Was ist Aufklärung?

Ein Beitrag von Immanuel Kant.

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.

Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. „Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein.

Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Dass der bei weitem größte Teil der Menschen den Schritt zur Mündigkeit, außer dem dass er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben.

Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, dass diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeinhin von allen ferneren Versuchen ab.

Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar lieb gewonnen und ist vor der Hand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ.

Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalsten Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher gibt es nur Wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit heraus zu wickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.

Dass aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist eher möglich; ja es ist, wenn man ihm nur Freiheit lässt, beinahe unausbleiblich. Denn da werden sich immer einige Selbstdenkende sogar unter den eingesetzten Vormündern des großen Haufens finden, welche, nachdem sie das Joch der Unmündigkeit selbst abgeworfen haben, den Geist einer vernünftigen Schätzung des eigenen Werts und des Berufs jedes Menschen selbst zu denken um sich verbreiten werden. Besonders ist hierbei: dass das Publikum, welches zuvor von ihnen unter dieses Joch gebracht worden, sie danach selbst zwingt darunter zu bleiben, wenn es von einigen seiner Vormünder, die selbst aller Aufklärung unfähig sind, dazu aufgewiegelt worden; so schädlich ist es Vorurteile zu pflanzen, weil sie sich zuletzt an denen selbst rächen, die oder deren Vorgänger ihre Urheber gewesen sind. Daher kann ein Publikum nur langsam zur Aufklärung gelangen.

Durch eine Revolution wird vielleicht wohl ein Abfall von persönlichem Despotismus und gewinnsüchtiger oder herrschsüchtiger Bedrückung, aber niemals wahre Reform der Denkungsart zustande kommen; sondern neue Vorurteile werden ebensowohl als die alten zum Leitbande des gedankenlosen großen Haufens dienen.

Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen.

Nun höre ich aber von allen Seiten rufen: „Räsoniert nicht!“ Der Offizier sagt: „Räsonieret nicht, sondern exerziert!“ Der Finanzrat: „Räsoniert nicht, sondern bezahlt!“ Der Geistliche: „Räsoniert nicht, sondern glaubt!“ Hier ist überall Einschränkung der Freiheit. Welche Einschränkung aber ist der Aufklärung hinderlich? welche nicht, sondern ihr wohl gar beförderlich? – Ich antworte:

Der öffentliche Gebrauch seiner Vernunft muß jederzeit frei sein, und der allein kann Aufklärung unter Menschen zustande bringen!

***
(TINKANT)

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Das sind die 9 Formeln von Immanuel Kants Kategorischem Imperativ. Die 5te hat mich umgehauen!

Heftig!!!

Das sind die neun Formeln von Immanuel Kants Kategorischem Imperativ. Die Fünfte hat mich umgehauen!

1. „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (AA IV, 421)

2. „Handle nach der Maxime, die sich selbst zugleich zum allgemeinen Gesetze machen kann.“ (AA IV, 436)

3. „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ (AA V, 30)

4. „Handle so, dass der Wille durch seine Maxime sich selbst zugleich als allgemein gesetzgebend betrachten könne.“ (AA IV, 434)

5. „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“ (AA IV, 429)

6. „Denn vernünftige Wesen stehen alle unter dem Gesetz, dass jedes derselben sich selbst und alle andere niemals bloß als Mittel, sondern jederzeit zugleich als Zweck an sich selbst behandeln solle.“ (AA IV, 433)

7. „Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetze werden sollte.“ (AA IV, 421)

8. „Handle nach Maximen, die sich selbst zugleich als allgemeine Naturgesetze zum Gegenstande haben können.“ (AA IV, 437)

9. „Demnach muss ein jedes vernünftige Wesen so handeln, als ob es durch seine Maximen jederzeit ein gesetzgebendes Glied im allgemeinen Reiche der Zwecke wäre.“ (AA IV, 438)

Wenn Dich das auch umgehauen hat, teile es!

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Neujahr der Bäume

Eine Rede von Paul Jurecky vom Jüdischen Nationalfond KKL zu der Feierlichkeit TuBischwat in der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf, bei der ich die Ehre hatte, die Moderation zu übernehmen.

„Der 15. Schwat“ bedeutet für uns das „Rosch Haschana shel Ilanot“, d.h. Neujahr der Bäume. Es ist nämlich das Ende der Regenzeit und Beginn der Pflanzperiode in Israel. TuBischwat symbolisiert das Blühen Israels, die Schönheit der Natur und die guten Früchte, die seine Erde hervorbringt. Wenn wir den Seder TuBischwat feiern, so ist das unsere tiefe Verbundenheit mit dem Land Israel!

Der Jüdischen Nationalfond KKL hat in 114 Jahren seiner Geschichte mehr als 260 Millionen Bäume in Israel gepflanzt. Israel ist der einzige Staat auf der Welt, in dem es am Ende des 20. Jahrhunderts mehr Bäume gab als zu dessen Beginn. Das ist aktiver Umweltschutz.

220 Wasser-Reservoire hat JNF-KKL gebaut. Wasser ist zweifelsohne das wichtigste Umweltthema Israels. Wir betreiben Forschung als Fundament einer ökologischen Entwicklung. Die in Forschungsstationen entwickelten Methoden halten Israel an der Spitze des globalen Produktionsmarktes und sind auch Basis für regionale Kooperationen mit anderen Länder des Nahen Ostens und weltweit.

Umweltbildung ist der Schlüssel zur Zukunft. Der JNF-KKL hat ein breit angelegtes Umwelt-Erziehungsprogramm für junge Menschen. Wir legen das Fundament für eine gesunde, umweltbewusste und verantwortliche Gesellschaft und stärken die Beziehungen zwischen Israel und der Diaspora. Der Jüdische Nationalfond in Deutschland hat den Zweck, die Projektarbeit des KKL in Israel durch die Beschaffung von Mitteln zu unterstützen und zu fördern.

Ergänzend zu unserer Projektarbeit in Israel bieten wir Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sowie spezielle „grüne“ Programme an. Unser „Green Businnes Circle“ versteht sich als persönliches Netzwerk, das den deutsch-israelischen Austausch rund um die grünen Interessen der Industrie fördert. Und das Young Leadership Programm „greenXchange“ stellt seit 2011 die Grundlage für eine innovative Zusammenarbeit in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit zwischen Israel und Deutschland dar.

Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Freunde!

Alle diese Projekte und Vorhaben können wir schaffen, wenn Sie uns helfen. Sie können helfen, in dem Sie Bäume kaufen, die wir in Israel pflanzen werden. Zwar erst nach Rosch Haschana, in der 2. Hälfte des September. Wir haben nämlich in diesem Jahr das sog. Schmittajahr. Das bedeutet analog zum Schabbat als Ruhetag soll auch für die Umwelt das siebte Jahr ein Ruhejahr sein.

Auch auf die größte und älteste israelische Umweltorganisation, den Jüdischen Nationalfonds KKL, hat die Schmitta einen bedeutenden Einfluss. So dürfen beispielsweise Bäume nur noch in Ausnahmefällen gepflanzt und kein Boden mehr für die Pflanzaktionen vorbereitet werden. Das bedeutet aber nicht, dass Bäume und Pflanzen überhaupt nicht angefasst werden. Wenn etwa ein heftiger Schneefall Bäume beschädigt, dürfen sie beschnitten werden. Es darf alles getan werden, um den Baum zu erhalten. Diese Tradition entstammt direkt der Thora. Das erste Mal wurde Schmitta nach der Zerstörung des 1. Tempels begangen, im Jahr 3829 des jüdischen Kalenders und im Jahr 68 nach christlicher Zeitrechnung. In diesem Sinne hat die Schmitta ein eher spirituelle Bedeutung: die Rückbesinnung auf die innere Werte und Tugenden und ein Verzicht auf das Streben nach materiellen Dingen.

Lassen Sie mich noch paar Worte zum Moderator der heutigen Veranstaltung sagen: Gerd Buurmann kommt aus Köln. Er ist Schauspieler, Regisseur, Kabarettist, Moderator und vor allem ein Mensch. Ein aufrechter Mensch, den die Antisemiten in Köln so hassen.

Seit etlichen Jahren schon ist sie zu sehen, mitten in Köln, im Schatten des Doms: jene »antisemitisch-antizionistische Installation, mit der Israel als blutsaugendes und mordendes Monster dämonisiert wird«, wie Henryk M. Broder es treffend formuliert hat.

Lange Zeit regte sich kaum Widerspruch gegen dieses Machwerk, doch seit einigen Jahren kommt es immer mal wieder zum Protest. Insbesondere Gerd Buurmann dokumentiert und kritisiert auf seiner Website Tapfer im Nirgendwo regelmäßig den Antisemitismus. Darüber hinaus stellte er mehrere Strafanzeigen wegen Volksverhetzung. Die daraufhin von der Staatsanwaltschaft Köln eingeleiteten Ermittlungsverfahren wurden jedoch allesamt eingestellt, teilweise mit geradezu abenteuerlich anmutenden Begründungen. Gerd Buurmann kämpft weiter und ich danke ihm dafür.

Ich danke allen, die dazu beigetragen haben, dass der SEDER TUBISCHWAT hier in unserer Gemeinde stattfindet. Ich heisse sie herzlich willkommen , Bruchim Habaiym in Düsseldorf

Danke für das Zuhören und ich wünsche Ihnen allen einen netten und kurzweiligen Nachmittag.

***

Für Spenden an den Jüdischen Nationalfond KKL bitte hier klicken. Ich kann es nur empfehlen. Ich habe vor einigen Jahren nach einem gemeinsamen Auftritt mit Esther Ofarim eine Baumspende für zehn Bäume in Israel entrichtet. Es ist ein tolles Gefühl.

(TINPJ)

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Wo ist der #aufschrei?

Am 23. Januar 2015 wurde der Hashtag #aufschrei zwei Jahre alt. Auslöser für der Hashtag war damals die Ankündigung eines Artikels der Journalistin Laura Himmelreich, der am folgenden Tag in der Illustrierten Stern erschien. In dem Artikel ging es um den Spitzenkandidaten der FDP für die Bundestagswahl 2013, Rainer Brüderle. In dem Artikel warf Himmelreich Brüderle sexuell übergriffiges Verhalten vor.

Pünktlich zum Geburtstag, am 23. Januar 2015, wurde in Berlin eine Predigt gehalten, die einen #aufschrei mehr als verdient hat. Folgende Aussagen wurden an dem Tag in Berlin getätigt:

“Eine Frau darf niemals ohne Erlaubnis ihres Mannes einen Mann ins Haus lassen. Eine Frau darf niemals das Haus ohne die Erlaubnis ihres Mannes verlassen! Und unter keinen Umständen darf sie eine Nacht außerhalb des Hauses verbringen ohne Erlaubnis ihres Mannes! Nicht mal bei ihrem eigenen Vater!”

“Eine Frau darf nicht arbeiten ohne die Erlaubnis ihres Mannes!”

“Ein Mann sollte seiner Frau nie das Arbeiten außerhalb des eigenen Hauses erlauben!”

“Das Leben einer Frau muss auf das Haus ihres Mannes beschränkt sein!”

“Eine Frau muss kochen, den Boden wischen, sauber machen und sich um ihren Mann, ihre Söhne und Töchter kümmern!”

“Einer Frau ist es nicht gestattet, den Beischlaf mit ihrem Mann zu verweigern! Mit keiner Entschuldigung darf sie sich rausreden!”

“Eine Frau darf unter keinen Umständen “Nein” sagen, wenn ihr Mann mit ihr schlafen will!”

“Auch wenn eine Frau ihre Tage hat, muss sie mit ihrem Mann schlafen, wenn der Mann will. Er sollte nur ihre Vagina meiden … und ihren Anus!”

Wenn das kein Grund für einen #aufschrei ist! Der #aufschrei blieb jedoch aus. Was ist nur los?

Um zu verstehen, was in Deutschland eine wochenlange Debatte über Sexismus auslöst, fasse ich mal alle Höhepunkte aus Brüderles Oeuvre zusammen:

„Mit Frauen in dem Alter um die 28 kenne ich mich aus.“

„Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.“

„Ich möchte, dass Sie meine Tanzkarte annehmen.“

„Frauen können nur nicht so viel Alkohol trinken wie Männer, weil ihr Fettgehalt höher ist. Dabei macht der den Reiz der Frau aus!“

„Für einen Weinwerbung habe ich mich einmal mit vier etwas spärlich bekleideten jungen Damen fotografieren lassen.“

Diese Aussagen lösten eine wochenlange Debatte über Sexismus aus. Von Maybrit Illner bis Anne Will, alle diskutieren über Sexismus in der Bundesrepublik.

Die Aussagen von Rainer Brüderle sind grenzwertig sexistisch, keine Frage, aber sie wurden allesamt in einem privaten Raum an einer Bar getätigt, nachdem bereits viel, und wer Brüderle kennt, sehr viel Wein geflossen war. Das soll keine Entschuldigung sein, aber die deutlich frauenhassenden und frauenverachtenden Aussagen vom 23. Januar 2015 wurden in gänzlich nüchternem Zustand während einer öffentlichen Predigt vor Zuhörern getätigt. Hier bleibt der #aufschrei bisher aus!

Ich werde das Gefühl nicht los, dass der #aufschrei 2013 nur deshalb so groß war, weil man damit die bei so vielen verhasste FDP schwächen konnte. Die Existenz von Sexismus war vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Debatte egal. So egal, dass sie heute, zwei Jahre später, schweigen, wenn in der Hauptstadt Deutschlands bei einer öffentlichen Rede darüber schwadroniert wird, Frauen ihre Grundrechte zu nehmen.

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Der Sex gehört zum Islam!

Am 23. Januar 2015 wurde eine sehr aufschlussreiche Predigt über die Stellung der Frau gehalten. Tapfer im Nirgendwo präsentiert ein paar Höhepunkte. Im Anschluss müssen Sie raten, in welcher Stadt diese Predigt gehalten wurde.

„Eine Frau muss das Heim zum blühenden Garten ihres Mannes machen, so dass er nicht vor ihr flüchtet wie vor Flöhen, Lepra oder einem Löwen.“

„Wenn ein Mann auf die Straße geht, wird er überall von Frauen verführt, die ihn sexuell erregen. Der Prophet Mohammed sagt, ein Mann, der von fremden Frauen auf der Straße verführt wird, muss sofort nach Hause gehen und mit seiner Frau schlafen. Was aber, wenn zu Hause ein Ghul von einer Frau auf ihn wartet?“

„Eine Frau darf niemals ohne Erlaubnis ihres Mannes einen Mann ins Haus lassen. Eine Frau darf niemals das Haus ohne die Erlaubnis ihres Mannes verlassen! Und unter keinen Umständen darf sie eine Nacht außerhalb des Hauses verbringen ohne Erlaubnis ihres Mannes! Nicht mal bei ihrem eigenen Vater!“

„Eine Frau darf nicht arbeiten ohne die Erlaubnis ihres Mannes!“

„Ein Mann sollte seiner Frau nie das Arbeiten außerhalb des eigenen Hauses erlauben!“

„Das Leben einer Frau muss auf das Haus ihres Mannes beschränkt sein!“

„Eine Frau muss kochen, den Boden wischen, sauber machen und sich um ihren Mann, ihre Söhne und Töchter kümmern!“

„Einer Frau ist es nicht gestattet, den Beischlaf mit ihrem Mann zu verweigern! Mit keiner Entschuldigung darf sie sich rausreden!“

„Eine Frau darf unter keinen Umständen „Nein“ sagen, wenn ihr Mann mit ihr schlafen will!“

„Auch wenn eine Frau ihre Tage hat, muss sie mit ihrem Mann schlafen, wenn der Mann will. Er sollte nur ihre Vagina meiden … und ihren Anus!“

Was für eine Predigt. In welcher Stadt wurde sie wohl am 23. Januar 2015 gehalten?

In Teheran?
Nein!

In Riad?
Nein!

In Sana’a?
Nein!

In Abu Dhabi?
Nein!

In Bandar Seri Begawan?
Nein!

Ja, wo denn dann? Ich sag es Ihnen:

In Berlin!

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Das Kölner Festkomitee beleidigt den Islam!

Vor einigen Tagen beschloss das Festkomitee des Kölner Karnevals, einen Persiflagewagen aus dem Rosenmontagszug zu nehmen, der von den Kölner Bürgerinnen und Bürger via Facebook zum besten Wagen gekürt wurde. Es ist ein Wagen mit einer Friedenstaube und einem Clown, der sich mit einem Buntstift gegen die Brutalität von Waffen wehrt. Der Wagen spricht sich für Frieden, Freude und Meinungsfreiheit und gegen Gewalt, Fundamentalismus und Fanatismus aus.

Die Entscheidung, diesen Wagen aus dem Program zu nehmen, kommentierte der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) mit diesen Worten: “Ich finde es sehr positiv, dass diese Entscheidung getroffen wurde.” Genauso wie die muslimische Gemeinschaft in Deutschland die Werte anderer Menschen respektiere, so erwarte er auch, “dass man unseren Werten Respekt” erweise. Ein Wagen, der sich für Frieden und Freiheit und gegen Gewalt und Fundamentalismus ausspricht, widerspricht laut dem Vorsitzenden von Ditib den Werten des Islams. Interessant. Kölle Allah!

Der Präsidenten des Festkomitees, Markus Ritterbach, verteidigt die Entscheidung ebenfalls: „Der Charlie-Wagen wurde wohl zu früh und zu emotional thematisiert. Ich stehe nach wie vor zu dem Thema und zu dem Wagen, aber Meinungsfreiheit heißt auch, die Meinung zu ändern, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.“

Ja, die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Dank Ditib wissen wir jetzt, dass ein Bekenntnis zu Frieden und Freiheit und gegen Gewalt und Fundamentalismus nicht der Werten des Islams entsprechen soll. Da muss man als Karnevalist schon man die Meinung ändern. Wenn Leute, die Karneval feiern, Karnevalisten genannt werden, wäre es jetzt aber Zeit, die Veranstaltung in Köln offiziell in Fasching umzubenennen!

Wäre ich ein Muslim, ich würde es als Beleidigung empfinden, wenn jemand sagt, Islam bedeute nicht Frieden und es widerspräche den Werten des Islams, sich gegen Gewalt und Fanatismus auszusprechen. Die Rücknahme des Wagens sei, so Ritterbach, „eine Entscheidung im Sinne der Menschen, die sich bedroht fühlten – unabhängig davon, ob eine reale Bedrohung überhaupt existiert.“

Ach so, man muss sich nur bedroht fühlen. Es ist gar nicht nötig, von tatsächlichen Fundamentalisten bedroht zu werden. Es reicht schon, wenn man glaubt, Muslime könnten austicken. Mit anderen Worten: Je schlechter das Bild des Islams bei den Kölner Karnevalisten ist, desto willfähriger kapitulieren sie. Nur weil einige Kölner glauben, Muslime könnten sich von einem öffentlichen Bekenntnis zu Frieden und einer Kritik an Fundamentalismus so beleidigt fühlen, dass sie zu barbarischen Akten der Gewalt greifen, wird ein Persiflagewagen mit Friedenstaube aus dem Rosenmontagszug genommen. Was haben diese Kölner nur für ein Bild vom Islam?

Wer sagt, ein Wagen für Frieden und Meinungsfreiheit und gegen Gewalt und Fundamentalismus widerspricht den Werten des Islams, erklärt damit alle Muslime zu Islamisten. Ich finde das für Muslime sehr beleidigend. Dieses Islam-Bild des Kölner Festkomitees und der Ditib ist meiner Meinung nach schlimmer als das Islam-Bild von PEGIDA.

Seit Jahrzehnten findet der Kölner Karneval statt, ohne das jemals eine Bedrohung von Seiten des Islams ausgegangen ist und das obwohl während der jecken Tage eine Menge unislamischer Dinge praktiziert werden. Es wird Alkohol getrunken, Schweinefleisch gegessen und Männer in Frauenklamotten tanzen mit gänzlich unverschleierten Frauen, mit denen sie weder verheiratet noch verwandt sind. All das tolerieren Muslime in Köln tapfer.

Jetzt aber kommen Ditib und das Kölner Festkomitee und behaupten, ein Motivwagen für Frieden und gegen Gewalt könnte Muslime beleidigen. Ich sag mal so: Spätestes jetzt habe sogar ich Angst, denn es wurden schon Anschläge für deutlich geringere Beleidigungen durchgeführt! Ja, mit der Entscheidung, den Wagen mit der Friedenstaube aus dem Zug zu nehmen, hat das Kölner Festkomitee den Rosenmontagszug meiner Meinung nach überhaupt erst in eine Gefahr gebracht.

Markus Ritterbach aber bleibt dabei, man habe eine kurzfristige aber gut überlegte Entscheidung gefällt. Die Entscheidung fiel in der Überzeugung, einige Muslime könnten sich beleidigt fühlen, wenn man sich für Frieden und gegen Gewalt ausspricht. Die Ditib erklärt sogar, das ginge gegen die Werte des Islams. Damit werden alle Muslime zu Islamisten erklärt. Damit bekommt der Rosenmontagszug in Köln eine Aussage, die moralisch gesehen einige Stockwerke unterhalb des Islams-Bild von PEGIDA ist. Wer hätte es gedacht:

Zu Karneval 2015 marschiert in Köln ein Rosenmontagszug, der rechts von PEGIDA steht. Kölle Alaaf!

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„Hasch mich, ich bin der Jedi“

Vor einiger Zeit habe ich mich über die unschöne Tradition deutscher Verleihfirmen aufgeregt, selten dämliche deutsche Filmtitel zu erfinden. Vor ein paar Tagen hat ein Leser meines Blogs mir ein paar Vorschläge für die Star Wars Reihe geschickt. Diese Titel möchte ich meinen Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten und präsentiere sie zusammen mit ein paar eigenen Titelideen:

Episode I – The Phantom Menace:

„Jar Jar Binks die alte Pflaume“
„Anakin, der Sith-Schreck“
„Heiße Kurven für den Kleinen“
„Ein Dreikäsehoch gibt Gas“

Episode II – Attack of the Clones

„Jetzt ist Schluss mit lustig“
„Yoda lässt die Puppen tanzen“
„Lass jucken, Obi“
„Anakin sieht rot“

Episode III – Revenge of the Sith

„Weißer Mann ganz schwarz“
„Jetzt wird’s dem alten Sack zu bunt“
„Autsch – Backhähnchen im Weltall“
„Ruck Zuck ist die Fresse weg!“

Episode IV – A New Hope

„Obi, Solo und das Fliewatüüt“
„Goldie und Dödie – Zwei Roboter zum Knutschen“
„Hasch mich, ich bin der Jedi“
„Ich glaub mich knutscht ein Wookiee“

Episode V – The Empire strikes back

„Oscar stampft durch Schnee und Sumpf“
„Wie ich zum Jedi wurde“
„Yoda macht den Abflug“
„Ein Solo auf Eis“
„Hack Zack Ärmchen ab“

Episode VI – Return of the Jedi

„Solo taut auf“
„Schwups, da sind sie wieder“
„Als die Glücksbärchen noch Waffen hatten“
„Papa kriegt eins auf die Rübe“
„Sohnemann räumt auf“

Episode VII – The Force Awakens

„Jetzt geht die Party richtig los“
„Ein Männlein steht im Walde“
„Deine Spuren im Sand“

***

Weitere Filme:

„Hilfe, die Dinos kommen!“ (Jurrasic Park)

„Napalm und Remmi-Demmi“ (Apocalypse Now)

„Was ist denn bloß mit Papa los?“ (American Beauty)

„Brunnen, Busen, Bumslokale“ (La Dolce Vita)

„Der Clown von Auschwitz“ (La vita bella)

„Ich bin der Jim, holt mich hier raus!“ (Truman Show)

„Der große Tote mit seinem lebenden Kleinen“ (The Sixth Sense)

„Verdammt, ich lieb Dich!“ (Brokeback Mountain)

„Im Himmel ist die Hölle los“ (Star Wars)

„Kitty, Kitty, Bang Bang!“ (Das Tagebuch der Anne Frank)

„Ich glaub’ mich laust der Affe“ (Planet of the Apes)

„Meine Schwester hat die Schnauze voll!“ (Die letzten Tage der Sophie Scholl)

„Mein Freund vom anderen Stern“ (E.T.)

„Neue Männer braucht das Land“ (Fight Club)

„Ein Koffer voller Wunder“ (Pulp Fiction)

„Ich wollt ich wär wie Du“ (Blade Runner)

„Der Mann, der seinen Schlitten liebte“ (Citizen Kane)

„Meine Fresse Deine Fresse“ (Face/Off)

„Die Frau, die nie mehr hungern wollte“ (Gone with the wind)

„Mama ist die Beste“ (Psycho)

„Planet der Schlümpfe“ (Avatar)

„Oma ist die geilste Braut“ (Harold and Maude)

„Ein Dummbatz macht Karriere“ (Forest Gump)

„Nicht ohne meinen Fötus“ (Rosemary’s baby)

„Oskar kriegt sie alle“ (Schindler’s List)

„Panne-Panne Japan!“ (Lost in Translation)

„Kopf oder Zahl?“ (No Country for old men)

„Willy wird das Ding schon schaukeln“ (Shakespeare in love)

„Barbra, die Killerhure“ (Nuts)

„Hinterm Mond gleich rechts“ (Iron Sky)

„Leo der Träumer“ (Inception)

„Leo der Spinner“ (Shutter Island)

„Leo auf hoher See“ (Titanic)

„Leo der Überflieger“ (Aviator)

„Goldas Spießgesellen“ (Munich)

„Uma haut den Lukas“ (Kill Bill)

„Uma außer Rand und Band“ (Kill Bill 2)

„Freiheit war sein letzes Wort“ (Braveheart)

„Ein Inder lässt die Kasse klingeln“ (Slumdog Millionaire)

„Was Juden wollen“ (Passion of the Christ)

„Tot bist Du noch lange nicht“ (28 Days later)

„Die große Flatter“ (Batman)

„Quietsch, Quietsch. Wer bohrt denn da nach Öl?“ (The Hurt Locker)

‎“Herbert geht auf Tauchstation“ (Das Boot)

„Reim Dich oder ich schieß mich“ (Dead Poets Society)

„Julia, der Heiratsmuffel“ (Runaway Bride),

„Die Trottel von der 6. Kompanie“ (Saving Private Ryan)

‎“Adolf hat die Hosen voll“ (Inglourious Basterds)

„Tunten, Terror, Tricksereien“ (The Rocky Horror Picture Show)

„Der Fremde in mir“ (Alien)

„Die tollkühnen Männer in ihren rasenden Kisten“ (The Fast and The Furious)

„Bleib zum Dinner, Schätzchen“ (The Silence of the Lambs)

„Wenn der Arnie zweimal klingelt“ (Terminator)

„Tanze Mambo mit mir“ (Dirty Dancing)

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Nie wieder!

Es waren keine Lichterketten, die Auschwitz befreit haben! Es war auch nicht der Dialog, der zum Frieden führte. Der Dialog mit Nazideutschland ist als Appeasement in die Geschichte eingegangen. Es waren Panzer, die Auschwitz befreit haben. Wäre der Krieg gegen Deutschland nicht geführt worden, in Auschwitz-Birkenau wäre weiter an der „Endlösung der Judenfrage“ mit deutschen Eifer gearbeitet worden.

Heute erklärt Deutschland aus dem Nationalsozialismus folgendes gelernt zu haben: „Nie wieder Krieg!“ Der Rest der Welt aber hat folgendes erkennen müssen: „Manchmal muss es leider einen Krieg geben.“

Den Wunsch nach einer „Endlösung der Judenfrage“ gibt es auch heute noch. Es gibt Regionen auf der Welt, wo der Wille zur Judenvernichtung Teil der Verfassung ist. Die Hamas zum Beispiel fordert laut Artikel 7 der Gründungscharta die Vernichtung aller Juden weltweit. Minister der Hamas nennen Juden regelmäßig auf Kundgebungen und im Fernsehen Bakterien und rufen zu deren Vernichtung auf. Der Gazastreifen ist „judenrein“. Mehrere Länder der Welt sind „judenrein“.

Die Nazis wollten einst ganz Europa „judenrein“ machen. Es misslang ihnen. Der Hamas, der Hisbollah und all den anderen Naziis ist es in einigen Regionen der Welt gelungen, Juden komplett zu vertreiben. Es gibt jedoch immer noch Gebiete im Nahen Osten, die nicht „judenrein“ sind. Hier misslingt den Naziis die „Endlösung der Judenfrage“ und zwar aus dem selben Grund, aus dem die originalen Nazis daran scheiterten: Weil sie daran gehindert werden – und zwar durch Kriege!

Immer mal wieder sieht sich Israel gezwungen, die Tunnel und Waffenlager, die Abschussanlagen und Hauptquartiere, die einzig und allein in der durch die Verfassung erklärten Absicht der Vernichtung aller Juden errichtet wurden, kriegerisch zu zerstören. Israel führt diese Kriege nicht gerne. Es sterben nämlich immer Unschuldige. Im Krieg gegen Nazideutschland starben auch Unschuldige.

Natürlich wäre Israel froh, wenn es diese Kriege nicht geben müsste, wenn die Gegenseite endlich ablassen würde vom mörderischen Judenhass. Europa sähe heute auch anders aus, hätten die Deutschen 1933 nicht Hitler gewählt. Wie aber sähe die Welt heute aus, wäre Hitler nicht durch einen Krieg gestürzt worden? Wie sähe der Nahen Osten heute aus, hätte Israel die Waffen nieder gelegt? Die Antwort ist klar: Der ganze Nahe Osten sähe heute so aus wie der Gazastreifen.

Als im Jahr 2005 Israel entschied, die Waffen niederzulegen und alle israelischen Einheiten aus dem Gazastreifen zurück zog, wurden alle Juden innerhalb weniger Tage aus dem Gazastreifen vertrieben. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Kurze Zeit später wurde eine Partei gewählt, die in ihrem Parteiprogramm die Vernichtung aller Juden weltweit fordert. Die Partei regiert dort bis heute. Es ist die Hamas!

Seit dem wirft die Hamas Raketen auf Israel. Israel verteidigt sich und führt Krieg!

Der Wille zur Vernichtung der Juden wurde in Europa durch Krieg gestoppt. Der Wille zur Vernichtung der Juden wird im Nahen Osten durch Krieg gestoppt! Vielleicht ist das der Grund, warum es auf einmal so viele Pazifisten in Europa gibt!

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Sigmar Gabriel vs Claudia Roth

Sigmar Gabriel (SPD) hat spontan in Dresden an einer Diskussionsveranstaltung mit PEGIDA-Angängern teilgenommen. Zur gleichen Zeit nahm Claudia Roth (Die Grünen) an einer Gesprächsrunde in Teheran mit dem autoritären Regime Irans teil. Gibt man heute bei der News-Suche auf Google die beiden Namen Claudia Roth und Sigmar Gabriel ein, sieht man, dass Sigmar Gabriels Gespräch mit einer fragwürdigen Protestbewegung innerhalb einer demokratischen Bürgergesellschaft ein größeres Medienecho auslöst und mehr Kritik auslöst als Claudia Roths Gespräch mit einem autoritären Regime innerhalb einer Theokratie, in der homosexuelle Menschen und jene, die sich vom Islam abwenden, hingerichtet, Christen und Juden verfolgt und Frauen diskriminiert werden. Claudia Roths Treffen wird nicht einmal unter den Top Nachrichten erwähnt!

Irgendwas ist sehr schief am deutschen Kompass!

In den deutschen Medien muss man lange suchen, bis man einen Beitrag über Claudia Roths Reise in den Iran findet. Bei den iranischen Medien wird man deutlich schneller fündig. Fars ist eine iranische Nachrichtenagentur. Sie unterhält Dienste in Persisch, Türkisch, Arabisch und Englisch. Fars ist offiziell unabhängig, gilt aber als unter dem Einfluss der Revolutionsgarde stehend. Fars berichtet von dem Treffen wie folgt:

TEHERAN (FNA) – der iranische Parlamentspräsident, Ali Laridschani, warnte bei einem Treffen mit der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth, in Teheran am Sonntag vor der Schändung religiöser Heiligtümer unter dem Vorwand der Freiheit der Rede und sagte, dass solche Bewegungen den Hass zwischen den Nationen intensivieren.

„Beleidigung der göttlichen Religionen und Propheten unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit provozieren Gefühle von Hass in der Welt“, sagte Laridschani während der Sitzung.

Kritik an der Meinungsfreiheit, das ist es, wofür eine deutsche Politikerin jetzt ganz schnell ihren Kopf herhalten muss. Claudia Roth macht es gerne. Da freut sich doch das Mullahregime. Fars berichtet:

„Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, für ihren Teil, unterstrich die Notwendigkeit der aktiven Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen den Parlamente beider Länder und sagte: „Es gibt viele Kapazitäten, die vom Iran und Deutschland genutzt werden können, zur Schaffung von Stabilität und Ruhe, sowie zur Beseitigung Gewalttaten.“

Welche Kapazitäten gemeint sein können, darüber ist sich Fars mehr als klar:

„Das französische Satiremagazin veröffentlichte ein Sakrileg in Form einer Karikatur des Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm), nur eine Woche nachdem Bewaffnete acht Journalisten und vier andere Menschen in dem Büros in Paris getötet hatten. Die Entscheidung des Satiremagazins hat die Gefühle der über eine Milliarde Muslime in der ganzen Welt verletzt und verursachte wütende Proteste in vielen Staaten der Welt.“

Wohl gemerkt, die Karikatur hat laut Fars die „über eine Milliarde Muslime in der ganzen Welt“ beleidigt, nicht der Mord! Man muss schließlich Prioritäten setzen.

Irgendwas ist sehr schief am iranischen Kompass!

Fars berichtet weiter:

„Das iranische Außenministerium bedauert die Veröffentlichung der blasphemische Karikatur, die sie als „Provokation“ und „beleidigend“ einstufen. „Wir verurteilen die provokative Entscheidung und unserer Ansicht nach ist die Aktion der Wochenzeitung beleidigend. Wir verurteilen sie vollständig, da es provozierend ist und die Gefühle der Muslime der ganzen Welt verletzt. Es wird eine Folge von Extremismus in der Welt schaffen“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums Marziyeh Afkham in Teheran.“

Claudia Roth saß da und hörte, wie eine Sprecherin des iranischen Außenministeriums erklärte, es würde zu weiteren Anschlägen kommen, wenn man weiterhin an der Freiheit der Kunst und der Presse festhalten würde. In früheren Zeiten, wäre eine solche Aussage einer Kriegserklärung nahe gekommen. Heute aber sitzt Claudia Roth seelenruhig da, hört sich alles an und in der deutschsprachigen Presse wird kaum ein Wort darüber verloren, weil es viel wichtiger ist, darüber zu berichten, dass Sigmar Gabriel in Dresden mit Demonstranten gesprochen hat.

Sigmar Gabriel war weder in eine Deutschlandfahne gewickelt, noch trug er irgendwelche Symbole von PEGIDA am Leib. Claudia Roth jedoch saß in Teheran mit Kopftuch herum und unterwarf sich somit den sexistischen Kleidernormen des autoritären Regimes. Sie, die einer Partei angehört, die bereits in eine Krise verfällt, wenn das Parteiprogramm nicht in einer genderneutralen Sprache verfasst ist, bekommt für ihren Dialog mit einem patriarchalischen, faschistoiden Mullahregime weniger Kritik als Sigmar Gabriel für sein Gespräch mit PEGIDA.

Volker Beck (Die Grünen) attestiert der SPD einen „demonstrativen Schlingerkurs“. Die PEGIDA-Bewegung dürfe nicht als Gesprächspartner aufgewertet werden, sagte der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk zu Gabriels Veranstaltungsbesuch. Schon klar. Dann doch lieber das unmenschliche Regime in Teheran aufwerten!

Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann erklärte der Welt: „Ich bin dagegen, mit Leuten zu reden, die Menschen verweigern wollen, bei uns Zuflucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger zu suchen.“

Was sagt sie eigentlich zu Claudia Roth, die gerade mit den Leuten spricht, die überhaupt erst dafür sorgen, dass Leute Zuflucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger suchen müssen?

Yasmin Fahimi (SPD) sagte der Frankfurter Rundschau, sie lehne einen Dialog mit PEGIDA-Anhängern ab. „Wer mündig ist, trägt Verantwortung für seine Taten und dafür, wem er hinterherläuft. Deswegen möchte ich in keinen Dialog treten mit Leuten, die Stimmung schüren gegen Migranten, gegen Ausländer und gegen Andersdenkende.“

Claudia Roth darf durchaus als mündig bezeichnet werden, auch wenn man manchmal ein paar Zweifel daran hegen kann. Die trägt Verantwortung für ihre Taten. Sie ist in einen Dialog mit Leuten getreten, die erklären, Charlie Hebdo hätten den Mord provoziert und man müsse mit mehr Anschlägen rechnen, wenn die Freiheit der Kunst nicht bald anders ausgelegt werden würde. Sie saß mit Leuten an einem Tisch, die Hinrichtungen durchführen lassen, wenn Menschen homosexuell sind oder sich vom Glauben abwenden.

Warum ist das kein Thema? Warum reden alle über Sigmar Gabriel, aber kaum jemand über Claudia Roth?

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„Ich zittere!“

Am 22. Januar 2015 wurde im New Yorker Stadtrat über eine Resolution gesprochen, die in Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau verabschiedet werden sollte. Aktivisten, die auf dem Balkon der Kammer saßen, unterbrachen jedoch die Sitzung mit lautem Gebrüll und entrollten eine Flagge Palästinas. David Greenfield (Democrat) hielt daraufhin eine Rede, die jeder hören muss:

„Ich zittere am ganzen Leib. Ich bin wütend. Ich sage aber auch frei heraus: Ich bin irgendwie auch froh darüber, was wir hier heute zu sehen bekommen haben.

Seit Wochen hören wir immer wieder die selben Beteuerungen: „Nein, wir hassen Juden nicht. Wir mögen nur den Staat Israel nicht. Wir haben kein Problem mit Juden. Wir wollen nur nicht, dass ihr nach Israel geht!“

Wir wissen aber, dass das nicht der eigentliche Kern der Aussage ist. Heute wurde es bewiesen!

Während wir über eine Resolution gesprochen haben, die sich mit den Morden an 1,1 Millionen Menschen in Auschwitz-Birkenau beschäftigt, ich möchte betonen, neunzig Prozent davon waren jüdisch, aber die anderen zehn Prozent waren politische Dissidenten, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, dies waren die Menschen, die alle gemeinsam in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden, während wir darüber gesprochen haben, besaßen diese Leute die Frechheit, die Chuzpe, die Verwegenheit, die Flagge Palästinas zu entfalten und uns anzubrüllen, während wir über Auschwitz sprachen!

In Anbetracht dieser Störung können wir endlich damit aufhören, so zu tun, als ginge es hier nur um Israel, während in Wirklichkeit jedes Land, das heute im Nahen Osten existiert, nicht demokratisch ist, Menschen mit anderem Glauben verfolgt, Homosexuelle verfolgt, Menschen verfolgt, die widersprechen, Menschen verfolgt, die twittern, Frauen verfolgt, die Auto fahren, mit Ausnahme eines einzigen Landes: Israel!

Was wir heute hier gesehen haben, war nackter, blinder Judenhass! Das ist es, was wir gesehen haben!

Die Leute, die hier gebrüllt haben, sind nur aus einem Grund so sauer! Wollen Sie den Grund hören? Wollen Sie wissen, warum die da oben die Flagge entrollt haben? Ich sage es Ihnen! Weil Hitler seinen Job nicht zu Ende gemacht hat. Er hat nur eine Hälfte meiner Familie vernichtet! Nur durch die Gnade Gottes ist die andere Hälfte der Familie, ich, der Enkel, heute unter den Lebenden. Deshalb sind die Leute dort oben sauer!

Schande über sie! Schande über sie, weil sie Juden hassen! Schande über sie, weil sie Menschen hassen. Schande über sie, weil sie keinen Respekt haben vor dem kulturell vielfältigsten Rat, der in den Vereinigten Staaten von Amerika frei und demokratisch gewählt wurde.

Darum gehen wir nach Israel. Wir machen deutlich, dass wir uns nicht mehr einschüchtern lassen von der Furcht und dem Hass, der eher den Tod von Juden feiert, als um den Tod Unschuldiger zu trauern!

Ich bin beschämt darüber, was hier heute geschehen ist. Aber ich bin auch froh, dass wir endlich zu Gesicht bekommen haben, worum es hier eigentlich geht, um guten alten Judenhass!“

Auch ich bin froh, dass dieser Protest im New Yorker Stadtrat stattfand, denn nur so sind wir nun im Besitz dieser brillanten Rede. Die Rede entstand spontan, aus dem Gefühl heraus und sagt daher alles, was gesagt werden muss und vielleicht sogar noch ein bißchen mehr.

Bitte vervielfältigt und teilt diese Rede, wo immer und wann immer Ihr könnt!

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