„Ich bin kein Militärtyp“

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Joe Biden und der Präsident von Afghanistan, Ashraf Ghani, haben am 23. Juli 2021 telefoniert. Das Gespräch zeigt, Ghani warnte Biden vor einer möglichen, baldigen Übernahme des Landes durch die Taliban und Biden empfahl Ghani nachdrücklich eine stärkere Ermächtigung des Militärs. Tapfer im Nirgendwo hat Auszüge aus diesem Gespräch übersetzt.

BIDEN: Herr Präsident, Joe Biden.

GHANI: Natürlich, Herr Präsident, es ist eine Freude, Ihre Stimme zu hören.

BIDEN: Wissen Sie, ich bin etwas zu spät, aber ich meine es aufrichtig. Hey, sehen Sie, ich möchte klarstellen, dass ich kein militärischer Typ bin, genauso wenig wie Sie, aber ich habe mich mit unseren Leuten vom Pentagon und mit unseren nationalen Sicherheitsleuten getroffen, wie Sie es mit unseren und Ihren getan haben, und wie Sie wissen, dass muss ich Ihnen nicht sagen, es gibt, glaube ich, auf der ganzen Welt und in Teilen Afghanistans, die Wahrnehmung, dass es nicht gut läuft im Kampf gegen die Taliban. Und es besteht die Notwendigkeit, ob es nun wahr ist oder nicht, die Notwendigkeit, ein anderes Bild zu schaffen.

(…)

BIDEN: Wenn Sie Bismillah (Verteidigungsminister von Afghanistan, Bismillah Khan Mohammadi) ermächtigen, eine Strategie auszuführen, die sich auf wichtige Teile der Bevölkerungszentren konzentriert, aber ich kein Militärtyp, daher sage ich Ihnen nicht, wie dieser Plan genau aussehen sollte, aber Sie werden nicht nur mehr Hilfe bekommen, sondern auch eine Wahrnehmung, die sich in Bezug darauf ändern wird, wie, ähm, (… unklar), unsere Verbündeten und Leute hier in den Staaten und an anderen Orten denken, was sie tun.

Sie haben eindeutig das beste Militär. Sie haben dreihunderttausend gut bewaffnete Kräfte gegenüber siebzig- bis achtzigtausend und sie sind eindeutig in der Lage, gut zu kämpfen. Wir werden weiterhin Unterstützung aus der Luft leisten, wenn wir wissen, was der Plan ist und was wir tun. Und das bis Ende August. Wer weiß, was danach noch passiert.

Wir werden auch weiterhin sicherstellen, dass Ihre Luftwaffe in der Lage ist, weiterhin zu fliegen und Luftunterstützung zu leisten. Darüber hinaus werden wir weiterhin hart kämpfen, diplomatisch, politisch, wirtschaftlich, um sicherzustellen, dass Ihre Regierung nicht nur überlebt, sondern auch erhalten bleibt und wächst. Denn es liegt eindeutig im Interesse des afghanischen Volkes, dass Sie erfolgreich sind und führen. Und obwohl ich weiß, dass es einerseits anmaßend ist, Ihnen solche Dinge so direkt zu sagen, ich kenne Sie schon lange und ich finde, Sie sind ein brillanter und ehrenhafter Mann.

Aber ich denke tatsächlich, ich weiß nicht, ob Sie sich darüber bewusst sind, wie sehr die Wahrnehmung auf der ganzen Welt ist, dass dies nach einem verlorenen Unterfangen aussieht, was es nicht ist, was es nicht unbedingt ist, aber so ist die Schlussfolgerung: Ich bitte Sie zu überlegen, ob Sie alle zusammenbringen, von Dostum (ehemaliger Vizepräsident Abdul Rashid Dostum) bis Karzai (ehemaliger Präsident Hamid Karzai) und allen dazwischen, wenn Sie stehen und die von Ihnen zusammengestellte Strategie unterstützen und dann einen Kämpfer aufstellen. Sie kennen einen Militärtypen: Khan (Verteidigungsminister Bismillah Khan Mohammadi) kann für die Umsetzung dieser Strategie verantwortlich sein. Das wird die Wahrnehmung verändern. Das wird meiner Meinung nach sehr viel ändern.

(…)

GHANI: Herr Präsident, wir stehen vor einer umfassenden Invasion, die sich zusammensetzt aus der Taliban, mit voller logistischer Unterstützung und Planung aus Pakistan, mindestens zehn- bis fünfzehntausend internationalen Terroristen, überwiegend Pakistanern. Dieser Dimension muss Rechnung getragen werden.

Zweitens ist die Unterstützung aus der Luft entscheidend, und wenn ich eine Bitte formulieren darf, Sie wären sehr großzügig, wenn Ihre Unterstützung, besonders unserer Luftwaffe, frühzeitig erfolgen könnte, denn was wir im Moment brauchen, wir haben uns sehr stark auf die Luftwaffe verlassen. Wir haben uns darauf konzentriert, dass wir es sehr zu schätzen wissen, sollte es möglich sein, die Unterstützung vorzuziehen.

Und drittens, was das Verfahren für den Rest der Hilfe anbelangt, so ist beispielsweise der Militärlohn über ein Jahrzehnt lang nicht erhöht. Wir müssen einige Anstalten machen, um alle zusammenzubringen. Wenn Sie also den nationalen Sicherheitsberater oder das Pentagon beauftragen könnten, jeden, von dem Sie wünschen, dass er mit uns an den Details arbeiten möchten, also an unseren Erwartungen insbesondere in Bezug auf Ihre Unterstützung durch die Luft. Es gibt Vereinbarungen mit den Taliban, von denen (…) bisher nicht wussten. Wegen Ihrer Luftwaffe war sie bei Angriffen äußerst vorsichtig.

Und der letzte Punkt, ich habe gerade noch einmal mit Dr. Abdullah gesprochen. Er ist zu Verhandlungen mit den Taliban gegangen. Die Taliban haben kein Interesse gezeigt. Wir können nur Frieden finden, wenn wir die militärische Lage neu ausbalancieren. Und ich kann Ihnen versichern (…)

BIDEN: (Überschneidungen im Gespräch)

GHANI: Und ich kann Ihnen versichern, ich war in vier von unseren wichtigsten Städten. Ich bin ständig mit dem Vizepräsidenten und anderen unterwegs, wir werden uns sammeln können. Ihre Unterstützungszusage trägt wesentlich dazu bei, dass wir wirklich ernsthaft mobilisieren können. Der städtische Widerstand, Herr Präsident, war außergewöhnlich, es gibt Städte, die fünfundfünfzig Tage lang belagert wurden und die sich nicht ergeben haben. Nochmals vielen Dank und ich bin immer nur einen Anruf entfernt. Das ist es, was ein Freund einem Freund erzählt, also glauben Sie bitte nie, dass Sie sich aufdrängen.

BIDEN: Nein, hören Sie mal, ich danke Ihnen. Sehen Sie, Luftnahunterstützung funktioniert nur, wenn es eine militärische Strategie vor Ort gibt, die Sie unterstützen können.

***

Übersetzung von Gerd Buurmann. Das Original findet sich hier. Wenn Sie einen besseren Vorschlag für eine Übersetzung haben oder wenn Sie finden, dass ich an einer Stelle nicht genau übersetzt habe, senden Sie mir gerne Ihre Verbesserung an: gerdbuurmann@hotmail.de

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„Unsere Brüder, die Taliban“

„Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mit unseren Brüdern, den Taliban, zu sprechen. Wir fordern Sie auf, für die sichere Ausreise jeder Person in Afghanistan aus dem Land zu sorgen.“

Die Frau, die die Taliban „unsere Brüder“ nennt, heißt Maryam Monsef und ist Mitglied im Unterhaus von Kanada.

Raten Sie mal, welchen Ministerinnenposten sie in Kanada hat. Sie kommen nicht drauf. Ich sage es Ihnen: Am 10. Januar 2017 wurde sie als Ministerin für Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter vereidigt. Seit 2019 ist sie zudem Ministerin für Ländliche Wirtschaftsentwicklung.

Wer hätte gedacht, dass die Taliban die Brüder der kanadischen Ministerin für Frauen ist.

Also, wenn die Taliban was kann, dann Geschlechter gleich stellen, aber so richtig gleich. Alle Männer lassen sich gleich einen Bart wachsen und alle Frauen werden gleich in die Burka gesteckt. Wer sich weigert, wird gleichgestellt und zwar an die Wand.

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Hohle Floskeln der Betroffenheit reichen nicht mehr aus

Ein Artikel von C.J. aus Köln.

Gerd Buurmann fragt in seinem Artikel über einen judenfeindlichen Angriff in Köln vom 20. August 2021, bei dem ein achtzehn Jahre junger Mann von ungefähr zehn Menschen umringt, beleidigt und geschlagen wurde, so dass sein Jochbein brach:

„Was hat die jungen Menschen so sehr vergiftet? Wo kommt ihr Judenhass her? Was hat dafür gesorgt, daß sie einen Menschen aus einer Gruppe heraus zusammenschlagen konnten?“

Als Antwort würde ich mal blind darauf tippen, dass hier keine Rechtsradikalen gewütet haben. Die Polizei hat zwar keine Einzelheiten über die Täter veröffentlicht, aber ich wette, wären es rechtsextreme Jugendliche, sähen wir schon längst die Versuche, politisches Kapital daraus zu schlagen.

Hohle Floskeln der Betroffenheit reichen schon lange nicht mehr aus.

Ich werde zunehmend wütender wenn ich lese, dass jüdische Bürger bereits darüber nachdenken, dieses Land zu verlassen, weil sie sich nicht mehr sicher fühlen und nicht mehr auf die Straße trauen. Wohin soll das alles noch führen und wie weit will unsere Politik und die sie leider blauäugig stützende Bevölkerung, die sich in ihrer eingebideten Toleranz und Offenheit suhlt, diese Zustände noch treiben? Muss es erst zu Straßenschlachten wie in Frankreich oder Schweden kommen?

Hätte ich privat die Mittel und die Möglichkeit, würde ich mittlerweile auch so schnell wie möglich meine Koffer packen und das Weite suchen.

Die Einzelheiten kommen mir in diesem Zusammenhang nur allzu vertraut vor. Es handelt sich um eine „Gruppe von zehn jungen Männern“ und das Opfer wurde „antisemitisch beleidigt“. Aus der Neuen Zürcher Zeitung habe ich jetzt erfahren, ein Sprecher habe der NZZ gesagt: „Dabei handelt es sich um einen Deutschen und einen Deutschtürken.“

Die oberste Devise scheint zu lauten: Nur nicht den großen Elefanten beachten, der mitten im Raum steht. Man umgeht das immer größer werdende Problem geflissentlich. Es ist wie beim undichten Dach: Irgendwann sind die Balken durchgefault und das Haus stürzt ein. Leugnen und Wegsehen hilft hier nicht weiter. Das Problem bleibt und fällt einem früher oder später umso schmerzhafter auf die Füße.

Man kann auch einem Alkoholiker nur dann helfen, wenn er bereit ist zu erkennen, dass er ein Problem mit dem Alkohol hat. Vorher bringt es nichts. Die standardisierte Antwort von Frau Reker ist leider auch nur allzu typisch und beispielhaft für unsere politische Klasse. Aber bei weitem nicht nur für sie.

Den einen Tag tönen sie „Toleranz und Offenheit“, den nächsten Tag dann „Tiefes Bedauern und Anteilnahme“, wenn solche Straftaten passieren. Natürlich darf dann auch der Spruch nicht fehlen, dass man mit aller gebotenen Härte gegen die Täter vorgehen wird.

Die beiden festgenommenen „mutmaßlichen“ Prügel-Bubis, vermutlich psychisch gestört und Einzelfälle, wenn nichts mehr hilft, sind schon wieder auf freiem Fuß, wie ich lese. Passt doch genau ins Bild von Härte und Entschlossenheit. Morgen wird es wieder tönen: „Toleranz und Offenheit“. Dass das alles nicht zusammenpasst, sei’s drum. Hauptsache, es hört sich toll an und man bekommt allseits Beifall.

Auf welchen Rücken die Probleme abgeladen werden und mit welchen Opfern das erkauft wird, spielt anscheinend nicht die geringste Rolle mehr.

Nein, die politisch Verantwortlichen tun nicht nur nichts dagegen, sie befördern und vergrößern das Problem mit jedem weiteren Tag, an dem sie in Amt und Würden sind; und das ohne die geringste Ahnung, wie sie aus dem Karussell wieder aussteigen wollen.

Wir hatten vor achtzig Jahren die Barbarei schon einmal hier. Anscheinend hat dieses Land daraus nicht viel gelernt. Will man dorthin wirklich zurück? Der Eindruck drängt sich auf, denn man tut wirklich alles dafür. Leider ist der große Kölner Ralph Giordano nicht mehr unter uns. Seine mahnende Stimme wäre heute nötiger denn je.

„Was hat die jungen Menschen so sehr vergiftet ? Wo kommt ihr Judenhass her? Was hat dafür gesorgt, daß sie einen Menschen aus einer Gruppe heraus zusammenschlagen konnten?“

Ich möchte eine Antwort wagen und tippe mal darauf, dass hier ein Blick in gewisse nicht kleine Ecken der Umma sehr schnell weiterhelfen würde.

Bitte entschuldigen Sie die Härte meiner Worte, aber ich bin so wütend und verzweifle immer mehr an diesen ganzen Zuständen. Die Zerstörung ist in vollem Gange. Ich bin Jahrgang 1966 und kenne noch andere Zeiten. Die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes drehen sich nicht nur in ihren Gräbern um, sie rotieren.

***

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(TINAY)

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Judenfeindlicher Angriff in Köln

Am Schabbat, 20. August 2021 wurde in Köln gegen 23:30 Uhr ein 18-jähriger Mann, der eine Kippa trug, durch einen judenfeindlichen Angriff schwer verletzt.

Nach Angaben der Polizei wurde dem jungen Mann in einem Park am Kaiser-Wilhelm-Ring von einer Gruppe, bestehend aus ungefähr zehn jungen Männern, die Kippa vom Kopf gerissen. Laut Angaben wurde das Opfer antisemitisch beleidigt, geschlagen und getreten. Bei dem Angriff wurde ihm ein Gesichtsknochen gebrochen. Zwei mutmaßliche Täter im Alter von 18 und 19 Jahren konnten aufgrund von Aufnahmen einer Videoüberwachung festgenommen werden. „Dabei handelt es sich um einen Deutschen und einen Deutschtürken“, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei. Weitere Details zu den Verdächtigten nannte die Polizei nicht.

Die Verdächtigten wurden vernommen und dann wieder freigelassen.

Was hat die jungen Menschen so sehr vergiftet? Wo kommt ihr Judenhass her? Was hat dafür gesorgt, dass sie einen Menschen aus einer Gruppe heraus zusammenschlagen konnten?

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Henryk M. Broder – Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag

Heute, am 20. August 2021 wird Henryk M. Broder 75 Jahre alt.

Mein lieber Henryk,

ich wünsche Dir alles Gute zu Deinem 75. Geburtstag. Auf 120! Ich möchte Dir zu Deinem Geburtstag ein paar Zeilen von Heinrich Heine schenken, einfach nur, weil ich Heine so sehr schätze wie Dich.

Lieber Henryk,

wie Du verzweifelte auch Heine immer wieder an der Unerbittlichkeit, mit der die Deutschen ihre Träume, Ideen und besseren Welten zu verwirklichen suchten. Aber wie Du begegnete Heine seiner Verzweiflung mit Ironie. Seine ironische Kritik brachte Heine zu seinen Lebenszeiten sehr viel Ärger ein.

Ich bin mir sicher, an dem Tag, da zukünftige Generationen Deinen 175. Geburtstag begehen, werden sie auf jene, die Dich heute so unanständig diffamieren, mit so viel Unverständnis blicken wie wir heute auf jene blicken, die einst nur Gemeinheiten über Heinrich Heine von sich gaben.

Heute wissen wir, was der Hauptgrund für das Heine-Bashing war. Heine war immer klar und direkt. Er war ein spöttischer Denker, ein humorvoller Philosoph, ein Reisender mit Witz. Oft lüftete er das Mieder der deutschen Sprache. Er kritisierte Religionen und Majestäten auf das Schärfste. Seine Kritik traf Rechte wie Linke.

Henryk, Du bist wie Heine. Du bist ein Charakter, der sich selbst keinen Maulkorb verpasst, aus Angst, die Falschen könnten ihn zitieren. Du schreibst aus Liebe und Lust zum Leben. Du musst Dich nicht rechtfertigen, denn Deine Haltung ist so klar wie die von Heinrich Heine. Wie sagte er einst:

“Selten habt ihr mich verstanden, selten auch verstand ich euch, nur wenn wir im Kot uns fanden, so verstanden wir uns gleich.”

Henryk, Du bist ein wunderbarer Mensch und ein guter Freund. Mein Leben wäre ärmer ohne Dich.

Bitte schreibe weiter über alles, was Dir auf der Seele brennt, über die Linken und die Rechten, über die Hybris der Deutschen, im Luftreich des Traums die Herrschaft zu behaupten. Lass Dir nicht einreden, deutliche Worte über Majestäten und Religionen seien Beleidigungen. Schreibe noch viele, viele gesunde Jahre weiter über Dein persönliches Wintermärchen.

Und wenn Dich die Wut zu sehr packt, denke einfach an diese Worte von Heinrich Heine:

„Ich habe die friedlichste Gesinnung. Meine Wünsche sind: eine bescheidene Hütte, ein Strohdach, aber ein gutes Beet, gutes Essen, Milch und Butter, sehr frisch, vor dem Fenster Blumen, vor der Tür einige schöne Bäume, und wenn der liebe Gott mich ganz glücklich machen will, lässt er mich die Freude erleben, dass an diesen Bäumen etwa sechs bis sieben meiner Feinde aufgehängt werden.“

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Taliban, Katar und WM

Hochrangige Beamte der Taliban wurden von der katarischen Luftwaffe nach Kandahar geflogen.

Wenn nicht augenblicklich die deutsche Fußballnationalmannschaft die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Katar absagt, dann kann sie sich ihre Regenbogenflagge sonstwo hinstecken.

Ernsthaft, kommt mir jetzt nicht mit Ungarn. In Katar wird Homosexualität nach Artikel 201 des Strafgesetzbuchs aus dem Jahr 1971 als „Sodomie“ mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft.

In der von den Taliban angestrebten radikalen Form der Scharia wird Homosexualität entweder mit der Steinigung bestraft oder durch das Fallenlassen einer etwa drei Meter hohen Mauer auf die Verurteilten.

Dies ist nicht mehr nur eine Frage der Haltung. Sollte Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Katar mitmachen, dann sind die deutschen Spieler, Funktionäre und Fans aktiv an der Verfolgung und Ermordung von Homosexuellen, aber auch von Frauen und Andersgläubigen beteiligt.

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Tapfer im Nirgendwo auf YouTube

Seit einiger Zeit veröffentliche ich auf YouTube in unregelmäßigen Abständen Monologe zu Themen, die mir am Herzen liegen. Die Monologe habe ich hier gesammelt: Monologe

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Köln gibt sich auf

„Gerd, ich kann Dich nicht mehr in Deinem Viertel besuchen kommen. Ich fühle mich nicht mehr sicher. Auf dem Weg zu Dir wurde ich von mehreren jungen Männern bedroht.“

„Ich bin froh, dass ich einen Freund habe. Wenn ich durch das Viertel muss, begleitet er mich, weil ich Angst habe, nachdem ich dort auf offener Straße sexuell belästigt wurde.“

„Heute wurde ich auf dem Weg nach Hause von mehreren arabischen Männern am Mäucherchen rassistisch anti-asiatisch beschimpft.“

„Mit anderen Leuten hier aus dem Viertel lerne ich nun Selbstverteidigung. Die Polizei lässt uns im Stich.“

„Als Homosexueller habe ich Angst. Diese Angst ist neu für mich in diesem Veedel.“

„Die Straße ist absolut heruntergekommen. In den 80er und 90er Jahren war das ganz anders.“

„Absolut finster das Pflaster. Mich wundert es nicht, dass es dort mittlerweile zu einer Messerstecherei gekommen ist.“

All dies sind Stimmen von Anwohnerinnen, Anwohnern und Gästen im Kwartier Latäng in Köln. Das Kwartier Latäng ist ein Viertel, in dem es einst das feministische Piccolo-Theater gab. Jetzt leben Frauen dort gefährlich. Wenn morgens Ruhe einkehrt im Veedel, wirft die aufgehende Sonne ihre Strahlen auf die stinkenden Überreste einer verrohten Nacht.

Unzählige Beschwerden bei der Stadt blieben bisher unbeantwortet. Nachdem aber ein 18-jähriger Junge im Kwartier Latäng ermordet wurde, lud die Stadt am Donnerstag, 12. August 2021, ein paar auserwählte Anwohnerinnen und Anwohnern aus dem Kwartier Latäng zu einem Treffen.

Ich wurde ausgeladen, angeblich, weil aufgrund von Corona die Anzahl der Teilnehmenden reduziert werden musste. Allerdings wurde mir von dem Treffen berichtet. Ich kann nur sagen, es ist besser, dass ich nicht dort war, denn ich wäre ausgerastet. Das Ergebnis des Treffens ist eine einzige Bankrotterklärung.

Von der Stadt anwesend waren die Stadtdirektorin Andrea Blome, Wolfgang Büscher vom Ordnungsamt und Herr Mehlem von der Polizei.

Es wurde mehr als deutlich kommuniziert, dass eine kurzfristige Lösung nicht in Sicht sei. Somit toleriert die Stadt Köln Ruhestörung, Müllablagerung, Drogenhandel, sexuelle Belästigungen und Handgreiflichkeiten, teilweise mit spitzen Gegenständen, wie zerschlagenen Glasflaschen. Es soll sogar argumentiert worden sei, dass all diese Dinge zu den „Freiheiten“ gehörten, die innerhalb einer „quirligen Szene“ zu tolerieren seien.

Auf die Frage, warum das Ordnungsamt nicht einschreiten würde, soll erklärt worden sein, die Stadt Köln könne von ihren Angestellten nicht erwarten, Leib und Leben zu riskieren. Auf die Nachfrage, warum dann nicht die Polizei zur Hilfe gezogen werden würde, soll erwidert worden sein, dass es dafür nicht genug Beamte gäbe.

Wegen Personalmangel ist die Stadt Köln nicht in der Lage, die Sicherheit im Veedel zu gewährleisten. Dabei ist gerade jetzt deutlich mehr Polizei vor Ort nötig.

Die Aufgabe der Politik ist es nicht, die Bürgerinnen und Bürger ins Gespräch zu bringen. Das schaffen die Menschen schon ganz alleine. Die Aufgabe der Politik ist es, ausreichend Polizei zu stellen, damit die grundlegende Sicherheit gewährleistet ist. Dafür zahlt der Souverän Steuer.

Ist Lärmbelästigung durch Verstärker auf offener Straße zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens erlaubt? Wenn nicht, warum greift die Polizei nicht ein?

Ist der Handel mit Drogen auf offener Straße erlaubt? Wenn nicht, warum greift die Polizei nicht ein?

Ist das Vermüllen der Straße durch gefährlichen Müll, wie Glasscherben und Spritzen erlaubt? Wenn nicht, warum greift die Polizei nicht ein?

Ist ein Angstraum für Frauen hinnehmbar, vor allem wenn es nachweislich in der letzten Zeit zu sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen kam? Wenn nicht, warum greift die Polizei nicht ein?

Die Stadt Köln gibt die Gewährleistung der Sicherheit im Veedel auf. Sie kündigt den Bürgerinnen und Bürger den Gesellschaftsvertrag. Heißt das, dass sich die Menschen im Kwartier Latäng selbst bewaffnen müssen, weil die Stadt Gesetzesbrüche nicht mehr ahnden kann? Muss die Bürgerin selbst zur Polizistin werden?

Das einzig „Konstruktive“ des Treffens ist die Gründung eines Arbeitskreis‘, um sich weiter austauschen zu können. Ein Arbeitskreis hilft jedoch nicht den Menschen, die in dem Veedel leben. Die Anwohnerinnen und Anwohner wollen sich nicht austauschen. Sie wollen nicht gehört werden. Sie wollen auch nicht reden. Sie wollen, dass sich was ändert.

Eine Änderung ist aber nicht in Sicht. Es soll bei dem Treffen sogar kommuniziert worden sein, dass mit einer Veränderung der Situation nicht vor dem Jahr 2025 zu rechnen sei. Auf die Frage, wie viele Menschen überhaupt von der Stadt Köln beim Ordnungsamt beschäftigt seien, verweigerte die Stadt die Auskunft.

Der Hinweis auf den Mord an einen 18-jährigen Jungen im Veedel soll mit den Worten quittiert worden sein, dass es zu Tötungsdelikten in Köln öfter komme, das Kwartier Latäng da statistisch gesehen kein gefährlicher Ort sei. Auf die Artikulation der Befürchtung, dass es vielleicht bald wieder zu einem Toten kommen könnte, soll geantwortet worden sein, dass dies statistisch so gut wie ausgeschlossen sei.

Dann können die Menschen wohl nur noch auf die Statistik hoffen. Die Polizei jedenfalls kann nichts mehr machen. Beim nächsten Mord rufen wir dann einfach einen Statistiker und nicht mehr die Polizei.

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Judenhass in Palästina

Folgende Bilder aus einem Dorf in Palästina haben mich soeben erreicht:

Diesem Judenhass möchte ich ein paar Videos entgegenstellen. Am Israel Chai!

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„Asozialer, impfscheuer Abschaum“

Wenn „Impfverweigerer“ als „Abschaum“ bezeichnet werden oder erklärt wird, Menschen, die sich nicht impfen lassen, seien „asozial“, dann wurde eine rote Linie überschritten.

Wenn es Hassrede gibt, dann sind die Begriff „Abschaum“ und „asozial“ Hassrede.

Der Begriff „Abschaum“ beraubt den Menschen seiner Menschlichkeit und seiner Würde, die er durch seine Geburt hat. „Abschaum“ heißt lebensunwert, heißt Menschenmüll, etwas, das entsorgt gehört. Das Wort „Abschaum“ ist Hassrede pur und gehört zum Vokabular der Misanthropen, Faschisten und Rassisten.

Das Wort „asozial“ gehört wie das Wort „Abschaum“ zu den schlimmsten Begriffen der deutschen Sprache. Im Nationalsozialismus und in der DDR wurde der Begriff „asozial“ zu einem Rechtsbegriff gemacht, womit dann die Verfolgung von Menschen juristisch legitimiert wurde. Unter den Nazis wurden Menschen aufgrund der vorgeworfenen Asozialität in Konzentrationslagern gesteckt. Als Symbol zur Kennzeichnung ihres „asozialen Wesens“ mussten sie ein schwarzes Dreieck auf Brusthöhe tragen.

Unabhängig davon, wie man zu der Frage der Impfung steht, ob man für die Impfung ist oder dagegen, ob man selbst geimpft ist oder nicht, ob man seine eigenen Kinder impfen lässt oder nicht, wer andere Menschen verunglimpft und entmenschlicht, wer erklärt, dass der Mensch, so wie er geboren wurde, „Abschaum“ ist und nur durch eine Impfung zu einem Menschen wird, der nicht als „asozial“ gebrandmarkt wird, der steht nicht auf der richtigen Seite.

Es gibt in unserer Gesellschaft bereits genug Spaltung. Es gibt Menschen, die hassen sich aufgrund verschiedener Glaubensvorstellungen, andere distanzieren sich wegen unterschiedlicher Hautfarben. Dann wieder gibt es Menschen, da geht die Schere zwischen arm und reich deutlich weiter als zwei Armlängen auseinander.

Was wir definitiv nicht brauchen, ist eine weitere Spaltung innerhalb der Gesellschaft, schon gar nicht eine Spaltung, die juristisch legitimiert und staatlich exekutiert wird. Mit dieser neuen Art der Spaltung von Menschen aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit „geimpft“ oder „nichtgeimpft“, wird es passieren, dass sich irgendwann Menschen, die sich eh schon hassen, durch die biologische, medizinische Politik des Staates noch weiter gegeneinander aufgebracht werden. Irgendwann wird ein Mensch, einen anderen Menschen, den er aufgrund seiner Hautfarbe oder Herkunft hasst, als „asozial“ und „Abschaum“ bezeichnen und ihn deshalb nicht in seinen Laden lassen.

Unabhängig von dem medizinischen Nutzen des Impfstoffs, darf eine Impfung nicht zu einer Taufe erhoben werden, die überhaupt erst dafür sorgt, das jemand als Mensch mit allen Rechten anerkannt wird und nicht mehr als „asozialer Abschaum“ gilt. Es gibt gewisse Rechte, die hat der Mensch von Geburt an und nicht erst durch eine Impfung.

„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“, heiß es in der Bibel. Das Prinzip der Nächstenliebe ist großartig. Dennoch sind Missionierung und Inquisition ein Verbrechen. Egal wie gut und richtig eine Sache für einen persönlich sein mag, es gibt gewisse Taten, die dadurch nicht gerechtfertigt werden.

Es gibt keinen Grund, seinen Nächsten zu diffamieren, wenn er nicht geimpft ist oder sein will, vor allem dann nicht, wenn man selber geschützt ist, ob nun durch eine Impfung oder durch andere Maßnahmen. Ein Mensch, der sich selber schützt und für sich selbst Verantwortung übernimmt, muss seinen Nächsten zu nichts zwingen. Vor allem aber kann er die Gelassenheit haben, in seinem Nächsten nicht zunächst eine Gefahr für Leib und Leben zu sehen, sondern einen Menschen, der im Zweifel unschuldig, gesund und gut ist.

In der DDR gab es im Strafgesetzbuch den Paragrafen 249. Er wurde als „Asozialenparagraph“ bezeichnet und gab der DDR-Führung die Autorität, Menschen zu bestrafen und ihnen die Freiheit zu nehmen, wenn sie sich weigerten zu arbeiten. Für den Fall, dass das vereinte Deutschland das Wort „asozial“ im Rahmen der Impfkampagne wieder zu einem juristisch Begriff machen möchte, schlage ich vor, einfach §249 aus der DDR zu kopieren und lediglich das Wort “Arbeit“ durch „Impfung“ auszutauschen. Der Paragraf könnte dann diesen Wortlaut haben:

„Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung dadurch gefährdet, dass er sich aus Impfscheu einer geregelten Impfung hartnäckig entzieht, obwohl er impffähig ist, wird mit Verurteilung auf Bewährung oder mit Haftstrafe, Impferziehung oder mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft.

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