„Holocaust Alaaf!“

Berlin, halt Dich fest, Yael Bartana kommt an die Spree! An der Volksbühne wird sie das Stück „Was, wenn Frauen die Welt regieren“ nach Motiven von Stanley Kubricks „Dr. Strangelove“ inszenieren.

Mit dem Inszenieren nach Motiven, die etwas zu groß sind für sie, kennt Yael Bartana sich aus. Am 28. Juni 2013 zum Beispiel präsentierte sie in Köln im Rahmen der Impulse Theater Biennale vor dem Kölner Dom die Performance „Zwei Minuten Stillstand“ nach den Motiven des israelischen Holocaustgedenktags Jom haScho’a. Was herauskam, war eine karnevaleske Verballhornung des Holocaustgedenktags.

Jom haScho’a ist ein israelischer Nationalfeiertag und Gedenktag für die Opfer der Shoa einerseits und den jüdischen Widerstand und das Heldentum der jüdischen Untergrundkämpfer andererseits. An dem Tag um 10 Uhr heulen in Israel für zwei Minuten die Sirenen. Der öffentliche Nahverkehr und normalerweise auch alle anderen Fahrzeuge halten dann an, die meisten Passanten bleiben schweigend stehen. Israel hält inne. Diese Form des Gedenkens parodierte Yael Bartana in Köln, indem sie alle Kölnerinnen und Kölner dazu aufrief, am 28. Juni 2013 um 11 Uhr ihren Alltag für zwei Minuten „symbolisch zu unterbrechen“. Woran Sie denken sollten, gab Yael Bartana auf der Homepage des Festivals bekannt:

„Drittes Reich und Holocaust sind nicht nur historische Ereignisse – sie haben weitreichende Wirkungen in unsere Gegenwart hinein: die Gründung des Staates Israel, die Besetzung der palästinensischen Gebiete, Flucht, Vertreibung in Europa und im Nahen Osten. Selbst die finanziellen Ungleichheiten in der EU sind vielfach noch immer Folgen des Zweiten Weltkriegs, so wie es Deutschlands Wohlstand ist.“

Der Journalist Alan Posener von der WELT brachte die Lächerlichkeit dieser Kunstaktion auf folgende passende Formel gebracht:

„Holocaustgedenken heißt also: Gegen Israel und für Eurobonds zu sein. So in etwa. Die Dummheit höret nimmer auf.“

Die taz schrieb:

„Vertriebene Schlesier, bedrohte Migranten: Die Aktion „Zwei Minuten Stillstand“ verwandelt Holocaust-Gedenken in ein europäisches Wohlfühlprojekt.“

Der Oberbürgermeister der Stadt Köln war jedoch begeistert und kommentierte die Kunstaktion mit folgenden Worten:

„Yael Bartana gibt uns mit ihrer Einladung zu „Zwei Minuten Stillstand” die großartige Gelegenheit, individuell zu entscheiden, eine gemeinschaftliche Erfahrung zu machen. Es ist ein wichtiges Projekt, das uns auffordert darüber nachzudenken, wie wir heute der Schrecken des Holocausts gedenken können, aber auch was unsere eigene Verantwortung für unsere Gegenwart und Zukunft ist. Ich unterstütze die Vision der Künstlerin, einen Moment des Innehaltens zu schaffen. Und ich lade alle Kölnerinnen und Kölner ein, sich an dieser Aktion zu beteiligen.” „Zwei Minuten Stillstand“ fordert uns dazu auf, die Gegenwart zu reflektieren. Anzuhalten, über die Geschichte nachzudenken und über unsere Zukunft. Darüber, was es heute bedeutet, deutsch zu sein, als Immigrant in Deutschland zu leben, welche Konsequenzen der Holocaust ebenso wie seine Instrumentalisierung heute haben.“

Jürgen Roters faselte von einer Instrumentalisierung des Holocausts, ohne dabei zu erläutern, was er genau damit meinte. Währenddessen instrumentalisierte Yael Bartana mit der Unterstützung der Stadt Köln und des Oberbürgermeisters den Holocaust, indem sie zu einer Performance vor dem Kölner Dom lud, bei der die Kölnerinnen und Kölner über der Holocaust nachdenken sollten, um dabei die „großartige Gelegenheit“ zu erleben, „eine gemeinschaftliche Erfahrung zu machen.“

Wer aus dem Holocaust eine gemeinschaftliche und großartige Erfahrung macht, instrumentalisiert den Holocaust.

So kam es, dass am 28. Juni 2013 kurz vor elf Uhr ein kleines Grüppchen schutzsuchend unter dem Dach des Römisch-Germanischen Museums vor dem Kölner Dom stand und darauf wartete, dass die Domuhr elf schlägt. Es waren nur wenige gekommen, da es regnete. „Was für ein tristes Wetter,“ schienen einige zu denken, „so macht Holocaustgedenken einfach keinen Spaß.“

Als der Dom 11 Uhr schlug, blies eine Gruppe Schülerinnen und Schüler in Trompeten und Hörner. Einige Menschen auf der Domplatte standen still und dachten. Es war eine Holocaustgedenkveranstaltung für alle! Ob nun vertriebene Schlesier oder bedrohte Migranten, ob nun Auschwitz oder der Tod eines Haustiers, die Aktion „Zwei Minuten Stillstand“ verwandelt den Holocaust-Gedenken in ein kölsches Wohlfühlprojekt, bei dem an alles gedacht werden durfte, was man so doof fand in der Welt. Einige demonstrierten gegen Rassismus, andere gegen Israel. Eigentlich fehlte nur noch, dass jemand rief: „Holocaust Alaaf!“

Um diese Trivialisierung nicht widerstandslos hinzunehmen, versammelten sich zur gleichen Zeit am selben Ort Menschen aus allen Ecken Deutschlands. Sie kamen aus Essen, Siegen, Hamburg und Köln. Sie hatten durch meinen Blog Tapfer im Nirgendwo von der Performance erfahren und kamen, um das Schweigen zu brechen! Sie sangen das hebräische Lied der Hoffnung (Hatikva) und tranken Wein. Einige trugen Israelfahnen.

Dies wiederum störte einige Schüler, die von ihren Lehrerinnen und Lehrern zu der Performance hergebracht worden waren. Diese Jungs wollten nicht unkommentiert auf einer Demonstration sein, wo die Israelfahne zu sehen war und riefen daher: „Viva Palastine!“ Israel war für sie ein Land ohne Existenzberechtigung.

Im Anschluss der Performance erklärte mir die Künstlerin, dass es keine Autorität geben dürfe, die darüber entscheidet, wie man an den Holocaust zu denken habe. „Sie haben Recht,“ erwiderte ich, „aber das klingt schon ein bißchen komisch aus dem Mund einer Künstlerin, die gerade eine Holocaustgedenkkunst performt hat, die von öffentlichen Geldern finanziert wurde und unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters stattfand. Noch mehr Autorität geht in einer Demokratie nicht!“

Später am Tag, um 18 Uhr, saß ich in einer Diskussionsrunde zu der Performance an der Universität zu Köln. Die Kuratorin der Impusle Theater Biennale 2013, Stefanie Wenner, sagte, sie habe die Performance an der Keupstraße erlebt. Dort seien auch Schülerinnen und Schüler anwesend gewesen, die das Stillstehen vorher in der Schule geübt hätten. Es sei sehr schwer gewesen, sie zum Stillstehen zu bewegen, aber es habe funktioniert. Dieses Stillstehen verleitete Stefanie Wenner dann tatsächlich zu der Aussage: „Es war ein Moment von Schönheit.“

Holocaustgedenken kann so schön sein, vor allem wenn deutsche Schüler, die Israel eher nicht mögen, wieder das Strammstehen lernen. Ein weiterer Diskussionsteilnehmer des Abends sagte:

„Das Kunstwerk passt besser nach Köln als nach Düsseldorf, weil es in Köln ein viel größeres Gemeinschaftsgefühl gibt.“

Jetzt kommt die Künstlerin, die in Köln den Holocaust so schön und zu einem Gemeinschaftsgefühl der Deutschen gemacht hat, nach Berlin. Der neue Intendant der Berliner Volksbühne, Chris Dercon und seine Programmdirektorin Marietta Piekenbrock haben Yael Bartana nach Berlin geholt.

Eine recht spannende Wahl, denn neben Yael Bartana wurde auch die britische Rapperin Kate Tempest verpflichtet, die am 6. Oktober 2017 mit „Let Them Eat Chaos“ mit Orchester und Chor auf dem Tempelhofer Feld in einer Produktion der Volksbühne zu sehen sein soll. Kate Tempest ist jedoch glühende Anhängerin der BDS-Bewegung, die dazu aufruft, Menschen zu meiden, zu schwächen und zu boykottieren, wenn sie Israelis sind. Sibylle Berg schreibt dazu:

„Beherzt kämpfen sie von der Insel aus gegen Produkte von Juden, gegen Künstler, die aus Israel kommen oder dort arbeiten wollen.“

Es verspricht spannend zu werden in der Berliner Volksbühne.

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Dudenkritisch

Neulich war ich in dem virtuellen Wörterbuch duden.de auf der Suche nach einem Wort. Ich suchte „Deutschlandkritisch“. Der Duden antwortete:
Dann suchte ich „Englandkritisch“:
Ich suchte nach „Amerikakritisch“, „Russlandkritisch“, „Chinakritisch“, „Keniakritisch“ und „Brasilienkritisch“:
Am Ende versuchte ich es noch mit „Irankritisch“:
Nein, ich meinte „Irankritisch“, aber da der Duden „Israelkritisch“ vorschlug, dachte ich mir, schau doch mal nach, ob es das Wort im Duden gibt:
Siehe da. Das Wort gibt es. „Irankritisch“ gibt es nicht, aber „israelkritisch“. Ich schaute direkt nach, ob es auch das Wort „Palästinakritisch“ gibt:
Natürlich nicht. Es gibt nur Israelkritik. Isa Nowotny und Ursula Prem schreiben dazu:

„Wenn es »israelkritisch« als Wort gibt, aber nicht zum Beispiel »nordkoreakritisch«, dann dürfte das ein deutliches Zeichen sein.“

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YouTube löscht Feministin

„Wie kannst Du als Frau kommen und sagen: Ich möchte die erste Imamin sein und möchte – ich bin Frauenrechtlerin, ja, mach Deine Frauenrechte, aber nicht in der Religion, gibt’s nicht, Allah sagt: [arabischer Text] Allah sagt im Koran, die Männer sind den Frauen überlegen, in dem, was Allah [arabischer Text] ihnen an Vorzug gegeben hat. (…) Allah hat sie erschaffen. Allah sagt, sie sind nicht gleich. Allah entscheidet und Allah [arabischer Text] bestimmt, dass ein Mann nicht von einer Frau in seinem Gebet geführt werden darf! Punkt.“

Dies erklärte der islamische Prediger Eyad Hadrous zur Gründung der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin durch die Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş. In der liberalen Moschee beten Frauen und Männer gemeinsam, die Predigten werden auch von Frauen gesprochen, homosexuelle Männer und Frauen sind ausdrücklich willkommen und die Moschee steht verschiedenen islamischen Konfessionen offen.

Viele erzkonservative und frauenfeindliche Muslime wie Eyad Hadrous haben damit ein Problem. Die staatliche türkische Religionsbehörde Diyanet behauptet, die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee bemühe sich, die Religion „zu untergraben und zu zerstören“. Gläubige sollten sich von der liberalen Auslegung des Islam nicht „provozieren“ lassen.

Der Vorstand der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS) erklärt, die Toleranz der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gegenüber der Homosexualität sei eine „Verunglimpfung“, „Schmähung“ und „Beleidigung“ religiöser Traditionen.

Der Blogger Yasin Al-Hafni nennt Seyran Ateş eine „faschistische Feministin“, „unterentwickelte Gestalt“ und einen „Teufel“.

Einige muslimische Fundamentalisten rufen offen zur Gewalt gegen Seyran Ateş auf. Seit der Eröffnung der Moschee erhält Seyran Ateş viele, nach Gefährdungsanalyse des Landeskriminalamtes ernstzunehmende Morddrohungen und steht seitdem unter Polizeischutz.

Im August 2017 waren Hamed Abdel-Samad und Henryk M. Broder zu Gast in der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee. Da Hamed Abdel-Samad nicht mehr ohne Personenschutz das Haus verlassen kann, da eine Todesfatwa über ihn ausgesprochen wurde, waren über ein Dutzend Personenschützer in der Moschee. Das Treffen wurde gefilmt und am 8. August 2017 auf YouTube gestellt. Am 14. August 2017 allerdings löschte YouTube das Video wieder, nachdem der islamische Prediger Eyad Hadrous erklärt hatte, der Film habe seine Urheberrechte verletzt, da Teile seiner hasserfüllten Predigt in dem Film zitiert wurden.

Der gepredigte Hass war für YouTube nicht das Problem. Das Zitieren des gepredigten Hasses jedoch schon! Da hört für YouTube der Spaß auf. Hass ja, aber nicht zitiert und kommentiert!

Menschen wie Hamed Abdel-Samad und Seyran Ateş leben in Europa unter ständiger Lebensgefahr, weil sie Homosexuelle nicht verurteilen, für Frauenrechte streiten, das Kopftuch für Frauen nicht fordern, Juden nicht hassen und den Islam an seinen fundamentalistischen Stellen kritisieren, was viele Muslime in Europa als Grund heranziehen, sie umbringen zu wollen, aber wehe die Opfer wehren sich, zitieren den Hass und kommentieren ihn. Dann wird gelöscht, ganz nach dem Motto: „Nur, weil ich in aller Öffentlichkeit meinen Hass über Dich herausposaune, heißt das noch lange nicht, dass Du diesen Hass zitieren und kommentieren darfst.“

Am 23. Januar 2015 wurde in Berlin diese Predigt gehalten!

„Eine Frau muss das Heim zum blühenden Garten ihres Mannes machen, so dass er nicht vor ihr flüchtet wie vor Flöhen, Lepra oder einem Löwen.“

„Wenn ein Mann auf die Straße geht, wird er überall von Frauen verführt, die ihn sexuell erregen. Der Prophet Mohammed sagt, ein Mann, der von fremden Frauen auf der Straße verführt wird, muss sofort nach Hause gehen und mit seiner Frau schlafen. Was aber, wenn zu Hause ein Ghul von einer Frau auf ihn wartet?“

„Eine Frau darf niemals ohne Erlaubnis ihres Mannes einen Mann ins Haus lassen. Eine Frau darf niemals das Haus ohne die Erlaubnis ihres Mannes verlassen! Und unter keinen Umständen darf sie eine Nacht außerhalb des Hauses verbringen ohne Erlaubnis ihres Mannes! Nicht mal bei ihrem eigenen Vater!“

„Eine Frau darf nicht arbeiten ohne die Erlaubnis ihres Mannes!“

„Ein Mann sollte seiner Frau nie das Arbeiten außerhalb des eigenen Hauses erlauben!“

„Das Leben einer Frau muss auf das Haus ihres Mannes beschränkt sein!“

„Eine Frau muss kochen, den Boden wischen, sauber machen und sich um ihren Mann, ihre Söhne und Töchter kümmern!“

„Einer Frau ist es nicht gestattet, den Beischlaf mit ihrem Mann zu verweigern! Mit keiner Entschuldigung darf sie sich rausreden!“

„Eine Frau darf unter keinen Umständen „Nein“ sagen, wenn ihr Mann mit ihr schlafen will!“

„Auch wenn eine Frau ihre Tage hat, muss sie mit ihrem Mann schlafen, wenn der Mann will. Er sollte nur ihre Vagina meiden … und ihren Anus!“

Auf YouTube ist diese Predigt frei zugänglich. Zu diesem Film bestehen offensichtlich keine Bedenken.

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„Den Hass zu ignorieren, ist genauso schlimm, wie ihn zu unterstützen.“

Nach dem Anschlag in Charlottesville meldete sich Jimmy Fallon zu Wort. Ich hab die Rede übersetzt:

„Auch wenn die Tonight Show keine politische Show ist, ist es meine Verantwortung als Mensch, mich gegen Intoleranz und Extremismus zu stellen.

Was über das Wochenende in Charlottesville geschehen ist, ist einfach nur ekelerregend. Ich habe die Nachrichten geschaut, wie alle anderen auch. Ich sah Nazifahnen, Fackeln und Anhänger der Ideologie der weißen Vorherrschaft. Es hat mir den Magen umgedreht.

Meine Töchter spielten währenddessen im Nebenzimmer und ich fragte mich, wie soll ich ihnen erklären, dass es soviel Hass in dieser Welt gibt? Sie sind zwei und vier Jahre alt. Sie wissen nicht, was Hass ist. Sie gehen auf den Spielplatz und haben Freunde mit den verschiedensten Hautfarben und Hintergründen. Sie spielen einfach. Sie lachen. Sie haben Spaß.

Aber wenn die Kinder größer werden, brauchen Sie Menschen, zu denen sie hinaufschauen können, die ihnen zeigen, was richtig und gut ist. Sie brauchen Eltern, Lehrer und Vorbilder, die an das Beste in uns appellieren.

Die Tatsache, dass der Präsidenten zwei Tage brauchte, um klar und deutlich Rassismus und die Ideologie der weißen Vorherrschaft zu verdammen, ist beschämend und ich glaube, dass er sich am Ende nur zu Wort gemeldet hat, weil überall Menschen aufgestanden sind und sich empört haben.

Es ist wichtig, besonders für die weißen Menschen in diesem Land, dass sie sich gegen all dies aussprechen. Es zu ignorieren, ist genauso schlimm, wie es zu unterstützen.

Erinnern wir uns daran, dass es Menschen gab, die ihr Leben gegeben haben, um dafür zu sorgen, dass sich dieser Hass nicht ausbreitet. Sie kämpften und starben auf der richtigen Seite der Geschichte.

Eine mutige Frau in Charlottesville, Heather Heyer, starb im Alter von 32, weil sie für das Richtige einstand.

Ich kann meine schönen, heranwachsenden, neugierigen Töchtern nicht anschauen und schweigen, wenn solche Dinge passiert. Wir müssen aufstehen gegen das, was falsch ist, wir müssen anerkennen, dass es Rassismus gibt.

Wir müssen aufstehen für das, was richtig, anständig und gütig ist, um den kommenden Generationen zu zeigen, dass wir nicht vergessen haben, wie hart Menschen für Menschenrechte gekämpft haben.

Wir können nicht dahinter zurück gehen. Das können wir nicht tun.“

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Gedanken an Mariä Himmelfahrt

Heute feiern die Katholiken der Welt Mariä Aufnahme in den Himmel. Im Volksmund wird das Fest Mariä Himmelfahrt genannt, obwohl es einen entscheidenen Unterschied zu Christi Himmelfahrt gibt. Jesus stieg aus eigener Kraft zum Himmel empor, Maria dagegen wurde in den Himmel aufgenommen.

Die leibliche Aufnahme von Maria wird zwar nicht in der Bibel beschrieben, wurde aber 1950 als bisher letztes katholisches Dogma von Papst Pius XII. verkündet. In diesem mit höchster Autorität verfassten und vor allem unfehlbaren Lehr- und Glaubenssatz heißt es, dass „die Unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde“.

Mit dieser Aufnahme in den Himmel genießt Maria als „Mutter Gottes“ somit ein Privileg, denn laut katholischer Lehre lebt die Seele zwar nach dem Tod weiter, aber der Leib wird erst am Tag des Jüngsten Gerichtes auferweckt.

In Jerusalem gibt es einen Ort, an dem Mariä Aufnahme in den Himmel besonders geehrt wird:

Diesen Ort kann man so sicher besuchen, wie den Ort, wo Jesus getauft worden sein soll.

Ich selbst war dort.

Ich war auch an dem Ort, wo Jesus die Bergpredigt gehalten haben soll.

Und an dem Ort, wo Jesus einen Gelähmten geheilt haben soll.

Ich war auch an dem See, wo der auferstandene Jesus seinen Jüngern erschienen sein soll.

All diese Orte habe ich sicher besucht. Sie waren so sicher wie die Grabeskirche.

So sicher wie die engen Gassen Jerusalems.

So sicher wie der Ort, wo das letzte Abendmahl stattgefunden haben soll.

Überall in Israel fühlte ich mich sicher.

Ich ging sogar sicher durch die Wüste. Nicht mal der Teufel hat mich gestört.

All diese Orte konnte ich sicher besuchen, weil das israelische Volk meine Sicherheit verteidigte.

Israel gab mir die Möglichkeit, den Ort von Mariä Aufnahme in den Himmel zu besuchen! Danke Israel!

Leider konnte ich den Ort von Mariä Lichtmess nicht besuchen. Mariä Lichtmess ist der Tag, an dem Maria zum ersten Mal mit ihrem damals erst ein paar Wochen alten Sohn den Tempel besucht haben soll. Den Ort, wo der Tempel einst stand, bevor er zerstört wurde, konnte ich bei meinem letzten Besuch in Israel nur von der Ferne sehen.

Der Tempelberg blieb mir verschlossen. Der Zutritt war dort an dem Tag nur Muslimen erlaubt.

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Wo ist die Apartheid?

Am 20. März 2017 sprach Hillel Neuer für die Organisation UN Watch im sogenannten Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen:

„Wird die Welt der Wiener Erklärung gerecht, die grundlegende Menschenrechte bekräftigen will? Wir fragen die Regierung des türkischen Präsidenten Erdogan, wenn er sich Sorgen macht um die Menschenrechte, warum hat sie erst jüngst mehr als hunderttausend Lehrer, Dekane, Richter, Staatsanwälte, religiöse Vertreter und Beamte verhaftet? Wir fragen Pakistan, wann werden Sie Asia Bibi freilassen, die unschuldige, christliche Mutter von fünf Kindern, die zur Zeit in der Todeszelle sitzt, aufgrund des absurden Vorwurfs der Blasphemie? Wir fragen Saudi-Arabien, wann wird Sie die Geschlechterapartheid beenden? Wann hören Sie mit der anhaltenden Unterdrückung sämtlicher religiöser Praktiken auf, die nicht zum wahhabistischen Islam gehören? Wann werden Sie Raif Badawi freilassen, der eine zehnjährige Gefängnisstrafe absitzt für das Verbrechen, eine freie Gesellschaft verteidigt zu haben? Wir begrüßen die Zusage des Generalsekretärs für eine Reform der Vereinten Nationen. Darum fordern wir heute gemäß Artikel 8 der Resolution 60/251 die Entfernung von Saudi-Arabien aus dem Menschenrechtsrat. So lange 1,3 Milliarden Menschen grundlegende Menschenrechte verweigert werden, fordern wir auch die Entfernung von China. So lange die Menschenrechte von Bangladesh, Bolivien, Burundi, Kongo, Ägypten, Irak, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten verweigert werden, fordern wir deren Entfernung. Solange die Regierung Maduros Demokraten einsperrt, wie den Bürgermeister Antonio Ledezma von Caracas, während sie Millionen ihrer Bürger verzweifelt nach Nahrung suchen lässt, fordern wir die Entfernung von Venezuela. Solange die Regierung Castros Eduardo Cardet im Gefängnis sitzen lässt als Gefangener seines Gewissens, fordern wir die Entfernung Kubas …“

Da hielt es der kubanische Vertreter nicht mehr aus und unterbrach. Ihm folgten unzählige weitere Nationen, so dass über dreizehn Minuten lang darüber diskutiert wurde, ob sich der sogenannte Menschenrechtsrat Kritik gefallen lassen muss. Kuba erklärte ausführlich, die Mitglieder im Menschenrechtsrat seien nun mal gewählt worden und deshalb solle UN Watch zur Ordnung gerufen werden! Bangladesch erklärte ebenfalls ausführlich, die Sprache von UN Watch sei „nicht nur unannehmbar, sondern abscheulich“. Bangladesch erklärte nicht, dass die aufgezeigten Menschenrechtsverletzungen unannehmbar und abscheulich seien, betonte jedoch stattdessen, die Organisation UN Watch sei „ernsthaft besorgniserregend“ und deren weitere Teilnahme daher „nicht wünschenswert“. Venezuela stimmte Kuba und Bangladesch zu und betonte, UN Watch habe nichts zu tun mit der Förderung von Menschenrechten: „Diese Organisation verletzt den Geist der Zusammenarbeit, der notwendig ist für die Bedürfnisse unserer Arbeit“. Pakistan erklärte, UN Watch lasse an Ehre und Respekt fehlen, sie stets an der Spitze der Tagesordnung des Rats stehen sollten. Nach Pakistan folgte die USA, die kurz erklärte, ohne etwas zum Inhalt der Aussagen von UN Watch zu sagen, der Organisation die Möglichkeit gegeben werden sollte, weiter zu sprechen. China widersprach, weil die Vorwürfe von UN Watch „völlig inakzeptabel“ seien. Darauf erklärten das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Kanada in kurzen Erklärungen, UN Watch möge weiter sprechen. Saudi-Arabien und Iran widersprachen. Litauen erklärte, Nichtregierungsorganisationen seien wertvoller Bestandteil des Dialogs, deshalb sollten sie ausreden dürfen. Deutschland stimmte zu. Bolivien wiederum erklärte, Pakistan, China und Saudi-Arabien zustimmen zu müssen und fügte hinzu: „Wir stellen nicht die Meinungsfreiheit in Frage. Es ist der Inhalt von dem, was die Nichtregierungsorganisation gesagt hat, das sie diskreditiert.“

Die ganze Unterbrechung dauerte über 13 Minuten, so dass der Vize-Präsident des Menschenrechtsrats am Ende erklärte:

„Wir haben jetzt mehr als zehn Minuten verschwendet. Wir haben fünfzehn Länder zu der Frage gehört, ob wir es UN Watch ermöglichen sollen, weiter zu sprechen. Wir sollten alle zur Kenntnis nehmen, dass wir kaum noch Zeit haben für diese Sitzung. Darum sollten wir alle in effizienter Weise diesen Punkt zu Ende bringen. Daher darf UN Watch jetzt noch zehn Sekunden sprechen, aber ich fordere den Repräsentanten von UN Watch auf, sich angemessen zu verhalten („stay in line“) und die Mitgliedsstaaten und vor allem den Rat selbst zu respektieren!“

Nur zehn Sekunden! Was kann man nach einem minutenlangen Angriff von Vorwürfen und der Rüge durch den Vorsitzenden, sich gefällig angemessen zu verhalten, schon passendes in zehn Sekunden sagen? Hillel Neuer brauchte nur neun Sekunden:

„Mr. Präsident, wir haben das Recht, die Gründe für die Suspendierung eines Mitgliedsstaats zu zitieren, die die Gründungscharta dieses Rats selbst formuliert hat. Die Mitgliedsstaaten können bei sich zuhause die Menschenrechte zum Schweigen bringen, aber nicht hier in den Vereinten Nationen.“

Am 20. März 2017 regten sich Länder wie Saudi-Arabien und China darüber auf, dass Menschenrechtsverletzungen in ihren Grenzen kritisiert wurden, obwohl sie fünf Tage vorher, nämlich am 15. März 2017, selbst nicht sehr zimperlich waren bei der Anklage von Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern.

Ägypten warf Großbritannien vor, Menschenrechte massiv zu verletzen. Venezuela wiederum warf einigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union Xenophobie und Rassismus vor, aber präsentierte sich selbst als Beispiel für die Schaffung einer gerechten Gesellschaft. Auch China lobte die eigene „vorbildliche“ Einhaltung der Menschenrechte, kritisierte jedoch den Rassismus in den USA. Russland kritisierte empört den Rassismus in den USA, Frankreich und Deutschland und betonte, die sexuelle Gewalt sei in Kanada, Schweden, Dänemark, Großbritannien und den USA besonders hoch. Syrien erklärte, in Aleppo würden die Menschen geschützt. Der Iran führte aus, Israel sei in Wirklichkeit die Wurzel für die Krise in Syrien. Nord-Korea stimmte dem zu und erklärte, Israel sei mit „systematischen Verletzungen der Menschenrechte“ Schuld an der Krise in den arabischen Gebieten rund um Syrien. Hillel Neuer fand auch für diese Farce die richtigen Worte:

„Alles, was wir gerade von einigen der weltweit schlimmsten Menschenrechtsverletzer gehört haben, hat keine Rechtsgrundlage und keinen Bezug zur Realität. Wann wird dieser UN-Rat endlich seiner eigenen Charta gerecht und adressiert die wirklichen Menschenrechtsverletzungen in den folgenden Regionen:

#Afghanistan: Frauenhass!
#Algerien: Machtmissbrauch!
#Weißrussland: Autoritarismus!
#Burundi: Völkermordwarnung!
#Kambodscha: Gewalt gegen Frauen!
#Zentralafrika: Organisierte sexuelle Missbräuche!
#China: Verweigerung der Grundrechte!
#Kongo: Kinderarbeit!
#Kuba: Diktatur!
#Ecuador: Unterdrückung der Opposition!
#Ägypten: Außergerichtliche Tötungen!
#Eritrea: Zwangsarbeit!
#Äthiopien: Willkürliche Hinrichtungen!
#Haiti: Chronische Korruption!
#Iran: Folter!
#Irak: Hinrichtungen durch das Militär!
#Laos: Missbrauch von Gefangenen!
#Libanon: Gräueltaten der Hisbollah!
#Libyen: Massenmorde!
#Malaysia: Hinrichtungen durch die Polizei!
#Malediven: Einkerkern der Opposition!
#Mali: Folter!
#Mauretanien: Sklaverei!
#Marokko: Unfreie Rechtsprechung!
#Myanmar: Gewalt gegen Minderheiten!
#Nigeria: Außergerichtliche Hinrichtungen!
#Nordkorea: Zwangsarbeitslager!
#Pakistan: Todesstrafe für Blasphemie!
#Panama: Korruption!
#Katar: Sklavenarbeit!
#Russland: Verfolgung von Dissidenten!
#SaudiArabien: Enthauptungen!
#SriLanka: Willkürliche Verhaftungen!
#Sudan: Bombardierung von Zivilisten!
#Syrien: Massaker an Zivilisten!

Herr Präsident, wann wird die Welt von den wirklichen Menschenrechtsverletzungen hören?“

Der Menschenrechtsrat hatte jedoch besseres zu tun. Statt sich mit den von Hillel Neuer zitierten Menschenrechtsverletzungen zu befassen, sonderte der sogenannte Menschenrechtsrat lieber ein einziges Land aus, das dann mehr kritisiert wurde als alle anderen Länder zusammen. Das Land heißt Israel, der Jude unter den Staaten. Die Vorwürfe gegen Israel lauteten: Apartheid, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Extremismus, Terrorismus und Judaisierung von Jerusalem. Letzteres gilt bei den Vereinten Nationen offensichtlich als Verbrechen. Auch hier fand Hillel Neuer die passenden Worte:

„Alles, was wir gerade gehört haben, von den weltweit schlimmsten Menschenrechtsverletzern der Frauenrechte, Religionsfreiheit, der Presse, der Versammlungs- und Redefreiheit, ist absolut falsch und erinnert an Orwell. Der heutige Bericht betrachtet Israelis als nicht menschenrechtswürdig. Mit seiner berüchtigten antiisraelischen Haltung hat dieser Rat schon im Ansatz die Menschenrechte aller Israelis ignoriert …“

Auch diese Rede wurde unterbrochen, unter anderem von Ägypten und Pakistan. Danach fuhr Hillel Neuer jedoch unbeeindruckt fort:

„Israels 1,5 Millionen Araber, genießen das volle Stimmrecht. Sie alle können in die Knesset gewählt werden. Sie arbeiten als Ärzte und Rechtsanwälte und sie dienen am Obersten Gerichtshof. Ich frage die Mitglieder dieser Kommission, die die Berichte gegen Israel in Auftrag gegeben haben, ich frage die arabischen Staaten, von denen wir gerade gehört haben, ich frage Ägypten, Irak und die Anderen: Wie viele Juden leben in Euren Ländern? Wie viele Juden lebten in Ägypten, Irak, Jordanien, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko?

Einst war das Gebiet voller Juden. Algerien hatte 140.000 Juden. Algerien, wo sind Deine Juden? Ägypten hatte 75.000 Juden. Wo sind Deine Juden? Syrien, Du hattest zehntausende von Juden. Wo sind Deine Juden? Irak, Du hattest über 135.000 Juden. Wo sind Deine Juden? Wo ist die Apartheid?

Warum treffen wir uns heute zu einem Tagesordnungspunkt, der nur auf einen einzigen Staat abzielt, den jüdischen Staat? Wo ist die Apartheid, Herr Präsident?“

Nach dieser Rede verstummte der sogenannte Menschenrechtsrat. Es herrschte Stille.

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Eine Villa mit Geschichte

Kennen Sie die Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe? Sie war als eingetragener Verein eine Forschungseinrichtung der SS und wurde am 1. Juli 1935 unter anderem von Heinrich Himmler als „Studiengesellschaft für Geistesurgeschichte“ gegründet. Im Jahr 1945 wurde sie aufgelöst. Bis dahin gehörten zum Tätigkeitsfeld der „Forschungsgemeinschaft“ Menschenversuche und Kunstraub.

In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich die „Reichshauptstelle“ der „Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe“ in einer Villa auf dem Grundstück Pücklerstraße 14 in Berlin. Im Jahr 1912 wurde das Haus in Auftrag des Fabrikanten Julius Wurmbach gebaut. Durch den Ersten Weltkrieg und die Deutsche Inflation erlitt Wurmbach derart große wirtschaftliche Verluste, dass er im Oktober 1926 in der Villa zunächst einen nahen Verwandten und dann sich selbst tötete.

Danach erwarb der Kaufmann Hugo Heymann die Villa. Hugo Heymann war ein deutscher Jude, der nur ein paar Jahre nach dem Erwerb der Villa erkennen musste, dass sich judenfeindliche Übergriffe in Berlin ausbreiteten. Da die Situation immer unerträgliche wurde, beschloss er mit seiner Frau Maria, Berlin zu verlassen und beauftragte zum Ende des Jahres 1932 einen Makler, der eruieren sollte, ob für das Haus Käufer zu finden seien. Nur ein paar Wochen später, am 30. Januar 1933, mitten in den Verkaufsverhandlungen wurde Hitler Reichskanzler. Maria Heymann erinnert sich später, ihr Mann sei nach der Verhandlung an dem Tag, als Hitler Reichskanzler wurde, „schweißgebadet“ nach Hause gekommen.

Am 7. Februar 1933 wurde der Kaufvertrag geschlossen. Der beurkundende Notar, der den ursprünglich verlangten Preis für zu hoch hielt und daher einen Preis „aushandelte“, der weit unter dem Preis lag, für den Heymann die Villa erworben hatte, wanderte nach dem Nationalsozialismus nach Argentinien aus.

Nach der Verkauf zogen die Heymanns in eine Mietwohnung in der Berkaer Straße in Wilmersdorf. Nach und nach veräußerten sie ihr Eigentum, um auswandern zu können, aber die Emigration verschob sich immer wieder, da die Nationalsozialisten immer mehr bürokratische Schranken errichteten, um Juden so viel Vermögen wie möglich abzunehmen, bevor sie das Land verlassen durften.

Hugo Heymann starb am 5. Juni 1938, ein paar Tage nachdem er bei einer Vernehmung durch die Gestapo brutal misshandelt worden war.

Drei Jahre später, am 23. November 1941, zur Eröffnung der „Reichsuniversität Straßburg“ traf Wolfram Sievers, der Reichsgeschäftsführer der „Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe“, die sich in der ehemaligen Villa von Hugo und Maria Heymann breit gemacht hatte, den Anatomen August Hirt. Sievers war von einem Referenten Heinrich Himmlers beauftragt worden, Hirt die Möglichkeit zu geben, „mit Gefangenen und mit Berufsverbrechern, die sowieso nicht mehr in Freiheit kommen und mit den für eine Hinrichtung vorgesehenen Personen, Versuche jeder Art anzustellen.“

Für die Menschenversuche schlug Wolfram Sievers das Konzentrationslager Dachau vor, ausgewählt wurde aber das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. Im Juli 1942 wurde das Institut für „wehrwissenschaftliche Zweckforschung“ im „Ahnenerbe“ begründet. Hirt wurde zum Leiter der Abteilung H (Hirt) ernannt, in der dann Menschenversuche durchgeführt wurden. In einem Bericht vom 9. Februar 1942 steht:

„Nahezu von allen Rassen und Völkern sind umfangreiche Schädelsammlungen vorhanden. Nur von den Juden stehen der Wissenschaft so wenig Schädel zur Verfügung, daß ihre Bearbeitung keine gesicherten Ergebnisse zuläßt. Der Krieg im Osten bietet uns jetzt die Gelegenheit, diesem Mangel abzuhelfen. In den jüdisch-bolschewistischen Kommissaren, die ein widerliches, aber charakteristisches Untermenschentum verkörpern, haben wir die Möglichkeit, ein greifbares wissenschaftliches Dokument zu erwerben, indem wir ihre Schädel sichern.“

Der Bericht erklärt auch genau, wie diese Schädel zu sich sicher sein. Der zur „Sicherstellung des Materials Beauftragte“ habe „eine vorher festgelegte Reihe photographischer Aufnahmen und anthropologischer Messungen zu machen und, soweit möglich, Herkunft, Geburtsdaten und andere Personalangaben festzustellen. Nach dem danach herbeigeführten Tode des Juden, dessen Kopf nicht verletzt werden darf, trennt er den Kopf vom Rumpf und sendet ihn in eine Konservierungsflüssigkeit gebettet in eigens zu diesem Zwecke geschaffenen und gut verschließbaren Blechbehältern zum Bestimmungsort.“

Im Juni 1943 wurden im Konzentrationslager Auschwitz 115 jüdische Häftlinge selektiert, vermessen, ins Konzentrationslager Natzweiler-Struthof deportiert und dort in Gaskammern ermordet. Das benötigte Blausäuresalz kam von August Hirt persönlich. Die Skelette wurden dann in die „Reichsuniversität Straßburg“ gebracht, um sie dort für eine Sammlung zu präparieren.

Nach der Befreiung Straßburgs wurden die meisten Leichen auf dem örtlichen jüdischen Friedhof beigesetzt, aber ein paar Leichenteile blieben allerdings an der Universität und wurden erst im Jahr 2015 im Gerichtsmedizinischen Institut der heutigen Universität Straßburg gefunden, als einem Mitarbeiter auffiel, dass zwei Behälter im Anatomischen Institut, in denen sich in Formalin aufbewahrte Leichenteile befanden, mit der KZ-Nummer 107969 beschriftet waren. Auch diese Leichenteile wurde daraufhin neben den anderen Opfern auf dem jüdischen Friedhof in Straßburg bestattet. Ob es an der Universität noch weitere sterbliche Überreste ermordeter Juden gibt, ist bis heute ungewiss.

Gewiss ist jedoch, was aus der Villa geworden ist, die Hugo und Maria in der Not verkauften mussten und in der sich dann später die „Reichshauptstelle“ der „Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe“ befand. Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog der AEG-Manager Hans Constantin Boden die Villa. Dort empfing er unter anderem mehrfach Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Im Jahr versuchte Maria Heymann, die Villa wiederzubekommen. Vor Gericht sagten ihre Haushälterin und der SPD-Politiker Friedrich Wilhelm Sollmann, der vor dem 30. Januar 1933 Reichsinnenminister war für Maria Heymann aus und erklärten, der Verkauf habe unter Druck und in der Not des ansteigenden Judenhasses stattgefunden. Das Berliner Landgericht lehnte die Klage jedoch ab. Der Notar, der mittlerweile wie viele Nazis in Argentinien lebte, hatte schließlich ausgesagt, der Verkauf sei normal vonstattengegangen.

Im Jahr 1962 kauft die Bundesrepublik Deutschland die Villa und nutzte sie als Gästehaus. Im Jahr 1998 wurde die Villa renoviert und von 1999 bis 2001 war sie Wohnsitz des Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Seit 2004 wird die Villa als Wohnsitzt der Bundespräsidenten genutzt.

Noch in diesem Jahr soll Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in die Villa einziehen, an dessen Außenseite keine Gedenktafel an Hugo und Maria Heymann erinnert, da das Bundespräsidialamt nach wie vor erklärt, der Verkauf sei „freiwillig“ geschehen.

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Offener Brief an die FIFA

Sehr geehrte FIFA,

„Jegliche Diskriminierung eines Landes, einer Einzelperson oder von Personengruppen aufgrund von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, Politik oder aus einem anderen Grund ist unter Androhung der Suspension und des Ausschlusses verboten.“

Diese Worte finden sich im Artikel 3 Ihrer Standard-Statuten. Im August 2017 schloss der iranische Fußballverband FFIRI zwei Nationalspieler aus der Auswahlmannschaft zur Fußballweltmeisterschaft aus, weil sie sich an Ihre Statuten gehalten hatten.

Die zwei Spieler Masoud Shojaei, der bis zu dem Zeitpunkt Kapitän der Mannschaft war und dessen Mittelfeldkollegen Ehsan Haji Safi wurden ausgeschlossen, weil sie sich geweigert hatten, Israel zu diskriminieren. Sie wurden ausgeschlossen, weil sie mit ihrem Klub, dem griechischen Erstligisten Panionios Athen, in der Europa-League-Qualifikation gegen das israelische Team Maccabi Tel Aviv gespielt haben.

Diese zwei Spieler wurden somit saktioniert, weil sie sich an Ihre Standard-Statuten gehalten haben!

Was sagen Sie dazu?

Entweder ändern Sie Ihre Standard-Statuten oder sie disqualifizieren den iranischen Fußballverband. Eins von beiden muss geschehen! Es ist eine Frage der Logik.

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann

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„Nach Mekka kacken geht gar nicht!“

Das Kölner Kulturzentrum Alte Feuerwache baut aus Rücksicht auf muslimische Besucher eine „kultursensible“ Hocktoilette. Der Vorstand des Kulturzentrums hat sich massiv dafür eingesetzt. Die neue Toilette verfügt statt eines Sitzes lediglich über ein kleines Loch in einer Keramikwanne mit zwei Fußsockeln. Zudem gibt es einen Wasserschlauch, damit sich der Besucher ohne Toilettenpapier mit Wasser reinigen kann. Vorstandsmitglied Konrad Müller erklärt:

„Eine solche Toilette entspricht eher dem, was in islamisch geprägten Ländern üblich ist und wir möchten den Menschen aus diesen Ländern damit das Gefühl geben, dass sie hier zu Hause sind.“

Beim Einbau der Toilette wird streng darauf geachtet, dass die Anlage nicht in Ost-West-Richtung orientiert ist. Konrad Müller erklärt:

„Nach Mekka kacken geht gar nicht!“

Was ist das bloß für ein Kulturzentrum, das so kultursensibel ist?

Am 27. Februar 2016 fand in der Alten Feuerwache eine „Feier zum 47. Jubiläum der DFLP“ statt. Was die DFLP ist, erklärte das kultursensible Bürgerzentrum ein Tag vor der Party auf seiner Facebook-Seite so:

„Die DFLP ist eine linke Partei“, erklärt die Alte Feuerwache fügt hinzu: „Sie wird nicht als Terrorgruppe betrachtet, sondern als eine Befreiungsorganisation.“

So kultursensibel beschrieb die Alte Feuerwache die DFLP. Die sogenannte „Befreiungsorganisation“ DFLP (جبهة ديمقراطية لتحرير فلسطين) hat in ihrer Geschichte mehrere tödliche Bombenanschläge verübt. Am 1. September 1970 verübte die DFLP ein Attentat auf König Hussein von Jordanien. Er entkam jedoch dem Anschlag im Gegensatz zu über zwanzig Kindern vier Jahre später. Bei einer Geiselnahme in einer Schule in der nordisraelischen Stadt Ma’alot im Jahr 1974 wurden 21 Schulkinder von Sprengfallen der DFLP getötet und mehr als sechzig weitere Schüler verletzt. Das kultursensible Bürgerzentrum aber erklärte:

„Die DFLP steht nicht auf der Liste der Terrorgruppen.“

Die NPD auch nicht. Vielleicht darf daher auch sie bald im Bürgerzentrum Alte Feuerwache kultursensibel kacken. Der Gruß jedenfalls ist der Selbe, wie dieses Bild der DFLP aus Gaza beweist:img_3133

Die DFLP feierte im Bürgerzentrum Alte Feuerwache übrigens unter diesem Motto: „Solidarität mit der Intifada“.

Was Intifada bedeutet, erklärte der Kleriker Muhammed Salah “Abu Rajab” am 9. Oktober 2015 in der Al-Abrar Moschee in Rafah: „Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!”

Der Sprecher der Hamas, Mushir Al-Masri, erklärt am 9. Oktober 2015 vor einer jubelnden Menge:

“Die Jerusalem Intifada wurde ins Leben gerufen, und so Allah will, wird sie unumkehrbar sein. Das Messer ist unsere Wahl! Das Messer symbolisiert die Schlacht um die Westbank und um Jerusalem.”

Am 17. September 2015 erklärte Mahmud Abbas von der Fatah die Intifada so:

“Wir begrüßen jeden Tropfen Blut, der um Jerusalems Willen vergossen wurde. Dieses Blut ist rein, es ist pures Blut, vergossen für Allah und für seinen Willen. Jeder Märtyrer wird einen Platz im Paradies finden und jeder Verwundete von Allah belohnt werden.”

Die Intifada ruft „Stecht die Juden ab“ und das Bürgerzentrum Alte Feuerwache in Köln feierte das mal richtig kultursensibel ab, zeigte Solidarität und erklärte auf ihrer Facebook-Seite am 26. Februar 2016:

„Die Palästinensische Gemeinde hat eine über viele Jahre andauernde gute Beziehung zur Alten Feuerwache; regelmäßig werden Räume für verschiedene – öffentliche wie interne – Anlässe genutzt. Sowohl die Organisation als auch die bisherigen Veranstaltungen gaben keinerlei Anlass zur Kritik.“

So kultursensibel kann die Alte Feuerwache sein, in der sich jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat die Gruppe „Arbeiterfotografie Köln“ trifft. Im April 2012 flogen Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann von der Arbeiterfotografie in das klerikal-faschistische Mullah-Regime Iran, um dort Mahmud Ahmanidedschad zu besuchen. In einem Reisebericht schrieben sie:

„Gibt es ein Land, in dem die 30 Stunden-Woche mit sechs Stunden an fünf Tagen eingeführt ist? Gibt es ein Land, in dem jeder Mensch, ob Mann oder Frau, ob Baby oder Greis, ein bedingungsloses Grundeinkommen erhält? Gibt es ein Land, in dem auch die Tätigkeit der Frau in der Familie als vollwertige Arbeit honoriert wird? Gibt es ein Land, in dem das Prinzip der Vergebung einen hohen Rang hat, in dem betroffene Angehörige eine Tat – selbst Mord – vergeben können, um damit die Haft- oder Todesstrafe in eine Geldstrafe umzuwandeln? Gibt es ein Land, in dem die höchstgestellten Politiker Atomwaffen verurteilen? Das Land heißt Islamische Republik Iran. Wir haben es mit einer Gruppe von kulturell und politisch Interessierten vom 19. bis 29. April bereist.“

Noch kultursensibler kann man den Iran nicht beschreiben!

Jahrelang trieb ein Judenhasser vor dem Kölner Dom mit einer Installation sein Unwesen. Bis 2015 zeigte er nahezu täglich vor dem Kölner Dom judenfeindliche Plakate. Der Chef des Kuratoriums der Stiftung Stadtgedächtnis, Ulrich Soénius, erklärte zu der Installation:

„Die angebliche Mahnwache bestand aus agitatorischen Vorwürfen gegen den Staat Israel, den er als einzigen Schuldigen für die Situation im Nahen Osten ausgemacht hatte und den er abgründig in seiner antisemitischen Haltung hasste.“

Im Dezember 2010 erklärte der damalige Oberbürgermeister Kölns Jürgen Roters:

„Die Dauerdemonstration vermittelt keine Botschaften des Friedens, sondern des Hasses.“

Im Jahr 2010 zeigte der Betreiber der Dauerdemonstration eine Karikatur, die einen Juden als Kinderfresser und Blutsäufer darstellte. Als ich die antisemitische Karikatur das erste Mal sah, erstatte ich sofort eine Anzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung nach §130 StGB. Die Kölner Staatsanwaltschaft entschied jedoch, die Karikatur sei nicht antisemitisch, da die dargestellte Person auf der Karikatur nicht als Jude erkennbar sei, da sie keine „Krummnase“ habe:

„Typisch für antijüdische Bilddarstellungen zu allen Zeiten ist die Verwendung von bestimmten anatomischen Stereotypen, die den Juden schlechthin charakterisieren sollen. Dabei werden insbesondere Gesichtsmerkmale überzeichnet, um den Juden als hässlich, unansehnlich und rassisch minderwertig erscheinen zu lassen (jüdische „Krummnase“, etc.) Einer solchen Bildsprache wird sich vorliegend nicht bedient.“

Nachdem die Kölner Staatsanwaltschaft erklärt hatte, dass nur eine Person mit Krummnase ein Jude sein könne, tat sich der Betreiber der Installation mit immer hasserfüllteren Aussagen hervor. Auf Plakaten behauptete er, das israelische Volk erpresse seit Jahrhunderten die Welt, womit er klar machte, dass er nicht das Volk des Staates Israel meinte, das es schließlich erst seit dem Jahr 1948 gibt, sondern Juden. Zudem verglich er auf Plakaten Israel mit Hitler und behauptete: „Wie früher die Deutschen mit den Juden – so heute die Israelis mit den Palästinensern.“ Im Jahr 2014 schließlich erklärte der Betreiber den Völkermord an Juden als legitimen Widerstand, indem er titelte: “HAMAS = Volks-Widerstand”. Mehrere Juden erstatteten daraufhin Anzeige. Eine Anzeige las sich wie folgt:

„Die Hamas fordert meinen Tod! Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas fordert den Tod aller Juden weltweit, also auch in Deutschland. Das ist der Grund, warum die Hamas in Deutschland als Terrororganisation eingestuft wird. Ich bin Jüdin! Die Hamas fordert meinen Tod. Vor dem Kölner Dom wird diese Forderung als legitimer Widerstand verharmlost. Ich erstatte daher Strafanzeige. So lange vor dem Kölner Dom der Aufruf zum Judenmord als Widerstand bezeichnet wird, werde ich in Köln als Jüdin beleidigt, bedroht und verfolgt.”

All diese Anzeigen wurden von der Kölner Staatsanwaltschaft abgelehnt! Der Betreiber konnte daher weiterhin all seine judenfeindlichen Plakate zeigen. Und jetzt raten Sie mal, wo der Betreiber diese Plakate all die Jahre lagern konnte. Richtig, in der kultursensiblen Alten Feuerwache. Aber nach Mekka kacken geht nicht!

Dem Betreiber der Demonstration wurde zwar Ende 2015 die Nutzung der Lagerstätte gekündigt, aber dass er mit seiner Installation vor dem Kölner Dom „antisemitische Klischees bedient“ hatte, habe nicht zur Kündigung geführt, erklärte der damalige Vorstandssprecher der Alten Feuerwache, Hans-Georg Lützenkirchen. Er stellte vielmehr fest, die Kündigung sei erfolgt, weil der Betreiber „dem Verein geschadet hat“.

Was hatte der Betreiber gemacht? Hatte er etwa nach Mekka gekackt? Nein! Er hatte Vereinsmitglieder und den Hausmeister des Bürgerzentrums öffentlich beleidigt und mit einer Papptafel gegen ihn demonstriert. Solange er das nur mit Juden tat, tolerierte es die Alte Feuerwache. Als aber die Mitglieder des Zentrums so behandelt wurden, endete die Toleranz abrupt.

Kultursensibilität hat eben doch Grenzen.

Und jetzt zur Werbung:

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Kritik ist kein Rassismus!

Rassismus ist die Verurteilung eines Menschen aufgrund seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse jedoch nennt sich Kritik. Kritik ist kein Rassismus. Kritik ist der Motor der Aufklärung!

Wer einen Moslem verurteilt, weil er Araber ist, betreibt Rassismus. Wer einen Menschen jedoch beurteilt, weil er Muslim ist, betreibt Aufklärung. Wer das Judentum als „patriarchale, überholte Wüstenreligion“ bezeichnet, übt Kritik. Wer jedoch einen Juden verurteilt, weil er dem Volk der Juden abgehört, ist ein Antisemit.

Das Christentum wurde in den letzten Jahrhunderten arg kritisiert und beleidigt. Heute nennen wir es Aufklärung! Im Jahr 1927 erschien das Werk „Warum ich kein Christ bin“ von Bertrand Russel. Im Jahr 1950 bekam der Autor den Nobelpreis für Literatur verliehen. Er schrieb:

“Die Religion stützt sich vor allen und hauptsächlich auf die Angst. Ich betrachte die Religion als Krankheit, als Quelle unnennbaren Elends für die menschliche Rasse. (…) Die Behauptung, das Christentum habe einen erhebenden Einfluss auf die Moral, kann nur aufrechterhalten werden, wenn man sämtliche historischen Beweise ignoriert oder fälscht. (…) Die Christen versichern uns, dass ihre Religion eine Religion der Liebe sei, aber die Annahme des Christentums durch den römischen Staat zu Zeiten Konstantins trug nichts zur Verminderung der Kriege bei, und in unseren Tagen waren viele der fanatischsten Kriegshetzer Christen. (…) Wenn man sich auf der Welt umsieht, so muss man feststellen, dass jedes bisschen Fortschritt im humanen Empfinden, jede Verbesserung der Strafgesetze, jede Maßnahme zur Verminderung der Kriege, jeder Schritt zur besseren Behandlung der farbigen Rassen oder jede Milderung der Sklaverei und jeder moralische Fortschritt auf der Erde durchweg von den organisierten Kirchen der Welt bekämpft wurde. Ich sage mit vollster Überzeugung, dass die in ihren Kirchen organisierte christliche Religion der Hauptfeind des moralischen Fortschrittes in der Welt war und ist.”

Der Islam muss sich diese Kritik auch gefallen lassen. Wenn im Namen des Islams ein Verbrechen begangen wird, dann braucht es kritische Analysen, die nicht vor religiösen Gefühlen halt machen. Religiöse Gefühle müssen sich der scharfen Kritik ebenso stellen, wie alle anderen Gefühle auch. Der Islam muss ebenso heftig durch den Reißwolf der Aufklärung gedreht werden wie das Christentum. Heinrich Böll war ebenfalls Nobelpreisträger. Er schrieb:

“In seinem Durchschnitts-‘Organ’ ist der deutsche Katholizismus mies bis dreckig, in seinen Methoden dumm bis dreist.”

Friedrich Nietzsche wiederum schrieb:

“Das Christentum war bisher das größte Unglück der Menschheit. (…) Ich heiße das Christentum den einen großen Fluch, die eine große innerlichste Verdorbenheit, den einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist – ich heiße es den einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit.”

Heinrich Heine spöttelte:

“Ärgert dich dein Auge, so reiss es aus, ärgert dich deine Hand, so hau sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch.”

Thomas Jefferson erklärte:

“Die einzige Waffe, die man gegen unverständliche Aussagen einsetzen kann, ist der Spott. Vorstellungen müssen klar umrissen sein, erst dann kann die Vernunft sich mit ihnen beschäftigen; und von der Dreieinigkeit hatte kein Mensch jemals eine klar umrissene Vorstellung. Es ist nur das Abrakadabra jener Scharlatane, die sich als Priester Jesu bezeichnen.”

Jean-Jacques Rousseau war sich sicher:

“Das Christentum predigt nur Knechtschaft und Unterwerfung. Sein Geist ist der Tyrannei nur zu günstig, als dass sie nicht immer Gewinn daraus geschlagen hätte. Die wahren Christen sind zu Sklaven geschaffen.”

Der ebenfalls Nobelpreisträger Albert Camus brachte es in vier Worten auf den Punkt:

“Unmoralisch ist das Christentum.”

Gelten Heine, Böll, Nietzsche, Jefferson, Rousseau und Camus deshalb heute als rassistisch? Nein! Das Christentum ist keine Rasse, ebensowenig wie der Islam. Obwohl sie gegenüber Christen deutliche Worte gefunden haben, von „priesterverseucht“ bis „mies und dreckig“, gelten sie heute als Leuchttürme der Aufklärung. Wer Kritik am Islam als rassistisch brandmarkt, fällt damit der Aufklärung in den Rücken.

Ein Rassist geht gegen den Menschen selbst. Der aufgeklärte Mensch jedoch respektiert alle Menschen und geht ausschließlich gegen Überzeugungen und Ideologien. Diese kritisiert und hinterfragt er. Ein Moslem, der von sich selbst sagt, ein gläubiger Mensch zu sein und nicht zur Gewalt gegen Ungläubige, Homosexuelle oder Juden aufruft oder diese Gewalt toleriert, stellt für einen aufgeklärten Menschen kein Problem dar. Im Gegenteil, ein aufgeklärter Mensch wird sogar sein Recht verteidigen, diese Form der Religion ausüben zu dürfen, ohne dabei von staatlicher Seite diskriminiert zu werden. Es wird ihn aber nicht davon abhalten, die Religion zu kritisieren.

Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich Witze über seinen Glauben mache, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch aber ist mehr als die Summe seiner Ideen!

Wenn ein Terrorist bei der Tat „Allahu Akbar“ ruft, dann nimmt ein aufgeklärter Menschen diesen Terroristen ernst und kritisiert die Religion, in dessen Auftrag der Täter glaubt zu handeln.

Das Mittel der Aufklärung ist Kritik. Wer sie unterbinden will, betreibt anti-aufklärerische Gesinnungstyrannei. Religionen sind Ideologien. Viele Menschen können sich zwar nicht aussuchen, im Sinne welcher Religion sie erzogen werden, aber sobald sie erwachsen sind, können sie ihre Vernunft nutzen und entscheiden, ob und wie sie in diesem Glauben weiter denken wollen.

Wenn eine Ideologie nicht mehr kritisiert werden darf, wird sie totalitär. Egal ob Islam, Christentum, Judentum oder Kommunismus, das Recht, Überzeugungen zu kritisieren und zu verarschen, sorgt dafür, dass sie menschlich bleiben. Wer sagt, der Soldat Mohammed, der vor eineinhalb Jahrtausenden gelebt hat, dürfe nicht karikiert werden, jedoch schweigt, wenn ein Bäcker aus Mekka hingerichtet wird, weil er Christ geworden ist, der ist ein fundamentalistischer Fanatiker.

Ein Moslem, der den Koran wörtlich nimmt und sein Leben nach einem mordenden Feldherren aus der Mitte des ersten Jahrtausends ausrichtet, ist für mich mindestens so simpel wie ein Christ, der die sprechende Schlange und die Arche Noah wörtlich nimmt.

Die Welt braucht geistige Hämmer, die so auf den Islam schlagen, wie einst Nietzsche auf das Christentum eingeschlagen hat. Ist das islamophob? War die Aufklärung christophob?

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