Die Politik eröffnet den Gladiatorenkampf

Unabhängig davon, wie man zu der Frage der Impfung steht, ob man für die Impfung ist oder dagegen, ob man selbst geimpft ist oder nicht, ob man seine eigenen Kinder impfen lässt oder nicht, wer andere Menschen verunglimpft und entmenschlicht, steht nicht auf der richtigen Seite.

Vor ein paar Tagen fand ich auf Facebook einen Eintrag, wo „Impfverweigerer“ als „Abschaum“ bezeichnet wurden.

Wenn es Hassrede gibt, dann ist der Begriff „Abschaum“ Hassrede!

Der Begriff „Abschaum“ beraubt den Menschen seiner Menschlichkeit und seiner Würde, die er durch seine Geburt hat. „Abschaum“ heißt lebensunwert, heißt Menschenmüll, etwas, das entsorgt gehört. Das Wort „Abschaum“ ist Hassrede pur und gehört zum Vokabular der Misanthropen, Faschisten und Rassisten.

Mit wenigen Worten wurde auf Facebook erklärt, dass der Mensch, so wie er geboren wurde, „Abschaum“ ist und nur durch eine Impfung zu einem Menschen wird, der es wert ist, nicht mehr als „Abschaum“ bezeichnet zu werden.

An anderer Stelle erklärt der Autor dieser Zeilen, „Impfgegner“ seien nicht nur Schuld daran, dass die Kultur leide, sondern auch „Mitschuld am Tod vieler Menschen“.

Wenn ich sowas lese, möchte ich mir selbst meine Impfung wieder aus dem Körper saugen und sie diesem Typen vor die Füße spucken.

Leider ist der Mann, der diese Zeilen geschrieben hat auch ein Veranstalter einer Comedy Show. Über Facebook lässt er sein Publikum wissen: „Unabhängig von den gesetzlichen Regelungen mögen wir geimpftes Publikum sehr und ungeimpftes Publikum weniger.“

Wenn ein Veranstalter Menschen als „Abschaum“ bezeichnet und sein Publikum zu vermeintlichen Schuldigen am Tod vieler Menschen erklärt, wenn sie sich nicht impfen lassen, dann wundert es nicht, dass er für den Eintritt in seine Show eine Impfung wie eine Taufe einfordert.

Unabhängig von dem medizinischen Nutzen des Impfstoffs, wird hier die Impfung zu einer Taufe erhoben, die überhaupt erst dafür sorgt, das jemand als Mensch anerkannt und nicht mehr als „Abschaum“ diffamiert wird. In einem solchen Umfeld ist mir nicht zum Lachen zu Mute.

Egal wie gut und richtig eine Sache für einen persönlich sein mag, es gibt gewisse Taten, die dadurch nicht gerechtfertigt werden.

Wer Menschen zum „Abschaum“ erklärt, weil sie gegen eine Impfung sind, der fühlt sich so sehr auf der guten Seite, dass er bereit ist, einige böse Dinge zu sagen und zu tun, weil er fest davon überzeugt ist, für das Gute zu kämpfen.

Ein anderer Veranstalter, der sich wie ich an die gesetzlichen Regelungen hält und dafür sorgt, dass sich das Publikum in seinem Theater wohl und sicher fühlt, hat ein paar sehr gute Worte zu der momentanen Situation gefunden. Sein Name ist Torsten Schlosser. Er ist ein enger Freund von mir und schreibt über sein vermutlich zukünftiges Leben als Theaterleiter:

„Nachdem die Politik den Gladiatorenkampf zwischen Geimpft und Ungeimpft eröffnet hat und sich nun genüsslich zurücklehnt, machen wir die Drecksarbeit, indem wir die Spaltung unserer Gesellschaft immer tiefer diskutieren.

Es ist schon so weit, dass Veranstalter von Kultur deutlich kommunizieren, dass geimpftes Publikum ihr Wohlwollen genießt und ungeimpftes nicht. Ich finde das erschreckend. Es zeigt deutlich, dass wir uns zwischen Gut und Böse entscheiden müssen, obwohl kulturelle Orte immer Orte der Diversität – und nur selten ideologisch geprägt – waren.

Gut und Böse, Schwarz und Weiß, das kannten wir als Kinder aus Märchen. Und als wir erwachsen wurden, lernten wir die Grauzonen kennen, die Kompromisse. Dass ich als Geimpfter nun plötzlich auf der guten Seite der Gesellschaft stehe, stört mich so sehr, dass ich eben kurz davor war, eine Nena-CD einzulegen. Aber ich bin dann doch noch zur Vernunft gekommen. Die Guten waren zwar gut, aber auch immer ein bisschen langweilig. Wie werde ich jetzt meine Impfung wieder los?“

Auch ich finde die ganze Entwicklung erschreckend und kann meine Haltung zu der ganzen Angelegenheit am besten mit folgender Analogie erklären: Ich finde die Aussage, „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“, großartig. Ich mag das christliche Prinzip der Nächstenliebe. Was ich jedoch überhaupt nicht mag, sind Missionierung und Inquisition.

Ebenso halte ich es mit der Impfung. Es gibt keinen Grund, seinen Nächsten zu diffamieren, vor allem dann nicht, wenn man selber geschützt ist, ob nun durch eine Impfung oder durch andere Maßnahmen. Ein Mensch, der sich selber schützt und für sich selbst Verantwortung übernimmt, muss seinen Nächsten zu nichts zwingen. Vor allem aber kann er die Gelassenheit haben, in seinem Nächsten nicht zunächst eine Gefahr für Leib und Leben zu sehen, sondern einen Menschen, der im Zweifel unschuldig, gesund und gut ist.

Nachtrag: Es dauerte nicht lange und jemand schrieb unter diesem Artikel: „Wer sich nicht impfen lässt, ist da asozial.“

Das Wort „asozial“ gehört wie das Wort „Abschaum“ zu den schlimmsten Begriffen der deutschen Sprache. Im Nationalsozialismus und in der DDR wurde der Begriff „asozial“ zu einem Rechtsbegriff gemacht, womit dann die Verfolgung von Menschen juristisch legitimiert wurde. Unter den Nazis wurden Menschen aufgrund der vorgeworfenen Asozialität in Konzentrationslagern gesteckt. Als Symbol zur Kennzeichnung ihres „asozialen Wesens“ mussten sie ein schwarzes Dreieck auf Brusthöhe tragen.

Es gibt in unserer Gesellschaft bereits genug Spaltung. Es gibt Menschen, die hassen sich aufgrund verschiedener Glaubensvorstellungen, andere distanzieren sich wegen unterschiedlicher Hautfarben. Dann wieder gibt es Menschen, da geht die Schere zwischen arm und reich deutlich weiter als zwei Armlängen auseinander.

Was wir definitiv nicht brauchen, ist eine weitere Spaltung innerhalb der Gesellschaft, schon gar nicht eine Spaltung, die juristisch legitimiert und staatlich exekutiert wird. Mit dieser neuen Art der Spaltung von Menschen aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit „geimpft“ oder „nichtgeimpft“, wird es passieren, dass sich irgendwann Menschen, die sich eh schon hassen, durch die biologische, medizinische Politik des Staates noch weiter gegeneinander aufgebracht werden. Irgendwann wird ein Mensch, einen anderen Menschen, den er aufgrund seiner Hautfarbe oder Herkunft hasst, als „asozial“ und „Abschaum“ bezeichnen und ihn deshalb nicht in seinen Laden lassen.

Es ist brandgefährlich, was gerade passiert.

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Bei mir im Kölner Veedel

Ich lebe in Köln. Mein Veedel wird Kwartier Latäng genannt.

Ich liebe mein Veedel. Hier habe ich vor zwanzig Jahren meine ersten Shows im Café Duddel organisiert und moderiert, meine ersten Bühnenerfahrungen im Piccolo-Theater gemacht und im La Carina Theater mit Freundinnen das Hedwig Dohm Trio gegründet, mit dem ich heute noch auf Tour bin. Alle drei Locations sind mittlerweile verschwunden.

Dafür ist es im Veedel deutlich rauer geworden. Heute Morgen zwischen 1 und 3 Uhr dröhnte es unter den Wohnungen so:

Ein paar Stunden später war es zwar ruhiger, aber dafür auch heller:

Dafür gibt es bei uns jetzt eine Gedenkstätte für einen ermordeten 18-jährigen Jungen.

Am 31. Juli 2021 kam es in meinem Veedel gegen 2.30 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen, bei der schließlich ein 18-jähriger Junge durch einen spitzen Gegenstand getötet wurde. Der Angreifer soll sogar noch etwas jünger gewesen sein.

Anwohnerinnen berichten, dass es für Frauen zu gewissen Zeiten nicht mehr sicher ist, vor die Tür zu gehen. Ab einer bestimmten Uhrzeit bleiben sie in ihren Wohnungen und hören den Lärm von draußen in ihre Wohnung dringen. Dies an einem Ort, an dem mit dem Piccolo-Theater einst ein feministisches Theater stand und wo sich das feministische Hedwig Dohm Trio gegründet hat.

Immer öfter kommt es im Kwartie Latäng zu sexuellen Übergriffen. Immer mehr Vergewaltigungen werden zur Anzeige gebracht. Eine Anwohnerin berichtet:

„In den Seitenstraßen prügelten sie sich zuletzt so heftig, dass der RTW kommen und dieser von etlichen Polizist*innen geschützt werden musste. Wenn ich als Bürgerin hier im Veedel von den Zuständen und den andauernden Lärmbelästigungen am Wochenende, häufig bis fünf, sechs Uhr morgens, erzähle, werde ich natürlich gefragt: ‚„Kann man denn nichts dagegen machen?“ Kann man nicht. Anrufe beim Ordnungsamt werden so beantwortet: „Da müssen Sie sich ans Gaststättenamt wenden.“ Das Gaststättenamt reagierte auf eine Anzeige wegen Ruhestörung so: „Es handelt sich hier um einen dynamischen Prozess, der mit Maßnahmen gegen einzelne Betreiber nicht zu steuern ist.“ Die Polizei sagt: „Wir können nicht überall sein. Wir haben da viel Verständnis, aber wir sind in der ganzen Stadt unterwegs. Wenden Sie sich ans Ordnungsamt.“ Gestern Nacht habe ich wegen einer Party vor dem Späti um 05:30 Uhr bei der Polizei noch einmal direkt nachgefragt: „Ich halte mich an Gesetze, warum dürfen die sämtliche Gesetze brechen und beugen?‘“ Es kam als Antwort: „Das weiß ich auch nicht.“ Et es widderlich!“

Markus Vogt, Vorsitzender von Kwartier Latäng e.V., erklärt, im Veedel hätten sich „Mieter in Gewerberäumen eingefunden, für welche die Miethöhe und die Frage der Rentabilität zweitrangig ist. Hier geht es primär um sogenannte Geldwäsche. Menschen, die ihr Einkommen vorwiegend mit illegalen Geschäften im Bereich Drogenhandel, Schmuggel und/oder Prostitution verdienen, können ihr Einkommen kaum in einer Steuererklärung angeben und somit den Besitz eines Porsches oder Wohnhauses begründen. Hierfür werden legale Existenzen benötigt, deren eigenständige Rentabilität, wie gesagt, nicht relevant ist. Gastronomien eignen sich hierfür.“

Wer sich ohne viel Insiderwissen ein Bild vom Kwartier Latäng machen möchte, dem rät Markus Vogt: „Beobachte einfach mal die Entwicklung der Dichte an Kfz im Veedel, die in der Preislasse 100.000 Euro plus liegen. Vor 10 Jahren hat man so etwas nicht gesehen. Heute fallen mir an einem ganz normalen Werktag davon stets mindestens ein halbes Dutzend auf einmal auf. Immer mit den gleichen Gesichtern darin, die immer in die gleichen Läden gehen und keiner davon, soviel kann man selbst ohne große Menschenkenntnis sagen, hat das Geld für diese Karossen als Bänker, Chefarzt, Manager eines Großunternehmens oder Anwalt verdient und ich kann versichern, dass man als anständiger Gastronom, der seine Sache gut macht, zwar gut verdienen kann, aber in aller Regel nicht derart gut.“

Verschlimmert wird die ganze Situation durch die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. Da die Clubs und Theater entweder zu haben oder nur wenige Leute unter massiven Auflagen in ihrer Räumlichkeiten lassen, feiert die Jugend ganz einfach auf der Straße. Der Alkohol kommt vom Kiosk, die Musik aus mitgebrachten Boxen und als Toilette dienen die Seitengassen und Grünanlagen. Die Straßen, wo einst das La Carina Theater und das Café Duddel waren, sowie die Hecke um den Kindergarten der Universität, sind mittlerweile öffentliche Toiletten. Der Uringestank ist morgens teilweise meterweit zu riechen, während überall Glasscherben und vereinzelt Spritzen auf dem Boden liegen. Habe ich schon den hier gelegenen Paula-Kleinmann-Spielplatz erwähnt? Markus Vogt erklärt:

Hier haben wir inzwischen jedes Wochenende Füllgrade wie an Karneval. Die Klientel derer, die vorher schon ihre Party lieber draußen auf der Straße gefeiert haben, hat sich nun, da wir den zweiten Sommer in Folge die entsprechenden Locations geschlossen halten, sicherlich vervielfacht. War dies vorher ein Problem, welches sicher relevant war, ist es heute ein Problem, dass essentiell ist. Nun ist der Punkt gekommen, an dem man über die Mitverantwortung für diese Situation von Land und Stadt sprechen muss.“

Ja, es muss über Mitverantwortung gesprochen werden. Für eine Stadt, in der das Wort Silvesternacht eine berüchtigte Bedeutung bekommen hat, ist es absolut fahrlässig, dass ein Angstraum für Frauen toleriert wird, in der Kinder einer massiven Verletzungsgefahr ausgesetzt werden. Mittlerweile gab es einen Toten. Soll sich diese Tat nun einfach so einreihen in die letzten Gewalttaten des Kwartiers von Raub bis zur Vergewaltigung?

Nachtrag: Es dauerte nur ein paar Tage und schon war die Gedenkstätte für den 18-jährigen Jungen, der im Kwartier Latäng ermordet wurde, ebenso verwahrlost wie der Rest des Veedels.

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Es sind nicht „Ehrenmorde“, sondern Terrormorde!

Zur Zeit trendet in den sozialen Netzwerken das Wort „Ehrenmord“. Grund dafür ist die mutmaßliche Tat zwei Männer, die in Berlin ihre Schwester getötet, die Leiche in einem Koffer nach Bayern gebracht und sie dort bei Neuburg an der Donau vergraben haben sollen. Die Berliner Staatsanwaltschaft und Polizei erklärten, die Brüder im Alter von 22 und 25 hätten die Tat „aus gekränktem Ehrgefühl“ begangen, weil sie das Leben der 34-jährigen Schwester nicht ertragen konnten.

Immer wieder werden Frauen Opfer religiöser Extremisten, so wie Ausländer Opfer von Rassisten werden. Gewalttaten gegen Frauen, begangen von Menschen, die glauben, dadurch einer religiös definierten Ehre zu genügen, sind keine „Ehrenmorde“, sondern sexistische Terroranschläge!

Das lateinische Wort „terror“ bedeutet Schrecken. Terrorismus ist die systematische Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erklärt in seiner Resolution 1566, terroristische Handlunge seien solche, „die mit Tötungs- oder schwerer Körperverletzungsabsicht oder zur Geiselnahme und mit dem Zweck begangen werden, einen Zustand des Schreckens hervorzurufen, eine Bevölkerung einzuschüchtern oder etwa eine Regierung zu nötigen.“

Unter genau diese Terrordefinition fällt die Gewalt der mörderischen Brüder aus Berlin. Mit Gewalt werden Frauen gefügig gemacht. Sie werden entweder selbst angegriffen oder derart in Angst und Schrecken versetzt, dass sie sich nicht mehr trauen, gewisse Orte zu betreten, es sei denn, sie verschleiern sich. Der sexistische Terrorismus nimmt Frauen als Geiseln.

Die Silvesternacht 2015/16 in Köln war ein Terroranschlag.

Die Silvesternacht in Köln war ein Anschlag an Frauen, exekutiert von männlichen Terroristen, die aus patriarchalen Strukturen stammen und eine autoritäre Religion im Nacken haben. An diesen Männern ist die Aufklärung vorbei gegangen. Sie denken eher in Gruppen als in Individuen. Diese Terroristen schätzen die Ehre eines im siebten Jahrhundert verstorbenen Soldaten aus Mekka, den sie als Propheten verherrlichen, mehr als die Würde einer lebendigen Frau. Sie töten aus ihrer pervertierten Idee von Ehre eher Frauen, als dass sie ihre eigene Religion hinterfragen. Sie zwängen Frauen eher in ein Gefängnis aus Stoff, als männlichen Sexualverbrechern Handschellen anzulegen. Diese Männer sind islamistische Terroristen.

Jeder sogenannte „Ehrenmord“ ist ein Terroranschlag.

Im Jahr 2011 wurde das Wort „Döner-Morde“ zum Unwort des Jahres gekürt. Der Begriff tauchte das erste Mal im Jahr 2006 auf und bezeichnete damals eine Neonazi-Mordserie, die in verschiedenen Großstädten Deutschlands verübt wurde. Die Opfer waren acht türkischstämmige und ein griechischer Kleinunternehmer.

Laut der Jury des Unwort des Jahres stand der Ausdruck „Döner-Morde“ prototypisch dafür, dass die politische Dimension der Mordserie jahrelang verkannt oder willentlich ignoriert wurde. Der Begriff „Ehrenmord“ tut genau das auch. Leider konnte sich die Jury bis heute nicht dazu durchringen, den Begriff „Ehrenmord“ zum Unwort des Jahres zu küren.

Während rassistische Terroristen Ausländer hassen, sind die sexistischen Terroristen davon überzeugt, dass emanzipierte Frauen vom Übel sind. Für Neonazis ist es eine Frage der Ehre, die „Reinheit des deutschen Volkes“ zu erhalten. Für „Ehrenmörder“ ist es eine Frage der Ehre, die Reinheit der Religion des Friedens zu verteidigen. Beide Seite tragen mit ihrer „Ehre“ nur ihren eigenen Extremismus zur Schau.

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Kennen Sie Tamyra Mensah-Stock?

„Es bedeutet, dass sie jemanden wie sich selbst auf diesem Podium sehen, jemanden wie Helen, die ihnen zeigt, nur weil man eine Frau ist, bedeutet das nicht, dass man im Leben nicht die größten Ziele erreichen kann. Und ich kann sagen, es lohnt sich.“

Mit diesen Worten beantwortete die US-Amerikanerin Tamyra Mensah-Stock die Frage eines Journalisten, was ihr Sieg bei den Olympischen Spielen in Tokio für alle Frauen bedeute. Zuvor hatte sie in der Disziplin „Ringen Freistil 68kg“ Gold geholt.

Tamyra Mensah-Stock trat gegen die Nigerianerin Blessing Oborududu an und besiegte sie mit 4:1. Nach ihren Sieg sagte sie freudestrahlend und mit der Flagge der USA um ihren Schultern, dass es toll sei, die USA zu repräsentieren:

„Ich liebe es, die Vereinigten Staaten zu repräsentieren. Ich liebe es wahnsinnig dort zu leben. Ich liebe es und ich bin so glücklich, das ich die USA repräsentieren darf.“

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Was bedeutet Intifada?

Als Intifada werden gewalttätige Aufstände und Pogrome gegen Israel bezeichnet. Der Begriff kommt aus dem Arabischen und bedeutet: „sich erheben“.

Die Intifada begann kurz bevor sich die Hamas gründete. In der Gründungscharta der Hamas vom 18. August 1988 steht, dass alle Juden weltweit vernichten werden sollen (Artikel 7) und dass es keinen Frieden mit Israel geben darf (Artikel 13).

Im Jahr 2000 gab es eine besonders gewalttätige Intifada. Als Vorwand für die gewaltigen Ausschreitungen gegen Juden und Israelis war ein Besuch des israelischen Politikers Ariel Scharons am 28. September 2000 auf dem Tempelberg. Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, was so schlimm daran ist, dass der Mann den Tempelberg besuchte. Die Antwort ist so schlicht wie erschreckend: Weil er Jude ist!

Der Tempelberg steht unter arabischer Verwaltung. Alle Tore zum Tempelberg werden von Angestellten einer sogenannten Frommen Stiftung des Islams (Waqf) überwacht und die lassen oft keine Juden rein. Der Tempelberg ist zwar die heiligste Städte der Juden, aber der Ort wird von Muslimen bewacht. Das ist in etwa so, als würde Medina von Christen, Mekka von Juden und der Vatikan von Muslimen überwacht.

Unter der Verwaltung der Frommen Stiftung des Islams ist der Tempelberg heute wie eine Parkbank oder eine Grünanlage unter den Nationalsozialisten. Es gilt: „Juden unerwünscht!“ Stellen wir uns mal vor einen Pogrom vor, der von Nazis ausgerufen wurde, weil es ein jüdischer Politiker gewagt hatte, einen Park zu betreten, der nicht für Juden gestatten war. Was würden wir heute über einen Menschen sagen, der sagen würde, der Jude habe damit den Pogrom provoziert? Nichts anderes geschah als Ariel Scharon im Jahr 2000 den Tempelberg besuchte. Arabische Politiker riefen zu Pogromen auf, weil es ein Jude gewagt hatte, einen Platz zu betreten, der für Juden verboten war. Diese Pogrome sind heute unter dem Begriff „Zweite Intifada“ bekannt.

In einem Theaterstück, das im Jahr 2016 von Ali Jalaly inszeniert, im Theater Tiefrot in Köln aufgeführt wurde und für den Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater nominiert war, beschreibt der arabische Protagonist des Stückes den Besuch Ariel Scharons wie folgt: „Wieder war es Ariel Scharon, der in mein Leben eingriff. Er walzte mit seiner massigen Gestalt über den Tempelberg.“

So wurde es in dem Stück bewertet, dass ein Jude sich geweigert hatte, das Schild „Nicht für Juden“ zu beachten. Die Kölnische Rundschau berichtete am 6. September 2017 über die Inszenierung:

„Doch dann setzt sich der Schauspieler auf einen Stuhl: ‚Es ist an der Zeit, sich hinzusetzen und miteinander zu reden.‘ Eine ob der erlittenen Unmenschlichkeiten fast befremdliche Haltung. Man würde lieber hören: ‚Wir machen das nicht länger mit!’“

In einem deutschen Theater wurde der Hass auf Israel geschürt und ein deutscher Kritiker rief danach, dem Hass endlich Taten folgen zu lassen. So funktioniert es, wenn das Verhalten jener, die man hasst, als Entschuldigung dafür herhalten muss, dass man ihnen Gewalt antut.

Dabei tut Israel alles, den Hass zu besänftigen. Israel bewahrt sogar den judenfeindlichen Status Quo auf dem Tempelberg mit israelischen Sicherheitskräften. Kann sich irgendjemand vorstellen, muslimische Sicherheitskräfte würden dafür einstehen, dass Medina christlich und Mekka jüdisch bewacht werden? Was würde wohl der Vatikan sagen, wenn der Zugang zum Vatikan von einer Frommen Stiftung des Islams bewacht werden würde, die zu bestimmten Zeiten nur Muslime in den Vatikan lassen würde? Glaubt irgendwer ernsthaft, Christen und Muslime würden nur mit Metalldetektoren und Kameras antworten?

Israel reagierte damit, dass die israelischen Sicherheitskräfte, die den Status Quo bewahren, mit Metalldektoren und Kameras ausgestattet wurden, um den Hass, der auf dem Tempelberg gegen Juden gelebt wird, wenigsten unter Kontrolle und im Auge zu behalten. Aber schon diese vollkommen verständlichen Sicherheitsmaßnahmen lösten Ausschreitungen und Gewalttaten aus und viele deutsche Medien kritisierten nicht etwa die „Fromme Stiftung“, die Juden diskriminiert oder die religiösen Führer der muslimischen Gebäude auf dem Tempelberg, in denen Waffen gefunden wurden, sondern Israel, die diesen Judenhass lediglich observieren wollte.

Israel machte für den Frieden zwar Zugeständnisse, die kein Christ und kein Muslim jemals gemacht hätte und dennoch wurde Israel kritisiert. Judenhass ist, wenn man Juden für etwas kritisiert, das man bei allen Anderen durchgehen lässt. Diesen Judenhass leben westliche Journalisten, Politiker und Selbsterkenntnis Nahostexperten, wenn sie die Entschuldigung der arabischen Judenhasser als Gründe verklären und somit Israels Verhalten für den Hass verantwortlich machen, der ihnen aus purem Judenhass entgegenschlägt.

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärte in einer öffentlichen im Februar 2010:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen!“

Der Chef der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas in Gaza, Jahia al-Sinwar, erklärte am 19. Oktober 2017 bei einer Rede vor Jugendlichen: „Es geht nicht darum, ob wir Israel anerkennen oder nicht, sondern um die Frage, wann wir es auslöschen und seine Existenz beenden.“

Abbas sagte einst„In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Die Kinder Gazas werden dazu erzogen, Juden zu hassen. In den Schulen und im Kinderfernsehen wird gelehrt, Juden seien keine Menschen und es mache Spaß, sie zu töten. Sie lernen Lieder, in denen die Vernichtung von Juden gefeiert wird und lernen Gedichte auswendig, in denen es heißt, Juden seien die größte Plage der Welt und gehörten ausgerottet. Eltern erklären ihren Kinder, sie seien stolz, wenn sie als Selbstmordattentäter Juden töten.

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge: „Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Wer so redet, braucht keinen Grund für eine Intifada. Der Grund ist bereits vorhanden: Judenhass. Wer so redet, braucht einen Vorwand, um seinen Hass zu aktivieren, damit er Juden verfolgen, angreifen und töten kann. Dieser Vorwand wird stets in dem Verhalten von Juden gesucht, denn schließlich ist der Jude für einen richtigen Judenhasser selbst Schuld daran, dass er gehasst wird.

Judenhasser brauchen keinen Grund für ihre Pogrome, die sie manchmal Intifada nennen. Sie brauchen lediglich fadenscheinige Entschuldigungen und manche deutsche Medien liefern diese faulen Ausreden frei Haus.

Die Tagesschau schoss dabei den Vogel ab und erklärte im Jahr 2017 unter Bezugnahme auf den Brockhaus, der Pogrom gegen Juden sei ein „Aufstand der palästinensischen Araber im Gazastreifen, in Ost-Jerusalem und im Westjordanland gegen die israelische Besatzungsmacht.“

Ich frage mich, wie die Tagesschau wohl das Wort „Pogrom“oder „Kristallnacht“ am 10. November 1938 definiert hätte und vor allem, auf wen sie sich bezogen hätte.

Im Jahr 2017 behauptete die Tagesschau, der Gazastreifen sei besetzt, was jedoch nicht stimmt. Im Jahr 2005 wurde der Gazastreifen der palästinensischen Verwaltung übergeben. Danach wurden alle Juden innerhalb weniger Tage aus dem Gazastreifen vertrieben. Am Morgen des 12. September verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. In den folgenden Jahren feuerte die Hamas aus ihrem „judenreinen“ Gazastreifen unzählige Raketen auf Israel ab, alle in dem Willen, so viele Juden wie möglich zu töten. Wer sich das alles vor Augen führt, kann sich bei der kaltschnäuzigen Veröffentlichung der Tagesschau nur angewidert abwenden. Die Tagesschau schweigt über den Judenhass, wie es gute alte deutsche Tradition ist.

Das Schweigen wird immer lauter. Am 8. Dezember 2017 demonstrierten über tausend Männer und Frauen vor dem Brandenburger Tor. Sie feierten die Intifada, ließen die Hamas hochleben, verbrannten den Davidstern, riefen auf arabisch „Tod, Tod, Israel“ und skandierten „Chaibar, Chaibar, ya yahud, dschaisch Mohammed saya’ud“, eine judenfeindliche Parole, die einen Massenmord Mohammeds an Juden ehrt. („Chaibar, Chaibar, oh ihr Juden! Mohammeds Heer kommt bald wieder!“)

Am 17. Juli 2014 brüllte eine aufgepeitschte Menge über den Berliner Kurfürstendamm: „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“ Im Mai 2021 brüllte ein aufgebrachter Mob in der Nähe der Synagoge in Gelsenkirchen: „Scheiß Juden!“

Diese Menschen brauchen keinen Grund, um gewalttätig zu werden. Sie brauchen nur noch Ausreden. Sie werden sich fadenscheinige Ausreden ausdenken. Egal wie sich Juden oder Israelis verhalten, schon die kleinsten, menschlich verständlichsten Taten von Juden können dazu führen, dass ein neuer Pogrom unter dem Titel einer Intifada ausgerufen wird.

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Olympische Spiele: Erste Transgender-Athletin kämpft in der Frauenklasse

Laurel Hubbard wurde im Jahr 1978 als Sohn des späteren Bürgermeisters von Auckland geboren. Bis 2001 nahm Hubbard an Wettkämpfen der Männer in der Sportart Gewichtheben teil. Im Alter von 34 begann Hubbard damit, Operationen an sich vornehmen zu lassen, um den eigenen Körper phänotypisch weiblich scheinen zu lassen. Hubbard wurde danach von den neuseeländischen Behörden auf eigenen Antrag als Frau anerkannt und registriert. Einige Jahre später nahm sie im Gewichtheben bei den Frauenwettkämpfen an. Am 2. August 2021 wird sie Neuseeland bei den Olympischen Spielen in Tokio in der Kategorie Gewichtheben der Frauen über 87 Kilogramm vertreten.

Die ersten vierunddreißig Jahre ihres Lebens lebte Laurel Hubbard als Junge und Mann. Ihre Muskeln, ihre Knochen und ihr ganzer Körper wurden als Mann groß. Die Frau Laurel Hubbard ist biologisch, genotypisch männlich.

Warum treten bei den Olympischen Spielen Männer und Frauen überhaupt noch getrennt an?

Von 1972 bis 1980 traten bei den Olympischen Spielen in der Disziplin Schießen Männer und Frauen gegeneinander an. In dieser Zeit holte sich Margaret Murdock für die Vereinigten Staaten von Amerika die Silbermedaille bei den Spielen 1976 in Montreal. Beim Wurfscheibenschießen traten von 1968 bis 1992 Männer und Frauen gegeneinander an. Danach wurde die Disziplin geschlechtergetrennt. Was kann wohl der Grund dafür gewesen sein?

Im Jahr 1992 schlug die Chinesin Zhang Shan bei den Olympischen Spielen in Barcelona alle Männer und holte Gold. Sie stand somit auf dem Treppchen höher als die Männer Juan Jorge Giha aus Peru und Bruno Rossetti aus Italien. Frauen, die Männer schlagen, das war wohl zu viel für einige Männer. Die Disziplin wurde nach Geschlechtern getrennt.

Im Jahr 1999 erklärte die Tennisspielerin Serena Williams im Wettkampf gegen Männer antreten zu wollen. Man ließ sie nicht. Die Vereinigung der Tennisprofis ATP untersagte der US-Open-Siegerin beim ATP-Turnier den Start in der Männerklasse.

Im Jahr 2012 wurde der US-Nationaltorhüterin Hope Solo von der FIFA untersagt, einem Männer-Fußballverein in St. Louis beizutreten. Hope Solo kommentierte damals: „Ich denke, ich hätte das geschafft. Es ist bedauerlich, dass es von der Fifa nicht erlaubt wurde. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten, die Beste der Welt zu werden.“

Ich kann Serena Williams und Hope Solos Willen sehr gut verstehen. Es ist sportlicher Ehrgeiz. Solange Frauen nicht gegen die Besten der Besten konkurieren dürfen und das sind nun mal zur Zeit in fast allen sportlichen Kategorien Männer, können sie auch nicht so gut werden wie die Besten der Besten. Solange Frauen nicht gegen Männer kämpfen können, werden sie auch nicht so gefördert wie Männer.

Serena Williams und Hope Solo haben Männer herausgefordert. Von Laurel Hubbard darf ein ähnlich sportlicher Ehrgeiz erwartet werden.

All der sportliche Ehrgeiz darf aber nicht über biologische Fakten hinwegtäuschen. Im Durchschnitt sind Männer körperlich größer und stärker als Frauen und zudem werden Männer sportlich viel intensiver gefördert. Man vergleiche nur die Unterstützung des Mannerfußballs mit der Unterstützung des Frauenfußballs. Die ersten Jahren spielen Kinder vielleicht noch gemeinsam im Team, aber irgendwann kommt die Trennung der Geschlechter und von dem Moment an beginnt eine hochspezialisierte Ausbildung der Jungen und ein Hobbytraining bei den Mädchen.

Frauen kann nichts Besseres passieren, als mit Männern und Frauen zu trainieren. So werden Frauen am besten gefordert, gefördert und zu Höchstleistungen getrieben. Allerdings macht gemeinsames Trainieren auch die Leistungsunterschiede deutlich.

Im Jahr 2017 spielten die damaligen Weltmeisterinnen im Frauenfußball aus den Vereinigten Staaten von Amerika in Vorbereitung auf anstehende Spiele gegen die U-15-Jungen-Akademiemannschaft des FC Dallas. Die Frauen verloren mit 5:2.

Es gibt somit durchaus biologische Gründe, an einer Geschlechtertrennung im Sport festzuhalten, aber wenn es auch nur eine Frau gibt, die alle Männer in einer Sportart schlagen kann, sollte sie die Möglichkeit dazu bekommen. Wie wäre es jedoch mit dieser Lösung: Es gibt eine Kategorie, in der sich alle Menschen messen können und eine Kategorie, an der nur Frauen teilnehmen dürfen. Die Definition von Frau ist dabei eine rein biologische: Wer zwei X-Chromosomen hat, ist berechtigt, in der Kategorie „Frauen“ anzutreten, niemand sonst.

Dies gilt natürlich auch für alle Personen mit zwei X-Chromosomen, die sich als Mann definieren oder juristisch als Mann registriert und anerkannt sind. Jeder Mann, jede Frau, alle Nichtbinären und Transsexuellen, alle Menschen mit zwei X-Chromosomen sind berechtigt, in der Kategorie „Frauen“ anzutreten, wie zum Beispiel Quinn.

Quinn spielt Fußball für die kanadische Nationalmannschaft der Frauen, definiert sich selbst als nichtbinär und tritt dennoch in der Frauenklasse an, weil dort das biologische Geschlecht ausschlaggebend ist.

Wenn das biologische Geschlecht ausschlaggebend ist, darf Laurel Hubbard nicht in der Frauenklasse starten und das ist vielleicht auch richtig so, denn ist nicht wirklich sportlich fair, wenn ein biologisch männlicher Mensch, der mehrere Jahrzehnte lang alle männlichen Vorzüge und Privilegien hatte, gegen einen biologisch weiblichen Menschen antritt.

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„Es erinnert uns an Gaza-Streifen“

Mit diesen Worten hat die Landeskorrespondentin des Deutschlandsradios für Rheinland-Pfalz, Anke Petermann, über das vom Hochwasser zerstörte Ahrtal gesprochen: „Es erinnert uns an Gaza-Streifen“

Sehr geehrte Frau Petermann,

was genau hat Sie an den Gaza-Streifen erinnert? Können Sie das etwas präzisieren?

Ist das Ahrtal etwa „judenrein“, wie der Gaza-Streifen?

Herrscht im Ahrtal eine Regierung, die in ihrer Gründungscharta die Vernichtung des ganzen jüdischen Volks fordert, wie im Gaza-Streifen?

Wehen im Ahrtal Hakenkreuzfahnen, wie im Gaza-Streifen?

Werden die Kinder im Ahrtal zum Judenhass erzogen, wie im Gaza-Streifen?

Nutzt das Ahrtal die Aufbaugelder, um davon Raketen zu bauen, die dann auf das benachbarte Land geworfen werden, wie der Gaza-Streifen?

Was genau erinnert Sie an den Gaza-Streifen, wenn Sie im Ahrtal sind?

Oder sind Sie etwa mit einer Zeitreisemaschine ins Ahrtal des Jahres 1942 geflogen?

Mit fragenden Grüßen, Gerd Buurmann

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Kennen Sie Saeid Mollaei?

„Danke an Israel für die gute Energie. Diese Medaille ist auch Israel gewidmet. Ich hoffe, die Israelis sind mit diesem Sieg zufrieden. Toda!“

Toda ist hebräisch für Danke.

Mit diesen Worten bedankte sich Saeid Mollaei in einem Gespräch mit dem israelischen Sender Kan 11 News bei Israel.

Saeid Mollaei ist ein Judoka, der im Jahr 2019 die mongolische Staatsbürgerschaft annahm und im Jahr 2021 die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio für die Mongolei holte. Er wurde am 5. Januar 1992 in Teheran geboren und ist somit eigentlich Iraner. Er kehrte dem iranischen Regime jedoch den Rücken, weil er sich weigerte, Israel zu hassen.

Als er im Jahr 2019 bei der Judoweltmeisterschaft in Tokio teilnahm, erhielt er Anrufe vom iranischen Sportministerium. Ihm wurde mit deutlichen Worten klar gemacht, dass er unter keinen Umständen mit einem Israeli auf die Matte gehen dürfe. Das iranische Sportministerium drohte sowohl ihm als auch seiner Familie deutliche Konsequenzen an, sollte er sich nicht absichtlich aus dem Wettbewerb zurückzuziehen, für den Fall, dass er auf einen Israeli treffen würde.

Als sich das Turnier dergestalt entwickelte, dass er im Finale auf den israelischen Judoka Sagi Muki getroffen wäre, für den Fall, dass er im Halbfinale den Belgier Matthias Casse geschlagen hätte, wurde er vom iranischen Regime unmissverständlich aufgefordert, den Kampf im Halbfinale zu verweigern. Er widersetzte sich jedoch und trat an.

Im Halbfinale unterlag er schließlich, so dass der Belgier im Finale auf den Israeli traf, der den Wettkampf dann für Israel gewann. Nach dem Finale gratulierte Saeid Mollaei dem siegreichen Israeli auf Instagram. Somit machte er endgültig klar, dass er sich nicht nur dem staatlich geforderten Hass widersetzte, sondern sich aktiv dem Frieden verpflichtete.

Für den Iran war diese Friedfertigkeit zu viel. Daher musste Saeid Mollaei nach dem Turnier aus dem Iran flüchten. Der Iran wurde daraufhin sofort vom Judo-Weltverband suspendiert und im Oktober 2019 schließlich dauerhaft von allen internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen, wegen Verstoßes gegen den Ethik-Code und gegen die Olympische Charta.

Nach der Judoweltmeisterschaft setzte sich Saeid Mollaei nach Deutschland ab und erhielt im Jahr 2019 auf Veranlassung des mongolischen Staatspräsidenten und früheren nationalen Judoverbandsvorsitzenden Chaltmaagiin Battulga die mongolische Staatsangehörigkeit. Seitdem tritt er für die Mongolei an und holte 2021 bei den Olympischen Spielen in Tokio die Silbermedaille und widmete sie Israel.

Was für ein Zeichen des Friedens. Frieden ist möglich. Saeid Mollaei ist bereit. Sagi Muki ist bereit. Israel ist bereit. Jetzt muss nur noch das iranische Regime seinen Hass aufgeben.

Als sich vor einigen Jahrzehnten Deutschland dem Hass unterwarf und alle Bürgerinnen und Bürger aufforderte, Juden zu hassen, da kehrten unter anderem Albert Einstein, Thomas Mann und Marlene Dietrich diesem Deutschland den Rücken. Albert Einstein gab 1933 seinen deutschen Pass ab. Thomas Mann verließ im selben Jahr das Land. Am 9. Juni 1939 gab Marlene Dietrich den deutschen Pass ab, wurde Amerikanerin und unterstütze die USA aktiv im Krieg gegen Deutschland. Sie alle waren Deutsche und dennoch stellten sie sich in Zeiten des deutschen Hass‘ gegen ihre Heimat.

Saeid Mollaei hat im Jahr 2021 ähnlich gehandelt. Er hat sich gegen den Hass seiner Heimat gestellt.

Marlene Dietrich, Albert Einstein, Thomas Mann und Saeid Mollaei, das sind Namen von Heldinnen und Helden.

Photo von Amir Hosseini

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Der 26. Juli 1184 war ein richtiger Scheißtag

Das Jahr 1184 fing recht großartig an, sollte sich aber im wahrsten Sinne des Wortes als Scheißjahr erweisen.

Im Jahr 1184 war Friedrich I. Barbarossa Kaiser und hielt im Mai des Jahres den Mainzer Hoftag. Aufgrund der laut Chroniken 20.000 Besucherinnen und Besucher entwickelte sich diese Veranstaltung zu einem kulturellen Höhepunkt der ritterlichen Lebensweise.

Der Hoftag war lange im Voraus angekündigt worden, so dass sich unter den zahlreichen Gästen auch Engländer, Franzosen, Italiener, Spanier und Gäste vom Balkan befanden. Dem rotbärtigen Staufer Barbarossa gelang es mit diesem Hoftag, seine Macht deutlich zu untermauern.

Für den Hoftag wurde eigens eine Stadt aus Holzbauten und Zelten errichtet. In ihrer Mitte wurden der Palast des Kaisers und eine Kirche erbaut. Hier beförderte Barbarossa seine beiden Söhne Heinrich und Friedrich zu Rittern. Die Kaisersöhne machten darauf den anwesenden Rittern und Spielleuten Geschenke in Form von Pferden, kostbaren Kleidern, Gold und Silber. Viele anwesende Fürsten wollten da nicht hintenanstehen und machten ebenfalls üppige Geschenke. Es wurden Reitturniere veranstaltet, Schilder geschwungen, Lanzen gezeigt und Banner präsentiert. Es war ein großes Fest. Dann aber bekam das Jahr den ersten Dämpfer.

In der folgenden Woche sollten weitere Kampfspiele stattfinden, aber ein Unwetter ließ mehrere Zelte und die Holzkirche einstürzen. Die Chronik von St. Peter zu Erfurt berichtet:

„Der Kaiser feierte Pfingsten mit den Fürsten des gesammten Reiches sehr glänzend zu Mainz, wo auch zwei seiner Söhne, nämlich Konrad, welchen er zum Herzog von Schwaben gemacht, und Heinrich, welchem die Regierung des Reiches zugedacht war, durch die ritterlichen Gelübde verpflichtet wurden. Daselbst war auch der vorgenannte Herzog Heinrich, dessen sich Konrad, der Erzbischof von Mainz, annahm, erlangte aber Nichts von der kaiserlichen Gnade. Ebenda begab sich durch einen unglücklichen Zufall ein sehr merkwürdiges Ereignis. Eine mit ungemeiner Pracht aus Holz errichtete Kapelle, in welcher eben am hohen Pfingstfeste die heiligen Geheimnisse gefeiert worden waren, stürzte vor Sonnenuntergang infolge eines plötzlichen Sturmwindes ganz ein und erschlug Einige vom Volke, welche darin waren.“

Die Chronik fährt fort:

„Nach beendeter Feier schickte der Kaiser seinen Sohn, den König Heinrich, mit einem Heere nach Polen, Konrad aber den Herzog von Schwaben zugleich mit Philipp von Köln und vielen Anderen gegen den König von Frankreich. Der Kölner aber rückte, ohne zu warten, bis die Seinigen vollzählig beisammen waren, auf das Gebiet von Frankreich ein, und mußte nicht ohne Verlust an Leuten zurückweichen. König Heinrich kam auf dem Zuge gegen Polen nach Erfurt und fand daselbst Konrad von Mainz in heftigem Streit mit dem Landgrafen Lodewig ob des dem Bisthum zugefügten Schadens.“

Dieses Treffen am 26. Juli sollte dafür sorgen, dass das Jahr zum echten Scheißjahr wurde.

An diesem Tag saß Heinrich mit etlichen Fürsten und Bischöfe im oberen Stockwerk der Dompropstei des Marienstiftes zu Rat. Für so viele Gäste war das alte Gebäude nicht errichtet worden und so geschah es, dass der morsche Boden unter der Last der vielen Menschen zusammenbrach. Fürste und Bischöfe stürzten in die Tiefe. Im ersten Geschoss hielt der Boden dem plötzlichen Aufprall der Würden- und Amtsträger nicht stand und zerbrach ebenfalls. So fielen die Menschen noch tiefer und zwar in die darunter liegende Scheißegrube. Viele fanden dabei den Tod. Sie erstickten im Kot. Die Chronik berichtet:

„Als er (Heinrich), bemüht den Frieden zwischen denselben herzustellen, von Vielen umgeben in einer Oberstube zu Rath saß, brach plötzlich das Gebäude zusammen und viele stürzten in die darunter befindliche Abtrittsgrube, deren einige mit Mühe gerettet wurden, während andere im Morast erstickten.“

Zum Zeitpunkt des Unglücks saß König Heinrich selbst in einer gemauerten Fensternische der steinernen Außenwand. Er wurde mit Hilfe von Leitern in Sicherheit gebracht. Einige Namen der Opfer des Unglücks werden in der Chronik namentlich genannt:

„Daselbst starben: Friderich, Graf von Abinberc, Heinrich, ein Graf aus Thüringen, Gozmar, ein hessischer Graf, Friderich, Graf von Kirchberg, Burchard von Wartburg und Andere geringeren Namens am 26. Juli eines kläglichen Todes.“

Somit war das Jahr zum Scheissjahr geworden. Als König Heinrich dann auch noch in Halle mit großen Glockenklang empfangen wollte, rissen die Stricke. Die Chronik berichtet:

„Der König kam, um, wie er beschlossen, gegen Polen zu ziehen, nach Halle, wo, als man ihn mit dem gebührenden Geleite einholte, plötzlich die Glocken verstummten, da die Stricke zerrissen.“

Als wäre das Jahr nicht schon beschissen genug gewesen, starb am 15. November die zweite Ehefrau von Barbarossa, Kaiserin Beatrix von Burgund. Die Chronik berichtet:

„Die Kaiserin Beatrix stirbt zugleich mit ihrem Töchterchen, welches, obgleich sehr klein, doch mit dem Sohne des Königs von Ungarn verlobt war, und wird zu Speyer begraben.“

Das war auch so eine beschissene Selbstverständlichkeit der damaligen Zeit. Bereits als Säugling wurde Beatrix‘ Tochter Agnes mit dem zehn-jährigen Emmerich verlobt. Da sie starb, ehelichte er später Konstanze von Aragón. Im Jahr 1196 wurde er König von Ungarn und Kroatien werden. Nach seinem Tod heiratete seine Witwe Friedrich II. Er ist der Sohn von König Heinrich VI., der im Jahr 1184 nur knapp dem Scheissetod entkommen war.

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Nena hat die Schnauze voll

„Wir Menschen sind liebende und soziale Wesen, das ist unser Ursprung, und daran scheinen sich viele jetzt wieder zu erinnern. Sparflamme reicht in diesen Zeiten nicht. Wir brauchen jetzt unsere volle Strahlkraft. Liebe und Licht sind die stärksten Kräfte. Und wir haben sie alle in uns. Wenn wir uns darauf besinnen und jeder von uns bereit ist, Licht und Liebe in die Welt zu schicken, finden wir auch in unser Vertrauen, alles schaffen zu können und nutzen genau jetzt die Möglichkeit, unser Zusammenleben auf diesem Planeten ganz neu zu gestalten, zum Wohle aller Beteiligten. Lasst uns gemeinsam singen, tanzen und lachen und das Leben feiern. Ich freue mich auf Euch!“

Mit diesen Worten lud Nena am 25. Juli 2021 zu einem Konzert „Am Flughafen“ in Berlin-Schönefeld. Während der Show kam es zu einem Eklat zwischen der Sängerin und den Verantwortlichen zur Einhaltung des Hygienekonzepts. Daraufhin erklärte Nena, sie habe „die Schnauze voll davon“. Entweder solle man ihr den Strom abstellen oder sie mit Polizeigewalt von der Bühne zerren:

„Mir wird gedroht, dass sie die Show abbrechen, weil Ihr nicht in Eure Boxen geht. Ich überlasse es in Eure Verantwortung, ob Ihr das tut oder nicht. Das darf jeder frei entscheiden, genauso wie jeder frei entscheiden darf, ob er sich impfen lässt oder nicht. Bei mir ist jeder willkommen. Okay?

Und das Ganze wird hier politisiert und das ist einfach vollkommen ätzend, weil, wie gesagt, gestern war Christopher Street Day und es war völlig okay, dass 80.000 Leute eng aneinander auf der Straße waren. Also schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter. I don’t give a fuck! Ich hab die Schnauze voll davon!

Ich hab letztes Jahr Autokinokonzerte gespielt, damit wir irgendwie bisschen Kontakt haben. Ihr durftet weder die Fenster runtermachen, noch durftet ihr singen, noch irgendein Scheiss. Die Frage ist nicht, was wir dürfen. Die Frage ist, was wir mit uns machen lassen.

Und ich gebe es jetzt in Eure Verantwortung, Leute, ich gebe es wirklich ab, weil das ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir leben in einer echt krassen Zeit und es geht um die komplette Eigenverantwortung, die jeder für sich tragen muss.

Und ich bleibe hier, wie versprochen. Ihr habt ein Ticket gekauft, wir wollen miteinander sein. Ihr müsst es selbst entscheiden, Leute. Und bis hier nicht die Polizei mich von der Bühne holt oder der Strom abgestellt wird, mach ich halt einfach weiter.“

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