Das Auswärtige Amt dreht an der Gewaltspirale

Was würden Sie denken, wenn bei einer Geiselnahme, bei der schon einige Geiseln erschossen wurden, die gerufene Polizei erklärt, beide Seiten, also auch die Geiselnehmer, sollten nicht an der Spirale der Gewalt drehen? Was würden Sie sagen, wenn deutsche Politiker beide Seiten dazu aufrufen, besonnen zu handeln? Wie würden Sie reagieren, wenn die Bundesregierung beide Seiten bittet, alles dafür zu tun, dass die Situation nicht eskaliert? Was würden Sie davon halten, wenn ein Versuch der Geiseln, sich zu befreien, von Teilen der Medien kritisiert wird als ein „Öl ins Feuer“ gießen und ein „Drehen an der Gewaltspirale“?

Das Auswärtige Amt hat genau das bereits mehrmals getan!

Bei einem Sprengstoffanschlag am 23. August 2019 in der Nähe von Ramallah wurde eine minderjährige Jugendliche ermordet. Erst vor ein paar Tagen hatte sie ihren siebzehnten Geburtstag gefeiert. Ihr Vater und ihr zwei Jahre ältere Bruder wurden bei dem Anschlag schwer verletzt. Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas lobte den Anschlag in einer Stellungnahme. Auf den Straßen Gazas wurde der Tod des Mädchens gefeiert. Zu diesem Anschlag erklärte das Auswärtige Amt:

„Der heutige Anschlag auf drei Israelis, einem Vater mit zwei Kindern, im Westjordanland macht uns tief betroffen. Der Familie gilt unsere aufrichtige Anteilnahme, wir wünschen den Verletzten eine rasche Genesung.

Wir verurteilen solche Gewaltakte genau wie Anstiftung dazu oder Rechtfertigung derselben mit allem Nachdruck. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass die Spirale aus Gewalt und Hass überwunden wird und die Perspektive einer Zwei-Staaten-Lösung, die allen Israelis und Palästinensern ein Leben in Frieden und Sicherheit ermöglicht, erhalten bleibt.“

Welche „Spirale der Gewalt“ meint das Auswärtige Amt? Israel feiert das Leben, in Gaza jedoch wird der Tod gefeiert!

Die Gründugscharta der Hamas fordert in Artikel 7 die Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes weltweit und erklärt in Artikel 13 den ewigen Krieg gegen Israel bis zu der totalen Vernichtung. Auch bei Jahrestagen der Fatah wird die Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes gepredigt, während Abbas Judenmörder zu „heldenhaften Märtyrern“. Diese Terroristen hassen an Juden, dass sie leben, dass es sie gibt. Das Einzige, was diese Juden tun können, um die „Spirale der Gewalt“ zu überwinden, ist schlicht und ergreifend, nicht mehr zu existieren.

Fordert das Auswärtige Amt Juden etwa auf, nicht mehr zu existieren?

Natürlich eskaliert der Konflikt im Nahen Osten. Aber das liegt daran, dass sich Juden seit 1948 als Soldaten eines eigenen Landes gegen die Vernichtung wehren können. Aufgrund dieser Möglichkeit der militärischen Verteidigung eskaliert die Auseinandersetzung. Eine Situation eskaliert immer erst dann für beide Seiten eskaliert, wenn sich die eine Seite wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden.

Am 9. Januar 2018 wurde der Rabbiner und freiwilliger Mitarbeiter der humanitären Hilfsorganisation „Roter Davidstern“, Raziel Shevach, in der Nähe von Nablus in seinem Wagen während der Fahrt von einem Terroristen aus einem vorbeifahrenden Auto erschossen. Er erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen und hinterließ eine Frau und sechs Kinder, von denen das jüngste erst zehn Monate alt war. Das Auswärtige Amt Deutschlands erklärte damals zu diesem Anschlag:

„Der tödliche Anschlag gestern auf einen Bewohner eines israelischen Siedlungsaußenpostens im Westjordanland bestürzt uns sehr. Wir verurteilen diesen hinterhältigen Mord auf das Schärfste. Der Familie und den Angehörigen des Opfers gilt unser tiefstes Mitgefühl. Diejenigen, die dafür Verantwortung tragen oder diesen Anschlag begrüßen, schüren die Gewalt, die eine Lösung des Nahostkonflikts auf dem Verhandlungsweg erschwert. Wir erwarten, dass alle Seiten aktiv zur Deeskalation beitragen.“

Deeskalieren heißt für Israel, aufhören, sich zu verteidigen. Solange ein Mörder eine Knarre an den Kopf einer Geisel hält, kritisiert man nicht die Geisel, egal, was sie getan hat. Selbst wenn eine Geisel selbst ein Vergehen begangen hat, ist im Moment ihrer Geiselnahme nur der Geiselnehmer zu kritisieren! Wer möchte, dass eine Geisel kritisiert wird, muss erst mal für ihre Sicherheit sorgen und erreichen, dass die geladene Pistole von ihrem Kopf verschwindet. Für Israel gilt das selbe Prinzip. Wer möchte, dass Israel kritisiert wird, muss erst mal dafür sorgen, dass die Vernichtungsdrohungen aufhören und vor allem die immer wieder daraus resultierenden Angriffe, Anschläge, Bombardements und Morde.

Das Auswärtige Amt rief damals tatsächlich „alle Seiten“ und somit auch ausdrücklich die Seite des Opfers auf, „aktiv zur Deeskaltation“ beizutragen. Vermutlich hätte das Amt im Jahre 1944 auch die Aufständischen im Warschauer Ghetto dazu aufgerufen, aktiv zur Deeskalation beizutragen.

Ruft das Auswärtige Amt Israel dazu auf, nicht mehr zu existieren?

Nach einem feigen Terroranschlag klingt eine angemessene Stellungnahme so:

Wir verurteilen die Terroranschläge gegen Juden und Israelis. Diejenigen, die den Anschlag ausgeführt haben, müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Wir fordern sämtliche arabischen Regierungen in der Region auf, die Terroranschläge zu verurteilen, sie zu bekämpfen und die israelische Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft anzunehmen, um in gegenseitiger Hilfe mit dem selbstständigen jüdischen Volk einen Beitrag bei den Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten. Jede Unterstützung des Terroranschlags ist ein Terroranschlag. Jede Relativierung des Terroranschlags ist eine Relativierung von mörderischem Judenhass. Wir erwarten von den arabischen Regierungen, alles zu tun, um gegen diesen Hass vorzugehen.

Es war dem Auswärtigen Amt nicht möglich, diese klaren und notwendigen Worte zu formulieren. Stattdessen fabuliert es bei Terroranschlägen gegen israelische Bürgerinnen und Bürger von einer Gewaltspirale und ruft Israel zur Deeskalation auf. Solche Stellungnahmen (und die Tatsache, dass Deutschland den Terror finanziert, wie sie hier lesen können,) lassen nur einen Schluss zu:

Das Auswärtige Amt dreht an der Gewaltspirale!

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Die Spirale der Gewalt

Eine notwendige Medienanalyse von Sandra Kreisler.

Vor kurzem las ich eine Meldung auf ORF.online mit der Überschrift: „Israels Armee erschießt vier Palästinenser“. Im Fließtext, wenn man sich denn die Mühe machte, die Überschrift anzuklicken, erfuhr man, dass vier Männer – mit Granatwerfern, einer Panzerfaust, Handgranaten und Schnellfeuergewehren bewaffnet – sich angeschickt hatten, den Grenzzaun bei Gaza zu überwinden, um zu den nur wenige hundert Meter entfernten Israelischen Dörfern zu gelangen, aber nach einem Schusswechsel mit einigen Grenzsoldaten getötet worden waren.

Obwohl, nein, so genau erfuhr man das nicht.

Wie viele Waffen die Männer bei sich hatten, und dass dem Ereignis ein Schusswechsel vorausging – das las ich dann in Israelischen Medien, zusammen mit Fotos der mitgetragenen Ansammlung von Waffen, die in etwa ein ganzes Schaufenster hätte füllen können.

Denselben einseitig formulierten Artikel brachten auch in Deutschland mehrere Zeitungen, und es stellte heraus, dass diese Medien eine Meldung eines Nachrichtenpools unbearbeitet gedruckt hatten.

So etwas geschieht regelmäßig. Dpa, dpd, apa, AP, AFP und diverse andere vor-ort Redakteure schreiben eine Meldung, diese wird dann ohne Überprüfung wörtlich von anderen Medien übernommen, und der Medienkonsument glaubt dann, die Süddeutsche, die FAZ, die Zeit oder sonst ein Medium drucke hier gut recherchierte Wahrheiten.

Wollte man die schiere Menge der zumindest mangelhaften, meist sogar nachweislich tendenziös formulierten Artikel über Geschehnisse in Israel seitens der deutschen und österreichischen Medienlandschaft aufzählen, hätte man über Stunden zu tun. Bereits 2014 schrieb der renommierte Publizist Matti Friedmann einen vielgelesenen Bericht über die gewollt einseitige Berichterstattung von Nachrichtenagenturen, im Speziellen jene der AP. Und auf die Entgegnung des Direktors dieser Nachrichtenagentur bestätigte ein anderer hochrenommierter (übrigens nichtjüdischer) Reporter die Anschuldigungen. Geändert hat sich seither nichts.

Sowohl dpa als auch dpd wurden wegen ihrer einseitigen Meldungen aus der Nahostregion schon von Kollegen beim Deutschen Presserat angezeigt, allein: auch dessen Mitarbeitende haben weder das Wissen noch das Wollen, um die schiefe, oft antisemitisch konnotierte Berichterstattung zu erkennen, trotz der Berge von Beweisen, die vorgelegt worden waren. Ebenso, wie der online Redakteur von FAZ.net auf Facebook partout nicht verstehen wollte, dass „Die Armee“ gegen „vier Palästinenser“ eine zumindest unfaire Sprachwahl ist, weil es nicht eine ganze Truppe, sondern einzelne Grenzschützer waren, die von den Terroristen angegriffen wurden.

Journalisten, angeblich doch sprachgeübt, sind urplötzlich blind, wenn man sie auf die Wirkung ihrer Wortwahl anspricht. Selbst wenn es Sprachwissenschaftler tun; es ändert sich nichts.

Noch weniger sind Journalisten offenbar in der Lage, selbst auch nur die geringsten historischen oder politischen Zusammenhänge zu recherchieren: Sie glauben wirklich, dass Palästinenser ein uraltes Volk sind, sie glauben wirklich, Palästina sei ein arabisches Land gewesen und habe allein die Grenzen des heutigen Israel umfasst. Diese eklatanten Bildungslücken sind erzeugt, sie sind bequem, und: sie sind antisemitisch.

Struktureller Israelhass

Medien werden von Menschen gemacht, die nun mal eben eine Meldung reinbekommen, die ebenfalls von Menschen geschrieben wird, und in der das steht, was diese Menschen gewöhnt sind zu hören. Keiner hält sich für antisemitisch, weil bekanntlich nicht sein kann was nicht sein darf.

Der Teppich der Vorurteile, geknüpft aus Halbwissen, verdeckter Schuldabkehr und Gewohnheitsdenken legt sich schwer über alles, und genau das ist es, was strukturell bedeutet: Man erkennt es nicht mehr, weil jeder Komplize ist und jeder Unschuldig. Irgendwann packt nun mal praktisch jeder in seinen geistigen Wahrheitskoffer, was wieder und wieder gehört wurde: „Nach dem Essen soll man nicht schwimmen gehen. Katzen und Igeln muss man Milch geben. Juden sind reich und haben Macht. Israel ist böse, rassistisch und hat Palästina von den Arabern gestohlen.“

Die Korrespondenten in Israel und den Gebieten sprechen zudem selbst meist weder hebräisch noch arabisch. Sie haben ihre Reiseleiter, Arabisch-Dolmetscher und andere Einflüsterer, die meist schon seit Jahren in Amt und Würden der jeweiligen Redaktion sind, und die ihre eigene Agenda verfolgen. Und wenn dann der Herr Kleber vom ZDF zum Beispiel etwas über die Wassersituation in den umstrittenen Gebieten machen möchte, dann weiß er natürlich schon von vornherein, was er sagen möchte. Er hat es ja schon oft genug so gesagt – also überprüft er nicht, woher der „Experte“ kommt, der geliefert wurde, so lange er die vorgefasste Meinung auch bestätigt. Wenn eine vorgefasste Meinung mal nicht bestätigt wird, ist der Teufel los.

So hört man dann hierzulande auch immer denselben Topfen, Entschuldigung, Quark. Ganz egal wie oft und wie klar wissenschaftliche Untersuchungen und historische Fakten belegen, dass ein Gros der deutschsprachigen Medien unsauber berichtet – die Mär vom bösen Israel bleibt in der Welt und wird von den Medien weiter bedient.

Ein Österreichischer Auslandskorrespondent, der sich über Jahre hinweg als mein Freund bezeichnete, kündigte mir die Freundschaft, als ich es wagte, ihn öffentlich auf seine einseitigen Israel-Berichte – bei klarer Benennung der Fakten, die er ausließ! – anzusprechen. Wie gesagt: weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Diese Medienvertreter sind vermutlich nicht alle einfach böse. Aber sie haben nun mal die Mehrheit im Rücken, was gut für die Karriere und das Gehalt ist. Und bei ihrer Einschätzung der Lage (denn es ist bestenfalls eine Schätzung, von Wissen, ja auch nur Ahnung weit entfernt) hilft ihnen, dass sie wie alle Deutschen und Österreicher seit Jahr und Tag eine zunehmende Delegetimierung Israels erlebt haben: In den 70er und 80er Jahren, hatte das Fernsehen, wenn etwas über Israel gesagt wurde, noch stets die gesamte Karte der Region eingeblendet – wo die Größenverhältnisse deutlich zu sehen waren. Aber schleichend, unmerklich – und dadurch wirksam – änderte sich das. Heutzutage wird nur noch Israel selbst einblendet, mit den typischen „Bissspuren im Kuchenstück“ der Palästinensergebiete. So wird suggeriert, dass Israel in diesem Konflikt ein größeres Land sei, das dem „armen kleinen Palästina“ nichts gönne – der gierige Jud. Auch das Wort der „Besatzung“, gerne auch für das längst „judenreine“ Gaza verwendet, hatte ziemlich Inflation in den letzten Jahrzehnten, ebenso wie heute Privatpersonen gerne „Siedler“ sind, weil die, das wurde längst etabliert, sind ja eigentlich wie eine böse und landgierige Armee.

Kaum einer reagiert auf Faktenaufzählung mit einem: „Ach, das muss ich noch mal überprüfen“ – es kommt vielmehr: „Das ist eine Lüge!“ oder „Wie kannst Du es wagen…!“ und alle suhlen sich weiter in ihrem eingespeichelten Gedankenbrei. Denn nichts ist schlimmer, als wenn die eigene geistige Ordnung und Denkgewohnheit in Frage gestellt wird.

Wenn aber nach mehrfachem, auch wissenschaftlich erwiesenem Hinweis auf diese Einseitigkeit partout weder Aufmerksamkeit dafür noch ein Ansatz von Unrechtsbewusstsein entstehen will, bleibt unsereins nichts übrig, als irgendwann Absicht für diese Spirale zu unterstellen. Und zwar antisemitische Absicht.

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(TINSAK)

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Schlagzeilen à la Deutschlandfunk

Nachdem der Deutschlandfunk eindrucksvoll gezeigt hatte, wie man Schlagzeilen mit klarer Schlagseite verfasst, kreierte Tapfer im Nirgendwo ebenfalls ein paar Schlagzeilen zu bekannten Ereignissen. Dies brachte einen Leser dazu, ebenfalls ein paar Schlagzeilen mit Schlagseite zu verfassen.

Mir haben diese Schlagzeilen mit Schlagseite so gut gefallen, dass ich beschlossen habe, hier auf Tapfer im Nirgendwo nun die besten Schlagzeilen à la Deutschlandfunk zu veröffentlichen. Senden Sie mir gerne auch Ihre Vorschläge!

Schlagzeilen à la Deutschlandfunk:

Deutschlandfunk über den Aufstand im Warschauer Ghetto:

Polen – Über hundert Deutsche in Warschau von jüdischen Truppen getötet.

Deutschlandfunk über den Kniefall von Willy Brandt:

Warschau – Deutscher Bundeskanzler geht vor jüdischem Militarismus in die Knie. Keine Kritik in Richtung der jüdischen Truppen.

Deutschlandfunk über Kennedys Rede „Ich bin ein Berliner“:

Berlin – US-Präsident täuscht deutsche Öffentlichkeit über seine Herkunft.

Deutschlandfunk über den Sieg Muhammad Alis 1966:

Frankfurt – Karl Mildenberger neuer Vizeweltmeister im Schwergewicht.

Deutschlandfunk über den Mauerfall 1989:

Ost-Berlin – Vertreter der DDR-Grenztruppen zeigen sich besorgt über neueste Entwicklung. Tausenden Mitarbeitern drohen betriebsbedingte Kündigungen.

Deutschlandfunk über den 11. September 2001:

New York – Zehn politische Aktivisten sterben bei Protesten am World Trade Center.

Deutschlandfunk über die Mondlandung:

USA – Bruch des Völkerrechts? USA marschieren auf dem Mond ein!

Deutschlandfunk über den Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Gleiwitz – Deutschland öffnet Grenze zu Polen. Nationalisten in Polen sind empört.

Deutschlandfunk über den Anschlag auf Charlie Hebdo 2015:

Paris – Wie weit darf Provokation gehen? Mohammed-Karikaturen fordern erste Todesopfer.

Deutschlandfunk über die Kölner Silvesternacht:

Köln – Kopftuch und Armlänge. Was Frauen demnächst beachten müssen.

Deutschlandfunk über den Tod des Attentäters vom Berliner Weihnachtsmarkt:

Mailand – Italienische Polizei erschießt ausländischen Fahrer bei einfacher Verkehrskontrolle.

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Welche Partei kämpfte in den USA vorwiegend für das Frauenwahlrecht?

Vor kurzem feierte Tapfer im Nirgendwo 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland. Nächstes Jahr feiern auch die Vereinigten Staaten von Amerika 100 Jahre Frauenwahlrecht.

Im Jahr 1920 wurde der 19. Verfassungszusatz der Vereinigten Staaten von Amerika ratifiziert, in dem das Frauenwahlrecht festgesetzt wurde. Welche Partei hat sich für das Frauenwahlrecht stark gemacht und welche Partei hat mehrheitlich dagegen gestimmt, die Republikaner oder die Demokraten?

Die Antwort fügt sich in die Geschichte der Demokraten und der Republikaner ein.

Im 19. Jahrhundert kämpften die Demokraten für den Erhalt der Sklaverei, während sich die Republikaner unter Abraham Lincoln massiv für die Abschaffung der Sklaverei einsetzten. Über diese grundlegende Angelegenheit der Freiheit und des Menschenrechts wurde sogar ein Bürgerkrieg geführt.

Die ersten schwarzen Abgeordneten der USA waren allesamt Republikaner: Hiram Revels, Benjamin S. Turner, Robert DeLarge, Josiah Walls, Jefferson Long, Joseph Rainey und Robert B. Elliott.

Ja, ehemalige männliche Sklaven durften fünfzig Jahre vor Frauen in den USA wählen und gewählt werden.

Nachdem die Sklaverei abgeschafft war, gründeten sechs Offiziere der unterlegenen Konföderation am 24. Dezember 1865 in Tennessee eine Miliz zur Verfolgung von Schwarzen und Republikanern. Der Name der Miliz ist Ku-Klux-Klan. Die Mitglieder waren Rassisten, Judenhasser und Demokraten wie zum Beispiel George W. Gordon, Edwar D. White, John W. Morton und viele andere. Besonders erwähnenswert ist Robert Byrd. Er war bis 2007 Repräsentant im Senat.

Nur sehr wenige Mitglieder des Ku-Klux-Klans gehörten während ihrer Mitgliedschaft der Republikanischen Partei an. Die zwei eher bekannten Namen sind Clarence Morley und Edward L. Jackson. Beide gerieten dadurch mit ihrer Partei in massiven Konflikt.

Aufgrund des anhaltenden Hasses in den USA setzten sich ab 1877 immer mehr sogenannte Jim Crow Gesetze durch, die in den Südstaaten eine „Rassentrennung“ erzwangen. Sie wurden bis 1965 durchgesetzt. Schwarze und Weiße mussten unterschiedliche öffentliche Toiletten benutzen und Schwarze mussten im Bus hinten sitzen. Das Motto der rassistischen Gesetzgebung lautete: „Gleichberechtigt aber getrennt“.

Die Jim Crow Gesetze wurden von Abgeordneten der Demokraten und in mehrheitlicher Opposition der Republikaner eingeführt.

Auch beim Thema Frauenwahlrecht leistete die Republikanische Partei Pionierarbeit. Sie war die erste große Partei der USA, die sich für gleiche Rechte für Frauen und den Grundsatz der kompletten ökonomischen und gesellschaftlichen Gleichstellung der Frauen einsetzte.

Die Frauenrechtskonvention, die 1848 in Seneca Falls, New York, abgehalten wurde, stellt den Beginn der Frauenwahlbewegung in den Vereinigten Staaten dar. Zwei Jahre später fand in Worcester, Massachusetts, ein landesweites Treffen statt. Die ersten weiblichen Delegierten bei einem Parteitag der Republikaner des Staats Massachusetts waren Lucy Stone und Mary A. Livermore. Im Jahr 1892 sandte Wyoming zwei Frauen zum bundesweiten Parteitag in Minneapolis: Therese A. Jenkins und Cora G. Carleton. Sie waren die ersten Frauen, die in einem republikanischen Nationalkongress saßen. Es war auch der erste Parteitag, an dem eine Frau eine offizielle Rede an die Angeordneten richtete. Ihr Name war J. Ellen Foster, Vorsitzende der Republikanischen Frauenvereinigung der Vereinigten Staaten. Sie erklärte: „Wir sind hier, um zu bleiben!“

Auf Antrag von Susan B. Anthony brachte der republikanische Senator A.A. Sargent aus Kalifornien im Jahr 1878 den 19. Verfassungszusatz ein. Er wurde schnell als Susan B. Anthony-Verfassungszusatz bekannt.

Viermal wurde dieser Verfassungszusatz von einem demokratisch kontrollierten Senat abgelehnt. Als die Republikanische Partei 1919 die Kontrolle über den Kongress zurückerlangte, wurde die Änderung des Wahlrechts noch im selben Jahr verabschiedet.

Als die Änderung den Staaten vorgelegt wurde, ratifizierten 26 der 36 Staaten die Änderung. Von den neun Staaten, die gegen die Ratifizierung stimmten, waren acht demokratisch geführt. Sämtliche zwölf Staaten, die bereits vor der Verfassungsänderung Frauen das volle Wahlrecht eingeräumt hatten, waren republikanisch geführt.

Am 18. August 1920 war Tennessee der 36. und letzte Staat, der per Verfassung zur Einführung des Frauenwahlrechts gezwungen wurde. Der US-Außenminister bestätigte die Änderung am 26. August 1920.

Die erste Frau, die im Senat diente, war zwar Demokratin, aber auch eine überzeugte Rassistin und „white supremacist“, die in ihrem Leben selbst Sklaven gehalten hatte und sich deutlich für Lynchjustiz aussprach. Ihr Name ist Rebecca Latimer Felton. Sie repräsentierte den Staat Georgia im Jahr 1922. Die zweite Frau im Senat war Hattie Wyatt Caraway. Sie wurde zur Senatorin von Arkansas gewählt und kämpfte ebenfalls vehement gegen eine Anti-Lynch-Gesetzesvorlage der Regierung. Sie war ebenfalls Demokratin.

Die erste Frau jedoch, die sowohl in den Senat als auch in den Kongress gewählt wurde, war Republikanerin. Ihr Name ist Margaret Chase Smith. Sie war das erste Mitglied des Kongresses, das die antikommunistische Hexenjagd unter der Führung ihres republikanischen Senators Joseph McCarthy aus Wisconsin verurteilte.

Am 1. Juni 1950 hielt sie im Senat eine Rede, die als „Declaration of Conscience“ bekannt wurde und in der sie erklärte, McCarthyismus habe den Senat auf „die Ebene eines Hass-Forums und des Rufmords herabgestuft“. Sie war der festen Überzeugungen, jede Bürgerin und jeder Bürger habe das „Recht auf Protest“ und ein „Recht auf unabhängiges Denken“. Sie führte aus: „Ich möchte nicht, dass die Republikanische Partei auf den vier Reitern der Schmähung zum politischen Sieg reitet – Angst, Ignoranz, Bigotterie und Verleumdung.“

Die erste Frau, die als Richterin am Obersten Gerichtshof der USA vereidigt wurde und dort von 1981 bis 2006 tätig war, wurde ebenfalls von einem Republikaner vorgeschlagen. Ihr Name ist Sandra Day O’Connor. Der Präsident, der sie vorschlug, war Ronald Reagan.

Ich bin mir sicher, viele hätten nicht gedacht, dass die Geschichte der beiden großen Parteien der Vereinigten Staaten von Amerika so aussieht.

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Goldener Orwell für den Deutschlandfunk

Am 10. August 2019 stürmten vier Angreifer in Uniformen gekleidet auf die israelische Grenze zu. Sie trugen Kriegswaffen bei sich, wie Sturmgewehre, eine Panzerfaust und mehrere Handgranaten. Als israelische Soldaten auf den Angriff reagierten wurde eine Granate auf die Soldaten geworfen. Bei dem Angriff konnten alle vier Angreifer unschädlich gemacht werden. Sie wurden getötet.

Der Deutschlandfunk berichtet über diesen Angriff so:

Vermutlich hätte der Deutschlandfunk über den Aufstand im Warschauer Ghetto wie folgt berichtet:

Polen – Über hundert Deutsche in Warschau von jüdischen Truppen getötet.

Den Kniefall von Willy Brandt würde der Deutschlandfunk heute vermutlich so kommentieren:

Warschau – Deutscher Bundeskanzler geht vor jüdischem Militarismus in die Knie. Keine Kritik in Richtung der jüdischen Truppen.

Ab und zu vergibt Tapfer im Nirgendwo den Goldenen Orwell an sogenannte Qualitätsmedien für „israelkritische“ Berichte, die dem Parteislogan aus George Orwells Roman „1984“ alle Ehre machen: „Krieg ist Frieden!“ Unbedingte Voraussetzung für den Goldenen Orwell war die ideologische Verdrehung einer Nachricht in ihr genaues Gegenteil, zum Wohle des besseren Einfügens in das gefestigte „israelkritische“ Weltbild.

Der Deutschlandfunk hat mit seiner brutalen Schlagzeile diese Ehrung mehr als verdient.

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Der Deutschlandfunk hat seine Schlagzeile erklärt und damit alles noch viel schlimmer gemacht. Die Erklärung finden Sie hier.

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#MyPalestinianSitty

Under this new hashtag, photos and stories of Palestinian grandmothers are published to support US representative Rashida Tlaib, who dropped her plans to visit her grandmother, Sitty Muftiya, in the area west of Jordan in order to boycott Israel.

Tlaib had asked to visit her 90-year-old grandmother after Israel had initially banned her and another Democrat congressman from entering the country. However, when Israel suspended the ban for humanitarian reasons, she changed her mind, saying she didn’t want to be brought to her knees.

Since that decision, images and stories have been shared with the hashtag #MyPalestinianSitty.

When on November 29, 1947, on behalf of the United Nations General Assembly, both the Israeli and the Arab populations were offered the establishment of independent states by a two-thirds majority, the Israeli side accepted the offer, while the Arab side refused an independent country. Instead, a joint war with Egypt, Saudi Arabia, Jordan, Lebanon, Iraq and Syria was launched to destroy the newly founded state of Israel.

This war resulted in two streams of refugees. One stream consisted of 500,000 refugees, the other of 850,000 refugees. Let us first look at the larger group of refugees.

In the course of that war of extermination against Israel – which continues to this day in many Arab states -, 850,000 Jews were expelled from their Arab homelands. They were deprived of their property and citizenships. Since then, several Arab nations have perfected their expulsion policies to such an extent that not a single Jew remains, for example Libya and Algeria.

Compared to 1948, only 0.9% of the Jewish population is currently living in the Arab world. What about Israel? Has the Arab population declined in Israel like the Jewish people in the Arab world? No, the Arab population has almost doubled.

Today there are almost twice as many Arabs living in Israel as in 1948, and are full citizens of a democratic country. Let us therefore take a look at the 500,000 Arab refugees.

When Israel was founded in 1948, the Arab world declared a war of extermination against Israel. In the course of this war, the Arab population was promised a victorious return once the Jewish state was destroyed. 500,000 people left their homeland, although most of them were not forced, at least not by the Israeli side. On the contrary, Israel even offered the Arabs to remain and become full citizens of the new country. 160,000 Arabs accepted the offer.

There are now 1,250,000 Arab Israelis. It’s evident that Arab refugees were in fact emigrants who listened to anti-Jewish propaganda. The word „refugee“ in that context is just a propaganda tool.

Therefore, I’d like to direct a few questions to the Sittys who left Israel: Why did you leave Israel? Did you hope that Israel would be destroyed so that you could return? That hope is not very different from an attitude which was dominant in Germany seventy years ago!

Dear Sittys,

You’re really ideologically not so different from the Nazis, who had declared Jews illegal settlers in Europe.

***
Translation: William Wires
http://www.williamwires.com
http://www.facebook.com/William.Wires.Fine.Art

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#MyPalestinianSitty

Der 17. August 2019 ist der Geburtstag eines neuen Hashtags: #MyPalestinianSitty

Unter diesem Hashtag werden Fotos und Geschichten palästinensischer Großmütter veröffentlicht, um die US-amerikanische Abgeordnete Rashida Tlaib zu unterstützen, die ihren Plan, ihre Großmutter Sitty Muftiya im Gebiet westlich von Jordanien zu besuchen, fallen ließ, um Israel zu boykottieren.

Tlaib hatte zwar um einen Besuch bei ihrer 90-jährigen Großmutter aus humanitären Gründen gebeten, nachdem Israel für sie und eine andere demokratische Kongressabgeordnete ein Einreiseverbot erlassen hatte, als Israel jedoch aus menschlichen Gründen das Verbot aussetzte, änderte sie ihre Meinung mit der Begründung, sie wolle sich von Israel nicht in die Knie zwingen lassen.

Seit dieser Entscheidung werden Bilder und Geschichten mit dem Hashtag #MeinePalästinensischeSitty geteilt.

Als am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, während die arabische Seite die Annahme ihres unabhängigen Landes verweigerte und sich stattdessen zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien an einem gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründeten Israels engagierte.

Im Zuge dieses Krieges kam es zu zwei Flüchtlingsströmen. Der eine Strom bestand aus 500.000 Flüchtlingen, der andere aus 850.000 Flüchtlingen. Schauen wir uns zunächst die größere Flüchtlingsgruppe an.

Im Zuge des bis heute anhaltenden Vernichtungskrieges vieler arabischer Staaten gegen Israel wurden 850.000 Juden aus ihrer arabischen Heimat vertrieben. Ihnen wurden ihr Besitz und ihre Staatsbürgerschaften genommen. Mittlerweile gibt es sogar arabische Nationen, die ihre Vertreibungspolitik derart perfektioniert haben, dass dort kein einziger Jude mehr lebt, zum Beispiel Libyen und Algerien.

Heute leben in der arabischen Welt nur noch 0,9% so viele Juden wie 1948. Wie sieht es in Israel dort? Ist das arabische Volk dort fast völlig verschwunden wie das jüdische Volk in der arabischen Welt? Nein, es hat sich sogar fast verdoppelt.

In Israel leben heute fast doppelt so viele Araber wie 1948 und noch dazu als vollwertige Bürgerinnen und Bürger eines demokratischen Landes. Schauen wir uns daher die 500.000 arabischen Flüchtlinge an.

Als im Jahre 1948 Israel gegründet wurde, erklärte die arabische Welt Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges und im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren, verließen 500.000 Menschen ihre Heimat; und das obwohl die meisten von ihnen nicht dazu gezwungen wurden, jedenfalls nicht von israelischer Seite – im Gegenteil: Israel bot den Arabern sogar an zu bleiben, um vollwertige Bürger des Landes zu werden. 160.000 Araber nahmen dieses Angebot an.

Mittlerweile gibt es 1.250.000 arabische Israelis. Es kann somit ohne Probleme gesagt werden, dass viele arabische Flüchtlinge in Wirklichkeit Auswanderer waren, die auf judenfeindliche Propaganda gehört haben. Das Wort „Flüchtling“ ist in diesem Zusammenhang daher oft ein Kampfbegriff.

Diese Frage geht an alle Sittys, die Israel verließen, obwohl es möglich gewesen wäre, dass sie Bürgerinnen Israels werden: Warum habt Ihr Israel verlassen? Habt Ihr gehofft, Israel möge vernichtet werden, damit Ihr zurückkehren könnt? Diese Hoffnung hat es vor über siebzig Jahren schon mal gegeben: in Deutschland!

Liebe Sittys,

Ihr seid ideologisch nicht weit entfernt von den Nazis, die einst in Europa Juden zu illegalen Siedlern erklärten.

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Wer macht mit?

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Антисемитизм в Германии

Репортаж об антисемитизме в Германии. С 17-ой минуты экспертное мнение Герда Бюрманна (Gerd Buurmann) по данной проблеме.

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Plan B im Klimawandel

Bei der ganzen Debatte um eine mögliche Klimakatastrophe fehlt mir ein Plan für den schlechtesten Fall.

Wir hören es aus allen Ecken der Welt, wenn der Mensch sein Verhalten nicht schleunigst ändert, wird eine Klimakatastrophe stattfinden. Bei solchen düsteren Prognosen ist es geboten, nicht die Hände in den Schoß zu legen. Allerdings muss man sich auch klar machen, dass die kleine Nationen nichts bewirken können, wenn die großen Nationen ihr Verhalten nicht ändern. Es muss daher einen Plan geben für den Fall, dass die großen Nationen es nicht auf die Kette kriegen. Laotse sagte einst:

„Eine Ameise in Bewegung schafft mehr als ein dösender Ochse.“

Was tun, wenn die Ochsen unter den Nationen die Klimarettung verschlafen?

Die Bibel hält eine schöne Geschichte für eine solche Situation bereit. Für Noah war es klar, dass sich die Menschheit nicht mehr bessern würde. Noah wusste, die Flut kommt! Er überlegte daher nicht mehr, wie man die Katastrophe verhindern könne, sondern baute eine Arche. Statt in Resignation zu verfallen, überlegte er sich einen Weg, die Sintflut zu überleben.

Was also ist der Plan für den Fall, dass die Flut der Klimakatastrophe kommt? Hat überhaupt jemand einen Plan für den schlechtesten Fall?

Ja, es gibt ein Land, in dem an einem solchen Plan geschmiedet wird und es ist zufälligerweise genau das Land, in dem die Sprache gesprochen wird, in der die Geschichte von Noah im Original verfasst wurde: Israel.

Israel ist ein sehr kleines Land. Welche Klimaziele sich die großen Nationen auch immer setzen werden, das kleine Land Israel mit seinen gerade mal 8 Millionen Bürgerinnen und Bürgern ist eine Ameise verglichen mit den Ochsen Deutschland (82 Millionen), den USA (323 Millionen), Indien (1,33 Milliarden) und China (1,37 Milliarden). Diese Ochsen können den Wagen der Reduzierung der CO2-Emissionen vielleicht ziehen, aber wenn sie dösen, kann auch eine Ameise nichts machen. Eine Ameise kann keinen Wagen ziehen. Das können nur Ochsen.

Es ist daher irrelevant, ob Israel bei den großen Würfen, Plänen und Entscheidungen der großen Nationen zur Klimarettung mitmacht und was haben sich die Ochsen in den letzten Jahren nicht alles für Ziele gesetzt?

Es ist für Israel jedoch nicht irrelevant, wenn die großen Nationen dösen. Manche dösen nicht nur, sie schlafen felsenfest. Statt sich aber über die Mängel und Fehler der großen Nationen zu beklagen, schaut Israel der Realität ins Auge und arbeitet mit dem, was vorhanden ist. Israel kann nicht darauf hoffen, dass die Ochsen erwachen und die Karre aus dem Schlamm ziehen. Israel kann den Ochsen auch nicht befehlen, den Karren zu ziehen. Die Ochsen ignorieren die Ameise sogar größtenteils. Nicht wenige Ochsen der Welt verbringen ihre Zeit lieber damit, die Ameise bei jeder nächstbesten Gelegenheit zu kritisieren, statt Pläne zu entwickeln, der eigenen Bevölkerung zu helfen.

Es ist bemerkenswert, was die Ameise Israel bisher für die Welt geleistet hat. Israel ist ein Land, in dem heute mehr Bäume stehen als vor hundert Jahren. Das ist geradezu einzigartig. Während sich in der Welt die Wüsten ausbreiten, begrünt Israel die Wüsten. Die Wasserversorgung Israels ist so gut organisiert, dass das Land ohne Regen auskommen könnte. Möglich wird dies durch eine hochentwickelte Technik zur Entsalzung des Meerwassers. Israel transformiert Salzwasser in Trinkwasser, fast so wie ein berühmter Jude vor zweitausend Jahren Wasser in Wein verwandelt hat. Allerdings haben wir es heute nicht mit einem Wunder zu tun, sondern mit israelischer Technologie.

Israel ist die führende Nation im Nutzen von recyceltem Wasser. Israel recycelt ungefähr 80% des benutzen Wassers. Auf dem zweiten Platz liegt Spanien mit einer Wiederverwendung von 17%. Ganze 63% liegen somit zwischen Platz Eins und Platz Zwei. Allein dieser Abstand zeigt, wie führend Israel in den Technologien der Wassergewinnung und der Begrünung von Wüsten ist.

Bei der 23. Weltklimakonferenz in Bonn erklärte die Vorsitzende des „Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung in den von Dürre und/oder Wüstenbildung schwer betroffenen Ländern“, Monique Barbut, dass Israels Technologien Frieden in jene Ecke der Welt bringen können, die seit Jahrzehnten von Krisen und Kriegen geprägt sind.

Barbut betonte, dass ein großer Teil der Flüchtlinge, die in den letzen Jahren nach Europa gezogen sind, Klimaflüchtlinge seien, weil allein in den Jahren von 2006 bis 2010 Syrien die schlimmste Dürreperiode der Region seit der Aufzeichnung des Wetters erleben musste. Sie fragte provokativ in die Bonner Runde:

„Wieviele Flüchtlinge müssen eigentlich noch in Vororte der europäischen Großstädte geschwemmt werden, bis Europa erkennt, dass das Problem vor Ort gelöst werden muss?“

Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist das Klima. Dürren destabilisieren Regionen. Die daraus entstehenden existentiellen Nöte machen Menschen anfällig für Diktaturen, religiöse Fundamentalismen, menschenverachtende Ideologien und Hass. Allerdings können wir nicht hoffen, dass sich das Klima zu unseren Gunsten verändert. Wir können den Dürren und den Wüstenbildungen jedoch etwas entgegensetzen.

Israel ist ein Nachbar von Syrien und somit dem selben Klima unterworfen wie Syrien. Dennoch flüchten keine Massen von Israel nach Europa. Warum? Weil Israel gelernt hat, aus den schweren Vorraussetzungen das Beste zu machen. Statt nach Sündenböcken für die Misere zu suchen und große Erklärungen abzugeben, was in den nächsten zehn Jahren weltweit verändert werden muss, statt auf das Einsehen der großen Ochsen-Länder zu hoffen, hat sich Israel hingesetzt und eine praktische Lösung für das Problem entwickelt.

Israel ist wie Syrien ein Land, das mit extremer Wasserknappheit konfrontiert ist. Israel hat diesen Nachteil jedoch in eine Chance verwandelte und ein technisches Wissen entwickelt, das der Dürre trotzt. So wie Noah eine Arche baute, um dem Wasser zu trotzen, schafft Israel Oasen, um der Dürre zu trotzen. Stellen wir uns nur mal vor, Noah hätte mit den Vereinten Nationen verhandelt und den Erklärungen und Weltrettungsplänen anderer Völker vertraut, statt Holz für die Arche zu sammeln. Eine Taube hätte dieser Noah nicht mehr gebraucht.

Israel kämpft mit seinen selbstentwickelten Technologien erfolgreich gegen die Wüstenbildung in seiner Region. Genau diese Technologien sind für Afrika von immenser Bedeutung. Afrika kennt das Problem der Dürre und seht sich danach, die Probleme so selbstbestimmt meistern zu können wie Israel. Daher waren bei dem International Cooperation Diplomatic Dinner in Bonn besonders viele Ministerinnen und Minister afrikanischer Staaten vertreten, um von dem Wissen Israels zu profitieren, unter anderem Jean Kapata, Ministerin für Ländereien, natürliche Ressourcen und Umweltschutz in Sambia.

Für die Delegationen aus Afrika war klar: Die Technologien Israels helfen den afrikanischen Staaten mehr als manche Entwicklungshilfegelder aus Europa. Sie wissen, wenn sie mit Israel kooperieren, dann können ihre Länder so fruchtbar werden, dass es für die Bürgerinnen und Bürger dieser Länder ebensowenig Gründe zur Flucht gibt wie für die Bürgerinnen und Bürger Israels.

Das Klima ist wie es ist. Israel wird es nicht verändern. Israel kann aber damit leben, wenn die Ochsen dösen. Genau diese Emanzipation von den teilweise überheblichen, teilweise zum Scheitern verurteilten Weltrettungsversuche der großen Nationen ist Hoffnung für die Staaten Afrikas. Sie können von der Ameise Israel lernen, nicht darauf zu hoffen, dass die Ochsen aufwachen und stattdessen in Bewegung kommen, um die Wüsten zu begrünen, das Wasser zu recyceln und all die Technologien zu nutzen, die helfen, nicht mehr abhängig von den Weltrettungsversuchen Europas zu sein, eine Region, die in Afrika eh schon genug Schaden angerichtet hat.

Ich wünsche mir in Europa neben all den lobenswerten Weltrettungsversuchen auch einen Plan für den schlechtesten Fall.

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