Dirks Corona Logbuch #4

Dirk Gebhardt ist einer der hinreißendsten und komischsten Menschen, die ich kenne. Am 27. März 2021 fiel bei ihm ein Corona-Schnelltest positiv aus. Für Tapfer im Nirgendwo schreibt er nun sein Corona-Logbuch. Klicken Sie hier für Teil 3.

Logbuch einer Erkrankung – Sternzeit 080432,7

Wie zuletzt berichtet wollte das Gesundheitsamt meine Kontaktpersonen benannt bekommen. Dafür verwies man mich auf die Seite www.rhein-sieg-kreis.de. Dort kann man dann auf „Kontaktpersonen melden“ gehen und los geht es. Erst muss man versichern, nicht zu lügen und auch die Datenschutzhinweise zu lesen.

Dann erst muss man versichern, getestet worden zu sein. Dann möchte der Kreis Daten von mir als Erkranktem und zwar Name, Adresse, Telefonnummer und Geschlecht, (ja, divers ist eine wählbare Option).

Nachdem man das angegeben hat, fragt das Formular noch viele andere Dinge ab.

Danach wird man nach den Kontaktpersonen befragt. Es wird von mir verlangt, die folgenden Felder auszufüllen:

Und noch diese Informationen:

Ich verstehe ja das Ansinnen des Gesundheitsamts, dass die Kontaktpersonen identifiziert werden müssen, aber dass das alles Pflichtfelder sind, das wundert mich doch sehr. Ich weiß doch die Privatadresse meiner Arbeitskolleg*innen gar nicht. Das geht mich auch nichts an. Habe ich überhaupt die Befugnis, diese Daten zu erheben und rauszugeben?

Kurz frage ich mich, ob ich jetzt spontan Außendienstmitarbeiter beim Einwohnermeldeamt geworden bin. Verlangen die tatsächlich von mir, diese Daten zu erheben? Das kann ja nicht sein. Aber wenn ich nicht alle Pflichtfelder ausfülle, lässt mich das Formular nicht weiter machen. Also entweder ein vollständiger Datensatz oder es geht nicht weiter. Da bin ich als alter Datenschutzfreund doch einigermaßen verwundert.

Fragen wir doch mal beim mir als Ansprechpartner genannten Bürgertelefon nach. Die werden es ja wissen, denke ich mir.

Erster Anruf am 31.03.2021 15:00 Uhr: „Leider sind alle Mitarbeiter im Gespräch – bitte rufen Sie später wieder an.“

Zweiter Anruf, auch 31.03.2021 16:15 Uhr: „Leider sind alle Mitarbeiter im Gespräch – bitte rufen Sie später wieder an.“

Die Anrufe drei bis vierundzwanzig (Sie ahnen es sicher bereits): „Leider sind alle Mitarbeiter im Gespräch – bitte rufen Sie später wieder an.“

Osterpause.  Wenn der Herr am Kreuz sterben und wiederauferstehen kann, wird sich die Pandemie ja bitte auch mal zurückhalten können. Es wird erstmal nicht gearbeitet, am Bürgertelefon!

Anrufe 25 – 36 verliefen bislang nicht anders als zuvor. Oh doch, am Donnerstag wechselte die Ansage zu: „Leider sind alle Mitarbeiter im Gespräch. Sie finden viele Informationen auch auf der Seite des Rhein Sieg Kreises.“ (Wir erinnern uns, dort wurden die Fragen aufgeworfen, die ich gerne beantwortet haben wollte.)

Mittlerweile habe ich ein bisschen das Gefühl, dass mir der berühmte Passierschein A38 fehlt und ich stelle mir vor, dass im Bürgertelefon lediglich zwei stattliche Damen sitzen, Gisela und Barbara, die erstmal genüsslich ein Stück Bienenstich verspeisen und auf das klingelnde Telefon mit folgendem Satz reagieren: „Gisela, wir sind in einer Pandemie und nicht auf der Flucht! Der Bienenstich geht bitte vor!“

Ich bin frustriert.

Fortsetzung folgt!

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Schnee im April

Ein neues Lied von Viktoria Burkert.

Wie jedes Jahr in der Winterzeit waren wir wie Kinder freudig bereit und dachten: Morgen früh, wenn wir aufstehn werden wir Schnee sehn.

Unsere Hoffnung war niemals inkonsequent, denn die Wetter-App sagte: 100% – ein Winterwunderland wird entstehn, ihr werdet alle staunen und Schnee sehn.

Dann wird alles auf einmal anders erscheinen, weiß und klar, dann könnt ihr aufhörn zu weinen, eure Sorgen vergessen, eure Not, eure Angst vor dem Nichts und dem Tod, dann wird das Leben ein Tanz mit dem Schneemann, der Schneefrau, der/dem Schneediversen, doch nichts passierte, die Hoffnung in Scherben, kein Schnee am Morgen, alles nur grau und kalt, und die Gewissheit: Wir sind keine Kinder mehr, wir sind müde und alt.

Wir löschten diese Wetter-App ohne Sinn, weil irgendwo muss die Wut ja hin.

Doch dann kam der Frühling, die Magnolienblüte und wir vergaßen die Morgen-schneit-es-Lüge, Ende März – wir saßen abends im Grünen, jemand trug FlipFlops, guck mal, zwei Bienen, es duftete nach Sommer, nach gegrillten Tieren, endlich ist es warm, wir müssen nicht mehr frieren.

Doch dann heute morgen, April Tag Sieben, ein Wintereinbruch hat den Frühling vertrieben, alles ist weiß, Schnee ist weiß, rieselt leis und ich weiß …

Ich will jetzt keinen Schnee mehr, die Chance ist vorbei, im Winter macht Schnee Sinn, im Frühling nicht mehr, das Glück ist unkittbar entzwei. Wir haben so lange gewartet und gehofft, endlich Schnee zu sehn, jetzt ist es zu spät, jetzt ist es zu spät, wobei irgendwie ist das auch schön.

Lied und Text: Viktoria Burkert * Kamera: Gerd Buurmann * Schneeaufnahmen: Mel * Copyright: Viktoria Burkert

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Eine kleine Frage in dieser Zeit

Stell’ Dir vor, ich hätte einen COVID-19 Test gemacht und der Befund wäre negativ. Jetzt stehe ich vor Dir und sage Dir, dass ich COVID-19 negativ bin. Ich sage Dir aber auch, dass ich Dir den Befund nicht zeigen möchte, weil ich nicht in einer Welt leben möchte, in der ich beweisen muss, dass ich ungefährlich bin. Würdest Du mir glauben? Würdest Du mich rein lassen? Vertraust Du mir?

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Wofür bist Du bereit, die Waffe zu ziehen?


Jede staatliche Forderung wird durch Gewalt erzwungen. Hinter jedem Gesetz befindet sich die Staatsgewalt. Am logischen Ende jeder staatlichen Verordnung befindet sich eine Waffe. Nur, weil man die Waffe nicht sieht, heißt es nicht, dass es die Waffe nicht gibt.

Bei jedem Gesetz sollte man sich daher fragen: Bin ich bereit, selbst dafür die Waffe zu ziehen und andere zu zwingen? Man sollte einem Staat nur das Recht geben, jene Gewalt auszuüben, zu der man auch persönlich bereit ist.

Wenn ich mir heute die deutsche Gesetzgebung anschaue, sehe ich sehr viele Gesetze, wo ich nicht bereit bin, jemandem dafür eine Knarre an den Kopf zu halten. Ich verstehe nicht, warum ich meinen Mitmenschen mit Waffengewalt vorschreiben soll, wann sie ihren Laden zu schließen haben, an welchen Tagen sie zu ruhen haben, welche religiösen Steuern sie zu entrichten haben, welchen Preis sie für ihre Ware zu nehmen haben, was sie sagen dürfen, welche Impfungen sie nehmen sollen und welche Fernsehsender sie zu finanzieren haben. In all diesen Fällen plädiere ich für deutlich mehr staatlichen Pazifismus.

Alle Gesetze werden mit Gewalt exekutiert. Es gibt jedoch viele Menschen, die diese Gewalt einfach leugnen. „Das Ladenschlussgesetz wird doch nicht mit Waffengewalt durchgesetzt“, sagen sie. Natürlich wird es das. Jedes Gesetz wird mit Waffengewalt durchgesetzt. Auch die Grenzen des Landes werden mit Waffengewalt verteidigt, auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die schockiert sind, wenn man sie daran erinnert.

Wer sich nicht an ein Gesetz hält, bekommt am Anfang vielleicht nur ein Bußgeld, aber wenn er sich verweigert, die Strafe zu zahlen, kommt irgendwann ein Mensch mit einer Waffe, der einen letztendlich vor einen Richter führt, der ihn in letzter Konsequenz in den Knast stecken kann. Am Ende jeder staatlichen Forderung steht die Waffe und am Anfang jedes Steaks befindet sich das Töten eines Tieres. Wenn man mich daher fragt, wie es möglich ist, dass ein Staat die Macht missbrauchen und zur Tyrannei werden kann, so lautet meine Antwort: Schlachthöfe!

Wer Fleisch essen möchte, muss bereit sein, das Tier zu töten, dessen Fleisch er konsumieren möchte. Es ist jedoch heute so, dass die deutliche Mehrheit aller Menschen, die Fleisch konsumieren, noch nie ein Tier mit den eigenen Händen getötet hat. Mit dem Delegieren des Akts der Tötung, hat sich der Mensch, der Fleisch isst, der Verantwortung entledigt, sich mit dem notwendigen Töten auseinanderzusetzen. Heute kann der Mensch Steaks essen und Burger grillen, ohne eigenhändig zu töten.

Die Grausamkeit des Tötens ist für den Konsumenten von heute entkoppelt von dem Produkt, das er genießt. Der Akt des Tötens ist nicht mehr in seinem Bewusstsein. Heute können Menschen Fleisch essen, ohne die Schreie der Tiere zu hören, ohne gespürt zu haben, wie das Wesen, das sie sich einverleiben, sein Leben ausgehaucht hat. Der Akt des Tötens wurde in die Anonymität der Schlachthöfe verbannt. Genau dort konnte das Schlachten jedoch eine besondere Grausamkeit entwickeln.

Wenn ein Mensch ein Tier tötet, wenn er diesen Akt selbst vollführt, muss er seine Tat moralisch rechtfertigen. Niemand tötet leichtfertig. Durch das eigene Handeln entsteht eine persönliche moralische Sphäre. Bei dem eigenhändigen Töten eines Tieres bekommt die Tat eine besondere Eindringlichkeit und es entsteht eine gewisse Ehrfurcht vor dem Tier. Wenn ein Mensch die Sphäre des Tötens verlässt, aber weiterhin Fleisch isst, verlässt er damit die Sphäre der Moral. Zurück bleibt ein Ort des Schreckens, an dem anonym und in Masse geschlachtet wird.

Viele Menschen wollen Fleisch essen, aber die meisten davon wollen nicht mehr selber töten. Menschen wollen in Sicherheit leben, aber nicht mehr selbst die Grenzen errichten und verteidigen, in denen sie sicher leben können. Menschen wollen Gerechtigkeit, sind aber blind gegenüber der Gewalt, die notwendig ist, um diese Gerechtigkeit zu schaffen.

Moral ist dort, wo der Mensch Gewalt ausübt. Je mehr der Mensch die Gewalt aus den Augen verliert, die für seine Art zu leben notwendig ist, umso mehr kann sie eskalieren.

Wer die Gewalt aus seinem Bewusstsein verbannt hat, ist schockiert, wenn er mit ihr konfrontiert wird. Wer kann schon die Grausamkeit der Schlachthöfe ertragen? Die Grausamkeit der Schlachthöfe wird jedoch nicht dadurch beendet, dass wir die Schlachthöfe kritisieren, sondern indem wir wieder selber mehr Verantwortung übernehmen für den notwendigen Akt der Gewalt, wenn wir Fleisch essen wollen. Wir müssen uns mit der Notwendigkeit des Tötens auseinandersetzen, wenn wir Fleisch essen wollen. 

Ebenso müssen wir uns mit all der Gewalt auseinandersetzen, die von den Organen unseres Staates ausgeübt wird, um unsere Sicherheit zu garantieren und zu verteidigen. Wenn wir diese Gewalt ignorieren, wenn wir sie so weit von uns weg delegieren, dass wir sie aus den Augen verlieren und vergessen, dann kann die Gewalt in der Anonymität des Staates wuchern.

Wenn Gewalt ausgeübt wird, darf diese Gewalt nicht verleugnet werden. Sie muss stets begründet werden.

In Schlachthöfen wurde das Töten von Tieren brutalisiert, weil man die eigene Verantwortung abgegeben hat. Ebenso kann die Staatsgewalt sich brutalisieren, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihre eigene Verantwortung abgeben, leugnen oder vergessen.

Wofür bist du bereit, die Waffe zu ziehen? Für einen Mindestlohn? Für gendergerechte Sprache? Für ein Kopftuchverbot? Für ARD und ZDF? Für ein Tanzverbot an Karfreitag? Für ein Verbot von Abtreibung? Für einen Impfzwang? Für eine Maskenpflicht? Für ein Löschen von Texten im Internet?

Was immer Du vom Staat verlangst, es ist das, was der Fleischesser vom Schlachter verlangt.

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Ein Jahr Corona – Die Zahlen

Tapfer im Nirgendwo präsentiert die Zahlen vom 30. März 2021.

Es gab in Deutschland bis zum 30. März 2021 weit über 300.000 Corona-Infektionen in dieser Altersgruppe.

Es gab in Deutschland bis zum 30. März 2021 über 1 Millionen gemeldete Corona-Infektionen bei Menschen unter 35 Jahren, die überlebt haben.

Es gab in Deutschland bis zum 30. März 2021 über 2 Millionen gemeldete Corona-Infektionen bei Menschen unter 60 Jahren, die überlebt haben.

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Then I’ll just unfriend you!

If the rules of a group in regard to your association with a specific political party require you to unfriend yourself, then you should leave that group, no matter where you stand!

It’s irrelevant which party that may be. It’s simply not advisable to befriend anyone who feels it’s acceptable to engage in moral blackmail. I have friends of many different political persuasions.

I am friends with people who vote left and right. I count both voters of the Repubicans and voters of the Democrats among my friends. I myself have never voted for either party.

There are some people I call friends out of love and respect, even if some of them support Biden or Trump.

I love my friends, that’s why they’re my friends!

When my friends vote for parties that I disagree with, I make it clear to myself that I detest these parties based on my personal knowledge and perspective.

If a friend whom I hold in high esteem and respect votes for a party that is strange to me, it may be that I’m perhaps too biased against that party and fail to see what my friend sees. Considering my friends are good people I can assume – to a certain extent – there must be some good aspect about that party. I take it that my friends are not stupid, ignorant, deluded, or evil.

I can openly ask certain friends why they vote for a certain party and then listen without interruption and lecturing. If I can’t do that, then I change the subject. After all, we’re friends and we certainly have a lot of common interests other than politics.

I also don’t constantly hound my friends with articles, jokes, and documentaries via emails or messages promoting my positions and criticizing theirs.

Do you know people who only contact you to show you how funny and clever someone else has taken your position apart? Just ask them this: „When was the last time you called and asked how I’m doing?“

Friends are not there to be made submissive. Friends are there to share a part of life with, to laugh and cry with, and perhaps even learn something from.

It’s great when friends have a different opinion. With affection I see that an enemy doesn’t have to be an enemy, but can potentially be a friend.

Now I hear some people say, „And what about the Nazis?“ My response: I don’t know of any of my friends who vote for Nazis, none are Stalinists and none are gay-bashing Islamists. My friends are decent people.

People who make their friendships dependent on how you feel about current affairs can’t be real friends because they put their ideological preferences above their human affections. Politics is not life. Politics is only a tiny part of life.

If supposed friends only contact you to degrade your political views, if they are constantly trying to convert and teach you, if they haven’t asked you for a long time how you are, but all the more often criticize what you say about this, and list this and that transgression committed by „your party“ and if these „friends“ then also publicly announce in social networks what they think of people like you, then accommodate them!

Just unfriend yourself. Do them that last favor!

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Liebeslied in drei Minuten

Tapfer im Nirgendwo präsentiert „Liebeslied in drei Minuten“ von Viktoria Burkert.

Ich beneide alle, die das können, die Lyrik so dicht und die sich nicht verrennen. Wo die Reime immer passen, die zum Beispiel nicht „können“ auf „rennen“ reimen, weil „können“ und „rennen“ haben nichts gemeinsam. Außer, dass man wegrennt, wenn man nicht mehr kann, oder eigentlich kann man, aber man rennt trotzdem weg, weil man in der Kindheit, in der Kindheit, oh immer in der Kindheit, gelernt hat, dass man besser nicht bleibt. Wir haben nicht mehr viel Zeit.

Das ist mein Liebeslied in drei Minuten. Schreiben ist einfach, hat Ernest Hemingway mal gesagt, man muss sich einfach nur hinsetzen und bluten, bluten und bluten. Ich blute nicht mehr, die Wunden sind alle verheilt, dank dir, ohne dich wär ich nicht hier.

Ich beneide alle, die das wirklich können, Gitarre spielen und singen. Dieses Lied hat nur drei Akkorde und ich klinge wie ein Muppet auf Koks, und ich muss auch gleich los.

Das war mein Liebeslied in drei Minuten, von zu viel Emotionen krieg ich Nasenbluten, und dann hätte Ernest Hemingway am Ende doch noch Recht gehabt, darum sage ich nur danke und gute Nacht, gute Nacht, danke und gute Nacht.

Musik und Text: Viktoria Burkert * Kamera: Gerd Buurmann * Copyright: Viktoria Burkert

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(TINVB)

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Dirks Corona Logbuch #3

Dirk Gebhardt ist einer der hinreißendsten und komischsten Menschen, die ich kenne. Am 27. März 2021 fiel bei ihm ein Corona-Schnelltest positiv aus. Für Tapfer im Nirgendwo schreibt er nun sein Corona-Logbuch. Klicken Sie hier für Teil 2.

(Foto: Tom Wolff)

Logbuch einer Erkrankung – Sternzeit 310321.8

Sapperlot und da brat‘ mir doch einer nen Storch, heute ging es wirklich rund. Alle Namen sind natürlich von mir geändert.

Um halb 9 klingelt das Telefon. 

Ich (noch im Halbschlaf): „Ja? Gebhardt“

Anruferin: „Ja, Meyer-Giesebrecht hier, vom Ordnungsamt Sankt Augustin. Spreche ich mit Herrn Gebhardt?“

Ich: „Ja, schon. Warum?“

Anruferin: „Ja, also es ist folgendermaßen. Das Gesundheitsamt hat uns informiert, dass Sie positiv sind. Wir konnten aber keinen Briefkasten an Ihrer Adresse ermitteln.“

Ich: „Als ich vorgestern zuletzt geschaut habe, war er noch da. Waren Sie denn auch hinter dem Haus? Das Vorderhaus ist die 46, das Hinterhaus ist die 46a!“

Anruferin: „Oh, tatsächlich? Dann schicke ich heute noch mal jemanden raus, für die Quarantäneverfügung“

Ich: „Ja, aber wenn Sie meinen Briefkasten finden wollen, müssen Sie die Einfahrt der Tanzschule nehmen und dann am Ende rechts auf den Parkplatz. Nur als Tipp!“

Anruferin: „Dankeschön und gute Besserung“

Kurzer Check der Corona-Warnapp: „Ihr Testergebnis liegt noch nicht vor!“

Gut, dass mich mein Hausarzt gestern telefonisch über mein Ergebnis informiert hat. Diese App ist ja wirklich das Allerletzte! Übrigens ist laut Warnapp bei mir auch noch alles im grünen Bereich. Irgendwer gehört doch dafür gehörig ausgepeitscht!

Da ich schon ziemlich müde und erschöpft bin, überlege ich mir noch ein bisschen zu schlafen.

Elf Uhr klingelt mich das Gesundheitsamt wach.

Gesundheitsamt: „Lieselotte Daubenschneider vom Gesundheitsamt. Sie sind uns gemeldet worden. Sie sind also positiv?“

Ich: „Ja, so sagen es zumindest beide Tests und der Husten und die anderen Symptome sind auch ein ziemliches Indiz, wenn Sie mich fragen.“

Gesundheitsamt: „Ja, also dann müssen Sie jetzt zu Hause bleiben. Wohnen Sie alleine?“

Ich: „Ja“

Gesundheitsamt: „Werden Sie denn versorgt?“

Ich: „Ja, ich habe viele Freunde die mir Hilfe angeboten haben!“

Gesundheitsamt: „Dann gehen Sie jetzt bitte heute noch im Laufe des Tages auf die Seite des Gesundheitsamtes und geben Ihre Kontaktpersonen an.“

Ich: „Ich habe alle meine Kontaktpersonen schon informiert. Sie wollten das ja nicht wissen, ohne PCR Bestätigung!“

Gesundheitsamt: „Ja, aber jetzt müssen wir das wissen.“

Ich: „Gut, mache ich später.“

Gesundheitsamt: „Ja, dann gute Besserung!“

Ich: „Dankeschön.“

Dann werde ich also später auf der Seite des Gesundheitsamtes die gewünschten Daten eingeben; wird ja wohl nicht so schwer sein.

Fortsetzung folgt! Für Teil 4 klicken Sie hier.

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(TINDG)

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Wer blickt noch durch?

Blickt überhaupt noch irgendwer durch die aktuellen Regelungen zur Bekämpfung des Coronavirus‘ durch oder muss man dafür studiert haben? Apropos studieren, am 29. März 2021 schrieb eine Studentin der Universität zu Köln eine Mail mit dem Betreff „Verlängerung Bibliotheksausweis“ an die Kölner Universitätsbibliothek:

„Da die Stadt Köln den Notbremsen-Lockdown am 29. März vollzogen hat, sind Bibliotheken auch wieder geschlossen, oder? Ist daher das Ausstellen eines neuen Bibliothekausweises auch online möglich? Meine Daten haben sich nicht verändert, ich müsste nur lediglich von kostenfrei auf kostenpflichtig umgestellt werden. Vielen Dank und Ihnen alles Gute.“

Die Antwort kam prompt:

„Wir sind keine Bibliothek der Stadt Köln, sondern gehören zur Universität zu Köln. Somit sind wir von der Regelung der Stadt Köln nicht betroffen. Die Umstellung kann nicht digital vollzogen werden, sondern muss vor Ort erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre USB Köln“

Was genau bedeutet diese Antwort? Gelten die Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung in Köln nur für Einrichtungen der Stadt Köln? Ich bin verwirrt. Kann ich als Theaterbetreiber auch so argumentieren wie die Universitätsbibliothek? Kann ich mein Theater mit folgender Begründung wieder öffnen:

„Wir sind kein Theater der Stadt Köln, somit sind wir von der Regelung der Stadt Köln nicht betroffen.

Tatsächlich unterscheidet sich die Öffnungspolitik der Universitätsbibliothek von der Stadtbibliothek. Auf der Homepage der Stadtbibliothek steht, dass die Einrichtung geschlossen ist:

„Alle Einrichtungen der Stadtbibliothek sind aufgrund behördlicher Vorgaben zur Zeit geschlossen.“

Auf der Seite der Universitätsbibliothek steht, dass die Einrichtung geöffnet ist:

„USB-Hauptabteilung: Mo-Fr, 9-20 Uhr und Sa, 9-15 Uhr. Höchstens 50 Personen dürfen sich gleichzeitig im Gebäude befinden.“

Ich wiederhole daher meine Frage: Blickt überhaupt noch irgendwer durch die aktuellen Regelungen zur Bekämpfung des Coronavirus‘ durch?

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Dirks Corona Logbuch #2

Dirk Gebhardt ist einer der hinreißendsten und komischsten Menschen, die ich kenne. Am 27. März 2021 fiel bei ihm ein Corona-Schnelltest positiv aus. Für Tapfer im Nirgendwo schreibt er nun sein Corona-Logbuch. Klicken Sie hier für Teil 1.

(Foto: Tom Wolff)

Logbuch einer Erkrankung – Sternzeit 270321.9

Ich komme also erschöpft und verunsichert zu Hause an. Was ist jetzt eigentlich zu tun? Das Testergebnis sagt: „Melden Sie sich sofort beim Gesundheitsamt“.

Zu Befehl also. An den Rechner gesetzt und die Nummer des örtlichen Gesundheitsamtes gegoogelt. Leider ist da am Wochenende niemand. So eine Pandemie kann sich ja bitte auch an die Bürozeiten des Gesundheitsamtes halten. Wo kämen wir denn da hin?

Okay, denke ich, es ist ja wichtig, dass die Kontaktpersonen benannt werden. Wenn ich die Chose mit dem exponentiellen Wachstum richtig verstanden habe, ist Zeit ein total wichtiger Faktor. Je schneller sich die Kontakte auch isolieren, desto weniger problematisch ist meine Erkrankung für den Pandemieverlauf.

Also will ich digital meine Kontaktpersonen melden. Auf der Seite des Gesundheitsamtes werde ich aber sofort aufgefordert, an Eides statt zu erklären, dass ich auch einen PCR-Test habe machen lassen. Egal, ob ich Symptome und einen positiven Test habe, man will meine Kontaktpersonen erst nach dem PCR-Test.

Okay, denke ich. Wo kriege ich jetzt am Samstag einen PCR-Test her? Google hilft nicht, verweist mich aber auf die Nummer 116117 – den ärztlichen Notdienst. Die werden mir sicher helfen können. Also rufe ich dort an:

Bandansage: „Guten Tag bei 116117. Wenn Sie Informationen zu Coronaimpfungen benötigen, drücken Sie die 1, wenn Sie einen Facharzt oder Psychotherapeuten benötigen, drücken Sie die 2, wenn Sie …“

Die Bandansage zählt mir fünf Themen auf, aus denen ich eins wähle, das mir am geeignetsten scheint.

Bandansage: „Sie haben 3 gewählt. Beachten Sie, dass wir Ihre Daten gemäß DSGVO verarbeiten. Weitere Informationen unter …“

Ich denke, na, das ist ja sicher wichtig mit dem Datenschutz an dieser Stelle, schön, dass ich ausführlich erklärt bekomme, wo ich das finde. Die Bandansage fährt danach fort, wir sind in Minute drei des Anrufs, mit: „Wenn Sie eine lebensbedrohliche Situation haben, rufen Sie die 112 an.“

Das trifft ja mein Komikzentrum. Man muss sich durch ein komplettes Menü quälen und dann die Datenschutzbelehrung hören und dann kommt der Hinweis: „bei lebensbedrohlichen Themen, Notruf wählen“. Da meine Situation ja nur indirekt lebensbedrohlich ist, bleibe ich dran.

Bandansage: „Bitte beachten Sie, dass wir, anders als in den Medien berichtet wird, keine Testtermine vermitteln können.“

Dann bin ich mal gespannt, wie gut man mir gleich helfen kann.

Bandansage: „Impftermine können Sie unter der folgenden Telefonnummer vereinbaren 0800 …“

Nach nur weiteren zwanzig Minuten Warteschleife, in denen mich die Bandansage ununterbrochen beruhigt und sagt, dass der nächste Mitarbeiter nun aber wirklich für mich reserviert sei und ich bitte nicht auflegen soll, denn sonst lande ich wieder hinten in der Warteschlange, begrüßt mich eine freundliche Frauenstimme. Weil ich mir den Namen nicht gemerkt habe, nenne ich Sie einfach mal Frau Müller. Das folgende Gespräch will ich nun für den geneigten Leser wiedergeben:

Frau Müller: „Guten Tag, mein Name ist Frau Müller, was kann ich für Sie tun?“

Ich: „Ja, Gebhardt mein Name. Ich weiß nicht, ob ich jetzt bei Ihnen richtig bin, aber ich habe gerade einen positiven Schnelltest gemacht in einem Testzentrum und habe Symptome. Leider ist das Gesundheitsamt ja zu und ich weiß nicht genau, was ich jetzt machen soll, weil ich ja keinen PCR-Test gemacht habe und nicht weiß, wo ich jetzt in Sankt Augustin einen machen kann.“

Frau Müller: „Ja, also mit Tests kenne ich mich jetzt auch nicht sooo gut aus. Aber es ist so, dass Sie für den PCR Test eine Überweisung benötigen. Wenn den jetzt überhaupt ein Notdienst machen würde. Dann müssen Sie selbst zahlen sonst.“

Ich: „Ja aber ich bin doch krankenversichert, reicht das nicht?“

Frau Müller: „Ja aber Sie benötigen trotzdem eine Überweisung!“

Ich: „Naja, ich will ja nichts falsch machen und ja möglichst schnell auch die Leute schützen, mit denen ich Kontakt habe, aber das Gesundheitsamt fordert ja die Bestätigung per PCR“

Frau Müller: „Ja, das stimmt. Naja, es ist halt Wochenende. Am Besten ist, Sie wenden sich am Montag an Ihren Hausarzt. Der macht dann den Abstrich oder überweist Sie weiter.“

Ich „Ja, aber geht da nicht viel Zeit verloren? Ich mein, exponentielles Wachstum und so? Bin ja kein Fachmann. Und nicht, dass es nachher heißt: Hätten Sie früher mal.“

Frau Müller: „Herr Gebhardt, ich höre ja, dass Sie husten. Ich kann Ihnen natürlich jetzt keine Quarantäne verordnen, aber vielleicht sollten Sie sich bis Montag isolieren, so gut es geht. Und dann mit dem Hausarzt sprechen.“

Ich: „Ja, das mache ich. Und dann?“

Frau Müller: „Wenn Sie dann die Bestätigung haben, können Sie sich ja ans Gesundheitsamt wenden. Die machen dann alles weitere mit Ihnen. Mehr kann ich Ihnen jetzt auch nicht sagen.“

Ich: „Geht da jetzt nicht viel Zeit verloren?“

Frau Müller: „Es ist halt Wochenende.“

Ich: „Muss ich sonst noch etwas wissen?“

Frau Müller: „Achten Sie auf die Symptome und wenn es lebensbedrohlich wird …“

Ich: „Ja, ich weiß, dann ruf ich die 112! Vielen Dank Frau Müller. Auf Wiederhören!“

Frau Müller: „Auf Wiederhören, und gute Besserung.“

Tja, für alle, die sich fragen, warum wir so semi-gut durch die Krise kommen, hier vielleicht eine Vermutung: Vielleicht ist es nicht die allerklügste Entscheidung, in der größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg nicht einmal eine vernünftige Hotline im Gesundheitsamt parat zu haben.

Jetzt gehen mindestens vier Tage ins Land, bis das Gesundheitsamt etwas macht. Klar, im Vergleich zu Berliner Flughafenprojekten ist das schon noch relativ flott, aber da wächst ja auch nichts exponentiell.

Ich habe jetzt versucht, alle mit denen ich in den letzten Tagen persönlichen Kontakt hatte zu informieren, damit sie sich schon mal darauf vorbereiten können und gegebenenfalls erste Maßnahmen treffen können.

Fortsetzung folgt! Für Teil 3 klicken Sie hier.

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