mit unangenehmen Meinungen werden mal an entscheidende Positionen der Macht kommen. Ich möchte nicht, dass sie ein System vorfinden, das es ihnen ermöglicht, andere Meinungen einzuschränken oder zu verbieten.

Bei jedem Gesetz sollte man sich stets die Frage stellen, ob man wollen kann, dass dieses Gesetz auch gilt, wenn die politischen Gegner an der Macht sind. Wenn diese Frage mit Nein beantwortet wird, sollte man sich laut gegen dieses Gesetz aussprechen.

***

Ich hatte nicht immer diese radikale Haltung zur Meinungsfreiheit. Die Haltung kam mit der Erfahrung. Wenn Sie mein persönlicher Weg zur radikalen Meinungsfreiheit interessiert, lesen Sie auch: „Der Artikel 5 Club“

(Foto: Maxi Gstettenbauer)

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„Bezüglich Ihrer Fragen ist die Redaktion von ARD-aktuell leider der falsche Ansprechpartner.“

Sehr geehrte Redaktion der Tagesschau,

in der Tagesschau vom 14. April 2017 wird am Minute 14:40 berichtet:

„Bei der Karfreitags-Prozession in Berlin haben Gläubige an jene Christen erinnert, die wegen ihrer Religion verfolgt werden. Sie gedachten der Opfer der Anschläge auf koptische Kirchen am Palmsonntag in Ägypten. An der ökomenischen Schweigeprozession nahmen unter anderem der evangelische Bischof Dröge, der katholische Erzbischof Koch und eine Vertreterin der Muslime teil.“

Als Vertreterin der Muslime wird Seyran Ateş gezeigt. Sie ist Verfasserin des Buchs „Der Islam braucht eine sexuelle Revolution“.

Meine Frage an Sie lautet:

Welche Glaubensrichtung innerhalb des Islams hat Seyran Ateş vertreten? Für welche muslimische Organisation war sie als „Gläubige“ in Vertretung anwesend?

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann

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Lieber Herr Buurmann,

vielen Dank für Ihre Nachfrage und dem damit verbundenem Interesse an unserem Programm. In dem Nachrichtenfilm, den Sie beschreiben, gab es eine kurze Sequenz in der Seyran Ateş zu sehen ist. Bezüglich Ihrer Fragen ist die Redaktion von ARD-aktuell leider der falsche Ansprechpartner. Welche Glaubensrichtung innerhalb des Islams Frau Ateş dort vertreten hat und für welche muslimische Organisation sie dort war, müssen Sie bei dem Veranstalter der Karfreitags-Prozession erfragen.

Mit freundlichen Grüßen,
Marcus Bornheim
Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell

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Lieber Marcus Bornheim,

warum soll ich die Veranstalter der Karfreitags-Prozession fragen? Die Tagesschau hat Seyran Ateş zu einer Vertreterin des Islams erklärt! Jetzt aber erfahre ich von Ihnen, dass die Redaktion zwar erklärt, Seyran Ateş sei eine Vertreterin des Islams, jedoch nicht weiß, wen sie vertritt und ob sie überhaupt eine Organisation des Islams vertritt. Ist es der Tagesschau nie in den Sinn gekommen, dass Seyran Ateş vielleicht gar nicht für eine muslimische Organisation unterwegs war, sondern einfach nur als Mensch? Oder gehören Menschen wie Seyran Ateş für die Redaktion der Tagesschau sofort zum Kollektiv Islam, sobald sie irgendwie muslimisch sind. Ich war letztens auf einer Demonstration für Schwulenrechte. Niemand hat dort gesagt, ich sei als Vertreter des Cristentums da. Ich war als Gerd Buurmann da. Würde die Tagesschau auch mich zu einem Vertreter des Christentums machen?

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

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Sehr geehrter Herr Buurmann,

vielen Dank für Ihre Antwort. Leider verstehe ich Ihr Anliegen nicht wirklich. In dem kurzen Nachrichtenfilm wird nämlich der Name von Frau Ateş gar nicht genannt. Somit hat die Tagesschau sie auch nicht zu einer Vertreterin des Islams erklärt. Warum sie eingeladen wurde, – ob als Privatperson oder als Vertreterin einer Organisation – ist eindeutig Sache des Veranstalters.

Viele Grüße aus Hamburg
Marcus Bornheim
Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell

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Sehr geehrter Herr Bornheim,

vielen Dank für Ihre Antwort. Leider verstehe ich Ihre Antwort nicht wirklich. Sie sagen, der Name von Frau Ateş sei gar nicht genannt worden und somit habe die Tagesschau sie auch nicht zu einer Vertreterin des Islams erklärt. Wer war denn dann die Vertreterin des Islams, die laut Tagesschau bei der Karfreitags-Prozession in Berlin anwesend war? Zudem schreiben Sie, ob die Person als Privatperson oder als Vertreterin einer Organisation anwesend war, sei eindeutig Sache des Veranstalters. Nein! Dem ist nicht so. Die Tagesschau hat die Person zu einer Vertreterin des Islams erklärt. Daher nochmal: Wer ist die Vertreterin des Islams und welche Organisation hat sie vertreten?

Alles Liebe aus Köln,
Gerd Buurmann

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Stimmen zur Kunst gegen Bares

Die Kunst gegen Bares in Köln feierte am 27. März 2017 ihre 500. Ausgabe. Viele Künstlerinnen und Künstler gratulierten, darunter Luke Mockrigde, Cassy Carrington, Nele Jäger, Heinz Gröning, Petra Pansen, Simon Stäblein, Ivan Hruska, Berhane Berhane, Charlotte Werner, Catherine de la Roche, Tim Perkovic und viele, viele mehr!

Es gratulierten zudem schriftlich Chris Tall, Marco Leitner, Dennis Eibel, Anke Fuchs, Bernd Rehse, Stefan Bohne, Marcus Runge, Kevin Ray, Georg Schnitzler, Torsten Schlosser, Fabian Köster, Christian Padberg, Juri von Stavenhagen, Martin Horne, Tobias Altehenger und Alexei Pavlovic:

„Kunst gegen Bares. Mein größter Feind. Woche für Woche. Eine Demütigung nach der Anderen. Das härteste und ehrlichste Publikum dieser Republik. Ich hatte keine Lust mehr. Nur weil Gerd mir Woche für Woche Mut gemacht und gesagt hat, dass es bald schon klappen würde, habe ich weitergemacht. Und er sollte Recht behalten. KGB. Eine unfassbar geile Show mit dem völlig verdienten Erfolg und den schrägsten Künstlern aus den verschiedensten Gebieten. Herzlichen Glückwunsch. Auf weitere 500 Shows. Ich werde garantiert nochmal dort aufschlagen. Oder anders: Challenge accepted.“ (Chris Tall, Stand Up Comedian)

„Die erste und einzige Bühne, die offen und frei für alle Formen der Kunst ist. Ein Publikum, das für die Darbietung und die Idee einer Nummer vollkommen aufgeschlossen und wohlwollend ist, ungeachtet des Genres. Dadurch bietet diese Bühne ein Portal zur Förderung von Kreativität, eine Plattform für die Entwicklung von Talenten und dazu noch einen Treffpunkt und Austauschort von Menschen, die individueller und facettenreicher nicht sein könnten. Seit 2008 wurde ich dort bereichert durch unzählige großartige Auftritte, lustige, originelle, bewegende und absurde Momente und viele besondere Menschen.“ (Marco Leitner, Dichter)

„Kunst gegen Bares hat schlichtweg mein Leben verändert. Nicht nur, dass ich Stammgast geworden, ich fing an aufzutreten und bin zu verschiedenen KgB Shows durchs Land gereist. Durch KgB habe ich meine derzeitige Band kennengelernt und wer weiß, wohin es mit ihr noch geht. Ich habe Freunde fürs Leben gefunden und lerne immer noch sehr interessante Menschen kennen. Die Show hat den Verlauf meines Lebens dramatisch beeinflusst. Ein unendliches Danke dafür!“ (Dennis Eibel, Musiker)

„500 Ausgaben Kunst gegen Bares? Wahnsinn. Und das sind nur die Originale, die kultigen Kölner Shows! KGB ist ja inzwischen überall. Als Gerd Buurmann in „seinem“ Severins-Burg-Theater anfing mit „Kunst gegen Bares“ bewies er einen langen Atem. Aber er hatte mehr als eine Idee, es muss eine Vision gewesen sein! Gespürt hat man das schon damals, auch wenn es mal nur fünf Zuschauer*innen waren, darunter dann drei Künstler*innen. Gerd war da, Montag für Montag. Auch wenn es der vorm Veilchendienstag war. Und er spielte, wenn es sein musste, auch mal ne halbe Stunde Heine. Das Durchhalten hat sich gelohnt! Mindestens einmal die Woche kann man nun die Show der Superlative im Artheater genießen: sie ist auf jeden Fall eine der längsten, die es gibt. Mich hat an der Moderation immer am meisten das nahezu enzyklopädische Wissen Buurmanns beeindruckt (sollen die anderen doch über Eloquenz, Witz und Spielfreude lobhudeln). Zu allem hat er etwas zu sagen, zu ergänzen. Fast immer macht er es auch ausgiebig. Natürlich steht die Show auf zwei mal zwei Beinen: die schöneren hat Hildegart Scholten. Die in der Rolle so herrlich pragmaromantische Turnbeutelschwingerin ist – für mich – die heimliche Seele des Abends. Einer meiner Lieblingsmomente: wenn sie, dann schon ohne Kostüm – und völlig verändertem Blick, mit Gerd Buurmann die*den Sieger*in des Abends kürt. Das Wichtigste: Beide nehmen die Künstler*innen ernst, sind interessiert. Jedes Mal, jede Woche (und öfter). Eine wirklich große Leistung. Und das spürt auch das Publikum. Gerd, herzlichen Glückwunsch zur 500. Kunst gegen Bares! Keine Frage, Kapitalistensau zu werden ist toll, aber es ist mir eine viel größere Freude und auch eine Ehre, die Show in Bonn (mit) zu gestalten. Und ich hoffe, es geschieht in Deinem Sinne!“ (Anke Fuchs, Schriftstellerin)

„Wir sind froh und auch stolz, euch bei uns zu Gast zu haben. Neben dem grandiosen Publikumserfolg, dem speziellen Humor und der energetischen Freude an der Sache, steht die Veranstaltung von Gerd Buurmann und Hildegart Scholten ganz im Zeichen von Solidarität und Toleranz in unserer Gesellschaft. Wir wünschen euch alles Gute und freuen uns auf weitere freudvolle, gemeinsame Zeiten. Herzlichen Glückwunsch!!!“ (Bernd Rehse und Stefan Bohne, Theaterleiter)

„Kunst gegen Bares ist für mich eine wichtige und regelmäßige Station geworden, um meine Entwicklung zu prüfen. Ich erlebe jedesmal ein ehrliches Publikum. Das Konzept ist aus der Kleinkunstszene nicht mehr wegzudenken. Eine tolle Idee. Tolle Moderatoren. Weiter so, auf die nächsten 500!“ (Martin Runge, Stand Up Comedian)

„500 mal KGB, circa 65.000 Gäste, rund 3000 Künstler, 2 Moderatoren, eine geile Show!“ (Kevin Ray, Stand Up Comedian)

„Kunst gegen Bares ist die großartigste Offene Bühne, die ich derzeit kenne: kunstreich, herrlich analog und aus tiefster Seele liebevoll!“ (Georg Schnitzler, Künstler)

„500 Jahre Kunst gegen Bares – das muss man erst mal schaffen! Eine Show, die so vielen Leuten den ersten Schritt auf unsere Bühnen erlaubt hat. Damals wie heute ein wunderbarer Mutterschoß der Künste. So viele Kollegen, die jahrelang mit dieser Institution gewachsen und berühmt geworden sind. Auch ich habe es dieser Show zu verdanken, dass ich heute alle großen Kabarett-Bühnen der Welt gesehen habe – zumindest auf Fotos im Internet. Die Kunst gegen Bares lebt durch den Mut der Künstler und durch die Menschen, die sie entwickelt haben und moderieren. Was wäre die Kunst gegen Bares ohne die 30-minütigen Boderline-Musicals von Hildegart Scholten vor dem letzten Künstler?! Was wäre die Kunst gegen Bares ohne die oft so schmerzhaften Expeditionen Gerd Buurmanns in die Welten von Shakespeare, Schiller und Heine, die mir intellektuell aus gutem Grunde immer verschlossen blieben?! Ja, Freude und Leid liegen oft so nah beieinander. Auch deshalb ist die Kunst gegen Bares eine Große! Kölner Kultur geht nicht ohne euch. Herzlichen Glückwunsch!“ (Torsten Schlosser, Komiker)

„Kunst gegen Bares ist für mich eine wichtige und regelmäßige Station geworden, um meine Entwicklung zu prüfen. Ich erlebe jedesmal ein ehrliches Publikum. Das Konzept ist aus der Kleinkunstszene nicht mehr wegzudenken. Eine tolle Idee. Tolle Moderatoren. Weiter so, auf die nächsten 500!“ (Marcus Runge, Stand Up Comedian)

„Kunst gegen Bares – immer eine Wundertüte! Du weißt nicht wer, nicht wie und nicht was dich erwartet, du weißt nur, es wird ein unterhaltsamer Abend mit neuen Künstlern, einem tollen Publikum und mit zwei bestens aufgelegten Moderatoren!“ (Fabian Köster, Autor)

„Ich muss einfach sagen: Ich liebe hellblau. Nicht so ins türkise gehend, mehr himmelblau, aber mit nicht zu viel Rotanteil. Und dazu am liebsten beige. So ein helles beige! Und wie das spannt. Und knistert. Wie die Gesundheitsschuhe knautschen. Und die Beweglichkeit, der süße Klang der Stimme, der doch auch streng sein kann. Wo sich ein ganzer Mann nochmal wie ein dummer Schuljunge fühlen darf. Und so Klämmerchen, ich steh auch total auf Klämmerchen! Aber das beste an Kunst gegen Bares ist IHR Turnbeutel. Sie trägt ihn lässig, fast beiläufig. Manche bemerken ihn zunächst nicht. Aber er ist eine WAFFE. Diese Frau ist eine Waffe!!! Ach ja und dieser kleine haarlose Komiker neben ihr, der ist ja auch noch da.“ (Christian Padberg, Musiker)

„Gute Parkmöglichkeiten.“ (Juri von Stavenhagen, Stand Up Comedian)

„Lieber Gerd, es ist nun schon viele Jahre her, wo ich Dich kennenlernen durfte. Es war die 100te KGB zu der mich Jenny Gentzke überredete, mitzukommen. Sie fand zum ersten Mal auch im Rahmen des Köln-Comedy-Festivals statt. Es war ein Abend voller Inspiration. Danach habe ich zwei Jahre gebraucht, um den Mut zu fassen, endlich dem inneren Drang nachzugeben und auch Mitglied der großen KGB-Familie zu werden. Und so kam es, dass KGB seit Sommer 2013 zu einem Teil meines kulturellen Lebens wurde. Die Zusammenarbeit mit Dir und unsere unfassbaren skurrilen Orte und Veranstaltungen die wir gemeinsam mit Leben erfüllten waren Meilensteine. Die absolute Hingabe, mit der Du Dich der Förderung der Kultur verschrieben hast, hat mich schon so manche Finsternis der publikumsarmen Nächte überleben lassen. Dein Optimismus und Deine Energie ist stets Balsam auf den Wunden meiner (KGB-)Seele. Und so haben wir jetzt schon so manche Schlacht geschlagen und ich so mache Sternstunde mit Dir verbracht. Möge die Zukunft für Dich ein Himmel voller Sternstunden sein. Auf weitere 500 KGBs in Köln und hoffentlich nochmal genauso viele in Siegen, Limburg, Netphen oder sonst wo in der Welt.“ (Martin Horne, Veranstalter)

„500 mal Kunst gegen Bares, 500 mal „Ihre Bühne“, 500 mal „Wer hatte keine Lust, die Hand zu heben?“ Sehr geehrter Herr Buurmann, hochverehrte Frau Scholten, ich gratuliere herzlich zum Jubiläum! Ihre Montage leisten seit Jahren einen nicht wegdenkbaren Beitrag zu dem, was man als Kölner dem „Nichtkölner“ stets so schwer erklären kann. Kultur und Lebensgefühl sicherlich, aber da ist noch mehr. Die Kunst gegen Bares ist ein Panoptikum jener ganz verschiedenen Menschen, die diese Stadt ausmachen. Sie ist Teil von Kultur und Jeföhl. Sie bietet Künstlern und verhinderten Künstlern gleichermaßen ein Zuhause, und dem Publikum einen Platz, um sich wohl zu fühlen. Erst wenn man eine Weile nicht in Köln gelebt hat, lernt man die Montagabende mit Ihnen beiden angemessen zu schätzen. Auf bald!“ (Tobias Altehenger, Liedermacher)

„Ich war sieben Jahre alt, als meine Eltern mich in ein kleines Kellertheater mitnahmen. Auf der Bühne suchte Hildegart Scholten nach einer Beziehung zum Führen und Gerd Buurmann erzählte wenig bekannte aber äußerst amüsante Fakten über männliche und weibliche Genitalien. Die Veranstaltung hieß Kunst gegen Bares. Am nächsten Morgen mussten meine Eltern mir ein Sparschwein kaufen und ich habe mir vor dem Badezimmerspiegel eine Glatze rasiert. Der Turnbeutel, den ich mir zum Geburtstag wünschte, wurde nie benutzt: wegen meiner Asthmaanfälle war ich vom Schulsport befreit. Als das Kellertheater zum Luftschutzbunker umgebaut wurde, musste die Kunst gegen Bares ins Artheater umziehen. Sie wurde weniger intim aber ein ganzes Stück öffentlicher. Das war aber nicht weiter schlimm, denn​ damit lag sie im Trend der Zeit. So war das damals: jeder war einsam und alle wussten davon. Auf der Artheater Bühne habe ich meine Bar Mizwa gefeiert, ich lernte meine erste echte Freundin an der Theaterbar kennen, in der Künstlergarderobe habe ich alle Modedrogen jener Zeit durchexerziert und auf der Toilette unten im Keller den ersten Blowjob meines Lebens verpasst bekommen. Eines Abends führte eine schüchterne Erstsemestlerin der Cologne Magic School™ Kartentricks auf. Obwohl ich sie auf den ersten Blick durchschaute (oder gerade deswegen?), gelang es ihr, auch mein Herz zu verzaubern. Ein halbes Jahr später machte ich ihr einen Heiratsantrag​ von der Bühne (den Allerersten in der Geschichte der Kunst gegen Bares, den später unzählige Verliebte nachgeahmt haben). Unsere Hochzeit war ein Kunst gegen Bares Spezial und ich durfte mich zum ersten Mal im Leben als Kapitalistensau des Abends bezeichnen, denn an jenem Abend traten keine anderen Künstler gegen mich an. Dann wurde ich Vater. Ich nannte die Zwillinge Kunst und Bares und ließ sie im Keller gegeneinander kämpfen. Als meine Frau sich scheiden ließ, nahm sie Bares mit. Ich durfte Kunst behalten. Sie wurde Medienrechtsprofessorin in Porto und die jüngste Eric Moonberg Preisträgerin aller Zeiten. Ihre Tochter nannte sie Hildegerd. Bares ließ sich das Geschlecht ändern und starb in einer Touristenpension am Tschadsee an einer Überdosis Ketamin. Als ich aus dem Krieg zurückgekehrt bin (wir haben gesiegt, aber zu welchem Preis?!), war ich reif für radikale Veränderungen. Ich stimmte meine Gitarre einen Halbton tiefer und ging ins Artheater. Niemand bemerkte den Unterschied. Oder war ich nicht der Einzige, der sich verändert hatte? War die Welt um einen ganzen Halbton verstimmt? Der Stern BX471p in den magellanischen Wolken, den ich Kunst gegen Bares nennen ließ, wird durch die Unendlichkeit rasen, wenn alle, die wir lieben und alle, die wir hassen, längst zu Staub zerfallen sein werden, bis auch er sich auf das Vielfache seiner Größe ausdehnt und dann mit der Energieequivalente von drei Kestillionen Hiroschimaatombomben zu einem schwarzen Loch implodiert, um als Sternenseele durch die Ewigkeit zu schleichen.“ (Alexei Pavlovic, Sau Nummer Vier)

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(Foto: Tom Wolff)

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Natur ist, wo der Mensch Beute ist

Wenn der Mensch krank wird, verlässt er sich nicht auf die Natur, er ruft nach der Vernunft der Medizin. Wenn ihm Unrecht widerfährt, sehnt er sich nicht nach der Herrschaft der Natur, sondern er verlangt nach der Vernunft des Gesetzes. Wenn der Mensch jedoch einen anderen Menschen unterdrücken will, dann nimmt er die Natur zur Hand.

Es ist die Natur, die zur Begründung einer Unterdrückung herangezogen wird, ob es nun die „Natur des Schwarzen“, die „Natur des Weibes“  oder die „Natur des Juden“ istImmer geht es darum, einer Gruppe von Menschen mit Verweis auf ihre vermeintliche Natur, Rechte vorzuenthalten.

Die meisten Menschen würden heute gar nicht mehr leben, ginge es nach der Natur.

Hatten Sie schon mal eine Operation? Tragen Sie ein Brille? Haben Sie eine schwere Grippe überstanden? Nutzen Sie moderne Technik? Sind Sie geimpft? Dann sind Sie wider der Natur hier. Die Natur hätte Sie längst entsorgt.

Viele Menschen glauben, Natur sei das Naherholungsgebiet am Stadtrand. Die Wälder in Deutschland sind aber keine Natur. Sie sind Kultur. Sie werden vom Forst- und Grünflächenamt verwaltet. Natur ist nicht gepflegter Wald und gemähte Wiese. Natur ist, wo der Mensch Beute ist!

Die Natur hat keine Absicht!

Es gibt Menschen, die schreiben mit einer solchen Gewissheit über die angeblichen Absichten der Natur, dass man meinen kann, sie wären jeden Sonntag persönlich mit Mutter Natur zum Tee verabredet. Wenn der Natur eine Absicht oder gar gar eine Moral unterstellt wird, haben wir es mit einer Religion zu tun und Religion ist Kultur.

Gut und böse sind Kategorien der Vernunft. Die Vernunft versucht, Natur wissenschaftlich zu verstehend. Alles aber, was Vernunft hat, weiß oder ahnt, dass Moral in der Natur nicht zu finden ist.

Die Moral war lange Zeit ein Diktat der Götter. Es waren eben jene Götter, von denen geglaubt wurde, dass sie die Natur mit einer Absicht erschaffen hätten. Für gläubige Menschen war die Natur das Werk eines intelligent Schöpfers. Natur wurde als eine Schöpfung verstanden.

In der heutigen Zeit, da der Glaube an Gott vielerorts verschwunden ist, flüchten nicht wenige, die religiös heimatlos geworden sind, direkt in den Schoß der Natur und ernennen die Natur selbst zu ihrem Gott.

So wie sich Menschen einst Gott nach ihrem Bilde schufen, legen sie nun der Natur ihre Ansichten in den Mund. Für sie regelt die Natur, was gut und böse ist.

Ob man nun gottesfürchtig oder naturfürchtig ist, das Sagen haben jene, die glaubhaft machen können, erleuchtet zu sein, die vorgeben, den direkten Draht nach oben zu haben. Sie wissen angeblich genau, was Gott oder die Natur will. Sie behaupten, die Wahrheit vernommen zu haben und erklären, den rechten Weg zu kennen. Sie sind die Propheten, die Guten! Und sie benehmen sich so.

Um gute Dinge zu vollführen, braucht es keinen Gott. Gott stört bei guten Taten nicht, hilft höchstens dabei. Böse Taten jedoch brauchen einen Gott, nämlich den festen Glauben daran, die abscheulichen Taten im Namen eines höheren Sinns und Zwecks zu begehen. Gotteskrieger kämpfen für den lieben Gott und Naturgläubige für die liebe Natur.

Die Natur ist aber nicht lieb. Sie ist auch nicht böse. Die Natur ist indifferent und kennt keine Moral. Sie ist.

Gut und böse sind Kategorien der Vernunft. Der Mensch muss sie selbst definieren, verteidigen und leben.

Hätte der Mensch alles Neue verdammt, weil es fünftausend Jahre vorher anders gemacht wurde, säße er heute noch als ständige Beute in einer Höhle und würde höchstwahrscheinlich vor dem 30. Lebensjahr verrecken.

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