Verbietet der Bundesjustizminister bald den Koran?

Nachdem es in der Silvesternacht in Köln zu organisierten sexistischen Übergriffen gegen Frauen gekommen war, entschied die SPD-Parteispitze, deutlich und vor allem nachhaltig auf diese Gewalt zu reagieren. Der Bundesjustizminister Heiko Maas will diesen Beschluss nun umsetzen und erklärt, für Deutschland ein „moderneres Geschlechterbild“ etablieren zu wollen. Dazu sei es zwingend notwendig, geschlechterdiskriminierende Werbung zu verbieten. Ein entsprechender Entwurf eines Zensurparagrafen soll laut dem Magazin Spiegel bereits in die Ressortabstimmung geschickt worden sein.

Als Sexismus wird die auf das Geschlecht bezogene Diskriminierung bezeichnet. Unter dem Begriff werden Geschlechterstereotype, Affekte und Verhaltensweisen gefasst, die einen ungleichen sozialen Status von Frauen und Männern zur Folge haben oder darauf hinwirken. Nackte Haut ist somit nicht sexistisch! Ein nackter Mann, der für einen Duft wirbt oder eine nackte Frau, die für Seife wirbt, sind zunächst einmal nur nackte Menschen. Nacktheit ist menschlich, nicht sexistisch!

Sexistisch ist die Zuschreibung von Macht aufgrund des Geschlechts und da sind es nicht in erster Linie Werbebilder für Autos und Joghurts, die sexistisch sind, sondern Religionen! Wird Heiko Maas somit jetzt auch Religionen verbieten?

Am 23. Januar 2015 wurde der Hashtag #aufschrei, ausgelöst durch einen Artikel der Journalistin Laura Himmelreich, zwei Jahre alt. An genau diesem Tag wurde in Berlin eine Predigt gehalten, die einen #aufschrei mehr als verdient hätte. Ein Aufschrei blieb jedoch aus. Die Predigt hatte folgenden Inhalt:

“Eine Frau darf niemals das Haus ohne die Erlaubnis ihres Mannes verlassen!”

“Das Leben einer Frau muss auf das Haus ihres Mannes beschränkt sein!”

“Eine Frau muss kochen, den Boden wischen, sauber machen und sich um ihren Mann, ihre Söhne und Töchter kümmern!”

“Einer Frau ist es nicht gestattet, den Beischlaf mit ihrem Mann zu verweigern! Mit keiner Entschuldigung darf sie sich rausreden!”

“Eine Frau darf unter keinen Umständen “Nein” sagen, wenn ihr Mann mit ihr schlafen will!”

“Auch wenn eine Frau ihre Tage hat, muss sie mit ihrem Mann schlafen, wenn der Mann will. Er sollte nur ihre Vagina meiden … und ihren Anus!”

Dieser nackte Sexismus wurde in einer deutschen Moschee in Berlin gepredigt. Der Prediger berufte sich dabei auf den Koran, ein Buch, in dem die unterschiedliche Machtstellung von Mann und Frau manifestiert ist. Der Koran bestimmt in der zweiten Sure, dass das Zeugnis eines Mannes soviel wert ist, wie das Zeugnis von zwei Frauen. Es ist dieses Buch, das das Geschlechterbild der meisten Angreifer der Silvesternacht in Köln geprägt hat, jedenfalls deutlich mehr als diese Werbung.

Eine Frau gegen ihren Willen auszuziehen, ist sexualisierte Nötigung, ebenso wie eine Frau gegen ihren Willen zu verhüllen. Beide Taten zielen auf den Körper der Frau als Schlachtfeld männlicher Phantasien ab! Wer allein schon bei den Anblick einer nackten Frau auf einem Werbeplakat Sexismus brüllt, muss auch bei dem Anblick einer Frau mit Kopftuch Sexismus rufen, da es nicht nur Frauen gibt, die gegen ihren Willen ausgezogen werden, sondern ebenso Frauen, die gegen ihren Willen verhüllt werden. Letzteres ist sogar in vielen Ländern Gesetz!

Es gibt viele Länder, in denen Frauen gezwungen werden, Kopftücher zu tragen oder sich gar unter Ganzkörperverschleierungen zu verbergen, aber es gibt kein Land auf der ganzen Welt, in dem Frauen gezwungen werden, nackt zu sein. Es gibt unzählige Frauen, die in Gefängnissen sitzen und gefoltert werden, weil sie sich nicht verhüllt haben, aber keine Frau, die eingekerkert wurde, weil sie nicht nackt sein wollte. Das Kopftuch ist somit deutlich sexistischer als Nacktheit.

Natürlich gibt es Frauen, die freiwillig und gerne Kopftuch tragen, wie diese Frau, aber es gibt eben auch Frauen, die freiwillig nackt sind, wie diese Frauen.

Einen besonderen Skandal durch Nacktheit löste im Jahr 2011 die damals zwanzigjährige ägyptische Künstlerin und erklärte säkulare, liberale Feministin Aliaa Magda Elmahdy aus. Sie schockiert Ägypten mit ihrem „rebellischen Tagebuch“ und Fotos auf ihrer Webseite, für die sie sich nackt auszog. Sie erklärte, das sei ihre Art zu protestieren gegen „eine Gesellschaft, in der Gewalt, Rassismus, Sexismus, sexuelle Belästigung und Scheinheiligkeit“ herrschen und fügte hinzu: „Ich habe das Recht, überall frei zu leben!“

Elmahdy wurde mit einem Sturm an Todesdrohungen überhäuft. Sie wurde nach eigenen Angaben entführt und entkam nur knapp einer Vergewaltigung. Elmahdy erhielt weltweit Unterstützung aus feministischen Kreisen. In Israel versammelten sich ungefähr vierzig Frauen nackt zu einem Gruppenfoto, um Elmahdy zu unterstützen. Im März 2012 verließ Elmahdy Ägypten. Am 20. Dezember 2012 entblößte sie ihren Körper vor der ägyptischen Botschaft in Stockholm. Auf ihrem Körper stand der Schriftzug „Sharia is not a Constitution“. Sie hielt einen Koran vor ihre Hüfte und hatte eine ägyptische Flagge umgehängt. Eine weitere Aktion führte sie im Juni 2013 in einer Stockholmer Moschee durch.

Für Nacktheit werden Frauen eingesperrt, für Kopftücher nicht! Macht es somit nicht mehr Sinn, im Kampf gegen den Sexismus Kopftücher zu verbieten? Nein! Denn jede Frau kann selbst entscheiden, was sie mit ihrem Körper macht und sie braucht dafür keinen Mohamed und keinen Heiko.

Veröffentlicht unter Feminismus | Kommentare deaktiviert für Verbietet der Bundesjustizminister bald den Koran?

Erst dachte ich, das ist nur Schmähmusik auf Erdoğan, aber als ich den 31. Ton hörte, musste ich kotzen!

Eine musikalische Schmähung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan von David Serebrianik.

Jan Böhmermann hat ein Schmähgedicht geschrieben, das die Bundeskanzlerin Angela Merkel als „bewusst verletzend“ eingestuft hat. Nun, Frau Merkel ist sicherlich eine herausragende Literaturkennerin und Kritikerin, damit sie Gedichte beurteilen kann. Ich stell mir die Frage, ob ihre Kenntnisse in der Musik genau so herausragend sind und habe deswegen ein Stück geschrieben, das Schmähmusik heißt. Jeder einzelene Ton in diesem Stück ist bewusst verletzend, ist also eine Schmähung. Dieses Stück ist natürlich dem türkischen Präsidenten Erdogan gewidmet und soll ihn sozusagen charakteristisch darstellen. Ich bin gespannt, wie diese Musik eingestuft wird, ob sie verboten wird, ob sie mit juristischen Konsequenzen geahndet wird, ob da zahlreiche Musikkenner des Bundestages oder wer auch immer an diesem Stück ihr Können und ihr Wissen beweisen können. Hinzu kommt eine prinkelnde Eigenartigkeit meines Lebenslaufes. Ich bin gar kein deutscher Staatsbürger. Ich besitze eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis in Deutschland und bin ein sogenannter Kontingentflüchtling. Es stellt sich also die Frage: Wer muss sich für diese Musik entschuldigen! Frau Merkel ist nicht für mich zuständig. Wer wird sich entschuldigen? Der usbekische Präsident oder wer?

Fehler
Dieses Video existiert nicht

(TINDS)

Veröffentlicht unter Fremde Feder | Kommentare deaktiviert für Erst dachte ich, das ist nur Schmähmusik auf Erdoğan, aber als ich den 31. Ton hörte, musste ich kotzen!

Facebook – system fail

Facebook has recently stated that videos uploaded to their platform which spread hatred and promote inflammatory lies about Jews do not violate their community standards. The video in question shows a 23-year-old terrorist wielding a knife in her hand after stabbing a person on the street. Bystanders try to prevent the terrorist from escaping. However, the video was maliciously edited in order to distort the facts and then uploaded to Facebook. The explanatory text propagates outright lies:

„#Palestine – Israeli settlers attack an old woman and try to run her over“

„JEWS attack and stone an elderly PALESTINIAN WOMAN!“

The video has been since disseminated in the internet by „Islam Facts“, „Islam awakening“, „Ummah News“ and presumably shared by many other Islamic Facebook pages and scores of private users.

Within just a few hours hundreds and even thousands of users have been spilling out their contempt of Jews. There have been calls for violence against Jews and for their extermination, even suggesting gassing them. These haters celebrate Hitler as a great man and call Jews pigs, dogs and bastards. One man even wrote:

„After watching the video on Facebook, I can now understand Hitler.“

After reporting the video, Facebook responded:

“Thank you for taking the time to report something that you feel may violate our Community Standards. Reports like yours are an important part of making Facebook a safe and welcoming environment. We reviewed the page you reported for containing hate speech or symbols and found it doesn’t violate our community standard on hate speech.”

Facebook is in effect saying that spreading lies about Jews, lies which lead to a large number of violent comments containing anti-Jewish fantasies, does not violate the community standards of Facebook. That’s the safe and welcoming environment Facebook is promoting!

At Facebook there’s clearly a complete system fail:

On the other hand, fully acceptable critical comments about Islam are often deleted by Facebook, simply because a small percentage of Muslims feel offended while a lot of pages that are openly anti-Jewish – even calling for their extermination – are not deleted. That’s because a comment on Facebook can be deleted if enough people feel offended and report the post. Since there are about 1.6 billion Muslims in the world, but only 16 million Jews, we are dealing with an immensely skewed weighting.

Just 1% of all Muslims who are offended by a statement on Facebook have the same numerical weight as all the Jews in the world. Therefore, it would be impossible for Jews to defend themselves against offensive and defamatory comments and videos! There are simply not enough Jews in the world to effectively tackle hatred of Jews!

The current system with which Facebook deals with hate and calls for violence definitely discriminates against Jews! Facebook must change that immediately!

(Translation: William Wires)

Veröffentlicht unter In English | Kommentare deaktiviert für Facebook – system fail

“Ja. Die Juden!”

Tapfer im Nirgendwo präsentiert zwölf Autorinnen und Autoren, deren Namen man sich nicht merken sollte:

Sinan Antoon
Hayan Charara
Junot Díaz
Deborah Eisenberg
Ru Freeman
Randa Jarrar
Nancy Kricorian
Sarah Schulman
Kamila Shamsie
Linda Spalding
Eliot Weinberger
Dave Zirin

Sie alle gehören zu den über hundertvierzig Gestalten, die im Mai 2015 einen Brief unterschrieben haben, der sich gegen die Entscheidung des Verbands PEN ausspricht, das Magazin Charlie Hebdo mit dem PEN/Toni and James C. Goodale Freedom of Expression Courage Award für Freie Meinung auszuzeichnen.

Der Brief erklärt, es sei zwar “klar und unbestritten”, dass der Mord von zwölf Menschen in den Redaktionsräumen von Charlie Hebdo “widerlich und tragisch” sei und das Karikaturen “sicherlich nicht durch Gewalt oder Mord” zu beantworten seien, aber, (immer dieses aber), Sie seien auch “besorgt”, weil “Teile der französischen Bevölkerung, die an den Rand gedrängt wurden, durch das Erbe des französischen Kolonialismus geprägt sind und einen großen Prozentsatz frommer Muslime enthalten”, die Karikaturen von Charlie Hebdo als “weitere Demütigung” ansehen könnten, gemacht, um “noch mehr Leid zu verursachen”. Die Unterzeichnenden bezeichnen die Karikaturen als anti-islamisch, anti-Maghreb und anti-arabisch.

Zur selben Zeit als die Karikaturisten von Charlie Hebdo ermordet wurden, weil sie Bilder von Mohammed gezeichnet hatten, wurden vier Männer von einem Komplizen ermordet, weil sie jüdisch waren. Sein Name war Amedy Coulibaly. Er ging in einen jüdischen Supermarkt in Paris, nahm dort Geiseln und tötete vier davon. Danach rief er den französischen Sender BFMTV an, um seine Forderungen zu verbreiten. Der Sender fragte: “Haben Sie das Geschäft aus einem bestimmten Grund ausgesucht?” Die Antwort kam prompt: “Ja. Die Juden!”

Die Unterzeichner des Briefs vom Mai 2015 fielen den ermordeten Künstlern von Charlie Hebdo in den Rücken.

Die zwölf oben erwähnten Menschen fallen jetzt auch noch den ermordeten Juden in den Rücken, denn zusammen mit über hundert anderen Autorinnen und Autoren, darunter Alice Walker und Angela Davis, haben sie einen weiteren offenen Brief unterzeichnet, in dem sie fordern, dass das US-PEN-Zentrum die Unterstützung der israelischen Botschaft ablehnen solle, die zu den Sponsoren des jährlich vom PEN-Zentrum ausgerichteten Festivals World Voices zählt. In dem Brief heißt es:

„Es ist sehr bedauerlich, dass das Festival sich dazu entschlossen hat, sich von der israelischen Regierung unterstützen zu lassen.“

Es ist schon merkwürdig, dass diese Helden der Feder ausgerechnet gegen Israel hetzen. Israel ist das einzige Land im ganzen Nahen Osten, in dem sämtliche Bücher der im PEN-Zentrum organisierten Autorinnen und Autoren nicht verboten sind. Israel ist zudem das Land im Nahen Osten, in das die meisten Autorinnen und Autoren des PEN-Zentrums reisen können. Sämtliche andere Länder verwehren nicht wenigen Mitgliedern die Einreise, entweder weil sie jüdisch sind oder weil der Regierung die politischen Ansichten der Schriftsteller nicht passen. Einigen Mitgliedern droht Verfolgung in den Ländern, weil sie homosexuell sind oder in einer der Regierung ungewünschten Art und Weise emanzipiert. Israel ist eine Oase der Freiheitsrechte im Nahen Osten. Nirgendwo in der ganzen Gegend außer in Israel herrscht Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit.

Gibt es also einen Grund, warum diese Leute ausgerechnet einen Brief gegen Israel unterzeichnen? Die Antwort dürfte die selbe sein, die Amedy Coulibaly im Januar 2015 gab: “Ja. Die Juden!”

Veröffentlicht unter Amerika, Israel, Kunst, Literatur, Politik | Kommentare deaktiviert für “Ja. Die Juden!”

Das ist nicht der Rathausplatz von Köln!

Endlich ist es soweit. Der Bau beginnt!

Zwischen dem Kölner Rathaus und dem Haus der Familie Farina, die das weltberühmte Eau de Cologne erfunden hat, befand sich über Jahrhunderte das Viertel der Juden, die bereits vor den Christen in Köln lebten und die Kultur Colonias entscheidend prägten. Nach langen Streitigkeiten hat endlich der Bau der Archäologischen Zone mit Jüdischem Museum begonnen. Der Archäologe Gary White erklärt:

„Hier ist die dynamische Geschichte der Stadt ablesbar – der Prozess, bei dem das vergangene in die lebendige Stadt integriert wird.“

In ein paar Monaten werden zwei Großbohrer anrücken und vierhundert bis zu dreißig Meter tiefe Löcher bohren, die mit Beton ausgegossen werden. Auf diesen Pfählen wird dann das Museum ruhen, das die Grabungen wie eine Brücke völlig stützenfrei überspannen wird.

Es hat gedauert, bis der Bau endlich beginnen konnte, weil ein sogenanntes „Bürgerbegehren zur Erhaltung des Rathausplatzes der Stadt Köln“ von vollkommen geschichtsvergessenen Kölnerinnen und Kölner Jahre lang mit folgender blödsinniger Behauptung gegen das Museum agitiert hatten:

„Der Rat der Stadt Köln hat beschlossen, über den Ausgrabungen auf dem Rathausplatz einen musealen Großbau zu errichten. Dieser wird mindestens 2/3 der bestehenden Fläche verschließen. Durch die geplante Bauhöhe von 15 Metern entsteht ein massives Gebäude. Der ursprüngliche Charakter des Rathausplatzes geht dadurch unwiederbringlich verloren. Der geplante Gebäudekomplex rückt unmittelbar an die Renaissancelaube heran, sodass “Ecke Unter Goldschmied / Portalsgasse” stehend, die Sicht auf das gesamte historische Rathaus verdeckt wird.“

Das Bürgerbegehren war eine einzige Falschaussage, ruhend auf der Behauptung, der Ort der Ausgrabung sei der Rathausplatz! Das ist er nicht. Nie gewesen! Der Rathausplatz ist der Vorplatz direkt vor der Rathauslaube und dem Bürgerturm, wie dieser Holzstich aus dem 18. Jahrhundert zeigt.

Der Stich wurde von dem Ort gemacht, den die Leute vom Bürgerbegehren für den Rathausplatz halten und wurde von oben blickend gemacht. Ja, wie ist das denn möglich, wird sich jetzt bestimmt der geneigte Unterzeichner des Bürgerbegehrens fragen. Konnte der Künstler etwa fliegen? Nein, Du Tünnes, der Künstler stand am Fenster. Da stand nämlich ein Gebäude!

Der vermeintliche Rathausplatz war nie ein Platz, sondern einer der ersten Orte Kölns, die bebaut wurden. Dieses Bild aus dem Jahr 1943 zeigt die Rathauslaube von der Portalsgasse aus. Was sieht man? Leck mich an der Fott, was steht denn da? Ein Haus! Wie kommt das denn da hin? Darf dat dat? Die Straße zwischen dem vermeintlichen Rathausplatz und dem Spanischen Bau heißt übrigens Portalsgasse. Am liebsten möchte ich in Richtung des Begründers des Bürgerbegehrens brüllen: „Eine Gasse ist eine enge Straße zwischen zwei Gebäuden, Du Aapekopp!“

Die Portalsgasse hat ihren Namen daher, dass man das Portal der wunderschönen Rathauslaube im Renaissancestil über die Jahrhunderte erst sah, wenn man in die Portalsgasse eingebogen war! Die Laube wurde in den Jahren 1569–1573 nach den Plänen des Baumeisters Wilhelm Vernukken aus Kalkar am Niederrhein gebaut. Sie wurde als Ersatz für die baufällig gewordene mittelalterliche Vorhalle des Saalbaues geschaffen. Der prächtige Neubau, bei dessen Planung sich Vernukken von dem Architekten und Bildhauer Cornelis Floris de Vriendt aus Antwerpen inspirieren ließ, diente nicht nur der Verschönerung der Westfassade des Rathauses sondern auch praktischem Zweck. Vom Obergeschoss aus verkündete der Rat seine Beschlüsse als sogenannte „Morgenansprachen“. Die Bürger standen auf dem Rathausplatz, der sich vor der Laube und dem Bürgerturm befand. Die Bürger, die der „Morgenansprache“ lauschten, sahen, wenn sie nach rechts schauten, keinen Platz, sonder Gebäude! Der ursprüngliche Charakter des vermeintlichen Platzes ist es somit nicht, ein Platz zu sein, sondern bebaut zu sein!

Die Rathauslaube ist mit Absicht so konzipiert, dass sie ihre Schönheit nur dann voll und ganz entfalten kann, wenn der Platz bebaut ist! Der Betrachter, der durch die engen, verwinkelten Gassen der Altstadt geht, soll erst mit dem Eintritt in die Portalsgasse das bewusst klein gehaltene und dennoch erhaben verzierte Portal des Rathauses entdecken. Durch den Zweiten Weltkrieg jedoch wurde dieser architektonische Sinn zerstört. Einige Jahrzehnte lang war die Rathauslaube schon vom Gülichplatz aus zu sehen. In dieser traurigen Zeit war der Zauber der Laube vollkommen verschwunden. Dies wird sich jetzt aber wieder ändern und ein Teil des Museums wird der jüdischen Geschichte Kölns gewidmet.

Das Judentum ist die älteste noch heute praktizierten Religion Kölns, nicht das Christentum. Als Köln den Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensium erhielt, gab es das Christentum mit dem Evangelium schlicht noch nicht. Der Evangelist Lukas schrieb sein Evangelium, da war Colonia schon über 30 Jahre alt. Bis ins Spätmittelalter stand das Rathaus an dem Ort, wo die Juden ihr Veedel hatten.

Juden haben die mit Abstand längste Tradition in Köln. Mittelalterliche Urkunden belegen, dass das „domus in quam cives conveniunt“, also das Haus, in dem die Bürger zusammen kommen, im „domus inter judeos sita“ gelegen ist, also im Judenviertel. Das Judentum prägte die Stadt bereits, als noch keine einzige christliche Kirche am Ort stand. Heute kann an dem Ort, wo das Museum entstehen soll, eine Mikwe besichtigt werden, die Kölner Juden bereits nutzten, als das Rathaus selbst noch nicht stand. Das jüdische Ritualbad wurde in einer Zeit gebaut, als noch nicht einmal der Grundstein zum Kölner Dom gelegt worden war. Bei dem Bauwerk dürfte es sich vermutlich um die älteste Mikwe nördlich der Alpen handeln. Diese Mikwe soll Teil des zu errichtenden Jüdischen Museum werden.

Das erste Mal wird eine jüdische Gemeinde in Köln urkundlich im Jahr 321 erwähnt. In dem Jahr hatte Köln gerade erst den ersten geschichtlich bezeugten Bischof: Maternus. In einer Urkunde von 341 ist vermerkt, dass die Synagoge in Köln mit kaiserlichen Privilegien ausgestattet wurde. Die Existenz einer Synagoge lässt davon ausgehen, dass zu dieser Zeit schon eine größere Gemeinde vorhanden war.

Dieser längsten Kölner Tradition wird jetzt endlich an dem Ort der Mikwe ein Jüdisches Museum gewidmet und zwar dort, wo jahrhundertelang das jüdische Veedel war, nämlich zwischen Portalsgasse und Judengasse. Judengasse, noch so ein Straßenname, bei dem es den Leuten vom Bürgerbegehren hätte heftig klingeln müssen!

20130930-124058.jpg

Veröffentlicht unter Christentum, Judentum | Kommentare deaktiviert für Das ist nicht der Rathausplatz von Köln!

„Jews were once gassed, right?”

The image most Germans have of Jews is frightening. In Germany people were asked the following question on the street: „What do you associate with the term ‚Jew‘?“ Here are some disturbing answers:

“Well, the Holocaust, of course, as most people would.”

“World War II.”

“Persecution. Holocaust,”

“Well, the concentration camps. Persecution, in general. What else?”

“Well, if you say Jews, then Hitler, right?”

“Hitler!”

“World War II.”

“Also Hitler.”

“Hitler.”

“Gas.”

“I can tell you a lot about Jews.”

“World War II. Holocaust.”

“People make jokes about them. Stop. No, you’re not supposed to.”

“Jews. Shit, man, Jews, what can I say? Jews were once gassed, right?”

“Hitler’s biggest fear? Big electricity bill. You don’t get it? That’s okay.”

“Jews. No idea, I dunno, but they’re stingy.”

“That’s right, Jews are stingy! Why are they stingy? I dunno.”

“The Jews? No idea. Don’t you have another question?”

“Jews? I don’t like Jews. I’m Muslim, I hate them!”

“I’ve heard about the Jews. I’m a Muslim, so I’m really not interested.”

“Many still don’t accept them. Many still have negative associations with Judaism, I’d say.”

“What can you say, they’re money grabbing pigs, assholes, miscarriages, they need to be exterminated.”

“The Jew wants to put his hands in everything, whether he’s in Germany or in Italy. I don’t get it. When I came to Munich, I had to behave myself.”

“Jews, well, that’s just another religion.”

“Jesus, of course, although they don’t acknowledge him as a prophet, but he was once called King of the Jews.”

“Although I don’t know much about the Jewish religion, I harbor no negative associations.”

“Jews, well, I have nothing against Jews, they’re in my hometown Frankenhausen; we have an entire section of Jews, Jewish descendants. They’re people like us.”

“Well, I know about Anne Frank on TV and stuff. She was a Jew and she was dragged into a car (The abbreviation for automobile is KFZ, quoted here, was confused with KZ, the abbreviation for concentration camp.). She was a Jewess. For example, Hitler somehow had them killed, all the Jews, I think, he had them all killed.”

“We Germans are so bad, we killed them all!”

(Translation: William Wires)

Veröffentlicht unter In English | Kommentare deaktiviert für „Jews were once gassed, right?”

Wer bewacht die Wächter?

Es ist schon sehr bezeichnend, dass all die öffentlich-rechtlichen Medien, die völlig zu Recht lautstark berichteten, als aus Reihen der AfD darüber nachgedacht wurde, von der Schusswaffe Gebrauch zu machen, wenn ein Mensch eine Landesgrenze übertritt, jetzt so nachhaltig schweigen, obwohl eine Frau ins Gefängnis gesperrt wurde, nur weil sie sich geweigert hatte, ein Produkt zu kaufen, das sie nicht haben wollte.

Am 4. Februar 2016 wurde die 46-jährige Sieglinde Baumert aus dem thüringischen Geisa verhaftet und saß zwei Monate bis Anfang April in Erzwingungshaft im Frauengefängnis der JVA Chemnitz, weil sie sich geweigert hatte, die Abgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu leisten.

Hätte Sieglinde Baumert Steuern hinterzogen, könnte ich die Sache ja verstehen. Es ist die Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass jede Bürgerin ihren Pflichten nachkommt und Steuern zahlt. Zur Erzwingung der Erfüllung der Pflichten ist es das Recht des Staates, seine staatliche Gewalt zu nutzen. Die Befürworter der Rundfunkabgabe erklären jedoch, die Abgabe sei keine Steuer; nicht ohne Grund, denn wäre die Abgabe eine Steuer, wäre sie verfassungswidrig!

Die Rundfunkabgabe wird wie folgt erhoben: Jeder Bürger, der irgendwo zwischen vier Wänden und einem Dach gemeldet ist, unabhängig davon, ob er ein Empfangsgerät besitzt, ist zur Zahlung des Rundfunkbeitrags verpflichtet. Das ist doch eine Wohnungssteuer, wird jetzt der geneigte Leser denken, aber nein, der Beitrag ist keine Steuer, denn die Abgabe wird nicht von einer durch Wählerinnen und Wählern legitimierten Regierung erhoben, sondern geht direkt an den Beitragsservice. Es ist ein Unternehmen, das diese Abgabe einfordert! Und warum darf ein Unternehmen das, fragen Sie? Weil der Staat es möglich macht! Ja, darf er das denn? Nun, er macht es einfach! Ich würde jedoch sagen: Nein!

Würde der Staat die Rundfunkabgabe kassieren, wäre sie verfassungswidrig, weil eine zweckgebundene Steuer in Deutschland nicht erhoben werden darf. Die deutsche Steuerpolitik sieht vor, dass es keine direkte Gegenleistung für gezahlte Steuern geben darf und alle Steuergelder in einem gemeinsamen Topf landen müssen. Aus diesem Topf muss der Staat seinen Haushalt finanzieren. Wenn sich der Staat ein paar eigene Staatssender gönnen will, müsste er sie eigentlich aus dem allgemeinen Topf der Steuern zahlen. Stattdessen aber hat der deutsche Staat den Rundfunkstaatsvertrag aus dem Hut gezaubert und dieser Vertrag erlaubt das Eintreiben einer zweckgebundenen Abgabe, die nur deshalb keine Steuer ist, weil sie nicht von dem Staat, sondern von einem Unternehmen erhoben wird. Ich weiß, nur eine demokratisch gewählte Regierung hat das Recht, Steuern zu erheben, aber in Deutschland gibt es eben eine Ausnahme wenn es ums Fernsehen geht.

Ist das alles nicht unfassbar bedenklich und verfassungswidrig, fragen Sie? Nun, um das zu klären, bräuchte es eigentlich unabhängige Medien, die den Rundfunkstaatsvertrag kritisch auseinandernehmen. Das Problem ist nur, die Sender ARD, ZDF, Deutschlandfunk und noch einige öffentlich-rechtliche Sender mehr sind Nutznießer dieses Vertrags. Deshalb schweigen sie zu der Nachricht, dass mittlerweile eine Frau weggesperrt wurde, weil sie sich geweigert hatte, diese Abgabe zu zahlen!

Stellen wir uns mal vor, der Staat würde uns zwingen, die SZ und die FAZ zu abonnieren, um so die Qualität der Zeitungen zu gewährleisten, oder Snickers und Mars zu bezahlen, auch wenn wir sie nicht essen, um so die Standards der Schokoriegel zu halten. Spätestens wenn ein Mensch in den Knast gehen müsste, weil er sich weigert, dazu gezwungen zu werden, etwas zu kaufen, wäre die Aufregung bei ARD und ZDF hoch. So aber herrscht Schweigen in den vermeintlich unabhängigen und ach so neutralen Anstalten.

Der römische Satiriker Juvenal fragte einst: „Quis custodit custodes?“ (Wer bewacht die Wächter?) Im besten Fall das Volk! Das Volk bewacht die Wächter durch demokratische Einflussnahme. Deshalb ist auch nur der Staat befugt, Steuern zu erzwingen und es ist ihm nicht gestattet, dieses Recht zu delegieren und anderen Unternehmen das Eintreiben von Abgaben zu gestatten. Keine Besteuerung ohne gewählte politische Vertretung! Der Rundfunkstaatsvertrag ist und bleibt ein Skandal und ist offensichtlich verfassungswidrig!

Veröffentlicht unter Deutschland, Liberalismus | Kommentare deaktiviert für Wer bewacht die Wächter?

No concessions!

I always hear that the conflict in the Middle East between Israel and Hamas will continue as long as both sides are uncompromising. That’s very true! Both sides are indeed uncompromising. Neither Hamas nor Israel is willing to make concessions. And I’m glad about that!

Concessions won’t bring peace between Israel and Hamas! Considering the content and intent of both the Israeli Declaration of Independence and the founding charter of Hamas, there can be peace in the Middle East only when either the demands of the Israeli Declaration of Independence or the demands of the founding charter of Hamas are fully and unconditionally accepted. A compromise isn’t possible!

The founding charter of Hamas declares:

„Article 7: The Prophet, Allah bless him and grant him salvation, has said: ‘The Day of Judgement will not come about until Moslems fight the Jews (killing the Jews), when the Jew will hide behind stones and trees. The stones and trees will say O Moslems, O Abdulla, there is a Jew behind me, come and kill him.’“

„Article 13: Initiatives, and so-called peaceful solutions and international conferences, are in contradiction to the principles of the Islamic Resistance Movement. (…) There is no solution for the Palestinian question except through Jihad. Initiatives, proposals and international conferences are all a waste of time and vain endeavors.“

„Article 15: The day that enemies usurp part of Moslem land, Jihad becomes the individual duty of every Moslem. In face of the Jews‘ usurpation of Palestine, it is compulsory that the banner of Jihad be raised.”

Hamas calls for total war against Israel and the destruction of all Jews worldwide. The Fatah frequently preaches with powerful and certain words about the sacred duty of killing Jews. On the 47th anniversary of Fatah, Mufti Muhammad Hussein, who was personally appointed by Mahmoud Abbas as „spiritual leader of the Palestinians“, reiterated that peace can be achieved only through the destruction of all Jews. Streets and squares are named after people, who’ve murdered Jews; their families are handsomely rewarded by Fatah and Hamas, often with money from so-called development aid, which is also funded by the European Union. How could any concessions be made with such organizations? Should Israel suggest: „if you don’t kill all Jews“. What could a compromise possibly look like: „Agreed. How about just six million?“

People who scream „Jews, get out of my country, my city, my neighborhood,“ don’t want peace with Jews, but a peace without Jews. They want Jews to disappear and consider their very existence as the problem. The desire for peace without Jews is widespread throughout the Islamic world. When the Gaza Strip was placed under Palestinian administration in 2005, all Jews were expelled within a few days. On the morning of September 12, when the last Jews left the area at the Kissufim border crossing, Arabs celebrated frenetically with gun shots in the air and motorcades. Abandoned synagogues were torched. It was a real “Gaza Kristallnacht“. Gaza signed for a peace without Jews, not with Jews. In the following years, Hamas fired countless rockets at Israel with the intention to kill as many Jews as possible.

The extermination of Jews is cemented – without compromise – in Article 7 of the founding charter of Hamas. Therefore, for the Jews there remains only resistance and self-defense! In February of 2010, the deputy minister of Hamas‘ Ministry of Religious Endowments, Abdallah Jarbu, reiterated his principle views:

“They (Jews) want to present themselves to the world as if they have rights, but, in fact, they are foreign bacteria – a microbe unparalleled in the world. It’s not me who says this. The Koran itself says that they have no parallel: ‘You shall find the strongest men in enmity to the believers to be the Jews.’ May He annihilate this filthy people who have neither religion nor conscience. I condemn whoever believes in normalizing relations with them, whoever supports sitting down with them, and whoever believes that they are human beings. They are not human beings. They are not people. They have no religion, no conscience, and no moral values.”

These are the words of a man who believes that the mere existence of Jews in the Middle East has no legitimacy. That view reverberates in the politically correct phrase: „illegal Jewish settlers“. Quite a few politicians around the world have adopted this term, not merely for its anti-Jewish intentions explaining why Jews shouldn’t be allowed to live in certain areas, but also as a supposedly legitimate expression of so-called criticism of Israel.

Muslims can reside anywhere in Jerusalem. They don’t signify a barrier to peace! However, Jews, who build homes in East Jerusalem, are supposedly an obstacle to peace! In many countries there are Jewish settlements and neighborhoods. Worldwide, there are Jewish, Muslim and Christian neighborhoods in many towns and cities. Few people consider these neighborhoods as obstacles to peace. On the contrary: they are seen as models of peaceful coexistence, because they enable diversity, tolerance and acceptance. In Cologne, there’s the predominantly Muslim Keup Street neighborhood and in Paris, the Marais in the third and fourth arrondissement, a predominantly Jewish section of the city. In Israel, there are several Muslim quarters and settlements. Nearly twenty percent of Israelis are Muslims. For Israel, Muslim settlements inside and outside of Israel are not in themselves obstacles to peace! For many Arab extremists and a frightening number of Western observers, however, the very existence of Jews is considered a barrier to peace.

Jewish settlements are an obstacle to peace only to those who define peace as the absence of Jews. For those who seek reconciliation, the Jewish settlements are a guarantee for peace! For all those neighbors who desire peace with Jews, Israel extends its hand. The Israeli Declaration of Independence says:

„WE EXTEND our hand to all neighboring states and their peoples in an offer of peace and good neighborliness, and appeal to them to establish bonds of cooperation and mutual help with the sovereign Jewish people settled in its own land. The State of Israel is prepared to do its share in a common effort for the advancement of the entire Middle East.“

For my part, there aren’t any concessions possible in the matter! There can only be the unconditional recognition of Israel’s Declaration of Independence and the unconditional rejection of Hamas’ founding charter! If one party is good-willed for peaceful cooperation, but the other party strives for war and the annihilation of the Jews, then anyone who demands concessions from Israel must be a rabid anti-Semite or a Nazi. Jewish lives can’t possibly be bargaining chips. Not to mention the fact that Israel is the only place in the Middle East where liberated women, gay men or non-Muslims are not persecuted. Only in Israel can one live freely. Any concessions are unacceptable!

Whoever can’t see any differences between Israel and its Arab neighbors who support Hamas with its founding Charter; whoever considers both sides as equally wrong, because both sides are uncompromising, is also a Nazi. Hamas and Fatah reject any concessions because they hate Jews. But, Israel must reject any compromise because there simply can’t be any agreement which leads to the extermination of Jews! Anyone demanding concessions is a Jew-hater, who willingly promotes the extermination of Jews.

Worldwide, there’s a hell of a lot of Jew-haters. And they believe they have a clear conscience. I fear they’re not fewer in number than a hundred years ago. Again, the world remains silent and inactive.

(Translation: William Wires)

Veröffentlicht unter In English | Kommentare deaktiviert für No concessions!

Kompromisslos

Immer wieder höre ich, der Konflikt im Nahen Osten zwischen Israel und der Hamas bestehe deshalb, weil beide Seiten kompromisslos seien. Das stimmt! Beide Seiten sind kompromisslos. Die Hamas will keinen Kompromiss und Israel auch nicht. Ich bin froh darüber!

Es kann zwischen Israel und der Hamas keinen Frieden im Kompromiss geben! Bei dem, was die israelische Unanbhängigkeitserklärung und die Gründungscharta der Hamas erklären, kann es einen Frieden im Nahen Osten nur geben, wenn entweder die Forderungen der einen oder der anderen Seite kompromisslos erfüllt werden.

Die Gründungscharta der Hamas fordert die Vernichtung des ganzen jüdischen Volkes (Artikel 7) und die Zerstörung Israels (Artikel 13). Minister der Hamas rufen zur Vernichtung aller Juden auf, die sie öffentlich, auf Plätzen, in Moscheen und im Fernsehen, als Ungeziefer und Bakterien bezeichnen, deren Kehlen durchgeschnitten und Familien ermordet gehören.

Auch die Fatah predigt oft und in wunderbaren Worten von der heiligen Pflicht des Judentötens. Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah bekräftigte Mufti Muhammad Hussein, der von Mahmud Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt wurde, die These, dass es Frieden nur durch die Vernichtung aller Juden geben könne. Regelmäßig werden Straßen und Plätze nach Menschen benannt, weil sie viele Juden vernichtet haben und die Hinterbliebenen von Judenmördern werden von der Fatah und der Hamas fürstlich belohnt, nicht selten von sogenannten Entwicklungshilfegeldern, die auch aus der Europäischen Union kommen. Wie soll es mit solchen Organisationen zu einem Kompromiss kommen? Soll Israel etwa sagen: „Angebot, Ihr vernichtet nicht alle Juden?“ Was soll etwa dann der Kompromissvorschlag lauten? „Einverstanden. Wie wäre es mit sechs Millionen?“

Es kann keinen Kompromiss in dieser Sache geben! Es kann nur die bedingungslose Anerkennung der israelischen Unabhängigkeitserklärung und die bedingungslose Verwerfung der Gründungscharta der Hamas geben! Wenn die israelische Seite bittet, man möge in Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft für den Frieden wirken, aber die andere Seite fordert, Krieg führen und Juden vernichten zu wollen, dann gibt es keinen Kompromiss.

Das Leben von Juden ist keine Masse auf dem Verhandlungstisch!

Veröffentlicht unter Israel | Kommentare deaktiviert für Kompromisslos

Die wahren Deutschen

„Be Deutsch“ heißt ein Video von Jan Böhmermann. Es zeigt auf erschreckende Weise, was Deutschland heute ausmacht.

Das Video beginnt ganz dramatisch mit einer Erinnerung an die Reichsprogromnacht vom 9. November 1938 gegen Juden und jüdische Einrichtungen. Danach geht es mit einem Schnitt in die Gemeinde Clausnitz 2016, wo Menschen mit dem Slogan vom 9. November 1989 („Wir sind das Volk“) gegen Flüchtlinge hetzten. Im Bus sitzt ein kleiner Junge, der dem wütenden Mob hilflos ausgeliefert ist, bis Jan Böhmermann mit den „wahren Deutschen“ erscheint, um dem Jungen zur Seite zu springen.

Die „wahren Deutschen“ sind nett, tolerant, liberal, sozial, friedlich, multikulturell, aufgeklärt, verantwortlich, offenherzig, selbstlos, vereint und, das ist das Lustigste an dieser Aufzählung: bescheiden! Selten gab es eine bescheidenere Selbstbeschreibung als diese.

Jan Böhmermann singt, die „wahren Deutschen“ seien zwar etwas spießig und kleinkariert wie Dosenpfand und Birkenstock, aber dafür hätten sie das Grundgesetz. Die „wahren Deutschen“ sind bunt. Sogar ein Jude ist unter den „wahren Deutschen“. Es ist allerdings ein orthodoxer Jude mit Schläfenlocken, der in der jüdischen Community in Deutschland zwar eine absolute Minderheit ausmacht, aber eben doch so aussieht, wie sich ein Nazi einen Juden vorstellt. Hier sehen wir, dass sich die Bilder, die stramme Nazis und die „wahre Deutschen“ von Juden haben, nicht groß unterscheiden.

Eigentlich sollten einem die „wahren Deutschen“ Böhmermanns sympathisch sein, aber eine Parole dreht als das gut gemeinte ins diabolische Gegenteil:

„Sagt es klar, sagt es laut:
Wir sind stolz, nicht stolz zu sein!
Wir sind hier, Euch daran zu erinnern,
dass auch wir einst dumm waren.“

Jan Böhmermann hat sich mit der deutschen Vergangenheit auseinandergesetzt und zwar so richtig schön weit auseinander.

Die deutsche Vergangenheitsbewältigung ist ein wahres Wirtschaftswunder und gehört neben Autos und Bier zum wichtigsten Wirtschaftsgut des Exportweltmeisters Deutschland. Man überlege sich nur einmal, wie dramatisch die Arbeitslosenzahlen in Deutschland aussehen würden, wenn es all die Arbeitsplätze in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten, in den Holocaustforschungsinstituten und Universitäten der Antisemitismusforschung nicht geben würde.

Ohne Vergangenheitsbewältigung wäre die Stadt Berlin um eines ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeiten ärmer. Es gäbe kein Holocaust Mahnmal. Altkanzler Gerhard Schröder sagte einst über dies Stelenfeld, es sei ein Mahnmal, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Ebehard Jäckel brachte es sogar fertig und erklärte: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“ Beneiden! Das ist genau der deutsche Stolz, den Jan Böhmermann präsentiert.

Der deutsche Vergangenheitsbewältiger ist stolz auf den Holocaust; natürlich nicht auf die Perfektionierung des Massenmordes selbst, aber schon irgendwie auf die Perfektionierung der Bewältigung des Massenmordes. Hätte es den Holocaust nicht geben, dann hätte auch das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Günter Grass niemals „Die Blechtrommel“ geschrieben und somit vermutlich auch nie den Nobelpreis für Literatur erhalten. In 55 Jahren von der SS zum Nobelpreis, das schafft nur der deutsche Vergangenheitsbewältiger. Ohne deutsche Vergangenheit hätte Volker Schlöndorff niemals „Die Blechtrommel“ verfilmen können und daher nie einen Oscar für diesen Film erhalten. So gut wie alle Oscars für den deutschsprachigen Raum sind Resultate der Vergangenheitsbewältigung!

Wer einmal in Berlin war und sich in den Hotels die Reiseführer angeschaut hat, erkennt sofort, woran Berlin verdient: „Third Reich Tour“ und „Hitler’s Berlin“ sind die beliebtesten Stadtführungen.

Die Vergangenheitsbewältigung wurde mittlerweile so sehr perfektioniert, dass sie mittlerweile sogar zum offensiv-aggressiven Imperialismus mutiert ist. Großzügig gibt der deutsche Vergangenheitsbewältiger der ganzen Welt Nachhilfe in Sachen Vergangenheitsbewältigung.

Jan Böhmermann zum Beispiel tadelt in seinem Video Politiker aus den USA, aus Russland und der Türkei. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Die industrielle Massenvernichtung wird zu einer sittlich-bildenden Lehranstalt verklärt und die treuen und guten Bewältiger erheben sich aus der eigenen Schande über alle anderen Völker der Welt und rufen: „Wir stolz, nicht stolz zu sein!“

Sie sind stolz auf den nicht vorhandenen Stolz, geboren aus der Bewältigung des Holocaust, die es ohne den Holocaust nicht gäbe. So war die Zeit von 1933 bis 1945 also doch noch für was gut. Jan Böhmermann fasst den Sündenstolz mit diesen Worten zusammen:

„Vertraut unserer teutonischen Expertise,
Wir wissen, wohin Arschlochhaftigkeit führt.“

Brauchten die Deutschen für diese Erkenntnis echt den Holocaust? Brauchte Deutschland Auschwitz, um zu erkennen, dass man Menschen nicht millionenfach vergast? Brauchte Deutschland Hitler, um zu begreifen, dass Juden Menschen sind? Mussten erst Nazis kommen, damit Deutschland versteht, dass man lieb zueinander sein sollte, aber sich wehren darf, wenn man verfolgt wird? Nein!

Der Holocaust ist keine Nachhilfe für moralisch Sitzengebliebene, sondern schlicht ein unvergessbares und unverzeihliches Verbrechen, aus dem es nichts zu lernen gibt! Der Holocaust eignet sich nicht als moralischer Ausgangspunkt. Mir ist als hörte ich einen Rumor aus Jan Böhmermanns Lied, ganz leise, aber immer stärker hervortretend. Der Rumor flüstert: Gott ist tot, es lebe Auschwitz!

Der Holocaust ist zur Begründungsmatrize für allerlei Überzeugungen und Ideologien verkommen und die Vergangenheitsbewältiger stehen Gewehr bei Fuß, wenn es darum geht, jemanden zum Nazi machen. Das Wort „Nazi“ ist mittlerweile nur noch eine Beleidigung, die gegen politische Gegner angewendet wird, mag es nun ein Präsidentschaftskandidat in den USA sein oder ein Politiker in der Türkei oder in Russland.

Die Meister der Vergangenheitsbewältigung aus Deutschland schleudert die „Nazi“-Beleidigung am liebsten in Richtung Israel. Ihm fällt es leicht, tote Juden zu betrauern, aber er ist unfähig, lebenden Juden zur Seite zu stehen.

Den Höhepunkt des deutschen Stolzes, nicht stolz zu sein, erreicht Jan Böhmermann, wenn er in seinem Video ein kleines Mädchen Deutschland als Land der Dichter und Denker präsentieren lässt:

„Hey, Ihr Pimmelgesichter, schaut Euch diese legalen Bürger der Bundesrepublik Deutschland aus dem Jahr 2016 mal genau an. Es ist ihnen uneingeschränkt erlaubt, zu tun, was auch immer sie verfickt tun wollen, Ihr blöden Typen mit Scheiße statt Gehirn im Kopf. Und wollt ihr wissen, warum das so ist, ihr Fickfressen? Weil sie verfickte Menschen sind, wie Ihr und jeder andere auch. Habt Ihr schon mal was vom Kategorischen Imperativ gehört, Arschlöcher? Lest Kant, Ihr Fotzen! Er war auch Deutscher!“

Immanuel Kant war kein Deutscher. Er war Preuße. Deutschland wurde erst im Jahr 1871 gegründet, also 65 Jahre nach dem Tod Kants, aber das kümmert die stolzen Deutschen, die stolz darauf sind, nicht stolz zu sein, nicht!

Kann sich irgendwer vorstellen, dass ein Engländer, voller Stolz nicht stolz zu sein, brüllt: „Schon mal was vom britischen Empirismus gehört, Ihr Wichser? Lest Mill, Ihr Pimmel!“ Oder ein Amerikaner: „Schon mal was vom amerikanischen Pragmatismus gehört, Ihr Leckmuscheln? Lest Putnam, Ihr Penner!“

Nein, einen solchen Stolz gibt es nur in Deutschland und Jan Böhmermann zeigt, auch wenn die Ziele und Werte dieser neuen „wahren Deutschen“ sympathisch sind, so wohnen den Inhabern dieser Werte immer noch die Rudimente des deutschen Chauvinismus‘ inne. Sie sind überzeugt davon, die Welt in ihrem Sinne verbessern zu müssen, weil sie tief drinnen von der Überzeugung besessen sind, den anderen Völkern überlegen zu sein.

Ein tief empfundenes Gefühl der Überlegenheit hat in der Geschichte jedoch schon so manchen „wahren Deutschen“ zu bösen Taten getrieben.

Veröffentlicht unter Deutschland, Kunst, Spaß | Kommentare deaktiviert für Die wahren Deutschen