Weitere Lach- und Krach-Geschichten vom Spiegel

Da gerade alle über Claas Relotius sprechen, hier mal eine Nachricht, die zeigt, dass nicht nur Relotius Geschichten erzählen kann. Spiegel online haute im September 2016 ernsthaft diese Nachricht raus:

Ein 27-jähriger Palästinenser, der von Israel zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, hat sich im Gefängnis einen runtergeholt, sein Sperma in einer Stifthülle verstaut, diesen Stift dann in einen Schokoriegel gesteckt und den Riegel seinen fünfjähriger Sohn gegeben, als er ihn besuchte. Über den Sohn gelang der Stift in der Süßigkeit an seine Mutter, die damit in eine Klinik ging, um sich dort künstlich befruchten zu lassen und schwanger zu werden.

Sie finden diese Gesichte so lächerlich, dass keine vernünftige Zeitschrift sie drucken würde? Na, dann schauen Sie mal hier:

„Der Spiegel holt sich einen runter“

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Claas Relotius ist ein mutiger und werteorientierter Journalist

Georg Restle ist Leiter und Moderator des ARD-Politmagazins Monitor und ein Meister der Rhetorik. Man kann von ihm einiges lernen, zum Beispiel, dass man den Fall Claas Relotius auch positiv beschreiben kann.

Claas Relotius war fest angestellter Redakteur beim Spiegel. Mehrfach würde er schon ausgezeichnet. Er bekam unter anderem den Peter-Scholl-Latour-Preis, mehrfach den Reporterpreis, den Katholischen Medienpreises und den Konrad-Duden-Journalistenpreis. Er schrieb freiberuflich unter anderem für den Cicero, die FAZ, die NZZ am Sonntag, die Financial Times Deutschland, die taz, die Welt, das SZ-Magazin und die Weltwoche.

Am 19. Dezember 2018 gab der Spiegel bekannt, dass Claas Relotius „in großem Umfang eigene Geschichten manipuliert“ habe. Der Peter-Scholl-Latour-Preis wurde ihm im Zuge des Skandals aberkannt. Die anderen Preise hat er zurückgegeben.

Relotius’ Arbeiten reichen von der Erfindung von Figuren, Szenen und Zitaten bis hin zu komplett erfundenen Geschichten. Am 18. Februar 2017 erschien im Spiegel sein Artikel „Löwenjungen“, für den er lange Gespräche mit einem Jungen in einem kurdischen Hochsicherheitsgefängnis erfand. Für seinen Artikel „In einer kleinen Stadt“ erfand er im März 2017 ein Schild am Ortseingang der amerikanische Kleinstadt Fergus Falls, auf der gestanden haben soll: „Mexicans Keep Out“. Er erfand zudem die Geschichte, Schulkinder würden Donald Trump als Vorbild malen. In der Geschichte „Die letzte Zeugin“ erzählte er von einer Frau auf der Reise als Zeugin zu einer Hinrichtung.

Mit ein wenig Glück wird der Name Claas Relotius bald in einem Atemzug mit Karl May genannt. Die Titel „Löwenjungen“, „In einer kleinen Stadt“ und „Die letzte Zeugin“ klingen jedenfalls schon so wie grandiose Romantitel.

Wir könnten bei all den Geschichten nun von Lügen sprechen, aber Georg Restle hat mir gezeigt, dass man es auch besser formulieren kann. Ich schlage daher folgende Sprachregelung vor:

„Claas Relotius hat sich dem Neutralitätswahn im Journalismus verweigert. Er hat mutig aufgehört, nur abzubilden, was ist. Er hat stattdessen einen werteorientierten Journalismus gepflegt.“

Das ist eine Formulierung der Causa Relotius, mit der ich bei den öffentlich-rechtlichen Wertepflegern bestimmt sehr weit kommen würde. Diese Worte sind nämlich nur eine geringfügige Änderung einer Aussage, die Georg Restle so tatsächlich lange vor dem Bekanntwerden der Erfindungen durch Claas Relotius auf Twitter geschrieben hat.

Ist es verwunderlich, dass Claas Relotius gehandelt hat, wie er gehandelt hat?

In einer Gesellschaft, in der „werteorientierter Journalismus“ von öffentlich-rechtlicher Hand gefördert und gefordert wird, wo sogar Berichte über Judenhass verheimlicht und durch Mitarbeiter des WDR öffentlich diffamiert werden, wenn sie den eigenen Werten nicht entsprechen, (siehe: „Ein beispielloser Skandal“), können uns solche Phänomene wie Claas Relotius nicht verwundern. Er hat lediglich eine Nachfrage bedient.

Viele Journalistinnen und Journalisten stehen unter einem immensen Druck, korrekt orientierten Wertejournalismus zu produzieren, wenn sie im Haifischbecken jenseits des Neutralität überleben wollen. Dieser Druck hat seinen Preis und die Wahrheit stirbt bekanntlich zuerst.

In der Laudatio von Patricia Riekel, ehemalige Chefredakteurin der Bunte, für Claas Relotius anlässlich der Verleihung des Katholischen Medienpreises 2017 durch die Deutsche Bischofskonferenz am 16. Oktober 2017 in Bonn heißt es:

„Manchmal wird man ja gefragt, was man als Erstes tun würde, wenn man Deutschland für einen Tag regieren würde. Ich würde ein Gesetz erlassen, dass die Reportage „Königskinder“ zur Pflichtlektüre für alle Politiker wird. Vielleicht hat sich dann das in meinen Augen beschämende Gerangel um die Obergrenze erledigt.“

Darum geht es. Der Journalismus von heute soll Debatten erledigen, nicht fördern. Claas Relotius wilderte in diesem Umfeld und er ist gewiss nicht der einzige Jäger mit wildem Jägerlatein.

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Die Richtung stimmt

Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich laut WELT-Trend dagegen aus, dass Jerusalem von der Bundesregierung als Hauptstadt Israels anerkannt wird. Insgesamt 64 Prozent der Befragten sind dagegen.

Vor über achtzig Jahren war eine ähnliche Zahl der Deutschen dagegen, dass Juden überhaupt leben. Jetzt stören sie sich nur noch an ihrer Hauptstadt.

Die Richtung stimmt.

Treffen sich ein Jude, ein Christ und ein Moslem.

Christ: Ihr Juden habt Jesus umgebracht!

Jude: Nein, das waren die Muslime.

Moslem: So ein Blödsinn. Vor zweitausend Jahren gab es noch gar keine Muslime.

Christ: Da hat er recht!

Jude: Stimmt. Dann können wir ja jetzt über Jerusalem sprechen!

Jerusalem ist die Hauptstadt Israels und die wichtigste Stadt der Juden. Einer der drei heiligsten Feiertage des Judentums endet mit dem Gebet: „Nächstes Jahr in Jerusalem!“

Das Judentum kennt nur eine heilige Stätte. Es ist der Tempel, der auf dem Tempelberg stand. Dieser Tempelberg befindet sich in Jerusalem. Diese Stadt ist für Juden so heilig wie Mekka für Muslime und der Vatikan für Katholiken. Wer Juden Jerusalem abspricht, muss Muslimen Mekka und Katholiken den Vatikan absprechen.

Im jüdischen Tanach wird das Wort Jerusalem erstmals erwähnt. Die erste Sprache, in der die Stadt beschrieben wurde, ist somit Hebräisch, die Sprache der Juden und neben Arabisch die Nationalsprache Israels.

Jerusalem war die Hauptstadt des Königreichs Israel! Dieses Königreich hat vor dreitausend Jahren existiert. Jerusalem war in der langen Geschichte seiner Existenz lediglich die Hauptstadt von Juden.

Seit über 3000 Jahren leben Juden in Jerusalem. Der Jude Jesus hat hier gepredigt. Juden waren, werden und sind in dieser Stadt niemals illegale Siedler sein, ob nun im Norden, Süden, Westen oder im Osten der Stadt!

Wer Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennt, erkennt lediglich die Fakten an! Wer dies nicht tut, leugnet Fakten und wer Fakten leugnet, ist wahnsinnig. Der Wahnsinn hat Tradition.

Jerusalem war, ist und wird immer die Hauptstadt der Juden bleiben und solange sie die Hauptstadt Israels ist, werden dort Juden, Christen, Muslime und alle anderen Religionen frei ihre Traditionen ausüben können, so wie es die Gesetze Israels vorsehen, die allen Bürgerinnen und Bürgern des Landes die gleichen Rechte garantieren, egal, woran sie glauben, wen sie lieben, wie die aussehen oder was für ein Geschlecht sie haben. Das ist in der Region einzigartig. So einzigartig wie Israel!

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Stimmen zu Tapfer im Nirgendwo

Heute vor zehn Jahren, am 14. Dezember 2008, erschien der erste Artikel von mir auf Tapfer im Nirgendwo. Zum Jubiläum schreibt Vivian Kanner:

„Lieber Gerd, zum 10jährigen wünsche ich dir Mazel Tov und alles Gute weiterhin für deinen Blog. Tapfer im Nirgendwo bist du und sollst es auch weiterhin sein. Wenn es mehr Menschen wie Dich geben würde, wäre unsere Welt ein besserer Ort. Danke für deinen Spirit und deine Kraft. Alles Liebe, Vivian.“

Simon Akstinat von der Jüdischen Rundschau schreibt:

„Es ist nicht alltäglich, dass Printmedien Beiträge von Blogs übernehmen. Bei „Tapfer im Nirgendwo“ von Gerd Buurmann macht man als Zeitungsredakteur jedoch gerne eine Ausnahme. Die ersten fünf Male habe ich noch jedes Detail aus Gerd Buurmanns Artikeln misstrauisch geprüft – denn einige Inhalte hatte ich so noch nirgendwo sonst gelesen. Nach dem sechsten Mal gab ich mein Misstrauen schließlich auf, nachdem ich festgestellt hatte, dass die Artikel des Kölners Autor und Schauspielers auch in kleinsten Details stets faktensicher sind. Er erleichtert mir mit seinen brillanten Artikeln gerade zum Thema Israel und Judentum meine Arbeit und funktioniert fast wie eine kleine Nachrichtenagentur.

Vielen Dank für die tolle Arbeit, und auf die nächsten 10 Jahre Tapfer im Nirgendwo!“

Malca Goldstein-Wolf schreibt:

„Gerd Buurmann kämpft unerschrocken und mutig gegen Unrecht, er hält den Finger in die Wunde, setzt sich Anfeindungen aus und ist immer dann zur Stelle, wenn eine laute Stimme unerlässlich ist. Für uns Juden ist er ein treuer Freund und ein wahrer Glücksfall. Auf die nächsten zehn Jahre, wir lieben Dich!“

Elio Adler von der WerteInitiative schreibt:

„Als ich vor etwa acht Jahren den Blog „Tapfer im Nirgendwo“ entdeckte, konnte ich meinen Augen nicht trauen: Plötzlich gab es eine Website, die ein erfreuliches Gegengewicht zur oft so anti-israelischen Berichterstattung anderer Medien bietet. Die Statements sind erfüllt von pro-jüdiaschen, pro-israelischen und pro-zionistischen Haltungen und sind damit herzerwärmend. Danke, Gerd Buurmann, für Deine Arbeit und Energie!“

Aviel Tromm schreibt:

„Tapfer im Nirgendwo, Tapfer an der Seite des jüdischen Staates und Volkes. Gerd Buurmann zeigt mit Hilfe seines Blogs Missstände, doppelte Standards und Doppelzüngigkeiten auf. Egal ob Rechts, Links, Mitte oder islamischer motivierter Antisemitismus, Buurmann lässt nichts unkommentiert. Natürlich manchmal übermotiviert, doch in Zeiten in denen Antisemitismus normal geworden ist, ist seine Stimme verlässlich und wichtig. Ein wahrer Freund.“

Roger Letsch schreibt:

„Lieber Gerd,

seit zehn Jahren bewundere ich nun schon Deine Arbeit und noch mehr Deine Geduld, mit der Du Dich in Deinen Texten gegen Diskriminierung, Antisemitismus und jede andere Spielart des Rassismus einsetzt. Du bist unser Sisyphos, der unverdrossen immer wieder den Stein der Aufklärung den Berg hinauf rollt, auf dem immer noch dieselben brennenden Fragen stehen. Zum Beispiel die, wo denn geschrieben steht, dass Juden an bestimmten Orten dieser Welt nicht leben dürfen.

Deinen Einsatz in Wort und Bild für die legitimen Interessen Israels, das wir beide lieben, habe ich stets mit besonderer Freude gesehen. Was Du sagst und schreibst, hat stets Hand und Fuß und weil Du ja auch Schauspieler bist, wünsche ich Dir und Deinem Portal Tapfer im Nirgendwo für die nächsten zehn Jahre nicht nur alles Gute, sondern auch Hals und Beinbruch. Ich hoffe, wir treffen uns demnächst mal wieder, vielleicht auf einen Gin-Tonic in Berlin, wie im Oktober. Oder auf ein Goldstar. Nächstes Jahr, in der Hauptstadt Israels, in Jerusalem.“

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Sandra Kreisler über Gerd Buurmann

Heute vor zehn Jahren, am 14. Dezember 2008, erschien der erste Artikel von mir auf Tapfer im Nirgendwo. Zum Jubiläum schreibt Sandra Kreisler:

„Gerd Buurmann und ich sind nicht immer einer Meinung. Bei weitem nicht. Wir sind fast immer einer Meinung, wenn es um Israel geht. Aber sonst – seltener.

Aber genau das ist so ungemein schätzenswert! Dass da jemand ist, der eine starke, fundierte Meinung hat, und sie auch äussert. Nur so macht man sich Gedanken, nur so wird man aufmerksam. Nur so schärft man seine eigene Meinung – oder ändert sie, wenn die Argumente des Anderen schlüssig sind.

Gerd Buurmann ist für mich unverzichtbar. Er ist ein Licht am Ende des Tunnels, wenn der Antisemitismus (vor allem im Gewande der Israelkritik) steigt, er gibt mir die Hoffnung, dass ich nicht allein stehe, und damit die Kraft, um weiter zu kämpfen. Er ist ein intellektueller Sparringpartner, wenn er – in meinen Augen – etwas zu sehr die freie Marktwirtschaft auf Kosten der Armen verteidigt, gegen Urheberrechte auf Kosten der Urheber streitet und so fort. Er ist wichtig und richtig und spannend und klug, nie mit billigen Effekten, nie mit wohlfeilen Argumenten – sondern authentisch, engagiert, wahrhaftig, humorvoll und intelligent. UND zu alledem ist er auch noch ein hinreissender Künstler, überzeugender Schauspieler und engagierter Streiter für Kunst und Kultur.

Ich bin dankbar, dass ich Dich, Gerd, kennenlernen durfte. Du bereicherst mein Leben in so vielen Weisen – und ich hoffe, dass ich Deinen Blog noch viele Jahre lesen darf. Ich danke Dir.“

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Markus Vahlefeld über Tapfer im Nirgendwo

Heute vor zehn Jahren, am 14. Dezember 2008, erschien der erste Artikel von mir auf Tapfer im Nirgendwo. Zum Jubiläum schreibt Markus Vahlefeld:

„Tapfer im Nirgendwo – das klingt nach der kalten Gemütlichkeit, die es nur zwischen allen Stühlen gibt. Dass Gerd Buurmann (mit gesprochenem ü, wie er mich bei unserem letzten Treffen korrigierte), also dass Gerd Buurmann sich mit Verve zwischen alle Stühle setzt, ist zum einen Gerds unerschrockener Divenhaftigkeit geschuldet, die diesen Platz instinktsicher anzusteuern weiß. Es ist aber auch den Stühlen geschuldet, die immer enger zusammenrücken und immer weniger Raum für das Eigene lassen. Diesen Raum nimmt sich Gerd, rückt die Stühle neu, denkt fröhlich drauf los, schreibt es auf, trifft oft den Punkt, und manchmal so gar nicht.

Aber so ist das mit dem denkenden Hans im Glück: sein Weg wird schon der richtige sein, denn einen anderen gibt es gar nicht. Und genau deswegen ist Tapfer im Nirgendwo so wohltuend anders und auch so wichtig im Kanon der veröffentlichten Meinungen. Da versucht einer erst gar nicht, alles zu berücksichtigen und in lahmer Äquidistanz „jeden“ mitzunehmen. Stattdessen bekennt sich der Autor zu seiner radikalen Subjektivität, die nur einer Logik folgt: dem selbständigen Denken. Was dabei herauskommt, ist das Faszinosum, dass da einer allen anderen Meinungen gegenüber vollständig offen ist, ohne seinen eigenen Kompass auch nur ansatzweise zu verlieren. Das ist – neben Gerds Kampf für einen gerechten Umgang mit Israel – heute wichtiger denn je.

Seit 10 Jahren einen Blog zu betreiben, das ist ungefähr so, wie seit 50 Jahren eine Zeitschrift herauszubringen: eine Ewigkeit. Glückwunsch dafür und für die vielen lustigen, traurigen und kämpferischen Beiträge! Und auf die nächsten 50 Jahre!“

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10 Jahre Tapfer im Nirgendwo

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Facebook, Twitter und Co dürfen nicht nach Lust und Laune löschen und sperren!

Es gibt Menschen, die behaupten, soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter hätten ein virtuelles Hausrecht, das es den Unternehmen erlaube, nach Lust und Laune Beiträge zu löschen und Nutzer zu sperren. Das ist jedoch nicht die Rechtslage, wie das Landgericht Köln bereits im Jahr 2018 bestätigte.

Mit dem Unterzeichnen der allgemeinen Geschäftsbedingungen gehen ein soziales Netzwerk und der Nutzer einen Vertrag miteinander ein, der darin besteht, dass der Nutzer eine Plattform zur Veröffentlichung seiner Texte gestellt bekommt und die Plattform als Gegenleistung Daten von dem Nutzer erhält, die das Unternehmen dann vermarkten kann. Wenn die Plattform einen Nutzer grundlos sperrt, begeht das Unternehmen damit einen Vertragsbruch, denn es gilt: „Pacta sunt servanda“.

Verträge sind einzuhalten!

Dieses Prinzip der Vertragstreue ist der wichtigste Grundsatz des öffentlichen und privaten Vertragsrechts. Im deutschen Zivilrecht findet sich dieser allgemeine Grundsatz der Verpflichtung zur Erfüllung von Schuldverhältnissen in §241 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Im November 2018 wurde Tapfer im Nirgendwo-Autorin Malca Goldstein-Wolf für die Veröffentlichung eines Witzes für dreißig Tage von Facebook gesperrt und der Witz gelöscht. Sie bevollmächtige umgehend Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel, der bei dem Landgericht Köln einen Beschluss in einem einstweiligen Verfügungsverfahren erwirkte, der es Facebook untersagte, den Witz zu löschen und Malca Goldstein-Wolf wegen dieses Witzes zu sperren. Bei Zuwiderhandlung drohten Facebook eine viertel Millionen Euro Ordnungsgeld. In der Begründung der 32. Zivilkammer im Kölner Landgericht heißt es (Aktenzeichen: 32 O 323/18):

„Bei dem Vertrag der Parteien handelt es sich um einen als Dauerschuldverhältnis geregelten Austauschvertrag. Die Antragsgegnerin stellt dem jeweiligen Nutzer ihrer IT-Infrastruktur zur Verfügung. Im Gegenzug willigt der Nutzer in die Speicherung und Verwendung der Daten durch die Antragsgegnerin ein, die diese Daten u.a. für Werbezwecke vermarktet. Durch den von der Antragstellerin glaubhaft gemachten Vertrag hat sich die Antragsgegnerin zur Bereitstellung ihre Dienste verpflichtet. Hierzu gehört die Möglichkeit, Beiträge und Inhalte zu posten. Diese vertraglich eingeräumten Möglichkeit hat die Antragsgegnerin der Antragstellerin durch Löschung des Beitrags der Antragstellerin und die 30-tägige Sperre genommen. Die Antragsgegnerin somit hat gegen die Verpflichtung, der Antragstellerin ihre Infrastruktur als Plattform zur Verfügung zu stellen, verstoßen.“

Facebook hat eine Vertrag mit der Nutzerin und diesen Vertrag muss Facebook einhalten.

Wenn nicht gegen die Gemeinschaftsstandards oder gegen das deutsche Gesetz verstoßen wird, darf Facebook nicht einfach so Beiträge von Vertragspartnern löschen und die Vertragspartner sperren. Da das Landgericht Köln bei Malca Goldstein-Wolfs Witz keinen solchen Verstoß feststellen konnte, war die Löschung des Witzes und die Sperrung der Nutzerin nicht erlaubt.

Malca Goldstein-Wolfs Facebook-Seite musste somit wieder freigeschaltet und der Witz wieder veröffentlicht werden.

***

Dieser Beschluss wurde möglich durch die unermüdliche Arbeit des Rechtsanwalts Joachim Steinhöfel, der auch mich bereits mehrmals juristisch beraten, unterstützt und vertreten hat. Tapfer im Nirgendwo und ich haben ihm viel zu verdanken.

Joachim Steinhöfel handelt aus der tiefen Überzeugung heraus, dass es sich lohnt, für die Meinungsfreiheit und das Recht auf freie Entfaltung der Person zu kämpfen. Nicht selten hilft er Menschen, die finanziell nicht in der Lage sind, sich eine so gute Vertretung vor Gericht zu leisten.

Auch dieser Fall wurde nur möglich, weil die mit der Seite „Meinungsfreiheit im Netz“ gesammelten Beiträge seine anwaltliche Tätigkeit möglich gemacht haben. Ich selber habe auch schon gespendet. Jeder von uns könnte der Nächste sein, der auf diese Unterstützung angewiesen ist, um Facebook nicht wehrlos gegenüber zu stehen. Die Nutzerinnen und Nutzer verbünden sich für „Meinungsfreiheit im Netz“. Eine gute Sache!

https://meinungsfreiheit.steinhoefel.de/spenden/

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Das ist die Hamas!

In der Gründungscharta der Hamas heißt es im Artikel 7:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten.“

Am 9. Oktober 2015 hielt der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Im April 2018 wurde in Gaza die Hakenkreuzflagge gehisst:

Der Gruß der im Kampf gegen Israel verbündeten „Widerstandskräfte“ ist der Hitlergruß:

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Zehn Jahre Tapfer im Nirgendwo

Am 14. Dezember 2018 ist es soweit: Tapfer im Nirgendwo wird zehn Jahre alt.

Am 14. Dezember 2008 erschienen meine ersten zwei Artikel unter Tapfer im Nirgendwo. Seitdem haben Millionen Menschen meinen Blog besucht.

Ich bedanke mich bei allen Leserinnen und Lesern für das Interesse an meine Gedanken und besonders bei jenen, die mir durch Zuwendungen die Möglichkeit geben oder gegeben haben, mich Tapfer im Nirgendwo zu bewegen.

Wer mich ebenfalls finanziell unterstützen möchte, findet hier (klicken) die Möglichkeit, mich zu unterstützen. Wer mir etwas zukommen lassen möchte, findet hier (klicken) meine Postanschrift.

Vielen Dank und auf eine wunderbare Zukunft,
Gerd

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