Kritik an AfD an Kölner Universität zerstört

Ein Bericht von Tobias Pastoors.

Gestern wurde ich angebrüllt, bedroht und angegriffen, weil ich mich für Meinungsfreiheit an der Universität zu Köln eingesetzt habe.

Aber langsam. Was war passiert? Max Otte, ein Ökonom, der offen die AfD unterstützt, wollte einen Vortrag an der Uni Köln halten. Zahlreiche linke Gruppen hatten Protest angekündigt und es war absehbar, dass sie versuchen würden, die Veranstaltung zu blockieren. Das wollte ich nicht schweigend hinnehmen. Ich packte also mein Schild mit der Aufschrift „Auch Rechte haben Rechte, Ja zum Protest, nein zu Blockaden“ ein und fuhr zum Hörsaalgebäude. Dort war es wie erwartet: Etwa 150 junge Leute riefen „Alerta Antifascista“ und blockierten die Eingänge zum Hörsaal, in dem Otte sprechen wollte.

Ich habe dort mein Plakat hochgehalten. Ein Plakat, mit dem ich bereits gegen die AfD auf die Straße gegangen bin. Ich bin alles andere als ein AfD-Sympathisant und ich schaue auch nicht schweigend zu, wenn Rechte und Rechtsextreme die Grundpfeiler unserer Gesellschaft angreifen. Ich schaue auch nicht schweigend zu, wenn gegen Flüchtlinge oder Migrant*innen gehetzt wird. Ich schaue aber eben auch nicht schweigend zu, wenn Linke im Namen des Antifaschismus die Meinungsfreiheit für rechte Denker*innen abschaffen.

Es hat nur wenige Minuten gedauert, dann stürmte ein Aktivist aus der Menge auf mich zu. Er brüllte mir direkt ins Gesicht und schlug gegen mein Plakat. Wenn ich einen Meter zurückging, ging er einen Meter vor. Neben seinem Geschrei flog mir sein Speichel ins Gesicht. Ich rechnete jeden Moment damit, dass er zuschlagen würde. Augenscheinlich störte sich von den blockierenden Demonstrant*innen niemand daran, dass ich von einem Aktivist aus ihren Reihen, bedroht wurde.

Wenig später riss mir ein anderer Aktivist mein Plakat aus der Hand. Er zerlegte es in zwei Teile und warf es auf den Betonsockel über dem Eingang des Hörsaalgebäudes. Sein Angriff auf mich wurde von den Demonstrant*innen mit Applaus honoriert.

Klar, ich hatte mit kontroversen Reaktionen auf meinem Protest gerechnet. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass ich Sorge um meine körperliche Unversehrtheit haben würde. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass meine Meinungsäußerung durch Gewalt beendet werden würde.

Ich habe weder versucht, die Blockade zu brechen, noch habe ich in irgendeiner Weise inhaltlich Partei für Herrn Otte ergriffen. Ich habe die Blockade der Demonstrant*innen kritisiert, indem ich ein Schild hochgehalten habe. Zu meiner Kritik stehe ich. Denn Meinungen verschwinden nicht, nur weil man sie blockiert. Was aber verschwindet ist die Freiheit. Denn Meinungsfreiheit nur für die „richtigen“ Meinungen ist keine Meinungsfreiheit. Und freie Meinungsäußerung ist ein zentraler Eckpfeiler unserer liberalen Demokratie. Man kann unsere freie Gesellschaft nicht gegen die Angriffe von Rechtsaußen verteidigen, indem man die Grundwerte freiwillig als Kollateralschaden opfert.

Meine Kritik konnten die Demonstrant*innen nicht ertragen. Aber sie werden sie wieder ertragen müssen: Plakate kann man kleben.

Das ist die Rückseite meines Plakates, mit dem ich, wie erwähnt, bereits gegen die AfD demonstriert habe. Ein Teil der Kritik an der AfD wurde gestern leider an der Universität zu Köln zerstört.

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(TINTP)

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Weihnachtsmannfreie Zone

Für manche Christen ist es heutzutage gar nicht so leicht, alte Traditionen der christlichen Kirche neu zu beleben. Vorbei sind die Zeiten, in denen Scheiterhaufen wohlige Wärme unter Christen verbreiteten und die Inquisition liebevoll das Wort Gottes interpretierte. Selbst die christlichen Kinder können sich heute nicht mehr im Namen des Herrn auf den Spielplätzen der Kinderkreuzzüge austoben. Stattdessen blicken manche Christen mit Neid auf jene Religionen, die im 21. Jahrhundert eine bessere Corporate Identity haben und weder vor Steinigungen, noch vor Sprengstoffgürteln und Witwenverbrennungen zurückschrecken.

Da kann das Christentum nur zuschauen. So macht Christentum einfach keinen Spaß mehr!

Für Christen, die derart zweifeln an ihrem Glauben, halten Maite Kelly, Nina Ruge und Peter Hahne einen ersten Schritt der Befreiung bereit, denn sie haben ihren Namen für die Aktion „Weihnachtsmannfreie Zone“ des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken hergegeben. Mit kleinen Schritten wagen sie sich zur verloren geglaubten inquisitio haereticae pravitatis (Inquisition gegen ketzerische Verderbtheit) zurück. Es muss nicht immer gleich der Scheiterhaufen sein.

Seit Jahren schon veranstaltet Maite Kelly regelmäßig eine Art Kinderkreuzzug. Im November 2018 erklärte sie in Aachen eine „weihnachtsmannfreie Zone“. Bei der Aktion ist unter anderem dieses Bild im Einsatz:

Maite Kelly wirbt mit durchgestrichenen Weihnachtsmann für die Diskriminierung eines winterlichen Symbols der Liebe, das nicht wenigen Menschen (z.B. mir) durchaus etwas bedeutet. Mich erinnert das Bild daran:

Natürlich ist es das Recht eines jeden Menschen, nicht nach den Regeln des Islams zu leben (wie ich). Niemand darf gezwungen werden, in eine Moschee zu gehen. Das heißt aber noch lange nicht, dass es angemessen ist, mit durchgestrichener Moschee eine Aktion gegen all jene Menschen zu fahren, die lieber in eine Moschee gehen statt in eine Kirche, eine Synagoge, ein Theater oder in einen Zoo.

Maite Kelly darf mit ihren katholischen Leichtinquisitoren selbstverständlich ihrem Heiligen Nikolaus von Myra huldigen. (Auch ich putze jeden 5. Dezember die Stiefel und stelle sie vor die Tür.) Niemand zwingt Maite Kelly, den Weihnachtsmann in ihr Wohnzimmer zu lassen oder Socken an den Kamin zu hängen. Den Weihnachtsmann jedoch durchzustreichen und damit dann auch noch dummdreist durch deutsche Städte zu marschieren, das nehme ich persönlich! Eine Freundin von mir hat es schön auf den Punkt gebracht:

„Ich möchte mit meiner Tochter nicht an Maite Kelly vorbeigehen und mich dann Fragen anhören müssen, wie :’Mama, warum mag Frau Kelly den Weihnachtsmann nicht? Der tut doch viel Gutes und beschenkt alle Menschen.’“

Maite Kelly sagt:

„Ich muss meinen Kindern keine Lügen vom Weihnachtsmann erzählen.“

Ich aber sage:

Nein, Maite, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen. Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Kinder gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch Gefühl und Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.

Ich verstehe nicht, warum man als Christ, der an den Heiligen Nikolaus oder an das Christkind glaubt, unbedingt den Weihnachtsmann verunglimpfen muss. Liegt es vielleicht daran, dass mein Weihnachtsmann seinen Elfen Mindestlohn zahlt, während der Gehilfe vom Nikolaus, Knecht Ruprecht, vermutlich nur Frondienste leistet? Oder liegt es daran, dass im Vorstand des Weihnachtsmannes Mrs. Claus sitzt, was eine Frauenquote von 50 Prozent bedeutet, etwas wovon die katholischen Vorstände nur träumen können? Oder liegt es daran, dass der Weihnachtsmann alle menschlichen Züge besitzt, unter anderem asiatisch, schwarz und jüdisch?

Das Domradio erklärte am 27. November 2018:

„Der Weihnachtsmann und der heilige Nikolaus sehen sich äußerlich ziemlich ähnlich. Sie verkörpern aber sehr unterschiedliche Werte: Während der heilige Nikolaus für christliche Werte steht, symbolisiert der Weihnachtsmann eher Kommerz und Kitsch.“

Echt? So einfach wollen wir die Unterscheidung zwischen den beiden Männern machen? Wenn die Latte so niedrig hängt, dann habe ich auch einen Vergleich parat: Wenn man eine Mutter fragt, ob sie ihren kleinen Jungen lieber für ein paar Stunden in die Obhut eines christlichen Priesters oder eines Spielzeugherstellers vom Nordpol geben würde, käme der christliche Priester gewiss nicht sehr gut dabei weg und daran ist nicht der Weihnachtsmann schuld.

Warum können die Anhänger des Nikolaus und des Christkindes nicht einfach als Vorbilder glänzen, statt zu versuchen, den Weihnachtsmann zu diskreditieren? Brauchen Christkind und Nikolaus wirklich ein Feindbild?

Der Weihnachtsmann würde nie das Christenkind durchstreichen oder den Nikolaus. Dafür ist er viel zu respektvoll. Er würde auch nie ein Kind zwingen, sich auf seinen Schoß zu setzen, was man von einigen katholischen Geistlichen nicht behaupten kann. Der Weihnachtsmann glänzt geradezu von Nächstenliebe, Toleranz und Respekt. Ihm das abzusprechen ist eine Unverschämtheit. Im Evangelium des Lukas steht:

Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden!“ (Lk, 6,37)

Diesen Vers hat Maite Kelly sich leider nicht zu Herzen genommen. Sie richtet über der Weihnachtsmann und verurteilt jene, die an ihn glauben. Dabei ist eines der erfolgreichsten Weihnachtslieder der Kelly Family ausgerechnet „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“. Maite Kelly hat lange in dieser Band gesungen und somit den Kindern eine Geschichte des Weihnachtsmanns erzählt. Der rotnasige Rudolph wurde nämlich 1939 von der Kaufhauskette Montgomery Ward in Chicago entwickelt und dann als Malbuch für Kinder und später als Lied herausgegeben. Rudolph ist ein Helfer des Weihnachtsmanns!

Es ist schon sehr bemerkenswert, dass Maite Kelly auf der einen Seite den Weihnachtsmann verunglimpft, aber auf der anderen Seite gut Geld mit ihm verdient. Im Christentum wird sowas Häresie genannt. Ich hol‘ schon mal das Holz!

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Selbst als Palästinenser

Selbst als Palästinenser ohne israelische Staatsbürgerschaft oder einer anderen Staatsbürgerschaft habe ich mehr Rechte in Israel als an dem Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin.

Selbst als Palästinenser habe ich mehr Rechte in Israel als in jedem anderen arabischen Staat.

Selbst als Palästinenser muss ich nicht befürchten, von Israelis getötet zu werden, sondern von meinem eigenen Volk.

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Die Blutwurst gehört zu Deutschland wie der Islam

Ende November 2018 fand in Berlin die zwölfte Auflage der Islamkonferenz unter der Leitung des von Horst Seehofer geführten Bundesinnenministerium statt. Absicht der Konferenz ist die Beförderung des Dialogs zwischen der Bundesrepublik und den in Deutschland lebenden Muslimen. Im Anschluss der Konferenz schrieb der WDR-Journalisten Tuncay Özdamar:

„Auf der Islamkonferenz gestern in Berlin gab es wieder Schweinefleisch auf dem Buffet. Es wurde Blutwurst serviert. Inşallah halal. Welches Zeichen will Seehofers Innenministerium damit setzen? Ein wenig Respekt von Muslimen, die kein Schweinefleisch essen, wäre angebracht.“

Lieber Tuncay Özdamar,

Die Blutwurst gehört zu Deutschland wie der Islam. Wer in Deutschland zu einer Veranstaltung eines Ministeriums geht, muss damit rechnen, dass es dort Schweinefleisch zu essen gibt, vor allem wenn der leitende Minister ein Christ aus Bayern ist. Auf der Islamkonferenz wurde auch Wein ausgeschenkt und es gab sogar Muslime, die sich daran gelabt haben, auch wenn Mohamed, würde er heute noch leben, das gewiss nicht ganz so töfte gefunden hätte.

Wenn Sie an einem Ort sein wollen, wo es ganz sicher kein Schweinefleisch gibt, dann gehen Sie in eine Synagoge. Aber Vorsicht, dort wird Wein angeboten. Bitte unterlassen Sie daher die Unverschämtheit, einen Juden aufzufordern, nach muslimischen Prinzipien zu leben. Das nennt sich Missionierung und ist in diesem Land nicht mehr so gern gesehen wie einst zu Zeiten Martin Luthers.

Das Innenministerium erklärt, bei der Islamkonferenz sei ein ausgewogenes Angebot aus dreizehn verschiedenen Häppchen bereitgestellt worden, das „mit Blick auf die religiös-plurale Zusammensetzung“ der Konferenz zusammengestellt worden war. Dennoch veröffentlichte das Ministerium später auf Nachfrage eine Entschuldigung auf Twitter:

„Sollten sich einzelne Personen dennoch in ihren religiösen Gefühlen gekränkt gesehen haben, bedauern wir dies.“

Liebes Innenministerium,

ich finde es höchst bedenklich, wenn sich ein deutsches Ministerium für die kulinarische Abbildung von Vielfalt entschuldigt. In Deutschland leben die unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichsten Lebensstilen. Einen Lebensstil zu diskriminieren, weil er Mitgliedern eines anderen Lebensstils nicht gefällt, ist für ein deutsches Ministerium im höchsten Grade undemokratisch, intolerant und in einer offen und pluralen Gesellschaft inakzeptabel.

Wenn ich Menschen in mein Haus einlade und das kommt nicht selten vor, sind unter meinen Gästen die unterschiedlichsten Menschen. Christen, Juden, Muslime, Buddhisten, Atheisten, Sozialisten, Liberale, Grüne, Vegetarier, Antialkoholiker, Veganer und viele andere Personen finden sich ab und an in meiner kleinen Wohnung ein. Niemals hat auch nur eine dieser Personen bemängelt, dass es bei mir diverse Fleischsorten und Alkohol angeboten wurden.

Es ist unverschämt bei jemandem zu Gast zu sein und ihm vorzuschreiben, was er in seiner Wohnung zu servieren hat. Wenn ich keinen Alkohol trinke, ist es unverschämt, wenn ich am Schabbat zu einer jüdischen Familie gehe und mich dort darüber aufrege, dass Wein getrunken wird. Es ist so unanständig wie in eine Moschee zu gehen, um einer dort befindlichen Frau zu sagen, sie möge doch bitte das Kopftuch ablegen, weil sie dadurch manche Feministinnen beleidigen könne.

Die Islamkonferenz soll helfen, die Integration der hier lebenden Muslime zu verbessern. Zu den wichtigen Säulen unserer heutigen Gesellschaft gehören die Vielfalt und die Freiheit. Muslime in Deutschland werden lernen müssen, die Blutwurst zu tolerieren. Sie müssen sie nicht essen, aber das Existenzrecht der Blutwurst steht nicht zur Debatte.

Bei eine Konferenz, wo Muslime und Nicht-Muslime sich näher kommen sollen, muss sich auch die nicht-muslimische Seite wohl fühlen können. Die Blutwurst gehört zu Deutschland wie der Islam und die Kartoffel.

Die Kartoffel ist sogar ein Beispiel vorbildlicher Integration. Ja, die Kartoffel hat einen Migrationshintergrund. Sie wanderte im 17. Jahrhundert nach Europa ein und wurde in Preußen am 24. März 1756 durch einen sogenannten „Kartoffelbefehl“ von Friedrich II integriert. Es ist daher besonders lustig, wenn ein Migrant einen Deutschen „Kartoffel“ nennt.

Zum Schluss noch eine Frage: Mehrere Teilnehmende der Islamkonferenz leben in ständiger Lebensgefahr durch islamische Fundamentalisten, weil sie den Islam kritisieren, darunter Seyran Ateş, Hamed Abdel-Samad und Ahmad Mansour. Sollte diese brutale Gewalt nicht viel mehr ein Thema sein als eine harmlose Blutwurst?

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Facebook sperrt Hamed Abdel-Samad

Für diesen Text wurde Hamed Abdel-Samad von Facebook gesperrt.

Ihr Feiglinge! Viele junge Muslime/Muslimas leben im Westen und genießen die Vorzüge der Freiheit, sie setzen sich aber für diese Freiheit kaum ein. Viele sind gut gebildet und haben einen guten Job, bleiben aber in den Zwängen der Religion und der eigenen Community verhaftet. Ihre Bildung und Engagement stellen sie selten im Dienste der Aufklärung und des Gemeinwesens, sondern eher im Dienste des Islam oder der Parallelgesellschaft. Sie kritisieren die rechte Ideologie, solange sie von Bio-Deutschen kommt, aber wir hören von ihnen kaum Kritik gegen die reaktionären Islamverbände, die nationalistischen Grauen Wölfe oder die patriarchalischen Strukturen in den eigenen Familien. Im Gegenteil, viele von ihnen sind Krawatten-Islamisten, die Erdogan, die Grauen Wölfe und die Muslimbruderschaft unterstützen und das Patriarchat verteidigen. Sie zitieren Kant und Adorno, um die Aufklärung zu relativieren und den Islamismus zu verniedlichen. Sie verlangen Sonderrechte für Muslime in Deutschland, lehnen aber die Minderheitenrechte für Kurden in der Türkei oder für Christen in der arabischen Welt ab. Selbst viele muslimische Intellektuelle und Journalisten sind in diesen Sippen verhaftet und werben ständig um Verständnis für den Islam und die Parallelgesellschaft, statt ihre Leute mit Kritik herauszufordern. Selbst wenn diese Kritik manchmal kommt, ist sie oft leise und relativiert sich nach zwei Sätzen, indem die Debatte in Richtung Kampf gegen Islamophobie driftet.

Migrantenkinder der zweiten und dritten Generationen wissen ganz genau, was schief läuft in der Erziehung und in den Communities, und haben selbst oft darunter gelitten, nehmen aber ihre Leute sippenhaft in Schutz, wenn Kritik von außen kommt. Statt Selbstkritik zu üben, geben sie den Anderen die Schuld für die Misere. Die Frauenhäuser sind voll von entrechteten muslimischen Frauen, aber viele gebildete Muslimas machen eher Kampagnen für das Kopftuch und Burkini. Statt sich vom Joch der patriarchalischen Tradition zu emanzipieren, starten sie Initiativen und Projekte, um einen Propheten, der Frauen als Kriegsbeute nahm und ein sechs-jähriges Mädchen heiratete, als Vorbild für den modernen Menschen zu rehabilitieren!

Ich sage Euch, Ihr seid Feiglinge und Heuchler! Ihr seid keine freien mündigen Bürger, sondern Untertanen Eurer Religion und Eurer Community! Und wenn Ihr genauso vehement gegen die Missstände in Euren eigenen Reihen vorgehen würdet wie gegen Islamkritik, wäre diese Kritik überflüssig! Wenn Ihr mehr Mut zeigen würdet statt Opferhaltung, wäre die Gesellschaft reicher. Wenn Ihr Euch für die Freiheit aller einsetzen würdet, statt nur Sonderbehandlung für Euch zu verlangen, wäre viel gewonnen!

Hamed Abdel-Samad kann nur mit Personenschützern sein Haus verlassen. Seine Freunde kann er nur geheim treffen. Sein unbeschwertes Leben wurde ihm genommen, weil er die Freiheit der Meinung lebt und den Islam kritisiert. Seine wichtigste Waffe im Kampf gegen die Fundamentalisten, die ihn töten wollen, ist das freie Wort und die Möglichkeit, seine Worte zu veröffentlichen.

Das Unternehmen Facebook ist ein Kind der aufgeklärten Gesellschaft, in der wir leben. Für diese Freiheit sind viele Männer und Frauen gestorben, die für das freie Wort gestritten haben. Hamed Abdel-Samad kämpft für diese Freiheit. Ausgerechnet diesem Mann hat Facebook nun eine seiner wichtigsten Selbstverteidigungswaffen entzogen und gesperrt.

Lieber Hamed Abdel-Samad,

Du kämpfst für mich. Du kämpfst für uns. Du bezahlst einen hohen Preis dafür. Ich glaube nicht an Helden, aber ich glaube an heldenhafte Taten. Du vollbringst sie jeden Tag. Danke dafür, vielen, vielen Dank! Und den Damen und Herren bei Facebook sei gesagt: Schämt Euch!

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„Auge um Auge – Zahn um Zahn“

Wenn ich dafür verantwortlich bin, dass jemand sein Augenlicht verloren hat, so muss ich die Verantwortung auch übernehmen. Es ist meine Pflicht, den Verlust des Auges so gut es geht irgendwie zu ersetzen. Ich muss den von mir verursachten Schaden nach Möglichkeit wieder gut machen.

„Ein Auge für ein Auge. Ein Zahn für ein Zahn.“

Seit Jahrhunderten werden Lügen über Juden verbreitet. Juden wird vorgeworfen, Kinder zu schlachten, Brunnen zu vergiften und die Welt zu unterjochen. Viele dieser Lügen sind mittlerweile bei aufgeklärten Menschen verpönt. Manch eine Lüge findet aber dennoch immer mal wieder ihren Weg in den Mainstream. Eine dieser Lügen, die auch von aufgeklärten Menschen verbreitet wird, ist die Behauptung, bei dem Ausspruch „Auge um Auge“ handele es sich um ein Rachegebot.

Wenn Journalisten, Publizistinnen und Politiker in ihrer Bewertung der Situation im Nahen Osten und ihrem Drang zur Kritik in Richtung Israel besonders bedeutsam werden wollen, geben sie sich gerne biblisch gebildet und schreiben „Auge um Auge“, um damit zu suggerieren, es gäbe eine jüdische „alttestamentarische Vergeltung“. Diese Vorstellung von dem alttestamentarischen Rachegott der Juden ist nichts weiter als eine uralte antijüdische Behauptung.

Manche Leute behaupten, das jüdische Testament sei ein Buch der Rache und stellen dem Buch ganz selbstergriffen das christliche Testament als vermeintliches Buch der Nächstenliebe entgegen. Als Kronzeugen bemühen diese Leute stets die biblische Stelle „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Hier schon steckt der erste Fehler, denn in der Bibel steht nicht „Auge um Auge“ sondern „Auge für Auge“.

Der Spruch עין תּחת עין ist Teil eines Rechtssatzes aus Sefer ha-Berit in der Tora. In der Bibel ist diese Stelle als Ex 21, 23–25 gekennzeichnet. Die korrekte Übersetzung lautet:

„… so sollst du geben Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.“

Dieser Satz bedeutet jedoch nicht, dass eine Tat mit der gleichen Tat vergolten werden soll, sondern dass die Strafe der Tat abgemessen sein muss. Mit dieser Formel wurde nämlich die im Alten Orient verbreitete Blutrache eingedämmt, die übele Strafen für selbst kleine Vergehen vorsah. Diese Blutrache wurde durch eine Verhältnismäßigkeit von Vergehen und Strafe abgelöst. Die Formel verlangt vom Täter zum Beispiel einen angemessenen Schadensersatz in allen Fällen von Körperverletzung.

Die talmudische Erklärung der Tora, auf der die jüdische Tradition aufbaut, kommt zu dem Schluß (Traktat Bava Qamma 83b-84a), dass der Verlust eines Auges schlichtweg nicht durch die Wegnahme eines anderen Auges kompensiert werden kann. Die Formel kann somit eben nicht als „Wie du mir, so ich dir“ verstanden werden, sondern führt unter Bezugnahme auf den Rechtsgrundsatz der Gleichheit aller vor dem Gesetz (Leviticus 24, 22) vielmehr einen Ausgleichsanspruch ein. Anstelle der drakonischen Aufrechnung wird mit der Formel mäßigend zwischen den Streitparteien vermittelt.

Mithin liegt die Bedeutung der Norm „Auge um Auge“ in einer realistischen Evaluation der tatsächlich im Schadensfall verletzten Rechtsposition. Im Talmud wird sogar der Schadensersatz definiert. Er setzt sich aus fünf Komponenten zusammen (Traktat Bava Qamma, Mischna 8,1):

Ersatz des materiell entstandenen Schadens
Schmerzensgeld
Heilungskosten
Ersatz des Arbeitsausfalls
Wiedergutmachung der Beschämung

Viele Leute, besonders israelkritische Journalisten, sehen diesen Kontext jedoch nicht und faseln stattdessen beharrlich von einem „Prinzip der Rache“, das aus diesem Zitat sprechen soll und erklären zudem, das Evangelium sei im Gegensatz ein Buch der Nächstenliebe. Dabei übersehen sie geflissentlich, dass es auch im Evangelium ab und an ganz schön unversöhnlich zugeht:

„Glaubet nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit der Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.” (Mt 10, 34-35)

“Es ging eine große Menge mit Jesus; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.” (Lukas 14, 25-26)

“Wenn deine Hand dich zum Bösen verführt, dann hack sie ab! Es ist besser, du gehst verstümmelt in das ewige Leben als mit beiden Händen in das unauslöschliche Feuer der Hölle. Wenn dich dein Fuß auf Abwege führt, dann hack ihn ab! Es ist besser für dich, mit nur einem Fuß zum ewigen Leben zu kommen, als mit beiden Füßen geradewegs in die Hölle zu marschieren. Wenn dich dein Auge zur Sünde verführt, dann reiß es heraus. Es ist viel besser, einäugig in Gottes neue Welt zu gelangen, als mit zwei gesunden Augen schließlich ins Feuer der Hölle geworfen zu werden. Dort wird die Qual nicht enden und das Feuer nicht verlöschen.” (Markus 9, 43-49)

Der Dichter Heinrich Heine erweiterte die Stelle von Markus um diesen Witz:

“Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch.”

Der Gott der Christen und der Gott der Juden tun sich nicht viel, wenn es um Rache geht! Gott, ob christlich oder jüdisch, ist mal eifersüchtig und mal versöhnlich. Ich würde sogar sagen, der Gott der Christen ist unversöhnlicher als der Gott der Juden. Der Gott des alten Bundes straft nämlich nur im Diesseits. Der Gott des Evangeliums aber straft sogar im Jenseits und zwar für immer und dann auch noch auf brutalste Weise, wie es die Offenbarung des Johannes zeigt.

Bei Johannes öffnet sich die Schere zwischen Gottes Liebe und Gottes Hass extrem. Gott straft bis in alle Ewigkeit und es ist erschreckend, was für Strafen der christliche Gott für alle Ewigkeit bereithält. Mit der christlichen Hölle hat sich der neutestamentarische Gott ein ewiges Folterlager gesetzt. Ein versöhnlicher Gott sieht anders aus.

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Angst als Waffe gegen Meinungsfreiheit

Amed Sherwan wuchs im Norden des Iraks auf und wurde dort bereits als Jugendlicher inhaftiert und gefoltert. Sein Vergehen war die Aufklärung. Er hatte es gewagt, an Gott zu zweifeln und den Islam zu kritisieren.

Im Jahr 2014 entfloh er der Gewalt im Irak. Heute lebt er als junger Mann in Deutschland, wo er als Blogger und Aktivist tätig ist. Aufgrund seiner Texte erhält er in Deutschland Mord- und Gewaltdrohungen. Sein Vergehen ist wieder die Aufklärung.

Jetzt wurde er zudem für dreißig Tage von Facebook gesperrt. Sein Vergehen ist wieder die Aufklärung.

Es gibt ein grundlegendes Problem bei Facebook. Dort werden Einträge gelöscht, wenn sie von vielen Menschen gemeldet werden. Bei Facebook kommt es nicht so sehr auf die Aussage an, sondern darauf, wieviele Menschen sich beleidigt fühlen. Wenn sich genug Menschen beleidigt fühlen, wird gelöscht und gesperrt.

Internetseiten zu löschen, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen!

Amed Sherwan soll mundtot gemacht werden. Eine Meldemob von dauerbeleidigten Leberwürsten führt gerade einen Zermürbungskrieg in der virtuellen Welt gegen einen Mann, der in der realen Welt ständig auf der Flucht vor Fundamentalisten ist. Amed Sherwan lebt unter Morddrohungen. Sein unbeschwertes Leben wurde ihm genommen, weil er die Freiheit der Meinung lebt und den Islam kritisiert. Er lebt unter ständiger Lebensgefahr, weil er Homosexuelle nicht verurteilt, für Frauenrechte streitet, das Kopftuch für Frauen nicht fordert, Juden nicht hasst und den Islam an seinen fundamentalistischen Stellen kritisiert. Das ziehen viele Muslime in Europa als Grund heran, Amed Sherwan umbringen zu wollen.

Seine wichtigste Waffe im Kampf gegen die Fundamentalisten, die ihn töten wollen, ist das freie Wort und die Möglichkeit, seine Worte zu veröffentlichen. Ein Meldemob tut nun alles, ihm diese Waffe zu entreißen und Facebook ist der willige Vollstrecker dieses Mobs.

Dabei sind diese Unternehmen Kinder unserer aufgeklärten Gesellschaft. Für ihre Freiheit sind viele Männer und Frauen gestorben, die für das freie Wort gestritten haben, wie Amed Sherwan. Ausgerechnet diesem jungen Mann nun seine wichtigste Selbstverteidigungswaffen zu nehmen, ist unerträglich.

Der Mob beherrscht die Netzwerke.

Die Art und Weise wie wie Facebook seine Seiten verwaltet, ist ein Angriff auf den liberalen Geist der Individualität, wo der Gedanke der Freiheit und die persönliche Entfaltung zählen und nicht der Mob. Niemand ist in Gefahr, weil Amed Sherwan redet. Er aber ist in Gefahr, weil er redet!

Der Mantel des Schweigens ist für die Redefreiheit das, was der Schleier und das Kopftuch für die Rechte der Frau ist. Jede Frau darf selbst entscheiden, ob sie einen Schleier tragen möchte und jeder Mensch darf selbst entscheiden, ob und zu was er schweigen und reden will. Es darf keinen Zwang geben, weder für den Schleier noch für den Mantel des Schweigens und unter keinen Umständen darf es einem Mob überlassen werden, darüber zu entscheiden, was gesagt werden darf.

Tapfer im Nirgendwo präsentiert daher mit freundlicher Genehmigung des Autors einen Artikel von Amed Sherwan.

Angst als Waffe gegen Meinungsfreiheit
Ein Beitrag von Amed Sherwan

Anders als viele Kriegsflüchtlinge habe ich mir Deutschland nicht nur ausgesucht, um hier in Sicherheit leben zu können. Deutschland macht mich glücklich und bedeutet für mich Freiheit. Denn solange ich niemandem damit schade, kann ich hier glauben, denken und sagen, was ich will, ohne dafür mit Repressionen rechnen zu müssen. Oder doch nicht?

Anfangs war ich allerdings gar nicht in der Lage, meine Meinung zu formulieren. Ich sprach etwas Englisch, musste mir deutsche Sprachkenntnisse aber erstmal mühsam erarbeiten. Und auch sonst bot mir das neue Leben viele Hürden und Probleme. Ich war einsam, hatte furchtbares Heimweh und litt unter Alpträumen. Für meine Fluchtgründe interessierte sich kaum jemand und ich hatte ganz andere Sorgen, als politisch oder journalistisch aktiv zu sein.

Erst zwei Jahre später machte ich im Rahmen eines Schulpraktikums erste Erfahrungen damit. Ich interviewte einen schwulen Freund aus dem Irak für die Lokalzeitung, mein Anleiter half mir mit dem Aufbau und der Rechtschreibung und ich konnte stolz meinen allerersten eigenen Artikel präsentieren.

Ich hatte die schlimmsten Sprachbarrieren inzwischen überwunden und viele Freunde gefunden. Deutschland war meine neue Heimat geworden und ich hatte einen Bereich gefunden, wo ich beitragen konnte. Mit meinem muslimischen Hintergrund auf der einen und meiner Begeisterung für die westliche Kultur auf der anderen Seite würde ich Welten öffnen können. Genau sowas hatte ich mir immer erträumt. Deshalb meldete ich mich natürlich sofort, als ein lokales Flüchtlingsmagazin gegründet wurde. Unter der Überschrift „Atheismus als Fluchtgrund“ schilderte ich meine Erlebnisse in Irakisch-Kurdistan und meine Freude darüber, nun in einem Land mit Meinungs- und Religionsfreiheit zu leben.

Doch wie die Ironie des Schicksals es wollte, erlebte ich mit diesem Artikel die Grenzen eben dieser Meinungsfreiheit. Konservative Muslime empfanden meine Schilderungen als islamfeindlich. Dabei hatten sie den Artikel offensichtlich gar nicht wirklich gelesen. In den darauffolgenden Auseinandersetzungen erhielt ich Morddrohungen, wurde ausgegrenzt und verlor viele Freundschaften. Ich war zutiefst schockiert darüber, dass mir sowas mitten in Deutschland passieren konnte.

Das Erlebnis veränderte mich. Ich war nicht aus dem Irak geflüchtet, um mir wieder von konservativen Muslimen den Mund verbieten zu lassen. Auf Facebook hatte ich schon im Irak geschrieben und natürlich auch in meinen Anfangsjahren in Deutschland, erst auf Kurdisch und dann auf Englisch. Aber seit meinem Praktikum wusste ich, wie meine Texte auch auf Deutsch funktionieren konnten. Statt meines Anleiters stand mir nun meine Freundin zur Seite. Ich verfasste Skizzen auf einer Mischung aus Englisch, Deutsch, Autokorrektur und Voicenachrichten, sie machte den sprachlichen Feinschliff. Dass wir dabei oft unterschiedlicher Meinungen waren, machte den Prozess nur interessanter und meine eigene Argumentation besser.

Ich konnte mich endlich selber zu Wort melden und meine Erfahrungen einem breiteren Publikum zugänglich machen. Ich wehrte mich gegen die Anfeindungen aus der muslimischen Exilcommunity und erhielt dafür viel Zuspruch aus islamkritischen Kreisen. Mein flüchtlingssolidarischer Freundeskreis hatte hingegen große Sorge, ich könne mit meiner Kritik zum Islamhass anstacheln. Aber auch von ihnen wollte ich mir nicht untersagen lassen, die Sachen so darzustellen, wie ich sie nun mal erlebt hatte.

Ich wollte die Islamkritik nicht den Rechtspopulisten überlassen, die selber genau die Werte propagierten, die sie im Islam kritisierten. Ohne meine Islamkritik aufzugeben, distanzierte ich mich daher genau so deutlich von Muslimenhass und Rassismus. Die Idee, mit der Aktion „Allah is gay“ auf dem CSD in Berlin für mehr Toleranz im Islam zu werben und gleichzeitig die Vielfalt im muslimischen Kulturkreis zu zeigen, entstand ganz spontan aus diesen Gedanken heraus.

Aber kaum hatte ich meine Aktion angekündigt, trudelten die Morddrohungen fanatischer Muslime bei mir rein. Sie hatten sich nicht die Mühe gemacht, die Idee hinter der Aktion zu verstehen, sondern sich einfach von Schlüsselwörtern reizen lassen. Das Szenario war mehr als bedrohlich, aber glücklicherweise ging alles gut. Ich erhielt nicht nur großen Zuspruch aus unterschiedlichsten Kreisen, ich konnte die Aktionen mit Personenschutz durchführen. Im Irak wäre ich für diese Aktion vermutlich gestorben, hier wurde mein Recht auf freie Meinungsäußerung von der Polizei geschützt. Ja, das war Meinungsfreiheit!

Seither gebe ich viele Interviews, nehme an Veranstaltungen teil, mache Videos und schreibe weiter Beiträge über Religionskritik, Rassismus, Flucht und Alltagserfahrungen. Ich bin kein wissenschaftlicher Experte, aber ich kann als ganz normaler Geflüchteter mit Perspektiven beitragen, die manchmal im Diskurs fehlen. Und ich erlebe an der positiven Resonanz, dass mein Blick auf die Dinge einen Wert hat und Brücken bauen kann.

Doch Erfolg ist gefährlich. Seitdem meine Beiträge auch von größeren Onlinemagazinen geteilt werden, werde ich von Hassnachrichten regelrecht überschwemmt und auf in allen Social-Media-Portalen beschimpft. Einige Rechtsextreme mit vielen tausenden Followern machen aktiv Stimmung gegen mich. Neue Hassnachrichten erscheinen gerade im Minutentakt im Netz und fordern Gleichgesinnte dazu auf, meine Beiträge zu kommentieren. Die Hasskommentare beziehen sich kaum auf die Inhalte meiner Beiträge, die viele der Kommentatoren offensichtlich gar nicht gelesen haben, sondern ziehen mich als Person und mein Privatleben durch den Schmutz. Unterstützung kriegen die Rechten interessanterweise von einigen (Ex-)Muslimen, die mich als „Schande für dein Volk“ bezeichnen.

Doch damit nicht genug, die Rechtsextremen drohen mir, der Welt schon noch zeigen zu werden, dass ich genauso ein krimineller Schmarotzer bin wie alle anderen Flüchtlinge. Sie haben meine Profile durchgesucht und sind dabei auf alte Fotos gestoßen, auf denen ich auf kurdischen Großdemonstrationen für Solidarität mit den Kurden in Syrien zu sehen bin und zwar auch mit Fahnen, die inzwischen verboten sind. Es handelt sich dabei um eine Fahne mit dem Portrait von Öcalan und eine Fahne der kurdischen Verteidigungseinheit YPG.

Ich besitze selber keine Fahne dieser Art, aber mich störte die Doppelmoral daran, dass Kurden in Deutschland dafür kriminalisiert wurden, friedlich Bilder hochzuhalten, während die Türkei zeitgleich die kurdischen Gebiete mit deutschen Panzern einnahm. Ich habe mich mit meinen Freundinnen und Freunden aus Syrien solidarisiert und mich gegen das Fahnenverbot positioniert. Meine Kritik an dem Verbot, sagt aber nichts über meine eigene Position. Ich betreibe selber keinen Personenkult um Öcalan und stehe der YPG weder nahe noch komplett kritiklos gegenüber.

Den Rechten ist mit diesem Thema aber auch nicht gelungen, mein Profil sperren zu lassen. Sie haben stattdessen einen ganz absurden Weg gewählt: Um auf den wachsenden Antisemitismus hinzuweisen, habe ich vor einiger Zeit ein Bild von einer Situation gepostet, wo ein jüdischer Bäcker in den USA eine empfangene Hassnachricht mit einem Hakenkreuz zeigt. Mit Verweis auf dieses Symbol, ist es ihnen offensichtlich gelungen, meinen Facebook-Account für 30 Tage zu sperren. Damit ist mir nicht nur mein wichtigster privater Kommunikationskanal genommen worden, sondern auch mein zentralstes öffentliches Sprachrohr.

Während ich im Irak im Gefängnis saß, gelang es mir über Freunde, weiter auf Facebook zu posten und ein Unterstützungsnetzwerk aufzubauen. Als mich Islamisten in Deutschland bedrohten, konnte ich mich über Facebook dagegen wehren und mir Hilfe organisieren. Aber jetzt, wo mich Rechtsextreme angreifen, ist meine Facebook-Account der Onlineattacke hilflos ausgeliefert. Das macht mir große Sorgen.

Immer wieder berufen sich gerade Rechtsextreme auf das Recht auf Meinungsfreiheit. Aber wenn ihnen die Inhalte nicht passen, ist ihnen offensichtlich kein Mittel zu krass, um anderen die Freiheit zu nehmen. Sie bringen die Meinungsfreiheit in Deutschland damit aus meiner Sicht ernsthaft in Gefahr. Aber mich haben weder Gefängnis, Folter, Ächtung, Flucht oder Morddrohungen davon abgehalten, meine Meinung öffentlich zu sagen. Und natürlich werden mich auch Rechtsextreme davon nicht abhalten.

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30 Tage Facebook-Sperre für einen Witz

Was passiert, wenn eine Fliege in eine Kaffeetasse fällt?

Der Italiener schmeißt die Tasse zu Boden, zerbricht sie und läuft wutentbrannt davon.

Der Deutsche wäscht die Tasse sorgfältig aus, sterilisiert sie und kocht sich einen neuen Kaffee.

Der Franzose nimmt die Fliege heraus und trinkt den Kaffee.

Der Chinese isst die Fliege und schüttet den Kaffee weg.

Der Russe trinkt den Kaffee mit der Fliege, wenn es schon mal was gratis gibt.

Der Israeli verkauft den Kaffee dem Franzosen, die Fliege dem Chinesen und die Tasse dem Italiener, trinkt eine Tasse Tee und erfindet mit dem verdienten Geld einen Schutz, der Fliegen davon abhält, in Tassen zu fallen.

Der Palästinenser gibt dem Israeli die Schuld an der Fliege in seinem Kaffee, protestiert bei den Vereinten Nationen gegen diesen Akt der Aggression, nimmt von der Europäischen Union eine Spende für den Kauf eines neuen Kaffees entgegen, kauft für das Geld jedoch Sprengstoff und jagt damit das Kaffeehaus in die Luft, in dem der Italiener, der Franzose, der Chinese, der Deutsche und der Russe gerade versuchen, dem Israeli zu erklären, dass dieser seine Tasse Tee dem Palästinenser überlassen sollte.

Für diesen Witz wurde Malca Goldstein-Wolf für dreißig Tage von Facebook gesperrt.

Malca Goldstein-Wolf ist eine Frau, die durch ihr Engagement schon sehr viel im Kampf gegen Judenhass erreicht hat. Es ist unter anderem ihr zu verdanken, dass der WDR eine Zusammenarbeit mit dem Musiker Roger Waters beendete, nachdem sie dem Intendanten davon überzeugen konnte, dass Roger Waters antisemitische Vorurteile und Hass gegen den Staat Israel schürt. Sie hat den WDR ebenfalls zu einer Entschuldigung bewegen können, nachdem ein mehr als undifferenzierter Beitrag durch den Sender veröffentlicht worden war (siehe „Der Artikel hätte in dieser Form nicht veröffentlicht werden dürfen“.

Malca Goldstein-Wolf schreibt öfter als Gastautorin auf Tapfer im Nirgendwo.

Wenn immer es ihre Zeit erlaubt, demonstriert Malca Goldstein-Wolf gegen Judenhass, wie im Sommer 2018 bei einer Demonstration in Bochum (siehe „Wir werden nicht schweigen“) oder im Herbst 2018 bei einer Demonstration in Köln, auf der sie sogar körperlich angegriffen wurde (siehe „Diese Ausstellung spaltet“).

Ein wichtiges Mittel von Malca Goldstein-Wolf im Kampf gegen Judenhass ist Facebook. Mit diesem sozialen Netzwerk erreicht sie viele Menschen und organisiert so ihre aufklärerischen Aktionen gegen Judenhass. Das wissen ihre Gegner. Darum versuchen sie mit allen Mitteln, sie zu entwaffnen, indem sie ihre Veröffentlichungen auf Facebook melden, in der Hoffnung, dass sie gesperrt wird.

Jetzt ist es ihnen wieder gelungen. Facebook hat Malca Goldstein-Wolf für dreißig Tage gesperrt und somit eine Kämpferin gegen Judenhass entwaffnet. Ihr Vergehen? Ein Witz!

Es gibt ein grundlegendes Problem bei Facebook. Dort werden Einträge gelöscht, wenn sie von vielen Menschen gemeldet werden. Diese Methode hat jedoch einen großen Fehler. Es gibt über 2,1 Milliarden Christen und über 1,6 Milliarden Muslime auf der Welt. Aber es gibt nicht mal 16 Millionen Juden. Es ist viel leichter, eine große Anzahl von Muslimen oder Christen zu finden, die sich durch eine Aussage beleidigt fühlen und mag sie auch noch so harmlos sein, als eine große Anzahl von Juden, die sich durch eine Aussage beleidigt fühlen und mag sie auch noch so brutal sein.

Immer wieder kommt es bei Facebook vor, dass vollkommen akzeptable Kritik am Islam gelöscht wird und die Kritiker mit langen Sperren belegt werden, während offen judenfeindliche Aussagen nicht gelöscht werden.

Malca Goldstein-Wolf soll durch massives Melden mundtot gemacht werden. Es ist ein wahrer Zermürbungskrieg, der gegen sie geführt wird. Ihre wichtigste Waffe im Kampf gegen Hass und Fundamentalismus ist das freie Wort und die Möglichkeit, die Worte zu veröffentlichen. Ein Meldemob tut nun alles, ihr diese Waffe zu entreißen und Facebook macht sich zum willigen Vollstrecker dieses Mobs.

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Ich bin Feminist

Der Feminismus lässt sich auf eine einfache Formel bringen, die Hedwig Dohm bereits im 19. Jahrhundert artikuliert hat:

“Die Menschenrechte haben kein Geschlecht!“

Der Feminismus ist nichts weiter als Ausdruck der Überzeugung, dass alle Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Der Feminismus ist keine Ideologie, die Frauen oder Männer verändern will, sondern kämpft lediglich dafür, dass jede Frau und jeder Mann in Freiheit und unter Garantie des Lebens das eigene Glück suchen darf, egal wie dieses Glück aussieht.

In Frankreich wird die französische Revolution am 14. Juli gefeiert. In den Vereinigten Staaten von Amerika wird die Unabhängigkeit am 4. Juli gefeiert. Beide Revolutionen aber befreiten nicht die Frauen! Der Feminismus ist Ausdruck der Überzeugung, dass alle Männer und Frauen im Besitz der Menschenrechte sind und nicht nur Männer.

Frauen waren in Europa noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts nicht im Besitz der Menschenrechte. Sie durften in Frankreich und den USA nicht wählen, im Gegensatz zu ehemaligen männlichen Sklaven. Die Tore der höheren Bildung waren ihnen verschlossen und ökonomisch wurden sie brutal ausgebeutet.

Frauen waren Sklaven.

Noch heute werden Frauen an vielen Orten der Welt brutal unterdrückt. Sie werden gesteinigt und in Gefängnisse gesperrt. Einige sind aus Stein, andere aus Stoff.

Was Frauen erleben und erleben mussten, aber auch was sie erkämpft und erreicht haben, nämlich die Freiheit für sich und alle Menschen, stellt alles davor Dagewesene in den Schatten. Der Feminismus hat mehr Menschen befreit als die französische Revolution oder die amerikanische Revolution, die lediglich weniger als die Hälfte der Bevölkerung befreit hatten.

Wären die Heldinnen der feministischen Revolution Männer gewesen, stünden heute überall Statuen dieser Helden herum, Jungs und Mädchen könnten aus dem Stand ein paar Namen von Feministinnen nennen und sie würden sich stolz als Suffragetten verkleiden. Die Schriftstellerin Rebecca West sagte einst:

„Ich selbst habe es nie geschafft, genau herauszufinden, was Feminismus ist. Ich weiß nur, dass ich immer dann als Feministin bezeichnet werde, wenn ich Gefühle zum Ausdruck bringe, die mich von einer Fußmatte unterscheiden.“

Das Wort „Feminist“ ist ein Kompliment.

Nennt mich einen Feministen! Es macht mich stolz, Feminist genannt zu werden, denn Marie le Jars de Gournay war eine Feministin. Im Jahr 1622 veröffentlichte sie das Werk „Über die Gleichheit“ und argumentiert dort, dass alle Menschen ungeachtet der Herkunft und des Geschlechts vernunftsbegabte Wesen sind und daher gleich an Rechten und Pflichten:

„Genau genommen ist das menschliche Wesen übrigens weder männlich noch weiblich: das unterschiedliche Geschlecht ist nicht dazu da, einen Unterschied in der Ausprägung herauszubilden, sondern es dient lediglich der Fortpflanzung. Das einzige wesenhafte Merkmal besteht in der vernunftbegabten Seele. Und wenn es erlaubt ist, beiläufig einen kleinen Scherz zu machen, dann wäre hier wohl jene anzügliche Bemerkung nicht unpassend, die besagt: nichts ähnelt dem Kater auf einer Fensterbank mehr als – die Katze. Der Mensch wurde sowohl als Mann wie Frau geschaffen. Männer und Frauen sind eins.“

Hundert Jahre später widersprach der Humanist Rousseau dieser Auffassung und erklärte statt der feministischen Menschenrechte die humanistischen Männerrechte. Die französische Philosophin Olympe de Gouges kritisierte den Sexismus ihrer Zeit mit deutlichen Worten:

„Die Sturmglocke der Vernunft ist im ganzen Universum zu hören; erkennt eure Rechte! Das gewaltige Reich der Natur ist nicht mehr umlagert von Vorurteilen, Fanatismus, Aberglaube und Lügen. Die Fackel der Wahrheit hat alle Wolken der Dummheit und Anmaßung zerstreut. Der versklavte Mann hat zwar seine Kräfte vervielfacht, aber er hat der eurigen bedurft, um seine Ketten zu sprengen. Kaum in Freiheit versetzt, ist er nun selbst ungerecht geworden gegen seine Gefährtin. O Frauen! Frauen, wann wird eure Verblendung ein Ende haben? Was sind denn die Vorteile, die euch aus der Revolution erwachsen sind? Ihr werdet noch mehr verachtet, noch offener verhöhnt.“

Im 17. Jahrhundert erklärte Marie les Jars de Gournay die Gleichheit von Männern und Frauen, aber im 18. Jahrhundert erklärten die Männer der Französischen Revolution kurzerhand nur die Männer- und Bürgerrechte. Oft werden diese Männer- und Herrenrechte fälschlicherweise als Menschen- und Bürgerrechte übersetzt, obwohl Frauen dezidiert nicht mit „des hommes“ gemeint waren, was Oylmpe de Gouges in ihrer Antwort „Die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ deutlich kritisierte.

„Fürchtet ihr, dass unsere französischen Gesetzgeber – Richter über jene Moral, die sich lange Zeit in der Politik eingenistet hat, nun aber überlebt ist – es euch wiederholen: „Frauen, was habt ihr mit uns gemein?“ „Alles“, werdet ihr zu entgegnen haben. Und wenn sie sich in ihrer Schwäche darauf versteifen, mit ihren eigenen Prinzipien in Widerspruch zu geraten, dann setzt beherzt die Macht der Vernunft ihren eitlen Anmaßungen entgegen, euch überlegen zu sein (…) Die Frau hat das Recht das Schafott zu besteigen; sie muss gleichermaßen das Recht haben, die Tribüne zu besteigen!“

Zu keiner Zeit war die Hauptströmung des Feminismus von dem Gedanken geprägt, Männer seien den Frauen untergeordnet. Dem Humanismus jedoch hingen nicht selten führende Philosophen an, die Frauen den Männern unterstellten. Es sind daher die Humanisten, die sich fragen sollten, ob der Humanismus etwas ehrenwertes ist, nicht die Feministinnen!

Feministinnen kämpften stets für die Gleichberechtigung aller Menschen. Die führenden Köpfe im Kampf gegen die Sklaverei waren nicht selten Frauen: Aphra Behn (17. Jahrhundert), Mary Wollstonecraft (18. Jahrhundert), Mathilde Franziska Anneke (19. Jahrhundert).

Während Olympe de Gouges für die Menschenrechte stritt und das Recht eines jeden Menschen auf einen fairen Prozess verteidigte, erklärten die männlichen Sieger der Revolution den Terror. Obwohl Olympe de Gouges eine blühende Republikanerin war und in dem König einen Feind der Demokratie sah, kämpfte sie für einen fairen Prozess des Königs, weil für sie Menschenrechte unveräußerlich waren, selbst für die größten Feinde. Für Olympe de Gouges sollte die Vernunft herrschen. Die Sieger der Revolution sahen das anders. Am 17. Januar 1794 erklärte Maximilien Robespierre den Sieg der „Natur“ über die Vernunft:

„Wenn man vorschlägt, Ludwig XVI. den Prozess zu machen, so stellt man die Revolution in Frage. Kann er gerichtet werden, so kann er freigesprochen werden, kann er freigesprochen werden, so kann er unschuldig sein. Ist er aber unschuldig, was wird aus der Revolution? (…) Wie könnte der Tyrann den gesellschaftlichen Pakt für sich anrufen? Er hat ihn vernichtet! Welche Gesetze sind an seine Stelle getreten? Die Gesetze der Natur: das Volkswohl.“

Olympe de Gouges jedoch verteidigte die Gesetze der Vernunft und landete dafür auf dem Schafott. Am 3. November 1793 wurde sie hingerichtet. Ihr Vergehen: Sie hatte sich den „Gesetzen der Natur“ widersetzt. Sie wusste warum.

Der griechische Philosoph Platon erklärte zwar schon vor über 2400 Jahren in dem fünften Buch seiner Abhandlung „Politeia – Der Staat“, dass Frauen den gleichen Zugang zu politischen Ämtern haben müssen und forderte sogar die Gleichstellung der Frauen in der Erziehung, er erklärte aber dennoch eine generelle Minderwertigkeit der Frau und begründete dies mit der Natur.

In seiner Schrift „Timaios – Über die Natur“ erklärt er im 44. Aufsatz, dass Männer, die Zeit ihres Lebens Feiglinge waren oder Unrecht übten, als Frauen wiedergeboren werden. In der „Politeia“ betont er, dass „der Anblick nackter Frauen bei der Gymnastik auch die älteren Frauen, sowie auch die Greise in den Gymnasien lächerlich sind, wenn sie, als runzlige und gar nicht lieblich anzuschauen, dennoch ihre Lust zu Leibesübungen nicht aufgeben“.

Platon erklärt zwar, dieses Gefühl der Lächerlichkeit sei einer für ihn nicht verständlichen Abneigung der Nacktheit geschuldet, es fällt jedoch auf, dass er jedes Mal mit der Natur argumentiert, wenn er den Mann über die Frau stellt.

Wenn die Mächtigen krank werden, wollen sie nicht, dass die Natur herrscht, sondern sie verlangen nach der Vernunft des Arztes. Wenn ihnen Unrecht widerfährt, wollen sie nicht, dass die Natur herrscht, sondern sie rufen nach der Vernunft des Richters. Wenn Menschen aber andere Menschen unterdrücken wollen, dann holen sie schnell die Natur aus der Kiste. Dann gibt es auf einmal die Natur der Frau, die Natur des Juden oder die Natur des Schwarzen und die Mächtigen tun so, als wüssten sie genau, was die Natur will, ganz so als hätten sie erst letzten Sonntag mit Mutter Natur Kaffee getrunken. Hedwig Dohm kritisiert dieses Verhalten scharf:

„Wie der Mensch sich seinen Gott nach seinem Ebenbild schafft, so legt ein jeder seine Anschauungen der Natur in den Mund. Eine Byzantinerin ist die Natur, redet dem, der gerade die Macht hat, zu Munde, oder gibt wenigstens immer die Antwort, die der Fragende erwartet. Was ist natürlich, was unnatürlich? Die meisten geistigen Errungenschaften sind Einbrüche in vermeintliche Naturgesetze. Das scheinen die Antifeministen selbst zu bestätigen, wenn sie sagen: „Wir müssen auf der Änderung dieser verkehrten Welt bestehen.“ Recht haben sie. Wir bestehen ja auch darauf. Nur wollen sie, dass die Welt wieder so werde, wie sie einstmal war, wir aber wollen, dass sie werde, wie sie noch niemals war. Und sage nicht, es muss so sein, weil es niemals anders war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte steriler Gehirne. Schaffe Möglichkeiten!“

Hedwig Dohm verurteilte besonders, dass die alte Frau von so vielen Menschen verächtlich gemacht wird:

„Von dem, was für unangemessen gilt, beruht das meiste auf Gewohnheit und Zeitvorurteil. Ein Beweis dafür ist, dass ein Tun, das die alte Frau lächerlich macht, bei dem gleichaltrigen Mann Beifall, oft den allerlebhaftesten, findet. Eine alte Frau mit Schlittschuhen an den Füßen, auf dem Fahrrad, auf dem Pferd, – lächerlich; der achtzigjährige Moltke auf dem Pferd wurde als eine bewundernswerte Erscheinung angestaunt; dem weißbärtigen Schlittschuhläufer folgen nur wohlwollende Blicke.

Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen; aber gegen den zu frühen Tod des Weibes sind viele Kräutlein gewachsen. Das kräftigste heißt: bedingungslose Emanzipation der Frau – und damit die Erlösung von dem brutalen Aberglauben, dass ihr Daseinsrecht nur auf ihrem Geschlecht beruhe.“

Es ist völlig irrelevant, was die Natur will, wenn sie überhaupt was will. Die meisten Menschen heute würden gar nicht leben, ginge es nach der Natur.

Wenn es nach der Natur ginge, wäre ich schon längst tot!

Würden Sie etwa noch leben? Hatten Sie schon mal eine Operation? Tragen Sie ein Brille? Haben Sie eine schwere Grippe überstanden? Nutzen Sie moderne Technik? Dann sind Sie wider der Natur noch hier. Die Natur hätte Sie längst entsorgt!

Viele Menschen glauben, Natur sei das Naherholungsgebiet am Stadtrand. Die Wälder in Deutschland sind aber keine Natur. Sie sind Kultur. Sie werden von der Vernunft der Mitglieder des Forst- und Grünflächenamts gut verwaltet. Natur ist nicht gepflegter Wald und gemähte Wiese. Natur ist, wo der Mensch Beute ist!

Die Natur hat keine Absicht. Sobald der Natur Absichten und Moral unterstellt wird oder sobald der Natur ein Schöpfer gegeben wird, haben wir es mit einer Religion zu tun und Religion ist Kultur.

Gut und böse sind Kategorien der Vernunft. Die Vernunft versucht zwar, Natur wissenschaftlich zu verstehen, aber alles, was Vernunft hat, weiß oder mindestens ahnt, dass Moral in der Natur nicht zu finden ist.

Die Moral war lange Zeit ein Diktat der Götter. In der heutigen Zeit, da der Glaube an Gott vielerorts verschwunden ist, flüchten nicht wenige, die religiös heimatlos geworden sind, in den Schoß der Natur und ernennen die Natur zu ihrem Gott. So wie sich die Menschen einst Gott nach ihrem Bilde schufen, so legen sie heute der Natur ihre Ansichten in den Mund! Für die Einen regelt Gott, was gut und was böse ist, für die Anderen die Natur.

Ob man nun aber gottesfürchtig oder naturfürchtig ist, das Sagen haben jene, die glaubhaft machen können, Erleuchtete zu sein, die vorgeben, den direkten Draht nach oben zu haben. Sie wissen angeblich genau, was Gott oder die Natur will. Sie behaupten, es vernommen zu haben und erklären, den wahren Weg zu kennen. Sie sind die Propheten, die Guten! Und sie benehmen sich so!

Um gute Dinge zu vollführen, braucht es jedoch keinen Gott. Gott stört bei guten Taten nicht, hilft höchstens dabei. Böse Taten jedoch brauchen einen Gott, nämlich den festen Glauben daran, die abscheulichen Taten im Namen eines höheren Sinns und Zwecks zu begehen. Gotteskrieger kämpfen für den lieben Gott und Naturgläubige für die liebe Natur.

Die Natur ist aber nicht lieb. Sie ist auch nicht böse. Die Natur ist indifferent und kennt keine Moral. Sie ist!

Gut und böse sind Kategorien der Vernunft. Der Mensch muss sie selbst definieren, verteidigen und leben. Hätte der Mensch alles Neue verdammt, weil es 5000 Jahre vorher anders gemacht wurde, säße er heute noch als ständige Beute in einer Höhle und würde noch vor dem 30. Lebensjahr verrecken.

Es waren kluge Philosophen wie die Feministinnen, die ihre Vernunft genutzt haben, um sich zu emanzipieren und sich zu befreien von den Ketten, die uns vermeintlich von der Natur angelegt wurden. Es ist daher eine Frage des Stolzes, Feminist zu sein. Hedwig Dohm sagte:

„Mehr Stolz, Ihr Frauen, der Stolze kann missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn!“

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Der israelische Verteidigungsminister erklärt seinen Rücktritt

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hat seinen Rücktritt erklärt. Wer ist dieser Mann?

Avigdor Lieberman ist Gründer der Partei „Unser Haus Israel“ und ist unbestritten ein Hardliner. In einem Land, das von seinen Nachbarn vernichtet werden soll, ist es nicht ungewöhnlich, eine harte Linie zu entwickeln. Die regierende Partei im Gazastreifen fordert in ihrer Gründungscharta die Vernichtung aller Juden weltweit (Artikel 7) und wirft regelmäßig Raketen auf Israel ab, in der Hoffnung, so viele Menschen wie möglich zu töten. Die Fatah wiederum preist in der sogenannten Palästinensischen Autonomie auf Feierlichkeiten den Völkermord an Juden, während Straßen und Plätze nach Judenmörder benannt und Familien von Terroristen fürstlich belohnt werden. Da würde ich auch hart drauf reagieren.

Avigdor Lieberman reagiert mit seinen Rücktritt auf Israels Zustimmung zu einer Waffenruhe mit der Hamas. Die Waffenruhe sei eine „Kapitulation vor dem Terror“ und fügt hinzu: „Wir kaufen uns Ruhe für eine kurze Zeit und schaden dabei der nationalen Sicherheit.“

Jeder Jude, der sich der erklärten Massenmordabsicht der Hamas entgegenstemmt, ist ein Hardliner – und das ist auch gut so! Wohin ein sofort Umgang mit diesen Mördern führt, zeigt die Geschichte.

Es gibt weder in der Hamas noch in der Fatah einen einzigen Politiker, der so gemäßigt ist wie Avigdor Lieberman. Im Vergleich zu der Hamas und der Fatah ist Lieberman ein Friedensengel. Gäbe es in der Regierung der palästinensischen Autonomie auch nur einen Mann wie Avigdor Lieberman, der Frieden wäre übermorgen da! Ein Beispiel:

Im Jahr 2001 gestand Lieberman, einem zwölfjährigen Jungen, der seinen Sohn angegriffen hatte, ins Gesicht geschlagen zu haben. Der Vorfall ereignete sich 1999 in der israelischen Siedlung Nodkim. Nachdem sein Sohn ihm von dem Angriff erzählt hatte, spürte Lieberman dem Jungen auf und schlug ihn. Er wurde wegen tätlichen Angriffs und Drohung schuldig gesprochen. Das ist Israel! Terroristen, die Juden niederstechen, Eltern vor ihren Kindern abschlachten und auf Straßen und in Synagogen Massaker veranstalten, werden in der Palästinensischen Autonomie nicht verurteilt, sondern als Helden gefeiert. Das ist der Unterschied!

Das Problem vieler selbsternannter Nahostexperten, auch bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten, besteht darin, dass sie bereits jauchzen, wenn ein Politiker in Gaza kein Hitler ist, sie aber garstig einen jüdischen Politiker in Israel in Grund und Boden kritisieren, wenn er kein Nathan der Weise ist.

Vor einiger Zeit habe ich Bekanntschaft mit einem rheinischen Lokalpolitiker gemacht, der ein typisches Beispiel der Gattung Nahostexperte ist. Sein Name ist Frieder Wolf. Er ist der Leiter des Kölner Büros für „Internationale Angelegenheiten“. Ja, Köln leistet sich einen eigenen Kölschen Außenminister. Frieder Wolf gibt an, sich für den christlich-jüdischen Dialog einzusetzen und besonders, so betont er, liege ihm der Frieden im Nahen Osten am Herzen.

Wie schön. Ein Beamter einer Stadt, in der es über 600 Jahre gedauert hat, einen Dom zu bauen, wo Kirchtürme wegsacken, Stadtarchive einstürzen und über Silvester stundenlang ein rechtsfreier Raum entstand, weil die Polizei nicht in der Lage war, die Grundrechte seiner Bürgerinnen zu garantieren, diese Stadt mit Baustellen an jeder Ecke möchte vom Rhein aus den Nahen Osten befrieden.

Der Regisseur und Autor Tuvia Tenenbom besuchte jüngst den kölschen Außenminister in seinem Büro, nachdem er sich als Mann vorgestellt hatte, der seine Aufgabe darin sähe, Juden zu retten. “Ein Judenretter”, dachte sich Tuvia und entschied: “Ich möchte sehen, wie das Büro eines städtisch angestellten Judenretters in Köln aussieht.”

Tuvia ging also ins Büro von Frieder Wolf und war überrascht über das Bild, das er prominent platziert im Büro des kölschen Außenministers vorfand: Frieder Wolf zusammen mit Mahmud Abbas von der Fatah, der im Juli 2013 diese Worte zu überwiegend ägyptischen Journalisten sprach:

“In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.”

Das erste Mal fiel mir der Kölsche Außenminister auf, als er in einer Diskussion zu einem Vortrag mit dem Titel “Wo Israel ist und wo Palästina? Der lange Weg zu einer Zwei-Staaten-Lösung aus israelischer Sicht” nicht vor einem Israel-Nazideutschland-Vergleich zurückschreckte und keinen Mucks von sich gab, als die Veranstaltung mit der Aussage einer jungen Frau endete, die ernsthaft anmerkte, dass sie angesichts des Verhaltens Israels den Hass gegen Juden und Israelis verstehen könne. In einer späteren Mail fragte ich ihn, wie es möglich sein kann, Friedensgespräche mit der Hamas zu fordern, im Wissen, dass die Hamas laut Artikel 7 der Hamas Charta alle Juden vernichten möchte und ein Minister der Hamas folgendes öffentlich erklärt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Darauf erwiderte der Kölsche Außenminister vom offiziellen Mailaccount der Stadt Köln aus, dass sich „Ekelhaftigkeiten“ auf beiden Seiten finden lassen:

„Gegenseitiges Misstrauen ist ein Teil des ungelösten Konflikts. Die Mehrheit der Israelis befürchtet, dass die Palästinenser und Araber alle Juden ins Meer treiben wollen, und die Mehrheit der Palästinenser befürchtet, dass aus Israel mehr und mehr Groß-Israel und die Westbank dem Stadt Israel einverleibt wird.“

Wenn ein Nahostexperten spricht, kann es richtig heiter werden. Nahostexperte Wolf zum Beispiel sagt, Israelis „befürchten“ nur, dass Palästinenser und Araber alle Juden ins Meer treiben wollen. Es klingt fast so als seien paranoiden Juden für ihn das Problem und nicht der Minister der Hamas, der genau diesen Vernichtungswunsch im Fernsehen erklärt hat oder der Mufti Muhammad Hussein, der von Mahmud Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt wurde und am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah folgende Worte in die jubelnde Menge sprach:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken. Dann werden die Steine und Bäume zu uns rufen: ‚Oh Moslem, Diener Allahs, da versteckt sich ein Jude hinter mir, komm und töte ihn.'“

Der Kölsche Außenminister ist sich sicher, „Ekelhaftigen“ gibt es auf beiden Seiten:

„Äußerungen radikaler Siedler stehen denen von Hamas nicht nach. Beide sind ekelhaft und verabscheuungswürdig.“

Das ist der typische Taschenspielertrick selbsternannter Nahostexperten. Sie vergleichen politische Führungspersonen und religiöse Autoritäten auf der arabischen Seite mit radikalen Privatpersonen auf der israelischen Seite. Der Kölsche Außenminister führt aus:

„Ich verurteile Hasstiraden, Rassismus und ganz besonders Antisemitismus. Aber ich verurteile Rassismus auf beiden Seiten. Und das, was radikale Kräfte auf israelischer Seite äußern und bisweilen auch tun (siehe die wiederholten Übergriffe fanatisierter jüdischer Siedler gegen Palästinenser) ist ebenfalls blanker Rassismus. Wer nicht beides thematisiert, ergreift einseitig Partei. Das geschieht häufig in der Politik. Führt aber in die Sackgasse, in der der Nahe Osten seit Jahrzehnten steckt. Da mache ich nicht mit.“

Der Kölsche Außenminister behauptet zwar, ganz besonders den Antisemitismus zu verurteilen, als ich ihn aber mit blankem Judenhass auf arabischer Seite konfrontierte, da verurteilte er nicht sofort laut vernehmlich, sondern verwies auf angeblich ebenfalls gleichwertige „Ekelhaftigkeiten“ auf israelischer Seite. Das ist kein Verurteilen, das ist Relativieren und Verharmlosen!

Es ist so, als verwiese ein Mann, der um eine Stellungnahme zu dem Judenhass von Goebbels befragt wird, auf den Umstand, dass es auch unter Juden Kriminelle gäbe, um dann etwas von „graduellen Unterschieden“ zu faseln. Wenn man mit blankem Judenhass konfrontiert wird, muss man nicht Übergriffe jüdischer Siedler thematisieren, denn das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun! Antisemitismus ist unabhängig vom Verhalten von Juden. Ich zitiere einen arabischen Prediger:

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (…) Dein Glaube bezüglich der Juden soll sein, erstens, dass sie Ungläubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie Palästina besetzt halten. Sie wären auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hätten!“

Für die meisten Nahostexperten reicht es, wenn sich Palästinenser menschlich verhalten. Israelis aber müssen Heilige sein. Genau diese Haltung, von Juden mehr zu verlangen als vom Rest der Welt, ist klassischer Judenhass. Der Kölsche Außenminister verlangt von Israel nicht nur, es besser zu machen als alle andere, Israel muss perfekt sein, schließlich ist Israel der Jude unter den Staaten.

„Graduelle Unterschiede“ nennt es der Kölsche Außenminister. Ich nenne es Judenhass. Wer Juden etwas übel nimmt, das er Nichtjuden nicht übelnimmt, ist ein Antisemit.

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