Es gibt keine kollektive Freiheit!

Auf meinen Artikel „Was ist Faschismus“ erhielt ich diese Replik:

„Vergleichst Du gerade das Pochen auf eine Impfpflicht mit Faschismus? Den Willen, Leben zu retten, solidarisch zu sein und mehr Freiheit zu ermöglichen und Faschismus in einem Atemzug? Diese definitorischen Parallelen sind ziemlich bedeutungslos, weil geflissentlich die wohl wichtigste Eigenschaft von Faschismus nicht beachtet wird. Wären wir in einem faschistischen System, würden Impfverweigerer eingesperrt und/oder ermordet. Wer erkennt den Unterschied?

Es war schon immer utilitaristische sowie demokratische Einsicht, dass die eigene Freiheit dort aufhört, wo die des anderen beginnt. Ich finde es bisweilen absurd, lächerlich und ekelhaft, wie die berufsempörte Strampelbubble mit „Faschismus“ argumentiert, wodurch auf die zahllosen Opfer von echtem Faschismus herzhaft gespuckt wird.

Wenn hier einer faschistisch ist, dann ja wohl das Virus.“

Meine Antwort darauf:

Leid ist eine sehr subjektive Sache und jeder Vergleich von Leid ist dazu verdammt, irgendjemanden zu verletzen.

Wenn mir ein Leid passiert, wenn ich zum Beispiel in Trauer bin um eine geliebte Person, die ich verloren habe, empfinde ich es als Affront, mein Gefühl dadurch zu relativieren, dass auf das Leid von Millionen anderer Menschen verwiesen wird. Natürlich weiß ich um die Welt um mich herum, aber ich trauere halt gerade um meine Welt und da sie zusammengebrochen ist, habe ich keine Nerven für Vergleiche.

Etwas zu vergleichen, heißt nicht, es gleichsetzen. Bei einem Vergleich kann man analysieren, was es für Ähnlichkeiten gibt, aber eben auch, was es an trennenden Dingen gibt. Vergleichen kann man alles. Gleichsetzen kann man deutlich weniger.

Ein Virus ist nicht faschistisch. Faschismus ist nämlich ein Wille und der gefährliche Wille zum Faschismus, so wie der Wille gegen den Faschismus, findet sich nur bei vernunftbegabten Wesen. Das Virus ist Natur. Es ist. Es wirkt. Der Mensch aber denkt, hofft, bewertet, will.

Das Argument, Leben retten zu wollen, war leider sehr oft die Verführung faschistoider Ideologien. Das macht selbstverständlich nicht die Absicht schlecht, Leben retten zu wollen, sehr wohl aber das Resultat, das daraus entsteht und oft in Form von Gewalt und Terror daherkommt. George Bernard Shaw sagte einst:

„Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, nicht mit schlechten.“

Wenn jemand behauptet, die kollektive Freiheit würde die individuelle Freiheit übersteigen, dann darf dieser Behauptung mit starker Kritik begegnet werden und zwar unabhängig davon, ob diese Unterordnung der individuellen Freiheit unter ein Kollektiv nun von den Grünen gefordert wird oder von der AfD.

Wenn diese Kritik an ein Mitglied der Grünen ein herzhaftes Spucken auf die zahllosen Opfer des Faschismus ist, dann gilt dies auch für jede Kritik an andere Politikerinnen und Politiker in Deutschland, auch für jene in der AfD und wenn es um diese Partei geht, wird sich mit Vergleichen zum Faschismus und zum Nationalsozialismus nun wahrlich nicht zurückgehalten.

Faschismus beginnt nicht erst dort, wo gemordet und weggesperrt wird. Sexismus beginnt schließlich auch nicht erst bei der Vergewaltigung, Rassismus nicht erst bei der Sklaverei und Antisemitismus nicht erst bei Auschwitz. Es gibt rassistische, sexistische und antisemitische Gedanken; und die Überzeugung, eine kollektive Freiheit übersteige die individuelle Freiheit, ist ein faschistoider Gedanke.

Ein Kollektiv ist so wenig frei wie ein Virus einen Willen hat. Freiheit und Wille hat nur das Individuum. Faschismus ist, wenn das Individuum im Kollektiv verschwindet, wenn seine Sicht, seine Kritik, seine Alternative im Kollektiv vernichtet wird.

In einer Gemeinschaft treffen Individuen aufeinander und handeln miteinander. In dieser Beziehung gilt natürlich die Regelung: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Aber was bedeutet das?

Für mich bedeutet es, dass jede Freiheit genau dort endet, wo sie in die körperliche Unversehrtheit eines anderen Menschen eindringt und das spricht für mich gegen eine Impfpflicht. Eine staatliche Diskriminierung von gesunden Menschen, nur aufgrund ihrer Weigerung, eine körperliche Behandlung an sich vornehmen zu lassen, beunruhigt mich persönlich mehr, als tatsächlich krank zu werden.

Wer nicht geimpft ist, ist dadurch nicht automatisch krank. Ein ungeimpfter Mensch kann lediglich erkranken und dann potentiell für andere Menschen gefährlich werden. Eine Impfpflicht ist somit im Grunde ein Präventivschlag.

Der Zwang zur Impfung ist eine Offensive in der defensiven Absicht, einer möglichen Gefahr zuvorzukommen. So wird der freie Wille des Menschen gebrochen und seine Möglichkeit zur Solidarität durch ein Überwachen und Strafen ersetzt. Genau das ist ein Kernprinzip des Faschismus.

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1000 Lichter für den Frieden

Am Montag, 14. März 2022 habe ich durch eine Solidaritätsveranstaltung für die Ukraine am Unteren Schloss in Siegen geführt. Es war eine Friedenskundgebung unter dem Motto „1000 Lichter für den Frieden“.

Bei der Veranstaltung wurden 10.000 Euro Hilfsgelder gesammelt. Ich bedanke mich bei allen Spenderinnen und Spendern und bei allen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben.

Mein besonderer Dank geht an Superintendent Peter-Thomas Stuberg (Evangelischer Kirchenkreis), Gemeindereferentin Alexandra Podstawa (Dekanat Siegen), Rektor Prof. Holger Burckhart (Universität Siegen) Bürgermeister Steffen Mues (Stadt Siegen), Gerhard Alfes (Achenbacher Heimatverein), Sozialdezernent Andree Schmidt (Stadt Siegen), Tetiana Havlin (Ukraine-Hilfe), Wassilij Tscherleniak (Friedensbund), an meine Kolleginnen und Kollegen Jördis Tielsch, Christina Schmidt, Martin Horne und Stefan Schliebs und an alle Helferinnen und Helfer der Demonstration.

Hier ein paar Bilder des Abends von Irina Mirja:

Alle Fotos von Irina Mirja

Den Abend beendete ich mit diesen Worten der Schriftstellerin Hedwig Dohm aus dem Jahr 1916:

„Nach der Taube mit dem Ölzweig spähe ich vergebens aus.

Wäre ich ein Fatalist, ich spräche: es ist die Bestimmung der Völker, sich von Zeit zu Zeit gegenseitig zu vernichten.

Wäre ich der Teufel, ich täte lachen, lachen, in wollüstiger Schadenfreude, jauchzend über den Sieg, den die Hölle errungen.

Wäre ich der liebe Gott, ich beauftragte Petrus, meinen Pförtner, allen Kriegsanstiftern, Kriegshetzern, Kriegsbrünstigen und Kriegsliebenden die Himmelspforte zu sperren, mit dem Donnerwort: Unbefugten ist der Eingang nicht gestattet.

Bin ich ein Mensch, – nichts als ein Mensch – ich müsste ob dieses Krieges weinen, weinen, bis meine Augen vor Tränen blind geworden.“

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Fragile Immortality

Imagine if science were so advanced that the aging process of the body could be halted and humans would therefore no longer have to die of old age. Would we be immortal? No, we wouldn’t!

After all, we humans could still die, not from old age, but from disease, accidents, and at the hands of other people. So, what would happen? People would guard their fragile immortality like the apple of their eye.

Fearing that something outside might fall on our heads or that we might catch a deadly germ or virus, we would distance ourselves from other people and stay at home as much as possible. The danger of losing one’s immortality would just be too great. People would avoid each other out of constant fear.

Through the unprecedented medical developments of the last decades, humankind has succeeded in pushing the average life expectancy to unimagined heights. The older a person becomes, the more he or she is aware of his or her natural mortality. We have managed to postpone our last breath as never before. But we have still neglected to reflect on our inevitable mortality.

Full of fear, we stay at home defending our desire for immortality.

In the struggle for immortality, we risk losing the qualities of life.

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(Translation: William Wires)

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Gib dem Wolf eine Banane!

Es haben zwar noch nicht alle Länder ihr Lied für den Eurovision Song Contest 2022 im italienischen Turin diesen Mai gewählt, aber von den bisher ausgewählten Liedern steht mein Favorit bereits fest. Das Lied tritt für Norwegen an und wird von dem Duo Subwoolfer präsentiert. Es heißt: „Give That Wolf a Banana“.

Hier der Text in meiner deutschen Übersetzung:

Ich bin mir nicht sicher, ob ich es Dir gesagt habe, aber ich mag Deine Zähne wirklich, Dein haariger Mantel mit nichts darunter. Ich bin mir nicht sicher, ob Du einen Namen hast, also nenne ich Dich Keith. Ich sehe, wo Du hin gehst, aber ich weiß nicht, woher Du kommst. Ist das Speichel oder Blut, das da von Deinem Kinn tropft? Wenn Dir der Name Keith nicht gefällt, nenne ich dich Jim.

Bevor der Wolf meine Oma frisst, gib dem Wolf eine Banane!

Ich mag den Duft jeder Mahlzeit in Deinem Atem. Dieser Hunger in Dir, ich bin jetzt in Gefahr, glaube ich. Lass uns zu Oma gehen. Du sagst, Oma schmeckt am besten.

Das Lied hat mich schon an dem Tag begeistert, da es von Norwegen für den Wettbewerb gewählt wurde. Ich merke aber auch, dass dieses Lied gerade jetzt, da sich die politische Lage in den letzten zwei Wochen völlig verändert hat, das besondere Gefühl der Hilflosigkeit ausdrückt, dass sich dadurch in Europa breit gemacht hat.

Da ist der böse Wolf, an dessen Kinn Blut klebt. Unter seinem Fell ist er genauso nackt wie wir alle. Er will die Oma fressen. Und was machen wir? Wir rufen aus: Kann mal bitte irgendjemand dem Wolf eine Banane geben, damit er mit dem Scheiß aufhört?

Wir sind absolut hilflos im Angesicht der Konfrontation mit einem zähnefletschenden Wesen.

Was, wenn sich der Wolf nicht zügeln lässt? Werden wir ihn daran hindern, die Oma zu fressen? Oder werden wir die Oma opfern, in der Hoffnung, das Biest so zu beruhigen? Wie weit gehen wir, um den Wolf nicht zu provozieren?

Fühlen wir uns vielleicht sogar ein wenig angezogen von diesem wilden Wesen, das all die atavistischen Gefühle und enthemmten Gedanken zum Ausdruck bringt, die wir in zivilisatorischer Zügelung bei uns selbst unterdrücken? Wieviel Wolf steckt in uns?

All diese Assoziationen wollte das Lied nicht evozieren, aber manchmal bekommt ein Kunstwerk eine ungewollte neue Bedeutung, wenn es in einer veränderten Realität präsentiert wird.

„Give That Wolf a Banana“ ist ein Lied, das als spaßiger Beitrag für einen bunten, friedlichen Wettbewerb in Europa komponiert wurde, aber jetzt, in Anbetracht der rauen politischen Realität, wie kaum ein anderes aktuelle Kunstwerk das europäische Dilemma im Umgang mit dem Bösen darstellt.

Was ist überhaupt das Böse?

Um das zu klären, braucht es mehr als eine Banane!

***

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„Auf brüchigen Straßen“

Mit dem Lied „Stefanija“ wird die ukrainische Band Kalush Orchestra ihr Land beim Eurovision Song Contest 2022 in Turin vertreten.

David Serebryanik, Alexei Manyak und Stanislaw Netschmoglod haben den Text für Tapfer im Nirgendwo so gut es geht ins Deutsche übersetzt.

Stefanija, Mama, Mama Stefanija, das Feld blüht auf, sie aber wird grau. Sing mir, Mama, ein Wiegenlied. Ich will dein trautes Wort fühlen.

Sie hat mich gewiegt und gab mir den Rhytmus und ganz sicher wird man mir den Willen nicht nehmen können, denn sie hat ihn mir gegeben. Bestimmt wusste sie auch mehr von Solomon, und auf brüchigen Strassen komme ich immer zu dir.

Sie wird mich nicht wecken, sie weckt mich nicht mitten im starken Sturm. Sie holt von der Oma zwei Stinkefinger, als wären sie zwei Gewehrkugeln. Sie kannte mich sehr gut, ließ sich nicht belügen, selbst wenn sie müde war, sie wiegte mich im Takt, eia-beia, eia-beia.

Stefanija, Mama, Mama Stefanija, das Feld blüht auf, sie aber wird grau. Sing mir, Mama, ein Wiegenlied. Ich will dein trautes Wort fühlen.

Ich bin nicht in Windeln, aber Ma, aber Ma, egal wie gross ich geworden bin, hör auf, mir Sachen für die Zeit zu kaufen, wenn ich noch grösser sein soll. Ich bin kein kleines Kind, das wie immer nervt. Ich feiere und bin frei, verdammt noch mal!

Du bist noch jung, oh Mutter, Du bist spitze, wenn ich die Fürsorge nicht schätze auf der Spitze des Ruhms, bin ich in einer Sackgasse. Selbst wenn man mir diese Spitze in die Fresse haut, werde ich sie anzünden, verbrennen mit deiner Liebe. Eia-beia, eia-beia…

Stefanija, Mama, Mama Stefanija, das Feld blüht auf, sie aber wird grau. Sing mir, Mama, ein Wiegenlied. Ich will dein trautes Wort fühlen.

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Make this speech great again!

“The American people are sick and tired of being afraid to speak their minds lest they be politically smeared as „Communists“ or „Fascists“ by their opponents.” (Margaret Chase Smith)

During the McCarthy era many artists were canceled if they didn’t clearly distance themselves from the USSR and its leadership. People who dared to have an alternative opinion were often labeled either as „communists“ or „fascists.“ In retrospect we view that era as shameful and wrong. Today again, artists are being canceled if they don’t openly take the “correct” stance. Anyone who even considers a different view of events is immediately denounced as a „Nazi.“

Whether it’s Putin, Scholz, Trudeau, Biden or some other head of state, all of them have resorted to the Nazi comparison when it comes to denouncing opposition groups and individuals. There are increasing numbers of cancellations and dismissals of those in the arts. When speech is punished, we are in the middle of a new McCarthy era.

It’s therefore time to present the historic „Declaration of Conscience“ speech delivered by Republican Margaret Chase Smith on the Senate floor on June 1, 1950. Margaret Chase Smith is the first woman in the United States to be elected to both the Senate and Congress. The speech is still frighteningly relevant today:

(Foto: Wikipedia)

Mr. President:

I would like to speak briefly and simply about a serious national condition. It is a national feeling of fear and frustration that could result in national suicide and the end of everything that we Americans hold dear. It is a condition that comes from the lack of effective leadership in either the Legislative Branch or the Executive Branch of our Government.

That leadership is so lacking that serious and responsible proposals are being made that national advisory commissions be appointed to provide such critically needed leadership.

I speak as briefly as possible because too much harm has already been done with irresponsible words of bitterness and selfish political opportunism. I speak as simply as possible because the issue is too great to be obscured by eloquence. I speak simply and briefly in the hope that my words will be taken to heart.

I speak as a Republican, I speak as a woman. I speak as a United States Senator. I speak as an American.

The United States Senate has long enjoyed worldwide respect as the greatest deliberative body in the world. But recently that deliberative character has too often been debased to the level of a forum of hate and character assassination sheltered by the shield of congressional immunity.

It is ironical that we Senators can in debate in the Senate directly or indirectly, by any form of words impute to any American, who is not a Senator, any conduct or motive unworthy or unbecoming an American — and without that non-Senator American having any legal redress against us — yet if we say the same thing in the Senate about our colleagues we can be stopped on the grounds of being out of order.

It is strange that we can verbally attack anyone else without restraint and with full protection and yet we hold ourselves above the same type of criticism here on the Senate Floor. Surely the United States Senate is big enough to take self-criticism and self-appraisal. Surely we should be able to take the same kind of character attacks that we dish out to outsiders.

I think that it is high time for the United States Senate and its members to do some soul searching — for us to weigh our consciences — on the manner in which we are performing our duty to the people of America — on the manner in which we are using or abusing our individual powers and privileges.

I think that it is high time that we remembered that we have sworn to uphold and defend the Constitution. I think that it is high time that we remembered; that the Constitution, as amended, speaks not only of the freedom of speech but also of trial by jury instead of trial by accusation.

Whether it be a criminal prosecution in court or a character prosecution in the Senate, there is little practical distinction when the life of a person has been ruined.

Those of us who shout the loudest about Americanism in making character assassinations are all too frequently those who, by our own words and acts, ignore some of the basic principles of Americanism –

The right to criticize;
The right to hold unpopular beliefs; The right to protest;
The right of independent thought.

The exercise of these rights should not cost one single American citizen his reputation or his right to a livelihood nor should he be in danger of losing his reputation or livelihood merely because he happens to know someone who holds unpopular beliefs. Who of us doesn’t? Otherwise none of us could call our souls our own. Otherwise thought control would have set in.

The American people are sick and tired of being afraid to speak their minds lest they be politically smeared as „Communists“ or „Fascists“ by their opponents. Freedom of speech is not what it used to be in America. It has been so abused by some that it is not exercised by others.

The American people are sick and tired of seeing innocent people smeared and guilty people whitewashed. But there have been enough proved cases to cause nationwide distrust and strong suspicion that there may be something to the unproved, sensational accusations.

As a Republican, I say to my colleagues on this side of the aisle that the Republican Party faces a challenge today that is not unlike the challenge that it faced back in Lincoln’s day. The Republican Party so successfully met that challenge that it emerged from the Civil War as the champion of a united nation — in addition to being a Party that unrelentingly fought loose spending and loose programs.

Today our country is being psychologically divided by the confusion and the suspicions that are bred in the United States Senate to spread like cancerous tentacles of „know nothing, suspect everything“ attitudes. Today we have a Democratic Administration that has developed a mania for loose spending and loose programs. History is repeating itself — and the Republican Party again has the opportunity to emerge as the champion of unity and prudence.

The record of the present Democratic Administration has provided us with sufficient campaign issues without the necessity of resorting to political smears. America is rapidly losing its position as leader of the world simply because the Democratic Administration has pitifully failed to provide effective leadership.

The Democratic Administration has completely confused the American people by its daily contradictory grave warnings and optimistic assurances — that show the people that our Democratic Administration has no idea of where it is going.

The Democratic Administration has greatly lost the confidence of the American people by its complacency to the threat of communism here at home and the leak of vital secrets to Russia through key officials of the Democratic Administration. There are enough proved cases to make this point without diluting our criticism with unproved charges.

Surely these are sufficient reasons to make it clear to the American people that it is time for a change and that a Republican victory is necessary to the security of this country. Surely it is clear that this nation will continue to suffer as long as it is governed by the present ineffective Democratic Administration.

Yet to displace it with a Republican regime embracing a philosophy that lacks political integrity or intellectual honesty would prove equally disastrous to this nation. The nation sorely needs a Republican victory. But I don’t want to see the Republican Party ride to political victory on the Four Horsemen of Calumny — Fear, Ignorance, Bigotry and Smear.

I doubt if the Republican Party could — simply because I don’t believe the American people will uphold any political party that puts political exploitation above national interest. Surely we Republicans aren’t that desperate for victory.

I don’t want to see the Republican Party win that way. While it might be a fleeting victory for the Republican Party, it would be a more lasting defeat for the American people. Surely it would ultimately be suicide for the Republican Party and the two-party system that has protected our American liberties from the dictatorship of a one party system.

As members of the Minority Party, we do not have the primary authority to formulate the policy of our Government. But we do have the responsibility of rendering constructive criticism, of clarifying issues, of allaying fears by acting as responsible citizens.

As a woman, I wonder how the mothers, wives, sisters and daughters feel about the way in which members of their families have been politically mangled in Senate debate — and I use the word ‚debate‘ advisedly.

As a United States Senator, I am not proud of the way in which the Senate has been made a publicity platform for irresponsible sensationalism. I am not proud of the reckless abandon in which unproved charges have been hurled from this side of the aisle. I am not proud of the obviously staged, undignified countercharges that have been attempted in retaliation from the other side of the aisle.

I don’t like the way the Senate has been made a rendezvous for vilification, for selfish political gain at the sacrifice of individual reputations and national unity. I am not proud of the way we smear outsiders from the Floor of the Senate and hide behind the cloak of congressional immunity and still place ourselves beyond criticism on the Floor of the Senate.

As an American, I am shocked at the way Republicans and Democrats alike are playing directly into the Communist design of „confuse, divide and conquer.“ As an American, I don’t want a Democratic Administration „white wash“ or „cover up“ any more than I want a Republican smear or witch hunt.

As an American, I condemn a Republican „Fascist“ just as much as I condemn a Democrat „Communist.“ I condemn a Democrat „fascist“ just as much as I condemn a Republican „Communist.“ They are equally dangerous to you and me and to our country.

As an American, I want to see our nation recapture the strength and unity it once had when we fought the enemy instead of ourselves.

It is with these thoughts I have drafted what I call a „Declaration of Conscience.“ I am gratified that Senator Tobey, Senator Aiken, Senator Morse, Senator Ives, Senator Thye and Senator Hendrickson, have concurred in that declaration and have authorized me to announce their concurrence.

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Eine wichtige Rede von Margaret Chase Smith

Während der McCarthy-Ära in den Vereinigten Staaten von Amerika war Joseph Stalin an der Macht in der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Viele Künstlerinnen und Künstler wurden damals in den USA gecancelt, wenn sie sich nicht klar von der UDSSR und ihrer Führung distanziert hatten. Menschen, die es wagten, eine abweichende Meinung zu haben, wurden abwechselnd als „Kommunist“ und „Faschist“ bezeichnet. Heute empfinden wir diese Ära als beschämend und falsch.

Heute ist Wladimir Putin an der Macht der Russischen Föderation und lässt seine Truppen in die Ukraine einmarschieren. Wieder werden Künstlerinnen und Künstler entlassen, wenn sie sich nicht distanzieren. Wer eine andere Position vertritt, wird schnell zum „Nazi“ erklärt.

Ob nun Putin, Scholz, Trudeau, Biden oder manch ein anderes Staatsoberhaupt, alle haben bereits zum Nazivergleich gegriffen, wenn es gegen oppositionelle Gruppen und Personen geht. Immer mehr Menschen in der Kunst- und Kulturszene geraten ins Visier. Es wird reihenweise gecancelt.

Ein jüngstes Beispiele in Deutschland ist Waleri Gergijew. Er war Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Die Elbphilharmonie in Hamburg sagte ein Konzert mit ihm ab, weil er sich nicht distanziert hatte. In einer Stellungnahme teilte das Konzerthaus mit:

„Infolge des anhaltenden Schweigens zur russischen Invasion in der Ukraine von Waleri Gergijew sind die an Ostern geplanten beiden Konzerte mit ihm und dem Orchester des Mariinski-Theaters in der Elbphilharmonie nunmehr abgesagt.“

Wenn ein Schweigen geahndet und nur noch ein Bekenntnis akzeptiert wird, sind wir mitten in einer neuen McCarthy-Ära.

Tapfer im Nirgendwo präsentiert daher die historische Rede „Declaration of Conscience“, die die Republikanerin Margaret Chase Smith am 1. Juni 1950 im Senat hielt. Margaret Chase Smith ist die erste Frau der USA, die sowohl in den Senat als auch in den Kongress gewählt wurde. Die Rede wird mit Platz 41 zu den Top 100 Reden des 20. Jahrhunderts gezählt. Der Politikberater Bernard Baruch erklärte, wenn ein Mann die Erklärungsrede gehalten hätte, „wäre er der nächste Präsident geworden“.

Hier nun die Rede in deutscher Übersetzung, mit Hervorhebungen durch mich. Wer nicht genug Zeit hat, möge nur das Dickgedruckte lesen. Die Rede ist heute noch erschreckend aktuell:

Herr Präsident,

Ich möchte kurz und einfach über einen ernsten nationalen Zustand sprechen. Es ist ein nationales Gefühl der Angst und Frustration, das zum nationalen Selbstmord und zum Ende von allem führen kann, was uns Amerikanern am Herzen liegt. Es ist ein Zustand, der auf die Abwesenheit einer effektiven Führung in der Legislative und der Exekutive unserer Regierung zurückzuführen ist.

Diese Führung fehlt so sehr, dass ernsthafte und verantwortungsbewusste Vorschläge gemacht werden, nationale Beratungskommissionen zu ernennen, um eine so dringend benötigte Führung bereit zu stellen.

Ich spreche so kurz wie möglich, weil mit verantwortungslosen Worten der Bitterkeit und selbstsüchtigem politischem Opportunismus bereits zu viel Schaden angerichtet worden ist.

Ich spreche so einfach wie möglich, weil das Problem zu groß ist, um es durch Beredsamkeit zu verdunkeln. Ich spreche einfach und kurz in der Hoffnung, dass meine Worte zu Herzen genommen werden.

Ich spreche als Republikanerin. Ich spreche als Frau. Ich spreche als Senatorin der Vereinigten Staaten. Ich spreche als Amerikanerin.

Der Senat der Vereinigten Staaten genießt seit Jahren weltweites Ansehen als das größte Beratungsgremium der Welt. Aber in letzter Zeit wurde dieser beratende Charakter zu oft auf die Ebene des Forums des Hasses und des Rufmords herabgesetzt, das durch den Schutzschild der Kongressimmunität geschützt wird.

Es ist ironisch, dass wir Senatoren in einer Debatte im Senat, ob nun direkt oder indirekt, durch jede Form von Worten, jedem Amerikaner, der kein Senator ist, ein Verhalten oder Motive unterstellen können, die einem Amerikaner unwürdig oder ungehörig ist; und ohne dass diese Amerikaner, die keine Senatoren sind, Rechtsmittel gegen uns einlegen können. Wenn wir dasselbe im Senat über unsere Kollegen sagen würden, könnten wir mit der Begründung gestoppt werden, dass wir uns gegen die Geschäftsordnung verhalten.

Es ist seltsam, dass wir jeden anderen hemmungslos und mit vollem Schutz verbal angreifen können und uns selbst jedoch hier im Senat über dieselbe Art von Kritik erheben.

Sicherlich ist der Senat der Vereinigten Staaten groß genug, um Selbstkritik und Selbsteinschätzung zu vertragen. Sicherlich sollten wir in der Lage sein, die gleiche Art von Charakterangriffen zu ertragen, die wir Außenstehenden zufügen.

Ich denke, dass es für den Senat der Vereinigten Staaten und seine Mitglieder höchste Zeit ist, eine gründliche Prüfung durchzuführen; eine Zeit für uns, unser Gewissen darüber zu prüfen, wie wir unsere Pflicht gegenüber dem amerikanischen Volk erfüllen und über die Art und Weise, wie wir unsere individuellen Befugnisse und Privilegien nutzen oder missbrauchen.

Ich denke, es ist höchste Zeit, dass wir uns daran erinnern, dass wir geschworen haben, die Verfassung zu wahren und zu verteidigen. Ich denke, es ist höchste Zeit, dass wir uns erinnern; dass die Verfassung in ihrer geänderten Fassung nicht nur von Meinungsfreiheit spricht, sondern auch von Geschworenengerichtsverfahren und nicht von Gerichtsverfahren durch Anklage.

Ob es sich nun um eine strafrechtliche Verfolgung vor Gericht oder um eine Verfolgung im Senat handelt, es gibt praktisch keinen Unterschied für die Person, dessen Leben ruiniert wurde.

Diejenigen von uns, die am lautesten Amerika schreien und dabei Rufmorde begehen, sind allzu häufig diejenigen, die durch ihre eigenen Worte und Taten einige der Grundprinzipien Amerikas ignorieren: Das Recht zu kritisieren, das Recht, unpopuläre Überzeugungen zu haben; das Recht zu protestieren, das Recht auf unabhängiges Denken.

Die Ausübung dieser Rechte sollte keinen einzigen amerikanischen Bürger seinen Ruf Kosten oder sein Recht sein Lebensunterhalt zu verdienen, noch sollte er Gefahr laufen, seinen Ruf oder seinen Lebensunterhalt zu verlieren, nur weil er zufällig jemanden kennt, der unpopuläre Überzeugungen vertritt. Wer von uns nicht? Sonst könnte sich keiner von uns wohl in seiner Haut fühlen. Sonst hätte die Gedankenkontrolle eingesetzt.

Das amerikanische Volk hat es satt, Angst zu haben, seine Meinung zu sagen, um dann von seinen Gegnern als „Kommunist“ oder „Faschist“ verleumdet zu werden.

Die Redefreiheit ist nicht mehr das, was sie früher einmal in Amerika war. Sie wurde von einigen so sehr missbraucht, dass sie von anderen nicht mehr ausgeübt wird. Das amerikanische Volk hat es satt zu sehen, wie unschuldige Menschen beschimpft werden, während Schuldige in Unschuld gewaschen werden.

Es gab aber genug nachgewiesene Fälle, um landesweit Misstrauen und starken Verdacht hervorzurufen, dass an den unbewiesenen, sensationellen Anschuldigungen etwas dran sein könnte.

Als Republikanerin sage ich meinen Kollegen auf dieser Seite des Saales, dass die Republikanische Partei heute vor einer Herausforderung steht, die der Herausforderung zu Lincolns Zeiten nicht unähnlich ist. Die Republikanische Partei hat diese Herausforderung so erfolgreich gemeistert, dass sie aus dem Bürgerkrieg als Verfechterin einer geeinten Nation hervorgegangen ist, zusätzlich dazu, dass sie eine Partei ist, die unerbittlich gegen ausschweifende Ausgaben und ausschweifende Programme kämpft.

Heute wird unser Land psychologisch gespalten durch die Verwirrungen und die Verdächtigungen, die im Senat der Vereinigten Staaten gezüchtet werden und sich wie krebsartige Tentakel der Einstellung des „Weiß nichts, Vermute alles“ ausbreiten.

Heute haben wir eine demokratische Regierung, die eine Manie für ausschweifende Ausgaben und ausschweifende Programme entwickelt hat. Die Geschichte wiederholt sich, und die Republikanische Partei hat erneut die Gelegenheit, sich als Verfechterin von Einheit und Besonnenheit zu behaupten.

Die Bilanz der gegenwärtigen demokratischen Regierung hat uns mit ausreichend Wahlkampfthemen versorgt, ohne dass wir auf politische Verleumdungen zurückgreifen mussten. Amerika verliert schnell seine Position als Führer der Welt, einfach weil die demokratische Regierung es erbärmlich versäumt hat, eine effektive Führung zu bieten.

Die Demokratische Regierung hat das amerikanische Volk durch ihre täglichen widersprüchlichen ernsten Warnungen und optimistischen Zusicherungen völlig verwirrt. Das zeigt den Menschen, dass unsere Demokratische Regierung keine Ahnung hat, wohin sie geht. Die Demokratische Regierung hat das Vertrauen des amerikanischen Volkes durch ihre Selbstgefälligkeit gegenüber der Bedrohung durch den Kommunismus hier zu Hause und das Durchsickern lebenswichtiger Geheimnisse durch Schlüsselbeamte der Demokratischen Regierung nach Russland stark verloren. Es gibt genug bewiesene Fälle, um diesen Punkt zu verdeutlichen, ohne unsere Kritik mit unbewiesenen Anschuldigungen verwässern zu müssen.

Sicherlich sind dies ausreichende Gründe, um dem amerikanischen Volk klar zu machen, dass es Zeit für eine Veränderung ist und dass ein republikanischer Sieg für die Sicherheit dieses Landes notwendig ist. Sicherlich ist klar, dass diese Nation weiter leiden wird, solange sie von der gegenwärtigen ineffektiven demokratischen Regierung regiert wird.

Sie jedoch durch ein republikanisches Regime zu ersetzen, das eine Philosophie vertritt, der es an politischer Integrität oder intellektueller Ehrlichkeit mangelt, würde sich für diese Nation als ebenso katastrophal erweisen. Die Nation braucht dringend einen republikanischen Sieg.

Aber ich möchte nicht, dass die Republikanische Partei auf den vier Reitern der Schmähung – Angst, Ignoranz, Bigotterie und Verleumdung – zum politischen Sieg reitet.

Ich bezweifle, dass die Republikanische Partei das kann, einfach weil ich nicht glaube, dass das amerikanische Volk irgendeine politische Partei unterstützen wird, die politische Ausbeutung über nationale Interessen stellt. Sicherlich sind wir Republikaner nicht so verzweifelt nach einem Sieg.

Ich möchte nicht, dass die Republikanische Partei so gewinnt. Während es ein flüchtiger Sieg für die Republikanische Partei sein könnte, wäre es eine dauerhaftere Niederlage für das amerikanische Volk. Sicherlich wäre es letztendlich Selbstmord für die Republikanische Partei und das Zweiparteiensystem, das unsere amerikanischen Freiheiten vor der Diktatur eines Einparteiensystems geschützt hat.

Als Mitglieder der Opposition haben wir nicht die primäre Autorität, die Politik unserer Regierung zu formulieren, aber wir haben die Verantwortung, konstruktive Kritik zu üben, Fragen zu klären und Ängste zu nehmen, indem wir als verantwortungsbewusste Bürger handeln.

Als Frau frage ich mich, wie die Mütter, Ehefrauen, Schwestern und Töchter darüber denken, dass ihre Familienangehörigen in der Debatte des Senats politisch in die Mangel genommen wurden; und ich verwende das Wort „Debatte“ unter Vorbehalt.

Als Senatorin der Vereinigten Staaten bin ich nicht stolz darauf, wie der Senat zu einer Werbeplattform für unverantwortliche Sensationsgier gemacht wurde. Ich bin nicht stolz auf die rücksichtslose Hingabe, mit der unbewiesene Anschuldigungen von dieser Seite des Saals geschleudert wurden. Ich bin nicht stolz auf die offensichtlich inszenierten, würdelosen Gegenklagen, die als Vergeltung von der anderen Seite des Saales versucht wurden.

Ich mag es nicht, dass der Senat zu einem Treffpunkt für Verleumdungen gemacht wird, für selbstsüchtigen politischen Gewinn auf Kosten des individuellen Rufs und der nationalen Einheit. Ich bin nicht stolz darauf, wie wir Außenstehende aus dem Senat verleumden und uns hinter dem Deckmantel der Immunität des Kongresses verstecken und uns schützend vor jeglicher Kritik im Senat platzieren.

Als Amerikanerin bin ich schockiert über die Art und Weise, wie Republikaner und Demokraten gleichermaßen direkt in den kommunistischen Chor von „verwirren, teilen und erobern“ einstimmen. Als Amerikanerin will ich kein Reinwaschen und kein Vertuschen der demokratischen Regierung, ebenso wenig wie ich eine republikanische Verleumdung oder Hexenjagd will.

Als Amerikanerin verurteile ich einen republikanischen „Faschisten“ genauso wie einen demokratischen „Kommunisten“. Ich verurteile einen demokratischen „Faschisten“ genauso wie einen republikanischen „Kommunisten“. Sie sind gleichermaßen gefährlich für Sie, für mich und für unser Land.

Als Amerikanerin möchte ich erleben, dass unsere Nation die Stärke und Einheit wiedererlangt, die sie einst hatte, als wir gegen den Feind kämpften, statt gegen uns selbst.

Mit diesen Gedanken habe ich das entworfen, was ich eine „Gewissenserklärung“ nenne.

Ich freue mich, dass Senator Tobey, Senator Aiken, Senator Morse, Senator Ives, Senator Thye und Senator Hendrickson dieser Erklärung zugestimmt und mich ermächtigt haben, ihre Zustimmung zu verkünden.

(Foto: Wikipedia)

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Gandhis Briefe an Hitler

Am 23. Juli 1939, nur ein paar Monate vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs schrieb Mahatma Gandhi einen Brief an seinen Freund Adolf Hitler:

Lieber Freund,

Freunde haben mich gedrängt, Ihnen im Interesse der Menschlichkeit zu schreiben. Ich habe mich aber bisher ihrer Bitte widersetzt, weil ich das Gefühl hatte, jeder Brief von mir wäre eine Zumutung.

Irgendetwas sagt mir aber, dass ich nicht berechnend sein darf und dass ich meinen Appell senden muss, was auch immer er wert sein mag.

Es ist ganz klar, dass Sie heute die einzige Person auf der Welt sind, die einen Krieg verhindern kann, der die Menschheit in einen Zustand der Barbarei bringen könnte. Sind Sie bereit, diesen Preis für eine Sache zu zahlen, wie wertvoll sie Ihnen auch erscheinen mag? Werden Sie auf den Appell eines Menschen hören, der die Methode des Krieges absichtlich gemieden hat, nicht ohne beachtlichen Erfolg?

Wie auch immer, ich erbitte Ihre Verzeihung, wenn es ein Irrtum von mir war, Ihnen zu schreiben.

Ich verbleibe Ihr aufrichtiger Freund, M.K. GANDHI

Am 24. Dezember 1940 schrieb Gandhi einen weiteren Brief an Adolf Hitler:

Lieber Freund,

dass ich Sie als Freund anspreche, ist keine Formalität. Ich besitze keine Feinde. Meine Lebensaufgabe war es in den letzten 33 Jahren, die Freundschaft der gesamten Menschheit zu gewinnen, indem ich mich mit der Menschheit anfreundete, unabhängig von Rasse, Hautfarbe oder Glaubensbekenntnis. Ich hoffe, Sie haben die Zeit und den Wunsch zu erfahren, wie ein großer Teil der Menschheit, die unter dem Einfluss dieser Doktrin der universellen Freundschaft gelebt hat, Ihre Taten sieht.

Wir haben keinen Zweifel an Ihrem Mut oder Ihrer Hingabe für Ihr Vaterland, noch glauben wir, dass Sie das von Ihren Gegnern beschriebene Monster sind. Ihre eigenen Schriften und Äußerungen jedoch, sowie die Ihrer Freunde und Bewunderer lassen keinen Zweifel daran, dass viele Ihrer Handlungen ungeheuerlich und der Menschenwürde nicht angemessen sind, insbesondere in der Einschätzung von Männern wie mir, die an die universelle Freundlichkeit glauben.

Da sind Ihre Demütigung der Tschechoslowakei, die Vergewaltigung Polens und das Verschlucken Dänemarks. Mir ist bewusst, dass Ihre Lebensanschauung solche Beraubungen als tugendhafte Taten ansieht, aber uns wurde von Kindheit an beigebracht, sie als Taten zu betrachten, die die Menschheit erniedrigen. Daher können wir Ihren Waffen keinen Erfolg wünschen. Aber unsere Position ist einzigartig. Wir widersetzen uns dem britischen Imperialismus nicht weniger als dem Nationalsozialismus. Wenn es einen Unterschied gibt, dann nur im Ausmaß.

Ein Fünftel der Menschheit wurde mit Mitteln, die keiner Prüfung standhalten, unter die britische Ferse gebracht. Unser Widerstand dagegen soll dem britischen Volk nicht schaden. Wir versuchen, sie zu bekehren, nicht sie auf dem Schlachtfeld zu besiegen. Unsere Absicht ist eine unbewaffnete Revolte gegen die britische Herrschaft. Ob wir sie nun aber bekehren oder nicht, wir sind entschlossen, ihre Herrschaft durch gewaltloses Nichtzusammenarbeiten unmöglich zu machen.

Es ist eine Methode, die ihrer Natur nach nicht zu rechtfertigen ist. Sie basiert auf dem Wissen, dass kein Raubübernehmer sein Ziel ohne ein gewisses Maß an freiwilliger oder obligatorischer Zusammenarbeit des Opfers erreichen kann. Unsere Herrscher mögen unser Land und unsere Körper nehmen, aber nicht unsere Seelen. Ersteres können sie nur erreichen, indem sie jeden Inder, jede Frau und jedes Kind vollständig vernichten.

All das mag nicht zu diesem Ausmaß des Heldentums aufsteigen und es ist wahr, dass ein ziemliches Maß an Schrecklichkeit der Revolte den Rücken kehren kann, aber das Argument ist nebensächlich. Denn wenn sich in Indien eine stattliche Anzahl von Männern und Frauen finden, die bereit sind, ohne bösen Willen gegen die Plünderer ihr Leben zu opfern, anstatt vor ihnen in die Knie zu gehen, haven sie den Weg zur Befreiung Indiens von Tyrannei und Gewalt aufgezeigt.

Ich bitte Sie, mir zu glauben, wenn ich sage, dass Sie in Indien eine unerwartete Anzahl solcher Männer und Frauen finden werden. Sie haben diese Lehre in den letzten 20 Jahren absolviert. Wir haben im letzten halben Jahrhundert versucht, die britische Herrschaft abzuschütteln. Die Unabhängigkeitsbewegung war noch nie so stark wie jetzt. Die mächtigste politische Organisation, ich meine damit den indischen Nationalkongress, versucht dieses Ziel zu erreichen.

Wir haben durch gewaltlose Anstrengungen ein sehr schönes Maß an Erfolg erreicht. Wir haben nach den richtigen Mitteln gesucht, um die am besten organisierte Gewalt der Welt zu bekämpfen, wie sie die britische Macht darstellt. Sie haben es herausgefordert. Es bleibt abzuwarten, wer besser organisiert ist, die Deutschen oder die Briten.

Wir wissen, was die britische Unterdrückung für uns und die außereuropäischen Rassen der Welt bedeutet. Aber wir würden die britische Herrschaft niemals mit deutscher Hilfe beenden wollen. Wir haben in der Gewaltlosigkeit eine Kraft gefunden, die sich, wenn sie organisiert ist, zweifellos gegen eine Kombination der gewalttätigsten Kräfte der Welt behaupten kann.

In der gewaltfreien Technik gibt es, wie ich bereits sagte, keine Niederlage. Es ist alles „mach oder stirb“, ohne zu töten oder zu verletzen. Es kann praktisch ohne Geld und offenkundig ohne die Hilfe der Zerstörungswissenschaft, die Sie so perfektioniert haben, verwendet werden. Es ist ein Wunder für mich, dass Sie nicht sehen, dass es niemandes Monopol ist.

Wenn es nicht die Briten tun, wird gewiss eine andere Macht Ihre Methode verbessern und Sie mit Ihrer eigenen Waffe schlagen. Sie hinterlassen Ihrem Volk kein Vermächtnis, auf das Sie stolz sein können. Sie können auf diese Darbietung grausamer Taten nicht stolz sein, wie geschickt sie auch geplant sein mögen.

Ich appelliere daher im Namen der Menschheit an Sie, den Krieg zu beenden. Sie verlieren nichts, wenn Sie alle Streitigkeiten zwischen Ihnen und Großbritannien einem internationalen Gericht Ihrer gemeinsamen Wahl unterbreiten. Wenn Sie im Krieg Erfolg haben, beweist das nicht, dass Sie im Recht waren. Es wird lediglich beweisen, dass Ihre Zerstörungskraft größer war. Ein Schiedsspruch eines unparteiischen Schiedsgerichts nach menschlichem Ermessen wird hingegen zeigen, welche Partei im Recht war.

Sie wissen, dass ich vor nicht allzu langer Zeit alle Briten dazu aufgerufen habe, meine Methode des gewaltfreien Widerstands zu akzeptieren. Ich tat es, weil die Briten mich als einen Freund kennen, obwohl ich ein Rebell bin. Ich bin ein Fremder für Sie und Ihr Volk. Ich habe nicht den Mut, Ihnen den Aufruf zu machen, den ich an jeden Briten gerichtet habe. Nicht, dass es für Sie nicht mit der gleichen Kraft gelten würde wie für die Briten, aber mein jetziger Vorschlag ist viel einfacher, weil viel praktischer und vertrauter.

In dieser Zeit, in der sich die Herzen der Völker Europas nach Frieden sehnen, haben wir sogar unseren eigenen friedlichen Kampf eingestellt. Ist es zu viel verlangt, Sie zu bitten, sich in einer Zeit für den Frieden einzusetzen, die Ihnen persönlich vielleicht nichts bedeutet, die aber den Millionen Europäern viel bedeuten muss, deren stummen Schrei nach Frieden ich höre? Meine Ohren sind darauf eingestellt, die Millionen Stummen zu hören.

Ich habe die Absicht, einen gemeinsamen Appell an Sie und Herrn Mussolini zu richten, den ich in Rom während meines Wegs zu einem Besuch in England als Delegierter der Konferenz am runden Tisch treffen durfte. Ich hoffe, dass er diesen wie an ihn gerichtet auch mit den notwendigen Wandel aufnimmt.

Ich bin Ihr aufrichtiger Freund, M.K. GANDHI

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Die Spaltung in uns

Was haben wir uns in den letzten Monaten nicht alles aus Angst vor einem Virus gegenseitig angetan?

Wenn ich vor zehn Jahren gefragt hätte, welche Partei in Zukunft die Grenzen innerhalb Europas schließen, Freiheitsrechte einschränken und Theater und Gaststätten dazu zwingen wird, Teile der Gesellschaft nicht mehr in ihre Lokalitäten zu lassen, die Antwort wäre gewiss nicht auf jene Parteien gefallen, die es in letzten Monaten getan haben und es immer noch tun.

Von den aktuell im Bundestag vertretenen Fraktionen sind folgende Parteien in mindestens einem Bundesland in der Regierung: SPD, DIE GRÜNEN, FDP, CDU, CSU, DIE LINKE. Sie alle haben somit die teilweise überzogenen Maßnahmen zur Bekämpfung von Corona unterstützt und politisch exekutiert.

Alle Personen, die zu einer Partei gehören oder eine Partei gewählt haben, die diese Maßnahmen beschlossen hat, sind dafür verantwortlich. Wir sind dafür verantwortlich. Ich bin dafür verantwortlich.

Wir haben temporär die Grenzen Europas geschlossen. Wir haben Lockdowns und Ausgangssperren verhängt. Wir zwingen gesunde Kinder dazu, Masken zu tragen. Wir denken über eine Impfpflicht nach. Wir lassen es zu, dass massiv in die Grundrechte eingegriffen wird, wie zum Beispiel in die Versammlungsfreiheit, in die Meinungsfreiheit und in die Unverletzbarkeit der Wohnung. Wir misstrauen uns und gehen auf Distanz. Wir lassen gewisse Menschen nicht mehr in unsere Gaststätten, Theater und Diskotheken. Wir haben uns zu Exekutoren der Regierung machen lassen, indem wir von unseren Mitmenschen verlangen, sensible persönliche Daten zu offenbaren und sich auszuweisen, bevor wir weiter mit ihnen interagieren. All das haben wir getan und wir tun es immer noch.

Das noch vor zwei Jahren ein erheblicher Teil unserer Gesellschaft diese Maßnahmen für richtig schlimm gehalten hat, wird daran deutlich, dass jede Mahnung vor dem möglichen Bevorstehen eben dieser Maßnahmen zu Beginn der Pandemie von Instanzen der Bundesregierungen sowie von Journalistinnen und Journalisten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in das Reich der Verschwörungen und rechtsextremen Schwurbeleien verbannt wurde.

Am 30. Januar 2020, ein paar Wochen vor dem ersten Lockdown, wurde im Bayerischen Rundfunk erklärt, wer behauptet, das Coronavirus sei so gefährlich, dass Grenzen geschlossen, der Verkehr eingeschränkt und manche Berufe eingestellt werden müssten, sei ein rechter Verschwörungstheoretiker. Ein paar Tage vor der massiven Einschränkung des öffentlichen Lebens erklärte das Bundesministerium für Gesundheit am 14. März 2020, es seien „Fake News“ zu behaupten, die Bundesregierung „würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen.

Alles, was von diesen Redaktionen noch vor zwei Jahren als rechte Verschwörungserzählung bezeichnet wurde, haben deutsche Regierungen schließlich getan und die Sendungen der öffentlich-rechtlichen Anstalten haben diese Politik medial unterstützend begleitet. Sie alle wurden zu dem, was sie einst kritisiert und verabscheut hatten.

Viele, die sich diese moralische Niederlage nicht eingestehen können, suchen jetzt nach Schuldigen. Es darf und kann schließlich nicht sein, dass sie sich ge- und verirrt haben. Sie sind doch die Guten. Es muss einfach an Andere liegen.

Auf der Suche nach den Schuldigen für die eigenen Taten, wird eifrig die eigene Verfehlung auf andere projiziert. Auf diese Weise wird die Gesellschaft immer weiter gespalten, nämlich in jene, die das geworden sind, was sie einst bekämpfen wollten und jene, die dafür von ihnen verantwortlich gemacht werden.

Wen machen die moralisch Gefallenen für ihren Fall verantwortlich?

Tag für Tag steigt die Anzahl jener, die nicht mehr ertragen, was im Umfeld der Virusbekämpfung passiert. Sie finden, dass wir zu weit gegangen sind und sie melden sich immer lauter zu Wort. Sie demonstrieren, spazieren, kritisieren und klagen. Ihre Kritik geht dabei ausnahmslos in Richtung jener, die diese Maßnahmen zu verantworten haben.

Diese Verantwortlichen jedoch können die Verantwortung ihrer Taten nicht tragen, da sie die Taten eigentlich ablehnen, jedenfalls vor der Corona-Krise noch lautstark abgelehnt hatten. Noch in den letzten Stunden vor der Krise waren sie sich absolut sicher, dass keine Gefahr sie jemals hätte dazu verleiten können, so zu handeln, wie sie es in den letzten Monaten getan haben.

Ihre Angst war größer als ihre Moral.

Die Moral ist jedoch nicht an Corona gestorben. Sie atmet noch; und der Atem hinterlässt einen Hauch.

Was bleibt, ist die Schmach, etwas getan zu haben, wofür man die politischen Gegner verurteilt hätte. Von dieser Schmach verfolgt, greifen viele vom Gewissen gebissene Besserwissende auf erprobte Methoden zurück. Sie erklären einfach die Maßnahmenkritiker zu querdenkenden Verschwörungstheoretikern und verantwortungslosen und unsolidarischen rechten Schwurblern. Das hat schließlich auch schon vor der Krise geklappt.

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Zeuge Buurmann

Es ist viertel nach vier Uhr morgens und ich sitze im Zug von Köln nach Frankfurt, um dort dann in einen weiteren Zug zu steigen, der mich zu dem Ort bringt, wo um 9:15 Uhr eine Verhandlung am Amtsgericht stattfinden wird, wo ich als Zeuge geladen bin.

Es geht um eine Strafsache wegen Volksverhetzung. Eine Person, die für einige der widerlichen Worte verantwortlich ist, die ich unter der Überschrift „Hassmails“ dokumentiert habe, muss sich heute vor Gericht verantworten.

Mal schauen, was mich da heute erwartet.

Es ist viertel nach zehn Uhr. Meine Aussage ist gemacht. Mal schauen, was der Herr für Konsequenzen zu tragen hat.

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