Friede, Liebe, Freude

„Friede, Liebe, Freude“ sprach eine gehbehinderte ältere Frau mit Rollator während einer Demonstration in der kanadischen Hauptstadt zu der Polizei. Sie erklärte, warum sie zum friedlichen Protest gegen die Maßnahmen, gegen die massiven Grundrechtseinschränkungen und gegen die Notverordnungen der kanadischen Regierung in Ottawa gekommen sei: „Das ist, warum wir das hier machen. Friede, Liebe, Freude.“

Das waren ihre Worte, kurz bevor sie von der Polizei auf Pferden niedergetrampelt wurde, wie man auf diesem Video sehen kann:

Laut ersten Berichten kam die Frau mit leichten Blessuren davon. Die Polizeibehörde von Ottawa erklärte auf Nachfrage von Newsweek:

„Uns ist nicht bekannt, dass Demonstranten von Pferden niedergetrampelt wurden. Wir verstehen es so, dass ein Demonstrant gefallen, aufgestanden und weggegangen ist.“

Die Polizei erstattete zudem Anzeige gegen eine Person mit dieser Begründung:

„Während dies passierte, war ein Fahrrad vor die Füße einer der Pferde geworfen worden in der Absicht, es zu verletzen. Eine Person wurde festgenommen wegen vorsätzlichem Gefährden von Diensttieren der Polizei.“

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No!

How will you deal with me if I say no?

No to your faith, no to your ideology, no to your party, no to your invitation, no to your interpretation of words, no to your conclusions drawn from your evaluation of scientific data, no to your idea of how to improve society, no to your suggestion of how to save the world, no to your proposal, no to your touch, no to your love, no to your help?

Will you accept my no? Or will you force me to follow you?

Will you declare my no a danger, punish me if I say no, demonize and persecute me, use violence against my no, have my no overheard, deleted or even banned? Will you make my whole life hell if I say no to following you on your path?

Do I have to say no to myself? No to what I am and how, no to my ideas, no to my body, no to my inner peace, no to my responsibility, no to my inner certainty of being able to determine for myself what is right for me, no to my freedom, no to my self-determination?

Is my no worth less than your idea of what is right? Do I have to force myself on you? Are you allowed to destroy me and my no, just so that you can benefit from it?

What must be done to a person who says no, so that you also say no to this treatment? Where is your limit? To which actions do you say no and to which no do you say yes?

If you want to support me, Gerd Buurmann, in my work as an actor or author of „Tapfer in Nirgendwo“, you are welcome to donate any amount you choose to my PayPal account.

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(Translation: William Wires)

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Nein!

Wenn Du wissen möchtest, ob Dich jemand respektiert, warte ab, was er macht, wenn Du zu ihm Nein gesagt hast.

Wie gehst Du mit mir um, wenn ich Nein sage?

Was tust Du, wenn ich Nein sage zu Deinem Glauben, Nein zu Deiner Ideologie, Nein zu Deiner Partei, Nein zu Deiner Einladung, Nein zu Deiner Interpretation von Worten, Nein zu Deinen Konsequenzen, Nein zu Deiner Vorstellung, wie die Gesellschaft zu verbessern sei, Nein zu Deinem Vorschlag, wie die Welt zu retten sei, Nein zu Deinem Antrag, Nein zu Deinen Berührungen, Nein zu Deiner Liebe, Nein zu Deinem Frieden, Nein zu Deinem Krieg, Nein zu Deiner Bitte um Hilfe, Nein zu Deiner Hilfe?

Wirst Du mein Nein akzeptieren? Oder wirst Du mich zwingen, Dir zu folgen?

Wirst Du mein Nein akzeptieren oder zu einer Gefahr erklären? Wirst Du mich bestrafen, wenn ich Nein sage? Wirst Du mich verteufeln und verfolgen? Wirst Du Gewalt gegen mein Nein anwenden, mein Nein überhören, löschen oder gar verbieten lassen? Wozu bist Du bereit, es mir anzutun, wenn ich Nein zu Deiner Bitte sage, Dir auf Deinem Weg zu folgen?

Wirst Du mich zu Deinem Feind erklären, wenn ich Nein dazu sage, Dich in Deinem Kampf gegen Deine Feinde zu unterstützen?

Möchtest Du, dass ich Nein sage zu mir selbst, Nein zu dem, was ich bin, Nein zu meinen Ideen, Nein zu meinem Körper, Nein zu meinem inneren Frieden, Nein zu meiner Verantwortung, Nein zu meiner Gewissheit, selbst bestimmen zu können, was richtig ist für mich, Nein zu meiner Freiheit, Nein zu meiner Selbstbestimmung?

Ist mein Nein weniger wert als Deine Vorstellung davon, was richtig ist? Muss ich mich zu Dir zwingen? Darfst Du mich und mein Nein zerstören, nur damit Du dadurch Vorteile hast?

Was muss einem Menschen, der Nein sagt, angetan werden, dass auch Du Nein zu dieser Behandlung sagst? Wo ist Deine Grenze? Zu welchen Taten sagst Du Nein, aber viel wichtiger noch:

Zu welchem Nein sagst Du Ja?

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Proteste in Ottawa und Köln (und nicht nur da)

Im Jahr 2017 schrieb der Premierminister von Kanada, Justin Trudeau, während einer Landwirtschaftsausstellung in Calgary sein Autogramm auf die Hakenkreuzfahne eines bekennenden Nazis. Wie konnte das passieren?

Justin Trudeau wusste nicht, dass das Stück Stoff, auf dem er seine Unterschrift hinterließ, Teil einer Flagge war, da es so in das Hemd eines Mannes gesteckt war, dass es aussah wie ein Halstuch. Bei dem Mann handelte es sich um Kyle McKee. Er ist bekennender Neonazi und Gründer einer Organisation, die sich „Arische Wache“ nennt. Er bat den Premierminister, sein Stück Stoff zu unterschreiben, was Trudeau dann auch tat.

„Das ist das Wichtigste, was er seit seinem Amtsantritt unterschrieben hat“, sagte McKee später und fügte hinzu: „Trudeaus Unterschrift auf meiner schönen Flagge.“

Justin Trudeau distanzierte sich augenblicklich nach Bekanntwerden des Umstands von der Hakenkreuzfahne. Er machte die Landwirtschaftsausstellung allerdings nicht dafür verantwortlich, dass sich unter ihren Gästen ein bekennender Nazi befunden hatte.

Justin Trudeau weiß somit, wie es ist, wenn einem eine Hakenkreuzfahne untergeschoben wird. Diese eigene Erfahrung hinderte ihn jedoch nicht daran, ein paar Jahre später, andere Menschen für einen ähnlich gelagerten Fall brutal abzuurteilen.

Im Januar 2022 tauchte bei den Trucker-Protesten in Ottawa eine Hakenkreuzfahne auf. Die Verantwortlichen der Proteste distanzierten sich zwar unmissverständlich von dieser Fahne und sorgten in den kommenden Wochen dafür, dass sich sowas nicht mehr wiederholte, für Justin Trudeau jedoch war klar, dass der ganze Protest im Grunde nur ein einziger rassistischer Aufmarsch sei, der gänzlich verboten gehöre. Er erklärte, sie seien „sehr oft misogyne, rassistische Frauenhasser“.

Diese Bewertung mutet bizarr an, wenn man sich die Bilder der Proteste ansieht.

Sehen diese Menschen so aus, als seien sie misogyne, rassistische Frauenhasser? Für mich sehen sie aus wie eine Gruppe diverser, kulturell, politisch, ethnisch, religiös und gesellschaftlich bunt gemischter Menschen, die sich allerdings unter einem Prinzip vereinen, das sie in Gefahr sehen: Freiheit!

Im Januar 2018 befand sich Justin Trudeau in einer Gesprächsrunde im Rathaus in Quebec. Während der Veranstaltung zeigte ein Zwischenrufer eine umgedrehte kanadische Flagge, auf der ein großes Hakenkreuz gemalt war. Trudeau reagierte außerordentlich ruhig auf den Störer. Als er von Sicherheitskräften aus dem Raum geführt wurde, sagte Trudeau gelassen: „Danke, dass Sie gekommen sind, Sir.“

Justin Trudeau machte nicht alle anwesenden Gäste im Rathaus für das Individuum verantwortlich. Im Fall der Trucker-Proteste handelt er vollkommen anders.

Die Ereignisse in Kanada erinnern ein wenig an die Montagsspaziergänge in Deutschland. Seit einigen Wochen versammeln sich Bürgerinnen und Bürger aus den unterschiedlichsten Schichten und mit den verschiedensten kulturellen und politischen Hintergründen in den Städten Deutschlands, um im geneinsamen Spazierengehen gegen die in ihren Augen überzogenen Grundrechtseinschränkungen im Umgang mit COVID-19 zu demonstrieren.

Immer wieder wird diesen Demonstrationen der Vorwurf gemacht, rechtsradikale Strömungen in den eigenen Reihen zu tolerieren. Tapfer im Nirgendwo hat daher bei einem Organisator der Montagsspaziergänge in Köln nachgefragt und bekam eine deutliche Antwort:

„Rechtsradikales Gedankengut wird bei uns nicht toleriert. Wir stehen für die Grundrechte, Freiheit, Frieden und Selbstbestimmung ein.“

Mitglieder des Organisationsteams versicherten, dass die Verantwortlichen der Spaziergänge in Köln bei Kenntnisnahme verfassungsfeindlicher Parolen selbstverständlich sofort selber tätig werden würden und die Ordnungskräfte und Ermittlungsbehörden unterstützen würden.

Diese Versicherungen decken sich mit den Bildern der Montagsspaziergänge.

Am 14. Februar 2022 fand wieder ein Spaziergang in Köln statt. Bei der parallel stattfindenden Gegendemonstration einiger weniger Leute wurde zwar behauptet, unter den Spaziergängern würden Nazis geduldet, dies war jedoch eine klare Falschbehauptung. Unter den Montagsspaziergängern befanden sich sogar deutliche Plakate gegen Rassismus, zum Beispiel die Parole „Nazis raus“ und der Slogan „Gegen Rassismus“, wie diese Aufnahmen zeigen:

Von manchen Kreisen in der Politik und in der Medienlandschaft wird wahrheitswidrig behauptet, die demonstrierenden Menschen für die Freiheit seien Staatsfeinde. Dabei sind sie in Wirklichkeit nur maximal regierungskritisch.

Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte in einer Gesprächsrunde am 24. Januar 2022:

„Wer sich gegen unser Recht stellt und sich mit selbst erklärten Staatsfeinden und verfassungsschutzbekannten Rechtsextremisten gemein macht, der kann sich nicht mehr glaubwürdig auf Demokratie und Freiheit berufen.“

Steinmeier erklärte, die rote Linie verlaufe genau da, „wo Gewalt ins Spiel kommt“. Diese rote Linie wird von den Menschen, die montags spazieren gehen, nicht nur geachtet, sie demonstrieren gerade für die Beachtung dieser roten Linie. Ein Spruch auf den Plakaten der Montagsspaziergänge lautet: „Wir sind die rote Linie!“

Der Spruch bezieht sich auf eine Aussage von Bundeskanzler Olaf Scholz, die er tatsächlich so mehrfach getätigt hatte: „Es darf keine roten Linien geben, das hat uns diese Pandemie nun wirklich gezeigt.“

Die Demonstrantinnen und Demonstranten positionieren sind somit unmissverständlich gegen Gewalt und zwar nicht nur gegen die Gewalt von Individuen, sondern auch gegen die Gewalt und den Machtmissbrauch der Regierung. Dennoch erklärte Steinmeier in der Gesprächsrunde: „Der Spaziergang hat seine Unschuld verloren.“

Steinmeier und Trudeau verunglimpfen Bürgerinnen und Bürger, indem sie ihnen Gewalttätigkeiten, Nähe zu nationalsozialistischem Gedankengut und die Duldung von Verfassungsfeinden unterstellen. Es sind infame Unterstellungen.

Sowohl die Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen, als auch die Befürworter verurteilen Nazis. Die Befürworter jedoch nutzen die Nazis, wenn sie irgendwo auftauchen, um mit ihnen ihre politischen Gegner zu schwächen und sie zu diffamieren. Sie profitieren von der Existenz dieser Nazis. Das macht genau sie zu den eigentlichen Kollaborateuren und Nutznießern der Nazis.

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Justin Trudeau verirrt sich und beleidigt Melissa Lantsman

Melissa Lantsman ist eine kanadische Politikerin und Mitglied der Konservativen Partei von Kanada. Seit 2021 ist sie Parlamentsmitglied im Unterhaus von Kanada. Sie wurde im Jahr 1984 in Toronto in eine russisch-jüdische Familie geboren. Ihre Mutter war Buchhalterin und ihr Vater Ingenieur, der im Taxigewerbe arbeitete und mehrere Pfandleihhäuser betrieb. Im Jahr 2018 heiratete sie ihre Freundin Lauren Rakowski.

(Foto: Wikipedia)

Am 16. Februar 2022 musste sich diese stolze lesbische Jüdin von dem Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, im Unterhaus sagen lassen, dass sie und ihre Partei für „Leute steht, die Hakenkreuze schwenken“.

Justin Trudeau äußerte diesen Vorwurf, nachdem Melissa Lantsman seine Politik im Umgang mit den Protesten in Ottawa kritisiert hatte. Am 14. Februar 2022 hatte er für Kanada den Notstand erklärt, um so den „Konvoi der Freiheit“ zu bekämpfen.

Als „Konvoi der Freiheit“ wird die Protestbewegung bezeichnet, die zum großen Teil aus Straßenblockaden von Truckern besteht, die damit gegen die in ihren Augen überzogenen Maßnahmen der Regierung im Kampf gegen COVID-19 protestieren.

Der von Trudeau ausgerufene Notstand, erlaubt es der Regierung unter anderem, die Trucker-Proteste zu verbieten, aber auch die Bankkonten von allen Menschen einzufrieren, die mit den Protesten assoziiert werden und zwar ohne richterlichen Beschluss. Genau diese Übergriffigkeit des Staates kritisierte Melissa Lantsman am 16. Februar im Unterhaus:

„In nur 48 Stunden ging die Regierung vom Nichtstun zum Notstand. 48 Stunden, diese Maßnahmen zu ergreifen. 48 Stunden ohne dem Parlament eine Rechtfertigung zu geben. Wann wird der Premierminister eingestehen, dass er die Kontrolle über die Situation, das Land, die Versammlung und seine Führung verloren hat.“

In ihrer Rede vor dem Unterhaus konfrontierte sie den Premierminister zunächst mit einem Zitat aus einer Rede, die er im Jahr 2015 gehalten hatte:

„Eine positive, optimistische, hoffnungsvolle Vision des öffentlichen Lebens ist kein naiver Traum; es kann eine starke Kraft für Veränderungen sein. Wenn Kanadier ihrer Regierung vertrauen sollen, muss ihre Regierung den Kanadiern vertrauen.“

Danach zitierte sie eine Aussage von Trudeau, die er über die Demonstranten in Ottawa im Jahr 2022 getätigt hatte.

„Diese Leute – sehr oft misogyne, rassistische, Frauenhasser, Wissenschaftsleugner, Randgruppen.“

Sehen wir uns mal ein paar Bilder dieser ach so bösen Menschen an:

Sehen diese Menschen so aus, als seien sie misogyne, rassistische, Frauenhasser, Wissenschaftsleugner und Randgruppen? Für mich sehen sie aus wie eine Gruppe diverser, kulturell, politisch, ethnisch, religiös und gesellschaftlich bunt gemischter Menschen, die sich allerdings unter einem Prinzip vereinen, das sie in Gefahr sehen: Freiheit!

Melissa Lantsman kritisierte den Premierminister, weil „er die Flammen eines ungerechtfertigten nationalen Notstands anfacht“, und stellte die Frage: „Wann hat sich der Premierminister verirrt? Wann ist es passiert?“

Trudeau beantwortete die Frage mit einer ungeheuerlichen Unterstellung:

„Mitglieder der Konservativen Partei können mit Hakenkreuzschwingern zusammenstehen. (…) Wir werden uns dafür entscheiden, den Kanadiern zur Seite zu stehen, die es verdient haben, zu ihren Jobs zu kommen, um ihr Leben zurückzubekommen. Diese illegalen Proteste müssen aufhören und das werden sie.“

Daraufhin meldete sich der konservative Abgeordnete Dane Lloyd zu Wort:

„Ich habe noch nie so beschämende und unehrenhafte Bemerkungen von diesem Premierminister gehört. Mein Urgroßvater flog über dreißig Missionen über Nazideutschland. Die Leiche meines Urgroßonkels liegt auf dem Boden des Ärmelkanals. Es gibt Mitglieder dieser konservativen Versammlung die Nachkommen von Opfern des Holocausts sind. Dass der Premierminister auch nur einem Kollegen in diesem Haus vorwirft, mit dem Hakenkreuz zu stehen, ist schändlich. Ich gebe dem Premiermister eine Möglichkeit: Ich fordere ihn auf, unmissverständlich um Verzeihung zu bitten für diesen schändlichen Kommentar.“

Justin Trudeau weigerte sich, der Bitte nachzukommen und erklärte stattdessen seine Politik für gerechtfertigt. Dane Lloyd reagierte sichtlich empört:

„Die Abwesenheit einer Bitte um Entschuldigung durch den Premierminister spricht Bände. Ich habe diesem Premierminister die Möglichkeit gegeben, einen schändlichen Kommentar zurückzuziehen, wo er ehrenwerten Mitgliedern dieses Hauses unterstellt, mit dem Hakenkreuz zu stehen. Wie ich schon gerade gesagt habe, wir haben Kollegen, die Nachkommen von Opfern des Holocausts sind. Ich gebe dem Premierminister eine weitere Möglichkeit. Wird er um Verzeihung bitten bei allen Mitgliedern dieses Hauses?“

Justin Trudeau weigerte sich erneut und erklärte stattdessen, die Blockade sei illegal und fügte hinzu: „Die Kanadier schauen genau hin und sehen genau, wo die Konservativen stehen, die zu diesen Blockaden stehen.“

Diese Uneinsichtigkeit brachte schließlich Melissa Lantsman dazu, ebenfalls Stellung zu beziehen: „Ich bin eine starke jüdische Frau, Mitglied dieses Hauses und Nachfahrin von Holocaustüberlebenden.“

Sie betonte, in dem Unterhaus niemals schlecht behandelt worden zu sein, „bis auf heute, da der Premierminister mich beschuldigt hat, mit Hakenkreuzen zu stehen. Ich denke, er schuldet mir eine Entschuldigung. Ich möchte eine Entschuldigung und ich denke er schuldet allen Mitgliedern dieses Hauses eine Entschuldigung.“

Justin Trudeau bat um nichts. Er verließ einfach den Raum.

Die Anklage von Justin Trudeau sind nicht nur vollkommen geschmacklos, da er sie in Richtung einer Jüdin erhob, sie ist auch unangebracht, da Melissa Lantsman stets antisemitische, sexistische und homophobe Aussagen kritisiert. Auch in der im Grundtenor positiven Bewertung der Trucker-Proteste, hat sie deutlich klargestellt, wo die Grenzen sind. Als Ende Januar 2022 eine Fahne mit einem Hakenkreuz auf der Trucker-Demonstration gesichtet worden war, meldete sie sich auf Twitter sofort zu Wort:

„Es ist möglich, das Recht auf Protest zu respektieren, auch wenn sie anderer Meinung sind – und gleichzeitig die verwerflichen Symbole zu verurteilen, die von einigen verwendet werden, die sich diesem Konvoi angeschlossen haben. Nazifahnen sind immer falsch. Danke an die zehntausenden friedlichen Demonstranten, die sich zu Wort gemeldet haben.“

Das Zeigen des Hakenkreuzes wurde umgehend von allen Sprecherinnen und Sprecher des Protest unmissverständlich verurteilt. Es kam zu keinem weiteren Vorfall dieser Art.

Das hielt Justin Trudeau jedoch nicht davon ab, nicht nur die ungeheuerlichsten Dämonisierungen über die Proteste zu verbreiten, sondern dazu auch noch Mitgliedern des Unterhaus zu unterstellen, Nazis zu unterstützen. Nach dem Eklat im Unterhaus schrieb Melissa Lantsman auf Twitter:

„Ich denke, der Premierminister sollte lange und gründlich über seine eigene Geschichte nachdenken, bevor er eine jüdische Parlamentsabgeordnete auswählt und mich fälschlicherweise beschuldigt, mit einem Hakenkreuz zu stehen. Was für eine schändliche Aussage, die niemandem in einem öffentlichen Amt gebührt – er schuldet mir eine Entschuldigung.“

Mit der eigene Geschichte, über die der Premierminister nachdenken solle, spielt sie auf diverse Male an, da Justin Trudeau in jungen Jahren sich das Gesicht schwarz gemalt hatte, wie man auf diesem und auf diesem Bild sehen kann.

Da bleibt einem nur, die Fragen von Melissa Lantsman zu wiederholen: „Wann hat sich der Premierminister verirrt? Wann ist es passiert?“

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16 Jahre Hedwig Dohm Trio

Heute vor sechzehn Jahren, am 11. Februar 2006 standen Dr. Isabel Rohner, Nikola Müller und ich erstmals mit unserem Programm „Mehr Stolz, Ihr Frauen!“ auf der Bühne des La Carina in Köln. Seitdem treten wir als Hedwig Dohm Trio im ganzen deutschsprachigen Raum auf.

(Photo: Gordon Welters)

Unsere bisher fast zweihundert Auftritte führten uns von Bozen bis Flensburg, von Düren bis Zwickau. Wir spielten in Stadttheatern, Kellerbühnen, Buchhandlungen, Bibliotheken, Universitäten, Rathaussälen, Parlamenten, Berufsschulen, Burgen, Klöstern, Gaststätten und einmal sogar in einer Gärtnerei.

(Photo: Gordon Welters)

Ein denkwürdiger Auftritt unseres Trios fand im März 2012 statt, als wir für die SPD in einem kölschen Brauhaus in der Dorotheenstraße in Berlin unser Programm präsentierten. Bevor wir die Bühne betraten, ergriff Barbara Hendricks das Mikrofon und brüllte in den Saal: „Schnauze jetzt! Jetzt kommt Kultur!“

Wir begannen unsere Aufführung: Hedwig Dohm im Schlagabtausch mit einigen Anti-Feministen ihrer Zeit, unter anderem Friedrich Nietzsche und Georg Groddeck, die von mir gespielt wurden. Nach fünf Minuten betraten die Praktikantinnen von Martin Gerster, MdB den Saal. Ich war gerade dabei, Friedrich Nietzsche zu spielen:

„Ihr erster und letzter Beruf soll sein, Kinder zu gebären. Ein Mann der Tiefe hat, kann über das Weib nur orientalisch denken. Er muss das Weib als Besitz, als verschließbares Eigentum, als etwas zur Dienstbarkeit Vorherbestimmtes auffassen. Er muss sich hierin auf die ungeheure Vernunft Asiens stellen.“

Buh-Rufe ereilten mich von Seiten der Praktikantinnen. Dann wechselte ich in die Rolle zu Groddeck und sagte:

„Durchschnittlich sechs Tage im Monat ist das Weib siech. Jede Frau, selbst die gesündeste, in in diesen Tagen stets mehr oder weniger intellektuell unzurechnungsfähig. Körper und Geist sind völlig zerrüttet und in Aufruhr gebracht!“

Da platzte den Praktikantinnen der Kragen. Sowas könne man doch nicht sagen, warum denn so ein Chauvi hier sprechen dürfe, heute sei schließlich Frauentag und überhaupt, das ginge ja gar nicht. Mein Einwand, dass das Theater sei, ließen die Praktikantinnen nicht gelten:

Praktikantin: „Aber Sie sind so überzeugt davon, dass Sie das hier so spielen, oder was?“

Ich: „Äh, Nein.“

Praktikantin: „Frauen sind nicht siech!“

Ich: „Sehr gut!“

Praktikantin: „Warum sagen Sie das dann?“

Ich: „Das hab ich nicht gesagt!“

Praktikantin: „Doch, gerade. Ich habe es doch selber gehört!“

Ich: „Das war nicht ich. Das war Groddeck!“

Praktikantin: „Was?“

Ich: „Sie sind zu spät gekommen. Das sind Texte von Georg Groddeck!“

Praktikantin: „Warum zitieren sie so einen Mann?“

Ich: „Ich zitiere nicht, ich spiele eine Rolle.“

Praktikantin: „Warum spielen sie denn eine solche Rolle?“

Ich: „Weil ich Schauspieler bin.“

Praktikantin: „Aber wenn Sie Anstand hätten, würden Sie eine solche Rolle nicht spielen.“

Jetzt schaltete sich Isabel Rohner ein: „Sie sind süss“, sprach sie, lachte und ging. Ich hörte etwas in ihr zerbrechen. Ich vermute, es war ihr Glaube an die politische Zukunft unseres Landes. Nikola Müller war klug genug und hatte sich schon längst wieder zum Kölsch begeben. Ich war so dumm und versuchte, es den Praktikantinnen so zu erklären:

Ich: „Sie reagieren wie eine Person, die zwanzig Minuten zu spät zu „Schindlers Liste“ kommt, um dann nach 25 Minuten vollkommen aufgebracht das Kino wieder zu verlassen mit der Begründung: Das sei ja ein Nazifilm. Überall lauter Nazis. Wer spielt denn sowas und überhaupt, warum darf so ein Film gezeigt werden? Das ist Deutschland hier!“

Die Praktikantinnen waren nicht überzeugt. Ich ging daher auch, gesellte mich zu meinen Kolleginnen und gemeinsam tranken wir viel Kölsch auf Hedwig Dohm und ließen alles auf den Deckel der SPD schreiben.

(Photo: Gordon Welters)

Ein historischen Auftritt des Hedwig Dohm Trios fand am 21. Juni 2019 in Mainz statt und zwar im Rahmen der Bundesversammlung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd).

Es war der Tag an dem die 92 Delegierten aus den zwanzig kfd-Diözesanverbänden und dem Landesverband Oldenburg einstimmig und ohne „diözesanen Fraktionszwang“ die offizielle Öffnung aller Weiheämter für Frauen forderten. Die zentrale Forderung aus dem Positionspapier der kfd unter dem Titel „gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche“ lautete:

„Daher fordert die kfd mit Nachdruck die volle Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche und den Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche.“

Ein absurdes Schauspiel bot sich uns Anfang März 2020 in einer Gemeinde in Schleswig-Holstein. Als Isabel Rohner in die Runde fragte, ob es in der Gemeinde noch Vereine gäbe, die keine Frauen aufnehmen würden, erklang es aus dem Publikum wie aus einem Mund: „Unser Schützenverein!“

Nikola Müller wollte gerade anheben, etwas über die Geschichte der Frauendiskriminierung in der Geschichte der deutschen Vereine zu erzählen, da erklang eine Stimme aus der Empore über dem Auditorium. Wir waren ganz überrascht, weil wir nicht gewusst hatten, dass dort überhaupt jemand war, aber nun wussten wir, dass dort die ganze Zeit jemand gesessen hatte. Es war der Bürgermeister der Gemeinde und er meldete sich zu Wort, um zu erklären, warum keine Frauen aufgenommen werden könnten. Der Bürgermeister erklärte:

„Ein vollwertiges Mitglied im Schützenverein kann auch Schützenkönig werden. Dass ist allerdings eine finanziell sehr kostspielige Angelegenheit. Daher können nur finanziell unabhängige Menschen Mitglied im Schützenverein werden.“

Ein ungläubiges Lachen ging durch den Saal. Der Bürgermeister versuchte es daher mit einem anderen Argument:

„Mitglieder des Schützenvereins werden auch an der Waffe ausgebildet. Sie müssen somit im Grunde auch bereit sein, eine Waffe zu gebrauchen, was bedeutet, dass sie auch bereit sein müssen, töten zu können.“

Eine Frau aus dem Publikum rief laut: „Das bin ich!“ Tosendes Gelächter erschütterte den Saal.

Der Bürgermeister sah seine Felle davonschwimmen und griff schließlich zu einer Erklärung, die mich bis heute ratlos zurücklässt. Er sagte, Frauen könnten auch deshalb keine Mitglieder werden, weil, und das sagte er wirklich:

„Um Mitglied in einem Schützenverein zu werden, braucht es ein einwandfreies Führungszeugnis.“

(Photo: Gordon Welters)

Es gab viele einzigartige Momente in den letzten sechzehn Jahren. Ich hoffe und freue mich auf noch viele weitere Jahre. Wenn Sie wissen möchten, wer Hedwig Dohm war und was sie geschrieben hat, gibt es hier drei Links zu Texten von ihr:

„Die alte Frau“

„Eine Anregung zur Erziehungsfrage“

„Wäre ich ein glühender Patriot“

(Photo: Gordon Welters)

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Das Ende der Kopisten

Alles, was heute politisch diskutiert wird, um die Freiheit des Internets einzuschränken, ist nicht neu. Schon vor fünfhundert Jahren wurde zensiert und gelöscht. Gegen die Freiheit des Buchdrucks wurde einst so stark gekämpft wie heute gegen die Freiheit des Internets.

Als der moderne Buchdruck mit seinen auswechselbaren Lettern Mitte des 15. Jahrhunderts von Johannes Gutenberg erfunden wurde, sahen Optimisten in dieser Erfindung die Möglichkeit einer Wissensexplosion. Für Pessimisten brachte diese Erfindung jedoch überwiegend Gefahren mit sich. Pessimisten sahen im Buchdruck das Ende der Welt nahen. Sie beklagten sich über den Verlust des guten Anstands und raunten, mit dem Buchdruck würde lediglich das Gewöhnliche, Ordinäre und Schundhafte gefördert. Sie hatten dabei nicht ganz unrecht. Mit dem Buchdruck erlebte die gossenhafte, polemische und pornografische Literatur tatsächlich einen Aufschwung, ebenso wie ein paar Jahrhunderte später auch das Internet den Schund fördern sollte.

Der Buchdruck machte den Beruf des Kopisten überflüssig.

Vor dem Buchdruck vervielfältigten Kopisten in Handarbeit Schriften und entschieden daher, was es wert war, vervielfältigt zu werden. Sie waren die Herrscher über die Wahrheit. Nur die Schriften, die sie für wahr und gut befanden, wurden kopiert. Die Kopisten waren überwiegend Mönche. Somit besaß die Kirche lange Zeit den alleinigen Herrschaftsanspruch über die Verbreitung von Wissen. Als der Buchdruck aufkam, wehrte sich die Kirche gegen die neue Maschine. Um das Seelenheil der Menschheit zu schützen, mahnte sie, mit dem Buchdruck würde die Grenze zwischen relevantem und unnützem Wissen verschwimmen. Ganze Heerscharen christlicher Faktenchecker wurden beauftragt, um mit inquisitorischem Eifer alles zu verbannen, was eine vermeintlich falsche Lehre war.

So wie die kirchlichen Kopisten damals im Buchdruck das Ende des anständigen Wissens ausmachten, so sehen heute große Medienkonzerne und staatlich geförderte Fernsehsender im Internet den Untergang des sittlichen, guten, anständigen Journalismus und bekommen Unterstützung von der Politik, so wie sich einst der Kaiser und die Kirche gegenseitig unterstützten. Oft haben die Journalistinnen und Journalisten der öffentlich-rechtlichen Anstalten nur Verachtung übrig für die Schmuddelkinder von Telegram und anderen Netzwerken. Sie malen Horrorbilder an die Wand und behaupten, mit den neuen Medien würde alles viel schlechter werden. Dabei haben sie in Wirklichkeit nur Angst um den Verlust ihres eigenen Monopols auf die Wahrheit.

Niemand hat ein Monopol auf die Wahrheit.

Ja, mit dem Internet ist die Welt des geistigen Austauschs noch chaotischer geworden. Dank des Internets prallen heute deutlich mehr Subjekte unkontrolliert aufeinander als noch vor hundert Jahren. Heute streiten sich der kommunistische Ex-Muslim aus Köln, der fundamentalistische Christ aus São Paulo, die lesbische Feministin aus Japan und die südafrikanische Abtreibungsgegnerin in einem gemeinsamen Chatraum. Ohne das Internet hätten sie sich niemals kennengelernt und hätten sich daher niemals auseinandersetzen müssen.

Neue Erfindungen bringen neue Gefahren.

Als der Mensch das Feuer für sich entdeckte, ging dadurch auch viel in Flammen auf und es wurde Schaden angerichtet, aber dennoch emanzipierte das Feuer die Menschheit. So ist es auch mit dem Buchdruck und dem Internet.

Der Buchdruck hat Hitlers „Mein Kampf“ ebenso möglich gemacht wie die Flugblätter der Geschwister Scholl. Auch das Internet ermöglicht es sowohl dem Hass als auch der Aufklärung, sich zu verbreiten. Martin Luther konnte dank des Buchdrucks nicht nur seine Thesen der Reformation vervielfältigen, sondern auch seine judenfeindlichen Traktate. Genauso werden heute durch das Internet sowohl emanzipatorische Schriften als auch judenfeindliche Texte massenhaft geteilt.

Durch das Internet haben heute sehr viel mehr Menschen Zugang zu Bildung. Außerdem können dadurch heute deutlich mehr Menschen ihre Meinung für die ganze Welt abrufbar veröffentlichen. Dies gefällt den Leuten nicht, die einst die Macht darüber hatten, das Thema des Tages festzusetzen und zu bestimmen, worüber geredet wurde.

Einst wetterten die dämmernden Kopisten gegen den Dreck des Buchdrucks. Heute heuern die modernen strauchelnden Riesen des Wahrheitsmonopols unzählige Zwerge an, um das Internet zu säubern. Von öffentlich-rechtlichen Geldern werden Faktenchecker bezahlt, um darüber zu entscheiden, was wahr sein soll, und die Regierungen der Welt lassen sich Gesetze einfallen, um Mauern, Ketten und Grenzen für das Internet zu schaffen.

Am 30. Juni 2017 verabschiedete der 18. Deutsche Bundestag das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Mit diesem Gesetz werden seitdem soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter unter empfindlicher Strafandrohung in die Position einer privatisierten Exekutive gezwungen, um als Beliehene des Staates in Abwesenheit einer Rechtsprechung prophylaktisch Aussagen zu löschen, die angeblich, vermutlich oder auch nur vielleicht gegen das deutsche Gesetz verstoßen könnten. Mit der gleichen Logik könnte ein Staat Papierhersteller dazu verpflichten, darüber zu wachen, was auf ihren Blättern geschrieben wird.

Der Buchdruck und das Internet zwingen die Menschen dazu, selbst zu denken und dafür Verantwortung zu übernehmen. Weder die Kirche, noch der Kaiser, keine Tagesschau und nicht mal Karl Lauterbach entscheiden, was richtig ist. Es rettet Dich kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser, kein Tribun. Dich aus der Unmündigkeit zu erheben, kannst Du nur selbst tun.

Was also tun, wenn das eigene Auge etwas anderes sieht als die Kamera der Tagesschau? Soll ich eher meinem Abgeordneten vertrauen oder doch lieber der Zeitung, die über ihn schreibt? Wenn der eigene Hausarzt etwas anderes empfiehlt als der Gesundheitsexperte im Fernsehen, auf wen soll ich hören? Wie immer Du Dich entscheidest:

Misstraue den Leuten, die Dich davor bewahren wollen, gewisse Dinge zu hören.

Welches Interesse können sie haben, Dich daran zu hindern, erst mal alles aufzusaugen, selbst die Lügen und Fehler? Wer Dir nicht zutraut, das mühselige Geschäft des Denkens ohne Anleitung eines Dritten zu meistern, wer Dir abspricht, in der Lage zu sein, selbst Verantwortung zu übernehmen, wer Dir das Recht auf Scheitern nehmen möchte, will nicht, dass Du wächst, der will Dich auch nicht beschützen, sondern beherrschen. Misstraue den Leuten, die zu Deinem vermeintlichen Schutz und zur Sicherheit der Gemeinschaft Internetseiten löschen.

Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen.

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Stand Up Komikerin bricht auf der Bühne zusammen

„Ich will nicht abgeben, es ist mir egal, aber ich möchte, dass ihr wisst, doppelt geimpft, Booster, Grippeimpfung und ich bin ehrlich, ich habe auch eine Gürtelroseimpfung und ich kriege immer noch meine Tage. Was? Ja! Ích bin gereist, war zwei Mal in Mexiko, ich bin auftreten, habe mich mit Fans getroffen und habe niemals Covid bekommen. Eins ist klar, Jesus hat mich am allerliebsten. Ernsthaft. So schön, so schön …“

Diese Worte sprach die Stand Up Komikerin Heather McDonald am 4. Februar 2022 bei einem Auftritt vor ausverkauftem Haus in Tempe im US-Bundesstaat Arizona. Nach den Worten brach sie unter lautem Lachen des Publikums zusammen:

Das Publikum glaubte vermutlich zunächst, Heather McDonald wolle sich über Leute lustig machen, die Angst vor Impfnebenwirkungen haben, aber schnell mussten wie feststellen, dass sie tatsächlich ohnmächtig geworden war.

Eine anwesende Krankenpflegerin und ein Rettungssanitäter versorgten die Bühnenkünstlerin bis ein Rettungswagen vor Ort war. Bei dem Sturz zog sie sich einen Schädelbruch zu.

Ein paar Tage später meldete sich Heather McDonald in den sozialen Netzwerken zu Wort. Auf Instagram veröffentlichte sie ihren Zusammenbruch mit den Worten:

„Wenn Du auf der Bühne ohnmächtig wirst, nachdem Du damit angegeben hast, geimpft zu sein.“

Die Ursache für die Ohnmacht konnte bisher nicht geklärt werden.

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Ein Kommentar von Tyrus zu Joe Rogan

Seit ein paar Wochen stellen einige Musikerinnen und Musiker die Streamingplattform Spotify vor die Wahl, entweder weiterhin ihre Musik oder den Podcast „The Joe Rogan Experience“ im Angebot zu haben, unter ihnen sind Neil Young, Joni Mitchell und India Arie.

Joe Rogan ist Stand-up-Comedian, Schauspieler und Journalist. Im Jahr 2009 startete er seinen Podcast „Joe Rogan Experience“. Mittlerweile ist er einer der meistgehörten Podcasts der Welt.

Da Joe Rogan immer wieder Kritikerinnen und Kritiker der umstrittenen Maßnahmen vieler Regierungen im Kampf gegen Corona zu Interviews eingeladen hatte, handelte er sich besonders bei den Befürwortern dieser kontroversen Maßnahmen den Vorwurf ein, Falschinformationen zu Covid-19 zu verbreiten. Da auch Neil Young davon ist, er verbreite Falschinformationen, stellte er Spotify vor die Entscheidung: Er oder ich.

Spotify entfernte daraufhin die Lieder von Neil Young.

Ein paar Tage nachdem die Lieder entfernt worden waren, tauchte eine Videomontage in den sozialen Netzwerken auf, in der man sah, wie Joe Rogan mehrfach das N-Wort benutzte. Nach dem Erscheinen der Montage meldete sich Joe Rogan augenblicklich mit einem Entschuldigungsvideo auf Instagram zu Wort und erklärte, es sei die „bedauerlichste und beschämendste Sache, über die ich jemals öffentlich sprechen musste“.

In seinem Entschuldigungsvideo erklärt Joe Rogan, die Ausschnitte in der Montage seien aus dem Zusammenhang gerissen, aber sie sähen dennoch selbst für ihn „schrecklich“ aus. Er habe das Wort in Gesprächen verwendet, die lange zurück lägen und in denen es um den Gebrauch des Wortes durch schwarze und weiße Comedians und andere Künstler wie Quentin Tarantino und Richards Prior ging. Er fügte jedoch hinzu, er habe das Wort seit Jahren nicht mehr ausgesprochen:

„Es ist kein Wort, das ich verwenden soll. Ich bin mir dessen jetzt bewusst (…) Ich habe es nie benutzt, um rassistisch zu sein, weil ich kein Rassist bin.“

Spotify hat mittlerweile alle Sendungen, in denen das Wort zu hören war, von der Plattform entfernt.

Tyrus ist ein amerikanischer Wrestler, Schauspieler und ständiger Diskussionsteilnehmer der in den USA seit August 2021 meistgeschauten Late-Night-Show „Gutfeld!“ mit Greg Gutfeld auf Fox News. Für diese Show hat er einen perfekten Kommentar zu der ganzen Situation abgegeben.

(Bildnachweis: Wikipedia)

Tapfer im Nirgendwo hat seinen Kommentar vom 7. Februar 2022 übersetzt:

„Greg, Danke dass Du mir diese Zeit gibst. Das wird hier aber kein normaler, alltäglicher „Angry Black Man“ sein und oh, ich bin wütend. Aber nicht aus den Gründen, an die Ihr jetzt vielleicht denkt. Ja, Joe Rogan hat das N-Wort gesagt. Verdammt, er hat es sogar mit einem knallharten R gesagt, ein paar Mal in seinem Podcast. Und ja, es hat mich angepisst, als ich es zum ersten Mal gehört habe.

So, Ihr sehr cleveren Woken,

Ihr habt aber ein paar Dinge ausgelassen, zum Beispiel, dass es vor zwölf Jahren passiert ist. Niemanden interessiert es, was er vor zwölf Jahren gesagt hat. Verdammt, sogar Euch hat es nicht interessiert. Wo wart Ihr denn damals? Ich werde auf eine Antwort warten, aber wir alle wissen, dass meine Frage auf taube Ohren stoßen wird.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass Ihr damit aufhört, uns Afroamerikaner zu benutzen, um Eure Drecksarbeit zu erledigen und Eure Schlachten zu schlagen. Und all das wird uns aufbringen. Wir werden uns nicht mehr die Fakten ansehen und einfach nur noch aufschreckt mit Euch rumcanceln.

Mittlerweile verstehe ich, was Ihr vorhabt. Ihr verwendet Eure kleinen Lieblingswörter, um uns gegeneinander aufzubringen: Rassismus, struktureller, systemischer, institutionalisierter, kritisch. Und dann Euer neues Lieblingswort: Falschinformation.

In Eurer Auseinandersetzung mit Joe Rogan ging es eigentlich um COVID, aber Ihr habt die Debatte verloren. Deshalb brauchtet Ihr etwas anderes und so gingt Ihr zum guten alten woken Drehbuch über. Aber jetzt seid ihr einen Schritt zu weit gegangen.

Wie wäre es damit: Kämpft selbst. Macht die Sache mit Joe Rogan unter Euch aus. Lass uns da raus!

Klar, das N-Wort ist schlecht. Ich erfuhr von seiner Bedeutung im Alter von vier Jahren. Es war das erste Mal, dass ich von einem Familienmitglied als N-Wort bezeichnet wurde, und ich wurde in meinem Leben oft genug so genannt. Ich betrachte mich daher als ziemlicher Experte in dieser Sache.

Ich weiß, für Euch Woken wird das nun eine Neuigkeit sein, aber wir Schwarzen verstehen das Wort in jedem Kontext. Joe Rogan sollte dieses Wort nicht in seinem Mund führen, verdammt, niemand sollte das.

Er hat es damals gesagt. Aber Ihr sagt es jetzt!

Und zwar aus keinem anderen Grund, als einen Mann zu canceln, mit dem Ihr nicht mithalten könnt. Und wisst Ihr was? Das klingt für mich rassistisch!

Denn ich wurde immer so genannt, wenn ich eine Auseinandersetzung gewonnen hatte. Ihr musstet dieses Wort also wohl aus Eurer Trickkiste holen, weil Ihr nicht mithalten konntet.

Ich glaube, Ihr tut dies alles nur zu Eurem woken Selbst und ich bin für Euch vermutlich jetzt nur ein anmaßendes N-Wort, aber das klingt sehr nach, und ich werde eines Eurer Wörter verwenden: Falschinformation.“

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Ein Wahrheitsministerium

„Es ist wichtig, gerade übrigens im öffentlichen-rechtlichen Rundfunk, dass wir die Vielfalt von Meinungen präsentieren. Das ist sehr, sehr wichtig. Ich glaube, darauf können wir uns alle einigen. Ich glaube aber, man muss eben so eine Unterscheidung machen zwischen was ist Meinung und was ist eine falsche Tatsachenbehauptung.“

Dieser Ausspruch stammt von Franziska Brandmann (FDP). Sie äußerte sich in dieser Weise in einer Gesprächsrunde von BILD zum Thema „Die große SWR-Kritik von Lisa Fitz“.

Die Kabarettistin Lisa Fitz war in der SWR-Satiresendung „Spätschicht“ mit einer Nummer aufgetreten, die derart für Aufregung gesorgt hatte, dass der Sender die Folge mit dem Beitrag schließlich aus der Mediathek heraus nahm. Bereits in der Sendung hatte sich der Moderator der Sendung, Florian Schröder, in seiner Anmoderation der Kabarettistin ausdrücklich vom Inhalt des Beitrags distanziert, „ein einmaliger Vorgang in der Kabarett-TV-Geschichte“, wie Lisa Fitz später erklärte.

Es ist das gute Recht jeder Redaktion, selbst zu entscheiden, was sie veröffentlichen möchte. Jede Redaktion darf sich ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst aussuchen. Zudem darf jede Redaktion behaupten, im Besitz der Fakten zu sein. Auf dem Markplatz der Meinungen, im Widerstreit der Ansichten und auf dem Prüfstand der Fakten konkurrieren die Medien untereinander auf der Suche nach interessanten Nachrichten und wahrer Berichterstattung.

Es gibt jedoch ein Problem, wenn ein Medium nicht nur behauptet, die Fakten zu kennen, sondern für sich auch noch in Anspruch nimmt, unter Zuhilfenahme der staatlichen Gewalt alle Bürgerinnen und Bürger zu zwingen, ihre Behauptung der Wahrheit zu finanzieren. Eine Organisation, die Menschen mit staatlicher Gewalt zwingt, ihre Faktensuche und Faktenbewertung zu finanzieren, nähert sich graduell einem Wahrheitsministerium an.

Kein Staat kann Objektivität schaffen. Es ist nicht die Aufgabe des Staates, einen Riesen zu erschaffen, der über die Wahrheit wacht.

Der Staat kann Objektivität lediglich schützen und zwar indem er als Hüter der Grundrechte aller auftritt. Der Staat muss das Recht auf freie Meinung verteidigen, auch wenn die Meinung nicht allen Bürgerinnen und Bürgern gefällt. Allein die chaotische Zeit von Corona hat gezeigt, wie oft etwas, das gestern noch als recht sicher galt, heute in Frage gestellt und morgen vielleicht sogar widerlegt wird.

Nachrichten sind immer Meinungen, allein schon deshalb, weil sie aktuell sind und daher nicht ausreichend geprüft werden konnten, um als hundertprozentig sichere Wahrheit gelten zu können. Nachrichten sind auch deshalb immer Meinung, weil eine Redaktion entschieden hat, über dieses Ereignis zu berichten, während sie andere Ereignisse unter den Tisch hat fallen lassen.

Alles, was auf ein paar Minuten reduziert wird, ist fehlerhaft. Die Wahrheit ist nämlich keine Nachricht, sondern stets ein langes Ringen mit vielen falschen Handgriffen.

Die Aussage von Franziska Brandmann ist daher antiliberal. Es verwundert, dass sie in der FDP ist. Es ist nicht liberal zu behaupten, es bräuchte eine staatlich erschaffene Organisation, die feststellt, was eine falsche und was eine richtige Tatsachenbehauptung ist.

In der Politik geht es um Macht. Mediale Reichweite ist Macht. Je mehr Reichweite ein Mensch hat, umso mächtiger ist er. Wer die Macht hat, Teil des Sprachrohrs der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu sein, bekommt dadurch extrem viel Reichweite. Durch das öffentlich-rechtliche Systeme werden Megaphone an ausgewählte Akteure verteilt. Diese Macht zu missbrauchen, ist für Menschen, die etwas in der Gesellschaft bewegen oder verändern wollen, sehr verführerisch, denn sie ermöglicht es, Fakten und Wahrheiten zu behaupten und die politischen Gegner als Lügner zu diffamieren.

Am 30. Januar 2020, ein paar Wochen vor dem ersten Corona-Lockdown, wurde von Christoph Süß in der Sendung „quer“ des Bayerischen Rundfunk erklärt, jeder, der behauptet, das Coronavirus sei so gefährlich, dass Grenzen geschlossen, der Verkehr eingeschränkt und manche Berufe eingestellt werden müssten, sei ein rechter Verschwörungstheoretiker:

„Wer die Apokalypse zur Basis seines Denkens macht, der schlägt Maßnahmen zu deren Verwirklichung vor.“ Christoph Süß fügte hinzu: „Natürlich beteiligt sich auch der Asthmaanfall für Deutschland, kurz AfD, an der Paranoiaproduktion und rechte YouTuber kriegen sich vor lauter Endzeitpsychosen gar nicht mehr ein.“

Heute gelten jene, die das sagen, was Christoph Süß am 30. Januar 2020 gesagt hat, als gefährliche Querdenker. Am 14. März 2020 warnte das Bundesministerium für Gesundheit vor falschen Tatsachenbehauptungen:

„Achtung Fake News: Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit / die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT!

Diese und ähnliche Falschinformationen verunsichern gerade viele Bürgerinnen und Bürger. Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen und sie richtig zu stellen.

Lassen Sie uns gerade jetzt besonnen bleiben und einander auch unter Stress vertrauen.“


Am 22. März 2020 stellten die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Bundesländer die Regeln zum Corona-Virus vor. Sie beinhalteten massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Einer Regierung, die sich anmaßt, Bewertungen, die sich später als wahr erweisen, als Falschaussagen zu bezeichnen, sollte man nicht auch noch einen Medienriesen zur Seite stellen, die diese Politik befördert. Vor allem aber sollte man davon absehen, den öffentlich-rechtlichen Anstalten zu attestieren, sie könnten entscheiden, was die richtigen Tatsachenbehauptungen sind.

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